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4.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Leseerlebnis
Dieses Buch habe ich auf Empfehlung einer Freundin gelesen. Der Titel klang sehr interessant. Für mich war es das erste Mal, so ein Buch zu lesen. Im Prinzip ist es eine Anthologie von neun Geschichten, aber irgendwie hängen sie miteinander zusammen. Teilweise sind sie sehr ernsthaft und ziemlich langatmig. Von der Stimmung her waren diese deprimierend. Andere...
Vor 14 Monaten von Pero veröffentlicht

versus
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Roman in Fragmenten - ein literarisches Experiment
Zu Beginn klingelt ein Mobiltelefon. Gleiches passiert am Ende der letzten Episode. Das ist kein Zufall. Daniel Kehlmann parodiert in diesem aus neun Einzelgeschichten bestehenden Roman (unter anderem) die Folgen der modernen Kommunikationstechnik auf unser Leben. Die Abhängigkeiten sind gewaltiger, als uns im Alltag bewusst ist. Dies wird insbesondere dann deutlich,...
Veröffentlicht am 8. April 2012 von Raumzeitreisender


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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Roman in Fragmenten - ein literarisches Experiment, 8. April 2012
Von 
Raumzeitreisender (Wuellen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten (Taschenbuch)
Zu Beginn klingelt ein Mobiltelefon. Gleiches passiert am Ende der letzten Episode. Das ist kein Zufall. Daniel Kehlmann parodiert in diesem aus neun Einzelgeschichten bestehenden Roman (unter anderem) die Folgen der modernen Kommunikationstechnik auf unser Leben. Die Abhängigkeiten sind gewaltiger, als uns im Alltag bewusst ist. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn sich Fehler in die Technik einschleichen.

Computertechniker Ebling wird zum Opfer eines solchen technischen Fehlers. Aufgrund einer falschen Nummernzuordnung erhält er ständig Anrufe, die für einen gewissen Ralf bestimmt sind. Jedoch lässt sich Ebling nach kurzer Zeit auf das Spiel ein. Er entwickelt sich vom genervten passiven Opfer zum aktiven Gestalter einer Lebenswirklichkeit, die nicht die Seine ist. Er schlüpft in die neue Rolle und spielt Schicksal. Mit dieser Geschichte gelingt Kehlmann ein humorvoller Einstieg in seinen verschachtelten Roman.

Fehler in der Technik können sich auch dramatisch auswirken. Maria Rubinstein, die in "Osten" mit einer Journalistendelegation in Richtung China unterwegs ist, wäre nach einem Zwischenstopp froh, wenn sie überhaupt eine Verbindung hätte. Sie wird von der Reiseleitung vergessen und ist damit von der Außenwelt abgeschnitten. Durch die Panne ist die bürokratische Ordnung durchbrochen; selbst die Polizei kann ihr nicht helfen. Deutlich wird nicht nur die Technikabhängigkeit, sondern auch was eine Nichtbeachtung von Ordnungsstrukturen bedeuten kann. Frau Rubinstein wird Teil einer neuen Wirklichkeit.

An diesen Fragmenten des Romans wird erkennbar, dass es Autor Kehlmann nicht nur um das Versagen der Technik, sondern auch um Identitätsprobleme geht. Schauspieler Ralf Tanner weiß, was damit gemeint ist. Von einem Tag zum anderen bekommt er keine Anrufe mehr, weil die Telefongesellschaft die Anschlüsse falsch zugeordnet hat (siehe Querverbindungen zu "Stimmen" und "Wie ich log und starb"). Sein Leben gerät aus den Fugen. Er wird zum mittelmäßigen Imitator seiner Selbst. Ein anderer, charismatischer als er selbst, übernimmt sein Leben. "Er konnte sich nicht erinnern, dass er selbst je so eine gute Figur abgegeben hatte." Pure Ironie.

Eine besondere Rolle spielt der Schriftsteller Leo Richter, der in mehreren Episoden vorkommt und mindestens eine davon ("Rosalie geht sterben") selbst verfasst hat. Dies ist eine ernste Geschichte über eine todkranke ältere Frau, die sterben möchte. Seltsam ist, dass Protagonistin Rosalie Konversation mit dem Autor, also mit Leo Richter, führt. Kehlmann experimentiert mit den Erzählebenen, Realität und Fiktion werden vermischt.

