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36
3,7 von 5 Sternen
Frucht der Sünde: Ein Merrily-Watkins-Krimi
Format: TaschenbuchÄndern
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Juli 2009
Mit großem Interesse habe ich in der DB-Zeitschrift auf der Fahrt nach Berlin das Interview mit dem Autor Phil Rickman gelesen. Eine alleinerziehende, verwitwete und Kette rauchende sowie häufig fluchende anglikanische junge Pfarrerin, die Morde mit einem Schuss Übersinnlichem aufklärt - wie cool ist das denn? Also, gleich am Bahnhof in Berlin das Buch besorgt und angefangen zu lesen.

Und mit Spannung erwartet, dass dann auch etwas passiert... doch - diese Erwartung wird leider enttäuscht. Der Autor ergeht sich in einer sehr präzisen und interessanten Beschreibung des Alltags einer anglikanischen Dorfpfarrerin mit dem Namen Merily Watkins und deren Probleme in der neuen Gemeinde - soziale Kontrolle, Versuche, die Pfarrerin auf die eigene Seite zu ziehen, Neid, Missgunst, Ärger, dazu Probleme mit der Teenager-Tochter und - um einmal wieder zum "Kriminalroman" zurückzukehren - ominöse Andeutungen über den jahrhundertealten Apfelgarten am Rand des Dorfes Ledwardine. Das war es dann aber auch schon - abgesehen von Berichten über Teenagerfreundschaften und -feindschaften, ersten Erfahrungen der Tochter mit dem berüchtigten Cider, dunklen, esoterischen Geschichten über den Apfelgarten und eine Hexenverfolgung eines ehemaligen Pfarrers - Wil Williams - aus dem 16. Jh.. immer wieder eingebracht durch die skurrile und esoterisch angehauchte Verkäuferin Lucy Devenish usw. usw. - so lang und breit wie hier, so lang und breit schildert der Autor auch das Dorfleben und die ersten Gehversuche seiner "Heldin" Merily.

Zusammengefasst: Die erste Hälfte des Buches - immerhin 300 Seiten - geschieht gar nichts! So ging es mir wie anderen Rezensenten, man quält sich durch die Seiten und hofft, dass nun irgendwann einmal etwas passieren möge. Ach ja, gleich zu Beginn stirbt ein älterer Mann bei einer nächtlichen Versammlung von Dorfhonoratioren am ältesten Baum des Apfelgartens - gaaaanz ominös und dann eher im weiteren Verlauf beiläufig behandelt und zum Schluss en passant aufgeklärt... wow...

Dann, ab der zweiten Hälfte des Buches, wird es dann doch noch zu einem Kriminalroman. Eine Freundin von Jane, der Tochter Merilys verschwindet, und eine Kette von Ereignissen kommt in Gang. Der Autor holt jetzt nach, was 300 müde Seiten vorher fehlte: Morde bzw. Tote am Fließband... man dreht eine Seite nach der anderen um, liest und liest und am Ende wird die Auflösung aller Geschehnisse, Toten, Morde fix in einem Kapitel zusammengepresst...

Statt das Buch dann noch einmal "auslaufen" zu lassen und ein wenig Klarheit in die vielen Verflechtungen und Morde zu bringen, bricht es einfach abrupt ab. Einiges bleibt offen, aber (!) es ist ja der Beginn einer Reihe, daher hoffen wir mal auf die Weiterführung der Fäden in den nächsten Bänden.

Das, was für mich den Reiz ausmachte, dieses Buch zu kaufen, nämlich der Hinweis, dass über Agatha Christie hinaus, eben auch mysteriöse, an der Grenze von Vernunft und Glauben angesiedelte "unerklärliche" Ereignisse mitspielen und Merilys "Untersuchungen seltsamer Todesfälle" mit beeinflussen, kommt zwar vor. Jedoch aus meiner Sicht nicht so, dass ich nun gefesselt auf dem Sofa liege und atemlos Merilys Ausflüge in "andere Sphären" verfolge... ich finde gerade die Schilderungen dieser übernatürlichen Phänomene und Erlebnisse Merilys eher langweilig und - z.T. aufgrund zahlreicher Wiederholungen ähnlicher Erlebnisse - dann auch nervend.

