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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen NICHT FÜR JEDEN (statt) NICHT SO SCHLIMM
Dieses Buch ist bestimmt nicht für jeden bestimmt, was sicherlich die sehr unterschiedlich ausfallenden Rezensionen meiner Vorgänger erklären mag. Insbesondere deshalb, weil sich nicht jeder mit dem Thema Liebe und Selbstverwirklichung in der Liebe auseinandersetzen mag und will.

Der Protagonist dieses Romans (ob autobiografisch oder nicht)...
Veröffentlicht am 6. Dezember 2007 von AlexHutner

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belangloses Buch
Aus weiblicher Sicht betrachtet, finde ich das Buch ziemlich belanglos. Wie schon einige Vorgänger kritisierten, bleiben die beiden Hauptfiguren sehr blass und man erfährt so gut wie nichts über deren Beweggründe, was umso ärgerlicher ist da Fargues dafür repetitiv und meiner Meinung nach undifferenziert seinen immer gleichen, labilen und...
Veröffentlicht am 9. Oktober 2008 von noemie_26


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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen NICHT FÜR JEDEN (statt) NICHT SO SCHLIMM, 6. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist bestimmt nicht für jeden bestimmt, was sicherlich die sehr unterschiedlich ausfallenden Rezensionen meiner Vorgänger erklären mag. Insbesondere deshalb, weil sich nicht jeder mit dem Thema Liebe und Selbstverwirklichung in der Liebe auseinandersetzen mag und will.

Der Protagonist dieses Romans (ob autobiografisch oder nicht) löst mit seiner Ich-Perspektive und seinem fast enervierenden Plauderton sehr zwiespältige Gefühle aus.

Ein Chauvinist wird dieses Buch kopfschüttelnd in die Tonne schmeissen und sich für die "Weicheier" seiner Gattung und seines Geschlechts schämen.

Einige Leser und Leserinnen, werden das Buch wahrscheinlich in der Mitte leicht angewidert zur Seite legen. Das mag unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht, weil sie vergangene oder aktuelle Partner nicht in diesem Licht betrachten möchten. Vielleicht, weil sie Verhaltensweisen im Umgang mit ihren Partnern bei sich selbst entdecken. Mit ziemlicher Sicherheit, weil niemand so sein will, wie der Erzähler dieser Geschichte.

Bei vielen Lesern jedoch wird ein Prozess der Selbstreflektion einsetzen, der erschreckend ist: Weil die Art, mit der sich der Roman mit dem Thema Partnerschaft beschäftigt Sehnsüchte auslöst, weil das mit ernüchternder Selbsterkenntnis zu tun hat, weil es sich manchmal beschämend und echt anfühlt.

Darin liegt die Faszination dieses Buchs, wenn man sich ihr ergeben mag. Es ist kein spannender Roman, es ist keine Geschichte in der der Protagonist strahlt. Keine herzzereissende Romanze. Keine Hollywood-Happy-End-Schmonzette. Der Leser kann nicht in der Perspektive des Beobachters bleiben. Jeder wird sich an der einen oder anderen Stelle des Romans fragen: Bin ich auch so?

Hier schreibt einer von uns. Einer, den der Spagat zwischen ehelicher und väterlicher Pflicht und der Demütigung innerhalb einer nicht mehr funktionierenden Partnerschaft zerreisst. Einer, der verwirrt ist von der starken Frau, die ihm gegenübersteht und der nicht richtig einschätzen kann, wie er sich ihr gegenüber verhalten soll. Einer, der einem täglichen Krieg bis zur Selbstaufgabe ausgesetzt ist und sich diesem nicht verweigern kann. Der nicht mal mehr einschätzen kann, ob es sowas wie Liebe überhaupt gibt und ob das innerhalb seiner Beziehung vielleicht an ihm liegen mag?

