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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen liebenswürdige Männerfreundschaft in Brooklyn
Mein erstes Auster Buch. Am Anfang hat es mich nicht umgehauen, die Geschichte entwickelt sich erst ein wenig schwerfällig. Nach und nach blüht die Handlung jedoch auf wie eine Blüte und man gewinnt die skurillen Gestalten irgendwie doch lieb. Harry Brightman - den kriminellen schillernden Buchladenbesitzer; Tom - den hoffnungslosen Versager und nicht zu...
Veröffentlicht am 2. Juni 2008 von Weinpflaume

versus
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weniger ist manchmal mehr
Um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Paul Auster bleibt in seinem neuen Roman den uns aus der "Stadt aus Glas" oder der "Musik des Zufalls" bekannten Erzählprinzip treu. Schlichte Wahrheit: Wo Paul Auster drauf steht, da ist auch Paul Auster drin. Das mag beruhigen. Befriedigend ist es diesmal nicht.

In seiner "Brooklyn-Revue" steht im Mittelpunkt...
Veröffentlicht am 12. April 2006 von F. Martin


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen liebenswürdige Männerfreundschaft in Brooklyn, 2. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Taschenbuch)
Mein erstes Auster Buch. Am Anfang hat es mich nicht umgehauen, die Geschichte entwickelt sich erst ein wenig schwerfällig. Nach und nach blüht die Handlung jedoch auf wie eine Blüte und man gewinnt die skurillen Gestalten irgendwie doch lieb. Harry Brightman - den kriminellen schillernden Buchladenbesitzer; Tom - den hoffnungslosen Versager und nicht zu vergessen Nathan, der zwar völlig unfähig für die Ehe ist, aber alles in allem ein recht symphatischer Mann mit dem Herzen auf dem rechten Fleck ist. Diese drei unterschiedlichen Männer verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft und zusammen träumen sie von einem gemeinsamen Platz, einem Hotel Existenz, an dem sie alle leben können. Doch wie immer entwickelt sich das Schicksal anders als erwartet.

Ein guter Einstieg in Austers Bücher.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wirklich toll erzähltes Buch!, 15. Mai 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Gebundene Ausgabe)
Leider hatte ich diesen wunderbar erzählten Roman viel zu schnell durchgelesen. Als großer N.Y. Fan kenne ich alle Bücher von Auster, und dieses gefiel mir am Besten. Warm und lebendig erzählt, die verschiedenen Charaktere toll dargestellt, eine grandiose Geschichte! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, und war traurig, als ich es durchgelesen hatte. Ein absolutes LESE-MUSS, nicht nur für New York Fans!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein typischer Auster, 28. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Taschenbuch)
Nachdem seine letzten Bücher mich nicht ganz so begeistert haben, ist "Brooklyn Revue" wieder absolut klasse.
Schon nach den ersten Zeilen ist man in der Geschichte, streift mit Nathan durch Brooklyn - und es ist wieder der unvergleichliche Erzählstiel von Auster, mit dem er schon "Mond über Manhattan" zu einem meiner Lieblingsbücher gemacht hat.
Für alle Auster-Fans ein Muss, für alle die Paul Auster "kennen lernen" wollen, der ideale Einstieg in seine Literatur.
Ein Lesegenuss - 5 Sterne !
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Stück weit New York und dennoch Brooklyn, 6. Oktober 2010
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Taschenbuch)
Nathan Glass kommt, nachdem er dem Lungenkrebs Einhalt geboten hatte zurück nach Brooklyn, um dort in Ruhe auf den Tod zu warten. Doch diese Ruhe wird ihm nicht lange gewogen sein. Unvermutet trifft er auf seinen Neffen Tom, ein ehemals erfolgreicher, mittlerweile gebrochener Doktorand der Literaturwissenschaften, der sich sein Auskommen als Taxifahrer verdient machte und nun in einem Antiquariat eine Anstellung gefunden hat.

Mit der Familie über lange Jahre entzweit - nach dem Tod seiner Schwester - hat Nathan nun zurück in ein zerbrochenes Nest gefunden und macht sich gemeinsam mit Tom ans Flicken. Nach und nach baut sich familiäres Vertrauen auf, in dem ein immer größerer Kreis aus Bekannten, Nachbarn und verschollenen Familienmitgliedern Platz findet.