Fazit: Ich hatte mir mehr versprochen, gerade auch aufgrund des interessanten Interviews mit dem Autor, das ich gelesen hatte. Was bleibt, ist der realistische Einblick in englisches Dorfleben, ein paar Morde, eine "hingehechelte" Auflösung und ein abruptes Ende... Wem`s gefällt, möge den zweiten Band lesen, ich werde ihn mir, wenn überhaupt, wohl nur noch ausleihen, um Geld zu sparen.. so long
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 21. Juni 2009
Beworben wird das erste Buch um Merrily Watkins mit der Beschreibung seiner unkonventionellen Heldin: Die Pfarramtsvertreterin der anglikanischen Kirche soll fluchen, rauchen und Umgang mit einem ungewöhnlichen Freundeskreis pflegen. Zudem sagt man der auf Exorzismus spezialisierten Mutter einer esoterisch angehauchten Tochter nach, das Wort "fromm" zu hassen. All das habe ich in dem ersten Band um Merrily und ihre Tochter Jane nicht wieder finden können. Vielleicht wird sich der Charakter der Hauptfigur in den nächsten Bänden dahin entwickeln, doch in diesem Buch findet sich eine sehr unsichere von Selbstzweifeln geplagte, sympathische Frau, die beim Antritt ihrer neuen Pfarrstelle sogleich vor schwierigen Aufgaben steht: Bei einer heidnischen Feier in einem großen Apfelgarten, geschieht in ihrem Beisein ein mysteriöser Mord und als dann kurze Zeit später die neue Freundin ihrer Tochter aus dem Ort spurlos verschwindet, gerät die ganze Gemeinde in Aufruhr.

Rickmann hat mit diesem Buch einen soliden Grundstein für den Aufbau einer Serie gelegt. Er schildert die einzelnen Personen des kleinen englischen Dorfes Ledwardine sehr detailliert und nimmt sich viel Zeit für den Ausbau der Charaktere. Dazu mischt er mythische Elemente, den Aberglauben der Bewohner, aber auch eine Krimihandlung zu einem dichten Stoff, der durch seine Protagonisten lebt. Leider verliert er sich zeitweise im Detail, baut zu viele Nebenschauplätze auf und das geht auf Kosten der Spannung. Die eigentliche Krimihandlung, der zu Beginn geschehene Todesfall, aber auch das Verschwinden von Janes Freundin gerät ein wenig ins Hintertreffen.
Trotzdem ist die Geschichte um das Dorfleben, die teilweise sturen Bewohner und das unheimliche Pfarrhaus, in dem Merrily und Jane leben, so dicht und angenehm geschrieben, dass man dies gern verzeiht. Wer atemlose Spannung, eine brutale Handlung und blutige Details mag, ist hier sicherlich nicht gut bedient, für Leser mit der Liebe zu Cozys ist "Frucht der Sünde" aber ganz sicher ein Highlight in diesem Jahr und der gelungene Auftakt zu einer viel versprechenden Serie. Ich werde mir auf jeden Fall den für Dezember angekündigten zweiten Band "Mittwinternacht" zulegen, denn der Stil von Rickmann und seine Liebe zu seinen Charakteren hat mir gut gefallen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nach dem tödlichen Autounfall ihres Mannes, der zusammen mit seiner Geliebten umkommt, hat die verzweifelte Merrily Watkins in einer kleinen Kirche eine Art Vision und fühlt sich von diesem Zeitpunkt an fürs Pfarramt berufen.
Sehr zum Verdruss und Unverständnis ihrer sich im Teenageralter befindlichen Tochter Jane, die nach dem Tode ihres Vaters selbst von Trauer und Unsicherheit heimgesucht wird.
Für Merrily bietet sich jedoch eine neue Zukunftsperspektive, als ihr, dank des selbstlosen Einsatzes ihres Onkels Ted, in der kleinen, sehr ländlichen Gemeinde Ledwardine eine Stelle als neue Pfarramtsvertreterin angeboten wird.
Da sie sich bereits vor Amtsantritt ein Bild ihrer neuen Schäfchen" machen möchte, schleicht sie sich heimlich und inkognito bei einem Dorftreffen, einer Veranstaltung eines eher heidnischen Rituals, dass die Dörfler nach langer Zeit wieder aufleben lassen wollen, ein.

