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4.0 von 5 Sternen Eine junge Frau sucht ihren Weg
Im Jahre 1825 werden auf einer Landstraße zwei junge Frauen mit ihren Kindern aufgegriffen. Die Frauen kommen ins Arbeitshaus, die Kinder werden zu einem Bauern gebracht. Als 1832 die Bauersfrau stirbt, darf der Junge auf dem Hof bleiben, Theres aber kommt in ein Waisenhaus. Dort lernt sie Lesen und Schreiben, Stricken und Gartenarbeit. Sie lernt aber schon in...
Veröffentlicht am 3. März 2012 von matheelfe

versus
7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hätt ich nicht haben müssen
Ich hatte mich auf ein neues Buch von Astrid Fritz sehr gefreut, mußte aber bereits nach wenigen Seiten feststellen, dass dieses Buch nicht an die anderen Romane heranreicht. Eine endlose Abfolge von Not, Elend und zig Rückschlägen der Protagonistin war für mich einfach nur ermüdend zu lesen. Es wurde an Quälereien vom Waisenhaus am Anfang...
Veröffentlicht am 19. April 2010 von J. Holborn


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine junge Frau sucht ihren Weg, 3. März 2012
Von 
matheelfe - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Taschenbuch)
Im Jahre 1825 werden auf einer Landstraße zwei junge Frauen mit ihren Kindern aufgegriffen. Die Frauen kommen ins Arbeitshaus, die Kinder werden zu einem Bauern gebracht. Als 1832 die Bauersfrau stirbt, darf der Junge auf dem Hof bleiben, Theres aber kommt in ein Waisenhaus. Dort lernt sie Lesen und Schreiben, Stricken und Gartenarbeit. Sie lernt aber schon in jungen Jahren, wie bitter das Leben sein kann. Dieser Lebensabschnitt wird sehr ausführlich erzählt, da er sie fürs ganze Leben prägen wird.
Die Autorin erzählt die Geschichte der Therese Ludwig, wie sie sich abgespielt haben könnte. Die junge Frau hat wirklich gelebt. Sie wurde in Oberschwaben als Prophetin bezeichnet und hat viele Menschen um sich geschart.
Der Autorin ist es gelungen, eine abwechslungsreiche Geschichte zu erzählen. Gleichzeitig handelt es sich um ein Sittengemälde in den Jahren der Revolution 1848.
Theres ist ein Beispiel dafür, wie ein armes Mädchen in der damaligen Zeit zu kämpfen hatte. Zwei verschiedene Direktoren des Waisenhauses praktizieren völlig andere Pädagogik. Erstaunlich, dass sich der modernere Weg durchgesetzt hat. Obwohl es Theres in ihrem ersten Dienstverhältnis nicht schlecht ging, ist ihre Einsamkeit mit den Händen greifbar. Durch die Erlebnisse ihrer Kindheit psychisch angeschlagen, wird die Begegnung mit der Mutter zu einer Belastung. Zwischendurch besteht die Gefahr, dass Theres den gleichen Weg geht, wie ihre Mutter. Doch sie findet Menschen, die ihr in den schwierigsten Lebenslagen helfen.
Das Buch berichtet von Zeit und Leuten sehr realistisch. Als Leser habe ich gespürt, dass eine exakte Recherche der historischen Verhältnisse Grundlage des Romans war. Nicht nur Theres, sondern auch die anderen handelnden Personen sind umfassend charakterisiert.
Das Buch lässt sich zügig lesen. Die Dialoge sind nachvollziehbar.
Das Cover passt weniger zur Handlung, da Theres armer Leute Kind war und sich eine solche Kleidung nicht leisten konnte.
Schön finde ich, dass das Buch über ein Glossar verfügt und die Autorin im Nachwort die historischen Gegebenheiten erläutert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte wird lebendig, 22. März 2010
Von 
JoKo - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Gebundene Ausgabe)
Astrid Fritz hat auch in ihrem neuen Roman"Die Bettelprophetin" Geschichte lebendig gemacht. Auf der Grundlage von verbürgten historischen Fakten, hat sie Kraft ihrer Fantasie eine Geschichte geschrieben, die dem Leser das Leben der Oberschwaben am Anfang der industiellen Revolution lebendig macht.Die Atmosphäre und der Zeitgeist dieser Epoche wird dem Leser gut nachvollziehbar vor Augen geführt, anhand der Geschichte der Theres Ludwig.

