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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach der Postmoderne
Ich gebe zu: ich habe mich von dem Hype um Unendlicher Spaß anstecken lassen - und um mal zu gucken, was denn nun dran an ist an diesem Mann, habe ich seinen ersten Roman "Der Besen im System" gelesen. Mit eindeutigem Resultat: dieses Buch gehört zu den besten, die ich in meinem Leben gelesen habe, und ein paar waren schon dabei. Erstmals seit langem hatte ich...
Veröffentlicht am 26. Januar 2010 von Nathan Zuckerman

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Übersetzung mit vielen, vielen Fehlern
Wer's noch nicht gewusst hat, dass man literarische Werke, die nicht gerade in einfachster Sprache verfasst sind, kaum in eine andere Sprache übersetzen kann und sollte, findet in "Der Besen im System" ein überzeugendes Beispiel. Dabei ist Marcus Ingendaay kein Anfänger, sondern ein durchaus renommierter Übersetzer.
Ich habe mir den Spaß...
Vor 23 Monaten von C. Stahl veröffentlicht


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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach der Postmoderne, 26. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Ich gebe zu: ich habe mich von dem Hype um Unendlicher Spaß anstecken lassen - und um mal zu gucken, was denn nun dran an ist an diesem Mann, habe ich seinen ersten Roman "Der Besen im System" gelesen. Mit eindeutigem Resultat: dieses Buch gehört zu den besten, die ich in meinem Leben gelesen habe, und ein paar waren schon dabei. Erstmals seit langem hatte ich den Eindruck, dass da jemand etwas neues zu erzählen hat, und dabei sämtliche Register zieht, die zu ziehen sind. Wer freilich nur Romane liest, die linear und geradlinig erzählt sind, wird an dem Buch keine Freude haben. Perspektivenwechsel, Zeitsprünge, Wechsel der Stilmittel, offenes Ende - so kommen Rezensionen zustande, die das Buch als Zettelkasten bezeichnen. Für mich ist gerade das die Stärke des Romans, neben seinen vielen niedlichen Anspielungen (Judith Prietht, Vlad der Pfähler, etc.) und der großartigen Zeichnung der diversen Charaktere.

Vieles von dem, was in den letzten Jahren vor allem aus den USA nach Deutschland gekommen ist, war sicher sehr gut - ich liebe Bret Easton Ellis, mag Jeffrey Eugenides und Jonathan Frantzen, verehre (natürlich, das geht gar nicht anders) Roth und Updike. Aber (vielleicht von Ellis mal abgesehen) haben sich alle auf die altbewährte Erzählweise des modernen amerikanischen Romans zurückgezogen; Versuche, davon abzuweichen, habe ich bei Pynchon, Gaddis oder DeLillo gelesen. Aber die Wucht eines David Foster Wallace ist einfach unbeschreiblich! Wir erleben eine wirklich neue Literatur, eine neue Form des Romans, und die Überwindung der zwanghaften Postmoderne.

Die Handlung des Buches zu beschreiben, spare ich mir, dazu gibt es zu viele Stränge, die nebeneinander dargestellt werden. Vielleicht nur soviel: das Verschwinden der alten Dame aus dem Seniorenheim, wie es der Klappentext suggeriert, ist keineswegs der Hauptstrang des Buches. Es geht vor allem um moderne Literatur und um den Umgang mit ihr - was junge Autoren für wichtig halten und wie Verlage damit umgehen.

Der Besen im System ist kein einfaches Buch - aber es ist lesbar. Es macht Spaß, ist witzig, traurig und hat unvergleichlich schöne Momente. Uneingeschränkt empfehlenswert!Ich wünsche viel Vergnügen. Und freue mich auf Unendlicher Spaß, das in meinem Regal auf seine Lektüre wartet!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Besen im System, 1. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Der erste Roman von David Foster Wallace sprüht von abstrusen Einfällen und bietet ein wahrhaft gutes Lesevergnügen.

