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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein humanistisches Werk von abgrundtiefer Tragik
Die hochschwangere Lena begibt sich auf der Suche nach dem verschwundenen Vater ihres künftigen Kindes auf eine Wanderung durch die Südstaaten. Als sie in Jefferson ankommt, sieht sie am Rande der Stadt eine aufsteigende Rauchwolke. In dem brennenden Haus wird eine Frauenleiche, deren Kopf an einem Hautfetzen hängt, gefunden. Ein in einer Hütte neben...
Veröffentlicht am 11. Januar 2011 von Solzimer

versus
5 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Licht im August
Nach meiner unmassgeblichen Meinung ist dieser hochgerühmte Roman nicht gut. Wenn ich bei Lesen immer nicht sicher bin,
von wem da die Rede ist, so ist das für mich einfach unbefriedigend. Wahrscheinlich steht der Preisträger meilenweit über mir und ich kann ihm nicht folgen.
Vor 18 Monaten von Leseratte veröffentlicht


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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein humanistisches Werk von abgrundtiefer Tragik, 11. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Taschenbuch)
Die hochschwangere Lena begibt sich auf der Suche nach dem verschwundenen Vater ihres künftigen Kindes auf eine Wanderung durch die Südstaaten. Als sie in Jefferson ankommt, sieht sie am Rande der Stadt eine aufsteigende Rauchwolke. In dem brennenden Haus wird eine Frauenleiche, deren Kopf an einem Hautfetzen hängt, gefunden. Ein in einer Hütte neben dem Haus wohnender 33-jähriger Fremder mit pergamentfarbener Haut soll den Mord begangen haben. Sein Name ist Joe Christmas. Die verstörende Geschichte seines Lebens, an der eine Traube von weiteren Schicksalen hängt, macht den Haupthandlungsstrang des Buches aus.
Es gibt in dem Roman auch einen schüchternen Holzarbeiter und Hobbyprediger, den Lena, auf der Suche nach ihrem "voraus gereisten" Liebhaber, in Jefferson trifft, und der sich partout in sie verliebt. Daneben sind da auch einige weitere Verkünder des Gotteswortes sowie rücksichtslos behandelte Frauen.
Das Werk ist ein opulentes Panorama des US-amerikanischen Südens mit rustikalen Charakteren vor dem Hintergrund staubiger Straßen, trostloser Städte und üppiger Landschaften.
Faulkner wechselt zwischen mehreren Erzählebenen. Ausgehend von dem August des schrecklichen Verbrechens in Jefferson taucht er zum Teil mehrere Generationen tief in die Vorgeschichte einzelner Protagonisten. Neurosen, drückender selbstgerechter Fanatismus, Stumpfsinn prägen das Bild. Dabei lässt der Autor Frauen jedoch um einiges besser wegkommen als das starke Geschlecht. Dort wo der manische Glaube nicht greift, herrscht Zynismus und Leere. Faszinierend wirkt die Leidenschaft, der hohe Grad der Überzeugung bzw. der inneren Widersprüche dieser Menschen. Gerade diese intensive und stolze "Nichtflexibilität" macht sie für den modernen Leser besonders interessant und lässt einen durchschnittlichen weichgespülten Zeitgenossen daneben langweilig erscheinen.
Zwei Metathemen des Werkes sind der Rassenwahn und die Abgründe des Protestantismus. Mit großer Einfühlung zeichnet Faulkner die Verbindung der beiden Phänomene. Er zeigt die perversen Implikationen eines tief verwurzelten Glaubens an einen unbarmherzigen Gott und an die Schlechtigkeit des Menschen. Gotisch anmutende Beschaffenheit entsprechender Gedankengänge ist in ihrer Irrationalität oft kaum nachvollziehbar, dafür umso stimmungsvoller. Der Leser empfindet bei solchen Passagen wohl ähnliche Faszination wie der Alte (entweder aus Cechov oder aus Dostojewskij), der gerne mal seine Brille mit Drahtgestell aufsetzte und in etwas Tiefsinnigem über die "Lerigion" schmökerte.
Klasse Buch - mitreißend und intelligent.
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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein epochaler Roman, 24. Juli 2008
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Gebundene Ausgabe)
Jetzt, wo möglicherweise zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein Farbiger als Präsident ins Weiße Haus einziehen könnte, ist mit "Licht im August" der wohl bekannteste Roman von William Cuthbert Faulkner in einer schnörkellosen, modernen Übersetzung aus dem Amerikanischen von Helmut Frielinghaus und Susanne Höbel neu verlegt worden. Faulkner, der neben dem National Book Award, dem Pulitzer Preis auch 1949 den Literaturnobelpreis erhielt, hat zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher geschrieben. Er greift in diesem Roman "Licht im August" (Light in August, 1932 erschienen) das immer wieder aufwühlende, erregende Problem der USA auf, nämlich die Rassenfrage. Von den alten Rassenvorurteilen, die auch heute noch nicht gänzlich überwunden sind, handelt dieses Buch. Wie die meisten von Faulkners Geschichten spielt die kompakte und facettenreiche Handlung im fiktiven Yoknapatawpha Country mit der Hauptstadt Jefferson. Diesem Ort liegt das reale Oxford zu Grunde, in dem der 1897 geborene Faulkner 57 Jahre bis zu seinem Tod 1962 gelebt und gewirkt hat.

