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5.0 von 5 Sternen Faszinierende Hommage an H. G. Wells - phantasiereich, humorvoll und meisterlich geschrieben
Nach der Lektüre des Klappentextes konnte ich es kaum erwarten, Félix J. Palmas Roman "Die Landkarte der Zeit", im spanischen Original unter dem Titel El mapa del tiempo" erschienen, auszupacken und mich gemütlich damit zum Lesen zurückzuziehen; erschien mir doch die Kombination einer Kriminalhandlung im viktorianischen London verknüpft mit dem...
Veröffentlicht am 18. September 2010 von Galarina

versus
67 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen mittelprächtig
Palmas Werk lässt sich m.E. am besten wie folgt beschreiben: Durchaus ideenreiche, manchmal zum Nachdenken anregende, manchmal auch zum Schmunzeln anregende, Science-Fiction- Satire, die sich niemals selbst ernst nimmt, im zweiten Teil des auf 3 ineinander verwobene Abschnitte des Gesamtwerkes ihren Höhepunkt erreicht und zum Ende hin, nachdem der Autor in...
Veröffentlicht am 20. Februar 2011 von Dr. J. Teumer


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67 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen mittelprächtig, 20. Februar 2011
Von 
Dr. J. Teumer (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
Palmas Werk lässt sich m.E. am besten wie folgt beschreiben: Durchaus ideenreiche, manchmal zum Nachdenken anregende, manchmal auch zum Schmunzeln anregende, Science-Fiction- Satire, die sich niemals selbst ernst nimmt, im zweiten Teil des auf 3 ineinander verwobene Abschnitte des Gesamtwerkes ihren Höhepunkt erreicht und zum Ende hin, nachdem der Autor in seinen eigens geschaffenen Wirrungen den Überblick verliert, deutlich nachlässt und die letztlich irgendwie nichtssagend ist.

Ob es sich bei diesem Buch um eine "großartige Hommage" an den Zweitvater der utopischen Literatur H.G. Wells (der Vater dieses Genres ist ohne Zweifel Jules Verne) handelt oder ob sich dieser "im Grabe umdrehen" würde, angesichts dieses vermeintlichen Unsinns - wie ein anderer Rezenzent meint - möge der Leser entscheiden.

Vielleicht wäre Wells aber auch nur wie ich der Meinung gewesen, dass das ganze Werk nicht Fisch noch Fleisch ist und auch nur dem Durchschnitt entspricht, den der Autor im Verlaufe seiner Geschichte zitiert...

Wie man bei der Rezension dieses Werkes zu dem Ergebnis kommen kann, dass Palma hier Großes geschaffen hat, gar ein Meisterwerk, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Sicherlich ist Palma sprachlich äußerst gewandt. Aber für ein Meisterwerk der Science-Fiction-Literatur bedürfte es sicher mehr als den Versuch, halblogische Handlungsstränge zu fabrizieren, keinerlei weiterführende Zukunftsideen zu entwickeln und den Rest bei "Zurück in die Zukunft" und "Terminator" zu klauen.

Ich habe jedenfalls mehr erwartet.
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100 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Hommage an H. G. Wells - phantasiereich, humorvoll und meisterlich geschrieben, 18. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
Nach der Lektüre des Klappentextes konnte ich es kaum erwarten, Félix J. Palmas Roman "Die Landkarte der Zeit", im spanischen Original unter dem Titel El mapa del tiempo" erschienen, auszupacken und mich gemütlich damit zum Lesen zurückzuziehen; erschien mir doch die Kombination einer Kriminalhandlung im viktorianischen London verknüpft mit dem phantastischen, abenteuerlichen Element der Zeitreisen nahezu unwiderstehlich. Um es vorweg zu nehmen: meine hohen Erwartungen wurden nicht nur reich belohnt sondern sogar weit übertroffen. Félix J. Palma versteht es seine Leser in einem wunderbar phantasiereichen Verwirrspiel immer wieder zu überraschen, staunen zu lassen, köstlich zu amüsieren und sie auf eine abenteuerliche, teilweise atemberaubende Reise mitzunehmen. Den Roman "Die Landkarte der Zeit" zu lesen, kommt dabei fast der Vielfalt der Eindrücke nostalgischer Jahrmarktbesuche gleich; der Roman wirkt, als führe uns der Autor durch Irrgärten, über die Achterbahn, in die dämonische Geisterbahn und liesse uns durch Kaleidoskope schauen.

