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Kundenrezensionen

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am 19. Dezember 2010
In Daniel Suarez' "Daemon" hinterlässt das vielgerühmte Computergenie Matthew Sobol der Welt nach seinem Tod einen ganz speziellen Virus, einen "Daemon": ein Programm, das Internetseiten auf bestimmte Inhalte überprüft und daraufhin handelt, bzw. Ereignisse z.B. durch gefälschte Aufträge in Gang setzt. Nach der Nachrichtenmeldung seines Todes werden durch den Daemon nicht nur mehrere Morde "verübt", sondern er fängt auch an, "Krieger" zu rekrutieren und Waffen bauen zu lassen. Diese Armee besteht zu großen Teilen aus Gefängnisinsassen oder Arbeitslosen. Sobol glaubte, dass die Gesellschaft dabei sei, sich umzustrukturieren und wollte mit seinem "Daemon" dieses Geschehen vorantreiben. Durch einen schier unglaublichen Trick gelingt es ihm nicht nur immense Geldreserven zu bilden, nein, er kann auch noch seinem größten Widersacher, Pete Sebeck, alles anlasten und die Welt damit Glauben machen, der Daemon existiere gar nicht. Doch damit wird der Weg nur bereitet für weitere Greueltaten...

Nach der Leseprobe war ich restlos begeistert, nach der Lektüre des gesamten Buches bin ich es immer noch, muss aber dennoch einige Kritikpunkte hier anbringen. Zuerst sei da natürlich der hier schon oft bemängelte Fachterminus genannt. Allzu oft ist der für Laien nicht nur verwirrend und lesespaßtrübend, sondern führt in der Folge natürlich auch dazu, dass der Leser sich nicht alles so vorstellt, wie es dem Autor vermutlich vorschwebte. Aber ein noch größerer Mangel ist meines Erachtens die Zweibändigkeit. Es ist ja nicht nur so, dass die hier nirgendwo auch nur mit einem Wort erwähnt wurde. Auch überschlagen die Ereignissen nach einem mäßig spannenden Mittelteil gegen Ende hin, wie bei einem Thriller gewohnt, nur um dann völlig unvermittelt einfach unterbrochen zu werden. ENDE. Und durch die geschickt noch am Ende des Buches platzierte Leseprobe eines anderen Buches, denkt man immer: "Ah, da kommen noch gut 10 Seiten, da wird sich schon alles auflösen." Nur um dann wie aus dem Nichts plötzlich vor diesem Unwort zu stehen: ENDE. Die Fortsetzung folgt 2011! Da komm ich mir als Leser schlicht veräppelt vor. Ich habe nichts gegen mehrbändige Reihen, aber ich möchte dann bitteschön vorher wissen, dass es sich um eine solche handelt. Und selbstredend wäre es ebenso wünschenswert, dass dann jeder Band eine abgeschlossene Geschichte beinhaltet. Und ich als Leser nicht dass Gefühl haben muss, dass im ersten Band unnötige Längen eingebaut werden, um noch eine Fortsetzung zu rechtfertigen.

Trotz dieser Kritik handelt es sich gerade dadurch, dass ich als Laie die Grenzen des Machbaren nicht wirklich durchschaue, um einen erschreckend möglich erscheinenden Roman!
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am 27. Mai 2014
Ich möchte meine Rezension damit beginnen, wie ich überhaupt auf das Buch gekommen bin. Bisher habe ich insbesondere Fantasy-Romane gelesen und auch verschiedene Sub-Genres ausprobiert wie z.B. High-Fantasy, Low-Fantasy, Dark-Fantasy, usw. Mit Science-Fiction oder gegenwärtigen Romanen hatte ich bisher nur wenig Kontakt. Über das Computerspiel „Shadowrun Returns“ bin ich auf das Genre des Cyberpunks aufmerksam geworden. Natürlich kannte ich das Genre bereits zuvor, ich hatte mich aber nicht im Besonderen damit beschäftigt – obwohl ein latentes Interesse doch irgendwie vorhanden war. Angefixt durch das Computerspiel entschloss ich, einen Ausflug zu wagen und bin somit auch direkt bei Gibsons Urgestein „Neuromancer“ gelandet, da ich dachte, dass man ein derart grundlegendes Werk als Einstieg gelesen haben sollte. Ich bereue die Entscheidung nicht, denn jetzt wollte ich unbedingt auch einen moderneren Vertreter des Cyberpunkt lesen, um zu sehen, wie sich das Genre in den letzten 30 Jahren weiterentwickelt hat. Schließlich bin ich über Amazon bei Daniel Suraez‘ „Daemon“ gelandet, welches ich mir aufgrund der positiven Bewertungen direkt bestellt habe.

