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4.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Buch
"Schwimmen", der Debütroman der irischen Schriftstellerin Nicola Keegan, handelt vom Leben der rekordverdächtigen Schwimmerin und Olympiasiegerin Philomena Grace Ash, den Wettkämpfen, sowie den persönlichen Krisen und glücklichen Momenten.

Philomena wird als zweites von vier Mädchen, Ende der 60ger, im erzkatholischen Kansas...
Veröffentlicht am 19. März 2010 von Julia

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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dieser Roman ist ein Nichtschwimmer
Schon lange habe ich mich nicht mehr so durch ein Buch quälen müssen wie durch Nicola Keegans Roman "Schwimmen".
Er handelt von Philomena Ash, deren ganzer Lebensinhalt aus nichts anderem als dem Schwimmen besteht. Schon als Baby war sie unruhig und schlaflos, erst das Schwimmen brachte ihr Struktur und Schlaf. Und das war's im Grunde auch schon, von mehr...
Veröffentlicht am 10. April 2010 von Ailis


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Buch, 19. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
"Schwimmen", der Debütroman der irischen Schriftstellerin Nicola Keegan, handelt vom Leben der rekordverdächtigen Schwimmerin und Olympiasiegerin Philomena Grace Ash, den Wettkämpfen, sowie den persönlichen Krisen und glücklichen Momenten.

Philomena wird als zweites von vier Mädchen, Ende der 60ger, im erzkatholischen Kansas geboren. Schon beim Babyschwimmen wird klar, dass sie eine besondere Beziehung zum Wasser und zum Schwimmen selbst, hat.

Nach zwei schweren Schicksalsschlägen wird das Schwimmen zum wichtigsten Lebensinhalt. Durch den Erfolg bei den Landesmeisterschaften, die sie in mehreren Disziplinen gewinnt, wird der berühmte Schwimmtrainer E. Mankowitz auf sie aufmerksam und bietet ihr die Chance, bei Olympia teilzunehmen. Sie ergreift die Chance und wird eine der erfolgreichsten Schwimmerinnen überhaupt. Dass dies gerade nach der Karriere auch Schattenseiten hat, erfährt Philomena am eigenen Leib.

Die Geschichte um Philomena ist eine fiktive Geschichte in realem Rahmen, die von ungefähr 1967 bis heute spielt. Reale Ereignisse sind die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles, die von den Ostblockstaaten und der DDR boykottiert wurden, und an denen Philomena zum ersten Mal teilnimmt. Ebenso spielen die Olympiade 1988 in Seoul und die 1992 in Barcelona eine Rolle. Philomena selbst erinnert an keine wirkliche Person der damaligen Zeit, ist heute zu Tage aber vergleichbar mit Michael Phelps, der auch die berühmte Acht (acht Goldmedaillen bei einer Olympiade gewinnen) schaffte.

"Schwimmen" ist ein außergewöhnliches Buch, denn es reißt den Leser auf eine ungewöhnlich intensive Art und Weise mit, die nicht immer positiv ist.

Die Verluste, die Philomena erlebt, gehen dem Leser selbst sehr nahe, denn die einzelnen Figuren wachsen einem sehr ans Herz. Sie sind nicht perfekt in ihrem Handeln und Tun und gerade das macht sie so sympathisch, z.B. der etwas verrückte Vater und Fledermausforscher Leonard, der oft so liebevoll und später so traurig ist und Bron, die intelligente ältere Schwester, die der Wahrheit allzu direkt ins Auge sieht. Der Verlust einer solch liebgewonnen Person geht nicht nur Philomena nah.

Anders und doch ähnlich verhält es sich mit den Wettkämpfen. Wenn die Autorin diese näher beschreibt, fiebert man selbst mit, als würde man Olympia vor dem Fernseher verfolgen die Augen fliegen nur so über die Seiten. Dies tut Keegan allerdings nicht sehr oft, sie konzentriert sich meist mehr auf das Innenleben von Philomena und das kann für den Leser zu einer echten Herausforderung werden. Nachdem Phil aufhören muss professionell zu schwimmen stellt sie fest, dass da gar nichts mehr ist. Sie ist allein und weiß nicht was sie mit sich und ihrem Leben anfangen soll, denn eigentlich will sie nur schwimmen. Philomena fällt in ein tiefes Loch und der Leser fällt mit. Die letzten 200 Seiten beschreiben fast ausschließlich ihre Einsamkeit und die Depressivität, dass kann für den eher zartbesaiteten Leser wirklich anstrengend werden, denn man kann es ihr so nachfühlen, diese unendliche Leere und die Flucht vor allem und allen.