Die Beschreibung des Romans im Klappentext kommt zwar nebenbei und kurzfristig auch in Fahrt, dennoch ist diese Geschichte eine ganz andere! Es ist die Geschichte vom Heimkommen, von Brooklyn und seinem dörflichen Charakter, von familiärem Zusammenhalt, von der Weisheit des Alters und dem Altwerden schlechthin; eine Hommage an das Leben für sich.

Obwohl ich mit einer anderen Erwartung an den Roman herangegangen bin, wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte liest sich sehr nüchtern, flüssig und ist in jedem Fall ausnahmslos gut erzählt. Die Charaktere sind ganz gewöhnliche Menschen mit alltäglichen Problemen und bestechen vor allem durch ihre Aufrichtigkeit (selbst die Ganoven).
Dennoch hat Auster hier spontan seinen roten Faden gewechselt und mitten in der Story noch einmal von vorne angefangen - das ist zwar nicht neu, kann sich aber dennoch unbehaglich anfühlen. Während zu Beginn die Geschichte rund um das Antiquariat und den schrullig skrupellosen Besitzer Harry Brightman in die Gänge kommt, wird diese plötzlich durch familiäre Überraschungen ins Abseits gedrängt - beinahe so, als wäre Auster während des Schreibens noch eine bessere Story eingefallen - womit er zweifellos den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Ein toller Roman übers Menschsein (nicht nur, aber vor allem) in Brooklyn.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weniger ist manchmal mehr, 12. April 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Gebundene Ausgabe)
Um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Paul Auster bleibt in seinem neuen Roman den uns aus der "Stadt aus Glas" oder der "Musik des Zufalls" bekannten Erzählprinzip treu. Schlichte Wahrheit: Wo Paul Auster drauf steht, da ist auch Paul Auster drin. Das mag beruhigen. Befriedigend ist es diesmal nicht.

In seiner "Brooklyn-Revue" steht im Mittelpunkt eines wirren Geschehens wieder einer jener auster-typischen Anti-Helden, um welchen sich, diesmal sichtlich bemüht - das hektische Handwerksgeklapper im Hintergrund ist tatsächlich unüberhörbar - skurille Zeitgenossen in grotesken Situationen bewähren dürfen. Nur: der Zufall verkommt bei Auster jetzt zur Masche. Und deshalb finden sich in seinem neuen Roman auch keine Überraschungen. Das heißt auch: Austers "Revue" ist fade. Farbenfroher Konfettiregen fällt aktuell woanders. Beherzten Swing findet man im Brooklyn eines Paul Auster nicht.

Auch Hubert Winkels will in der "Zeit" vom 16.03.2006, "Paradise Lost", das endgültige Scheitern des Paul-Austers-Prinzips festgestellt haben. Und er notiert: "In Europa war man entzückt über die Klarheit seiner Konstruktionen, die in Krimis eingebettet werden konnten, sich zur kafkaesken Großparabeln auswuchsen. Eine Fiktion gebar die nächste, bis am Ende die Ausgangstatsachen "Autor" und "Roman" ein Teil der Funktion waren". Nur stellt sich Winkels jetzt die Frage "ob dieses Spiel ewig weitergehen kann". Er beantwortet sich die Frage auch gleich selbst: leider nein. Das Schweizer Nachrichtenmagazin "Facts" geht noch weiter, in dem es über den neuen Auster-Roman notiert: "Paul Auster arbeitet mit den Versatzstücken, die wir an seinen Werken so lieben: Figuren mit schlichten Namen, die sich in der New Yorker Intellektuellen-Szene in einen Krimi verwickeln, die Welt der Bücher als Kulisse. Die Oberfläche wirkt glatt und ruhig, ist aber schmerzhaft gespannt. Diese «Brooklyn- Revue» ist allerdings überspannt und zerreisst".

Der Gustav von Aschenbach eines Thomas Mann suchte und fand seinen "Tod in Venedig". Bei Paul Austers fährt man zum Sterben nach Brooklyn. Nathan Glass, 59 Jahre alt und an Krebs erkrankt, wartet in New York auf sein Ende. Doch das Leben spielt anders. Auch für Nathan gilt, was schon einst die Bremer Stadtmusikanten weise zu verkünden wussten: "Etwas Besseres als den Tod findest du überall."