Es gibt Verbindungsprobleme in der Telefonzentrale des Verlagshauses Frequent & Vigorous in der Leonore Beadsman, Tochter des steinreichen Stonecipher Beadsmann III, dem eigentlich alles gehört, arbeitet. Andauernd melden sich Anrufer die einen Käseladen, eine Abschleppfirma, den Goodyear-Reifendienst oder Bambi' s Bondage-Katakombe erreichen wollen. In dieser Form, die Verbindung von mehreren Zeitsträngen und Erzählperspektiven, findet sich auch im ersten Roman von David Foster Wallace (1962-2008). Die Geschichte beginnt im Jahre 1981, als die noch junge Leonore im Wohnheim ihrer älteren Schwester übernachtet und eine Begegnung, nicht nur mit einem hübschen Mädchen, die hässliche Füße hat, macht, sondern auch mit zwei betrunkenen Studenten. "...alle Probleme im Kontext der von mir angedachten Geschichte nicht nur behandelt, sondern auch gelöst werden können." Was sich nun nach einer schwierigen und unlesbaren Geschichte anhört, "Eine zutiefst beunruhigende Geschichte. Und das Produkt eines zutiefst verkorksten Studi-Hirns", ist in Wahrheit ein wahres Lesevergnügen.
Der unter Depressionen leidende Wallace (1962-2008) hat Kurzgeschichten, Essays und drei Romane verfasst, wobei sein zuletzt erschienener, "The pale king", unvollendet geblieben ist. Die Los Angeles Times nannte ihn im Jahre 2008 nach seinem Selbstmord einen der "...einflussreichsten und innovativsten Schriftsteller der letzten zwanzig Jahre." In seinem ersten Roman, "Der Besen im System", der von der Kritik wohlwollend aufgenommen wurde, setzt sich Wallace unter anderem mit der Literaturszene auseinander. Der Geliebte von Leonore, Rick, er bezeichnet sich auch selber als ihr Verlobter, mehr als Kuscheln war bisher aber nicht drin, liest Leonore Kurzgeschichten vor, die sehr abstrus und lächerlich sind, aber vielleicht gerade deswegen zu Lachanfällen reizen. "Manchmal frage ich mich, was eigentlich mit der amerikanischen Jugend los ist."
Die Welt in dem Buch entspricht unserer Welt mit kleinen aber feinen Unterschieden. Der Psychiater, der Leonore und Rick behandelt, trägt eine Gasmaske und lässt seine Patienten mit automatischen Stühlen, die Sicherheitsgurte haben, in sein Zimmer fahren, eine Wüste, die mitten in Ohio gebaut wurde, entwickelt sich zu einem aufregenden Reiseziel, es werden Mittel erfunden, die die Sprachentwicklung von Säuglingen fördern sollen, verleiten auch Nymphensittiche zu Geschwätzigkeit und die Großmutter von Leonore benötigt exakt siebenunddreißig Grad Außentemperatur, um überleben zu können und vieles weitere noch, was dem Leser zu entdecken bleibt bei über sechshundert Seiten des Buches.
Die in den späteren Werken von Wallace auftauchenden, oft seitenlangen Fußnoten finden sich in diesem Roman noch nicht, dafür aber die Behandlung von philosophischen Themen, wie auch der Gebrauch von Fremdwörtern. "Syllogismus, das ist eine kleine Beweiskette."
Dieses Geschichte, "Eine Geschichte über die Eigenschaft einer Geschichte, im Grunde nie zu Ende zu sein, selbst wenn alle Figuren die Szene verlassen haben", kann mit gutem Gewissen jedem als Einstieg in die Welt von Wallace empfohlen werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 26. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Es ist zwar sein Erstlingswerk, aber ich habe zunächst 3 andere Bücher von DFW gelesen und was soll man sagen? DFW zerlegt exakt, zynisch, detailliert und unglaublich pointiert die Gesellschaft mit all Ihren Ausprägungen ... egal in welche Richtung. Seine Sprache ist sicherlich über jeden Zweifel erhaben und Übersetzter stehen vor Mammutaufgaben, seine Sprachideen zu erfassen und in Worte zu bringen ... es lohnt sich. Keine einfache Kost, aber bei so einem Koch gibt es keine einfachen Gerichte.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Ouvertüre zu "Unendlicher Spaß", 8. Februar 2010
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Eine hübsche junge Frau namens Leonore, die nur weiße Baumwollkleider und ausgeleierte Turnschuhe trägt, eigentlich reich wäre, wenn sie mit dem Vater, der Babynahrung herstellt, nicht gebrochen hätte, und die für vier Dollar in der Stunde in der Telefonzentrale eines obskuren Verlags jobbt, der keine Publikationen herausgibt. Ein Verlagsinhaber, der darunter leidet, ein recht kleines Glied zu besitzen, zum Ausgleich seiner Freundin - Leonore - Geschichten erzählt, die vermeintlich dem Verlag zugesendet wurden, wahrscheinlich aber von ihm erdacht wurden. Ein Nymphensittich namens Vlad, der Pfähler, der plötzlich fließend sprechen kann. Eine Oma, auch namens Leonore, die nur bei 37 Grad Außentemperatur lebensfähig ist und gemeinsam mit mehreren Dutzend anderen Insassen spurlos aus dem Altenheim verschwindet. Eine künstliche Wüste mit der Bezeichnung G.O.D. - Great Ohio Desert. Ein Psychiater, der sämtliche Leiden auf eine hirnrissige Membran-Theorie zurückführt, in seiner Praxis eine Art Autoscooter betreibt und seine Patienten gerne auch mal fragt, ob sie eigentlich bekloppt seien. Ein fetter Industrieller, der durch enorme Gewichtszunahme die gesamte Menschheit verdrängen will. Ein junger Mann, der sich "Antichrist" nennt, in seiner Beinprothese Drogen hortet und als Gegenleistung für Nachschub seine Kommilitonen mit Prüfungsantworten versorgt. Eine durchdrehende Verlags-Telefonanlage, die Anrufe für "Bambis Bondage Studio" durchstellt und viele andere, aber nie die richtigen. Ein Fernsehmissionar, der den sprechenden Vogel als Stimme Gottes verkaufen will. Und, und, und.