Anfangs hängen die Kapitel kaum zusammen, sie erinnern an die Montagetechnik, die Gemeinsamkeit: Es geht um Philomena. Es wird in chronologisch erzählt, doch wird sehr viel im Vorhinein angedeutet und teilweise erst sehr viel später näher erläutert. Ab dem zweiten Teil greifen die Kapitel mehr ineinander, was das Lesen erleichtert.

Eine weitere Besonderheit von "Schwimmen" ist die Vermischung von Philomenas Realität und ihrer Fantasie, die sehr lebhaft ist. Sie weiß zwar, dass bestimmte Personen tot sind redet jedoch mit ihnen, als stünden sie vor ihr und genauso wird es auch beschrieben, sodass man sich manchmal sehr wundert, dass bestimmte Personen wieder auftauchen obwohl sie doch eigentlich nicht mehr existieren.

Bemerkenswert ist auch Keegans Schreibstil und ebenso sicherlich nicht jedermanns Sache. Sie verwendet Aufzählungen, die schon mal eine halbe Seite einnehmen, viele Neologismen und manchmal scheinen die aneinander gereihten Wörter keine Bedeutung oder einen sehr tiefen Sinn zu haben, den es zu suchen und zu finden gilt.

Alles in allem ist es ein wirklich außergewöhnliches Buch wortgewaltig, gefühlsstark, mitreißend und manchmal sehr skurril.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dieser Roman ist ein Nichtschwimmer, 10. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Schon lange habe ich mich nicht mehr so durch ein Buch quälen müssen wie durch Nicola Keegans Roman "Schwimmen".
Er handelt von Philomena Ash, deren ganzer Lebensinhalt aus nichts anderem als dem Schwimmen besteht. Schon als Baby war sie unruhig und schlaflos, erst das Schwimmen brachte ihr Struktur und Schlaf. Und das war's im Grunde auch schon, von mehr handelt dieser Roman kaum. Philomena schwimmt - basta! Sie verliert ihre Schwester Bron an den Krebs, kurz darauf stirbt ihr Vater bei einem Flugzeugabsturz - Philomena schwimmt. Ihre Mutter zieht sich zurück in eine schwere Depression und verlässt auf Jahre hin das Haus nicht mehr - Philomena schwimmt. Ihre beiden jüngeren Schwestern Roxanna und Dot zerbrechen auf unterschiedliche Weise an ihrem Leben - Philomena schwimmt. Als sich ihre Karriere krankheitsbedingt dem Ende neigt und sie als Schwimmerin keine Leistung mehr bringen kann, bricht sie zusammen und stellt sich zum ersten Mal wirklich ihren Verlusten, wobei der größte auch da immer noch das Schwimmen zu sein scheint.

So einfältig wie die Handlung wirkt dann auch der Sprachstil dieses Romans. Philomena ist unser Fremdenführer durch ihr Leben, doch sie ist einfach keine gute Erzählerin. Das Buch besteht aus aneinandergereihten Gedanken, die nicht selten keinen Sinn zu ergeben scheinen. Was in Philomenas Kopf vielleicht ganz logisch klingt, ist das reinste Chaos, sobald es auf Papier trifft - ihre ungeordneten Gedanken sind nicht wirklich dazu geschaffen, verständlich nach außen zu dringen. Anfangs wirkte diese Art zu schreiben ja noch erfrischend anders, aber mit jeder weiteren Seite ermüdet einen dieser Stil immer mehr, bis man einfach nur noch genervt ist.
Nicola Keegan hat es auch nicht geschafft, in mir Sympathie für nur ein Mitglied dieser Familie zu wecken. Sollte es das Ziel der Autorin gewesen seine, Protagonisten zu beschreiben, die niemand leiden kann, so ist ihr das auf bewundernswerte Weise gelungen.

