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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Flirrende Resignation
There's a killer on the road. Er tötet am liebsten mit einem Bolzenschussgerät, und das beim geringsten Anlass. Wem das Sujet bekannt vorkommt, der hat vermutlich den Film der Coen-Brüder "No country for old men" gesehen, 4 Oscars. Und wird trotzdem oder gerade deshalb Gefallen an der Romanvorlage finden.

Der junge Ehemann, Mechaniker und...
Vor 13 Monaten von R. Leser veröffentlicht

versus
12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pure Gewalt in Texas
Der Hobbyjäger Moss findet in der texanischen Wüste mehrere Leichen und einen Koffer voller Geld. Mit dem Geldkoffer macht er sich auf und davon, doch der gnadenlose Killer Chigurh ist ihm auf den Fersen. Eine Spur von Mord und Verwüstung folgen den beiden und der alternde Country-Sheriff Bell versucht Ordnung in den Fall zu bringen.
Emotionslose und...
Veröffentlicht am 2. Oktober 2009 von Amazon Kundenrezensionen


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Flirrende Resignation, 2. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Kein Land für alte Männer (Taschenbuch)
There's a killer on the road. Er tötet am liebsten mit einem Bolzenschussgerät, und das beim geringsten Anlass. Wem das Sujet bekannt vorkommt, der hat vermutlich den Film der Coen-Brüder "No country for old men" gesehen, 4 Oscars. Und wird trotzdem oder gerade deshalb Gefallen an der Romanvorlage finden.

Der junge Ehemann, Mechaniker und Hobbyjäger Llewyllyn Moss findet bei einem Jagdausflug in die texanische Wüste vier Erschossene, einen schwer verletzten Mexikaner, der ihn um Wasser bittet, und einen Pick-up pickepackevoll mit Heroin. Und dann liegt da noch ein Koffer mit 2 Millionen Dollar. Er nimmt das Geld mit in den Wohnwagen zu seiner Frau Carla Jean und macht sich nachts erneut auf den Weg, einen Kanister Wasser im Gepäck. Gut gemeint und ehrenhaft gehandelt - und Anfangspunkt einer gnadenloser Jagd mit tödlichen Konsequenzen. Denn dort draußen lauert schon Anton Chigurh, Profi im Töten und in Seelenlosigkeit. Und es scheint nichts zu geben, was der alte, müde Sheriff Ed Tom Bell gegen ihn ausrichten könnte.

Ein Buch mit einer Atmosphäre wie eine Platte von Calexico oder Giant Sand und eine Lektion in Lakonie. Liebe bleibt Bastion und Verheißung, doch die Luft flirrt vor Resignation.
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49 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Moderner Hardcore Western, 10. März 2008
Llewlyn Moss, gerade unterwegs um Antilopen an der mexikanischen Grenze zu jagen, stoesst per Zufall auf das Ergebnis einer Herointransaktion, bei der ganz offensichtlich alles schief gelaufen ist: durchsiebte Fahrzeuge, ueberall Blut, Waffen und kugelzerfetzte Leichen. Nur ein Ueberlebender (vielmehr ein Halbtoter), der nur nach Wasser fraegt und sonst nicht viel zur Aufklaerung beitraegt. Moss nimmt das Geld an sich - zwei Millionen Dollar - und verschwindet so unauffaellig wie er gekommen ist. Zwar ist er ein hartgesottener Kerl, dennoch ertraegt er den Gedanken an den verdurstenden Mexikaner nicht und kehrt deshalb mitten in der Nacht mit einer Wasserflasche an den Tatort zurueck. Nun ist er jedoch nicht mehr alleine, denn offenbar hat sich die fehlgeschlagene Transaktion in bestimmten Kreisen herumgesprochen. So geraet er in den Fokus eines Suchtrupps von Banditen, auf der Suche nach dem Heroin, dem Geld, oder beidem. Dies ist dann der Startschuss zu einer moerderischen Verfolgungsjagd zwischen Moss, den Heroindealern, einem psychopatischen Killer, einem Privatdetektiv und natuerlich der Polizei. Wie schon oefter bei McCarthy - und so auch hier -, entwickelt sich die Handlung entlang dieses Flucht- bzw. Jagdszenarios; d.h. wir haben es mit einem klassischen "Road Movie" zu tun.