Dazu wechselnde Perspektiven und Zeiten, seitenlange Dialoge ohne Nennung der Sprecher, Fragmente aus Geschichten, kryptische Anspielungen, Abkürzungen und Zitate. "Der Besen im System" hält, was der Titel verspricht: Sobald sich der Roman, den Wallace in den Danksagungen als "Projekt" bezeichnet hat, zu etwas entwickeln scheint, verhaken sich die Borsten des immanenten Besens und lassen die Maschine absichtlich unrund laufen.

Das Debüt des gefeierten Autors, der nach dem Erscheinen von "Unendlicher Spaß - Infinite Jest" Selbstmord beging, zeigt die Richtung an, die Wallace später vervollkommnen wird: Verweigerung aller bekannten Formen, wildes Spiel mit Stilmitteln, kreatives Chaos auf höchstem Niveau. Wer Bücher erwartet, die einfach so Geschichten erzählen, ist hier fehl am Platz. Wer sich aber darauf einlässt, einem Schriftsteller zu begegnen, der Strukturen aushebelt und vermeintlich dem "Creative Flow" alle Entscheidungen überlässt, möglicherweise bewusster, als erkennbar wird, kann "Der Besen im System" durchaus mit Genuss lesen.

Davon abgesehen bietet das stotternde System amüsante, kluge, originelle und sehr, sehr unkonventionelle Lesestunden. Bewältigt man das stark fragmentarische, fast 700 Seiten lange Werk, das, was den Anspruch anbetrifft, bestenfalls eine leise Ouvertüre zu "Infinite Jest" darstellt, muss man aber für sich selbst herausfinden, was zur Hölle das eigentlich war, was man gerade gelesen hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Leser mit Sinn für das Absurde, 27. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Nach der Lektüre von «Unendlicher Spaß», seinem berühmten Erfolgsroman, war ich nun auch auf den Erstling «Der Besen im System» von David Foster Wallace neugierig, schon der Titel weckt ja gewisse Assoziationen. Eines vorweg: Es macht wenig Sinn, bei diesem amerikanischen Autor der Postmoderne eine Inhaltsangabe zu schreiben, wie es der Klappentext versucht. Dieser Roman folgt keiner literarischen Konvention und ist deshalb schwer fassbar mit den gängigen Maßstäben. Er ist surreal wie ein Bild von Salvatore Dalí, aber anders als in der Malerei ist in der 24-Buchstaben-Kunst ja eher Rembrand gefragt, ein klar erkennbarer und nachvollziehbarer Plot jedenfalls. Den sucht man hier vergeblich, auch wenn uns der schon erwähnte Klappentext das vorgaukelt und uns damit, vielleicht sogar bewusst, in die Irre führt. Wittgenstein kommt nicht vor, und Ur-Oma Lenore bleibt ohne erkennbaren Grund spurlos verschwunden, bis zum Schluss. Der übrigens, wie es sich gehört im Surrealismus, mitten im Satz abrupt endet, ohne Schlusspunkt eben, arglose Leser könnten an einen Fehldruck glauben, wenn dann nicht doch noch das Wort Ende käme.

