summersale2015 Hier klicken Jetzt Mitglied werden lagercrantz Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More praktisch UrlaubundReise Shop Kindle Shop Kindle Artist Spotlight Autorip SummerSale

Kundenrezensionen

31
3,9 von 5 Sternen
Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug
Format: TaschenbuchÄndern
Preis:8,99 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

108 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Dezember 2005
Dem amerikanischen Original ("Slaughterhouse five") habe ich ohne Zögern 5 Sterne verliehen, denn die hat dieses umwerfend verquere Anti-Kriegsbuch, diese durchgeknallte Science-Fiction-Parodie wahrlich verdient. Ein Meisterwerk!
Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich die Übersetzung sehe! – Dazu später.
Zum (hervorragenden) Roman selbst:
"Schlachthof fünf" ist ein komisches Anti-Kriegsbuch, eine Science-Fiction-Parodie, die ausschließlich in der Gegenwart spielt (oder besser: in den Gegenwarten...) – Vonnegut zieht hier alle Register literarischer Klischees durch den Kakao.
Vordergründig geht es um Kriegserlebnisse, die der Erzähler der Rahmenhandlung, Yon Yonson, nicht verarbeiten kann – er erlebte die Bombardierung Dresdens. In dem Roman, den er schließlich schreibt, geht es um die Geschichte von Billy Pilgrim, der ebenfalls als Kriegsgefangener die Bombenangriffe auf Dresden erlebte – und überlebte. Und eigentlich geht es darum, wie man die Welt, die Geschichte der Menschheit sehen soll. Nicht umsonst ist der Protagonist ein Optiker, der in einem nachgerade grotesken Optiker-Milieu lebt mit dem Auftrag, das Sehvermögen der Menschheit zu korrigieren. Man fragt sich nun, auf welcher Norm diese Korrekturen definitionsgemäß beruhen – und ob es diese Norm überhaupt gibt, geben kann. Genau dies stellt nämlich Billy Pilgrims Dasein in Frage.
Doch was hat es mit diesem Pilgrim auf sich? Er erinnert an einen modernen Narren in Christo – schon die abenteuerliche Kostümierung, in der er Krieg und Gefangenschaft erlebt, ist alles andere als soldatisch. So waren Hofnarren früherer Zeiten gekleidet, die als einzige dem König die Wahrheit sagen durften. Aber das 20. Jahrhundert kennt keine Hofnarren mehr, also erklärt man Pilgrim irgendwann für verrückt; ein leichter Nervenzusammenbruch als Auslöser. Die anderen Romanfiguren bleiben Typen, seltsam marionettenhaft, egal wie lebhaft und ergreifend sie geschildert sein mögen. Auf mich wirkte "Schlachthof fünf" daher auch wie die Romanfassung einer modernen commedia dell'arte – komisch, grotesk und grausam zugleich; ein Narrentanz, der eine grauenhafte Geschichte mit den Mitteln der Komik erzählt.
Prägend in Pilgrims Biographie war der Bombenangriff auf Dresden. Aber in seiner Kurzbiographie zu Beginn von Kapitel 2 erfährt man lediglich von seiner Gefangennahme durch die Deutschen und seiner ehrenhaften Entlassung aus der Armee – und von einem Nervenzusammenbruch, mit dem es eigene Bewandtnis hat: Der Name ist Programm; Pilgrim ist tatsächlich eine Art Pilger – aber seine Pilgerfahrt führt ihn nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit. Ein Raumschiff aus Tralfamadore hat ihn einmal in eine Zivilisation entführt, die in vier Dimensionen lebt. Chronologische Abläufe sind für sie punktuell darstellbar und wiederholbar – aber nicht zu ändern. Alles ist, wie es ist: "Wenn ein Tralfamadorianer eine Leiche sieht, ist alles, was er denkt, daß der Tote in diesem besonderen Augenblick in einem schlechten Zustand ist". Die Zukunft ist immer gegenwärtig. "So it goes" – "So kann's gehen" (und nicht: "So geht das"!), dieser Satz zieht sich als resignatives Leitmotiv durch den Roman. Billy übernimmt von den Tralfamadorianern deren Wahrnehmung und bewegt sich fortan assoziativ durch die Zeit(en): Die Klotür in seiner Wohnung führt in die Latrinen vom Gefangenenlager 1944, und der Rückweg führt wieder ins Schlafzimmer von 1953... Diese Zeitreisen sind verschränkt mit den Groschenromanen eines erfolglosen Science-Fiction-Autors. Der Leser bleibt bis zuletzt im Ungewissen: Spricht Billy die Wahrheit, oder sind seine Zeitreisen assoziative Bewusstseinsströme, beeinflusst durch die Phantasie eines drittklassigen Schriftstellers? Oder, allgemeiner: Nach welchen Kriterien beurteilt Billy, welche Korrekturgläser zur Wahrnehmung der Wirklichkeit er der Menschheit verpassen will? Gibt es diese Kriterien überhaupt?
