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5.0 von 5 Sternen Bedrückend - berührend
Eine Kindheit unter der Knute der Frömmigkeit, des rund um die Uhr vorschriftsmäßig praktizierten Glaubens, des Gehorsams, der dörflichen Enge, der demütigen(den) und appetitverderbenden Dankbarkeit für das tägliche Brot, der Angst vor Strafen und Schwächen. Delius erzählt von seinem Leben als (elfjähriger) Pfarrerssohn,...
Veröffentlicht am 20. November 2001 von F. Dinkelaker

versus
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3.0 von 5 Sternen Der Tag, als er leben konnte
Vorne weg muss ich sagen, dass mir einfach solche Bücher sprachlich nicht liegen. Es ist für mein Alltagslesen nichts. Aber ich denke für Gourmets der Literatur ist es ein zu empfehlendes Buch.

Delius beschreibt seinen Tag, im Jahr 1954, als in Bern Deutschland gegen Ungarn das Wunder schaffen und zum ersten Mal Weltmeister wurden. Er geht dabei...
Veröffentlicht am 2. Oktober 2011 von Erik Lorite Schmitt


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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückend - berührend, 20. November 2001
Eine Kindheit unter der Knute der Frömmigkeit, des rund um die Uhr vorschriftsmäßig praktizierten Glaubens, des Gehorsams, der dörflichen Enge, der demütigen(den) und appetitverderbenden Dankbarkeit für das tägliche Brot, der Angst vor Strafen und Schwächen. Delius erzählt von seinem Leben als (elfjähriger) Pfarrerssohn, beschreibt einen Sonntag im hessischen Dörfchen Wehrda, erinnert sich an den Tag im Sommer des Jahres 1954, an dem das deutsche Fußballteam die Weltmeisterschaft gewann. Sein Vater und der "liebe Gott" stellen eine autoritäre Doppelmacht dar, welche der stotternde Junge noch nicht (konsequent) zu kritisieren oder in Frage zu stellen wagt; doch ahnt er - und damit auch die Leserin / der Leser - daß erste offene Versuche einer Rebellion gegen die bedrückende Enge seines Umfeldes nur noch eine Frage der Zeit sind. Schon von "Fußballgöttern" zu sprechen, ist ein Frevel, schon lautes Lachen oder der Spaß an weltlicher Musik sind unerwünscht und damit der Beginn (s)eines Aufbegehrens. Für Menschen, die selbst oder deren Eltern in den prüden, von Doppelmoral und strengem Sitten- und Glaubenskodex geprägten fünfziger Jahren aufgewachsen sind, und für alle, die gute Literatur lieben, eine äußerst interessante und bewegende Erzählung.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kantersieg der Sprache, 1. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (Taschenbuch)
"Schäfer nach innen geflankt - Kopfball - abgewehrt - aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen - Rahn schießt - Tor! Tor! Tor! Tor für Deutschland!" - Klar, welchen Sonntag F.C. Delius mit dem "Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" meint - den 4. Juli 1954. Die Erzählung beginnt aber bereits am Sonntagmorgen, um schließlich ihr Finale am späten Nachmittag anzusteuern.
Ort der Handlung ist aber nicht das Berner Wankdorfstadion, jedenfalls nicht direkt, sondern das Arbeitszimmer eines stockprotestantischen Pfarrers. Hier sitzt der Protagonist dieser Erzählung, der älteste Sohn des Pfarrers, vorm Radio - exakt demselben Radio, aus dessen Lautsprecher sonst erhabenere Töne erschallen. Dieser Junge ist nicht zu beneiden; neben den Nöten, die einem Pfarrerskind in den 50er Jahren auf dem Lande zusetzen, ist er noch mit Schuppenflechte, Stottern und Nasenbluten geplagt.