Die geschickt miteinander verflochtenen drei Haupterzählstränge zeichnen sich zum einen durch gemeinsame Sinnbilder und Charakteristiken, zum anderen durch hart aufeinander prallende elementare Gegensätze aus. Dabei arbeitet der Autor nicht nur die differenzierte von Zelotismus, Blindwütigkeit und Rassentrennung scheinbar petrifiziert gekennzeichnete Sichtweise der amerikanischen Gesellschaft auf, sondern er versucht auch praktikable Wege aufzuzeigen, diesen Missstand mit der einsichtigen und dynamischen Vitalität der Menschen zu überwinden.

Zum Personal gehört die schwangere Lena Grove, die Lucas Burch, den vermeintlichen Vater ihres Kindes sucht. Lena trifft im weiteren Erzählstrang auf den neurotischen Gelegenheitsarbeiter Joe Christmas, der seit seiner von Gewalt und Unterdrückung geprägten Kindheit nie wieder festen Boden unter den Füßen gehabt hat. Sein letzter Rehabilitationsversuch, nämlich die Liebschaft mit einer vom Alter gezeichneten Frau, endet im unheilvollen Chaos. Er ermordet sie in hysterischer Erregtheit, wird festgenommen, kastriert und gelyncht. Der in Verklärung an eine glorreiche Südstaaten Vergangenheit schwelgende einstige Geistliche Hightower, ist der einzig Mensch, der das wirre Geflecht aus fanatischem Rassismus, fehlgeleitetem Glaubenseifer, verdrängter angestauter Sexualität und innerer Instabilität erkennt, ist jedoch nicht in der Lage hilfreich einzugreifen.

Die aufeinander zu treibenden fundamentalen Gegensätze sind Schwarz und Weiß, Mann und Frau, Christmas(der Wanderarbeiter) und Christus (die Religion). Faulkner spiegelt, entsprechend seinem bekannten Leitspruch: "Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist allgegenwärtig", in seinen Handlungssträngen die Vergangenheitsszenarien permanent in die Gegenwartsabläufe seiner Figuren.

Die Handlungsstränge entwickeln, jeder für sich und in ihrer Gesamtheit, einen außerordentlichen Sog, der den Leser gefangen nimmt und in die Geschichte mitnehmen lässt. Ich bin hingerissen von diesem Buch, finde es unglaublich rasant und gut geschrieben, wobei die unterschiedlichen Reflexionsebenen Eindruck hinterlassen und zum Nachdenken anregen.
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39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mississippi Burning, 17. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman erschien bereits 1935 in Deutschland und liegt nun in einer sehr gelungenen und modernisierten deutschen Neuübersetzung vor.
William Faulkners Licht im August" geriet wie der Autor selbst leider fast in Vergessenheit - ein willkommener Anlass also es mal wieder mit einem Klassiker" zu versuchen, zumal es wahrscheinlich Faulkners bedeutendstes und auch lesbarstes Buch ist.