Bereits die ersten Sätze des Romans "Die Landkarte der Zeit" haben mich für den Autor Félix J. Palma eingenommen, zeigen sie doch, dass er es versteht, die Möglichkeiten, die Sprache bietet, auszuschöpfen. Sein Erzählstil erinnert an eine Mischung aus Charles Dickens und Carlos Ruiz Zafón, mit denen er die wundervolle Schilderung auch düsterer Atmosphären gemeinsam hat. Sein allwissender Erzähler blendet sich mal mehr, mal weniger in die erzählte Handlung ein und würzt die Geschichte mit einer ordentlichen Portion eines herrlich ironischen Untertons. Insbesondere in handlungsarmen Passagen greift der allwissende Erzähler ein und verkürzt diese mit zunächst wenig relevant erscheinenden amüsanten Einschüben zur Vergangenheit handelnder Personen in Dickensscher Ausführlichkeit. Auch wenn der Leser auf den ersten hundert Seiten scheinbar nichts Neues erfährt, da sie ja lediglich die Geschichte von Jack the Ripper aus anderer Sicht neu erzählen, ist auch dieser Teil so gut erzählt, dass er nicht nur auf das Folgende vorbereitet sondern auch gut unterhält. Ein Schwachpunkt des Romans ist zweifellos, dass der Leser sehr lange im Dunkeln tappt, wozu er das, was er erzählt bekommt, überhaupt erfährt und wo ihn dies überhaupt hinführen könnte, weshalb sich auch einige Längen einstellen. Dieser Schwachpunkt wird aber mehr als wett gemacht, wenn man sich auf das Geheimnisvolle und Rätselhafte einlässt, bis im dritten Teil das furiose Finale erreicht wird. Vieles was in den ersten beiden Teilen als nebensächlich oder gar überflüssig erscheint, erschließt sich erst im dritten Teil und führt dort zu unglaublichem Lesevergnügen.