"No Country For Old Men" ist in jeder Hinsicht ein spektakulaeres Buch - spannend, reisserisch, unterhaltsam und origninell. Alle Zutaten fuer ein gelungenes Lesevergnuegen sind dabei; ein erstklassiger Thriller und ein wahrhaft moderner Hard-Core Western. McCarthy's (Anti-)Helden benehmen sich genauso, wie man es von modernen Cowboys erwartet: sie sind alle und staendig schwer bewaffnet, reiten auf Pferden, spucken aus und tragen breitkrempige Huete. Sie fahren Off-Road Fahrzeuge (wenn sie nicht gerade reiten), steigen in Motels ab und haben immer grandiose Sprueche auf Lager: "Its' just a bunch of Mexican drugrunners. They were. They aint now. I aint sure what you're sayin. I'm just saying that whatever they were the only thing they are now is dead," oder auch: "If the heroin is missing and the money is missing then my guess is that somebody is missing. I'd say that's a reasonable guess."

Wie schon in anderen Veroeffentlichungen von McCarthy, lebt das Buch vom typischen McCarthy Erzaehlstil: detaillierte Beschreibungen von scheinbar unwichtigen Details, mit sehr knapper und distanzierter Sprache. Der eingefangene texanische Lokalkolorit in der Sprache ist wohl vollumfaenglich nur dem amerikanischen Leser zugaenglich - seine Wirkung auf uns verfehlt es dennoch nicht. "If you knew there was somebody out here afoot that had two million dollars of your money, at what point would you quit lookin for em? That's right. There aint no such a point." Es bleibt abzuwarten, wie sich dies dann in der deutschen Uebersetzung liest - dort koennte viel verloren gehen.

Gegen Ende nimmt die Geschichte noch eine Wendung. Die Gewalt als reines Spektakulum wird zurueckgefuehrt auf das was sie ist: Zerstoerung, Leid und Elend. Gleichzeitig tritt auch das McCarthy'sche Hauptmotiv wieder in Erscheinung - die Unausweichlichkeit des Schicksals und des Todes. Der Killer als Verkoerperung des Untergangs, dem wir alle geweiht sind. Letztlich geht es um das menschliche Schicksal ganz allgemein, das ausgedrueckt ist in der Schluesselaussage des Killers: "Every moment in your life is a turning and every one a choosing. Somewhere you made a choice. All followed to this. The accounting is scrupulous. The shape is drawn. No line can be erased" - sagts und erschiesst eine voellig Unbeteiligte. Ab hier tritt das reisserische Element in den Hintergrund, und allgemeine Ueberlegungen zum Thema Schicksal und Tod greifen Raum. Hier wird dann wieder die Groesse von Cormac McCarthy spuerbar.

Die Unausweichlichkeit des menschlichen Schicksals, manifestiert im Schicksal der Beteiligten: Sie alle haben an einem Punkt ihres Lebens eine Entscheidung getroffen, die sie in die vorliegende Handlung schicksalshaft verwickelt - und alle haben dafuer einen Preis zu bezahlen, unabhaengig von ihrer spezifischen Schuld. No line can be erased. Jede Entscheidung ist endgueltig, alles hat seine Konsequenz, nichts kann ungeschehen gemacht werden. Der Mensch ist schuldig als Mensch und deshalb unausweichlich dem Tod geweiht. Alle Handlungen sind schicksalshaft und alles endet mit dem Tod - ohne Gnade. The accounting is scrupulous.