Dieses Buch hinterlässt in mir einfach nur ein unbefriedigendes Gefühl, ich lege es genervt zur Seite und kann nur in einem Punkt Freude empfinden: Endlich ist es vorbei!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Schwimmen" von Nicola Keegan - ein toller Roman, 7. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch "Schwimmen" von Nicola Keegan ist ein wunderschön geschriebener und eindrucksvoller Roman. Fröhlich, nachdenklich aber auch manchmal traurig.

Der Roman ist in Ich-Form geschrieben und wird von der Hauptprotagonistin Philomena Gracia Ash, Weltklasseschwimmerin, erzählt. Sie erzählt von sich, vom Säuglingsalter bis hin zum Alter von etwa 28 Jahren. Mit eingebunden sind ihre Familie, ihre Freunde und der Schwimmsport. Es ist eine fiktive Geschichte.
Der Titel des Buches, "Schwimmen" ist irritierend. Der Schwimmsport mit Training, Philomenas Schwimmkarriere und die olympischen Erfahrungen die sie macht, sind nicht unbedingt das Hauptthema in diesem Buch.
Die Autorin verwendet auch keine wörtliche Rede sondern setzt das Gesprochene aber auch die Gedanken der Sprecher in Kursivschrift. Ich wusste manchmal nicht, sind es gesprochene Worte oder Gedanken. Man liest sich aber schnell rein.

Philomena, die auch Pip - Mena - Boo - Phil genannt wird, wächst mit drei Schwestern im Haus des Fledermausforschers, Dr. Ash, auf. Noch bevor sie mit dem professionellen Schwimmtraining anfängt muss sie zwei harte familiäre Schicksalsschläge hinnehmen. Sie ist zu jung und kann deshalb nur hinnehmen, dass sich ihre Mutter durch diese tragischen Verluste immer mehr vom Leben abschottet. Auch ihre Schwestern versuchen mehr schlecht als recht weiter durchs Leben zu kommen.