"Die Landkarte der Zeit" ist eine phantastische, humorvolle Hommage an H. G. Wells und den Beginn des literarischen Genres der Zukunftsromane, später irgendwann Science Fiction genannt, und an die Kraft der Liebe. Félix J. Palma überzeugt in seinem Roman mit intelligenter Konzeption, sprachlicher Versiertheit und phantasievoller Verwendung von Elementen aus Abenteuerroman und Steamfantasy, und lässt dabei Raum für tiefgründige Gedanken. Schon lange hat mir kein Roman ein derartiges Lesevergnügen beschert, schon lange wurde ich nicht mehr so sehr vom Zauber einer Geschichte und deren Welt eingehüllt, dass ich mich in ihrem Labyrinth hätte verlieren können. Um den spitzohrigen Helden einer Science Fiction - Reihe des 20. Jahrhunderts zu zitieren: "Faszinierend".
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich fühlte mich z.T. an der Nase herumgeführt, denn was nutzt Kunst, wenn sie das Herz nicht berührt?, 21. Juli 2011
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
"Ja, Literatur war mehr; viel mehr. Wahre Literatur musste den Leser rühren, schmerzen, seine Wahrnehmung der Dinge verändern, ihn mit hartem Wurf in den Abgrund der Hellsichtigkeit stürzen." (S. 698) Dieses Zitat spricht bestimmt jedem Leser aus dem Herzen!
Leider kann Palma die Messlatte, die er mit diesem Zitat in seinem Buch selbst angelegt hat, nicht erreichen.
Zunächst fängt die Geschichte ja wirklich interessant an, man liest gespannt und gleichzeitig erfreut, ob der wunderbaren Sprache, die sich vor einem entfaltet, aber dann...
Plötzlich kommt eine Wendung in der Geschichte, ich fühle mich an der Nase herumgeführt und will schon widerwillig das Buch zur Seite legen, dann wieder eine Wendung - okay, also dranbleiben, denke ich und so zieht sich dieses Hin- und Her durch den ganzen Roman.
Ich war wirklich zwischendurch empört über die (sicherlich kunstvoll) erdachte Geschichte, aber was nützt einem die Kunst, wenn sie das Herz nicht berührt?
Man könnte einwenden, eine Zeitreisegeschichte müsse eben auch in den Zeiten springen, aber das ist gar nicht das Problem, sondern die teilweise haarsträubenden Ideen, die darin Raum finden und nicht im mindesten Identifikationsmöglichkeiten bieten, dabei sind durchaus gut angelegte Personenkonstellationen vorhanden, die sich dafür angeboten hätten, aber diese werden leider allzu schnell wieder unterbrochen oder verlaufen völlig unbefriedigend.
Was mich besonders traurig macht, ist, dass der Autor sprachlich sooooooooo schön schreibt, ich mich als Leser fast in einer anderen Welt fühle und ich den Roman so gerne nur loben würde, ich es aber zu meinem großen Bedauern aufgrund der oben aufgeführten Gründen nicht rundheraus kann, das finde ich schade.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wundervolle Reise durch die Zeit, 25. November 2010
Von 
Belles Leseinsel (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
London, 1888: Der wohlhabende Andrew Harrington ist verzweifelt. Seine große Liebe Mary Kelley wurde von Jack the Ripper ermordet. Er verliert jeglichen Lebensmut und nach acht Jahren Trauer und Verzweiflung hat er nur noch einen Wunsch: selbst zu sterben, um mit Mary Kelley wieder vereint zu sein. Sein Cousin und bester Freund Charles Winslow kann sich dies nicht mehr länger mit ansehen. Als er von Murrays Zeitreisen erfährt, der gutsituierten Londoner Bürgern eine Reise ins Jahr 2000 anbietet, kommt ihm eine Idee. Wenn man in die Zukunft reisen kann, warum auch nicht in die Vergangenheit.

Dies ist nur eine von vielen kleinen und großen Geschichten, welche Felix J. Palma in seinem fantastischen Roman erzählt. Dreh- und Angelpunkt des Buches sind H. G. Wells und das Unternehmen „Murrays Zeitreisen“ in Person von Gilliam Murray, hier laufen alle Fäden zusammen. Man lernt Bram Stoker und Henry James kennen, Jack the Ripper spielt eine entscheidende Rolle, man reist in der Geschichte durch die Jahrhunderte und erfährt viel über das Leben des Schriftstellers H. G. Wells und seinem Buch „Die Zeitmaschine“. Eigentlich kann man das ganze Buch als eine wunderbare Huldigung an den Schriftsteller verstehen.

Felix J. Palma schreibt in einem Stil, der absolut verzaubert. Scheinbar mühelos verwebt er eine Geschichte mit der anderen, klingt sich immer mal wieder selbst in die Geschichte ein und verleiht seinen Protagonisten fast augenblicklich Konturen, sodass sie für einen sofort vorstellbar werden. Man ist von seinen Erzählungen von Anfang an absolut gefesselt, immer wieder baut er überraschende Wendungen in die Geschichte ein und wird nie langatmig in seinen Erzählungen, die man als poetisch bezeichnen kann. Und mehr als einmal blitzt auch seine humoristische Ader hervor.