Nun war ich anfangs aber ein wenig skeptisch, da als Genre unter dem Buchtitel „Thriller“ steht und die Handlung auch nicht in einer zukünftigen, rein fiktiven Welt angesiedelt ist, sondern in einer nahen, sehr greifbaren Zukunft – es fehlt nicht viel und das Szenario könnte ebenso in der Gegenwart spielen. Das ist per se nichts negatives, aber ich befürchtete, dass das Buch doch weniger Cyberpunkt ist, als erwartet. Ich bin demnach etwas zurückhaltend an das Buch herangegangen, unsicher auf was ich mich einlasse.

Der Einstieg in das Buch war auch ein klein wenig holprig - vielleicht aber auch aufgrund meiner Zweifel – da Suarez ein schnelles Erzähltempo verwendet und gerade am Anfang viele neue Namen und Charaktere eingeführt werden und man zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, wer wichtig und wer nicht. Aufhänger der übergeordneten Handlung ist ein Mordfall und die Ermittlungen des zuständigen Detecitves –also ein sehr klassischer Einstieg für das Genre Cyberpunkt/Film Noir. Die Handlung gewinnt allerdings sehr schnell an Dynamik und der Leser wird schon recht früh mit überraschenden Wendungen konfrontiert. Diese Dynamik wird dadurch unterstrichen, dass Suarez sich erfrischend außergewöhnliche und abwechslungsreiche Szenerien ausdenkt und sie in die Handlung integriert. Dabei beweist er auch einen guten Blick fürs Detail auf verschiedenen Gebieten, seien es nun technische oder zwischenmenschliche Details, was auf eine gute Recherche oder Vorstellungskraft schließen lässt. Die Spannung bleibt auch konstant hoch, getragen von zahlreichen Wendungen, die die Dinge wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen, ebenso wie von vielen Actionszenen.

Alles zusammen ergibt dies ein wirklich spannendes Buch, bei dem es schwer fällt es aus der Hand zu legen, bis man nicht zumindest das Ende des Kapitel erreicht hat. Oder auch noch das des nächsten Kapitels. Daher also eine klare Kaufempfehlung von meiner Seite!

Warum dann aber doch nur 4 Sterne? Nun, es ist halt auch nicht alles heiter Sonnenschein, so ein paar Sachen fallen einem dann doch auf, nachdem man das Buch durch hat:

Daniel Suarez verwendet wiederholt ein bestimmtes Stilmittel. Dabei beschreibt er die Eigenschaften einer Person oder die Umstände einer Sachlage großzügig in Superlativen, nur um dann doch das gerade Postulierte durch die Handlung zu unterlaufen. Wenn ein System/Gebäude/Person als absolut sicher/zuverlässig beschrieben wird, dann kann man davon ausgehen, dass anschließend eben diese Eigenschaft doch an ihre Grenzen stößt. Dadurch soll wohl eben jene aktive Kraft, die dies bewirkt, im besonderen hervorgehoben werden. Das mag vielleicht ein geschickter Kunstgriff sein, wirkt aber nach einiger Wiederholung etwas absehbar, vor allem da es meistens um Kontrolle/Macht einer bestimmten Situation geht.

Ein Hang zu Extremen zeigt sich auch ein wenig in der Charakterdarstellung. Die Charaktere sind meist ziemliche Archetypen, die zwar durch die oben erwähnten Details durchaus etwas Tiefe erfahren, in ihren Handlungsweisen aber (bis auf wenige Ausnahmen) oft recht eindimensional agieren. Das mag aber auch dem hohen Erzähltempo geschuldet sein, das eine komplexere Charakterentfaltung nicht zulässt.