Und was die bereits angedeuteten "erhabeneren Töne" angeht, so ist das Leben des Jungen von ihnen durchdrungen, zusammen mit dem kompletten Arsenal der 50er Jahre: Kirchenglocken "zerhacken" am Sonntagmorgen endgültig den Schlaf. Der Junge weiß nur zu gut, dass die Glocken ein allsonntägliches Pflichtenprogramm einläuten, das kein Pardon gibt: Kirchgang, mütterliche Ermahnungen, den Feiertag durch Bravsein zu heiligen, und der strafende Blick des Vaters, wenn der Sprössling während der Predigt nicht bei der Sache ist. Zwar verläuft das Frühstück nicht so gehetzt wie sonst, aber "Geleetrübsinn" und kleidungsbedingte "Sonntagsvorsicht" lassen auch keine Hochstimmung aufkommen. Die Regeln sind streng: Am Sonntag sind Lederhosen verboten, Manchesterhosen erlaubt, ein Blick ins Lateinbuch verboten, andere Bücher erlaubt, Fahrradfahren zur Gottesdienstzeit verboten, nachmittags erlaubt... Kurz: Es herrscht das protestantische Pfarrhaus mit all seinen Traditionen: Nichts, was nicht biblisch-pietistisch aufgeladen wäre (sogar das Sanella-Brot); nur der Kakao wird mangels einschlägiger Bibelsprüche "nicht von Gottes Gnade" vergiftet. Man merkt es schon auf den ersten Seiten: Hier regiert eben jenes Wort, das "sie sollen lassen stahn".
Zunächst verläuft auch dieser Sonntag ruhig und diszipliniert, doch im Hintergrund wartet nicht nur die sehnlich erwartete Fußballübertragung, sondern auch die Angst, neben idyllisch anmutenden "Sonntagsläuten" und "Sonntagsbraten" stehen auch "Sonntagsblicke", "Sonntagsängste", "Sonntagsregeln". Der Erzähler schwankt zwischen Bewunderung für den wortgewaltigen, souveränen Vater und Angst vor dessen Allmacht, die mitunter schon gottähnliche Züge annimmt - für den Leser komisch, für den Erzähler alptraumhaft.
Und in diese festgefügte Welt also dringt die Reportage von Herbert Zimmermann, auch wenn das Radio, des großväterlichen Mittagsschlafes wegen so leise wie möglich gedreht ist.
Zimmermanns Reportage aber wird zu einem Befreiungsakt der besonderen Art - wichtig ist nicht nur das tatsächliche Geschehen im Berner Stadion, sondern vor allem - das Wort, nun aber nicht das lutherische, sondern das entfesselte: Sensationelle Wörter dringen ein in das sakrosankte Arbeitszimmer, Wörter wie "Fußballwunder" oder "Allmacht" des liebreichen Liebrich, der "rettet rettet rettet", und das berühmte "Toni, du bist ein Fußballgott". Der Junge spürt zwar, dass er das, was er hier vernimmt, als Blasphemien am laufenden Band verurteilen müsste, aber stattdessen erlebt er hier die in der Predigt verheißene Befreiung, Endlich begreift er , was es heißt, die Ersten werden die Letzten sein; schließlich, er ist vor Aufregung kaum mehr zu bändigen, vernimmt der fiebernde Zuhörer den Sieg seiner Fußballelf, die angetreten war, "den Himmel stürmen".
Statt der Worte des Vaters werden nun die Worte der Fußballreportage zur Befreiung von erdrückender Autorität: Ein kleiner anderthalbstündiger Ausflug in das glückliche Reich des Spiels, das der Junge zugleich mit der befreienden Kraft der Sprache entdeckte.
Delius' Erzählung ist, ganz biblisch, ein Gleichnis bzw. eine Parabel über die Phantasie und das Spiel, wo der Mensch frei wird, wenn er sich nicht vom Sprachgebrauch anderer einschüchtern lässt, sondern selbst mit der Sprache spielt.
"Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde", ist kein Fußballbuch, sondern ein Buch über Väter und Söhne, über Befreiung und Unterdrückung durch Sprache; teilweise auch über das Leben in der Provinz in den 50er Jahren. Vor allem ist es aber eine wunderschöne, stilsichere Erzählung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fußballmesse im Pastorat, 9. Dezember 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (Taschenbuch)
"Aus! Aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister, schlägt Ungarn mit drei zu zwei im Finale in Bern". Herbert Zimmermanns legendäre Rundfunkreportage ist ein Stück Fußballgeschichte geworden, damit auch ein Stück Lebensgeschichte meiner und der älteren Generation.