Richtig in ein Genre kann man seinen Roman nur schwer einordnen. Zum einen ist er natürlich ein historischer Roman, der zum Ende des 19. Jahrhunderts spielt und wunderbar die Stimmung der damaligen Zeit einfängt. Die Welt steht am Anfang der Industrialisierung, alles scheint möglich zu sein und einige Menschen sind sogar der Meinung, dass bereits alles erfunden und alles entdeckt ist. Zum anderen ist es aber auch ein Science-Fiction-Roman, der mit einem durch die Zeit reist und hier bietet der Autor auch eine plausible Art der Zeitreise an.

Ja, und dann ist es auch ein Krimi, denn die Ripper-Morde in Whitechapel spielen während des Romans eine zentrale Rolle und wenn man etwas genauer liest, stellt man auch fest, dass hier etwas nicht so ganz stimmen kann. Um was es sich dabei handelt, wird an dieser Stelle nicht verraten, diese Unstimmigkeit wird aber zum Ende des Buches schlüssig erklärt. Und schließlich ist es auch ein Liebesroman, denn Felix J. Palma zeigt auf, dass die Liebe im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos ist, genauso wie die Fantasie der Menschen keine Grenzen kennt.

Fazit: Ein Buch, das von der ersten Seite an verzaubert und seine Leser auf eine wundervolle Reise durch die Zeit mitnimmt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ganz besonders Lesevergnügen, 11. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Taschenbuch)
Ich wusste nicht, genau, was ich von Die Landkarte der Zeit erwarten sollte. Ich hatte mich etwas gewundert, dass das Buch bei mir in der Bücherei unter "Historisches" läuft und nicht unter Fantasy. Mittlerweile bin ich schlauer und verstehe die Wahl vollkommen. Ich bin ganz froh, dass ich, als die Gelegenheit günstig war, das Buch mitgenommen hatte. Dieses Buch hätte eine Chance als Jahreshighlight (allerdings belegt diesen Platz der Blaubär).

Die Landkarte der Zeit ist wunderschön geschrieben. Teilweise etwas schwerer, so das man sich doch etwas mehr konzentrieren musste beim Lesen. Dennoch ist es sehr gut geschrieben. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Autors, der quasi ein Blick auf alles hat. Dies hat mir auch sehr gut gefallen. Die Idee von Jack the Ripper und H.G. Wells fand ich sehr interessant zu lesen.

Auch von der Geschichte bin ich total begeistert. Sie ist so vollkommen anders, als ich erwartet hatte. Die meisten Bücher schaffen es ja leider nicht, den Leser zu überraschen. Sie sind sozusagen vorhersehbar. Hier allerdings ist dies nicht der Fall (zumindest bei mir nicht). Wenn man denk, dass die Handlung jetzt so oder so verlaufen könnte, kommt auf der nächsten Seite garantiert was ganz anders. Ich habe es wirklich sehr genossen, das Buch zu lesen.

Die Landkarte der Zeit bekommt von mir 5 Sterne (ich würde ja mehr vergeben, wenn ich könnte). Ich würde das Buch jederzeit bedenkenlos empfehlen.

Das Buch ist ein Lesevergnügen der besonderen Art.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Zeitreise ..., 12. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
... die nicht immer eine ist.