"No Country For Old Men" ist wie geschaffen fuer eine Verfilmung und man koennte beinah meinen, McCarthy haette es geradezu darauf angelegt, einen Roman zu schreiben, der dann als Hollywood Filmvorlage endet. Und wenn schon! McCarthy hat einen grossartigen Thriller vorgelegt, der alle Beduerfnisse an einen modernen Western befriedigt. Trotzdem "No Country For Old Men" nicht die literarischen Hoehen erreicht, die andere seiner Buecher erreichen, gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne; es ist einfach zu spannend, zu cool, zu krass, zu unterhaltend - zu gut. Die Verfilmung von "No Country For Old Men" hat uebrigens mehrere Oscars gewonnen - bei dieser Romanvorlage ist das auch kein Wunder!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Apokalyse Amerika, 30. März 2011
McCarthy schafft es, die Apokalypse zu beschreiben oder gar herbeizuschreiben? Sein Roman "Kein Land für alte Maenner" ist ein duesteres Machwerk, das von Hass und Gewalt, Sinnlosigkeit und Mord, dem Fehlen von allgemein gueltigen Regeln erzaehlt und den Leser aufgrund seiner puristischen Erzaehlweise in seinen Bann zieht. Der Hobbyjaeger Moss stoesst auf einer seiner Jagden in der texanischen Wueste auf die Leichen eines Massakers, das zwischen 2 Drogenorganisationen stattgefunden hat. Moss findet dabei einen Koffer voller Dollars, den er an sich nimmt. Von nun an wird er von psychopatischen Killern verfolgt, die nur ihre eigenen fragwuerdigen 'kranken`Regeln kennen und alles daran setzen, das Geld zurueck zu bekommen. `Begleitet' wird das `Spektakel' von einem Sheriff, der sich dieser Situation nicht mehr gewachsen sieht und sich und seine Funktion als Waechter von Recht und Ordnung nicht mehr auszufuellen in der Lage ist. Er verkoerpert eine andere Zeit, in der noch eine Ordnung herrschte. Er resigniert und soll spaeter seinen Job quittieren, waehrend Moss ums Ueberleben kaempft. Die Charaktere des Romans sind einzigartig, dem Leser oftmals (und hoffentlich) fremd und dennoch Boten einer neuen Zeit, die auch uns hier in Europa erreichen kann. Auch wenn wir nach dem Lesen des Romanes inbruenstig hoffen, dass dieses niemals geschehen mag. Grosse Literatur ueber ein ehemals grosses Land, das sich selbst ueberlebt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Land für alte Männer, 9. Mai 2011
Das Buch war zimlich gut und spannend geschrieben. Ich war überrascht wie eng sich die Verfilmung an die literarische Vorlage hält. Auch wenn man den Film schon kennt: zum Lesen absolut empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Tiefe Schatten. Stille. Nichts.", 6. Juni 2008
Von 
HeikeG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kein Land für alte Männer (Audio CD)
- Der lebendige Prophet der Vernichtung (Amerikas) -

Ein Mann wird durch die bei einem Bandenkrieg "übrig gebliebenen" Millionen aus seinem gewohnten Leben geworfen: Eine philosophische und moralische Betrachtung über Gewalt und Tod, aber auch des Lebens und seiner Werte: ein lang nachwirkendes Hörbuch, großartig gelesen von Christian Brückner.

Am 24. Februar 2008 war es wieder soweit. Glanz, Glimmer und Stars bei der Oscar-Preisverleihung in Los Angeles. Ein Film räumte kräftig ab: Vier Oscars für "No Country for Old Men" (bester Film, Javier Bardem als bester Nebendarsteller, bester Regisseur und bestes adaptiertes Drehbuch von Joel und Ethan Coen). Das Buch zu diesem Film schrieb ein ebenfalls preisgekrönter Schriftsteller: der 73-jährige Cormac McCarthy, der 2007 eine der wichtigsten Auszeichnungen in den USA erhielt - den Pulitzer-Preis.
Zuletzt brillierte McCarthy in deutschen Landen mit seinem Endzeitdrama "Die Straße". Bereits 2006 schrieb er den ebenso brillanten wie schockierenden texanischen Psychothriller-Roadmovie-Western "Kein Land für alte Männer", der nun auf Deutsch erschien.