Die Geschichte spielt im Süden Amerikas, in der weiten Landschaft des Mississippi. Lena Grove, eine junge schwangere Frau auf einer fremden Landstraße, sucht ihren Geliebten. Joe Christmas, ein farbiger Wanderarbeiter, der keinen anderen Ausweg aus der Spirale von Gewalt und Unterdrückung findet, als selbst zum Mörder zu werden; und der Geistliche Hightower, der Amt und Familie verloren hat und seine Bigotterie nur schwer ablegen kann. Sie alle treffen sich in der Stadt Jefferson zu einem dramatischen, blutigen Showdown, bei dem keiner wirklich frei von Schuld ist.

William Faulkner nimmt sich in dem Buch des Themas Rassismus an und zeigt, was der Hass in den Herzen der Menschen alles anrichten kann. Seine Romanfiguren tragen stets tragische Züge und es wird eine von Fanatismus und Rassismus erstarrte Gesellschaft portraitiert. Faulkner steht wie kein zweiter amerikanischer Schriftsteller für den Übergang zur literarischen Moderne. Auch hier kombiniert er die Vielfalt des realistisch-naturalistischen Sittenbildes mit symbolischen Darstellungen und experimentellen Erzählstrategien.
Seine Romane sind absolut wirklichkeitsbezogen und beschäftigen sich eingehend mit Traditionen und Lebensbedingungen seiner Heimatregion, dem Norden des Staates Mississippi. Doch das eindringlichste an diesem Buch sind die Innenansichten der Figuren, die Stürze" ins Innere der Menschen, die man als Leser miterlebt. Dadurch entsteht eine dichte, emotional-leidenschaftliche Atmosphäre, die das ganze Buch durchdringt und seinesgleichen sucht. Auch wenn man als heutiger Leser so manche detaillierte Beschreibung der Charaktere als etwas langatmig empfindet und gelegentlich die Faulknersche Schwerfälligkeit Einzug hält, wird man am Ende des Buches absolut belohnt. Licht im August" ist ein großartiges Buch der Weltliteratur, wüst und unbehauen, ein Epos von alttestamentarischer Wucht, dass einige Zeit braucht bis es seine Wirkung entfaltet. Eine genussvolle Lektüre, die einen nicht mehr so schnell loslässt und lange nachwirkt ist es allemal. Ein Buch für kritische und anspruchsvolle Leser.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier kann man Faulkner noch verstehen, 28. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Taschenbuch)
Als Faulkner gefragt wurde, ob er eigentlich betrunken sei, wenn er seine Romane und Geschichten schreibe, antwortete er: "Nicht immer". Nicht ohne Grund ist er schließlich bekannt für die relative Unverständlichkeit, oder besser: Rauschhaftigkeit seiner Prosa. Diese macht seinen persönlichen Stil aus. Weil er auf die Weise sein Thema - die Tragik des amerikanischen Südens - eindringlich schildern konnte, bekam er eines Tages den Nobelpreis. Das Gute an "Licht im August" ist, daß es einer seiner frühen Romane ist, in denen besagter Prosastil noch nicht ganz entwickelt ist. Die Zusammenhänge sind also noch relativ gut verständlich, während die Thematik schon voll da ist. Und das ist packend. Deshalb ist "Licht im August" zu empfehlen.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Furiose Handlung und virtuoser Stil: unvergleichbar, 3. Oktober 2000
Von 
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Taschenbuch)
Licht im August ist ein Roman, der durch die virtuose in Phasen an- und abschwellende Sprache des Autors, die verwirrenden und doch nachvollziehbaren Zeitsprünge, die der Autor unternimmt eine enorme Tiefe der Handlung erreicht und eine Intensität in der Darstellung der Charaktere wie sie nur bei wenigen Autoren zu finden ist. Die Komplexität der Handlung könnte gar an einen Roman von Dostojewski errinnern, wenngleich Faulkners suggestiver Stil hinsichtlich Emotionen und Leidenschaften dem des russischen Romanciers klar überlegen ist. Als Beispiel hierfür könnten die ungeheuer erotischen Szenen zwischen dem