Phil selbst vergräbt ihre Gefühle, ihre Trauer und den noch nicht verarbeiteten Verlust, im Wasser. Sie trainiert hart, jettet zu Wettkämpfen rund um die Welt und wird ganz nebenbei zur Frau. Der Kontakt zur Familie bricht aber nie ab, obwohl er auf kurzfristige Besuche ihrerseits und viele Telefonate (wo nicht über die Erfolge geredet wird), vor allem mit der Mutter, reduziert ist. Ich hatte das Gefühl, das sich Philomena ganz allein über ihre Erfolge bei den Wettkämpfen und Olympia freut, die noch verbliebene Familie nimmt herzlich wenig Anteil daran, ob jetzt mit Gefühlen (z. B. per Brief, Telefon) oder auch mit Anwesenheit!
Unterstützung findet Pip in ihren Trainern und Managern. Die lenken ihr Leben und die sind es auch, die ihr helfen, als sie mit ihrer Karriere u. a. aus gesundheitlichen Gründen abschließen muss. Zu spät hat sie sich um ein Leben danach gekümmert oder wollte es nicht wahr haben. In den letzten Kapiteln des Buches muss Phil ihr Leben analysieren (mit Hilfe einer langen Auszeit und eines Psychiaters) damit sie nicht untergeht. Sie muss lernen weiter zu schwimmen (bildlich gesehen) und sie schafft es auch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch!, 29. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Im Buch 'Schwimmen' von Nicola Keegan wird ein Teil des Lebens von Philomena -genannt Boo, Mena, Phil oder Pip- beschrieben. Pip ist eine Wasserratte und wird immer erfolgreicher in ihrem Sport. Sie schafft Leistungen die niemand erwartet hätte und topt diese noch.
Aber 'Schwimmen' ist kein reines Sportbuch. Der Sport gehört halt zu Pip wie die Luft zum Atmen, aber es geht auch um Dramen ihrer Familie und Schicksale. Halt um ihr Leben.
Man kann es schwer beschreiben' aber mich hat dieses Werk gefesselt. Ich musste über den teilweise schwarzen Humor grinsen und lachen, war dann aber wieder traurig und nachdenklich.
Für mich ein sehr zu empfehlendes Buch, welches sich von anderen unterscheidet. Wer also mal etwas anderes lesen möchte, ist hier richtig!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte wie eine Sturmflut..., 7. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Also eigentlich wollte ich mit dem Buch längst fertig sein. Aber schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass es nicht möglich ist, mal eben ein paar Seiten zu lesen. Wenn man das Buch zur Hand nimmt, muss man voll dabei sein, um alles zu erfassen.
Der Klappentext verrät zu diesem Buch:
"Boo, Mena, Phil oder Pip ' Philomena hat eine Menge Namen und keinen leichten Stand: Ins Haus eines Fledermausforschers hineingeboren zu werden ist das eine. Dort ' und noch dazu in Kansas ' inmitten einer exzentrischen Familie aufzuwachsen? Eine ganz andere Geschichte. Als das Schicksal noch dazu zweimal über diesen ungewöhnlichen Haushalt hereinbricht, gehen auch Philomena allmählich die Gründe aus, nicht völlig abzutauchen. Im 50-Meter-Becken des Schulschwimmbads findet sie eine neue Welt. Und sie beginnt eine bemerkenswerte Karriere, die sie zu olympischem Gold, aber auch in die Untiefen der Liebe führen wird. Anrührend erzählt, temperamentvoll ' und sehr, sehr komisch. "
Die Geschichte von Philomena Grace Ash wird auf zwei verschiedenen Wegen erzählt, nämlich zum einen durch das schwarz auf weiß Gedruckte und zum anderen durch das, was da noch zwischen den Zeilen mitschwingt.
Von mir erhält das Buch volle fünf Sterne aus folgenden Gründen:
- weil es um das Thema Schwimmen geht,
- weil es ein tiefgehendes Buch ist, bei dem man auch mal nachdenken muss, um Zusammenhänge zu verstehen,
- weil Nicola Keegan sich hier an sehr schwierige Themen heranwagt,
- weil die angesprochenen Themen gut recherchiert wurden,
- weil man sich mit Mena in gewissen Maßen gut identifizieren kann (bei ihr ist es das Schwimmen, was sie auffängt, bei manch anderem eben etwas Anderes).
Fazit: Ein sehr gutes aber ziemlich düsteres Buch, auf das man sich einlassen muss, um es zu verstehen.
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5.0 von 5 Sternen Sich treiben lassen..., 21. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Taschenbuch)
Das kann man nur schwerlich in dem Roman „Schwimmen“, zu viele Stolpersteine werden dem Leser in den Weg gelegt. „Schwimmen“ ist nicht romantisch, angenehm oder einfach, mehr aufwühlend und faszinierend und eher als würde man in Beton schwimmen als in Wasser.

In dem Roman erzählt die Rekordathletin Philomena Ash wie ihr gerade der Sinn steht von ihrem Leben, von ihrer Kindheit und Jugend in einem erzkatholischen Teil von Kansas, ihrer besonderen Verbindung zu Wasser, die schon von frühster Kindheit an unverkennbar war, dem tragischen Schicksal ihrer Familie, mit dem Tod ihrer älteren Schwester Bron und ihrem Vater, ihrem Aufstieg zur besten Schwimmerin ihrer Generation und schließlich dem absoluten Absturz nach dem abrupten Ende ihrer Karriere.
Der Roman ist ungewöhnlich und zunächst nicht allzu zugänglich, als Leser braucht man einige Zeit, um sich auf die eigenwillige Schreibweise und die ungeschliffene Protagonistin einzulassen. Ist dies geschehen, bietet „Schwimmen“ jedoch einen wunderbaren Lesegenuss und sowohl der Stil der Autorin und ihre Heldin gewinnen stark an Faszination.

Je weiter man in den Roman herein schwimmt, desto tiefer wird er. Es ist einer jener Sorte, die sich weniger auf eine komplexe Handlung, sondern viel mehr auf die Psychologie ihrer Charaktere konzentriert, und Keagan geht in ihrer Darstellung der inneren Landschaft Philomenas sehr geschickt vor. Die Schwimmerin ist ein sehr realistischer Charakter, sie reflektiert nicht viel, oder eher gar nicht über ihr Verhalten oder ihre Gefühle, handelt, lebt dahin und ist sich nicht all der Dinge bewusst, die sie bedrängen, unglaublich bedrängen, bloß der Tatsache, dass etwas mit ihr nicht stimmt, und sie anders ist als der Rest. Während all ihrer Erzählungen wahrt sie eine große Distanz zu den Geschehnissen, den Charakteren und sogar zu sich selbst, und behandelt sowohl sich selbst, also auch ihre ganzes Umfeld und alle Geschehnisse um sie herum mit einer seltsamen Gefühlsstarre, Gleichgültigkeit, beinahe schon Ignoranz.