"Schlachthof fünf" ist ein außergewöhnlich geistreiches Buch, ein faszinierendes Gedankenexperiment, ein bestürzend authentischer Bericht über die Auswirkungen des Krieges auf den Menschen, der zeigt, wie nahe Komik und Grauen beieinander liegen können.
"Schlachthof fünf" ist aber auch ein trauriges Paradebeispiel dafür, wie eine hingeschluderte Übersetzung Weltliteratur entstellen kann – und zwar auf allen Ebenen. Man merkt ständig, dass Kurt Wagenseil im Akkord "übersetzte", um seinen Schnitt zu machen, denn gerade große Verlage, die sich's doch eigentlich leisten könnten, zahlen ihren Übersetzern einen Hungerlohn. Und entsprechend grausig sind die Ergebnisse; ein Oberstufen-Schüler bekäme für derlei Elaborate gerade noch ein "ausreichend".
Dabei sind das Schlimme noch nicht einmal zahlreiche komisch anmutende Vokabelfehler: "Blutpudding", "Streichholzbüchlein", "Pintsauger" usw. usw. – hier erkennt man wenigstens noch den Originaltext auf Anhieb. Auch dass der Übersetzer nicht wusste, dass das "Purrple Heart" eine hohe militärische Auszeichnung ist, kann man noch verzeihen, und auch, dass die "Green Barets" zwischendurch zu "Grünen Mützen" degradiert werden. Und auch, dass die gute alte Highschool, die 12klassige Gesamtschule in den USA, mehrmals zur Hochschule aufgewertet wird, kann man gerade noch (aber wirklich nur gerade noch) durchgehen lassen. Schlimmer wird's schon, wenn zahlreiche Stilblüten fröhliche Urständ feiern: "Billy [...] wußte, daß die Stadt in etwa dreißig weiteren Tagen in Schutt und Asche gelegt würde." (Da waren die englischen Bomber aber gründlich...) Oder: "Und dann schaltete sie den Gang ihres Wagens an und überfuhr die Mittellinie"... – Davon gibt's noch jede Menge: lebende Felsen, Aufenthaltsräume für Schweine...
Wenn hingegen eine zentrale Phrase des Romans, "so it goes", statt mit "so kann's gehen" o.ä. mit einem sinnentstellenden "so geht das" übersetzt wird, wird die Lage kritisch. Noch kritischer wird‘s, wenn die verschiedenen Sprachebenen des Originals samt und sonders durch eine einzige Stilebene wiedergegeben werden – die vorliegende Übersetzung kennt keinen Unterschied zwischen Landserjargon und einer Versammlung des Lions-Club.
Völlig inakzeptabel ist schließlich eben dieses mitleiderregend daherstolpernde Einheits"deutsch" der Übersetzung selbst. Kann der Übersetzer denn kein Deutsch? War der Lektor bei der Durchsicht stark alkoholisiert? – Schon der (sprachlich) völlig harmlose englische Satz "Billy is spastic in time" wird mit folgendem Drahtverhau wiedergegeben: "Billy ist spastisch in bezug auf die Zeit". Kein Einzelfall...
Wie gesagt, an dem Desaster ist nicht allein der Übersetzer schuld, sondern vor allem eine gewisse Verlagspolitik. Und schuld sind auch Leser, die derlei Unverschämtheiten klaglos hinnehmen und auch schlechteste Übersetzungen kaufen ("Hauptsache billig", heißt wohl das Motto). Hat etwa jede Nation die Übersetzer, die sie verdient?
Hoffen wir auf eine Neuübersetzung eines angemessen bezahlten Übersetzers!
33 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
150 von 156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. August 1999
An und für sich ist es schön, einen Klassiker der modernen amerikanischen Literatur in Händen zu halten. Jedoch verschlägt es mir die Sprache, wenn ich zwischen der englischsprachigen Originalfassung und dem Machwerk des deutschen Verlags vergleiche (meines Wissens nach war nicht Rowohlt, sondern ursprünglich Hoffmann und Campe für dieses "Verbrechen" verantwortlich). Die "Green Berets" heißen "Grüne Mützen", aus "blood pudding" (Blutwürste) wird schlicht und einfach "Blutpudding" (was immer das auch sein mag...) - und zu guter Letzt wird das wohlbekannte "blow job" mit (JA!) "Düsenflugzeug" übersetzt. Es handelt sich nur um einige wenige Beispiele. Ich selbst habe beiden Verlagen eine Neuübersetzung angeboten - ohne finanzielle Interessen. Ich habe sie nach monatelanger Arbeit fertiggestellt, aber offensichtlich besteht von keiner Seite Interesse daran, diesem Werk die Beachtung und Wertschätzung zukommen zu lassen, die es verdient hat. Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, ein paar Seiten zum Vergleich anzufordern. Ohne Worte.