Und schließlich scheint Suarez auch einen sehr hohen Glauben an Zukunftstechnologie zu haben, die stets einwandfrei funktioniert und konsequent überlegen ist. Das ist ein eher kleiner Kritikpunkt, da ein allgemeiner Glaube an eben solche Technologien dem Genre einerseits inhärent ist, und ein idealisierter Glaube im speziellen reine Ansichtssache. Beispielsweise zeigt Gibson hingegen auch, dass neue Technologien ebenso neue Probleme mit sich bringen können, was insgesamt ein differenzierteres Bild vermittelt. Konkret äußert sich das im Buch in eher unlogischen Kleinigkeiten. Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten: die Einsatzfähigkeit der „Razorbacks“ in Innenräumen möchte ich doch sehr anzweifeln, da fielen mir auf Anhieb zahlreiche sehr primitive Gegenmaßnahmen ein. Und warum eigentlich aufwendige „Laserwaffen“ wenn es konventionelle Handfeuerwaffen ebenso tun würden – nur eben günstiger? Vielleicht wollte Suarez an diesen Stellen einfach ein wenig phantastisch wirken und setzt den Gebrauch solcher Technologien als Stilmittel ein, um die Fähigkeiten des Daemon hervorzuheben. Für mich persönlich wirkt das aber leicht übertrieben und als manchmal störende Einschnitte in ein ansonsten zumindest denkbares, realistisches Szenario.

Diese Kritikpunkte sollen bitte Niemanden von der Lektüre des Buches abhalten. Es ist nach wie vor wirklich sehr spannend und erfrischend innovativ. Im Gegensatz zu Suarez möchte ich aber Extreme vermeiden und vergebe keine 5 von 5 Sterne, da es eben doch ein paar kleinere Schnitzer gibt, die eine perfekte Wertung verhindern. Menschen mit hoher Technikaffinität und einem Hang zum Phantastischen können über diese Kritikpunkte allerdings hinwegsehen und bedenkenlos zuschlagen. Allen anderen, die mit dem Genre auch nur entfernt etwas anfangen können, sei das Buch aber auch dringlichst Herz gelegt.
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TOP 500 REZENSENTam 8. November 2011
"Deamon" von Daniel Suarez ist ein gelungener Cyberthriller, der insbesondere durch seine hohe Spannungsdichte überzeugen kann.

Nach dem frühen Tod des Computer-Genies Matthew Sobol aufgrund eines Gehirntumors, sterben auf mysteriöse Weise zwei der Angestellten in Sobols Spielefirma Cyberstorm Entertainment, die in enger Zusammenarbeit mit Sobol bis zum Schluss an Onlinerollenspielen gearbeitet hatten. Mit der Zeit bestätigt sich der Verdacht, dass Sobol in seinen Spielen ein Programm versteckt hat, das mit der Zeit ein weltweites Netzwerk aufbaut, Menschen rekrutiert und die Kontrolle über Konzerne und öffentliche Einrichtungen übernimmt. Der Deamon verbreitet sich mit atemberaubender Geschwindigkeit und bedroht die Existenz der Welt, wie wir sie kennen...

Der Thriller ist packend und glänzt durch viele unerwartete, aber nicht konstruiert wirkende Wendungen in einer sehr durchdachten Handlung. Der Autor schildert glaubhaft, wie die weltweite Vernetzung in allen Lebensbereichen mit der nötigen Technik zur Gefahr für die Allgemeinheit werden kann und wie schwer es ist, Dinge, die sich einmal im Netz ausgebreitet haben, wieder zu stoppen.

Leider beschreibt Daniel Suarez in seinem Thriller sehr genau die technischen Details, was für mich als Nicht-Computerexperte teilweise wirklich mühsam zu lesen war. Leider fehlte mir dann diese Detailverliebtheit ein wenig bei den Protagonisten des Romans. Zwar bekommen alle eine glaubhafte und nicht uninteressante Hintergrundgeschichte, aber ihre Vielzahl und der ständige Wechsel ließen dem einzelnen Charakter kaum Raum zur Entwicklung und so blieben alle eher farblos. Daher ist es mir schwer gefallen, mich für einen der Charaktere zu begeistern oder ein bisschen mitzufiebern, was für den Nervenkitzel in einem Thriller für mich eigentlich unerlässlich ist.

Dennoch ist "Daemon" durch seinen interessanten Plot ein lesenswerter und spannender Thriller, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe, und das offene Ende verspricht, dass "Darknet" eine ebenfalls packende Fortsetzung wird, auf deren Lektüre ich mich jetzt schon sehr freue.
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. September 2014
Ich möchte zum Inhalt nicht allzuviel sagen, das ist hier ja schon hinreichend besprochen worden.

