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142 von 148 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Straße: Noch nie hat mich ein Buch derart berührt
Entertainment Weekly hat "Die Straße" 2008 zum besten Buch der letzten 25 Jahre gekürt. Nun behaupte ich nicht, sämtliche Literatur dieses Zeitraums zu kennen, aber ich bin geneigt, dieser Bewertung zuzustimmen. Noch niemals hat mich ein Buch derart berührt, ja geradezu mein Herz zerrissen! Der Roman ist nicht rührselig oder gar schnulzig, aber...
Veröffentlicht am 8. Februar 2011 von Patrick Ehret

versus
33 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kannibalen mit Ablaufdatum
Eine unbekannte Katastrophe hat die Welt beendet, wie wir sie kennen. Bis zum Schluss erfährt man nicht, WAS passiert ist. Die Erde bebt jedenfalls, Bäume fallen, alles ist mit Asche bedeckt, es raucht und brennt, ist eiskalt. Tiere gibt es keine mehr, auch die meisten Menschen sind umgekommen. Die Überlebenden fallen übereinander her und fressen sich...
Veröffentlicht am 22. Januar 2011 von nrschmid


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142 von 148 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Straße: Noch nie hat mich ein Buch derart berührt, 8. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Entertainment Weekly hat "Die Straße" 2008 zum besten Buch der letzten 25 Jahre gekürt. Nun behaupte ich nicht, sämtliche Literatur dieses Zeitraums zu kennen, aber ich bin geneigt, dieser Bewertung zuzustimmen. Noch niemals hat mich ein Buch derart berührt, ja geradezu mein Herz zerrissen! Der Roman ist nicht rührselig oder gar schnulzig, aber in seiner Eindringlichkeit und Konsequenz nicht zu überbieten. Die Bedingungslosigkeit, mit welcher der Mann seinen Sohn liebt und versucht "das Feuer", also ihre Würde als Menschen zu bewahren geht einem nahe. Von der ersten Sekunde an fühlt man intensiv mit Vater und Sohn. Spätestens, wenn nach dem ersten Drittel des Buches im Leser die Erkenntnis reift, dass in dieser trostlosen, verkommenen Welt nicht mit Rettung oder gar einem kitschigen Happy End zu rechnen ist, beginnt man den Hunger, die Kälte und die Hoffnungslosigkeit schmerzhaft mit den Protagonisten zu fühlen. Nahezu verzweifelt begleitet man die beiden auf ihrer Reise und immer dann, wenn ihnen das kleine Glück vergönnt ist, etwas zu essen oder einen halbwegs sicheren Unterschlupf für ein paar Tage zu finden, geht einem das Herz auf. Und doch bangt man bei jedem Umblättern in der Ahnung, dass das Glück nicht von Dauer sein wird. Der Vater verschleißt sich selbst, um seinen über alles geliebten Sohn vor den marodierenden Kannibalen und Sklavenhaltern zu retten. Er will "das Feuer bewahren" und droht darüber seine eigene Menschlichkeit zu verlieren. Es ist der Junge, der das irgendwann nicht mehr erträgt und ein Mindestmaß an Moral in diese Welt zurückbringt, die sonst nur noch den nackten Kampf ums physische Überleben kennt. Die ständigen Fragen des Sohnes, ob sie noch "die Guten" seien sind auch eigentlich an den Leser gerichtet: Vater und Sohn in der Geschichte können angesichts der Tragik einer untergegangenen Welt eigentlich nichts entbehren und tun es dennoch. Für uns Leser würde etwas mehr Menschlichkeit ein bedeutend geringeres Opfer darstellen.

Ich bin nicht religiös, aber als der Vater den Gedanken formuliert "wenn [der Junge] nicht das Wort Gottes ist, dann hat Gott nie gesprochen", hatte ich - selbst Vater eines Sohnes - einen Kloß im Hals. Das tragische Ende ist unausweichlich. Es bricht einem das Herz und rührt zu Tränen. Zum Glück gönnt uns Autor McCarthy wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer zum Abschluss - das Feuer ist noch nicht erloschen.