Der deshalb einen nicht vollzogenen Seitensprung kommuniziert. Was in der Beziehung einen Krieg auslöst. Einen Krieg der gegenseitigen Verletzungen und Demütigungen in der Ehe hinaufbeschwört. Beide, er und seine Frau, scheinen mit dem Individualismus und mit der Gleichberechtigung in der Partnerschaft ernsthafte Probleme zu haben, denn jeder von beiden wünscht sich vom anderen die klassische Rolle zurück, ohne ihm das direkt sagen zu können. Während der Protagonist immer tölpelhafter und unsicherer reagiert und damit den Konflikt verschlimmert, wird seine bessere Hälfte immer grausamer und aggressiver. Als Leser schwebt man in einem Zustand objektiven Ekels, da sich beide derart unsympathisch verhalten, dass Identifikation unmöglich ist und man ungerne Partei ergreift. Da Fargue dieses Buch im Plauderton eines Dialogs zweier miteinander bekannter und vielleicht befreundeter Personen erzählt, wechselt das Gefühl von Peinlichkeit, Parteiigkeit bis hin zu Mitleid.

Unser Anti-Held erzählt uns von einer Mitspielerin, die ihn letztendlich motiviert, aus diesem Muster auszubrechen. Gespielt von einer seelenverwandten Italienierin, die ihm auf einer Visitenkarte im Restaurant die Nummer hinterlässt. In ihr findet er die Erfahrung von Gleichklang zwischen zwei Menschen. Wie im wahren Leben kann und will er sich aber nicht entscheiden.

Und setzt selbst diese Chance aufs Spiel. Den Rest lesen Sie besser selbst.

Mich hat an diesem Buch vor allem meine emotionale Reaktion fasziniert. Dieses Gefühlschaos erklärt für mich auch die unterschiedlichen Rezensionen hier.

Man fragt sich sogleich: Wo stehe ich denn selbst? Jeder, der eine lange Beziehung gelebt hat oder lebt, lebt mit Kompromissen. Doch wie weit reichen meine eigenen? Die Ich-Perspektive des Erzählers, der vermeintliche Dialog macht fast erlebbar, wie man sich etwas schönreden kann. Dem Leser ist es offensichtlich, dass das, was Fargues da erzählt äusserst ungesund und demütigend ist. Aber würde man das einem Freund so sagen? Und selbst wenn - würde man es sich selbst eingestehen, wenn man in der Situation wäre?

Sollte dieser Roman autobiografisch sein, so muss man Fargues für diese ehrliche Aufarbeitung wirklich Respekt zollen. Denn er spricht eine Wahrheit aus, die viele von uns nicht hören wollen. Vor allem mit sich selbst geht er schonungslos um. Er beschreibt sich - und damit sicherlich viele Männer - die nicht in der Lage sind, sich festzulegen in ihrer Suche nach Glück. Die sich verletzen lassen, verletzen, indem sie keine klare Position beziehen. Ich bin davon überzeugt, dass sich viele von uns in einem der drei Hauptcharaktere des Romans finden.

Und letztendlich und ganz ehrlich: Ausser für die Besetzung der Rolle der Italienerin würde sich keiner bewerben.

Ich finde, man muss das gelesen haben. Nicht wenn man Unterhaltung sucht. Sondern das Leben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Männer Lebens-Liebes-Ehe Roman, 23. Oktober 2009
Von 
Hauke Stammer "Phantasie ist wichtiger als Wi... (Flensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Taschenbuch)
"Nicht so schlimm" ist der Monolog eines Mannes, der hin und hergerissen zwischen Ehe und Liebe, Verantwortung und Freiheit, sicherer Zerstörung und möglicher Erlösung, lebt. Es ist das 'von der Seele schreiben' eines Verzweifelten auf der Suche nach Absolution.