Die Vermischung der Ebenen wird in der letzten Episode "In Gefahr" auf die Spitze getrieben. Elisabeth und Leo Richter verreisen (wie auch in der ersten Episode "In Gefahr") und treffen Lara Gaspard, eine Romanfigur von Leo Richter. Was ist Fantasie, was ist Realität? Zur Verwirrung trägt auch ein dünner Mann mit Hornbrille und fettigem Haar bei, der zweimal als Fahrer auftaucht, einmal real und einmal fiktiv in einer Geschichte von Leo Richter (S. 68 u. 185).

"Ein Beitrag zur Debatte" wirkt nicht authentisch. Die Geschichte ist zwar unterhaltsam, jedoch klingt der Slang konstruiert. Es ist nicht die Jugendsprache, sondern Kehlmanns Vorstellung von der Jugendsprache, die hier umgesetzt wurde. Dieses Experiment ist nur mäßig gelungen. Gleiches gilt für die Integration des Schriftstellers Miguel Auristos Blancos, der mit seinen Selbstfindungsbüchern als Antwort (?) in vielen Episoden auftaucht. Dabei stehen Schein und Sein in Konflikt zueinander, wie in "Antwort an die Äbtissin" deutlich wird.

"Ruhm" ist laut Buchbeschreibung ein Roman in neun Geschichten. In einem Interview sprach Daniel Kehlmann von einem Roman, der aus jeweils abgeschlossenen aber eng zusammengehörenden Episoden besteht. Jede Geschichte außer der letzten funktioniere auch für sich allein.

Es gibt zahlreiche Verknüpfungen zwischen den Geschichten (manche erschließen sich erst nach dem zweiten Lesen), jedoch überwiegt die Fragmentierung. Der Roman bietet reichlich Stoff für Interpretationen, aber er fesselt nicht. Dazu sind die Einzelgeschichten zu weit auseinander, das Gesamtwerk zu konstruiert. Abweichung von der Norm, wohl durchdachte Struktur und Variationen im Stil reichen nicht aus, es muss auch Atmosphäre geschaffen werden, wie sie eher in einem durchgängigen Gesamtwerk möglich ist.