Der Handlungsablauf ist in wenigen Sätzen erzählt: Der 36-jährige Vietnam-Veteran und Hobby-Jäger Lleweyln Moss stößt in der Wüste zufällig auf den Schauplatz eines blutigen Massakers: Drei zerschossene Autos, kiloweise Heroin, ein halbes Dutzend Tote und ein Koffer mit 2,4 Millionen Dollar, den er an sich nimmt. Fortan wird er von zwei konkurrierenden Drogenbanden und einem psychopathischen Killer mit diabolischem Abrechnungswahn - Anton Chigurh - gejagt: eine Eskalation der Gewalt im Zeichen des Drogenkrieges an der texanisch-mexikanischen Grenze um 1980.
Der alte Sheriff Bell - ein hoch dekorierter Weltkriegsveteran - ist dem Massaker nicht gewachsen und kann nur hilflos zuschauen.

Gewalt, Blut, jede Menge Leichen und Schilderungen furchtbarer Grausamkeiten in gewohnt lakonischer Sprache, die jeden Satz in Stein meißeln, bestimmen große Teile des Hörbuchs, das einem Gemälde Caravaggios alle Ehre macht. Dem gegenüber stehen grandiose - in ihrer Detailgenauigkeit fast naturalistische - Beschreibungen der texanischen Landschaft, bemerkenswerte Dialoge über Gott und die Welt und tief melancholische Überlegungen zum Zustand der amerikanischen Gesellschaft.

Sheriff Bell, aus dessen Sicht erzählt wird, verkörpert in seinen bemerkenswerten inneren Dialogen die typischen Themen von Cormac McCarthy: die Möglichkeit des Neuanfangs, die Lügen und die Wahrheit, das Reflektieren der eigenen Geschichte, Liebe, Respekt und Treue, Schuld und Sühne und gleichzeitig das Nicht-mehr-Verstehen der moderne Welt. "Irgendwo da draußen gibt's einen wahrhaftigen, lebendigen Propheten der Vernichtung, und dem will ich mich nicht stellen. (...) Und ich glaub, dafür müsste man seine Seele aufs Spiel setzen. Und das tu ich nicht. Heute glaub ich, dass ich das vielleicht nie getan hätte." So lautet das hilflose Resümee des Sheriffs. Seine Botschaft: Die neuen Zeiten sind schlecht für alte Männer, die im Geist des alten Amerika groß geworden sind.

Dem Übersetzer der ungekürzt gelesenen Romanvorlage - Nicolaus Stingl - gilt gleichfalls Anerkennung, hat er doch beinahe Unmögliches geleistet: Er musste den Roman nicht nur aus dem Amerikanischen, sondern auch aus dem Texanischen übersetzen, und zwar aus einem Texanisch, das vor allem aus Sprach-Vermeidungen besteht: stoisch knapp, schlicht und beinahe fast schon stumpf.

Der akustischen Adaption wiederum gilt besondere Aufmerksamkeit und Achtung, wird sie doch von keinem anderen als der deutschen Stimme Robert De Niros, Robert Redfords, Peter Fondas oder Marlon Brandos, dem Deutschen Hörbuch Preisträger 2005 - Christian Brückner - gelesen.
Brückner eröffnet dem Hörer mit seinem unverwechselbaren Timbre, einen ganz neuen, äußerst intensiven Zugang zu dem Roman um die Faszination des Bösen. Er weiß sich in jede Person intensiv hineinzuversetzen und ihr einen spezifischen Akzent zu verleihen, so dass sie sich für den Hörer beinahe physisch fühlbar mitteilt.
Egal, ob die absolute Gefühlskälte Chigurhs oder die verzweifelte Intensität der jungen Frau von Moss - Carla Jean -, Brückner ist ein "Stimmenspieler". Seine heiserbrüchige, kratzig-spröde Stimme ist unvergleichbar vielschichtig und ausdrucksvoll und kennt eine Unmenge von Zwischentönen: sanft und energisch, warm und weich, rau und klar. Er arbeitet Nuancen heraus, die sich beim stillen Lesen so oft gar nicht erschließen.
Für die Vortragskunst dieses ungeheuer intensiven Buches des amerikanischen Pulitzer-Preisträgers gibt es nur eine Wertung: Prädikat für herausragende Vorlesekunst.