88 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Oktober 2004
Kurt Vonnegut, 1922 in Indianapolis als Sohn einer deutschstämmigen Familie geboren, tritt 1943 in die US-Armee ein und gerät 1944 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Zusammen mit anderen Kriegsgefangenen wird er nach Dresden gebracht. Er ist einer der wenigen, die den apokalyptischen Feuersturm von Dresden im Jahre 1945 überleben sollten. Seine traumatischen Kriegserlebnisse verarbeitet Vonnegut auf ungewöhnliche Weise in seinem Roman 'Slaughterhouse 5' ('Schlachthof 5'), erstmals erschienen im Jahre 1969.
'Schlachthof 5' ist dennoch keine Autobiographie, auch wenn die autobiographischen Elemente des Romans nur allzu offensichtlich sind. Protagonist des Romans ist Billy Pilgrim, ein Optiker, der für die USA als Soldat in den 2. Weltkrieg zieht. Vonneguts Erzählweise durchbricht bewußt jegliche chronologische Konvention. Tatsachenbericht und Fiktion wechseln einander ab. Der Autor schafft es, ohne moralisch erhobenen Zeigefinger eine deutliche Anti-Kriegs-Botschaft zu vermitteln. Darüber hinaus gelingt es ihm, auf einzigartige Weise, den Leser zu unterhalten. Denn trotz der Schilderung grausamster Kriegserlebnisse hat dieses Buch auch seine satirischen Momente. Das mag wie ein Widerspruch klingen. Wer Vonnegut gelesen hat, weiß aber genau, wovon ich rede.
Der Roman 'Schlachthof 5' wird oft dem Genre der Science Fiction zugeordnet. Vonnegut hat bereits mehrfach Einwände dagegen geäußert. Tatsache ist, dass sich dieser Roman nicht in eine Schublade zwängen lässt. Der ungewöhnliche Erzählstil mag für den Leser vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein. Doch hat einen die Geschichte erst einmal in ihren Bann gezogen, so läßt sie einen bis zum Schluss und darüber hinaus nicht mehr los.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. März 2005
Ich kannte das Buch "Schlachthof 5" nicht bis zur Lesung von Jan Josef Liefers im Februar diesen Jahres hier in Dresden. Aber schon bei der Lesung hat mich Liefers in seinen Bann gezogen. Seine Stimme passt hervorragend zu diesem Text. Das Buch bringt einen zum Lachen, aber es macht einen auch nachdenklich. Ich weiß, das sagt man über viele Bücher... Jedoch ist die Harmonie zwischen diesen beiden Gefühlen in kaum einem anderen Buch so exzellent. Wie auch schon bei der Lesung bedauert wurde, hat der Verlag keine Neuübersetzung in Auftrag gegeben, so dass einige "altertümliche" Begriffe nicht aktualisiert wurden, was aber natürlich auch zum Charme des Werkes beiträgt. Ich erinnere nur an den "Freund des Klempners"!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Januar 2009
"Billy Pilgrim has come unstuck in time" -- er hat sich von der Zeit gelöst. Das ganze ist passiert, als er im Dezember 1944 in Deutschland buchstäblich vom Himmel gefallen ist -- als 22jähriger Ersatzmann für einen gefallenen Militärmusiker. Seitdem irrt er zufällig durch Raum und Zeit seines Lebens, immer mit Herzklopfen, wo er wohl als nächstes landen wird. Billy findet nicht mal sein Regiment, das längst von der letzten deutschen Offensive zersprengt worden ist. Stattdessen mäandert er unbewaffnet und in lächerlicher Uniform hinter den Linien herum. Als ihn der 18jährige Roland Weary zum Soldaten trimmen will, werden beide von der Wehrmacht verhaftet. In dem Gefangenenlager, in das man Billy bringt, kann niemand etwas mit ihm anfangen, weil er weder Rang, noch Einheit zuzuordnen ist. Dafür erlebt er einen bizarren Morphium-Trip in einem Lazarett, bevor er auf Umwegen im Keller des Schlachthofs Nummer fünf ("Slauterhouse five") den Großangriff auf Dresden erlebt: Eine blühende Stadt wird in eine Mondlandschaft aus glühenden Trümmern und leblosem Menschenfleisch verwandelt. Im Jahr 1967 wird er von Außeridrischen zu dem Planeten Tralfamadore entführt, wo er als lebendiges Exponat in einem Zoo landet. Auf der Erde zurück lehrt er die tralfamadorische Philosophie, nach der man keinen Einfluss auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft habe, deren zeitliche Richtung nur eine Illusion sei. Damit wird er berühmt und nichts kann ihm mehr etwas anhaben -- nicht mal seine eigene Ermordung.