Theres Ludwig wird als Tochter einer Vagabundin 1825 auf den Straßen Oberschwabens geboren. Sie wird der Mutter entrissen und erlebt eine freudlose Kindheit in einer Pflegefamilie und später im Waisenhaus Weingarten.Ihre Jugend ist geprägt von Elend, Armut und Lieblosigkeit.Auch ihre harte Arbeit als Dienstmagd bei verschiedenen Arbeitgebern verbessert ihre Situation nicht.Immerwieder erschüttern Schicksalsschläge ihr Leben, sodass das sensible Mädchen fast ihren Glauben verliert. Krank an Körper und Geist, erlebt sie einen Zusammenbruch und wird von einem ihr aus der Jugend bekannten Pfarrer aufgenommen, der einen Exorzismus an ihr durchführt. Danach wird sie von Visionen und Marienerscheinungen heimgesucht und von den tiefgläubigen Oberschwaben als die" Prophetin von Weissenau"gefeiert.Zusammen mit dem Priester Patiz Seibold gründen sie die Glaubensgemeinschaft der "Theresianer", die den tiefgläubigen Menschen dieses Landstriches, denen die Staatskirche mit ihrem bigotten Verhalten fremd bleibt,Mut und Vertrauen in die Zukunft gibt.

Frau Fritz hat mich mit ihrem Buch "Die Bettelprophetin" von Anfang an gefangen genommen.
Sehr anschaulich und nachvollziehbar erzählt sie die erschütternde Lebensgeschichte der Theres Ludwig.Die Zustände in den Waisenhäusern dieser Zeit und die Situation der einfachen Bevölkerung dieses Landstriches wird erlebbar geschildert und haben mich so manches Mal dankbar werden lassen, für die Zeit in der wir leben. Die Anfänge der industriellen Revolution in Deutschland werden lebendig.Fabriken entstehen, Eisenbahnen werden als neue Errungenschaften des Fortschritts gefeiert,doch die Vorteile dieser Zeit bleiben nur einer kleinen Gruppe von Menschen vorbehalten. Der Unterschied zwischen Arm und Reich könnte nicht sichtbarer sein.Der Großteil der Bevölkerung hungert, lebt auf der Straße oder in Armenhäusern, verdammt ein freudloses Leben zu führen. Auf der anderen Seite, die Gewinner dieser Zeit, die statt Gott, den schnöden Mammon "Geld" vergöttern und Wert darauf legen, die Klassenunterschiede bestehen zu lassen, da sie ihren Reichtum diesem Zustand mit zu verdanken haben. Der Widerstand der Bevölkerung ist spürbar.

Dass der Glaube, gerade in Krisenzeiten immer wieder eine Wiederbelebung erfährt, ist nichts Neues. Hier wird aber deutlich, dass nur das Vorleben des Glaubens die Entscheidung bringt. Die staatlich reglementierte Kirche kann den Leuten in diesen Zeiten keinen Trost bringen, da ihr Verhalten nicht von Nächstenliebe und menschenwürdigem Verhalten geprägt ist. Da ist es nicht weiter verwunderlich,dass Gemeinschaften, die diesen Rahmen bieten,Zulauf haben.
Ob es nun Visionen dieser Art oder Marienerscheinungen gibt, mag ich nicht zu beurteilen. Außerdem sollte man die Zeit beachten in der dieses stattfand. Man glaubte noch an die Existenz des Teufels und manch ein Leben mag einem auch wie der Vorhof der Hölle vorgekommen sein,doch entscheidend ist glaube ich, dass diese Glaubensgemeinschaft ,die" Theresianer", den Menschen in diesen Zeiten geholfen hat, durch ihre Solidarität und den festen Glauben an ein besseres Leben und Gott sei Dank gab und gibt es in allen Zeiten Leute, die für ihre Überzeugung leben und dafür sogar Nachteile in Kauf nehmen.Dass Menschen, die gegen den Strom schwimmen Widerstand bei der Obrigkeit hervorrufen, ist durch die Geschichte belegt, aber nur so sind Veränderungen durchgesetzt worden, die zu einem besseren Leben geführt. haben.

