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41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Dezember 2010
In Daniel Suarez' "Daemon" hinterlässt das vielgerühmte Computergenie Matthew Sobol der Welt nach seinem Tod einen ganz speziellen Virus, einen "Daemon": ein Programm, das Internetseiten auf bestimmte Inhalte überprüft und daraufhin handelt, bzw. Ereignisse z.B. durch gefälschte Aufträge in Gang setzt. Nach der Nachrichtenmeldung seines Todes werden durch den Daemon nicht nur mehrere Morde "verübt", sondern er fängt auch an, "Krieger" zu rekrutieren und Waffen bauen zu lassen. Diese Armee besteht zu großen Teilen aus Gefängnisinsassen oder Arbeitslosen. Sobol glaubte, dass die Gesellschaft dabei sei, sich umzustrukturieren und wollte mit seinem "Daemon" dieses Geschehen vorantreiben. Durch einen schier unglaublichen Trick gelingt es ihm nicht nur immense Geldreserven zu bilden, nein, er kann auch noch seinem größten Widersacher, Pete Sebeck, alles anlasten und die Welt damit Glauben machen, der Daemon existiere gar nicht. Doch damit wird der Weg nur bereitet für weitere Greueltaten...

Nach der Leseprobe war ich restlos begeistert, nach der Lektüre des gesamten Buches bin ich es immer noch, muss aber dennoch einige Kritikpunkte hier anbringen. Zuerst sei da natürlich der hier schon oft bemängelte Fachterminus genannt. Allzu oft ist der für Laien nicht nur verwirrend und lesespaßtrübend, sondern führt in der Folge natürlich auch dazu, dass der Leser sich nicht alles so vorstellt, wie es dem Autor vermutlich vorschwebte. Aber ein noch größerer Mangel ist meines Erachtens die Zweibändigkeit. Es ist ja nicht nur so, dass die hier nirgendwo auch nur mit einem Wort erwähnt wurde. Auch überschlagen die Ereignissen nach einem mäßig spannenden Mittelteil gegen Ende hin, wie bei einem Thriller gewohnt, nur um dann völlig unvermittelt einfach unterbrochen zu werden. ENDE. Und durch die geschickt noch am Ende des Buches platzierte Leseprobe eines anderen Buches, denkt man immer: "Ah, da kommen noch gut 10 Seiten, da wird sich schon alles auflösen." Nur um dann wie aus dem Nichts plötzlich vor diesem Unwort zu stehen: ENDE. Die Fortsetzung folgt 2011! Da komm ich mir als Leser schlicht veräppelt vor. Ich habe nichts gegen mehrbändige Reihen, aber ich möchte dann bitteschön vorher wissen, dass es sich um eine solche handelt. Und selbstredend wäre es ebenso wünschenswert, dass dann jeder Band eine abgeschlossene Geschichte beinhaltet. Und ich als Leser nicht dass Gefühl haben muss, dass im ersten Band unnötige Längen eingebaut werden, um noch eine Fortsetzung zu rechtfertigen.

Trotz dieser Kritik handelt es sich gerade dadurch, dass ich als Laie die Grenzen des Machbaren nicht wirklich durchschaue, um einen erschreckend möglich erscheinenden Roman!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Deamon" von Daniel Suarez ist ein gelungener Cyberthriller, der insbesondere durch seine hohe Spannungsdichte überzeugen kann.

Nach dem frühen Tod des Computer-Genies Matthew Sobol aufgrund eines Gehirntumors, sterben auf mysteriöse Weise zwei der Angestellten in Sobols Spielefirma Cyberstorm Entertainment, die in enger Zusammenarbeit mit Sobol bis zum Schluss an Onlinerollenspielen gearbeitet hatten. Mit der Zeit bestätigt sich der Verdacht, dass Sobol in seinen Spielen ein Programm versteckt hat, das mit der Zeit ein weltweites Netzwerk aufbaut, Menschen rekrutiert und die Kontrolle über Konzerne und öffentliche Einrichtungen übernimmt. Der Deamon verbreitet sich mit atemberaubender Geschwindigkeit und bedroht die Existenz der Welt, wie wir sie kennen...