Jan Josef Liefers liest die für meinen Geschmack etwas unrunde deutsche Übersetzung des amerikanischen Originals mit feiner Intonation und Sensibiliät für die Funktion des Zynismus dieses Romans: der Krieg als Abfolge völlig abstruser Situationen, der nur zu bewältigen ist, wenn man völlig den Verstand verliert, was mit stoischer Lakonie kommentiert wird ("So geht das").

Beim Hören wurden mir einige andere Qualitäten meines Lieblingsromans bewusst: die thematische Vielfalt, wie individuelle Schicksale, gesellschaftliche Zusammenhänge und große Fragen des Daseins zusammengehen. Noch mehr aber Kurt Vonneguts nichtlineare Erzählkunst. Ich kenne keinen Roman, der so viele, doch immer kunstvolle und stimmige Zeitsprünge vollzieht.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Kurt Vonnegut verarbeitet in diesem Roman seine Erlebnisse als Kriegsgefangener US-Amerikaner in Deutschland, im Zweiten Weltkrieg. Erschienen ist das Jahr 1969, also zu einer Zeit, in der sich die USA in einem gewaltigen Umbruch befand und Vietnam bombardiert wurde. Der locker-flockige Hippie-Stil, mit dem Vonnegut dieses Buch geschrieben hat, macht es zu einem einzigartigen Kunstwerk. Das eigentlich abgegraste Thema Zweiter Weltkrieg wird hier aus einer erfrischenden, ungewöhnlichen Perspektive betrachtet. „Schlachthaus 5" ist im doppelten Sinne komisch - es ist unterhaltsam und unkonventionell. Besonders lesenswert ist es, weil Vonnegut den Luftangriff auf Dresden selbst miterlebt hat. Vonnegut beschreibt das sehr ernsthafte Thema, nicht wie es ein Journalist tun würde. Es geht nicht so sehr um Fakten und Belehrung, wie Krieg wirklich ist. Und Vonnegut geht es auch nicht darum eine Moralpredigt zu halten. Weder Deutsche noch Amerikaner werden in diesem Roman pauschal als schlechte Menschen abgestempelt.
„Schlachthaus 5" ermahnt eindringlich dazu, Krieg nicht im Nachhinein zu verklären, so wie es etwa die zahlreichen, unterhaltsamen Kriegsfilme tun, in denen es in erster Linie darum geht actiongeladene Unterhaltung abzuliefern.
Vonnegut gelingt es, mit seiner Erzähltechnik, die Wirkung seiner dramatischen Erlebnisse aus dem bombardierten Dresden zu verstärken, indem er eine witzige Story um einen exzentrischen Science-Fiction Autoren mit der Geschichte der ernsten Kriegswirklichkeit verknüpft, lösen sich beim Leser Lacher mit Bedauern ab. Mit viel Humor erzählt Vonnegut die Geschichte vom erfolglosen, Science-Fiction-Vielschreiber, der mit seinen phantastischen Weltraummärchen, die rauhe Wirklichkeit der GI's erträglicher macht. Großartig ist die Stelle des Romans, in der die Hauptfigur den Groschenheft-Autoren persönlich trifft.
Der reale Krieg ist nicht unterhaltsam und mit Anti-Kriegs-Büchern allein, wird man weitere Kriege nicht verhindern können. Das ist die Hauptaussage von „Schlachthaus 5". Das Böse wird es immer geben. Um so wichtiger ist es, daß wir uns dem, durch unser eigenes Handeln entgegenstellen.
Peace!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Februar 2006