Der Protagonist ist das, was Anpassung an feministische Wunschbilder aus Männern machen kann: bemüht, immer alles richtig zu machen fehlt ihm jegliche Kraft, sich gegen seine herrschsüchtige Frau Alexandrine durchzusetzen. Sie verliert ihren Respekt und macht aus dem gemeinsamen Leben eine Kampfbahn der Geschlechter, bei der sie die Waffen bestimmt und zumeist das Ende diktiert. Als er ausbrechen will und einen Fremdflirt wagt, schlägt der Kampf der Worte in eine körperliche Auseinandersetzung um und erneut bestimmt sie, wie weit seine Bestrafung geht. Die Ich-Perspektive wirft dabei erschreckend deutlich die Gedankengänge eines Mannes in seiner Position auf und die Gefühle beim Lesen wechseln alsbald von anfänglicher Abscheu gegenüber seine Weichheit hin zu Mitleid und Verständnis. Je weiter der innereheliche Konflikt dann geht, desto mehr reflektiert man die eigenen vergangenen Beziehungen und so manchem Leser wird es wohl wie mir ergehen: man erkennt mehr oder weniger von sich selbst im Protagonisten wieder.

Eine junge Italienerin, die er im Kurzurlaub bei seinem Vater kennenlernt, scheint dann zum Rettungsanker werden zu können - nur, um der Abwärtsspirale seines Lebens einen weiteren heftigen Stoß zu versetzen.

Nicolas Fargues hat einen beeindruckenden Liebesroman geschrieben - aus der Sicht eines Mannes und vor allem für Männer. Tiefgründig und einfach wunderbar...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neues Rollenverständnis muss her!, 27. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Gebundene Ausgabe)
Nicolas Fargues greift in seinem dritten Roman Nicht so schlimm" ein aktuelles und drängendes Thema auf. Es ist eine schonungslose Ehegeschichte, eine Art Rosenkrieg", wie er so noch nicht beschrieben wurde. Der Protagonist des Romans, ein Mittdreißiger, wird von seiner Frau betrogen, aus Rache für seine Affäre, die aber nur aus einem Kuss bestand. Denn mehr traute er sich nicht, konnte aber vor schlechtem Gewissen und Selbstanklage nicht an sich halten und erzählte alles seiner Frau. Doch Alexandrine, seine Frau, macht ihm nun das Leben zur Hölle: Sie prügelt ihn blutig, er bettelt wenig später reumütig, dass sie ihm verzeihen möge. Doch Alexandrine lässt ihn kalt abblitzen und ignoriert ihn fortan. Er ist am Boden zerstört. So beschließt er seine Eltern in Italien zu besuchen, natürlich nicht ohne seine Frau um Mitfahrt zu bitten. Sie will aber nicht. Er reist alleine und stürzt sich diesmal in eine leidenschaftliche Affäre mit allem drum und dran. Alice gibt ihm all die Gefühle wieder, die er längst vergessen glaubte. Beide erleben eine fantastische Zeit zusammen. Als er wieder nach Hause fährt, gesteht er es sofort seiner Frau, die ihn darauf erneut erniedrigt. Aus Angst vor der Trennung und den damit einhergehenden Konsequenzen verrät er seine große Liebe zu Alice, doch die beiden können nicht voneinander lassen und das Gefühlschaos nimmt seinen Lauf. Das ist oft sehr amüsant zu lesen, doch bleibt einem, angesichts der Erniedrigungen, die er über sich ergehen lässt, das Lachen im Halse stecken. Ungeschönt, leidenschaftlich und sehr einfühlsam schildert Nicolas Fargues das bewegende Leben seines Protagonisten und deckt dabei das Dilemma und die Krise vieler heutiger Männer auf. Männer, die ihre Männlichkeit ausleben wollen, sie aber nicht mehr genießen können, aus Verunsicherung oder aus Angst, als Macho abgestempelt zu werden. Denn die Veränderungen der Männer sind im Vergleich zur Emanzipation der Frauen eigentlich nur ein Reflex gewesen, um von der Entwicklung nicht abgehängt zu werden. Somit ist die Anpassungs-
strategie der Männer gescheitert, weil sie sich nicht wirklich verändert haben. Der Mann hat es nicht verstanden sich vom althergebrachten Rollen-
verständnis mit denen die Männlichkeit Jahrhunderte lang verbunden war, zu trennen und dabei die spezifische Männlichkeit, die von Frauen gefordert und begehrt wird, zu entwickeln. Somit gibt es sehr viele Irritationen in modernen Beziehungen, die Nicholas Fargues in diesem Buch bewegend beschreibt. Es sind Männer, die zwar in Partnerschaften leben, es aber verlernt haben, wirkliche und männliche Verantwortung zu übernehmen, die in einer Form der unerwachsenen Männlichkeit verharren und darunter leiden, ohne wirklich einen Ausweg zu finden. Männer die lieb und nett sind, aber nicht mehr leidenschaftlich sein können bzw. wollen. Männer ohne Eigenschaften.
Denn wollen sie anerkannt werden und politisch korrekt sein, müssen sie genau die Alleskönner sein, die die Frauen in den letzten Jahrzehnten zu Recht nicht mehr sein wollten. Nur wenn Männer anfangen darüber zu reden, dies wahrzunehmen durch Reflexion, Selbsterkenntnis und Veränderung, werden sie zu einer gleichberechtigten Beziehung mit einer Frau fähig sein. Bleibt nur zu hoffen dass dieses Buch des Shootingstars aus Frankreich einen erheblichen Wiedererkennungs- und Identifizierungsprozess in Gang setzt, an deren Ende ein Gespräch mit einem anderen Mann oder auch einer Frau stehen könnte; über das, was Männern nachgewiesenermaßen am schwersten fällt: Ein Gespräch über Gefühle.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belangloses Buch, 9. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Gebundene Ausgabe)
Aus weiblicher Sicht betrachtet, finde ich das Buch ziemlich belanglos. Wie schon einige Vorgänger kritisierten, bleiben die beiden Hauptfiguren sehr blass und man erfährt so gut wie nichts über deren Beweggründe, was umso ärgerlicher ist da Fargues dafür repetitiv und meiner Meinung nach undifferenziert seinen immer gleichen, labilen und zwiegespaltenen Zustand reflektiert. Ärgerlich dagegen finde ich das fast schon gequälte Bemühen, à la Houellebecq pornographische Ausdrücke einzustreuen. Letzerer wendet dies jedoch konsequent und in Einklang mit seinen Protagonisten an. Fargues' Held hingegen ist durch und durch farblos, beginnt aber urplötzlich ab der Mitte des Buches mit Wörtern wie Pussy, Schwanz etc. um sich zu werfen, was überhaupt nicht zur Hauptperson passt und erst wie gesagt aus heiterem Himmel und total grundlos ab der zweiten Hälfte auftritt. Für mich absolut unlogisch, zumal der gute Mann ja eine Erzählung in indirekter Rede wiedergibt und sich nicht 1:1 weiterentwickelt, was ja noch eine Erklärung sein könnte.