Hier lernt sie drei Dinge- In Ledwardine werden Traditionen gepflegt, Apfelbäume sind mehr als nur einfache Apfelbäume, nämlich magisch; nimmt man einmal die Kommentare der alten, kauzigen Lucy ernst und allem Neuen gegenüber stehen die Dörfler alles andere als aufgeschlossen gegenüber.
Obwohl das Dorftreffen" tragisch mit einem Selbstmord eines alteingesessenen Bürger endet, nimmt Merrily die Herausforderung an und zieht einige Zeit später mit ihrer Tochter Jane nach Ledwardine um den ihr angebotenen Posten anzunehmen.

Womit sie nicht rechnet ist, dass sie sich kurz nach ihrer Ankunft gleich mit einem schwerwiegenden Problem konfrontiert sieht- einige Dörfler planen eine Art Cidrefestival, um dem Dorf zu altem Glanz und einer Menge neuer Touristen zu verhelfen. Aus diesem Anlass hat auch ein berühmt-berüchtigter Drehbuchautor angeboten, ein Stück über einen ehemaligen Bewohner von Ledwardine zu schreiben, der dort vor Jahrhunderten als Pfarrer lebte und der wegen Hexerei angeklagt wurde und kurz vor der Verhaftung Selbstmord beging.
Die Wellen der Empörung schlagen hoch, als bekannt wird, dass dieses Stück in der Kirche aufgeführt werden soll. Auf der einen Seite stehen die aufgeschlossenen Dörfler, die diesen Plan befürworten, auf der andere Seite die Traditionalisten wie auch James Bull-Davies, der reiche Gutsbesitzer, der scheinbar etwas zu verbergen hat.
An Merrily allein bleibt die Entscheidung, für oder gegen die Kirche als Aufführungsort des Stücks hängen und diese Entscheidung kann für sie weitreichende Folgen haben, die sogar zu ihrer Amtsenthebung führen können.

Neben dieser großen Sorge kommen noch weitere hinzu, als Janes Mitschülerin und Freundin eines Tages nach ihrer Geburtstagsfeier plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist, ein schüchterner Tatverdächtiger bei Merrily im Pfarrhaus Asyl sucht und sie und Jane von unerklärlichen Visionen heimgesucht werden.
Die alte Lucy macht für alle Geschehnisse den verwunschenen Apfelgarten neben der Kirche verantwortlich und Merrily muss lernen sich in ihrer neuen Gemeinde durchzusetzen, will sie diese Zeit der Einführung dort überhaupt bestehen...

Frucht der Sünde" ist der erste Teil einer im Original bereits 10 Teile umfassenden Serie, deren weibliche Heldin eine spät berufene Pfarrerin ist, die sich nicht nur mit unerklärlichen Phänomenen, Verbrechen und ihrer pubertierenden Tochter herumschlagen muss, sondern zudem auch mit sturen Dörflern.
Erfrischend anders ist die Vita der Heldin dieser neuen Serie. Sie ist keineswegs einfach nur eine einfach gestrickte, frömmelnde Pfarrerin, sondern eine ganz normale Frau, mit Ecken und Kanten, die genau wie auch andere Menschen ab und an von Selbstzweifeln geplagt wird.
Ihre zum Teil ironische, nüchterne Betrachtungsweise auf die Art der Dinge dürfte dem Leser gefallen und ihr zusätzliche Sympathiepunkte einbringen.

Ein großes Plus sehe ich zudem in der wunderbaren, feinsinnigen Charakterisierung aller Romanfiguren des Romans. Selbst die Nebenakteure sind sehr unterschiedlich geraten und realitätsnah vom Autor beschrieben worden, so dass man als Leser nach einer Weile das Gefühl bekommt, man würde diese fiktiven Personen persönlich kennen.
Dieser positive Aspekt führt leider auch zu einem kleinen Manko, denn Phil Rickman verstrickt sich oftmals zu tief in den vielen Dorfintrigen und Dialogen der Nebenfiguren und verliert das Wesentliche ein wenig aus den Augen.
Man weiß nicht so genau, wo man diesen Roman einordnen soll. Für einen Krimi wird zu wenig Spannung aufgebaut und der Mordfall gerät zu sehr ins Hintertreffen, auch wenn ich die Langsamkeit in Landhauskrimis" eigentlich schätze.
Selbst wenn ich den Roman als unterhaltsame Charakterstudie über Dörfler mit paranormalen Elementen gespickt, reduzieren würde, täte ich dem Autor doch ein wenig Unrecht.