Der Thriller ist packend und glänzt durch viele unerwartete, aber nicht konstruiert wirkende Wendungen in einer sehr durchdachten Handlung. Der Autor schildert glaubhaft, wie die weltweite Vernetzung in allen Lebensbereichen mit der nötigen Technik zur Gefahr für die Allgemeinheit werden kann und wie schwer es ist, Dinge, die sich einmal im Netz ausgebreitet haben, wieder zu stoppen.

Leider beschreibt Daniel Suarez in seinem Thriller sehr genau die technischen Details, was für mich als Nicht-Computerexperte teilweise wirklich mühsam zu lesen war. Leider fehlte mir dann diese Detailverliebtheit ein wenig bei den Protagonisten des Romans. Zwar bekommen alle eine glaubhafte und nicht uninteressante Hintergrundgeschichte, aber ihre Vielzahl und der ständige Wechsel ließen dem einzelnen Charakter kaum Raum zur Entwicklung und so blieben alle eher farblos. Daher ist es mir schwer gefallen, mich für einen der Charaktere zu begeistern oder ein bisschen mitzufiebern, was für den Nervenkitzel in einem Thriller für mich eigentlich unerlässlich ist.

Dennoch ist "Daemon" durch seinen interessanten Plot ein lesenswerter und spannender Thriller, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe, und das offene Ende verspricht, dass "Darknet" eine ebenfalls packende Fortsetzung wird, auf deren Lektüre ich mich jetzt schon sehr freue.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
In Kalifornien stirbt einer der besten Spieleentwickler unserer Zeit. Kurz danach sterben 2 Mitarbeiter genau dieser Softwarefirma. Zufall? Bestimmung? Detective Seargent Pete Sebeck glaubt an eine Mordserie und ist nicht darauf gefasst, wie groß und wie weit die Macht eines toten Spieleentwicklers reicht.

Daniel Suarez hält mit "Daemon" der technologisierten Welt den Spiegel vor. Er spielt mit der Selbstverständlichkeit von Maschinen und Vernetzung in unserem Alltag und baut eine der Urängste des Menschen auf: was, wenn die Maschinen die Kontrolle übernehmen? Dabei wirkt die Geschichte weder übetrieben noch zu utopisch.

Der Stil des Autors ist leise und schleichend. Daniel Suarez setzt nicht auf großspurige und blutige Effekthascherei, sondern baut mit einer Liebe zum Detail seine Geschichte und die darin befindlichen Figuren auf. Seine Hauptfiguren agieren logisch und nachvollziehbar und so unsagbar menschlich, dass ich selbst ins Grübeln geriet, wie ich bei dem ein oder anderen Angebot reagiert hätte. Das macht die Geschichte so beängstigend und beklemmend.

Die Verknüpfung von Gameplay und realer Welt gelingt ihm innerhalb der Geschichte perfekt. Die Beschreibung der im Buch gespielten Onlinespiele stehen den real existierenden wie Battlefield oder World of Warcraft in Nichts nach. Und das ist genau das Schockierende: die Grenze zwischen Fiction und Beschreibung der heutigen Welt verschwimmt im Buch immer mehr.

Zum Schluß hin konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und war bei der letzten Seite traurig, dass es schon vorbei war.