Mein Eindruck ist noch frisch. Ich habe das Buch in den letzten beiden Tagen gelesen und erst gestern nacht mit Tränen in den Augen zugeklappt. Doch ich bin sicher, dass mich diese Geschichte auf lange Zeit nicht loslassen wird. Ich vergebe zum allerersten mal 5 Sterne.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kurze persönliche Anmerkung, 5. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Da die oben erscheinenden Rezensionen alles schon sagen, was ich auch sagen würde, kann ich hier nur zustimmen. Allerdings habe ich, das Buch frisch zu Ende gelesen, noch ein paar persönliche Anmerkungen, die ich einfach loswerden muss:

Ich möchte alle Leser mit einer Empfänglichkeit für depressive Stimmungen warnen, insbesondere solche, die selbst Kinder haben (ich habe auch zwei). Die Geschichte geht wirklich von der ersten Seite an unter die Haut und hat mit "Unterhaltungsbelletristik" m.E. nichts zu tun. Ich fand die Handlung von Anfang an wirklich beängstigend, und die Tragik und Dramatik der Ereignisse nehmen, bis auf zwei, drei Ausnahmen, zum Ende hin kontinuierlich zu. Wer bei den letzten Seiten des Buches nicht heult, hat keine eigenen Kinder oder aber ein emotionales Problem - das meine ich ernst.

Noch eine Warnung: Wer eine Actionstory erwartet, kauft sich besser einen Clancy-Roman. Die sind auch gut, aber eben ganz anders. Gleiches gilt für Leser, die keine Metaphern mögen oder mit der teils anspruchsvollen Sprache nicht zurechtkommen.

Die Dialoge sind übrigens meiner Meinung nach unglaublich authentisch und gut. Allein ihretwegen lohnt es sich, das Buch zu lesen. Auch wenn die Zeichen der wörtlichen Rede vergessen wurden... ;)