Aus unterschiedlichen Gründen unternehmen Bürger des 19.Jahrhunderts eine Zeitreise, die ihrem Leben eine neue Richtung weisen wird.
Das Buch überzeugt in erster Linie durch gute Vergleiche, schöne Metaphern und eine Art zu schreiben, die wirklich spitze ist. Das London des 19.Jahrhunderts ist sehr gut dargestellt, weil seine weniger erfreuliche Seite gezeigt wird. Überraschungsmomente halten bei Laune. F. J. P. zeigt, dass nicht alles ist, wie es scheint. Die Helden kommen sympathisch rüber und machen neugierig auf ihre Geschichte; auf die des wohlhabenden Andrew, der seine Geliebte Marie retten will, auf die der jungen Claire, die sich in ihrer Zeit unwohl fühlt, auf die des Inspektor Garrett, der den Mörder aus der Zukunft fassen will. Sehr gut hat mir auch die Auseinandersetzung mit dem Gedanken der Zeitreise, mit deren Folgen und die Theorie bezüglich des Paralleluniverums gefallen.
Doch mich störte, dass F. J. P. sich manchmal zu viel Zeit lässt, um seine Helden vorzustellen, oder zwischen Handlungen Ereignisse schiebt, die zwar ihren Reiz haben, die aber dem Roman zu viel Spannung rauben. Indem er mehr beschreibt und erzählt, denn Handlungen der Helden für sich sprechen lässt, kam bei mir immer wieder Langeweile auf. Deswegen hatte ich eher selten das Gefühl, "dabei" zu sein. Befremdlich ist für mich die Idee, Personen, die einst existiert haben, in einen fiktiven Rahmen zu setzen. H.G. Wells als potentiellen Zeitreisenden darzustellen, finde ich seltsam. Von Félix J. Palmas Art zu schreiben berauscht, fing ich mit großer Erwartung an, "Die Landkarte der Zeit" zu lesen, und wurde etwas enttäuscht. Der Roman wusste ab und zu zu überraschen, doch im Großen und Ganzen zählt er zum guten Durchschnitt.
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35 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein phantastischer Episodenroman, meisterhaft erzählt!, 20. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
Felix J.Palma schuf mit Die Landkarte der Zeit, einen Episodenroman der in drei Teilen erzählt wird, wobei alle Geschichten miteinander verknüpft werden und für den weiteren Verlauf des Romans, jede für sich, sehr wichtig ist, um das ganze Ausmaß dieser fantastischen Erzählung als Leser zumindest im Kern begreifen zu können.

Eine Romanfigur steht besonders im Mittelpunkt des Geschehens. Es handelt sich hierbei um eine historische Persönlichkeit- um den Autor H.G.Wells, bekannt und berühmt seit seinem Bestseller Die Zeitmaschine.
Und Wells wird auch gleich in der ersten Story um einen jungen adligen Mann, der sich unsterblich in eine Prostituierte verliebt; die wenig später durch die Hand Jack the Rippers, getötet wird, um Hilfe gebeten, denn Andrew ist acht Jahre nach dem Tod von Marie Kelly immer noch schwermütig und will seinem Leben ein Ende setzen.

Doch sein gewitzter Cousin Charles hat einen Plan- er selbst war bereits ein staunender Besucher von Murrays Zeitreisen, eine Firma, die es ermöglicht, in die Zukunft reisen zu können. Er überredet Andrew dazu, diese Institution aufzusuchen.
Murray kann zwar nicht helfen, er bietet nur Reisen in die Zukunft an, doch er gibt Andrew und Charles den Tipp, Wells aufzusuchen, der, so sagen es Gerüchte, selbst im Besitz einer Zeitmaschine sein soll.
Wird es Andrew möglich sein, dank der Zeitmaschine, seine Marie rechtzeitig retten zu können, bevor Jack the Ripper in Erscheinung tritt?

Leider kann ich mich an dieser Stelle nicht mehr über den Inhalt der anderen beiden Geschichten auslassen, da sonst zuviel im Vorfeld verraten werden könnte.
Nur soviel, dem Autor ist es gelungen, einen inhaltlich sehr komplexen Roman zu schaffen, der dem Leser einiges abverlangt. Man muss wirklich äußerst aufmerksam den Verlauf der Geschichten verfolgen, um am Ende das Gesamtwerk komplett durchschauen zu können.
Man spürt, wie ernsthaft sich der Autor mit dem Thema Zeitreisen und Parallelwelten im Vorfeld auseinandergesetzt haben muss, denn die Handlung ist logisch und nachvollziehbar aufgebaut und regt auch noch lange nach dem Lesen dieses Romans zum Nachdenken an.