Billy Pilgrim hat ein Problem: Er ist „unstuck in time“. Und das bedeutet, dass er die Zeit nicht chronologisch erlebt, sondern jeden Moment seines Lebens immer wieder erleben kann, egal in welcher Reihenfolge, inklusive Tod und Geburt. Passiert ist ihm das, weil er von Außerirdischen des Planeten Tralfamadore entführt und in ihrem Zoo ausgestellt worden ist. Und so kann Billy Pilgrim das Bombardement von Dresden 1945, bei dem er als blutjunger amerikanischer Rekrut zugegen war immer wieder und wieder erleben. Dieses Ereignis hat sein späteres Leben nachhaltig geprägt und obwohl er reich und zufrieden ist, einen Flugzeugabsturz überlebt hat und auch sonst vom Schicksal nicht verschont geblieben ist, kommt er immer wieder nach Dresden zurück.
Vonnegut hat einen Roman geschrieben, der eigentlich keiner ist. Neben seiner persönlichen Aufarbeitung des Kriegsthemas vermischt er die Grausamkeit des Krieges mit einer obskuren Handlung, in der er kein Thema und keine Abstrusität auslässt. Billy Pilgrim ist ein klassischer Antiheld, den das Leben mitspült und er keine Entscheidungsfähigkeit besitzt. Und obwohl er die Hauptfigur dieses Romans ist, spielt sich die Handlung trotzdem abseits von seinem Sein ab. Er bekommt bloß die Rolle dessen, der anwesend sein muss, damit man davon berichten kann, was um ihn herum passiert. Nebencharaktere übernehmen die Handlung wenn Billy in eine neue Situation geworfen wird, so kann man sicher sein, dass seine Sicht der Dinge bald vernachlässigt wird und der, äußerst sprunghafte Erzähler sich einer anderen Thematik, einer anderen Person annimmt.
„Slaughterhouse Five“ ist ein komischer, ein ernster, ein schockierender und ein skurriler Roman, Science Fiction-, Kriegs- und Entwicklungsroman in einem und der Autor selbst entschuldigt sich bereits im sehr langem Vorwort, dass er diesen Roman über Dresden immer schreiben musste und das er das nun sei. Und er beginnt mit „Listen“ und endet mit „Poo-tee-weet“ und ist jede Seite wert.
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. September 1999
kurt vonnegut hat für ein science fiction buch ein e recht ungewöhnliche zeit und einen ungewöhnlichen ort gewählt. das buch spielt hauptsächlich zur zeit des zweiten weltkrieges. die hauptfigur des buches ist abwechselnd in einem galaktischen zoo eingesperrt wo er der einheimischen bevölkerung zur belustigung dient ( immerhin aber um die neugier der ausserirdischen auf die menschliche paarung zu befriedigen, mit einer bekannten und schönen schauspielerin zusammengebracht wird) oder soldat im zweiten weltkrieg. dazwischen ist er sogar noch amerikanischer normalbürger (seine hauptexistenz). kurt vonnegut wollte mit diesem buch seine kriegserfahrungen festhalten. als kriegsgefangener erlebte er, wie sein romanheld, die bombardierung und zerstörung dresdens. ein sehr ungewöhnliches buch das man, da es nicht besonders dick ist am besten auf einmal verschlingt.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. August 2012
Ich gebe zu, ich war durch das Lesen negativer Rezensionen vorgewarnt. Aber ich dachte mir: Besser eine schlechte Übersetzung als gar keine.