Von mir also 5 Sterne und nochmal die eindringliche Empfehlung, sich vorher zu überlegen, was man da in die Hand nimmt. Ein verstörendes Buch, das den Leser jeden Abend vor dem Schlafengehen mit einem Klumpen im Bauch zurück lässt. Da hilft auch der "Hoffnungsschimmer" am Ende nicht viel.
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59 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich traurig, unglaublich düster, unglaublich gut, 23. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Nichts was ich in den letzten Jahren gelesen habe - und das war einiges - hat mich so beeindruckt und bewegt wie dieses Buch. Erzählt wird von der Welt nach dem Ende der Welt. Ein Junge und sein Vater ziehen, ausgestattet mit einem Revolver, 2 Schuss Munition und einem Einkaufswagen durch ein völlig ausgebranntes Amerika. Vielleicht ist es auch die ganze Welt. Wie es dazu kam bleibt offen. Es gibt keine Begründung, kein vordergründiges Moralisieren im Sinne von 'Seht her, das passiert, wenn ihr mit der Welt so weiter macht'. Der Leser wird einfach mit der alptraumhaften Situation dieser nahezu letzten Vertreter der Menschheit konfrontiert. Die beiden wollen vom Landesinneren zur Küste, in der vagen Hoffnung irgendwo auf "die Guten" und vielleicht doch noch auf intakte Reste einer Zivilisation zu treffen. Auf ihrem Weg gibt es nichts, was das Weiterleben lohnen würde: Regen, Schnee und giftige Luft. Bäume und Tiere - alles ist tot und verbrannt. Die Städte sind verlassen. Die wenigen Menschen, auf die sie treffen, das sind in der Sprache des Jungen "die Bösen": abgezehrte, arme Menschen, Kannibalen. Und inmitten dieser Welt gibt es diese einzigartige Liebe des Vaters zu seinem Sohn. Darin liegt das Geheimnis dieses Buches. Wie dieser, selbst vom Tode gezeichnete, Mann in den meisterhaft knappen Dialogen dem Sohn immer wieder Mut machen will, wie der Sohn in seiner hellsichtigen Angst die Absicht des Vaters und dessen eigene Verzweiflung angesichts der globalen Sinnlosigkeit immer wieder durchschaut, das hat etwas so Berührendes, wie ich es noch nirgends gelesen habe. Der Schluss des Buches lässt einen vagen Hoffnungsschimmer erscheinen, was nicht zum Rest des Buches passt. Das ist aber auch der einzige Schwachpunkt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gnadenlos, 18. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Das Leben nach der Katastrophe, die nicht genannt wird, ist eines auf der Straße ohne Anfang und Ende, es gibt keine Behausung mehr, eine Wanderung ist die Folge, die kein Ziel kennt. Die wenigen Überlebenden sind zu kannibalischen Wölfen verkommen oder abgestumpft, verhungernd, beziehungslos. Ein düsteres Roadmovie, ohne Erlösung, keine Vergebung für das Geschehene. Einzig die Beziehung zwischen dem wandernden Vater und Sohn stiftet Hoffnung. Als Leser leidet man an der Schutzlosigkeit der Beiden, an der Kälte, dem ewigen Regen, dem bohrenden Hunger auf ihrer Wanderung. Man wünscht den beiden ans Ziel zu kommen. Auf diesem Kreuzweg ist jedoch nur der Tod die Erlösung. Erschütternd.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensiv, ungeschminkt, anrührend, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Das bewegendste Stück Literatur in den letzten Jahren, Punktum. Lassen Sie sich nichts anderes einreden!
Ein Mann wandert mit seinem Sohn durch ein verbranntes, postapokalyptisches Amerika auf dem Weg zur Küste, letztendlich auf der Suche nach dem Erhalt der Menschlichkeit ("Die Halter des Feuers").
Im Grunde kann man nicht mehr über den Inhalt sagen oder verraten.
Cormac McCarthy agiert in seiner hervorragenden Erzählung mit einer aufs Notwendigste reduzierten Sprache. Es gibt keine Namen (denn was zählen diese noch in einer derartigen Welt), der Leser begleitet also nur "den Mann" und "den Jungen", die versuchen, auf ihrem Weg zu überleben. Die Erzählung ist in viele kurze bis sehr kurze Absätze untergliedert. Pathos gibt es überhaupt keinen. Selbst die Dialoge werden nicht als solche durch Anführungszeichen gegliedert.
Sie mögen solche literarischen "Experimente" nicht? Versuchen Sie es trotzdem. Lesen Sie die ersten Kapitel. Sie werden nicht mehr loslassen können von dieser Erzählung.
Denn die Wirkung ist enorm. Gerade durch die Reduktion entsteht ein Sog, dem man sich nicht entziehen kann. McCarthy ist ein begnadeter Autor mit einer kühlen, treffsicheren und von Melancholie geprägten Poesie. Manchmal ist diese Poesie so gnadenlos und brutal und schrecklich, dass sie einen kalt erwischt.
McCarthy hat gerade so viele (treffende) Worte benutzt, wie nötig sind, um diese Geschichte zu erzählen. Viele andere Autoren hätten aus der düsteren Endzeitparabel (mit fast schon religiöser Anmutung) ein Actionspektakel gezimmert, wahrscheinlich immer am Rande des Kitsches, wo es eine Definition vom Guten und vom Bösen gibt. Bei McCarthy gibt es das zwar auch, aber er überlässt es den mündigen Leser, diese Linie zu ziehen oder zu definieren (auch wenn sich "der Mann" mit dem "Jungen" immer wieder über "die Guten" und "die Bösen" unterhält). McCarthy jedoch ist das Gegenteil eines Ausrufezeichens am Ende eines Satzes. Und gerade das bewirkt, dass "Die Straße" den Leser anrührt, schockiert, berührt und beschäftigt.
McCarthy ist sensibel, authentisch und ein wahrhaft großer Autor, der weltweit seinesgleichen sucht. Mit diesem Werk legt er ein extrem düsteres, trauriges, herzergreifendes Buch vor, voller Schönheit und Schrecken, voller Verzweiflung und Hoffnung. Einfach grandios. Also: Nicht zögern, lesen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich, 30. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Unglaublich wie dieses Buch geschrieben ist.
Schon mehrmals wurde in den vergangenen Rezensionen beschrieben worum es in diesem Buch geht,das erspare ich mir.
Jedoch kann ich nicht außer Acht lassen was für eine ungeheure Wirkung dieses Buch auf mich hat.
Es ist noch nie vorgekommen das ich während eines Buches zum weinen begonnen habe, dieses Gefühl kannte ich bisher nur von Filmen.
(Bin eigentlich nicht nah am Wasser gebaut)
Dieses Buch ist ein Meisterwerk sondergleichen, es wird niemals langeweilig, nach dem Lesen des Buches als mein Gesicht von Tränen überströmt war hüpfte meine Katze auf meinen Schoß, ich legte das Buch weg und dachte mir wie gut es mir doch eigentlich geht.