Dass die Geschichte vom Thema her wie schon gesagt an Houellebecq und v.a an Beigbeders gelungenes "L amour dure 3 ans" erinnert, ist ja kein Zufall, da er beide in seinem Buch erwähnt. Umso mehr hatte ich daher das Gefühl, dass Fargues hier zwei Autoren nacheifern möchte, ohne dass es ihm gelingt oder er sich getraut, seinen eigenen Schreibstil zu finden. Daraus entstanden ist ein unpersönlicher Stilmix, der bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Anstrengend, nervig, überflüssig, 24. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Taschenbuch)
Nach dem Lesen der recht unterschiedlichen Meinungen war ich unsicher, ob ich das Buch, welches von der Thematik sehr interessant klingt, überhaupt lesen sollte. Trotz der zum Teil sehr negativen Kritiken gab ich dem Autor trotzdem eine Chance und habe das Buch vorurteilsfrei begonnen. Aber nach nur kurzer Zeit war ich schon genervt von seiner Art zu schreiben und seine ohne Pause vorgetragenen Gedanken, Gefühle und Erlebnisse. Auch der ständige Versuch, eine Beziehung zu dem Leser (oder einem Bekannten, dem er seine Geschichte erzählt/aufschreibt) aufzubauen, in dem er ständig fragt, ob man Dies und Jenes auch kenne, strengt an.