Ich bin ein großer Fan von Science Fiktion und Distoptien. Allerdings ist das Einzige, was ich übers Internet weiß, dass es aus der Steckdose kommt. ;-)
Ich gebe es offen zu: Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen, aber das liegt teilweise daran, dass ich Seitenweise rein gar nichts verstanden habe... Deshalb gebe ich auch trotzdem drei Sterne, da ich das Buch einfach nur zum Teil überhaupt beurteilen kann.

Dieses ganze Netzgequatsche, diese ganzen Sicherheits- und Datenmonologe. Da sollte man zumindest eine Grundidee haben, wie das ganze funktioniert.

Auch kam mir das Ganze ein bisschen übertrieben vor, diese Autos, die schwarmartig ganze Armeen ausrotten. Ich weiß ja nicht, aber wie gesagt, ich hab auch keine Ahnung. ;-)

Die Schreibweise ist ganz solide, aber mir waren da zuviele Personen auf zu wenig Papier, die auch teilweise mal eben für 100 Seiten verschwinden und man fragt sich doch: Wer war das doch gleich??
Ich konnte auch mit keinem der Protagonisten so richtig mitfiebern, da sie mir einfach nicht nah genug gekommen sind.

Fazit: Auf den 2. Teil verzichte ich dankend, das Buch ist eher für Leute vom Fach. :-)
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am 18. September 2012
Matthew Sobol, Chef eines Internetunternehmens, welches sich mit der Entwicklung von Spielen beschäftigt, verstirbt nach einem längeren Krebsleiden. Mit seinem Tod erwacht eine auf dem Internet basierende Entität, die er selber programmiert hat und die nun nach und nach immer mehr Macht an sich reißt. Dabei bedroht sie zunächst die USA, später aber das Wirtschaftssystem der ganzen Welt. Einige Menschen stellen sich dieser Entität, dem Dämon, entgegen, müssen aber eine Niederlage nach der nächsten hinnehmen, während der Dämon sich dazu aufmacht, die Herrschaft über die Welt zu übernehmen.
Sicher, der Roman ist spannend geschrieben und flüssig zu lesen. Suarez bringt die Handlung voran und gestattet dem Leser kaum einmal eine Pause. Insofern handelt es sich hier um einen gut bis sehr gut gelungenen Thriller. Dennoch gibt es einige Kritikpunkte.
Da ist zunächst einmal der in einigen Passagen wirklich übertriebene Computer-Fachjargon, bei dem mir hin und wieder der Verdacht kam, das der Auto ihn eingebaut hat, um logische Schwächen hinter einem Wust von Fachbegriffen zu verbergen, auf dass sie der technisch unversierte Leser nicht wahrnimmt.
Desweiteren werden die technischen Finessen, mit denen der Dämon (warum wird er eigentlich im ganzen Buch nie mit „ä“ geschrieben?) gegen seine Gegener vorgeht, im Laufe der Handlung immer abenteuerlicher, um nicht zu sagen abstruser. Da fahren Motorräder mit beweglichen, rasiermesserscharfen Klingen durch die Gegend, um die Feinde zu filettieren. Technisch anspruchsvoller mags nun nicht mehr gehen. Wie wäre es einfach mit Schießen?
Damit im Zusammenhang steht die Frage, die mich bei der gesamten zweiten Hälfte der Lektüre beschäftigt hat: Woher nimmt sich der Chef eines großen Unternehmens die Zeit (neben seiner sicherlich zeitaufwändigen Tätigkeit) um eine weltumspannende internbasierte Verschwörung zu ersinnen, die nach seinem Tod einsetzen soll? Das wäre für jeden wahrscheinlich eine Lebensaufgabe, aber dieser Sobol hatte scheinbar Zeit genug.
Es bleiben also einige Fragen offen und Ungereimtheiten sowieso. Trotzdem: Wer sich an einem flott geschriebenen und spannenden Buch erfreuen und über logische Schwächen und stilistische Unzulänglichkeiten hinwegsehen kann, dem ist mit diesem Buch sicherlich gedient.
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In Kalifornien stirbt einer der besten Spieleentwickler unserer Zeit. Kurz danach sterben 2 Mitarbeiter genau dieser Softwarefirma. Zufall? Bestimmung? Detective Seargent Pete Sebeck glaubt an eine Mordserie und ist nicht darauf gefasst, wie groß und wie weit die Macht eines toten Spieleentwicklers reicht.