Positiv bleibt festzuhalten: Der Roman fordert heraus. Identität ist ein großes Thema. Kehlmann betreibt ein Versteckspiel, welches man ergründen möchte. Wo liegen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion? Wie sind die Erzählebenen aufgebaut? Wo liegen die Verbindungen zwischen den Episoden?
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Leseerlebnis, 5. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten (Taschenbuch)
Dieses Buch habe ich auf Empfehlung einer Freundin gelesen. Der Titel klang sehr interessant. Für mich war es das erste Mal, so ein Buch zu lesen. Im Prinzip ist es eine Anthologie von neun Geschichten, aber irgendwie hängen sie miteinander zusammen. Teilweise sind sie sehr ernsthaft und ziemlich langatmig. Von der Stimmung her waren diese deprimierend. Andere fand ich richtig lustig, weil sie so absurd sind. Beispielsweise geht es in einer Geschichte um eine Protagonistin, die weiß, dass sie lediglich eine Romanfigur ist. Eine andere Geschichte handelt von einer älteren, totkranken Dame, die aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchte. Kurz vor dem Ende wendet sich die Handlung und nichts kommt, wie man es hätte meinen können. Besonders gut gefällt mir der Schreibstil des Autors, der nicht nur ein außenstehender Erzähler ist, sondern oft aktiv in das Geschehen eingreift. Insgesamt war es für mich ein außergewöhnliches Leseerlebnis. Das Werk ist meiner Meinung nach an anspruchsvolle Leserinnen und Leser gerichtet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Menschen, Orte, Avatare, 13. April 2010
Unser Leben hängt davon ab, ob wir ein usbekisches Visum, einen gültigen Personalausweis, das richtige Handy oder die korrekte Vorstellung von uns selbst und unserer Persönlichkeit haben - diese Theorie zieht sich durch die neun Geschichten in Kehlmanns "Ruhm". Sie wirft interessante Fragen auf, beispielsweise die, was wir eigentlich noch sind, wenn uns ein Stück Papier oder eine Datei fehlt, die unsere Identität bestätigt.
Gerade angesichts einer mittlerweile in vielen Fällen über das Internet stattfindenden Partnersuche, elektronischen Shoppens und sonstiger netter Auswüchse wird die Frage nach der Person hinter den Personalien mit immer undurchsichtigeren Avataren beantwortet, die gleichzeitig möglichst offen sein und dennoch nichts Wahres offenbaren wollen.
Adressen existieren nicht mehr, oft genug gibt es nicht einmal mehr halbwegs echte Namen, aber erotische Phantasien werden im Chat hinausposaunt. Die privatesten und die öffentlichsten Dinge haben ihren Platz getauscht und können kaum noch zugeordnet werden. Der Mensch ist, wer er zu sein scheint, wer er sein möchte oder einfach die Person, die sich mit entsprechenden Papieren ausweisen kann.
Dieses Verwirrspiel hat Kehlmann in "Ruhm" fabelhaft umrissen. Respekt!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spitze, 28. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten (Taschenbuch)
Sehr genialer Roman, neun verschiedene Geschichten, die miteinander verwoben eine ganze ergeben. Zeigt gut die Vernetztheit der Welt, dass ein Ereignis ein anderes hervorbringen kann... viel Spaß.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lost in Fiction, 27. Mai 2014
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten (Taschenbuch)
Das Thema "Ruhm" spielt in einer Gruppe der neun Geschichten eine sehr deutliche Rolle, in anderen ist diese Rolle nicht unmittelbar erkennbar. Beispiele aus der ersten Gruppe: Ein unbedeutender Durchschnittsmensch begreift, dass ihm aus Versehen die Handynummer eines berühmten Schauspielers zugewiesen wurde. Er erlebt nun für eine kurze Zeit den Rausch, eine Berühmtheit zu sein. Oder: Ein Nobody schmeißt sich an einen berühmten Schriftsteller heran, um in einer Geschichte von ihm einmal eine Rolle zu spielen. Er hält sich in seiner Mittelmäßigkeit sonst immer auf Promi-Foren im Internet schadlos, wo er mit seinen Insider-Kenntnissen angibt. Diese Geschichte ist übrigens die komischste, weil sie in der primitiv-verhackstückten Kraftmeier-Sprache von Bloggern geschrieben wurde, die sich in den Insider-Foren schon längst eine Ersatzwirklichkeit geschaffen haben. Eine andere Geschichte: Ein berühmter Schauspieler will sich in einem Club, wo sich Promi-Imitatoren treffen, selbst spielen und verliert gegen einen anderen Imitator seiner selbst, der dann auch seinen Platz in der Wirklichkeit einnimmt. (Diese Geschichte ist m.E. die schwächste, weil hier in Science-Fiction-Manier etwas demonstriert werden soll). Oder: Ein berühmter Verfasser von Lebenshilfe-Büchern wird von finstersten Depressionen und Zweifeln am Sinn des Lebens heimgesucht.

Schwieriger in diesen Zusammenhang ist die andere Gruppe von Geschichten einzuordnen: Eine alte Frau fährt in die Schweiz, um dort die Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Sie fleht den Autor (Kehlmann) an, damit letztlich nicht Ernst zu machen. Oder: Eine mittlere Krimi-Autorin geht auf einer organisierten Reise in ein fernes Land im Osten auf mysteriöse Weise verloren. Oder: Die Ärztin Elisabeth, die mit Leo Richter zusammen reist (Leo Richter weist sich auch als Daniel Kehlmann aus) findet sich auf einmal in einer Geschichte von Richter/Kehlmann wieder. Diese Tendenz zeigt sich generell: Das Leben der Protagonisten löst sich in Fiktion auf und lebt als solche fort: Der vorher erwähnte Blogger hat die Geschichte von der Frau bei der Schweizer Sterbehilfe gelesen. Die Auflagen der Krimi-Autorin steigern sich sprunghaft nach ihrem mysteriösen Verschwinden. Eine wichtige Rolle bei dieser Tendenz zur Fiktionalisierung spielen die modernen elektronischen Medien, insbesondere hier noch das Handy. So schafft sich ein Karrierist, der sich zwischen zwei Frauen nicht entscheiden kann, ein Gespinst aus Lügen, das er per Handy erzeugt und in dem er sich zuletzt verliert und auflöst.