Ich war damals zehn Jahre alt. Mein Vater haute mit seinen Kartenbrüdern die Skatkasse beim Endspiel im Berner Wankdorfstadion auf den Kopf. Mutter entfloh der fast unerträglichen Spannung und ging spazieren. Ich hockte im Wohnzimmer vor dem Radio und schrie mir die Seele aus dem Leib. Und Oma saß im Ohrensessel, ganz still, die Tränen kullerten. Sepp Herbergers krasse Außenseitermannschaft hatte den haushohen Favoriten Ungarn bezwungen. Wir waren wieder wer. Es war Sonntag, der 04. Juli 1954.

Friedrich Christian Delius hat seine Lebenserfahrung mit diesem denkwürdigen Tag in die autobiographische Erzählung "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" umgesetzt. An jenem Tag gelingt dem Pastorensohn der Ausbruch aus den Zwängen seiner Kindheit: Verbote, Regeln sehr strenger Art, wortgewaltige Dominanz des Predigervaters, Gottesautorität überall - Herbert Zimmermanns Fußballgottesdienst, an dem der Autor im Amtszimmer seines Vaters allein am Radio teilnehmen darf, ist ein befreiendes Schlüsselerlebnis für den stotternden, von Hautallergien geplagten Knaben. Zimmermann erhebt Torwart Toni Turek zum "Fußballgott" und "betet" mit uns, auf daß der Schlußpfiff uns endlich erlöse. Der kleine Delius identifiziert sich mit den "Helden von Bern" - und beginnt, sich von seinen Eltern zu emanzipieren.