Das Schwimmen ist das einzige was Philomena am Leben festhalten lässt und ihr einen Sinn und gewissen Schutz schenkt, während ihre Familie zu Grunde geht und sie als Sportlerin in schwindelnde Höhen aufsteigt. Je mehr sie erreicht, desto mehr bröckelt es in ihrem Inneren, doch darüber denkt sie nicht nach und davon erzählt sie nicht, stattdessen hält sie den Blick betont nach außen gerichtet. Während in ihrer Jugend das Schicksal in ihrer Familie zuschlägt, muss man als Leser aktiv werden, um zu verstehen, was genau geschieht, weil Philomena selbst nicht ausspricht, was um sie geschieht; dass ihre Schwester an Krebs leidet und ihre Eltern nicht mit dieser Situation umzugehen wissen.

Philomena kann ihre Gefühle nicht ausdrücken, umschreibt sie stets sehr verfremdet; „ich explodierte“, und weiß mit ihnen nicht umzugehen, darum schließt sie sie aus ihrem Leben aus, so wie den Rest der Welt, und vereinsamt mehr und mehr. Egal was geschieht, Philomena fühlt sich stets unzugehörig und fehl am Platz.
Das Ziel eines jedem im Leben, so behauptet sie selbst, ist sich treiben zu lassen, und eben darin versagt sie, nachdem sie gezwungen ist die Schwimmhaube an den Nagel zu hängen. Obgleich sie darüber schweigt wird sie stets von ihrer Vergangenheit, von den Toten, verfolgt, kann nicht loslassen - und sich nicht im Leben treiben lassen.
Die Widergabe der Ereignisse ist stets sehr selektiv, teilweise seltsam verschroben und verzerrt, sarkastisch und immerzu durch eine starke Distanz der Erzählerin geprägt. Philomena entlarvt alle Illusionen, die man über das Leben haben kann, sieht stets die Hässlichkeit hinter jeder schönen Fassade.

Das Buch beschreibt eine junge Frau auf einer Irrfahrt durchs Leben und endet schließlich mit einem Schritt ins Ungewisse. Wir erfahren nicht wie das Leben von Philomena weitergeht, nachdem sie aus Paris zurückgekehrt ist, wo sie die Monate der Depression nach ihrem Karriereende verbracht hat, jedoch wissen wir, dass sie ihrer Vergangenheit ins Auge gesehen und begonnen hat loszulassen, und sich zum ersten Mal einer neuen, völlig anderen Zukunft öffnet. Der Leser erhält kein Happy End, doch eine Botschaft der Hoffnung.

„Schwimmen“ ist ein besonderer Roman; faszinierend, aufwühlend, und zugleich sehr realistisch, kein Buch, dass sich als leichte Kost und Stradlektüre eignet, nichtsdestotrotz, oder vielleicht gerade deshalb wunderbar und absolut empfehlenswert.
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4.0 von 5 Sternen Schwimmen - und was sonst noch?, 22. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Philomena wird als zweite von vier Töchtern einer amerikanischen Familie aus Kansas geboren. Bereits als Baby ist das Wasser ihre Welt, nur dort findet sie zu sich selbst, kann sich erschöpfend verausgaben und ihre Energie gezielt bündeln.
Als schwere Schicksalsschläge ihre Familie treffen, wird das Schwimmen für Philomena immer mehr zum Zentrum ihres Denkens und schließlich zu ihrem Lebensinhalt. Immer mehr Zeit und Energie setzt Pip, wie Philomena auch genannt wird, in diesen Sport, hartes Training zieht Erfolg nach sich, Anerkennung und Bewunderung - und schließlich etliche Goldmedaillen bei Olympischen Spielen.