Insgesamt also handelt es sich um Geschichten nicht nur über den Ruhm und seine Schattenseiten, sondern über die Tendenz in unserer Zeit zur Auflösung von Wirklichkeit in Fiktionalität, wobei die modernen Medien eine zentrale Rolle spielen. Die Geschichten sind griffig und einfallsreich geschrieben, aber sie sind gedanklich und in der Charakterdarstellung wenig komplex . Gleichzeitig haben die Brechungen der Realität und die Bewusstmachung des fiktionalen Charakters etwas Spielerisches und Unverbindliches an sich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fantasie, Dichtung, Romancier - ein Literaturexkurs, 9. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten (Taschenbuch)
Hm, dieses Buch ist schwierig zu beurteilen. Vielleicht sollte man es aus (mindestens) zwei Blickwinkeln betrachten:

1. Leser, die einfach nur der Unterhaltung willen lesen.
Das sind die Leute, die mit gutem Recht ein Buch erwarten, welches sie mit einer geradlinigen Handlung auf die Folter spannen kann, sie durchweg belustigt oder zum rätseln bringt. Kurz: ein Buch welches unterhält. Thriller, Krimis; Belletristik eben.
2. Leser, die nicht nur wegen der Unterhaltung lesen.
Die können vielleicht auch "Ruhm" lesen.

"Ruhm" besteht aus neun Geschichten. Jede kann für sich allein stehen, alle sind lose miteinander verknüpft. In jeder Geschichte steht der Austritt aus dem normalen Leben in ein anderes, nicht immer gewolltes im Vordergrund. Das nennt man wohl Realismus, steht dieser doch bei Kehlmann grundsätzlich im Vordergrund.
Zentrale Figur aus "Ruhm" ist Leo Richter, ein Schriftsteller, die zerbrechliche Figur die trotz allem die Macht über (fast) alle Figuren ausübt. So lässt er Rosalie nur widerwillig aus ihrem Todeskampf ausbrechen ("Es beschädigt meine Prosa") oder gibt in der letzten Geschichte grundsätzlich den Ton an.

Für die erste Gruppe der Leserschaft (zu der ich mich hauptsächlich auch zähle) kann man sagen, dass diese sich nicht gut unterhalten fühlen werden weil die Geschichten selbst zu dünn, die Zusammenhänge zu mager sind. Lesefluß stellt sich nicht ein, alles bleibt irgendwie ohne Lösung oder Zusammenhang im Raum stehen.

Die zweite Gruppe dürfte begeisterter sein da es doch eine Menge Dinge gibt, die man in "Ruhm" sehen kann. Kehlmanns verzerrte Darstellung seiner selbst in der Figur Leo Richter, der ungewöhnliche Stil, die facettenreiche Darstellung verschiedener Leben und das ständige Verwischen zwischen Fantasie und Realität können begeistern.

"Ruhm" ist ein gutes Buch, aber eben nicht für alle. Keine Kurzgeschichtensammlung, kein Roman, mehr eine Art biographisch verschlüsseltes Werk des Autors Kehlmann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 9 Teile eines Ganzen, 30. Mai 2011
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
9 Kurzgeschichten von Daniel Kehlmann:
1. Stimmen.
Computertechniker Ebling bekommt sein erstes Handy. Bei der Telefongesellschaft jedoch gab es einen Fehler und er erhält die Nummer eines anderen Teilnehmers, namens Ralf. Plötzlich rufen wildfremde Menschen bei ihm an.
2. In Gefahr.
Die Ärztin Elisabeth begleitet ihren Freund, den berühmten Schriftsteller Leo Richter, auf seiner Lesereise durch Lateinamerika.
3. Rosalie geht sterben.
Rosalies Reise nach Zürich zu einem Verein für Sterbehilfe
4. Der Ausweg.
Der berühmte Schauspieler Ralf Tanner hat sein Leben satt. Er gibt sich als Imitator seiner selbst aus und beginnt ein zweites Leben.
5. Osten.
Statt Leo Richter begibt sich die Kriminalautorin Maria Rubinstein auf eine Pressereise nach Zentralasien und geht verloren.
6. Antwort an die Äbtissin.
Miguel Auristos Blancos, Autor esoterischer Selbsthilfebücher, erkennt den Irrtum seiner Thesen.
7. Ein Beitrag zur Debatte.
Mollwitz, ein internetsüchtiger Mitarbeiter einer Mobilfunkgesellschaft, muss statt seines Chefs auf eine Konferenz und trifft dort Leo Richter.
8. Wie ich log und starb.
Mollitz Chef führt ein Doppelleben mit Ehefrau Hannah (am Wochenende) und Freundin Luzia (In der Woche).
9. In Gefahr.
Leo und seine Freundin Elisabeth reisen zu einem humanitären Einsatz ins afrikanische Kriegsgebiet.