Fazit: ein genialer Thriller, der leise beginnt und fulminant endet und dabei sowohl dem begeisterten Gamer als auch dem an Technik gewöhnten Menschen immer wieder schockieren kann. Eine klare Kaufempfehlung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. April 2010
Detective Pete Sebeck ist mit zwei Mordfällen beschäftigt, als er eine Videonachricht von dem Computergenie Mathew Sobol erhält, der sich als der Mörder von Pavlos und Singh enttarnt, aber gleichzeitig darauf hinweist, dass ihn niemand mehr schnappen kann, da er bereits tot ist. Sebeck erfährt, dass exakt in der Sekunde von Sobols Tod ein DAEMON seine Arbeit im gesamten weltweiten Netz aufgenommen hat und nicht zu stoppen ist. Mehrere Versuche das Computerprogramm auf zu halten scheitern und viele Menschen verlieren ihr Leben. In der Zwischenzeit werden von Sobols DAEMON immer mehr geniale Computerleute rekrutiert, um Sobols Plan verwirklichen zu können. Dies schafft er insbesondere über zwei Computerspiele, die Sobol zu Lebzeiten entwickelte und über die er Kontakt zu den begabten Spielern aufnehmen kann. Der DAEMON zieht immer weitere Kreise und auch Pete Sebeck gerät in den mörderischen und genialen Plan von Sobol.
DAEMON hat mir sehr gut gefallen, obwohl der Leser in manchen Kapiteln mit sehr vielen Fachbegriffen aus der IT-Welt bombardiert wird und diese dann leicht schleppend voran gehen. Dennoch kann man dem Thriller ohne Probleme folgen, zumindest, wenn man sich auf ihn und seine Intelligenz einlässt. Daniel Suarez hat hier einen wirklich anspruchsvollen und genialen Thriller erschaffen, der gleichzeitig auch beängstigend ist, wenn man bedenkt, dass vieles bereits schon in der realen Welt möglich ist. Die Charaktere werden zwar hauptsächlich nur an der Oberfläche berührt und man kann keine direkte Verbindung bekommen, was allerdings nicht störend ist, da man sich als Leser eher mit der gesamten Menschheit verbunden fühlt, die gegen den DAEMON ankämpft. Das Ende bleibt zwar leicht offen, wobei diese Lücke in der Fortsetzung "Darknet", die im Frühjahr 2011 erscheint, bestimmt gefüllt wird. Ein wirklich empfehlendwertes Buch, das nicht nur für Cyber-Thriller-Fans geeignet ist.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. April 2010
Der Autor Daniel Suarez entwirft in seinem Buch "Daemon" ein dürsteres (Zukunfts-)Szenario:

Durch seinen Tod setzt Matthew Sobol, Milliardär und Inhaber der Computerspielfirma CyberStorm Entertainment, zunächst völlig unbemerkt verschiedene Online-Prozesse in Gang. Schnell jedoch zeigt sich, dass dies nur die Vorboten eines teuflischen Planes sind, denn mit der Zeit breiten sich im Internet zahlreiche dieser Programme (genannt "DAEMON") aus. Und in einer Welt, in der jeder mit jedem über das Internet vernetzt ist, besitzt dieser DAEMON bald Macht über die gesamte menschliche Zivilisation und gebietet nicht nur über wirtschaftliche und politische Entscheidungen, sondern auch über Leben und Tod eines jeden Menschen...

Gleich vorneweg: Ein wenig Ahnung von Computern und Online-Games sollte man als Leser schon haben um dieses Buch flüssig lesen zu können. Doch selbst für Laien wie mich war es eine überraschend neue Leseerfahrung. Störend sind zwar teilweise die technischen Fachbegriffe aus der Internet- und Computerwelt, sowie die häufig wechselnden Erzählperspektiven und Schauplätze, doch die realistische Darstellungsweise und die meist atemlose Spannung können dies wieder wett machen. Suarez zieht den Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen in seinen Bann, denn immer dann, wenn man glaubt, dass alles überstanden ist, packt der Autor ein neue Überraschung aus.

Die Handlung ist in sich schlüssig und wirkt deshalb sehr realistisch, auch wenn ich selbst nicht für die tatsächliche Richtigkeit der dargestellten Sachverhalte garantieren möchte. Der Star des Buches ist nicht etwa eine bestimmte Person, sondern die erschreckende und gleichzeitig äußerst originelle Idee die hinter dem gesamten Buch steht. Die zunächst an den Haaren herbeigezogen wirkende Handlung ist in einen Spannungsbogen eingearbeitet und das Buch gewinnt mit jeder Seite mehr an Fahrt. Leider wird die Geschichte gegen Ende hin etwas zu verrückt und man fragt sich unweigerlich, was da im zweiten Band, der 2011 erscheinen soll, überhaupt noch geschehen kann.