Daniel Suarez hält mit "Daemon" der technologisierten Welt den Spiegel vor. Er spielt mit der Selbstverständlichkeit von Maschinen und Vernetzung in unserem Alltag und baut eine der Urängste des Menschen auf: was, wenn die Maschinen die Kontrolle übernehmen? Dabei wirkt die Geschichte weder übetrieben noch zu utopisch.

Der Stil des Autors ist leise und schleichend. Daniel Suarez setzt nicht auf großspurige und blutige Effekthascherei, sondern baut mit einer Liebe zum Detail seine Geschichte und die darin befindlichen Figuren auf. Seine Hauptfiguren agieren logisch und nachvollziehbar und so unsagbar menschlich, dass ich selbst ins Grübeln geriet, wie ich bei dem ein oder anderen Angebot reagiert hätte. Das macht die Geschichte so beängstigend und beklemmend.

Die Verknüpfung von Gameplay und realer Welt gelingt ihm innerhalb der Geschichte perfekt. Die Beschreibung der im Buch gespielten Onlinespiele stehen den real existierenden wie Battlefield oder World of Warcraft in Nichts nach. Und das ist genau das Schockierende: die Grenze zwischen Fiction und Beschreibung der heutigen Welt verschwimmt im Buch immer mehr.

Zum Schluß hin konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und war bei der letzten Seite traurig, dass es schon vorbei war.

Fazit: ein genialer Thriller, der leise beginnt und fulminant endet und dabei sowohl dem begeisterten Gamer als auch dem an Technik gewöhnten Menschen immer wieder schockieren kann. Eine klare Kaufempfehlung.
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am 4. April 2013
Ein ganz normaler Morgen - wird sich wohl Detective Sergeant Pete Sebeck gedacht haben, als er vor einem getöteten Motoradfahrer stand. Stunden später stirbt der nächste. Eines verbindet beide - sie arbeiten für beide für Matthew Sobol, dem Erfinder der wohl größten Games seiner Zeit - "Over the Rhine" und "The Gate". Sobol selbst ist schon tot und doch kommt nun seine große Rache an die Menschheit - ein Daemon kommt über die virtuelle Welt und schlägt seine Schlachten mit ganz realen Mitteln. Dazu rekrutiert er allerei labile und schwächliche Personen oder Menschen in Not als Helfer gegen...

Ja gegen wen eigentlich? Und warum? So richtig wird das leider nicht aufgeklärt. Es bleibt bei einer Reihe abstruser Theorien, dass sich die Welt verändern werde. Zum Ende ist der ach so böse Daemon zum Schoßhündchen mutiert - weil so böse ist er ja dann auf einmal doch nicht. Er hat mir zwar mein Leben genommen und eigentlich alles was ich liebte, aber naja es sind harte Zeiten, da darf man es insgesamt nicht immer so genau nehmen.

Klar, spannend geschrieben ist es allemal. Man ließt 200-300 Seiten und fragt sich unweigerlich: Wohin geht die Reise eigentlich? Natürlich hat man mit Freude diese Seiten ja schon fast verschlungen, aber so recht eine Vorstellung vom Ende hat man nicht. Und als es dann da ist, möchte man es als solches gar nicht wahr haben.

Was das Lesevergnügen keinesfalls trübt, sind die kleineren Ausflüge in die IT. Was mich jedoch ins Grübeln bringt, ist der Realismus des Daemon. Die beschriebenen Games spielen durchaus ihre Rolle im Buch und da ich auch Games spiele, kann ich den beschriebenen Phänomenen durchaus folgen. Wenn jedoch die Rede von Gegenspieler mit einem Ping von 100 ist und man diese doch leicht abschießen kann, da man ja soz. im Zeitvorteil ist, schüttle ich nur den Kopf. Kein Gamer der Welt zockt bei einem Ping von 100 (wohl max. 45). Nun gut, sei es drum. Aber wenn solch ein fachliches Wissen an den Tag gelegt wird, dann will ich gar nicht wissen, wie weit die anderen Termini zu bewerten sind. Gut, jetzt bin ich kleingeistig und lasse vom Thema ab.