Schon in Die Vermessung der Welt verband der Autor 3 verschiedene Geschichte, die auch einzeln funktioniert hätten, zu einem großen Ganzen. In Ruhm sind es nicht 3 sondern 9 Kurzgeschichten, die zum Schluss eine fast durchgehende Handlung ergeben.
In "In Gefahr" nimmt der Autor das Konzept seines Romans auf S. 25 vorweg "Ein Roman ohne Hauptfigur! [...] Die Komposition, die Verbindung, der Bogen, aber kein Protagonist, kein durchgehender Held."
Das Erstaunliche ist, dass einerseits jede dieser Geschichten alleine für sich funktioniert, andererseits jedoch genug Überschneidungen vorhanden sind, dass sich alle 9 Kurzgeschichten irgendwie auf die eine oder andere Weise miteinander verbinden, sei es durch Personen, die in beiden Geschichten vorkommen, sei es durch Handlungen die in einer Geschichte ausgelöst werden und deren Auswirkungen in einer eigenen Geschichte weitererzählt werden. Die Reihenfolge ist dabei sogar frei wählbar, das Buch funktioniert in beliebiger Reihenfolge der Geschichten.
Die Hauptfrage und der Hauptaspekt des Buches ist Kommunikation, sei es über Handy/Telefon oder Internet und welche sehr realen Folgen diese Interaktionen im echten Leben nach sich ziehen, so kostet Elbings Spiel mit den Anrufern des Fremden Ralf ein Leben.

Im Oktober 2010 begann man mit der Verfilmung des Romans, in welchem sechs der Geschichten zu einem Episodenfilm zusammengeführt werden sollen. Als Kinostart ist Herbst 2011 geplant.

Fazit: Eigentlich mag ich keine Kurzgeschichten. Diese jedoch sind so genial miteinander verknüpft, dass es großen Spaß macht sie beim Lesen miteinander in Beziehung zu setzten und zu beobachten, wie sich langsam ein Gesamtbild entwickelt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traum und Wirklichkeit oder Verdoppeltes Leben, 31. Januar 2009
Von 
MyandMar - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Viele Handy-Besitzer können sich ein Leben ohne Mobilfunktelefon nicht mehr vorstellen. Ähnlich geht es dem Protagonisten der ersten Geschichte in Daniel Kehlmanns neuem "Roman in neun Geschichten". Ebeling, der sich jahrelang geweigert hat, ein Mobiltelefon zu kaufen, ist auf einmal süchtig danach, ja fühlt zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie innere Zufriedenheit. Warum? Durch die offensichtlich doppelte Vergabe seiner Rufnummer bekommt er auf einmal Anrufe von verschiedensten Personen, die ein so völlig anderes - aufregenderes - Leben führen, als das bis dato eher unscheinbare und langweilige eigene. Auch wenn er nicht der Ralf ist, für den man ihn am Telefon hält, so spielt er ziemlich schnell das Spiel mit. Denn jener scheint eine bekannte, allem Anschein nach berühmte Person zu sein. Und diesen "Ruhm" - so auch der Titel des Buches - genießt nun Ebeling. Er flieht aus seinem kleinen Leben hinüber in ein genialistisches.