Aber eigentlich ist dies kein Buch nur über das Schwimmen. Es geht um Philomena und ihr Leben, das mancherlei Überraschungen für sie bereit hält, und das durchaus nicht immer in positivem Sinne. Deutlich wird, welche Bedeutung das Schwimmen für sie hat: es bietet Halt im Leben, eine Welt, in der nichts anderes existiert als der Rhythmus der Bewegungen, in der Sorgen ausgeschaltet und von Erschöpfung überlagert werden, ein Abtauchen aus dem Leben, ein Übersetzen der Gefühle in gerichtete Energie - alles ist erträglich, solange es diese Welt gibt.
Doch was geschieht, wenn dieser Lebensinhalt von einem Tag auf den anderen nicht mehr existiert? Krise, Einsamkeit, Depression - ein Abtauchen ganz anderer Art, nichts was man sich für seine Lebensplanung wünscht. Wird es aus diesem schwarzen Loch noch eine Wende heraus geben?

Im ersten Drittel des Buches begeisterte mich v.a. der Sprachstil von Nicola Keegan. Sprachwitz, manchmal eine recht schnoddrige Ausdrucksweise, Neologismen, sprühende Lebendigkeit trotz der genannten Schicksalsschläge - die Seiten flogen nur so dahin. Danach wurde die Sprache zunehmend symbolbehafteter, v.a. im letzten Drittel mit vielen Bedeutungen zwischen den Zeilen, die sich mir nicht in jedem Fall erschlossen, düster und nicht immer leicht zu lesen...
Was jedoch festzuhalten bleibt: dieses Buch ist außergewöhnlich, wortgewaltig und gefühlsstark - ein Buch, das in jedem Fall in meiner Erinnerung haften bleiben wird.
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5.0 von 5 Sternen Interessante (fiktive) Sportlerbiographie, 2. April 2011
Von 
Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Nicola Keegans Debutroman "Schwimmen" handelt vom Leben der fiktiven Spitzensportlerin Philomena Ash vom Kleinkindalter bis zu der Zeit kurz nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn. Dabei geht's nicht nur um das harte Training und den Konkurrenzkampf der Schwimmerinnen im Becken, sondern auch um all das, was Pip, so der Spitzname der sympathischen Figur, außerhalb des Wassers mit Familie, Freunden, Liebhabern und Teamgefährtinnen erlebt - ein flüssig lesbareres und thematisch interessantes Buch, bei dem sich leichte Abstriche ergeben durch eine besonders zum Ende hin allzu freizügige Vermischung von Realität und Traum, so dass man als Leser zuweilen die Übersicht verliert.

Pip hat's schwer. Sie ist schon im Teenager-Alter 1,93 Meter groß, ihre Periode bleibt aus, und ihre extrem der katholischen Kirche zugetane Familie muss harte Schicksalsschläge verdauen: den Tod der Schwester Bron und des Vaters Leonhard, eines Fledermausforschers. Die übrigen Familienmitglieder trauern auf unterschiedliche Weise: die Mutter verlässt kaum noch ihr Schlafzimmer, Schwester Roxanne wird drogenabhängig und eine weitere Schwester, Dot, verbringt ihr Leben mit Beten. Pip tut das, was sie schon immer am liebsten getan hat: Sie geht schwimmen. An einer Stelle im Buch heißt es sinngemäß, Schwimmer seien Menschen, die an Land nicht gut zurecht kommen und vor allen möglichen Problemen flüchten. Pip wird immer weiter gefördert und erschwimmt sich schließlich zwölf olympische Goldmedaillen.