Fazit:
"Kein Land für alte Männer " ist harter Kriminalstoff, aber kein Trash oder Schund. Und das liegt daran, dass Cormac McCarthy ein begnadeter Erzähler und Stilist ist.
Ein apokalyptischer Western des Pulitzer-Preisträger, mit Christian Brückner als Sprecher ein ungeheuer eindringliches Werk, das wie ein Sog den Hörer in seinen Bann zieht.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als der grandiose Film, 16. August 2008
Von 
Der Film war grandios. Die Straße von Cormac McCarthy war eine unglaubliche Erfahrung. Das auf der Suche nach der Buchvorlage zu Film gekaufte Verlorene war packend und ernüchternd.
Und dann las ich No Country vor old men und danke den Cohen-Brüdern dafür das auf die Leinwand gebracht zu haben - aber grandios ist der Film nur wegen der Vorlage.
Erschütternd in der Brutalität, drastisch in der nüchternen Sprache, bildgewaltig, große Fragen behandelnd. Und nebenbei auch dieses seltsame Land mit seinen Wurzeln entlarvend, sezierend und es doch annehmend, so schicksalhaft, wie die Figuren eben auf den falschen Mann treffen.
Ein großartiger Autor, der mich wohl nicht los lässt, bis auch die letzte verfügbare Seite gelesen habe.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Mitleid mit dem Leser., 3. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Weg zum Leben führt nicht über Tod, Opfer und Leid. Der Weg zum Leben führt über das Leben. Möchte man meinen.Cormac McCarthy weiß es besser. Die von ihm geschaffene Figur des Auftragskillers Chigurh,der mordend durchs Land zieht, lässt einen vor Kälte erstarren.
Sätze wie: Sie müssen sich nicht stärker vor dem Sterben fürchten, nur weil sie mich für einen bösen Menschen halten.Oder:Ich habe nur eine Art zu leben. Sie lässt keine Sonderfälle zu. Ja sagt sie schluchzend.Das versteh ich. Wirklich. Gut,sagt er. Dann erschoss er sie.
Minimalistisch ausgereizt bis ans Äußerste, viele Worte nicht geschrieben und trotzdem lesbar. Wenn man alles was man hat in die Waagschale wirft, kann man Dinge erreichen, von denen man nie zu träumen wagte lautet wohl das Motto von Chigurh. Es ist Unrecht schreit die Seele auf, es ist was es ist, sagt und schreibt McCarthy.
Dieses Buch ist ein absolutes Meisterwerk, man müsste dem Autor die Füße dafür küssen. Ich verneige mich in Ehrfurcht und habe gelernt, man kann sich sein eigenes Leben stehlen, wenns auch nicht immer zum Guten gereicht.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollstrecker des Schicksals, 1. Januar 2010
Von 
Andreas Donder (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kein Land für alte Männer (Taschenbuch)
McCarthys Werk "Kein Land für alte Männer" kann man aus vielen Perspektiven lesen.
Und das wurde ja bereits ausführlich getan.

Ich möchte mich auf einen bisher noch nicht behandelten Aspekt konzentrieren.
Dazu fokussiere ich zunächst auf Anton Chigurh als eine der Schlüsselfiguren.
In diesem eiskalten Killer könnte man auch eine Personifikation von Charon sehen,
dem Fährmann, der für eine Münze die Toten zum Totengott Hades begleitet.

Auch Anton Chigurh lässt einige seiner Opfer die Münze werfen. Wie in einem
Halslöserätsel dürfen sie zwischen Kopf oder Zahl wählen. Bevor er sein
Bolzengerät ansetzt und ihnen dann das Lebenslicht bildlich gesprochen mit
einem Hochdruck-Bolzen ausbläst. Dies ist ein Gerät aus den industriellen
Schlachthöfen, das dort den "großen Hammer" ersetzt hat mit dem man die Tiere
früher mit einem Schlag vor den Kopf tötete.