Ich habe mich geirrt!

Was der "Übersetzer" Kurt Wagenseil hier "geleistet" hat, ist wirklich dringend rekordverdächtig. Dieses Fiasko wird durch den schlichten Hinweis auf den Zeitdruck, unter dem Übersetzer arbeiten, meines Erachtens nicht hinreichend erklärt, und ich muss mich sehr beherrschen, um dem Übersetzer nicht glatte Arbeitsverweigerung zu unterstellen. Gleiches gilt übrigens für das Lektorat. Mir ist es jedenfalls durch die unterirdische Übersetzung unmöglich geworden, mich auf das Buch einzulassen. Definitives "Lowlight" war dabei die permanente Wiederholung des unsäglichen "So geht das." anstelle des offenbar gemeinten "So läuft das."

Fazit: And the Oscar for the Worst Translation Ever goes to... Kurt Wagenseil!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. August 2006
Also, dieses Buch ist mein absolutes Lieblingsbuch!! Das erste Mal habe ich es so mit 18 Jahren im Englischunterricht gelesen. Damals fand ich das Buch auch schon gut, aber es war keine " Liebe auf den ersten Blick". Einige Jahre später stand ich in einer Buchhandlung, sah dieses Buch und erinnerte mich daran..., hab nämlich ein gutes Gedächtnis. Ich kaufte es und las es innerhalb eines Tages. Seitdem habe ich das Buch häufig verliehen, habe es auch öfters nicht wiederbekommen, habe es dann neu gekauft und habe es Freunden auch zum Geburtstag geschenkt.

Es ist ein sehr spezielles Buch. Obwohl es ja ernste Themen behandelt, hat man auch häufig die Gelegenheit zu schmunzeln oder gar zu lachen, obwohl einem manchmal das Lachen im Halse steckenbleibt. Es steckt voller grandioser Einfälle und diesem Buch ist eine zutiefst humanistische Grundhaltung inne, die dem Leser,gerade wenn er sich mal nicht so gut fühlt, einen Ansporn gibt, gegen die großen und kleinen Ungerechtigkeiten anzugehen.

Es gibt übrigens auch eine sehr gelungene Verfilmung dieses Buches, die Anfang der 70er Jahre gedreht wurde.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Slaughterhouse-Five
Slaughterhouse-Five von Kurt Vonnegut (Taschenbuch - 3. November 1991)
EUR 6,39

Catch 22: Roman (Literatur)
Catch 22: Roman (Literatur) von Joseph Heller (Taschenbuch - 1. Oktober 1994)
EUR 9,95

Slaughterhouse Five
Slaughterhouse Five von Kurt Vonnegut (Broschiert - 19. August 2013)
EUR 7,99