In ein Wechselbad der Gefühle wirft Daniel Kehlmann seine Leser mit seinem neuen Buch. In neun, mehr oder weniger verknüpften Geschichten spielt der Autor virtuos und raffiniert mit fremden Wirklichkeiten, der Definition des Wörtchens "Ruhm" sowie mehreren Bewusstseins- und Daseinsebenen infolge des fortschreitenden, exzessiven Gebrauchs von Handy und Internet.

Meint man gerade jemanden kennengelernt zu haben, verwandelt er sich schon im nächsten Moment in einen anderen. Oder scheint dies vielleicht nur so? Schlägt die virtuelle Welt dem realen Leben ein Schnäppchen? Nimmt sie die Wirklichkeit aus allem? Was ist echt, was nur vorgetäuscht? Wahre Kommunikation geht immer mehr verloren. Man befindet sich beinahe in einem "paradoxen Schwebezustand desinteressierter Anspannung".

Besonders beeindruckend gelingt ihm die Problematik des Wirklichkeitsverlustes durch die zunehmende Technisierung und Virtualisierung in der Erzählung "Wie ich log und starb". Hier lässt er den Abteilungsleiter eines Mobilfunkkonzerns über sein Doppelleben zwischen zwei Frauen jeglichen Bezug zur Realität verlieren. Die Technik hat ihn in eine Welt ohne feste Orte versetzt. "Man spricht aus dem Nirgendwo, man kann überall sein, und da sich nichts überprüfen lässt, ist alles, was man sich vorstellt, im Grunde auch wahr. Wenn niemand mir nachweisen kann, wo ich bin, ja wenn selbst ich mir darüber nicht vollkommen und absolut im Klaren bin, wo wäre die Instanz, die entscheidet? Wirkliche und festgesteckte Plätze im Raum, die gab es, bevor wir kleine Funkgeräte hatten und Briefe schrieben, die in der Sekunde des Abschickens schon am Ziel sind."

Kehlmanns Stil, sein Spiel mit Strukturen - der Leser wird durchgängige Konstanz und Homogenität vermissen - gibt den virtuellen Schwebezustand zwischen Wirklichkeit und Traum beeindruckend wider. Er wechselt Ton, Perspektiven und Erzählweisen. Gerade noch fabuliert er voller "Melancholie, ausbalanciert durch Humor", doch schon in der nächsten Geschichte offenbart er eine "in der Schwebe gehaltene Brutalität" oder gar philosophische Betrachtungsweisen des Lebens und des Seins an sich.

Auch die Anordnung seiner Geschichten vermittelt dieses Verwirrspiel auf formidable Art und Weise. "Wir sind immer in Geschichten.", ist in der letzten Erzählung "In Gefahr" zu lesen. "Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt! In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt." Auf Kehlmanns Buch scheint dies nur auf den ersten Blick zuzutreffen. Stehen seine Begebenheiten anfänglich noch völlig losgelöst nebeneinander, obwohl hier und da die Protagonisten - wenn auch ohne klar zu erkennenden Zusammenhang - mehrfach auftauchen und einigen Situationen eine gewisse Duplizität anhaftet, fügt sich indessen mit fortschreitender Seitenzahl sukzessive alles zum großen Ganzen zusammen. Denn alles "zielt darauf, eins zu sein. Mit sich, mit allem."

Letztendlich findet der Leser aus dem Irrgarten, in dem er sich zeitweise verloren glaubt, wohlbehalten und erstaunt heraus. Doch alle Geheimnisse gibt Daniel Kehlmann nicht preis bzw. es kostet - zugegeben ausgesprochen angenehme - literarische Anstrengung, sie zwischen den Zeilen zu entdecken. Aber vielleicht ist dies vom Autor auch gar nicht gewollt, "weil völlige Offenheit der Tod ist", wie er einen Protagonisten sagen lässt, "und ein einziges Dasein für den Menschen nicht reicht."