Wer hier Action sucht wird enttäuscht werden, es geht hier mehr um realismus, mehr um Menschlichkeit, mehr um Herz und kein Buch bis jetzt konnte das so nah bringen wie dieses hier.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung.
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44 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbeschreiblich, 19. August 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Ein Vater und sein Sohn durchqueren ein postapokalyptisches Amerika. Alles ist verbrannt, der Himmel ist verdunkelt, es ist kalt, die meisten Tiere und Pflanzen haben nicht überlebt. Beide folgen einer Straße mit dem Ziel, die Küste zu erreichen. Sie wissen zwar nicht, was sie dort erwartet, hoffen aber, dort den kommenden Winter in einem toten Land zu überstehen. Sie tragen nur ihre Kleidung und Rucksack am Leib, schieben einen Einkaufswagen mit dem nötigsten vor sich her und haben einen Revolver mit den letzten beiden Patronen griffbereit, um ihrem Leben notfalls ein Ende zu setzen.

Ohne zuviel verraten zu wollen: Starker Tobak, "Die Straße" fesselt durch das realitätsnahe Grauen. Ich habe selten ein Buch mit einem derart verzweifelten Grandton gelesen. Ungeheuer finster, trostlos, beklemmend und traurig. Cormac McCarthy beschreibt nicht genau, was mit der Welt passiert ist, welche Katastrophe eingetreten ist. Es gibt nur ein paar kurze Rückblicke, die aber nicht viel verraten, sondern einen nur spekulieren lassen. Aber das spielt gar keine Rolle, denn McCarthy erzählt nicht von der Katastophe, sondern von der Welt nach der Apokalypse. Die Geschichte erzählt keine Endzeitaction, sondern ein Drama rund um den Überlebenskampf des namenlosen Vaters und seines Sohnes in einer sterbenden Welt und ihrer verrottenden Zivilisation. Die ständige Suche nach Nahrung, brauchbaren Gegeständen, der Kampf gegen das Wetter und der ständigen Angst vor anderen Menschen, der ständige Überlebenskampf der Protagonisten, all das ist schon spannend genug. Das Ende der Zivilisation und die verrohende Gesellschaft zeigt sich nur ein ein paar Augenblicken, aber wenn, dann drastisch. Das Buch hat immer wieder Momente, die einem wie mit dem Vorschlaghammer treffen (wie etwa die Ereignisse im Haus ab Seite 100).

Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich, denn McCarthy verzichtet auf die klassische wörtliche Rede mit Anführungszeichen und eine klare Kapiteleinteilung. Die Sprache ist oft knapp, fast karg. Allerdings gewöhnt man sich schon nach wenigen Seiten daran, und möchte das Buch dann gar nicht mehr aus der Hand legen. Mit 252 Seiten relativ kurz, von mir aus hätte es das dreifache sein können. Ein Roman, an dem man nicht vorbeikommt.

Die Verfilmung ist übrigens bereits abgedreht und kommt nächstes Jahr (Ende Januar) in die Kinos. Hauptdarsteller sind (zum Glück nicht Will Smith und sein Sohn...) Viggo Mortensen (Vater), Kodi Smit-McPhee (Sohn).
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33 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kannibalen mit Ablaufdatum, 22. Januar 2011
Von 
nrschmid (Wien, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Eine unbekannte Katastrophe hat die Welt beendet, wie wir sie kennen. Bis zum Schluss erfährt man nicht, WAS passiert ist. Die Erde bebt jedenfalls, Bäume fallen, alles ist mit Asche bedeckt, es raucht und brennt, ist eiskalt. Tiere gibt es keine mehr, auch die meisten Menschen sind umgekommen. Die Überlebenden fallen übereinander her und fressen sich auf. Durch diese Welt wandern ein Vater und sein Junge Richtung Süden.

Ich habe das Buch gekauft, weil mich der Film beeindruckt hat. Am Buch hat mich bis dahin die Sprache abgehalten. Immer wieder habe ich in einem Geschäft hineingelesen - und das Buch wieder zurückgelegt. Die Sprache ist für mich immer noch das Hauptproblem: einerseits verzichtet der Autor darauf, Dialoge zu kennzeichnen. Wenn man Glück hat, gibt es abwechselnd eine neue Zeile; immer wieder aber findet der Dialogwechsel mitten in der Zeile statt, was nicht gerade übersichtlich ist. Außerdem sind die Dialoge recht einsilbig:
Das könnte sein. Ja.
Aber wir wissen es nicht.
Wir wissen es nicht.
Und deshalb müssen wir wachsam sein.
Wir müssen wachsam sind. Ja.
So geht das 250 Seiten lang! Wahrscheinlich will der Autor zeigen, wie hoffnungslos alles ist? Schlimmer aber noch als diese ,Dialoge` ist die restliche Sprache. Es gibt nur 2 Satzzeichen: Punkt und Beistrich. Die anderen 5 Satzzeichen sind anscheinend auch einer Katastrophe zum Opfer gefallen. Eine abgehackte karge Sprache. Dazwischen Fachworte. Für die man ein Lexikon braucht: Mastix. Gumpen. Banse. Palimpsest. Isokline. Travois. Kardanisch. Salitter. Kreosot. Kudzu. Waid.