Das alles wird, bei allem Preisen des Fußbalidylls am Weltmeistersonntag, zur Parabel der Mehrbödigkeit jeder Sportfaszination. Delius ist ein virtuoser Schreibkünstler, der ein Stück seiner Kindheitsgeschichte mit ironischem Feinstrich festgehalten hat. Die älteren Leser werden an ihre eigene Lebensgeschichte erinnert; die jüngeren aber werden den Mythos der WM 1954 und damit ihre Eltern oder Großeltern besser verstehen lernen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde, 10. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (Taschenbuch)
Wer den Film 'Das Wunder von Bern' gesehen hat, der sieht beim Lesen dieses Buches Szenen wieder, die man wiederzuerkennen scheint. Und doch ist es eine ganz andere Geschichte, die sich so in den 50er Jahren im Nachkriegsdeutschland vielerorts genau so abgespielt hat. Delius erzählt von einem Pfarrerssohn, der in einer strenggläubigen Familie mit einem dominanten Vater in der Enge eines hessischen Dorfes aufwächst und der den Tag beschreibt, der nachher als das 'Wunder von Bern' in die Geschichte einging. Es geht um die Beschreibung eines einzigen Tages, eines Sonntages, der stellvertretend ist für alle anderen Tage des Jahres, die sich in einem immer gleichen Rhythmus bewegen und einem Elfjährigen wenig Abwechslung bieten. Das Leben des Jungen spielt sich in eingefahrenen Ritualen ab, einem von Religion geprägten Alltag, dem er kaum entgehen kann. Bis dass der Sonntag kommt, an dem die deutsche Nationalelf gegen die unbesiegbaren Ungarn in Bern bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 antritt und er die Erlaubnis hat, das Spiel mittags 'leise' im Büro seines Vaters am Radio mitzuverfolgen. So sitzt er, den Anpfiff schon seit dem Frühstück kaum mehr erwarten können, im Büro zwischen Jesusdarstellungen, kirchlichen und religiösen Büchern und gibt sich ganz dem Spiel hin, zwischen den Fußballgöttern und dem kirchlichen Gott. In den Spielpausen schaut er um sich und erkennt den Widerspruch zwischen beiden und ahnt eine in ihm aufkommende Rebellion, gegen die strenge häusliche Moral und den geregelten Alltag. Das Spiel wird somit zu einer Flucht aus der Enge seiner Welt, er spürt und fühlt sich in Bern, ganz dem Fußball hingegeben und spürt Spaß und Lebensfreude inmitten seiner Welt, in der vieles als Frevel und Lästerung gilt. Nach dem Sieg geht er aus dem Haus, steht verloren auf dem Dorfplatz und hofft, dass noch andere kommen, aber niemand verlässt das Haus, alleine steht er dort wieder angekommen in seiner dörflichen, realen Welt und fühlt sich doch zum ersten Mal unendlich befreit und glücklich. Dieses Buch ist ein wunderschönes Buch, eine Art 'Sittengemälde' der deutschen Provinz in den 50er Jahren und dazu eine sehr psychologische Geschichte, bei der es dem Autor gelingt, dass sich der Leser in die Gedankenwelt eines Elfjährigen versetzt, der stottert und von Ängsten geplagt ist, aber dennoch Träume und Hoffnungen hat, die sehr reif und erwachsen sind. Das Umfeld erscheint vor dem geistigen Auge wie eine schwarz-weiß Fotografie, man taucht völlig in dieses hessische Dorf ein. Dass dies gelingt, ist wohl literarisch gesehen das, was aus diesem Buch ein kleines Meisterwerk macht. Die Geschichte an sich ist eine eigentlich alte Sache, Kindheit im Nachkriegsdeutschland, und setzt auf das Motiv des 'Wunders von Bern' auf, das nicht nur literarisch verarbeitet wurde- aber dennoch spielt, völlig entgegen aller Vorstellungen, die man hat, wenn man alleine schon das Buchcover sieht, das Spiel und das Wunder an sich nur eine Nebenrolle, stellt den Hintergrund dar, anhand dessen eine Kindheit in den 50er Jahren dargestellt wird. Dabei gelingt es, völlig verschiedene Aspekte dessen zu zeigen, die eine solche beeinflussten: die Rebellion gegen das öde Leben auf dem Lande in einem vom Krieg noch nicht erholten Land, in dem es dennoch Sehnsüchte gibt, die sich nicht nur gegen die Autorität von Kirche, Gesellschaft und Eltern auflehnt, sondern in der auch noch der Weltkrieg und die Schuldfrage eine Rolle spielt, denn es geht nicht nur um das Leben in den 50ern, sondern auch um das, was davor war, verkörpert durch den Großvater, der eine Nebenrolle einnimmt und nicht wirklich 'auftritt', dessen Weltbild und Militarismus aber dennoch immer wieder durchscheint. Der Protagonist ist also gefangen zwischen der autoritären Welt des Vaters, der ebenfalls autoritären Welt der an sich unsichtbaren aber doch existenten Großeltern und den Sehnsüchten eines Kindes und Jugendlichem in einer völlig neuen Zeit, die im Aufbruch begriffen ist, sich jedoch noch nicht gänzlich vom Althergebrachten trennen kann. Sehr lesenswert und sehr anrührend!
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5.0 von 5 Sternen Ein meisterliches Spiel gegen die Angst, 2. Januar 2013
Das berühmte Spiel, das als Wunder gilt, lässt den Leser wie den Protagonisten, einen ängstlichen Jungen, an diesem großen Ereignis teilnehmen und versetzt damit die gespannten Teilnehmer in die 1950er. Aber nicht "wir" wurden, sondern "ich" wurde Weltmeister, ich der wohlerzogene, mutlose, von Raison und Religion gequälte, stotternde Träumer. Es war auch kein Werktag, sondern ein friedlicher Sonntag im Pfarrhaus. Dort herrscht im ersten Jahrzehnt nach dem Krieg kein chauvinstischer Jubel, sondern Furcht. Die Angst eines Kindes wird durch ein Übermass an Ehr-Furcht vor dem Vater-Pastor zur Tortur. Doch dann wird das Ich Weltmeister, es stottert nicht mehr. Wenn es stimmt, dass ein Buch bzw. Hörbuch so gut wie sein Titel ist, handelt es ich bei dieser Erzählung von Delius um ein Meisterwerk.
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5.0 von 5 Sternen Top, 2. Januar 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir die CDs bestellt, da ich eigentlich das Buch für die Uni lesen sollte. Daher ist ein Hörbuch sehr praktisch, wenn man einen weiten Weg zur Uni hat- so kann man diesen praktisch nutzen. Zu dem Hörbuch selber: der Erzähler ließt das Buch sehr gut vor, man kann ihm sehr gut zuhören.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 8 von 10, 2. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (Taschenbuch)
Erzählstil / Sprache: 10/10
Soziologie: 10/10
Theologie: 7/10
Fußball: 5/10
Spaß & Spannung: 8/10
;-)
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr berührende Erzählung mit starken autobiographischen Zügen, 12. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (Taschenbuch)
Die Hauptfigur dieser Erzählung ist ein elfjähriger Junge (Delius?), dessen Alltag von der Religion bestimmt ist. Die Handlung spielt im Jahre 1954 - also noch in der unmittelbaren Nachkriegszeit.Der Autor beschreibt, wie der Junge versucht, sich von dem Joch der Religion, und von der Autorität des Vaters (er ist Pfarrer) zu befreien, indem er seine eigene Welt sucht - nämlich die Welt des Fussballs. Die ganze Erzählung streckt sich nur auf einen Tag, der Tag der Finale und des Sieges des deutschen Teams.