Ähnlich wie beim Opus magnum findet sich der Leser auch in diesem satirischen Roman mit einer ziemlich komplexen Syntax konfrontiert, die seine volle Aufmerksamkeit fordert, ihn dann aber umso mehr mit spaßigen, unerwarteten, aufregenden Gedanken belohnt und ihn viele abstruse Situationen miterleben lässt in den diversen Handlungssträngen. Der unglaubliche Wortreichtum des Autors wird radikal, ironisch und völlig absurd eingesetzt. Neben hochgestochenen Fremdwörtern findet man absoluten Nonsens als Wortgebilde und, völlig gleichberechtigt, auch den vulgären Jargon des Alltags. Mit diesem Instrumentarium formt er ein literarisches Werk, das seinen Reiz gerade darin hat, in kein Klischee zu passen.

Negative Kritiken sprechen von einem durchgedrehten Roman, in dem ein kreatives Chaos herrsche, und bemängeln den Patchwork-Charakter der diversen, ziemlich wirr zusammengefügten Textabschnitte und Kapitel, einem Zettelkasten ähnlich. Da haben sie wohl Recht, einen Spielfilm könnte man schwerlich machen aus diesem Romanstoff, obwohl - man soll nie nie sagen! Denn in einem Film könnte man alle diese neurotischen Protagonisten und schrillen Charaktere wunderbar darstellen, sämtliche Figuren dieses Romans werden einem nämlich schnell sympathisch, so meschugge sie auch sein mögen. Im Kopfkino des Lesers funktioniert das jedenfalls bestens.

Für mich ist «Der Besen im System» nicht nur eine gnadenlose Abrechnung mit dem American Way of Live, sondern darüber hinaus allgemein mit unserer neurotischen Informationsgesellschaft, eine wirklich amüsante Lektüre außerdem, sehr empfehlenswert insbesondere für Leser mit Sinn für das Absurde, sie werden voll auf ihre Kosten kommen.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "??? Effekt", 5. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Ja, bei diesem Buch stellt sich der "???" Effekt oft ein, was aber in diesem Fall meiner Meinung nach eher als Pluspunkt denn als Minuspunkt zu werten ist. Ein toller Roman, der wirklich einige Fragen offen lässt, wie einige Leser schon kritisch beurteilt haben, aber muß denn ein Roman wirklich einen Punkt haben? Abgesehen davon, dass die wichtigen Fragen (bis auf eine, die nicht umsonst nicht geklärt wird) auf den letzten 5 Seiten gelöst werden... Ein gesellschaftskritisches, amerikakritisches, fast surrealistisch anmutendes Meisterwerk. Zum Teil in reinen Dialogen gehalten, die oft mehr als nur zum Schmunzeln verleiten und vor allem, trotz der vielen Sprünge und aufeinander wechselnden Erzählperspektiven, sehr zusammenhängender Roman. Sehr anders, aber wirklich auf dem Niveau einen Thomas Pynchon, John Barth oder auch William Gaddis (dessen beste Romane leider in deutscher Sprache nicht erhältlich sind...). Einige der schrulligen, neurotischen, oder komplett meschuggenen aber auf jeden Fall symphatischen Charaktere werden so schnell nicht aus dem Gedächtnis weichen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seltsame Stimmungen, großartige Charaktere, 24. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Allem Voran: Ich gebe die fünf Sterne nur, weil ich gegen die erschreckend negativen Rezensionen eine gerechtfertigtes Aufwiegen erreichen will.

Es gab einmal eine professionelle Rezension, die das Buch als Zettelkasten eines "creative writing class heros" bezeichnete, in dem er all sein Können darstellte - nur eben nicht geschickt verbindet. Ich bin der Meinung, das letzterer Kritikpunkt durchaus gerechtfertigt sein kann, halte jedoch dagegen, dass ein Buch/ein Roman in der Darstellung von Fiktion nicht durchgängig bleiben muss; der Autor auch Stil und Figuren verändern dürfen kann und soll.
Foster Wallace beschrieb mit diesem - wohlgemerkten Frühwerk - sehr anschauliche und farbenfrohe Szenerien und Charaktere, die sich in diesem Buch wiederfinden und überraschen.