Besonders die Sportlerbiographie macht dieses Buch interessant. Wie kommt ein Talent zum Spitzensport bis hin zu den Olympischen Spielen? Welches Training ist dafür nötig? Schafft sie es, ihre gedopte Konkurrentin Fredrinka Kurds aus Ostberlin abzuhängen? Wie geht's mit einem Sportler - auch psychisch - weiter, wenn der Erfolg ausbleibt und die Karriere zu Ende ist? Doch auch wer sich für den Sport weniger interessiert, dürfte in "Schwimmen" genug interessanten Lesestoff finden, wobei allerdings die Vermutung nahe liegt, dass Frauen mehr mit diesem Buch anfangen können als Männer: Es geht um mutmaßlich weibliche Themen wie Mädchenfreundschaften mit viel Gekicher, Beziehungen unter Schwestern, zickige Kolleginnen und Beziehungen zu allzu selbstbewussten Männern.
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4.0 von 5 Sternen Gutes Buch, 3. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Es ist schon eine Weile her, dass ich diesen Roman gelesen habe, daher kann ich nicht ausführlich auf Einzelheiten eingehen. Auf jeden Fall ist mir das Buch im Gedächtnis geblieben.
Das Leben der Schwimmerin bis zum Ende ist interessant und passend geschildert. Auch die tatsächlich etwas spröde und grobe Sprache hat mir gefallen, da sie die typische Denk- und Verhaltensweise vieler Kleinstadtamerikaner gut rüberbringt und auch die Hauptdarstellerin zeichnet, so wie sie eben ist: Spröde, ein bisschen trampelig, weicher Kern. Alles passt gut zusammen, auch die geschilderten Erlebnisse, die mich manchmal ein bisschen an John Irvings Romane erinnert haben. Leider fügen sich die Einzelteile am Schluss nicht zu einem zufriedenstellenden Ganzen zusammen. Irgendetwas fehlt, vielleicht eine Erkenntnis oder zumindest ein offenes Ende. Ich kann es im Rückblick nicht mehr genau sagen, aber der Schluss hat mich eben einfach nicht überzeugt.
Das Buch blieb mir im Gedächtnis, und zwar als mehr als nur mittelmäßig. Im Großen und Ganzen habe ich es sehr gerne gelesen.
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5.0 von 5 Sternen Schwimmen, 18. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Schwimmen (Gebundene Ausgabe)
Der Titel des Buches ,Schwimmen' lässt vermuten, dass der Inhalt nur vom Schwimmen handelt. Wer das gedacht hat, liegt falsch, denn es geht um viel mehr als um diese Sportart. Zunächst einmal sieht sich Philomena als ein schwieriges Kind, welches schreit, um etwas zu erreichen oder um etwas in Ordnung zu bringen. Sie wächst mit drei Schwestern auf, zu denen sie eher gespannte Verhältnisse hat. Zwischendurch lässt sich dennoch eine Schwesterliebe erkennen, obwohl sich die Schwestern eher beleidigen, anschreien und nicht offen miteinander reden können.

Philomena ist die Tochter eines Fledermausforschers und einer hysterischen Mutter, die ständig kurz vor Nervenzusammenbrüchen steht. Mit 9 Monaten hat sie ihre erste Schwimmstunde, bei der sie alle Beteiligten derart erstaunt, dass sie sogar das Fernsehen dazuholen wollen. Daraus entwickelt sich ihre Leidenschaft - das Schwimmen, in welchem sie später sehr erfolgreich wird.

Pip, wie Philomena auch genannt wird, besucht mit ihren Schwestern und ihrer besten Freundin Lilly eine katholische Schule, in der sie nicht wirklich glücklich ist. Dort fällt durch ihren Lärm und ihre widerspenstige Art negativ auf, was sie aber nicht weiter stört. Schwierig wird es, als ihre älteste Schwester erkrankt und sich nicht mehr erholt. Das führt auch zum Tod des Vaters und der Verzweiflung der Mutter. Die Familie muss viele Tiefpunkte einstecken. Pip schafft es irgendwie und wird in ihrer Sportart so erfolgreich, dass sie andere überfliegt.

Das Buch ist sehr humorvoll, zum Teil tragisch und traurig. Ich finde jedoch, dass es oft etwas zum Schmunzeln gibt, weil Pip eine so verrückte Persönlichkeit hat. Sprachlich spiegelt sich das wider: Die Sprache ist einfach, witzig und leicht verständlich. Die direkte Rede ist durch die kursive Schrift betont, was das Erkennen der wörtlichen Rede erleichtert und was ungewöhnlich aussieht.

Insgesamt sehe ich das Buch als sehr gelungen an, da es mich sehr amüsiert hat und ich es schnell durchgelesen habe, weil eine gewisse Spannung herrschte.
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Schwimmen
Schwimmen von Nicola Keegan (Taschenbuch - 1. Oktober 2011)
EUR 9,99
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