Der Schreibstil von Palma ist flüssig, streckenweise fast poetisch, literarisch auf hohem Niveau und rundet diesen spannenden und abenteuerlichen Roman perfekt ab.
Leider hat dieses Werk, das auch ein wenig an Jules Vernes Werke erinnert, einen kleinen Schönheitsfehler. Die Romanfiguren werden zwar sehr detailliert beschrieben, dennoch bleiben sie, bis auf Wells selbst, durchweg ein wenig blass. So liest man zwar von Andrews verzehrender Liebe zu Marie, doch meiner Meinung nach gelingt es dem Autor nicht, die Gefühle seiner Romanfigur so darzustellen, dass man mit Andrew mitleiden kann. Er, wie auch andere Akteure in diesem Werk bleiben einfach zu plastisch dargestellt. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)
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23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen irreführung des klappentextes, 28. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir das Buch zu Weihnachten gewünscht und voller Vorfreude angefangen zu lesen. Doch ziemlich schnell wurde ich sehr enttäuscht, da ich der Meinung bin, dass der Autor kein Geschick darin beweist sprachlich Spannung zu erzeugen, geschweigedenn eine sinnvolle Geschichte hervorzubringen. Ich habe mich gezwungen das Buch fertig zu lesen, immer in der Hoffnung es könnte noch besser werden.
Alles in allem fand ich den Roman wirklich langweilig, da er kaum Höhen und Tiefen aufweist und gerade die Geschichte zwischen Claire und Tom vollkommen abstrus und absurd scheint.
Ich habe hier jetzt öfter gelesen, dass Palma in einem Zug mit Zafon genannt werden kann und in der gleichen Art schreibt, was mich fast wütend gemacht hat. Zafon schreibt so bezaubernd und magisch,dass man ein Buch auf einmal lesen mag. Palma kommt an dessen Charme und Erzählkunst nicht annähernd heran, daher sehe ich diese Behauptung fast als Beleidigung an. Ein wahrer Zafon Fan wird an diesem Buch keinerlei Gefallen finden bzw. überhaupt keine Gemeinsamkeiten Im Schreibstil erkennen können.
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37 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider grauenhaft, 16. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
Die Landkarte der Zeit ist der schlechteste Roman, den ich seit geraumer Zeit gelesen habe. Sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Aus Prinzip - um mir eine angemessene Einschätzung erlauben zu können - habe ich ihn dennoch durchgelesen.

Die Geschichte ist von Beginn an vorhersehbar, langweilig und belanglos. Allenfalls auf den ersten 80 der letzten 100 Seiten gibt es kleine Lichtblicke. Überraschungen oder Spannung sucht man insgesamt vergebens. Das Buch ist also nichts für Freunde spannender Unterhaltung. Leser, die komplexe Fragestellungen, intellektuelle Herausforderung oder große Romantik suchen, sind ebenfalls fehl am Platz. Und auch der Aspekt der Zeitreise ist mehr als enttäuschend. Obwohl Zeitreisen auf den ersten Blick ein zentrales Thema des Romans sind, finden darin lediglich oberflächliche Gedankenspiele statt, die weder neu noch konsequent durchdacht oder logisch schlüssig sind. All dies haben zahllose andere Romane und Filme schon wesentlich besser behandelt. Das Thema Zeitreise dient einzig und allein dem Zweck, der schwachen Handlung einen Rahmen zu bieten. Der Autor möchte uns eine packende Abenteuergeschichte, eine mitreißende Liebesgeschichte und eine komplexe Zeitreisegeschichte liefern - und scheitert grandios an allen Fronten.