Fazit:
Daniel Kehlmann öffnet und schließt Türen, schiebt die eine Person in dieses, die andere in jenes Zimmer, "ja manövriert veritable Gruppen von Leuten in kleinsten Räumen hin und her, ohne dass einer dem anderen begegnet."
"Ruhm" entpuppt sich als hochwertige und anspruchsvolle Publikation, die einen ganz anderen Duktus als sein Bestseller "Die Vermessung der Welt" aufweist. Doch insbesondere diese Andersartigkeit zeigt, welch vielfältige literarisch-stilistische Qualitäten der 34jährige Autor hat.
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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefangen im literarischen Spinnennetz, 8. März 2010
Von 
David Fischer (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Daniel Kehlmann (34), der Autor vom Bestsellerroman "Die Vermessung der Welt", konnte bei der Konzeption seines neuen Buches "Ruhm" die Finger nicht vom literaturwissenschaftlichen Experimentierkasten lassen.

So ganz und gar unkonventionell kommt "Ruhm" in Aufbau, Struktur und Grundidee daher. Neun Episoden reihen sich nebeneinander, jede mit ihrer ganz eigenen Sprache, jede mit einem anderen Blickwinkel. Zugegeben, es stellt sich beim ersten Durchblättern die Frage, ob diese Geschichten mit Titeln wie "Ein Beitrag zur Debatte" oder "In Gefahr" überhaupt zusammenhängen.

Die auffälligste Gemeinsamkeit aller Geschichten ist die Frage danach, in wie weit äußere Einflüsse das Leben bestimmen. In "Ruhm" zeichnet Kehlmann ein facettenreiches Figurenkabinett unserer heutigen Gesellschaft: Da wäre zum einen ein neurotischer Schriftsteller, der sich seine Lieblings-Romanheldin nach dem verbesserten Bildnis seiner schnöden Lebensgefährtin baut. Oder der Schauspieler Ralf Tanner, der nach einem "Fluchtversuch" aus seinem goldenen Käfig als Doppelgänger nicht mehr zurück in sein wahres Leben findet. Oder der Blogger, ein Muttersöhnchen, das in der Realität ein wahres Versagerleben führt, doch in Internetforen den prolligen Kompetenzbeauftragten für jede Lebenslage mimt.

Alle Figuren wurden in eine Gesamt-Story verwoben, die zwar keinen richtigen Anfang, kein Ende und keine echte Hauptfigur hat, in der jedoch alle Handlungsfäden zusammenlaufen. Jede Geschichte löst an einem oder an mehreren Punkten einen Handlungsstoß für eine andere aus. Als Schubser für diesen Dominoeffekt dienen die Kommunikationsmittel unserer Zeit, das Mobiltelefon und das Internet. Heraus kommt eine bunte Geschichte, die stellenweise den Unterhaltungswert einer Verwechslungskomödie hat.

Mit Hilfe der Schnitttechnik führt Kehlmann unvermittelt neue Personen ein und neue Handlungsläufe beginnen. Mehrere Ansichten laufen gleichzeitig, werden aber nacheinander erzählt. Ist der Blogger Mollwitz in der Geschichte "In Gefahr" nur ein weiterer Typ, der den Schriftsteller Leo Richter von der Seite anquatscht, so ist der Internetjunk wenige Seiten weiter plötzlich der Nabel seiner eigenen Welt ' im Kontrast dazu vertreten durch einen seltsamen Internetslang. Dabei wechselt Kehlmann gekonnt von einem Stil zum anderen und behält stets den souveränen Umgang mit der Peinlichkeit seiner Figuren bei.

Daneben gibt "Ruhm" dem Leser Signale zu gesellschaftlichen Verfremdungen und unterschiedliche Wahrnehmungswelten. Kehlmann agiert ähnlich wie Tolstoi, vieles seiner Figuren spielt sich im Inneren ab. Das Betrachten der Welt mit unterschiedlichen Augen erzeugt den Eindruck, als ob etwas zum ersten Mal beschrieben wird. Ein Handwerksgriff, der zur Abwechslung im Lesevergnügen beisteuert.