Meiner Meinung nach kann man in dem Buch nicht erfahren, wie ein Mann "tickt", sondern wie ein Mensch tickt, der sich Hilfe bei einem Psychiater holen sollte, da er absolut hilflos ist und jedes ihm zugefügte Leid klaglos erträgt. So handelt es sich meines Erachtens auch nicht um ein typisch männliches Weichei, wie andere Kritiker hier behaupten, da der Protagonist nicht dem Typ von Mann entspricht, den man gemeinhein als Softie bezeichnet. Vielmehr vermischen sich bei ihm Größenwahn ("hach, ich bin ja ein so hübscher Mann"), krankhafte Unterwerfung und Realitätsverlust.

Ich wüsste nicht, wem ich dieses Buch empfehlen könnte. Es ist überflüssig, anstrengend und nervig.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, 7. Januar 2008
Von 
C. Stotz (Esslingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Gebundene Ausgabe)
Ein Paar macht sich den Alltag gegenseitig seit Jahren zur Hölle. Die Liebe ist schon lange gegangen, geblieben sind lediglich die Rollenmuster, die in den Jahren der Ehe so starr wurden, dass es scheinbar keinen Weg zu einem Neuanfang gibt. Nach einer Reihe gegenseitiger Demütigungen reist der Ich-Erzähler für ein langes Wochenende zu seinem Vater nach Italien, um dort ein wenig Distanz zu gewinnen. Und macht dort die Bekanntschaft der bezaubernden Alice. Erst die Liebe zu ihr macht es ihm möglich, einen neues Selbstwertgefühl aufzubauen und sich von seiner Frau endgültig zu trennen.

Nicolas Fargues spricht den Leser direkt an, gibt dem Roman den Anschein, als würde der Ich-Erzähler tatsächlich mündlich berichten. Immer wieder springt die Handlung, gibt Erinnerungen und Assoziationen Raum. So erfährt man erst nach und nach, wie sich die Ehe mit Alexandrine entwickelt hat, ehe er aus Alice traf, und sieht auch, dass es - wie so oft - keinen wirklich Schuldigen und kein Opfer in diesem Ehedrama gibt. Ein sehr ehrliches, subjektives und glaubwürdiges Buch.

Dennoch hätte es der Authentizität des Erzählten nicht geschadet, wenn der Textfluß gelegentlich von einem Absatz aufgelockert worden wäre; das Auge liest schliesslich mit.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch von Paris geschrieben, wo wir doch alle Hector sein wollen ;-)), 13. März 2008
Von 
Christian Bleis (Hannover, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Gebundene Ausgabe)
Das Buch fesselt, auch wenn einem der durchtrainierte Schönling doch auf den ersten Seiten mit seinem Gejammer und seiner unglaublichen Passivität, die er in seiner Ehe mit einer eher dominanten Frau zeigt, etwas auf die Nerven geht.

Das Buch wird wirklich gut und spannend als er eine andere Frau (Alice) trifft, die ihn - noch mehr - ins Schwanken bringt und indirekt zu seinem Erwachsenwerden mit Mitte 30 (Typisch Mann! oder doch recht früh ;-))) führt. Spannung kommt vor allem wegen der ständigen Entschlusslosigkeit der Hauptperson auf, was recht typisch männlich sein kann, wenn Mann DAS einzig wahre Glück sucht.

Im Klappentext steht "ein wirklich großer Liebesroman für Männer - und alle, die wissen wollen, wie Männer ticken". Wunderbar wird hier die Werbetrommel für die Zielgruppe Frauen geschwungen, was sehr erfolgreich war, sieht man sich den Hype an, den dieses Buch vor allem in Frauenzeitungen ausgelöst hat.

Zum Teil gebe ich der Klappentext-Aussage recht, auch wenn einige (Ehe-)Situationen doch etwas skuril anmuten. Habe einige/viele Gedankengänge und Einstellungen von mir wieder gefunden. Allerdings entspricht nicht jeder Mann diesem sensiblen, narzisstischen, fast hörigen Typ, der einfach nicht den Mumm zu finden scheint, sein Leben selbst zu gestalten. Ein Träumer, der immer wieder von der Realität überrascht wird. Ein Paris, der von den Frauen und natürlich von Helena geliebt wird, zum Schwert greift und (im Anblick der Realität) jämmerlich versagt.

