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Kundenrezensionen

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am 20. März 2012
Markus Berges' Debütroman wurde in den Rezensionen der renommierten Tageszeitungen überwiegend positiv beurteilt - wobei die Rezensenten mehr oder minder unverhohlen als Sympathisanten der Band Erdmöbel schreiben. Das Werk wird meist wohlwollend als spannend, poetisch und geistreich beschrieben. Das Marketing erzeugt damit eine Erwartungshaltung, die der Roman jedoch nicht annähernd erfüllt. Der Einstieg erzeugt durch die sachliche und mitunter holprige Erzählweise eine Atmosphäre von Langeweile und Tristesse, die vom Autor durchaus intendiert sein kann, da sie dem Inhalt des ersten Kapitels entspricht. Eine gespannte Erwartungshaltung oder intellektuelle Neugier stellt sich dadurch jedoch nicht ein. Die Protagonisten bleiben in ihrer Charakteristik relativ farblos und unnahbar. Für die gesamte Konstruktion des Romans bemerkte bereits die FAZ, dass "die kreative Feier der Kreativität ein Hauch angestrengt wirkt". Als romantische Referenz des Illusionären und Abenteuerlichen wird E.T.A. Hoffmanns "Meister Floh" punktuell mit der Erzählung verwoben. Die Hauptfigur, Betti Lauban, legt im Sinne eines Entwicklungsromans ihre eigene naive Weltsicht ab und experimentiert mit dem Spiel des Identitätswechsels, bis ihre Maskerade auffliegt. Der geläufige Wechsel der Zeitebenen entspricht dabei den verschiedenen Entwicklungsstufen. Verwirrend wirkt hingegen die scheinbar willkürlich auftretende Stimme einer Ich-Erzählerin, die den auktorialen Erzählstil gelegentlich durchbricht. Auch durch diese konstruierte Collagetechnik geht der Lesefluss mitunter verloren. Das Buch ist somit weder eine leicht verdauliche "Urlaubslektüre" noch ein poetischer Tagtraum, in welchem der Leser selbstvergessen versinkt. Das eigentliche Thema des Romans lässt sich vielmehr auf das Werk selbst projizieren: Die reale Begegnung ist wesentlich nüchterner als die werbewirksame Illusion.
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am 7. Januar 2011
Solcherart Bücher werden gerne unter dem Begriff "Coming-of-Age-Literatur" summiert, in diesem Fall, weil es sich um ein Abnabelungsabenteuer handelt: ein Mädchen, eine junge Frau reist nach Nizza, um ihre Brieffreundin zu treffen, begegnet einer Enttäuschung und mehreren ungewöhnlichen Leuten, reist weiter - aber die eigentliche Reise findet im Kopf statt.

Überhaupt, der Kopf: ein dringend benötigtes Körperteil für die Lektüre. Die Geschichte ist eigentlich alltäglich, aber spannend und mitreißend geschrieben; die Sprache ist wunderbar, einfühlsam und präzise. Man könnte sie "poetisch" nennen, aber das wäre ungerechtfertigt angesichts dessen, was gemeinhin unter Poesie verstanden wird. Das Buch ist wie eine Erinnerung an einen halbvergessenen Traum. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.
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am 5. März 2011
Was die geachtete Süddeutsche Zeitung bewogen haben mag, Markus Berges in einem Atemzug mit dem lyrischen Wüterich der 60er und 70er Jahre - Rolf-Dieter Brinkmann - zu nennen, hat sich mir nicht erschlossen, es ist jedenfalls ziemlich weit hergeholt.

Vorneweg: Ich schätze Erdmöbel sehr und bekam daher dieses Buch geschenkt.

Sprachlich - wenn auch "poetisch" nicht die treffende Umschreibung ist - konnte das Werk durchaus überzeugen, aber das war dann auch das Einzige. Selten habe ich mich bei einer Geschichte so gelangweilt und gequält, immer gedacht, das kann doch nicht alles sein, Du musst Dich nur einlesen.....warten auf die Pointe....aber da passierte bis zum Ende einfach nichts als ein von innerer Leere gefüllter lethargischer Tagtraum einer gerade volljährigen Teenagerin, die glaubt, der Monotonie in ihrem Leben durch einen spielerisch gemeinten Identitätswechsel - von Betti zu ihrer Brieffreundin September - zu entkommen und sich dadurch ein bisschen interessanter zu fühlen. Diese Phase haben viele von uns in ihrer Jugendzeit in ähnlicher Form erlebt, aber.....na und? Ich habe jedenfalls keine Sehnsucht danach.