Protagonisten Joe Christmas und seiner viele Jahre älteren Geliebten herangezogen werden, in denen der Autor den Leser in eine stimmungsreiche sexuelle Begegnung einweiht ohne auch nur einmal explicit ins Detail zu gehen, ein Vorbild für zeitgenössische Autoren die der verbalen Pornografie verfallen sind. Doch nicht die Erotik, nicht die Anziehung zweier Liebender steht im Mittelpunkt seines Romans,die das Buch auf vielen Seiten durchdringende Emotion ist der Haß. Es ist der Haß des Protagonisten gegen seine puritanischen Pflegeeltern, die Abneigung gegen die Arbeitskollegen, sogar gegen die Geliebte und vor allem sich selbst. Joe Christmas ist ein Farbiger unbekannter Herkunft, gilt als "Nigger", gehört jedoch weder der Welt der Weißen, noch der der Schwarzen an. Das Geheimnis seiner Geburt wird erst am Ende eines Amoklaufes geklärt, den Joe Christmas nach der Ermordung seiner Geliebten unternimmt, offenbar völlig ohne die Absicht, den Verfolgern zu entkommen. Die Erklärung für seine Existenz ruft intensive Emotionen hervor, ohne auch nur entfernt kitschig zu sein und an eine Aschenputtelgeschichte zu erinnern.Damit ist die Stärke des Buches beschrieben: Eine dichte emotional-leidenschaftliche Athmosphäre durchdringt alle Seiten, doch nie wird die Grenze zum Kitsch, zum Frauenroman auch nur tangiert. Ein großartiges Buch, welches verdient, in die höchsten Sphären des literarischen Olymps gehoben zu werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte auf amüsante Art nahegebracht, 19. September 2009
Von 
Barbara Behrend "BB" (Nordheim Baden-Würtemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Wer Hans Mostar einmal gelesen hat, sucht sich immer wieder Bücher von ihm. Er bringt einem auf ganz besonders amüsante Art die Geschichte näher.Sie wird durch ihn lebendig und erinnert nicht nur an das sture Zahlen auswendig lernen.
Er bessert auf seine besondere Art mit der Geschichte umzugehen, ohne Stress, das Wissen über Geschichte auf. Sehr empfehlenswert.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassische amerikanische Literatur für Fortgeschrittene, 12. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Taschenbuch)
Faulkner ist schön! Faulkner ist langweilig! Faulkner ist zeitlos! Faulkner ist zäh! Die Aussagen der anderen Rezensenten treffen alle zu. Ein Buch für das man sich Zeit nehmen muss. Denn es braucht einige Zeit um es richtig wirken zu lassen. Das Schicksal von Joe Christmas berührt auf jeden Fall. Und zwar weil man kaum hinter seine Motive kommt, aber nicht aufhören kann, darüber zu rätseln. Wer mehr Handlung auf gleicher Anzahl Seiten mag und gerne über das Amerika des beginnenden 20. Jahrhunderts liest, dem sei hier auch Steinbecks "Früchte des Zorns" (5 Sterne!) empfohlen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heftige Prosa, 19. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Gebundene Ausgabe)
Faulkners "Licht im Aufgust" handelt um den farbigen Findling Joe Christmas, der sich in den Südstaaten als Wanderarbeiter durchschlägt. In seiner Jugend wegen seiner Hautfarbe gedemütigt, nimmt seine Haltung gegenüber anderen Menschen immer aggressivere Formen an. Die erotische Beziehung zu einer älteren Weißen scheint zunächst einen guten Weg zu weisen, dann ermordet sie Christmas im Affekt.

Der Roman ist aus mehreren Perspektiven erzählt, allerdings sind sie nicht alle effektiv. Faulkner widmet dem kritischen Geistlichen Gail Hightower sehr viel Zeit, ohne dass er der Handlung einen Schub geben kann. Auch Lucas Burch, der mit Christmas in Kontakt tritt, wirkt nur als Reflektorfigur. Obwohl Christmas die Hauptfigur ist und seine Handlungen und Motivationen die interessantesten sind, vernachlässigt sie Faulkner. Es ist, als hätte das Schicksal Christmas nur begrenzte Redezeit zugeschrieben.