Für mich war dieses Buch ein tolles Leseerlebnis , das viel zu schnell vorbei war.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr spannendes Buch und endlich nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen", 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Taschenbuch)
Hallo,

also ich muß sagen, das Buch gefällt mir ganz ausgezeichnet! Er ist sehr spannend, so dass ich es kaum aus der Hand legen mag. Zum Glück habe ich Urlaub, bin in zwei Tagen aber jetzt etwa bei der Hälfte des Buches angelangt. Besonders schön finde ich, dass es in dem Buch nicht immer so "friede-freude-eierkuchenmäßig" wie in so manch anderen Büchern zugeht. Es ist spannend, zu erfahren, wie es mit Theres weitergeht, ob sie ihr Glück noch findet etc.. ich gönne es ihr von ganzem Herzen!
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbar und fein erzählte Geschichte mit Tiefgang, 29. Juli 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Gebundene Ausgabe)
Die Kurzbeschreibung von Amazon umfasst die wesentliche Handlung dieses Buches. Leider ist diese aber so "banal" verfasst, dass man meinen könnte, wieder einen dieser schon hundertfach auf dem Markt befindlichen historischen Romane vor sich zu haben, in dem ein armes Mädchen den Kampf ums Überleben aufnehmen muss, alle sind ungerecht, bis eines Tages der Held erscheint, sie sich verliebt und von ihm retten lässt.
Dass das Buch aber alles andere als eine schnulzig und oberflächliche Liebesgeschichte ist (noch dazu historisch belegt), kann man schon nach dem Lesen weniger Seiten erkennen.

Mitte des 19. Jahrhunderts war das Leben alles andere als einfach, schon gar nicht, wenn man zu der untersten und damit ärmsten Schicht gehörte Von Rechts wegen wurde Müttern, die keinen festen Wohnsitz hatten, weil sie keine geregelte Arbeit fanden, die Kinder einfach weggenommen und in ein Waisenhaus gesteckt oder Pflegeeltern übergeben.
Astrid Fritz zeichnet gerade diese dramatisch traurigen Begebenheiten auf sehr reale und bedrückende Weise nach. Äußerst glaubhaft, ohne Pathos und übertriebener Effekthascherei, schildert Astrid Fritz das Leben der historisch belegten Figur Theres Ludwig. Die wunderbare, gehobene Sprache, zieht den Leser schon auf den ersten Seiten in Bann. Ohne es bewusst zu merken, entwickelt man schon nach wenigen Zeilen eine große Empathie für das vom Schicksal so schwer gebeutelte Mädchen. Obwohl sie eine sehr harte und auch ungerechte Kindheit erlebt, hadert sie nie mit dem Leben und versucht stets das Beste zu geben.
Die Autorin hat alle Figuren auf so besondere und feine Art ausgeleuchtet, als hätte sie mit allen persönlich gesprochen. Manchmal ist man sogar versucht, das Buch einfach beiseite zu werfen, da man ob der ungerechten Behandlung mit den vielen Waisenkindern einfach nicht zurecht kommt und man die Verantwortlichen am liebsten zu Rechenschaft ziehen möchte. Borniertheit, Überheblichkeit und Ignoranz - diese Charakterzüge werden von Astrid Fritz ebenso ausgeleuchtet wie aufrichtige Zuneigung, Verständnis, Loyalität und Liebe.

Das Buch ist alles andere als eine einfache Lektüre für Zwischendurch. Die sehr harte, aber absolut authentisch erzählte Lebensgeschichte Theres', vermittelt einen sehr klaren und durchdringenden Einblick in das damalige Leben und lässt einen so schnell nicht mehr los.

Wer oberflächliche, unterhaltsame und leichte Kost liebt, wird mit diesem Buch keine Freude haben - ein gewisser Anspruch wird gestellt. Wer aber Bücher mit Tiefgang bevorzugt und eine niveauvolle und schöne Sprache zu schätzen weiß, wird mit diesem Buch eine kleine Perle im Regal haben, das sich deutlich von den ansonsten zu hunderten banalen "Die...in" Titeln der historischen Romane abhebt.
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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hätt ich nicht haben müssen, 19. April 2010
Von 
J. Holborn "Joho" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mich auf ein neues Buch von Astrid Fritz sehr gefreut, mußte aber bereits nach wenigen Seiten feststellen, dass dieses Buch nicht an die anderen Romane heranreicht. Eine endlose Abfolge von Not, Elend und zig Rückschlägen der Protagonistin war für mich einfach nur ermüdend zu lesen. Es wurde an Quälereien vom Waisenhaus am Anfang bis zum Schluß nichts ausgelassen. Das war einfach zu viel der Tragik, auch wenn es damals vielleicht so war. Ich fand den Roman nicht erbaulich. Auch der Schreibstil hat mir dieses Mal nicht gefallen.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen An die Autorin: Finger weg von solchen Mythen!, 11. September 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Gebundene Ausgabe)
Ein weiterer Roman von Astrid Fritz (bekannt durch "Die Hexen von Freiburg") stand vielversprechend im Regal und ich freute mich sehr darauf, ihn endlich zu lesen. Ich zog ihm sogar dem "Ruf des Kondors" vor, weil ich glaubte, dass jener meinen Ansprüchen an Astrid Fritz' Können nicht genügen könnte.