Das Schlimmste an diesem Buch ist allerdings seine Gestaltung. Während der Inhalt schlicht langweilig und belanglos ist, ist der Stil grauenhaft. Neben der aufgebauschten Sprache mit einer endlosen Zahl überladener, klischeebesetzter Adjektive, die dem Leser jede protagonistische Emotion plump ins Gesicht pressen, liegt dies vor allem an der peinlichen Art und Weise, wie Palma hier einen seiner Selbst bewussten Roman schaffen möchte. Immer wieder spricht er den Leser direkt an und betont seine Rolle als allwissender Erzähler, mit dessen großartigem Werk wir uns in diesem Moment auseinandersetzen. Textabschnitte wie "Du hast allein durch die Kraft deiner Phantasie das Leben eines Mannes gerettet. Ein Satz, der ihn vor Jane in neuem Glanz erstrahlen ließ und den Sie, wie ich hoffe, auch nicht vergessen haben werden, dient er doch als Brücke zwischen dieser Szene und Wells' erstem Auftritt in unserer Geschichte, der auch nicht der letzte sein soll." sorgten bei mir regelmäßig für starke Gefühle des Fremdschämens. Überdies veranschaulicht dieses Beispiel einen weiteren Schwachpunkt: Denn obwohl sich die Handlung nicht durch Komplexizität und Anspruch auszeichnet, ist die Erzählweise absolut idiotensicher. Laufend werden Erklärungen der simpelsten Zusammenhänge und Erinnerungen an zurückliegende Geschehnisse untergebracht. Und als wäre dies nicht genug, erhalten wir am Ende auch noch einen Bonus: Der Autor traut seinen Lesern scheinbar keinerlei geistige Fähigkeiten zu und ist gleichzeitig so darauf bedacht, uns die Genialität seines Werkes zu vermitteln, dass er abschließend eine komplette Zusammenfassung, Erklärung und Einordnung des Buches mitliefert.

Insgesamt habe ich mich also gelangweilt, war peinlich berührt, kam mir intellektuell regelrecht beleidigt vor und fühlte mich betrogen - um das angekündigte Lesevergnügen und um meine Zeit. Von der Lektüre dieses Romans muss ich daher dringend abraten.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zurück in die Zukunft auf viktorianisch, 26. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Landkarte der Zeit (Gebundene Ausgabe)
London, 1896: Die ganze Stadt kennt nur ein Thema: Zeitreisen. Auslöser dafür ist der neue Roman von H.G. Wells - "Die Zeitmaschine". Und eine kleine Firma, die Zeitreisen anbietet. Zeitreisen Murray wirbt damit, eine Reise ins Jahr 2000 zu organisieren, wo man Zeuge eines atemberaubenden Kampfes werden kann: dem Kampf zwischen Mensch und Maschine, der darüber entscheidet, wie es mit der Menschheit weitergeht.
Nur einer interessiert sich nicht dafür. Andrew Harrington trauert immer noch um seine Geliebte, Mary Kelly - das letzte Opfer von Jack the Ripper. Er macht sich Vorwürfe, dass er nie den Mut besessen hat, zu ihr zu stehen. Aber eine Prostituierte und der Sohn eines reichen Fabrikanten - dass ging einfach nicht. Und als er sich dazu durchgerungen hatte, auf alle Konventionen zu pfeifen und mit ihr durchzubrennen, war es zu spät. Nun, 8 Jahre später, möchte er seiner Geliebten folgen und im Tode mit ihr vereint sein. Andrews Cousin Charles will ihn davon abhalten, mit Hilfe der Firma Zeitreisen Murray. Denn wenn man in die Zukunft reisen kann, dann doch wohl auch in die Vergangenheit...
Claire Haggerty, eine junge wohlerzogene Dame, hat andere Zukunftspläne als ihre Eltern. Sie möchte nicht irgendeinen ihrer Verehrer heiraten, Kinder bekommen und über Dienstpersonal wachen. Sie möchte Abenteuer erleben, selbst über ihr Leben bestimmen. Und am liebsten wäre sie in einer anderen Zeit geboren. Warum also nicht einfach in die Zukunft reisen und dort bleiben? Gemeinsam mit ihrer Freundin Lucy nimmt sie an einer Zeitreise ins Jahr 2000 teil. Nachdem alle Expeditionsteilnehmer den Kampf Mensch gegen Maschine erlebt haben und sich auf den Rückweg zu ihrem Gefährt machen, dass sie in die Zukunft gebracht hat, gelingt es Claire, sich heimlich abzusetzen. Nach ein paar Metern trifft sie auf Hauptmann Derek Shackleton, den sie in einer etwas peinlichen Situation überrascht. Obwohl sie nicht mehr als ein paar Worte wechseln können, bevor Claire von den anderen gefunden und zurückgebracht wird, ist sie von ihm hingerissen. Doch sie muss zurück ins viktorianische London. Um so erstaunter ist sie, als ein paar Tage später Hauptmann Shackleton vor ihr steht und behauptet, sie beide seien seit einiger Zeit ein Liebespaar - über alle Zeitgrenzen hinweg...
Scotland-Yard-Inspektor Colin Garett steht vor einem Rätsel. Innerhalb weniger Tage wurden in London 3 Leichen gefunden, ermordet durch eine Waffe, die in der viktorianischen Zeit nicht bekannt war. Ist etwa jemand aus der Zukunft gekommen, um diese Menschen umzubringen? Aber warum? Und wie? Ihm fällt nur einer ein: Hauptmann Derek Shackleton, der Held der Zukunft. Und so beschließt Garett, in die Zukunft zu reisen und Shackelton festzunehmen, bevor er seine Taten verüben kann...