Faulkners "Licht im August" gehört trotz seiner Fehler zu den stärksten Romanen, die ich jemals gelesen habe. Genial ist die Ausgelassenheit der Prosa, die zwar auch kurze Sätze (wie bei Dostojewski) kennt, diese aber erst, wenn es wirklich notwendig ist, zulässt.
Ein literarischer Hammer.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Polaritätsprinzip oder die Justiz der eigenen Gerechtigkeit, 13. Oktober 2013
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Taschenbuch)
William Faulkners "Licht im August" in neuer Übersetzung kann das Genre des amerikanischen Romans keineswegs leugnen, auch wenn er in seiner Komposition, seiner Andeutung, seiner Bipolarität ein sehr anspruchsvoller ist.

Drei unterschiedliche Charaktere und ihre Schicksale begegnen sich im August in Jefferson, einer fiktiven Stadt der US amerikanischen Südstaaten. Lena Grove ist schwanger und auf dem Weg zu ihrem Verlobten, der im Sägewerk der Stadt Anstellung gefunden hatte. Was sie nicht weiß, er hat einen anderen Namen angenommen und nicht damit gerechnet, sie jemals wieder zusehen. Der Verlobte Lucas Burch alias Mr. Brown arbeitet gemeinsam mit Joe Christmas, einem jungen Mann, der Zeit seines Lebens viel harte Arbeit erledigt und wenig Liebe erfahren hatte. Als Findelkind wurde er zu Weihnachten an der Treppe eines Waisenhauses abgelegt und von dort fünf Jahre später wieder abgeholt von einem puritanischen, arbeitssamen Bauern, der ihn zu seinem Ziehsohn machte. Was jeder zu wissen glaubt, aber niemand mit Gewissheit sagen kann, ist das Gerücht um seine Herkunft, man munkelt, er hätte "Niggerblut" in sich. Der dritte im Bunde ist der alte Geistliche Hightower, der seines Amtes enthoben wurde, nachdem seine Frau mit einem anderen Mann durchgebrannt war. Er ist die Stimme der Moral, auch wenn diese oft eine doppelte ist.

Die Hauptgeschichte ist jene des Findelkindes schwarzen Blutes. Sie zeigt die Verlorenheit seiner lieblosen Kindheit, die Züchtigung zu Lehre und Ordnung, die erste Liebe, von der er verraten und verlassen wird und seine Gewalttaten, die sein Leben immer wieder aus dem Lot bringen.

" 'Das also ist die Liebe, Ich verstehe. Auch darin habe ich mich geirrt', und er dacht, was er schon vorher gedacht hatte und wieder denken würde und was jeder schon einmal gedacht hatte: wie falsch auch das profundeste Buch war, wenn man es auf das Leben anwandte." S446

Der Autor spielt gekonnt mit dem Gegensatz. Dem Gegensatz einer schwarz-weißen Welt in den US amerikanischen Südstaaten der Dreißigerjahre des vorige Jahrhunderts; dem Gegensatz einer Religion, die seine Mitmenschen mit ihren Schicksalen in die Ungläubigkeit treiben wird; und dem Gegensatz zwischen Männern und Frauen, ihren ewigen Verbundenheit und gegenseitigen Abhängigkeit.