Im Grunde vereint der Autor alle genannten Zutaten zu einem Roman- der keine Frage, trotz einiger Längen unterhaltsam und sieht man ihn einfach als Beginn einer neuen Serie, eine gelungene Einführung in die Welt von Merrily Watkins und ihrer Tochter Jane geworden ist.
Empfehlen würde ich diesen Roman und die Merrily Watkins Reihe allen Lesern, die keine Krimi-Schocker" erwarten, sondern eher amüsante Unterhaltung im Stile von englischen Häkel"-Krimis. Diesen Lesern wird Phil Rickmans Erstlingswerk, das in Großbritannien für viel Furore gesorgt hat, sicherlich genauso viel Freude bereiten wie mir. 4.5 von 5 Punkten. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Juli 2009
In dem Buch passiert so nicht viel. Viele, sehr viele Seiten wird eigentlich nur beschrieben was die Pfarramtsvertreterin Merrily für Schwierigkeiten hat: im Dorf, in ihrem neuen Haus, mit dem Mitgliedern ihrer Gemeinde und mit ihrer pubertierende Tochter Jane etc. Erst im letzten Drittel verschwindet ein Mädchen und jemand stirbt. Die Apfelbäume im Dorf spielen hier eine große Rolle, es geht um alten Glauben. Merrily Watkins ist auch nicht die typische Pfarrerin, sie raucht und flucht.
Das Buch ist kein typischer Krimi, es geht eher um die Charaktere. Leider ist das Buch stellenweise doch etwas zäh und langatmig. Da hätten ein paar weniger auch gut getan. Aber als Einstieg für die Serie war es sehr ausführlich und lässt gespannt auf Teil 2 warten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 1. August 2011
Apfelbäume sind ein wichtiger Bestandteil von Ledwardine, einen kleinen Ort im Westen Englands.
In genau dieses Örtchen hat es die junge Witwe Merrily Watkins und ihre Tochter Jane verschlagen. Merrily soll dort die Nachfolge des Pfarrers antreten. Dennoch währt die Ruhe des so vermeintlich beschaulichen Ortes nicht lange: Bei einer nächtlichen Feier im Apfelgarten ereignet sich ein erschreckender Todesfall, ein Skandalautor will einige Wochen später in der Kirche ein anrüchiges Stück über einen als Hexer verfolgten Geistlichen inszenieren und Merrily wird zusammen mit ihrer Tochter von düsteren Visionen geplagt, als sie in das alte Pfarrhaus einziehen.
Und das war noch längst nicht alles....
'Frucht der Sünde' ist Merrily Watkins 'erster Fall'. Das Buch begann richtig gut. Phil Rickmans Erzählstil ist unterhaltsam und leicht lesbar und er erschuf authentische und glaubwürdige Charaktere. Vor allem Jane war für mich zu Beginn ein guter und sympathisch umgesetzter Charakter und auch Merrily wirkte auf mich auf Anhieb sehr positiv.
Leider ändert sich Janes Charakter im Lauf der Handlung massiv. So wird sie von einer überzeugten Atheistin zu einer abergläubischen Mystikerin und verliert so an Glaubwürdigkeit. Überhaupt war das Buch ab der Hälfte sehr mystiklastig und es herrschte zu viel Aberglaube unter den Figuren.
'Frucht der Sünde' ist insgesamt sehr überladen mit verschiedenen Sagen- und Mystikelementen und auch die zahlreichen Figuren entwirren den Plot nicht wirklich.
Normalerweise ist eine unvorhersehbare Handlung mehr als positiv, in diesem Fall aber mangelt es massiv an Spannung und nur am Ende wird es etwas fesselnder, aber leider auch nur kurzfristig.
Trotz des guten Themas ist die Umsetzung nicht wirklich gut gelungen, da es einfach zu viel auf einmal ist.
Dennoch werde ich die Reihe noch etwas weiterlesen, da durchaus Potential vorhanden ist und die gute Atmosphäre und die eigenständigen Charaktere mich überzeugt haben.
Merrily Watkins ist wahrlich Kult!