Ein weiterer recht ungewöhnlicher schriftstellerischer Trick ist das Ablassen von dem Protagonisten als solches. Detective Sebeck und sein Kumpel Ross (der zig mal sagt, er will nicht mitmachen und sich raushalten will und dann komischerweise doch mitmacht) spielen in der ersten Hälfte des Buches eine durchaus entscheidene Rolle. Auch die Journalistin Anji Anderson bekommt reichlich Aufmerksamkeit. Dann jedoch kommen immer und immer wieder Sprünge von mehreren Monaten und schon kommen neue Protagonisten ins Spiel. Dies wirkt zumindest für mich befremdlich, hat man sich doch zu Anfang so sehr an die Charaktere gewöhnt. Vielleicht trübt auch das das Lesevergnügen ein wenig, denn hier bin ich gewissermaßen er der klassischen Sichtweise zugetan, als dieser cineatischen Inszenierung.

Die beschriebene Verhaltensweise von Ross erinnert auch immer an das "Ball zu spielen". Da ändern sich Verhaltensweisen und Fähigkeiten wie es eben erforderlich ist. Das führt zuweilen zu Abwechslung, verleiht der Story und ihren Personen jedoch leider Gottes einen unrealen Touch. So kann der FBI Agent urplötzlich Motorradfahren, der Gefängnisinsasse befreit seinen Sohn aus der Gewalt einer Bande (ja warum eigentlich?) und größtes Beispiel ist und bleibt eben Sobol bzw. der Daemon selbst. Warum tut Sobol all das? Aus Rache scheinbar nicht und nur um die Welt zu verändern um des selbst Willen erscheint mir etwas komisch. Zumal wie gesagt die Rolle des Daemon vom Antagonisten zum Gutmittel wechselt. Auf einmal ist es gar nicht so schlecht, was der Daemon tut. Da habe ich zwar Freunde verloren, aber verdammt der Kerl oder vielmehr das Ding hat einfach recht. Und schließlich gibt es ja noch die bösen Kommunisten da draußen... Zudem hat der Daemon ja quasi allerlei Gesindel angezogen - also woher die Güte auf einmal?

Vom eigentlichen Ende wollen wir erst gar nicht sprechen. Man konnte es sich natürlich schon vorher denken - alles andere wäre auch nicht logisch gewesen. Aber auch hier bleibt man als verwirrter Leser zurück, so wie insgesamt einfach zu konstatieren ist. Warum werden die entscheidenen Motive nicht aufgeklärt und was rechtfertigt eine solche Denke der Menschen? Ich kann von mir selbst behaupten, dass ich mit dem Ende überhaupt nicht zufrieden bin. Wie gesagt, es liest sich in einem Rutsch und ist spannend, aber dem Roman eine gewisse Tiefgründigkeit zu unterschreiben, ist in meinen Augen zu viel des Guten. Der Autor bedient sich zu oft den typischen Klischees und klärt entscheidene Fragen nicht oder unzureichend auf oder anders: auf eine Art und Weise, die nicht zufriedenstellen kann? Kann man einen solchen Roman empfehlen: Trotz allem ja, denn der Schund der mittlerweise die Druckpressen verlassen darf, ist wohl nur durch die Zukunft selbst zu überbieten. Somit bietet das Buch zumindest das, was andere Bücher schon gar nicht mehr leisten können: Spannung und gute Unterhaltung. Aber vielleicht hat Daniel Suarez ja auch alles nicht so gemeint - gemeinhin sowieso eine Unverschämtheit das im Gegensatz zu laufenden Bildern der Konsument nicht in der Lage ist zu bewerten, was einem geboten werden wird. Wenn Suarez eine Steilvorlage für einen Film gegeben hat (wie bspw. es Schätzing mit der Schwarm getan hat), dann würde das die Printvorlage nicht in ihrer Bewertung verändern, aber einen Zuschauer mehr hätte man auf jeden Fall gewonnen.
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am 7. April 2010
Der Autor Daniel Suarez entwirft in seinem Buch "Daemon" ein dürsteres (Zukunfts-)Szenario:

Durch seinen Tod setzt Matthew Sobol, Milliardär und Inhaber der Computerspielfirma CyberStorm Entertainment, zunächst völlig unbemerkt verschiedene Online-Prozesse in Gang. Schnell jedoch zeigt sich, dass dies nur die Vorboten eines teuflischen Planes sind, denn mit der Zeit breiten sich im Internet zahlreiche dieser Programme (genannt "DAEMON") aus. Und in einer Welt, in der jeder mit jedem über das Internet vernetzt ist, besitzt dieser DAEMON bald Macht über die gesamte menschliche Zivilisation und gebietet nicht nur über wirtschaftliche und politische Entscheidungen, sondern auch über Leben und Tod eines jeden Menschen...