Nathan trifft zufällig auf seinen Neffen Tom. Der einst Hochbegabte schummelt sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben. Unter anderem arbeitet er auch bei Harry, dem schwulen Inhaber eines Antiquariats. Gemeinsam wollen Nathan, Tom und Harry ein ganz großes Ding mit einem gefälschten Manuskript von Nathaniel Hawthornes "Der scharlachrote Buchstabe", die Urschrift gilt als unauffindbar, drehen. Der Plan scheitert. Das spielt aber keine Rolle. Denn Nichte Lucy hat ja auch noch Probleme. Sie sieht sich in den Fängen einer pseudo-religiösen Sekte. Sie wird zügig befreit. Der "unweise" Nathan hat jetzt soviel zu tun, dass er für das Sterben keine Zeit mehr hat. Aber für die Liebe (die beste aller Alternativen). Nebenher verfasst Nathan auch noch ein "Buch der menschlichen Torheiten". Paul Auster führt ihm flink die Hand. Nathan kommt mit dem Notieren kaum nach. "Mein Wahnsinn hat wenig Methode", wie er dann auch skeptisch feststellen muss.

In der "Brooklyn-Revue" jagt ein Zufall den nächsten. Paul Auster will seinem Personal keine Pause gönnen. Dem Leser auch nicht. Der Autor greift die großen, weil brennenden Themen auf: Religions-Fanatismus, Bush-Regierung, Weltmachtsmüdigkeit, Kriminalität. Ich unterstelle: er tut dies nach besten Wissen und Gewissen. Aber ein zentrales Thema findet er nicht.

Trotz überreichlich grotesker Zufälle und skurriler Begebenheiten, welche sich bei der Lektüre der "Brooklyn-Revue" mitunter auch als ausgemachter Humbug entlarven, ist der Mensch Paul Auster ein Realist. Er weiß um die größte Absurdität von allen: die Welt an sich. Und darüber schreibt er kurz vor knapp am Ende seines schmalen Romans: Nathan verlässt "so glücklich wie nur je ein Mensch auf Erden" nach einem kurzem Aufenthalt das Krankenhaus, weder der Krebs noch ein Herzinfarkt konnten ihn besiegen. Er teilt uns mit: "Es war acht Uhr, als ich auf die Straße trat, acht Uhr am Morgen des 11. September 2001, sechsundvierzig Minuten bevor das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Center raste. Nur zwei Stunden später trieb der Rauch von dreitausend verbrannten Leichen auf Brooklyn zu und regnete als weiße Wolke aus Asche und Tod auf uns zu." Ein arg verkitschtes Postkartenmotiv? Mitnichten. Aber zugegeben: ein etwas angestrengtes Bild.

Paul Auster ist alt geworden. Und müde. Die Musik des Zufalls, die er einst so meisterhaft komponierte, spielt mittlerweile andernorts. Vielleicht hört er sie ja noch. Ich wünsche es ihm.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Paul Auster hat ein wunderbares Buch geschrieben, das Lust macht, seine alten Bücher wieder zu lesen, 17. April 2007
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Gebundene Ausgabe)
Nathan Glass, der Ich-Erzähler von Pauls Austers Buch "Brooklyn-Revue" ist ein ehemaliger Versicherungsvertreter, der nach seiner Frühverrentung sowohl die Scheidung von seiner Frau als auch eine Krebstherapie gut überstanden hat. Es zieht ihn von New Jersey zurück nach Brooklyn, wo er seine ersten drei Lebensjahre verbrachte.

Nathan Glass liebt das Schreiben und so beginnt er ein Buch so ganz eigener Art. Er gibt ihm den Namen "Das Buch menschlicher Torheiten" und sein Ziel ist es "in möglichst einfacher und klarer Sprache jeden Fehler festzuhalten, jede Blamage, jede Peinlichkeit, jede Idiotie, jede Schwäche und jede Albernheit, die ich im Laufe meiner langen buntscheckigen Karriere als Mann begangen habe."