3 von 5 Sternen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Merrily Watkins, Witwe, zieht mit ihrer 15-jährigen Tochter in einen kleinen Ort ins westliche England. Sie ist Pfarramtsanwärterin in einem kleinen Dorf und als solche steht ihr das große Pfarrhaus zu, das von Apfelbäumen umringt ist.
Das Haus entwickelt in Merrilys Augen eine Eigendynamik, macht ihr Beklemmungen und schickt ihr Albträume, so dass sie froh ist, erstmal auswärts untergebracht zu sein, zumindest solange, bis die Renovierung fertig ist.

Um einen dieser Apfelbäume ranken sich alte Geschichten von einem Pfarrer, der sich dort vor 300 Jahren erhängt haben soll.
Dieses Ereignis soll in der Kirche als Theaterstück aufgeführt werden, zum Missfallen einiger Dorfbewohner.

Am Dreikönigstag wollen einige Dorfbewohner eine alte Sitte aufleben lassen, sie wollen wieder Cider bei sich im Dorf herstellen. Bei einem Ritual unter dem Baum geschieht jedoch ein Unglücksfall.

Später verschwindet auch noch ein Mädchen und irgendwie scheinen die Vorkommnisse alle zusammenzuhängen...

Nach dem ich das Buch gelesen habe, habe ich mich gefragt, in welches Genre ich dieses Buch stecken würde. Krimi oder Thriller ist meiner Meinung nach nicht ganz zutreffend. Bei einem Krimi erwarte ich Ermittlungen, die letztendlich zum Täter hinführen, bei einem Thriller etwas ungemein Spannendes und Atem anhaltendes.
Beide Definitionen passen nicht ganz zum vorliegenden Buch.

In diesem Roman wird versucht, ein Ereignis von vor 300 Jahren aufzuarbeiten. Aber nicht jeder im Dorf ist glücklich darüber, so dass versucht wird, das zu verhindern.

Merrily, die mit Hilfe ihres Onkels den Posten bekommen hat, versucht sich in dem Dorf, in dem man nicht viel davon hält, dass eine Frau sonntags die Predigt hält, durchzusetzen. Das ist nicht immer leicht, selbst ihr Onkel wendet sich ob ihrer Eigeninitiativen von ihr.
Sie ist erst sehr spät zur Kirche gekommen, aber nun sieht sie die Arbeit mit Gott als ihre Berufung. Wenn sie auch gläubig ist, zwingt sie ihre Tochter nicht, sich am Sonntag mit in die Kirche zu setzen und die Predigt anzuhören.

Als man an sie herantritt, ob die Vorführung des Theaterstücks nicht in ihrer Kirche stattfinden kann, ist sie zuerst skeptisch. Aber als sich immer mehr Stimmen dagegen melden, schaltet sie auf stur und sagt zu.

Von da an überschlagen sich die Ereignisse und ein Mädchen verschwindet. Endlich versucht auch die Polizei ihre Arbeit zu tun.

"Frucht der Sünde" ist der Auftakt einer Reihe um die Pfarrerin Merrily Watkins. Im englischen gibt es bereits 12 Bände, ins deutsche wurden bisher 11 übersetzt.
Ich habe die Teile 10 und 11 als Rezensionsexemplare bekommen und wollte den 1. Teil lesen, um in die Geschichte hineinzukommen und mich dann Band 10 widmen.
Nun musste ich feststellen, dass ich zwar auf Merrily und das Dorf eingestimmt wurde, mir aber doch Entscheidenes fehlt, um die Protagonistin richtig kennenzulernen. Also muss ich wohl erst Teil 2 lesen.

Merrily Watkins ist eine selbstbewusste Frau, die sich in einem Männerberuf durchsetzen will und das auch fürs erste geschafft hat.
Das Haus macht ihr Angst und sie hält ihre gruseligen Träume für Träume, aber irgendwie sind sie doch real. Ihre Tochter scheint das Ungewöhnliche im Haus nicht zu spüren, nur Merrily.
Es dauert lange, bis sie sich all die Dinge erklären kann.