Solche Worte verwendet der Autor. Regelmäßig. Wir haben es schließlich mit einem Bildungsroman zu tun! Mit einem Kannibalenroman für Gutmenschen und Edelbürger. Es reicht dem Autor nicht, von einem ,Splitter` zu schreiben. Nein. Es muss ein ,Obsidiansplitter` sein. Eine ganz normale ,Platte` reicht auch nicht. Es muss eine ,Makadamplatte` sein. - McCarthy schreibt wie mit abgespreiztem kleinem Finger. Eine solche Ausdrucksweise ist vor allem eines: affig. Und sie zerstört jede Stimmung. Erst habe ich gedacht, es ist vielleicht ein Stilmittel für die Welt nach der Apokalypse. Aber dann habe ich gesehen, dass McCarthy jedes seiner Bücher so schreibt. Völlig lächerlich wird es, wenn der Autor den Vater bei allem Hunger und aller Not und allem Elend ein zufällig gefundenes Antibiotikum auf die Seite legen lässt, weil das Ablaufdatum (!) überschritten ist.

Wenn man den Film gesehen hat, weiß man, was Regisseur und Drehbuchautor geleistet haben! Der Film folgt zwar der Buchvorlage. Wo man aber für den Film von der Vorlage abgewichen ist, war es ein Gewinn: Was im Film unglaublich bewegend oder spannend ist (Abschied der Mutter, Durchsuchung von Haus und Keller oder das Ende am Strand), ist im Buch ein kühler Absatz.
Wer das Buch kennt, sollte den Film sehen - wer bisher nur den Film kennt, kann sich das Buch sparen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kopfkino schlägt Kinoleinwand, 31. März 2013
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Die uns bekannte Welt ist einfach weg - ein namenloser Mann und dessen Sohn sind zu Fuß auf einer amerikanischen Straße unterwegs, ohne zu wissen, welche Gefahr hinter der nächsten Kurve wartet, woher sie die nächste Mahlzeit nehmen sollen, ob sie gezwungen sein werden, die nächste Nacht unter freiem Himmel zu verbringen, oder es lieber riskieren sollten, sich in leerstehenden Häusern aufzuhalten, welche sich als tödliche Falle erweisen könnten...

Der Autor, Cormac McCarthy, bedient sich einer gewaltigen und zugleich absolut niederschmetternden Sprache, um dem Leser echte Endzeitstimmung ins Hirn zu pflanzen - war ich der Meinung, der Film würde richtig schlauchen und einem nach unten ziehen, übertrumpft der Autor die nach wie vor sehenswerte Leistung der Fimcrew jedoch um Längen.

Kopfkino schlägt somit wieder einmal mehr die Kinoleinwand, die Atmosphäre des Buches ist in der Tat dichter, die Handlung noch trostloser, die Erlebnisse noch erschreckender - im Buch taucht man wesentlich tiefer in die Gedankenwelt der Figuren ein, erlebt die Dialoge zwischen Vater und Sohn auf einer anderen, packenderen, Ebene.

Ende Oktober 2012 hatte ich per Zufall Gelegenheit, die Verfilmung aus dem Jahr 2009 anzuschauen - die einzigartigen 112 Minuten großartig fotografierter und inszenierter Endzeitstimmung haben mich nach dem Buch greifen lassen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unfassbar!!!, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Was soll man da gross schreiben.....dieses Buch ist mit das beste, was einem als Leser passieren kann!!!
Eine Geschichte üder die nie endende Liebe eines Vaters zu seinem Sohn...Das bisher erste und einzige Buch, bei dem ich weinen musste!
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Die Straße
Die Straße von Cormac McCarthy (Taschenbuch - 2. Juni 2008)
EUR 8,99
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