"Die Etrusker kannten den Gott Charun, eine Art von Würger, von einem
schrecklichen halbtierischen Äußeren und mit einem "großen Hammer" bewaffnet,
bald in der Schlacht mordend, bald die Verstorbenen in die Unterwelt geleitend
oder Wache an der Grabespforte haltend". (Wikipedia)

In dieser Lesart eröffnet sich mir eine mysthische Dimension der Geschichte,
die auf den Seiten 231 bis 237 ihre Schlüsselszene hat. Kurz vorher ist die
rein weltliche Handlung abgeschlossen. Chigurh hatte seinem Auftraggeber das
von Moss entwendete Drogen-Geld zurückgebracht. Und eigentlich ist die
Geschichte jetzt rund und abgeschlossen.

Aber nun geschieht etwas sehr absurdes: Chigurh tötet die unschuldige Freundin
von Moss. Bevor er das tut, führt er mit ihr ein völlig verrücktes
Überzeugungsgespräch an deren Ende sie einverstanden ist zu sterben:
"Ja, sagte sie schluchzend. Das versteh ich. Wirklich. Gut, sagte er.
Das ist gut. Dann erschoss er sie." Seite 237 rororo-Taschenbuchausgabe.

Chigurh deutet sich selbst als Vollstrecker höherer Schicksalsmächte '
er sagt zu Carla Jean "Es lag nicht in meiner Hand. Jeder Augenblick im
Leben bildet eine Abzweigung, und jeder verlangt eine Entscheidung.
Irgendwo haben Sie eine Wahl getroffen. Aus der sich alles bis hierher
ergeben hat. Da wird peinlich genau Buch geführt. Die Form ergibt sich.
Keine Linie lässt sich ausradieren. (....) Der Weg eines Menschen durch
die Welt ändert sich selten, und noch seltener ändert er sich abrupt.
Und die Form Ihres Weges war von Anfang an sichtbar." Seite 236, ebda.

Mit anderen Worten: "Du hast irgendwo die Entscheidung gefällt, die
nun Ursache ist für deinen Tod." Hier macht er aus seinem Opfer einen Täter.
Einen Selbstverursacher.

"Ich hab es kommen sehen, sagte die Mutter (Carla Jeans Mutter) Ich habe es
schon vor drei Jahren gesagt." (Seite 183) Sie bezieht sich dabei auf den
Mann Moss mit dem ihre Tochter seit drei Jahren verheiratet ist. Als sei er
die "Entscheidung" gewesen, die nun zu all den Komplikationen in ihren Leben
führt - nach dem Motto "Mit gegangen, mit gehangen."

Carla Jeans Entscheidung mit Moss zu gehen, ist auch eine Entscheidung
seinen Schicksalsweg zu teilen. Er kam in ihr Leben wie ein Schicksalsbote,
auf den sie gewartet hatte. Zu dem sie damals ja sagte. Muss sie jetzt ihr
"ja" wiederholen? Wer A sagt muss auch B sagen. Wenn man sich die "schicksalshafte
Textstelle" noch mal zu Gemüte führt, liest man auf Seite 122, wo Carla Jean
gerade dem Polizisten Ed Tom Bell erläutert wie sie Moss kennengelernt hat:
"(....) er hat mich angeschaut und gefragt: Wann machen Sie Schluss? Und das
war's auch schon. Ich (Carla Jean) hab nicht den geringsten Zweifel gehabt.
Damals nicht, heute nicht, überhaupt nie."

Kurios, dass Moss gleich zu Beginn die Frage nach dem Schluss stellt.
Aber das ist wohl eine Spitzfindigkeit.

Jedenfalls ist die Frage nach dem geteilten Schicksal eine der
großen unbeantworteten Fragen dieses Buches. Die dem Leser noch
in einem anderen Zusammenhang präsentiert wird. Als Gewissensfrage,
die Ed Tom Bell mit sich herumschleppt wie eine Stahlkugel.