Wem allerdings nach linearer Stringenz im Narrativ, der sollte sich woanders umschauen. Ich persönlich verstehe gerade den Patchwork-Charakter seiner Bücher als Anregung für den Leser, seine Werke gewissermaßen zu vollenden - wie kann man dann unzufrieden sein?
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14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leitunsschwemme, 13. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
"Ich glaube, ich seile mich ab."*
"Was heißt das?"*
"Dass man sich weigern muss, über dieses Buch eine Rezension zu verfassen."
"..."
"Dass es fast unmöglich ist, dieses wohlstrukturierte Chaos, aus dem es keinen Ausweg und auch keine wirkliche (Auf)Lösung gibt in strukturierten, gegliederten Worten zu beschreiben."
"Da muss ich dir leider Recht geben", ließ sich Dr. Jay hinter dem Tresen vernehmen.*
"Wer ist Dr. Jay?"
"Der Psychiater."
"Was macht der?"
"Er hört zu und mischt sich ein."
"..."
"Mischt sich ein, analysiert und plaudert für einen Zuhörer eindeutig zu viel."
"Hmnn. Und was passiert sonst. Immerhin über sechshundert Seiten?"
"Keine Ahnung. Vlad, der Pfähler wird zu Ugolino und der wir bedeutsam, eine Großmutter verschwindet, Lenore wechselt die Liebhaber, ein Mann will alles in sich hineinstopfen, inklusive der ganzen Welt; Rick erzählt Lenore Geschichten, in der Telefonzentrale geht es drunter und drüber und am Ende..."
"Heiliger Bimbam. Jesus wird nichts mangeln."*
"Und wer war jetzt das?"
"Ugolino der Bedeutsame. Der mischt sich immer ein."
"Aha. Hört sich an, als ob der Besen im System ein riesengroßer Fehler im System ist"
"Mir hat's Riesenspaß gemacht."
"Aber schwierig zu lesen?"
"Seltsamerweise keineswegs. Und das Beste: Jeder dieser verzweifelt Sinnsuchenden wird verzweifeln."
"Es sei denn, er unterzieht sich einer ebenso komplizierten wie teuren Behandlung, die zurzeit nur in der Schweiz durchgeführt wird."*
"Wer mengt sich da jetzt wieder ein?"
"Egal."
"Ja und, was ist jetzt deine Aussage?"
"Um es mit Peter Abbotts Worten zu sagen: Leitungsschwemme. Infiziert. Euer Tunnel wird zu heiß.*"
"Na, da hast du mir jetzt enorm geholfen."
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13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Dali unter den Popliteraten, 30. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Literarisch brilliant und gleichzeitig tiefschwarz ironisch. Das soll D F Wallace mal einer nachmachen. Eines der besten Bücher, die ich gelesen habe, das einzigartig, surrealistisch und auch fast zärtlich mit den perversen Rollenmodellen spielt, die der american way of life zu bieten hat. Zum Brüllen komisch. Leser brauchen den Sinn fürs Absurde: Wallace ist ein wahrer Freigeist, seine fantastischen Sinn- und Satzgebilde eine echte Delikatesse.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Übersetzung mit vielen, vielen Fehlern, 11. August 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Besen im System (Taschenbuch)
Wer's noch nicht gewusst hat, dass man literarische Werke, die nicht gerade in einfachster Sprache verfasst sind, kaum in eine andere Sprache übersetzen kann und sollte, findet in "Der Besen im System" ein überzeugendes Beispiel. Dabei ist Marcus Ingendaay kein Anfänger, sondern ein durchaus renommierter Übersetzer.
Ich habe mir den Spaß erlaubt, das (exzellente) englische Hörbuch zu hören und GLEICHZEITIG die deutsche Übersetzung zu lesen. Dass es dann so schlimm wird, hätte ich nicht gedacht. Haarsträubende einfachste Fehler noch und nöcher.
Z.B. ein "fiftyeight-year old man" wird zum 85-jährigen, aus "more than a dozen women" wird "mehrere Dutzend Frauen", also Flüchtigkeitsfehler, die nichtmal einem Schüler passieren sollten.
Dann hat der Übersetzer auch an vielen Stellen offenbar willkürlich einfach Satzteile oder ganze Sätze weggelassen, was ich auch sehr ärgerlich fand.
Offenbar hatte im Verlag niemand die Zeit, die Übersetzung zu kontrollieren, was ich von einem guten Lektor erwarten würde.
Davon abgesehen wird einem leider sehr deutlich, dass in der deutschen Übersetzung (vielleicht zwangsläufig) soviel vom Witz und vom Charme dieses sehr dialoglastigen Romans verloren geht, dass man das Talent von David Foster Wallace nur begreift, wenn man das Original zur Hand nimmt. Die deutsche Übersetzung zu lesen, ist leider völlige Zeitverschwendung.
Das englische Hörbuch dagegen, kongenial gelesen von Robert Petkoff, kann ich wärmstens empfehlen: 6 Sterne!!!
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Der Besen im System
Der Besen im System von David Foster Wallace (Taschenbuch - 1. April 2006)
EUR 14,99
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