2 Sterne für die schöne Sprache, kein Stern für den Inhalt
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am 1. Februar 2012
Die Geschichte geht runter wie Eiscreme im Sommer.
Ein junges Mädchen (Betti) reist aus Deutschland nach Monaco, um dort ihre Brieffreundin September Nowak zu besuchen. Leider entpuppt sich diese als Schwindlerin, welche weder so heißt, noch in Monaco wohnt. Auch die ganzen tollen, in den Briefen beschriebenen Erlebnisse und Abenteuer sind erlogen. Schockiert und verärgert läuft sie davon und begibt sich auf ihre eigene Reise. Sie lernt diverse Menschen kennen, reist mit ihnen ein Stück durchs Land und denkt sich nun selber Geschichten über sich und ihr Leben aus. Sie nennt sich jetzt September Nowak und lebt und beschreibt sich so, wie eben eine "September Nowak" ihrer Meinung nach sein sollte. Dadurch lernt sie sehr viel über das Leben und vor allem über sich selbst. Dies ist IHRE Reise zur Selbstfindung.
Der Schreibstil ist phantastisch. Man versinkt förmlich in der Geschichte.
Klare Leseempfehlung von mir. Ich hoffe, der Autor schenkt uns in Zukunft noch mehr so tollen Lesestoff!
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am 19. Februar 2015
Ging gar nicht
Liegt unausgelesen rum
Liedlyriker taugen offensichtlich nicht zwingend fürs große Format
Aber, erdmöbel waren 2003 auch besser als 2010
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am 22. August 2012
Die neunzehnjährige Betti macht sich nach Monaco auf, um einer langjährigen Brieffreundin letztlich ihre Aufwartung zu machen - und findet sich betrogen: Alles ist anders, als sie es sich erträumte, während sie im Muff Westfalens noch zur Schule ging. Also heult Betti erstmal kräftig und ausgiebig und wiederholt, wie ein Teenager so heulen mag, dessen erste große Illusion gerade wie eine Seifenblase zerplatzt ist. Was nun folgt ist eine Betti auf Reisen, eine Betti, die mehr schlafwandelt, als das sie sich zielstrebig bewegt und hier und da lomographiert (die Bilder sind im Buch abgedruckt). Au diese Weise gerät ihr Trip doch noch zu einer Traumreise, wenn auch nicht im intendierten Sinne. Hierin liegt auch die eigentliche Qualität des Buches: In der Sprache eines Erzählers, der nie ganz greifbar wird, der Betti begleitet, ihr nahe ist, nichts erklärt, aber tiefe Eindrücke in originellen poetischen Bildern vermittelt. Der erzählt, wie ein Lomograph, dessen Bilder eine eigentümliche Aura und Qualität besitzen, dessen stärke jedoch nicht das Dokumentarische im klassischen Sinn ist. Das Verhältnis des Erzählers zu seiner Protagonistin bleibt jedoch undefiniert. Möglicherweise ist es Bettis gereiftes Selbst, das Jahre später nach Monaco zurückkehrt sich erinnert und so, der alten Brieffreundin, September Nowak, einen Brief schreibend, das Erlebte ordnet.
Wer meint, jetzt schon zuviel erfahren zu haben irrt. Der Genuss beim Lesen entspringt vor allem seiner Traumlogik und einer Ziel- und Haltlosigkeit, der sich ungestraft vielleicht nur noch die Jugend (oder der Künstler) überlassen darf - und für die Dauer von 205 Seiten: der Leser.
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am 21. Januar 2012
Da erwartet man gar nichts, denn man bekommt das Buch geschenkt. Und dann sowas.
Da erfindet die Brieffreundin einer jungen Frau sich selbst. Diese taucht mit einmal auf und entdeckt den Schwindel. Und beginnt selbst zu schwindeln. Erfindet ihre Realität neu. Und erlebt Sachen, die man als coole Reise bezeichnen kann. Natürlich fliegt der Schwindel auch auf, aber die magischen Momente aus diesen Erfindungen und Erlebnissen vorher, die bleiben. Und wer ist eigentlich dieser mysteriöse Ich-Erzähler, bzw. die Ich-Erzählerin? Die Antworten liefert "ein langer Brief" nicht, die muss man sich selbst herausfriemeln. Gott sei Dank. Das macht man als intelligenter Leser ja gerne. Ich habe da meine ganz eigene Theorie - aber erstens muss die nicht stimmen und zweitens ... puzzelt mal selbst.

Das Buch ist wie ein Musikvideo mit Alltagsdarstellern. Es lässt Unbedeutendes erstrahlen. Und das kann nicht jeder.
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am 14. Mai 2012
Eine handfeste Geschichte, in der etwas "passiert", sollte man nicht erwarten. Vielmehr ist der Weg das Ziel, der Weg Bettis, mit der großen Enttäuschung fertig zu werden, von ihrer langjährigen südfranzösischen Brieffreundin schamlos angelogen worden zu sein; dies erreicht sie, indem sie sich treiben lässt und sich fremden, teils sehr skurrilen Menschen anvertraut. Doch ist das nur die "Rahmenhandlung" von Markus Berges' Debutroman. Das eigentliche Thema ist die sinnliche Wahrnehmung der Städte und Landschaften entlang der Côte d'Azur, in die die teils (alp)traumartigen Erlebnisstränge verwoben sind. Dabei bedient sich Berges eines durchweg assoziativen, vor allem in den Dialogen gewollt distanziert-spröden Stils, der sicherlich als Stolperstein empfunden werden kann. Andererseits entsteht gerade durch diese bewusst eingebrachte sprachliche Unschärfe ein Gefühl des Loslassens und intuitiven Erlebens, gerade so, als ob das faktisch Geschehene durch eine bläulichgrüne Milchglasscheibe gefiltert erscheint. Fazit: Ein genialer Text, von der ersten bis zur letzten Zeile. Bitte mehr von Markus Berges!
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am 18. Januar 2011
Ich kann mich dem Rezensenten nur anschließen, "Langer Brief an September Nowak" ist ein kleines, sehr poetisches Meisterwerk und eine perfekte Urlaubslektüre.
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