In seiner Zeit als GI im Kampf gegen die Nazis hatte Bell seine sterbenden
Kameraden in einer tödlichen Situation zurückgelassen. Und für einen
anderen Aspekt dieser gleichen Situation auch noch einen Heldenauszeichnung
erhalten. Auch er war mitgegangen. Aber er ist den Schicksalsweg, der ihn
zusammen mit seinen Kameraden in den sicheren Tod geführt hätte, nicht
mitgegangen. Diese Entscheidung zermürbt sein ganzes Leben. Es ist als
"hätte er sich sein eigenes Leben gestohlen." Seite 255 Und lässt sich
mit dem was dann von einem noch übrig bleibt noch etwas eigenes machen?
Nein, sagt Ed Tom Bell auf Seite 255 Er hat "das beste draus gemacht,
aber es war trotzdem nicht meins. Ist es nie gewesen." Seite 255

Welche Entscheidungen sind die richtigen, welche die falschen? Und vor
allem: wer entscheidet über richtig und falsch, gut und böse? Chigurh,
der wie ein Geist auftaucht und verschwindet, richtet nicht jede Entscheidung.
Ed Tom Bell entgeht ihm nur knapp. Im Film der Coen-Brothers viel knapper
noch als im Buch.

Unterm Strich: was ist gut, was ist böse, was ist Schuld, was die richtige
und was ist die falsche Entscheidung das sind allesamt Fragen, die sich
nicht so einfach beantworten lassen.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Totentanz in der Wüste, 11. November 2009
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kein Land für alte Männer (Taschenbuch)
Jedes Buch von Cormack McCarthy war für mich bisher ein literarisches Erlebnis. Das ist nicht unbedingt ein Vorteil, weil es die Erwartungen hochschraubt und Enttäuschungen vorbereitet. "Kein Land für alte Männer" aber hält das gleiche Niveau wie die Border Trilogie und "Die Straße" und übertrifft sogar noch die mehrfach preisgekrönte Verfilmung des vorliegenden Buches.
Vordergründig geht es in dem Roman um einen der zahlreichen Drogenkriege an der mexikanisch-amerikanischen Grenze. Ein durchgeknallter Psychopath zieht eine Blutspur der Verwüstung durch die weiten Ebenen des amerikanischen Südwestens, ein im Dienst ergrauter Sheriff verzweifelt vor den Abgründen, die die Serienmorde enthüllen, und ein Vietnam-Veteran versucht (vergeblich) seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. All das wird übrigens auch in der erfolgreichen Verfilmung sehr nah am Buch auf eindrucksvoller Weise umgesetzt.
Was der Film mit seinen Mitteln naturgemäß nicht zeigen konnte, ist die fast apokalyptische Tiefendimension, die dem Totentanz in der Wüste zugrunde liegt. Es geht um gut und böse, Zufall und Notwendigkeit, Schuld und Unschuld, also große Epik, die sich in der Dreiecksgeschichte zwischen dem Psychopathen, dem Sheriff und dem Vietnam-Veteran entfaltet. Auf diesem schaurigen Bühnenbild fungiert der Mexikaner Anton Chigurh wie die Personifikation des Bösen schlechthin, Chigurh tritt auf wie das Verhängnis selbst, kommt und geht wie ein Geist, tötet ohne Anteilnahme seine Oper mit Bolzenschussgerät und Schrotflinte und entschwindet am Ende ebenso spurlos, wie er am Anfang erschienen ist.
Ihm gegenüber steht der alte Sheriff, dessen zwölf Einlassungen sich wie eine Chronik des gesellschaftlichen Niedergangs lesen. Er repräsentiert die Stimme des ländlichen Amerika, dem gegenüber der anschwellenden Flut der modernen Großkriminalität die Begriffe fehlen. Keiner weiß so recht, wie es so weit kommen konnte, aber, so der Sheriff, alles begann damit dass die Manieren schlechter wurden, als man alles nicht mehr so genau nahm, als kleine Unehrlichkeiten zu großen Lügen wurden, bis schließlich das Verhängnis wie ein immer längerer Schatten die Gesellschaft überwölbte. In dieser Welt des Verhängnisses kann sich jeder in den allgegenwärtigen Fängen des Unheils verstricken, auch der gutmeinende und sympathische Veteran und Schweißer Lelewelyn Moss, der nur durch Zufall in einen Drogenkrieg verwickelt wurde, und daran zugrunde geht. Chigurh als Vollstrecker des Bösen, der alte Sheriff als resignierter Chronist und Moss als Opfer der Verhältnisse erscheinen wie die Gestalten eines Dramas, dessen Ende vom Anfang an festzustehen scheint.
Jeder Augenblick im Leben bildet eine Abzweigung, und jeder verlangt eine Entscheidung" erzählt der finstere Chigurh einem seiner Opfer. "Irgendwo haben Sie eine Wahl getroffen, aus der sich alles bis hierhin ergeben hat. Da wird peinlich genau Buch geführt, die Form ergibt sich. Keine Linie lässt sich ausradieren."(S. 236).
So ist der Mensch in diesen finsteren Zeiten nicht nur Opfer der Umstände sondern auch Opfer seiner eigenen (falschen) Entscheidung in einem scheinbar beiläufigen Augenblick - ganz so wie einer der beiden Jungen, die am Ende des Buches die Pistole aus Chigurhs Wagen aufheben und ihren Weg in den Abgrund beginnen.
Ein Buch wie ein alttestamentarisches Menetekel - auch zu lesen als eine Art Vorspann zur vollzogenen Apokalypse, die in "Die Straße" beschrieben wird.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Schöne Schweinerei, was Sheriff?", 23. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kein Land für alte Männer (Taschenbuch)
Cormac McCarthy's "Kein Land für alte Männer" ist etwas trügerisch. Oberflächlich betrachtet ist es die nackte, schonungslose Geschichte eines Mannes auf der Flucht vor einem kaltblütigen Killer und eines älteren Sheriffs, der versucht herauszufinden, was eigentlich vor sich geht.