Der Leser erlebt nicht nur erneut das Wunder von Bern, sondern auch die neue Geburt der Hauptfigur und schliesslich das Wunder der Sprache von dem Autor...
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3.0 von 5 Sternen Der Tag, als er leben konnte, 2. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (Taschenbuch)
Vorne weg muss ich sagen, dass mir einfach solche Bücher sprachlich nicht liegen. Es ist für mein Alltagslesen nichts. Aber ich denke für Gourmets der Literatur ist es ein zu empfehlendes Buch.

Delius beschreibt seinen Tag, im Jahr 1954, als in Bern Deutschland gegen Ungarn das Wunder schaffen und zum ersten Mal Weltmeister wurden. Er geht dabei in seinem Tagesablauf nach, vom Aufstehen bis nach der Radioübertragung des Spieles und dem Feiern im Dorf, nach dem Sieg.
Wichtig dabei ist, dass es so scheint, als sei es das erste Mal gewesen, wo Delius in seiner Kindheit leben konnte. Sein Vater Pfarrer und streng gläubig, soweit, dass mehrmals am Tag gebetet und gesungen wurde vor allem am Sonntag) und seinem Großvater, einem U-Bootkapitän A.D., der noch die preussische Armee mitgemacht hatte.
Er beschreibt den Zwang immer ruhig zu sein und unter der Fuchtel des Vaters zu stehen. Soweit, dass er sogar Sprachprobleme hat und Stottert. Dazu kommen noch innere Ängste, wie vor der Bluterkrankheit und die damalige Angst vor dem "Ulbrichtland" und den Roten.

Alles zusammen zählt er auf, bevor er zum Höhepunkt kommt, dem Hören des Spieles im Radio, wo er zum ersten Mal seinen Gedanken frei nachgehen kann und so wie es scheint leben kann, wie ein 11-jähriger Junge es tun sollte.

Es war schwierig zu lesen, aber für Liebhaber alle Mal wert.
Meins ist es leider nicht.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sonntag eines protestantischen Kindes, 22. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (Taschenbuch)
Die Erzählung gibt die Situation eines Kindes in einem evangelischen Pfarrhaus (in einem Dorf in Hessen) in den 50er Jahren wieder. Aus der gesamten Erzählung schreit die Frage: Wie - wenn nicht so - kann die protestantische Erziehung erfolgen? Sprachlich meisterhaft wird die verzwickte Situationen eines stotternden Kindes in den unterschiedlichen Zwängen eines Elfjährigen skizziert. Da schreibt sich vermutlich der Autor seine Kindheit in Hessen von der Seele - das macht er aber gekonnt. Es mag eine Offenbarung für Menschen sein, die durch die evangelische Erziehung gegangen sind. Der Text ist jedenfalls schön zu lesen, denn er ist diffenrenziert, zupackend und oft ironisch. (Ein wunderbares Geschenk unter evangelischen Freunden!!!)
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Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde
Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde von Friedrich Christian Delius (Taschenbuch - 3. Mai 2004)
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