Auf einen Ausflug in die literaturtheoretischen Metaebene entführt Daniel Kehlmann in die Geschichte "Rosalie muss sterben", in der er das Verhältnis zwischen Autor, Leser und Figur behandelt. In dieser Episode fleht die schwerkranke (sich selbst erkennende) Hauptfigur Rosalie auf dem Weg zur Klinik für Sterbehilfe den Autor an, er möge das Schicksal von ihr abwenden. Hier wechseln augenblicklich die Ebenen, exponierte Bittrufe der Figur unterbrechen die Erzählung und die Geschichte tritt aus dem üblichen räumlich-zeitlichen Spektrum von Erschaffer und Erschaffene heraus. Kehlmann thematisiert an dieser Stelle den Kommunikationsprozess in der Literatur - ganz nach Bachtins Theorie des zweistimmigen Wortes, der Stimme des Autors und der fremden Stimme, die sich überlagern - und stellt so die literarischen Vorstellungen der Rollen von Leser, Figur und Autor auf den Kopf.

Als Gesamtaussage bleibt zurück: Der Roman stellt die fremden Sprachen ins Recht, lässt die Wirklichkeit mit der Fiktion verschwimmen, spricht sich gegen die eine Wahrheit, den abgeschlossenen Text und die Verweigerung des letzten Wortes aus. Der Poststrukturalismus lässt grüßen.

Aber was macht "Ruhm" zu einem guten Roman? Seine Unfertigkeit. Die Erzählung ist keine von Widersprüchen gereinigte Welt. Die ungeschriebenen Teile sind bei "Ruhm" die eigentlich interessantesten. Denn zwangsläufig bindet Kehlmann den Leser selbst in den Schaffensprozess mit ein. Der Autor bietet die unterschiedlichsten Perspektiven und Bewertungsvorschläge an. Doch es findet sich kein hilfreicher Wink von ihm wieder, der die Verhältnisse zwischen den Figuren ausformulieren könnte; der Leser ist in diesem literarischen Spinnennetz auf sich allein gestellt. Der Leser soll entdecken. Er ist derjenige, der die unklaren Beziehungen und Leerstellen in diesem komplexen Geflecht an Verbindungen zusammenleimt. Somit setzt der Leser den letzten Stein auf die Endfassung des Textes.

Der Roman "Ruhm" ist ein handwerklich gelungenes Buch, das auf die Konfusion der Sprachen in einer globalisierten, ständig miteinander vernetzten Welt aufmerksam macht. Schönheitsfehler wie die teilweise eindimensional überzeichneten und ins klischeehafte entrückt Figuren sollen diesen guten Eindruck nicht trüben. Denn "Ruhm" bedient mehrere Lesegruppen und kann sowohl auf unterhaltsame als auch tiefgängige Weise gelesen werden.

Das Spiel mit dem Experimentierkasten hat sich für Kehlmann also gelohnt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erstaunlich gut!, 28. Oktober 2009
Von 
Sebastian Knop "dasebi" (Steinfurt, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Nach einem Bestseller wie der "Vermessung der Welt" wartet das Publikum gespannt auf das nächste Werk des Autors. Vielmals verpuffen bei diesem Roman/Buch die Vorschusslorbeeren in Schall und Rauch.
Anders ist es aus meiner Sicht bei diesem Buch von Daniel Kehlmann.
Fein verschlungene Handlungsstränge, mehr oder minder merkwürdige Charaktere in einem spannenden Netz aus Fiktion und Realität, und der überzeugende Schreibstil von Daniel Kehlmann zaubern eine meist überzeugende Komposition, die den Leser fesseln kann und einem auch nach Beiseitelegen des Buches beschäftigt.
Vor allem die Episode "geschrieben" vom übereifrigen, sozialfremden Internetblogger hat zum Lachen und Nachdenken angeregt.
Auf der anderen Seite werden in einigen Episoden traurige und auch gesellschaftskritische Facetten der verwobenen Geschichten deutlich.
Was mich zu "nur" vier Sternen bewogen hat, ist das Ende des Romans und die damit verbundene Auflösung der Vernetzung der überaus verschiedenen Handlungsstränge, welche hinter dem Vorrangegangenen ein wenig abfällt.

Zusammenfassend ist "Ruhm - Ein Roman in neun Geschichten" für mich ein hervorragendes Werk mit nur ganz wenig Abstrichen.
Absolute "Leseempfehlung"!
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Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten
Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten von Daniel Kehlmann (Taschenbuch - 1. November 2010)
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