Einige Geschichten werden auch berichtet, doch als Nathan Glass in Brooklyn auf seinen Neffen Tom Wood trifft, beginnt das Leben die Geschichten selbst zu schreiben. Tom jobbt bei dem jüdischen Antiquar Harry Brightman. Die Schilderung dieses Buchparadieses erinnert sehr an die beiden Filme "Smoke" und "Blue in the Face", wo auch ein Eckladen Ort der Begegnung vieler einzigartiger Menschen ist.

Nathan Glass rekonstruiert seine Familiengeschichte und führt zusammen, was zusammengehört. Selbst Harrys Tod kann Nathan Lebenslust nicht bremsen. Wollte er mit diesem noch ein "Hotel Existenz" aufbauen, plant er nun ein neues Projekt: er will Bücher herausbringen über Menschen, die niemals einen Namen hatten. Gegen ein kleines Honorar will er den Hinterbliebenen von vergessenen Menschen einen Namen, eine Geschichte, einen Text, ein Buch geben.
Das ist eine urjüdische Hoffnung, kräftig und stark, die Auster da mit voller Überzeugung beschreibt: "Man sollte die Macht von Büchern nie unterschätzen."

Während er noch diese wunderbaren Pläne schmiedet , ist nicht nur Nathan Glass, der sich mittlerweile bester Gesundheit erfreut, am 9.11.2001 mit dem schrecklichsten Unglück konfrontiert, das New York je erlebt hat. Und damit endet das Buch.

Paul Auster ist ein Geschichtenerzähler, dessen Bücher man regelrecht riechen und schmecken kann. Schon auf den ersten Seiten des Buches verbreitet er eine ganz eigene Aura, nimmt seinen Leser gefangen mit allen Sinnen. Und dann kann man sich treiben lassen von einer Geschichte zur anderen, traurige und lustige Geschichten, jüdische Geschichten vor allem, und all diese Geschichten ergeben ein Bild, das Bild eines Stadtteils, einer Stadt, des Zustandes eine Landes kurz vor seiner bisher größten Katastrophe.

Dieses Buch macht Lust, die alten Bücher Austers wieder zu lesen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Salopp, 7. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Gebundene Ausgabe)
Das Sammeln von menschlichen Torheiten gehört zu Paul Austers Steckenpferden. Angeblich schneidet er sie aus der Zeitung aus und heftet sie ab, bis sie sich für ihn zu einer Geschichte zusammensetzen. Mit Nathan Glass und Tom Wood schafft Auster wieder eines jener intellektuellen Paare, denen die faszinierensten Geschichten widerfahren oder zugetragen werden. Der eine wartet auf den Tod, der andere auf den großen Coup.