Insgesamt lesenswert, wenn man über die ersten Seiten hinweggekommen ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert!, 14. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Taschenbuch)
Ein wunderbar fesselndes, beängstigendes, abstoßendes, berührendes, verstörendes Buch. Lesebauchschmerz. Der Protagonist und Autor beschreibt das Leben mit seiner Partnerin. Er beschreibt seine Hörigkeit und Unterwürfigkeit, beschreibt ihre und seinen Seitenspru(e)ng(e), seine gestörte Selbstreflektion und die Schuldgefühle dahinter. Seine Partnerin schlägt und misshandelt ihn, als die Seitensprünge zwischen ihnen zur Rede kommen, maskiert sich als leidendes Opfer. Er ist schwach und gerät in ein unerträgliches Spannungsfeld, sie benutzt ihren permanenten Seitensprung, um ihn zu quälen und klein zu halten. Kalt, herzlos, gereizt, brutal.

Beide gehen bzw. gingen fremd, nur: seine Schuld macht ihn zum Opfer. Nicht ohne ein zaghaftes, tief ins Herz gehendes Beinahe - Happy End: er trifft die Liebe seines Lebens, kämpft dennoch lange um die Beziehung zur Mutter seiner Kinder, schafft es irgendwann beim dritten Mal dennoch, sich endgültig aufzurichten, zu trennen, seinem Glück zu ergeben.

Wermutstropfen: auch diese wunderbar zarte, befreiende, ihn selbstbewusst machende Liebe, die ihn vor dem Untergang an der Seite einer gewalttätigen Frau rettet, verfliegt...

Lesenswertes Buch, welches aufzeigt, dass eben nicht nur die Frau das Opfer häuslicher Gewalt ist. Im Gegenteil - nahezu 50% der Opfer sind lut seriösen Studien männlich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein verhinderter Don Juan?, 9. August 2007
Von 
Heike G. (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Gebundene Ausgabe)
Konträr sind die Reaktionen zu Nicolas Fargues' neuem Roman "Nicht so schlimm". In Frankreich wurde er zum Bestseller, in Deutschland wird polarisiert.

Derweil ist es "nur" ein ehrlicher, offener Tatsachenbericht einer zerbrechenden Ehe und eines zaghaften Neuanfanges, des Erwachsenwerdens - auch noch mit Anfang Dreißig.
"Nicht so schlimm" ist zu 100% autobiografisch, wie Nicolas Fargues versichert: ein eigener Lebensabschnitt im literarischen Gewand.

Stilistisch hat Nicolas Fargues diese "Lebensbeichte" an sein literarisches Vorbild Michel Houellebecq angelehnt: die Sprache des Ressentiments und den Schmerz zurückgeben, an dessen Ausdrucksform, die suggeriert, "dass das metaphysische Unbehagen des Menschen aufs engste mit seinen physischen, also biologischen Voraussetzungen verbunden ist. Das wichtigste Scharnier zwischen beiden Bereichen ist die Sexualität und die mit ihr verbundene Zwischenmenschlichkeit, im Glücksfall: die Liebe."
Houellebecqs Serien von Schocks und den manchmal fast stillosen Ton schlägt Fargues jedoch nicht an. Derb und direkt wird er zwar zuweilen auch, aber die Contenance bleibt immer bewahrt.

"Nicht so schlimm" ist Fargues persönliche Meditation über das Leid in all seinen Formen.

Der Autor erzählt einem unsichtbaren Zuhörer (dem Leser?) in einem endlosen Monolog, fast ohne Absätze, beinahe ohne Luft zu holen, die Geschichte des Scheiterns seiner Ehe, der großen Glückmomente einer neuen Liebe und der Zerrissenheit zwischen Gestern und Morgen.