Gleich vorneweg: Ein wenig Ahnung von Computern und Online-Games sollte man als Leser schon haben um dieses Buch flüssig lesen zu können. Doch selbst für Laien wie mich war es eine überraschend neue Leseerfahrung. Störend sind zwar teilweise die technischen Fachbegriffe aus der Internet- und Computerwelt, sowie die häufig wechselnden Erzählperspektiven und Schauplätze, doch die realistische Darstellungsweise und die meist atemlose Spannung können dies wieder wett machen. Suarez zieht den Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen in seinen Bann, denn immer dann, wenn man glaubt, dass alles überstanden ist, packt der Autor ein neue Überraschung aus.

Die Handlung ist in sich schlüssig und wirkt deshalb sehr realistisch, auch wenn ich selbst nicht für die tatsächliche Richtigkeit der dargestellten Sachverhalte garantieren möchte. Der Star des Buches ist nicht etwa eine bestimmte Person, sondern die erschreckende und gleichzeitig äußerst originelle Idee die hinter dem gesamten Buch steht. Die zunächst an den Haaren herbeigezogen wirkende Handlung ist in einen Spannungsbogen eingearbeitet und das Buch gewinnt mit jeder Seite mehr an Fahrt. Leider wird die Geschichte gegen Ende hin etwas zu verrückt und man fragt sich unweigerlich, was da im zweiten Band, der 2011 erscheinen soll, überhaupt noch geschehen kann.

Insgesamt eine spannende, erschreckende und sehr originelle Story, der an der einen oder anderen Stelle etwas weniger Fachausdrücke gut getan hätten. Für alle Computerinteressierten und Thrillerfans aber jederzeit zu empfehlen!
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am 13. Mai 2011
Ich beziehe mich auf die beiden Bände Daemon und Dark Net.

Der Autor ist überaus originell, die Prämisse der Geschichte ist völlig neu und überraschend. Der erste Band verdient fünf Sterne, trotz der teilweise nervigen Übersetzung (für die der Autor ja nichts kann). Hoch spannend, flott geschrieben, keine Klischee-Charaktere, fantastische Action-Szenen und, wie gesagt, sehr originell.

Der zweite Band war dann eine große Enttäuschung und verdient nicht mehr als einen Stern. Ich war schon etwas skeptisch, als ich so dubiose Namen wie Naomi Klein in der Danksagung las. Normalerweise hätte ich das Buch nicht gekauft, ich musste aber unbedingt wissen, wie es weitergeht. Nachdem im ersten Band Sobol als Superschurke aufgebaut worden ist, nimmt die Geschichte im zweiten Band dann eine radikale Wendung - und der Leser reibt sich verwundert die Augen. Der Daemon wird zu einem Instrument aufgebaut, um eine angeblich korrupte und dem Untergang geweihte Welt zu revolutionieren. Also wieder das alte ermüdende Lied von den bösen Konzernen, die die Welt beherrschen und den Menschen ihre Freiheit nehmen... Was Suarez dem Leser dann unterjubeln will, ist allerdings eine verschärfte Ausgabe von Orwells "1984", mit einem Super-Computer-Virus (oder was auch immer), der die Menschen auf eine Art und Weise kontrolliert, wie es nicht einmal der Große Bruder gekonnt hätte.

Hinzu kommt, dass der zweite Band den (schon nicht mehr geneigten) Leser mit eklatanten logischen Fehlern nervt. Beispiel: Wo um alles in der Welt nimmt der "Daemon" Ausrüstung her, die alles, womit die Gegner (Behörden, Geheimdienste, Militär) aufwarten können, um Längen schlägt? Das ist ein ärgerlicher Deus ex Machina, der nie erklärt wird.
11 Kommentar11 von 14 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. November 2013
Der erste Teil des Buches hat mich durch Idee, Story und Charaktere begeistert. Das interessante Thema wird spannend und größtenteils glaubhaft umgesetzt, Charaktere gut eingeführt und die reale mit der virtuellen Welt geschickt kombiniert.
In der zweiten Buchhälfte verschwinden allerdings mühsam aufgebaute Figuren oder verkommen zu unbedeutenden Randnotizen. Überdies werden die IT-, waffen- und spionagetechnischen Möglichkeiten des Daemons derart übersteigert, das man auch bei viel gutem Willen nicht mehr von Glaubhaftigkeit sprechen kann.
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