Alle Geschehnisse laufen irgendwie auf ein Ereignis aus der Vergangenheit zu. Wie alles zusammenhängt wird dem Leser sehr lange vorenthalten. Ja man ahnt nicht einmal ansatzweise, wie der Autor letztendlich alles "passend" machen will.

Die Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet, Merrily wie auch die Nebenfiguren. Mit ihren Ecken und Kanten sind sie sympathisch oder eben nicht, je nachdem, wen man gerade vor sich hat.
Obwohl es nicht der klassische Krimi ist, den man vielleicht erwartet, ist das Ende schon eine Überraschung, die man so gar nicht erwartet hätte.

Mich hat dieses Buch jedenfalls angefixt auf Merrily Watkins und ich will unbedingt mehr über sie erfahren.
Wer einen typischen englischen Krimi erwartet, sollte sich ein anderes Buch vornehmen. Wer aber nicht vor Aberglauben und einem Dorf, das in Alteingesessene und Zugezogene unterscheidet, zurückschreckt, sich auch gern überraschen lässt über die Wendungen, die so ein Buch nehmen kann, der sollte es lesen.
Auch wenn es viele Seiten gebraucht hat, bis ich in der Geschichte gefangen war, hat sie mich sehr gut unterhalten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 18. Juni 2012
Eine junge, häufig fluchende und unkonventionelle Pfarrerin, alleinerziehende Mutter zudem, löst mysteriöse Mordfälle mit einem Schuss Esoterik in der englischen Provinz. So die Beschreibung. Meine Erwartung lautete: eine handfeste Figur mit Selbstbewusstsein, ein bisschen witziger Stil und Spannung, die durch Mordfälle einerseits und Übersinnliches andererseits erzeugt wird.
Fehlanzeige. Merrily Watkins wird von Selbstzweifeln geplagt und flucht höchst selten. Witzig ist leider gar nichts, sondern nur verquast und langweilig. Der Autor hält sich ewig lang mit den Beweggründen und Positionen der Dorfbewohner pro und contra Theateraufführung in der Kirche auf. Diese sind zwar gut gemacht und verdeutlichen so die Konfliktsituation, in der sich Merrily befindet, bringen die Geschichte aber nicht weiter. Personen handeln entgegen ihrem Charakter, entwickeln sich sprunghaft oder nicht zu Ende, Perspektivwechsel sorgen für zusätzliche Verwirrung. Während in der ersten Hälfte des Buches fast nichts passiert, häufen sich später plötzlich die Leichen nach dem Motto "ach, der muss auch noch weg". Das Mystische beschränkt sich auf alten Aberglauben und Alpträume sowie schlecht gemachtes Verschwinden auf übernatürliche Weise. Manche Teile sind richtig übel - z.B. der in die Länge gezogene improvisierte Theaterauftritt. Zum Schluss wird die Lösung hingeklatscht, vieles aber nicht erklärt. Ich werde ganz sicher keine Fortsetzung lesen, geschweige denn erwerben.