Es ist aber auch ein Buch darüber, wie unsere Definition des "Bösen" mit jeder Generation gewalttätiger und düsterer wird - und wie wir uns in diesem System selber versuchen zu identifizieren. Weiterführend geht es auch um Verantwortung: gegenüber der Familie, der Gesellschaft, sich selbst gegenüber.

Der Plot an sich ist schnell erzählt. Llewelyn Moss, der an der amerikanisch-mexikanischen Grenze auf der Jagd ist, findet zufällig in der weiten Ebene einige Fahrzeuge, mehrere Tote, in vielen Blöcken abgepacktes Heroin und Bargeld in Millionenhöhe. Moss nimmt das Geld und von da an ist es eine blutige Jagd: psychopathische Killer, mexikanische Drogendealer und ein entschlossener Sheriff sind jeweils aus eigenen Gründen hinter Moss her.

McCarthy's Sätze sind knapp, aber poetisch. Ich brauchte ein paar Seiten, um mit seinem besonderen Schreibstil vertraut zu werden, aber von da an ging die Story bis zu ihrem etwas zu abrupten Abschluss mit halsbrecherischer Geschwindigkeit vorwärts. Sheriff Bell erkennt schließlich, dass diese "neue Welt", der er sich gegenüber sieht, in der Tat "kein Land für alte Männer" ist.

Für diejenigen, die McCarthy bisher noch nicht gelesen haben, ist "Kein Land für alte Männer" vermutlich sein zugänglichstes Buch; und gleichzeitig ein guter Startpunkt, bevor man tiefer in seine etwas unzugänglicheren Werke wie "All die schönen Pferde" oder "Die Abendröte im Westen" eintaucht.
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Kein Land für alte Männer
Kein Land für alte Männer von Cormac McCarthy (Taschenbuch - 1. Oktober 2009)
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