Insgesamt eine spannende, erschreckende und sehr originelle Story, der an der einen oder anderen Stelle etwas weniger Fachausdrücke gut getan hätten. Für alle Computerinteressierten und Thrillerfans aber jederzeit zu empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Mai 2014
Ich möchte meine Rezension damit beginnen, wie ich überhaupt auf das Buch gekommen bin. Bisher habe ich insbesondere Fantasy-Romane gelesen und auch verschiedene Sub-Genres ausprobiert wie z.B. High-Fantasy, Low-Fantasy, Dark-Fantasy, usw. Mit Science-Fiction oder gegenwärtigen Romanen hatte ich bisher nur wenig Kontakt. Über das Computerspiel „Shadowrun Returns“ bin ich auf das Genre des Cyberpunks aufmerksam geworden. Natürlich kannte ich das Genre bereits zuvor, ich hatte mich aber nicht im Besonderen damit beschäftigt – obwohl ein latentes Interesse doch irgendwie vorhanden war. Angefixt durch das Computerspiel entschloss ich, einen Ausflug zu wagen und bin somit auch direkt bei Gibsons Urgestein „Neuromancer“ gelandet, da ich dachte, dass man ein derart grundlegendes Werk als Einstieg gelesen haben sollte. Ich bereue die Entscheidung nicht, denn jetzt wollte ich unbedingt auch einen moderneren Vertreter des Cyberpunkt lesen, um zu sehen, wie sich das Genre in den letzten 30 Jahren weiterentwickelt hat. Schließlich bin ich über Amazon bei Daniel Suraez‘ „Daemon“ gelandet, welches ich mir aufgrund der positiven Bewertungen direkt bestellt habe.

Nun war ich anfangs aber ein wenig skeptisch, da als Genre unter dem Buchtitel „Thriller“ steht und die Handlung auch nicht in einer zukünftigen, rein fiktiven Welt angesiedelt ist, sondern in einer nahen, sehr greifbaren Zukunft – es fehlt nicht viel und das Szenario könnte ebenso in der Gegenwart spielen. Das ist per se nichts negatives, aber ich befürchtete, dass das Buch doch weniger Cyberpunkt ist, als erwartet. Ich bin demnach etwas zurückhaltend an das Buch herangegangen, unsicher auf was ich mich einlasse.

Der Einstieg in das Buch war auch ein klein wenig holprig - vielleicht aber auch aufgrund meiner Zweifel – da Suarez ein schnelles Erzähltempo verwendet und gerade am Anfang viele neue Namen und Charaktere eingeführt werden und man zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, wer wichtig und wer nicht. Aufhänger der übergeordneten Handlung ist ein Mordfall und die Ermittlungen des zuständigen Detecitves –also ein sehr klassischer Einstieg für das Genre Cyberpunkt/Film Noir. Die Handlung gewinnt allerdings sehr schnell an Dynamik und der Leser wird schon recht früh mit überraschenden Wendungen konfrontiert. Diese Dynamik wird dadurch unterstrichen, dass Suarez sich erfrischend außergewöhnliche und abwechslungsreiche Szenerien ausdenkt und sie in die Handlung integriert. Dabei beweist er auch einen guten Blick fürs Detail auf verschiedenen Gebieten, seien es nun technische oder zwischenmenschliche Details, was auf eine gute Recherche oder Vorstellungskraft schließen lässt. Die Spannung bleibt auch konstant hoch, getragen von zahlreichen Wendungen, die die Dinge wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen, ebenso wie von vielen Actionszenen.

Alles zusammen ergibt dies ein wirklich spannendes Buch, bei dem es schwer fällt es aus der Hand zu legen, bis man nicht zumindest das Ende des Kapitel erreicht hat. Oder auch noch das des nächsten Kapitels. Daher also eine klare Kaufempfehlung von meiner Seite!