Allerdings wurde ich schwer enttäuscht und eines Besseren belehrt. Im Stil schafft Astrid Fritz auch bei "Die Bettelprophetin" ihr Können zu beweisen, doch die Geschichte findet ein eigenartiges Auf und Ab, das man sich in der Form nicht authentisch vorzustellen vermag.

Das Buch selbst allerdings hätte dennoch mit einem relativ guten Gefühl enden können, hätte Astrid Fritz sich nicht daran geklammert, aus ihrer Heldin eine wirkliche Prophetin zu machen, deren Mythos tatsächlich existiert. Ich bin der Meinung, dass gerade Astrid Fritz sich nicht mit Dingen beschäftigen sollten, die übernatürlich wirken, denn es wirkt gezwungen, wenn sie dann versucht, den roten Faden zu halten.

Auch beim Ruf des Kondors sind einige mystische Elemente enthalten, bei denen sie allerdings gerade noch die Kurve bekommt, sie nicht zu bestätigen, sondern dem Zufallsdenken des Lesers zu überlassen. Bei "Die Bettelprophetin" aber begründet sie jeglichen Mythos, was mich dieses Buch niemandem empfehlen lässt, der keine anderen Bücher von Astrid Fritz kennt und somit nicht weiß, dass sie es besser kann.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gerne 4 Sterne, aber..., 1. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Gebundene Ausgabe)
Das Schicksal der Theres Ludwig ist erschütternd und tragisch, nimmt aber Gott sei Dank noch ein gutes Ende, was man ihr von Herzen gönnt. Einzig und allein die Beschreibung um die Entstehung des Betkreises und die Widerstandsbewegung ist langatmig und zum Schluß langweilig. Auch finde ich das vom Verlag ausgewählte Cover unglücklich gewählt, denn es vermittelt den Eindruck eines mittelalterlichen Romans.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein steiniger Weg, 27. September 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Gebundene Ausgabe)
Im Revolutionsjahr 1848/49 sorgt im schwäbischen Oberland, das im damaligen Flickenteppich aus 38 deutschen Staaten ganz am südlichen Rand liegt, eine junge Magd aus einfachsten Verhältnissen für Gesprächsstoff, ja sogar für Schlagzeilen in Zeitungen und Gazetten. Therese Ludwig, die uneheliche Tochter einer Landstreicherin, aufgewachsen bei Pflegeltern und im Waisenhaus zu Weingarten, schart in einem katholischen Dorf südlich von Ravensburg die Menschenmassen um sich, nachdem sie, psychisch und körperlich schwer erkrankt, vom dortigen Pfarrer durch den Akt eines großen Exorzismus geheilt wird und anschließend Erscheinungen und Offenbarungen der Mutter Gottes erfährt. Bald schon wird sie als Prophetin von Weissenau bezeichnet, der Kreis ihrer Anhänger als "Ludwigianer" oder "Theresianer".
(Zitat "Hintergründe zum Roman" Seite 445).

Die Autorin Astrid Fritz hat sich der historischen Gestalt Therese Ludwig angenommen und die spärlichen Fakten mit ihrer Phantasie ausgeschmückt. Das Ergebnis ist das einfühlsame Portrait einer sensiblen Frau, die, wie es die Schriftstellerin ausdrückt, vom Schicksal und den Lebensumständen traumatisiert, am Ende zu sich selbst gefunden hat.