Allein, wie sie in einem Hotel bei Stanley Chowder stranden, erinnert an Austers beste Romane, in denen das unwegsam Menschliche stets leger beschrieben wird, in denen Niederlagen angenommen und verwandelt werden. Austers Romane sind ein Spinnennetz kleinster Geschichten, auf deren Fäden die Tragikkomödie spielt.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Leichtigkeit des amerikanischen Seins, 27. Februar 2006
Von 
Frohmut Menze (Lichtenau-Scherzheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Gebundene Ausgabe)
Nathan Glass kommt nach Brooklyn um zu sterben. Er ist 60 Jahre, geschieden, Lungenkrebs. Da er nichts mehr vom Leben zu erwarten hat, hat er alles verkauft, genug Geld und sich eine Wohnung gemietet. Er sammelt Geschichten menschlicher Torheiten, aus denen er irgendwann einmal ein Buch machen will – eine kleine autobiographische Annäherung, denn der Autor sammelt seit Jahren Zufälle und baut sie in seine Bücher ein – wie hier in einer Nebenhandlung, in der eine Jüdin und Widerstandskämpferin im Dritten Reich ihren Sohn in die USA schickt, irgendwie das Leben im Dritten Reich übersteht und danach ihren Sohn, der inzwischen Arzt ist, in den USA besuchen möchte und auf der Fahrt zu ihm mit dem Taxi umkommt und der Sohn in der Notaufnahme auf seine tote Mutter trifft.
Wie immer bei Auster sind die Zufälligkeiten in seinen Büchern entscheidend. Nathan Glass trifft zufällig in einem Antiquariat in der Nachbarschaft seinen inzwischen dicken Neffen Tom Wood, eine störrische kleine 9jährige Lucy, die Tochter einer verrückten, verschwundenen Verwandten, taucht auf und bestimmt auf einmal sein Leben – und das von Tom und allen anderen.
Wie sich dies alles ergänzt und entfaltet, immer wieder überraschende Wendungen nimmt, die alle Beteiligten neugierig und offen mitmachen und schließlich in einem großen Happy End an einem schönen Spätsommermorgen in New York endet, am 11. September 2001, das beschreibt Paul Auster in einer menschlichen, sensiblen Soap-Opera und nimmt uns mit in die Leichtigkeit des amerikanischen Seins, wenn man keine Krankenversicherung hat, die Regierung Bush aus ganzem Herzen verachtet und ihre Veränderung der amerikanischen Gesellschaft fürchtet, nie so recht weiß, was die nächsten Monate bringen können, aber sich und das Leben liebt – bei allen Katastrophen, die das Leben für uns bereit hält.
Am Ende bleibt eine neue tröstliche Idee: Über alle Verstorbenen dieser Welt, die unseren Weg streifen und deren Weg wir kreuzen, erscheinen kleine Biographien, die von Freunden und Verwandten des Verstorbenen in Auftrag gegeben werden. In kleinen Auflagen. Wer nicht schreiben kann, engagiert einen Autor. Wer kein Geld hat, schließt eine Versicherung ab, die dieses Buch am Lebensende finanziert.
Diese Idee hat mich fasziniert. Wen sie ebenfalls fasziniert und wer diese Idee umsetzen möchte, soll sich bei mir melden. Denn, so der letzte Satz des Autors: „Man soll die Macht von Büchern nie unterschätzen“.
Brooklyn-Revue: Ein Buch, das einen unaufdringlich und verwandt beim Lesen begleitet. Die Welt in Ordnung bringt und das eigene Herz friedlich und glücklich stimmt. Wirklich zu empfehlen. Ich werde es jetzt meinem Sohn geben, damit er etwas von dieser Leichtigkeit abbekommt.
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5.0 von 5 Sternen wunderbar erzählt, 29. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Kindle Edition)
Paul Auster ist ein fantastischer Geschichtenerzähler. Literatur so unanstrengend, so flüssig geschrieben, die Charaktäre spannend gezeichnet, die Geschichte unspektakulär und trotzdem mitreißend. Das ist außergewöhnlich gut.
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5.0 von 5 Sternen Ungewohnt positives Buch, 9. April 2012
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Brooklyn-Revue (Taschenbuch)
Meine Frau meint immer, sie würde Auster zwar mögen, liest ihn aber nicht so gerne, weil er immer sehr depressiv ist. Nun, die Brooklyn Follies sind für Auster ungewohnt positiv. Es ist die (wie bei Auster üblich) wunderschön erzählte Geschichte von einem frisch geschiedenen Mann, der nach Brocklyn zieht, um dort zu sterben. Stattdessen trifft er auf seinen Neffen, der eine ganz eigene Krise durchmacht. Die beiden raufen sich zusammen und erleben so einiges.
Das klingt nicht so spektakulär. Das ist auch von der Handlung her nicht besonders tiefgriefen, aber im Kern sind Austern Geschichten oft sehr einfach gehalten. Die Stärke dieses Buches ist, dass es einmal besonders schön zu lesen (und z.T. sogar ungewohnt witzig) ist und das viele kleine Nebengeschichten glaubhaft eingeflochten werden - statt wie üblich auf ein "Buch im Buch" setzt Auster verstärkt auf Lebensgeschichten der Personen, die dem Protoagonisten über den Weg laufen.
Ist es Austers bestes Buch? Vermutlich nicht. Aber es gehört zu seinen am besten lesbaren Büchern.

Ich würde es hier in einer Liga mit Mr. Vertigo sehen (und knapp unterhalb von Man in the Dark)
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Die Brooklyn-Revue
Die Brooklyn-Revue von Paul Auster (Taschenbuch - 1. Oktober 2007)
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