Warum dann aber doch nur 4 Sterne? Nun, es ist halt auch nicht alles heiter Sonnenschein, so ein paar Sachen fallen einem dann doch auf, nachdem man das Buch durch hat:

Daniel Suarez verwendet wiederholt ein bestimmtes Stilmittel. Dabei beschreibt er die Eigenschaften einer Person oder die Umstände einer Sachlage großzügig in Superlativen, nur um dann doch das gerade Postulierte durch die Handlung zu unterlaufen. Wenn ein System/Gebäude/Person als absolut sicher/zuverlässig beschrieben wird, dann kann man davon ausgehen, dass anschließend eben diese Eigenschaft doch an ihre Grenzen stößt. Dadurch soll wohl eben jene aktive Kraft, die dies bewirkt, im besonderen hervorgehoben werden. Das mag vielleicht ein geschickter Kunstgriff sein, wirkt aber nach einiger Wiederholung etwas absehbar, vor allem da es meistens um Kontrolle/Macht einer bestimmten Situation geht.

Ein Hang zu Extremen zeigt sich auch ein wenig in der Charakterdarstellung. Die Charaktere sind meist ziemliche Archetypen, die zwar durch die oben erwähnten Details durchaus etwas Tiefe erfahren, in ihren Handlungsweisen aber (bis auf wenige Ausnahmen) oft recht eindimensional agieren. Das mag aber auch dem hohen Erzähltempo geschuldet sein, das eine komplexere Charakterentfaltung nicht zulässt.

Und schließlich scheint Suarez auch einen sehr hohen Glauben an Zukunftstechnologie zu haben, die stets einwandfrei funktioniert und konsequent überlegen ist. Das ist ein eher kleiner Kritikpunkt, da ein allgemeiner Glaube an eben solche Technologien dem Genre einerseits inhärent ist, und ein idealisierter Glaube im speziellen reine Ansichtssache. Beispielsweise zeigt Gibson hingegen auch, dass neue Technologien ebenso neue Probleme mit sich bringen können, was insgesamt ein differenzierteres Bild vermittelt. Konkret äußert sich das im Buch in eher unlogischen Kleinigkeiten. Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten: die Einsatzfähigkeit der „Razorbacks“ in Innenräumen möchte ich doch sehr anzweifeln, da fielen mir auf Anhieb zahlreiche sehr primitive Gegenmaßnahmen ein. Und warum eigentlich aufwendige „Laserwaffen“ wenn es konventionelle Handfeuerwaffen ebenso tun würden – nur eben günstiger? Vielleicht wollte Suarez an diesen Stellen einfach ein wenig phantastisch wirken und setzt den Gebrauch solcher Technologien als Stilmittel ein, um die Fähigkeiten des Daemon hervorzuheben. Für mich persönlich wirkt das aber leicht übertrieben und als manchmal störende Einschnitte in ein ansonsten zumindest denkbares, realistisches Szenario.