Nach Beendigung des Buches weiß ich eigentlich nicht so recht, was ich davon halten soll. Es hat mich nicht wirklich überzeugt, aber es war auch nicht schlecht.
Das Buch ist in drei Handlungsstränge geteilt, bei denen der Schriftsteller H.G. Wells jeweils eine wichtige Rolle spielt. Felix J. Palma lässt in den 3 Geschichten die Vergangenheit lebendig werden, schildert eine aus damaliger Sicht grausame Zukunft ( da wir jetzt bereits im Jahre 2010 leben, wissen wir, dass es noch keinen Kampf gegen Maschinenmenschen gegeben hat) und verknüpft alles sehr gekonnt zum Schluss miteinander. Allerdings fand ich das Ende der Geschichte nicht wirklich gelungen, auch wenn es wahrscheinlich die einzige Möglichkeit war, einen halbwegs plausiblen Schluss hinzubekommen.
An den Schreibstil des Autors musste man sich auch erst mal gewöhnen. Sehr nett fand ich, dass der Leser auch mal hier und da vom Erzähler mit angesprochen wird, als sei man selbst Teil der Geschichte. Auch kann er sehr poetisch erzählen, vorallem bei Beschreibungen. Aber dies auch sehr ausschweifend. So wird zum Beispiel die Augenfarbe eines Protagonisten beschrieben - eine Viertelseite lang. So wird man als Leser rausgebracht aus dem eigentlichen Thema und auf die Dauer ist das sehr ermüdend. Es bremst den Lesefluss, ohne dass dies nötig wäre, denn so aufregend fand ich das Ganze nicht. Ich wollte zwar schon wissen, wie es mit den einzelnen Protagonisten weitergeht und wie sich alles fügt, hatte aber auch keine Probleme, das Buch für längere Zeit aus der Hand zu legen. Und nach der Lektüre bin ich auch nicht glücklicher als vorher, wie der Klappentext verspricht.
Kann ich es empfehlen oder sollte ich vom Lesen abraten? Das kann ich so gar nicht sagen. Für mich scheint es da falsche Buch zu falschen Zeit gewesen zu sein. Aber dies sollte jeder potenzielle Leser selbst herausfinden.
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Die Landkarte der Zeit
Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma (Taschenbuch - 1. Dezember 2011)
EUR 9,99
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