Im Mai 1832 muss die achtjährige Theres ihren geliebten Bruder Hannes verlassen und dem Bauernhof in Eglingen auf der Rauen Alb Lebewohl sagen. Denn ihr Pflegevater ist nun verwitwet und möchte das schwächliche Mädchen nicht mehr bei sich haben. Die Vakantenkinderanstalt Weingarten, eine Einrichtung für herrenlose Kinder und von Landstreichern, ist ihr neues Zuhause, doch die Zeiten dort sind hart. Die Kost ist karg, die älteren Mädchen garstig und die religiösen Unterweisungen endlos. Freundschaft schließt sie mit der lieben Sophie und mit dem gewitzten Ursel, dem Zwerg. Zwar lernt Theres hier endlich lesen und schreiben, doch die Schulstunden mit dem Lehrer, dem die Kinder heimlich den Spitznamen Marder geben, sind nicht gerade vergnüglich. Der Marder ist ein übler Sadist. Auch die übrigen Angestellten der Anstalt zeichnen sich nicht durch besondere pädagogische Fähigkeiten aus. Besonders belastend ist für die Kinder auch der Umstand, dass die gewöhnlichen Waisenkinder eine Sonderbehandlung erfahren, während die Vakantenkinder mit Verachtung gestraft werden. Als jedoch nach einem tragischen Ereignis ein neuer Anstaltsleiter berufen wird, weht ein anderer Wind. Als Theres mit vierzehn Jahren das Waisenhaus verlässt, prophezeit ihr der gütige Anstaltsleiter eine rosige Zukunft. Das Leben als Dienstmädchen entspricht allerdings wenig den Erwartungen der jungen Frau. Schließlich muss sie oft die Stellung wechseln oder verliert wegen Krankheit die Arbeit. Als sie von einem Halunken sitzen gelassen wird und ledig mit einer Tochter nieder kommt, scheint sich das bittere Los, welches ihre Mutter, die schließlich als verwirrte Landstreicherin im Irrenhaus endete, an ihr erneut zu wiederholen. Doch als sie vom Leben gebeutelt, Gott und die Welt verflucht, ereilt sie keine weltliche Strafe, vielmehr erfährt sie Aufnahme im Haushalt eines ungewöhnlichen Pfarrers, der sie von ihren Leiden heilern möchte. Tatsächlich geschieht ein Wunder, doch es ist von solch aufrührerischer Art, dass weltliche und kirchliche Obrigkeit aufgeschreckt werden. Ist die angebliche Heilige in Wirklichkeit eine gemeine Betrügerin, die nicht nur den liebeskranken Pfarrer, sondern auch eine ganze Dorfgemeinde verführt hat?
Die Heimat der Heldin, das ländlich geprägte Württemberg, wird mit politischen Unruhen, religiösen Streitigkeiten und durch die wirtschaftlich angespannte Lage schwer geplagt. Daher ist der Weg des armen Vakantenkindes zur jungen, eigenständigen Frau, der in diesem Roman so detailreich und nachvollziehbar dargestellt wird, kein leichter. Dass Los allein stehende Frauen ohne familiäre Bindungen die der männlich dominanten Gesellschaft und deren unbarmherzigen Regeln ausgesetzt waren, wird sehr eindringlich beschrieben. Trotzdem schenkt die Autorin ihrer Heldin ein großes Maß an Glaube, Hoffnung und Liebe.
Dem Roman ist ein sehr hilfreiches Glossar an nicht mehr gebräuchlichen oder urig schwäbischen Ausdrücken, die in der Geschichte ihren berechtigen Platz haben und die Erzählung authentisch und überzeugend wirken lassen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wie kommen die Bewertungen eigentlich zustande?, 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Taschenbuch)
Werden die positiven Bewertungen vom Verlag bezahlt?

Ich lese gerne Historische Romane ... aber diesen? Nein, ich habe nach zwei Dritteln (von denen ich, nach dem der Anfang ganz gut war), nur noch die Seiten überflogen.

Nur Elend und Leid, dann kam die Teufelsaustreibung .. das war mir dann doch zuviel.

Ich verstehe die positiven (5*) nicht.

Bin vieleicht zu dumm zumzum.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langweilig, 27. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Bettelprophetin (Gebundene Ausgabe)
Die ersten Seiten hat mir das Buch recht gut gefallen. Man wurde neugierig, wie es mit dem Waisenkind weitergeht. Aber es folgten immer nur sich im Prinzip wiederholende Beschreibungen des "ach so bedauernswerten Lebens" des Kindes bzw. der jungen Frau. Ich musste mich richtiggehend bis zum Ende durchquälen, es hat mich fast schon gelangweilt. Fazit: Der zweite Stern ist nur für den Anfang, der mir gut gefallen hat. Die zweite Hälfte des Buches verdient in meinen Augen leider nur einen Stern.
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Die Bettelprophetin
Die Bettelprophetin von Astrid Fritz (Taschenbuch - 1. September 2011)
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