Diese Kritikpunkte sollen bitte Niemanden von der Lektüre des Buches abhalten. Es ist nach wie vor wirklich sehr spannend und erfrischend innovativ. Im Gegensatz zu Suarez möchte ich aber Extreme vermeiden und vergebe keine 5 von 5 Sterne, da es eben doch ein paar kleinere Schnitzer gibt, die eine perfekte Wertung verhindern. Menschen mit hoher Technikaffinität und einem Hang zum Phantastischen können über diese Kritikpunkte allerdings hinwegsehen und bedenkenlos zuschlagen. Allen anderen, die mit dem Genre auch nur entfernt etwas anfangen können, sei das Buch aber auch dringlichst Herz gelegt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Februar 2013
Inhalt:
In Daniel Suarez' "Daemon" will sich das Computergenie Matthew Sobol in der Cyberworld selbst unsterblich machen. Der unheilbar an einem Gehirntumor erkrankte Chef eines großen Computerkonzerns schreibt Computerprogramme, die selbständig handeln können und somit zur tödlichen Gefahr werden. Nach seinem Tode nimmt ein spezieller Virus – der Deamon – seine Arbeit auf. Er ist in der Lage, Internetseiten auf bestimmte Inhalte hin zu überprüfen und daraufhin entsprechende Handlungen auszuführen. Oder durch gefälschte Einträge Ereignisse in Gang zu setzen. Diese Deamons breiten sich rasant aus verbreiten Angst und Schrecken. Nach dem Tode seines Schöpfers begeht der Deamon nicht nur Morde, er rekrutiert auch Krieger, um Waffen bauen zu lassen. Arbeitslose und Gefängnisinsassen machen einen Großteil dieser Armee aus. Im festen Glauben, dass die Gesellschaft dabei sei, sich umzustrukturieren, wollte Sobol diesen Umbruch vorantreiben. Die Regierung ist nicht daran interessiert, die Aktivitäten des Deamon öffentlich zu machen. Durch die Ermittlungen in zwei mysteriösen Todesfällen gerät Detective Sebeck in den Strudel der Ermittlungen zum Deamon. Diesem Programm gelingt es nicht nur, unglaubliche Geldreserven anzuhäufen, das Programm schafft es auch noch, alles Detective Sebeck anzulasten, damit die Welt denkt, der Deamon existiere gar nicht. Sebeck landet im Gefängnis und der Deamon kann sich weiter ausbreiten.

Meinung:
Ein absolut geniales und beunruhigendes Buch zugleich. Sehr aktuell und realitätsnah. Man denkt die ganze Zeit, es ist nur eine Frage derselben, wann sich die Inhalte bewahrheiten werden. Der Schreibstil ist flüssig, spannend und mitreißend. Es gibt ein hervorragendes Ende und trotz bereits angekündigter Fortsetzung ist die Story in sich stimmig und plausibel. Die Charaktere sind detailliert beschrieben und die psychologischen Wirkmechanismen sehr gut nachvollziehbar. Anzumerken sind vielleicht die vielen technischen Begrifflichkeiten, die sicherlich nicht jeder verstehen wird. Aber selbst wenn nicht, bleibt das Buch spannend und macht das Gesagte noch realistischer.

Cover und Titel:
Das Cover veranschaulicht für mich hervorragend den Strudel, bzw. das Hineinziehen in das Internet. Kann der Kenner den Zahlencode 0 und 1, auf dem jede Programmierung basiert, sofort erkennen. Das Böse ist mit Deamon sicherlich hervorragend umschrieben.

Fazit:
Realistisch und somit auch sehr beängstigend. Ein Buch, das übertragen die Machtverhältnisse in der heutigen Gesellschaft sehr in Frage stellt. Denkt man an die CIA, das FBI oder SEK. Eine geniale Idee und der Cyberthriller schlechthin. Man kann wohl gespannt auf die Fortsetzung „Darknet“ warten. Absolut empfehlenswert. Von mir gibt es fünf Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. April 2010
Daniel Suarez hat mit "Daemon" einen unglaublich rasanten, spannenden Thriller abgeliefert, der die Bezeichnung Thriller auch verdient.

Durch verschiedene Handlungsstränke versetzt uns der Autor in die Lage, die Vorgehensweise des Daemons sowie der Ermittlungsbeamten zu verfolgen. Detectiv Pete Sebek ermittelt in zwei Todesfällen. Beide Opfer arbeiteten für CyberStorm, und beide wurden auf ungewöhnlich brutale Art ermordet. Die Leitung der Ermittlungen muss Sebek an das FBI abgeben. Doch nachdem er eine E-Mail vom bereits verstorbenen CyberStorm-Chef erhalten hat, in der dieser sich zu den Taten bekennt und weitere prophezeit, ist er wieder mit im Rennen. Der Daemon ist nur ein Computerprogramm, lebt, fühlt und denkt nicht. Trotzdem ist er den Spezialisten immer einen Schritt voraus. Wer sich ihm widersetzt, wird vernichtet. Wie der Daemon seine Mitarbeiter rekrutiert, wird uns auf der anderen Seite beschrieben. Die Lebensumstände und Charaktere der Kandidaten sind genau recherchiert, und jeder von ihnen wird seine Lage durch die Zusammenarbeit mit dem Daemon drastisch verbessern. Wer sich gegen eine Mitwirkung entscheidet, stirbt.