"Nicht so schlimm" ist eine ehrliche und schonungslose Selbstbefreiung eines jungen Mannes, um die Belanglosigkeit aber auch die Schwere der Liebe.

Kurz spricht Fargues einen vielleicht verborgenen interkulturellen Konflikt in seiner Ehe an, aber nur kurz. Er hat keinen tiefgreifenden Belang für ihn. Hier geht es vor allem darum, dass zwei Menschen sich auseinandergelebt haben. Die Stigmatisierung des Geschlechtes oder aber der Rasse blendet er schnell wieder aus.

Vielleicht klingt es am Ende ein wenig zu pathetisch, wenn Fargues Nietzsche zitiert: "Was nicht tötet, härtet ab." Doch der Autor erklärt sich selbst: "Man kann das auf zweierlei Weise verstehen", sagt Fargues. "Was uns nicht tötet, macht uns stark. Das heißt, es macht uns gefühllos wie ein Stein. Oder: Es macht uns stark, damit wir glücklich sein können. Letzteres liegt mir mehr."

Das Buch hat einen unwiderstehlich-identifikatorischen Reiz. Es ist eine ehrliche Lebensbeichte eines Mannes und eine wunderschöne Geschichte über die Macht der Liebe und der Gefühle.

Fargues hat, losgelöst von allen Diskussionen um Emanzipation und den "neuen Mann", ohne Reflektion jedweder gegenwärtiger Geschlechterrollen, unbekümmert eine verfahrene Beziehung und einen möglichen Neubeginn mit einer anderen Frau beschrieben. Es ist eine Schilderung eines Menschen in einer bestimmten Situation, ein Ausbruch von gewohnten Wegen.

Ein ehrliches, offenes Buch in einer ausgezeichneten, stilsicheren Übersetzung von Frank Wegner.

Und vielleicht sollten wir Deutschen nicht immer alles in einen gesellschaftlichen Rahmen pressen. Offensichtlich sind die Franzosen doch nicht so verklemmt, wie sie Fargues in seinem Buch im Vergleich zu den Italienern beschreibt.

Zumindest nicht so verklemmt wie wir Deutschen manchmal...
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vor allem für Männer gilt hier: absolut lesenswert, 23. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Nicht so schlimm (Gebundene Ausgabe)
Auf jeden Fall spricht der Autor vor allem die Gedanken und Gefühle von Männern an, was die Diskussion um das Buch verständlich macht. Für Männer ist der Roman eine der seltenen Möglichkeiten, sich von einer "Liebesgeschichte" mitreissen zu lassen, für Frauen vielleicht eher die Wiedergabe "unverständlichen, männlichen Gewimmers"

Das Buch lässt den Leser mit dem Ich-Erzähler mitleiden, mitkämpfen und mitlieben wie wenige andere Romane. Der Autor schafft es einerseits, dass man von der Beziehungskrise des Franzosen hinuntergezogen wird als gehe es um die eigene, und andererseits, die neue Liebe so zu beschreiben, als habe man sich selbst erst frisch verliebt.

Dabei bedient sich Fargues eines unverkennbaren, mitreissenden Stils: er erzählt seine Geschichte einem imaginären Freund in oftmals kurzen aneinandergereihten, fast schon gestammelten Sätze, verstärkt so die Beziehung zum Erzähler und drückt dabei realistisch Leid und Gefühle aus: genau so könnte einen das heftige Ende einer Ehe mit Kindern zerstören, genau so würde einem ein guter Freund sein Leid klagen und genau so würde man sich den Beginn einer neuen frischen Lieben wünschen/vorstellen.

Auch Männer, die sonst verständlicherweise mit "Liebes"-Romanen nichts am Hut haben, werden begeistert sein, denn hier geht es nicht einseitig um Liebe, sondern vor allem um das Leben, um Trennungsängste, Furcht vor Veränderungen und Neuanfang.
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Nicht so schlimm
Nicht so schlimm von Nicolas Fargues (Taschenbuch - 2. Januar 2009)
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