Die Perspektiven der vielen Erzähler wechseln gekonnt. Wir begegnen einer Vielzahl von Nebendarstellern, die meist dann aus dem Nichts auftauchen, wenn die Handlung eine neue, unvorhergesehen Wendung nimmt. In verschiedenen Schleifen verraten uns seine Erzähler immer schon vorab, was nun passiert war, allein den Hergang werden wir nach und nach erfahren. Die Handlung ist geprägt von Haltlosigkeit und Gewalt auf der Suche nach Geborgenheit. Ein Hauch von Straßenstaub kitzelt mir die Nase doch nicht allein die ungehörige, subtropische Augusthitze entlockt mir ein kraftloses Raunen. Weltliteratur!!!
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4.0 von 5 Sternen Wer dieses Werk gelesen hat, braucht vor keinem Buch mehr Angst zu haben, 10. Juli 2014
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Taschenbuch)
Von William Faulkner hat jeder Literaturinteressierte schon einmal gehört, aber man würde sich wundern, wie wenig ihn wirklich gelesen haben. Ich fand niemand, der mir aus seiner Bibliothek ein Buch von Faulkner leihen konnte, in den Buchläden war er kaum zu finden, und so habe ich diese vergriffene Ausgabe aus dem Diogenes Verlag gebraucht erworben.
Das vorliegende Buch „Licht im August“ spielt wie die meisten Romans Faulkners in den Südstaaten der USA, hier in der Stadt Jefferson, die stellvertretend für Faulkners Heimatstadt Oxford/Mississippi steht. Im Mittelpunkt der Handlung des Romans steht die Gestalt des rätselhaften Chrismas, der sich als Waise durch die Ungunst der ausführlich geschilderten Umstände zu einer monströs- gewissenlosen Existenz entwickelt – ferner seine ältliche Geliebte, die am Ende des Buches ermordet wird. Ein windiger Halunke, der vor der Vaterschaft und einer Frau flieht, die er geschwängert hat, der Holzarbeiter Byron Bunch, der im Schatten des Lebens dahindämmert, und der ehemalige Pfarrer Hightower, der von seiner abgedrehten Frau eine Wunde empfangen hat, die ihn sein leben Lang zeichnet, bilden die Staffage einer komplizierten Handlungsführung, die auch noch chronologisch zerhackt daherkommt und dem Leser Einiges abverlangt. Alle Personen äußern sich in den verschiedenen Etappen der verschachtelten Geschichte ausführlich und breit in inneren Monologen, was den heutigen Lesegewohnheiten etwas widerspricht und ehrlich gesagt mitunter ein wenig langatmig wirkt.
Auf der anderen Seite begegnen dem Leser immer wieder Stellen von großer poetischer Kraft und so überraschender Perspektiven, dass man innehalten und über den Text nachdenken möchte. Über die späte Liebe der beiden Hauptpersonen etwa heißt es: "Natürlich konnte der Anfangsfuror nicht anhalten. Zuerst war es ein reißendes Gewässer gewesen, nun war es ein Auf und Ab von Gezeiten mit Flut und Ebbe. Es war, als würde aus ihrem Wissen, dass es nur eine Flut sei, ein noch wilderer Furor geboren, ein rasendes Verweigern, dass sich selbst und ihn zu einem physischen Experimentieren aufpeitschen konnte, das die Phantasie weit hinter sich ließ und die beiden (…)ohne ihr Wollen und Planen auf sich davontrug. Es war, als wüsste sie, ohne noch die wahre Bedeutung des Herbstes zu kennen, irgendwoher, dass die Zeit kurz sei, dass der Herbst schon über ihr drohe. Es schien Instinkt allein zu sein, physischer Instinkt und instinktive Verleugnung der vergeudeten Jahre. Dann ebbte die Flut wieder ab. Dann blieben sie zurück wie hinter einem absterbenden Mistral, an einer Küste der Erschöpfung und Übersättigung, einander aus hoffnungslosen und vorwurfsvollen Augen anblickend, gleich Fremden."(S.216)
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass solchen Stellen Dutzende von Seiten folgen, bei deren Lektüre auch dem geübtesten Leser die Füße einschlafen. Mehrfach war ich nahe daran, aufzugeben, habe das Buch aber dann doch zu Ende gelesen, weil ich auf einer Südstaatenreise durch die USA das Wohnhaus von William Faulkner in Oxford/Mississippi nicht besuchen wollte, ohne nicht wenigstens ein Buch dieses Autors gelesen zu haben. Soll ich lügen, wenn ich verschweige, dass ich nach dem Abschluss der Lektüre kräftig durchgeatmet habe und froh war, mich einfacheren Texten zuwenden zu können? Tut mir leid aber so war es. Deswegen Hände weg von diesem Buch für alle Gelegenheitsleser. Hard-Core-Reader dagegen könne dieses Buch benutzen wie eine Prüfung. Wer dieses Werk zu Ende gelesen hat, braucht vor keinem anderen Buch mehr Angst zu haben.
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Licht im August
Licht im August von William Faulkner (Taschenbuch - 2. August 2010)
EUR 9,99
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