Kenntnisse über Computer und deren Spiele sind beim Lesen dieses Romans von Vorteil. Wenn sie nicht oder nur geringfügig - wie bei mir - vorhanden sind, erscheinen einige Passagen langweilig und hinterlassen ein großes Fragezeichen im Kopf. Darum hätte ich mir einige Ausführungen kürzer gewünscht. Aber dies ist ein Thriller über und für die Cyberwelt, also nahm ich die vielen unverständlichen Vokabeln in Kauf. Die Aktion jedoch ist unglaublich und teilweise ziemlich brutal. Suarez schont niemanden - weder die Protagonisten noch den Leser. Vorhersebar ist in diesem Roman nichts. Wenn man glaubt, den Daemon gepackt zu haben, hat er einen bereits enttarnt und seine Reaktion ist unbarmherzig. Er ist nicht zu fassen und schon gar nicht zu besiegen. Suarez zeichnet eine ausweglose Situation. Auch wenn die Szenerie zum Teil überzogen unrealistisch wirkt, kann man nicht umhin sich zu fragen: "Was wäre, wenn...? Was wäre, wenn ein Computerprogramm die Herrschaft übernimmt, ein Ereignis das nächst schlimmere auslöst - unaufhaltsam, unserem Einfluss entzogen?"

Der Autor führt uns auf den Abgrund zu und nur der 2. Teil des Romans kann uns retten oder vernichten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Dezember 2013
Zunächst als SF-Buch angefangen, muss man schnell lernen das hier nichts Technisches vorkommt was nicht bereits existiert oder aber in den nächsten Jahren verfügbar sein wird.
Das gepaart mit der in US üblichen Praxis der Vergabe von hoheitlichen Aufgaben in Hände von Privatunternehmen plus der aktuellen NSA-Veröffentlichungen macht einfach nur Angst vor dem was da kommen mag.
Und Unverständnis gegenüber der Herde von Gleichgültigen und "Zombies", die sich dagegen nicht wehren da 'man ja nichts zu verbergen hat'.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2010
Ich habe das Buch in meinem Urlaub gelesen - oder sollte ich sagen, verschlungen - und bin begeistert.

Für den Computerlaien ist der Thriller sicherlich an einigen Passagen unverständlich, eventuell reichen die vom Autoren präsentierten Erklärungen, ansonsten ist man auf kleine Recherchen angewiesen. Auch ich musste gelegentlich Dinge nachschlagen oder sie mir erklären lassen, um die gesamten Hintergründe zu verstehen. Dies war auf der einen Seite ein Wermutstropfen, machte auf der anderen Seite die Lektüre wiederum spannend und lehrreich. Personen, die mit Computern oder dem Internet nichts am Hut haben (ich denke dabei an meine Großeltern, die gerne mal einen spannenden Thriller lesen), ist dieses Buch nicht geeignet, sie würden sicherlich irgendwann entnervt aufgeben.

Der Plot ist äußerst interessant - von einem solchen Thema hatte ich zuvor noch nicht gehört - selten genug, dass sich jemand mal was komplett neues einfallen lässt. Rasant erzählt, voll überraschender Wendungen, sodass beim Lesen keine Langeweile aufkommt. Natürlich erfordert dies ein gewisses Maß an Konzentration. Wenn man nicht kontinuierlich bei der Sache bleiben kann, verliert man sicherlich leicht en Faden. Aber wenn man sich von der Story packen lässt, dann lässt sie einen nicht mehr los.

Auch der Schreibstil gefällt. Leider bleiben die Protagonisten etwas farblos; sie werden von einer aufregenden Situation in die nächste katapultiert, ohne dass ihre Charakterzüge deutlich hervortreten. Aufgrund der Komplexität der Handlung fällt dies jedoch nicht weiter ins Gewicht.

Insgesamt für den Fachmann und interessierten Laien absolut lesenswet!
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