Die Ankündigung des mystischen, spannenden Inhalts hat mich bis zum Ende hingehalten - sonst hätte ich das Buch sicher nicht zu Ende gelesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Dezember 2009
Wahrlich, dies ist kein Krimi der gewohnten Sorte. Und ich muss gestehen, ein wenig hatte ich mit dem Buch zu kämpfen. Allerdings nicht negativ gesehen. Erwartet habe ich einen klassischen Krimi der in England angesiedelt ist. Bekommen habe ich eine wahnsinnig spannende Mischung aus ein wenig Aberglaube, alten Dorfgeschichten und sehr wenig Mord, bis zum Schluß. Im Grunde beginnt alles wie ein Krimi der herkömmlichen Art, doch sehr schnell wundert man sich darüber, dass zwar sehr viel über menschliche Schwächen und Probleme berichtet wird, auch Aberglaube und Mystik nicht zu kurz kommen, der Krimiaspekt allerdings sehr weit in den Hintergrund tritt und eigentlich erst mit dem Verschwinden Colettes wieder ein wenig die Führung durch das Buch übernimmt. Erst gen letzte 100 Seiten wandelt sich das Buch zu einem echten Krimi, was ich als ein wenig zu spät erachte und daher auch einen Stern abziehe.
Die Charaktere sind interessant, jedoch nicht unbedingt bestechend. Eigentlich zog mich keine der Personen charakterlich besonders an und trotzdem kam ich nicht umhin mich nach Beenden des Buches zu fragen: Wie geht es wohl weiter? Und ja, ich habe das zweite Buch von Phil Rickman ebenfalls gekauft und werde es demnächst lesen. Aus einem ganz einfachen Grund: Frucht der Sünde war unheimlich faszinierend!
Nun rechne ich nicht mehr mit einem herkömmlichen Krimi und kann mich in das zweite Buch vollkommen unvoreingenommen versinken lassen. An die "Krimis" von Phil Rickman muss man wohl einfach mit einer anderen Sicht der Dinge herangehen. Trotzdem ist dieser Roman sehr zu empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Da es sich bei "Frucht der Sünde" um den ersten Teil einer Reihe handelt, ist dies insbesondere die Gelegenheit sich mit Merrily Watkins und ihrer Geschichte bekannt zu machen. Der eigentliche Kriminalfall steht daher hier (noch) nicht im Vordergrund. Merrily ist nicht gerade die typische Pfarramtsvertreterin, sie raucht, ist allein erziehend und in ihren Ansichten schon mal etwas unkonventionell. Doch ihre weibliche Sicht der Dinge ist ihr in ihrem Beruf durchaus hilfreich, nachdem die Kirche jahrhunderte lang von Männern dominiert wurde. Ihre besondere Empfindsamkeit für die Vorgänge der Vergangenheit und die Spiritualität ihrer Umgebung stellen sie jedoch auch vor eine Bewährungsprobe. Ihre Tochter Jane, die mitten in der Pubertät steckt, ist hier noch eine zusätzliche Herausforderung. Merrily stellt sich der Tatsache, dass manchmal nicht alles durch den Verstand erklärt werden kann und macht sich mit ihrer Art sowohl im Dorf als auch im Bistum nicht nur Freunde. Der Schreibstil von Phil Rickman ist dabei sehr unauffällig und konzentriert sich ganz auf die Hauptfigur. Ein wirklicher Spannungsbogen lässt sich leider nicht erkennen, doch ich fand auch die Ereignisse im Dorf und in Merrilys Leben sehr interessant. Leider ist das Ende jedoch sehr abrupt und daher ein wenig enttäuschend. Wie es weiter geht mit Merrily Watkins, erfährt man in "Mittwinternacht", dem zweiten Band der Reihe.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Februar 2011
Der Klappentext hätte mich stutzig machen sollen.
Nein, nicht der Inhalt der Story, die klingt interessant.
Die Lobeshymne des "Spectator", die da lautet "Einer der besten Krimiserien überhaupt".
Nun gut. Ich kann mich dieser Meinung nicht anschließen.

Man merkt das der Autor sehr bemüht ist, alles richtig zu machen.
Nur so ist es zu erklären das in einem ausgewiesenen Kriminalroman fast alle gängigen Genres bemüht werden.
Leidenschaft, Liebe, Hass, Mord, Sex, Mystik, Kirche, Rockmusik, ein verschlafenes Dorf, eine reiche Göre, eine zu erwachsene fünfzehnjährige, ein verschlafenes Dorf, ein Dorftrottel und nicht zuletzt Äpfel, eine Unmenge Äpfel.
Zu viele unnötige Personen für einen Roman, dessen Geschichte erst nach gut 300 Seiten so richtig in Gang kommt.
Rickman zerschneidet ein Wollknäuel und läßt den Leser mit den losen Enden alleine. Die Vielen Absätze bauen stets am Ende Spannung auf, nerven aber schlussendlich, weil er einfach nicht zum Punkt kommt.

Und ist er dann soweit das Ende der Geschichte zu erzählen geht ihm die Luft aus.

Dafür benötigt man keine 600 Seiten.

Auch wenn sie sprachlich noch so gut sind wie die von Phil Rickman.
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