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65 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sachliche und warmherzige Erleuchtung
Ein Einstieg, wie ein Paukenschlag. Franzen erhält ein schön verpacktes Valentine-Paket von seiner Mutter, rosa Grußkarte, zwei Schokoriegel, ein Drahtherzchen - und der Bericht von der Gehirnautopsie seines Vaters. Der folgende, biographische Bericht über dessen schleichend fortschreitende Alzheimererkrankung illustriert drastisch und an einem...
Veröffentlicht am 13. April 2003 von Rainer Lingmann

versus
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Meisterwerk - aber dennoch: ein großer Autor
Die Essays von Franzen dürften sich bestimmt nicht in allen Einzelheiten beim Leser im Gedächtnis einbrennen; dennoch sind einzelne Geschichten inhaltlich sehr durchdringend. Zum Beispiel die Geschichte über seinen Vater und auch die private Seite während der Vorbereitungen zu der Homestory nach seinem Korrekturen-Erfolg. Und da -denke ich- liegt seine...
Veröffentlicht am 10. Juni 2003 von Bernhard Taschner


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65 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sachliche und warmherzige Erleuchtung, 13. April 2003
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Einstieg, wie ein Paukenschlag. Franzen erhält ein schön verpacktes Valentine-Paket von seiner Mutter, rosa Grußkarte, zwei Schokoriegel, ein Drahtherzchen - und der Bericht von der Gehirnautopsie seines Vaters. Der folgende, biographische Bericht über dessen schleichend fortschreitende Alzheimererkrankung illustriert drastisch und an einem buchstäblich pathologischen Beispiel, was wirkliches Alleinsein bedeuten kann: völlige Trennung von der Außenwelt, bis der körperliche Tod nur noch der letzte, unbedeutende Schritt ist. Das alles wird immer persönlich, aber nie zu intim oder gar voyeuristisch geschildert.
Der erste Essay setzt sofort den Maßstab, an dem sich alle folgenden Texte messen lassen müssen - und können! Franzens Thema ist das Streben nach Alleinsein, aber nicht nach Einsamkeit. Der gleichzeitige Wunsch, eins zu sein mit der Welt, beim sicheren Gefühl, anders zu sein: "I want to be the same but different." Und Franzen beschreibt Lesen als Ausweg aus diesem Gefühlsdilemma: "It's a group of two, the faithful writer and the trusting reader. We're different but the same." Dieses Buch ist eine genauso sachliche wie warmherzige Erleuchtung für alle, die dieses Gefühl kennen und die sich deshalb in Büchern wohl fühlen.
Endlich fühle ich mich verstanden und weiß, warum ich mich neben einer in der U-Bahn neben mir telefonierenden Frau unbehaglich fühle. Endlich weiß ich, warum ich nicht für Bekannte oder Freunde arbeiten möchte. Und schließlich fühle ich mich verstanden, wenn mir Fragen wichtiger als Antworten sind.
Und vor allem weiß ich, dass ich nicht alleine bin im Wunsch nach Alleinsein.
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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sozialkritischer Blick auf das zeitgenössische Amerika, 3. September 2005
Das Buch "Anleitung zum Einsamsein" hatte ich in depressiver Stimmung in der Buchhandlung gegriffen ohne die Inhaltsangabe zu beachten. Auf was hoffte ich? Natürlich auf den Bericht eines Menschen, dem es noch schlechter geht. Als das jedoch hat sich diese Essay-Sammlung nur bedingt heraus gestellt. Zum Glück. Es ist nämlich ein sehr interessanter und vielseitiger Band. Wie der Titel jedoch impliziert hat Franzen den in den Vordergrund gestellten Essay "Why bother?" tatsächlich in depressiver Stimmung geschrieben. Der sogenannte "Harper`s Essay" sorgte in den amerikanischen Medien für viel Aufregung. Er schreibt über die Zeit zwischen dem 2. und 3. Roman, in der ihm jegliche Motivation und Inspiration fehlte. Auch andere seiner Essays handeln von der Unzufriedenheit mit der eigenen Person oder der Umwelt, sein Weg dieser zu entkommen ist der Rückzug in die Welt der Romane, als einsamer Leser. Die 13 Essays stammen aus dem Zeitraum von 1994 bis 2001. Von der Zeit des noch beinahe unbekannten Autors bis hin zum verehrten bei Oprah empfohlenen Literaten. Die Essays sind somit teils wie eine Art Tagebuch. Man sieht Franzen im Zeitraffer beim leben zu. Dabei lernt man den Autor um einiges besser kennen, wer also seine Romane gerne gelesen hat und etwas über die Person dahinter erfahren will, für den ist dieser Band ein Glücksgriff. Jedoch zeigen die Essays zugleich auf kritische Weise den momentanen Zustand Amerikas auf. Ein sehr interessanter ausführlicher Essay beschreibt das marode Postsystem Chicagos. Am Ende überlegt Franzen ob die Privatisierung der Post eine Lösung darstellt. Nein, möchte man ihm zurufen, dadurch wird alles nur noch schlimmer! Ein weiterer Essay beschäftigt sich mit Amerikas modernsten Hochsicherheitsgefängnis, ein technisch aufgerüstetes Alcatraz, dort trifft Franzen auf einen politischen Häftling: den Vater von Tupac Shakur. Man merkt Franzen an, dass er kein Freund der Technisierung ist. Dies beschreibt er in vielen Beispielen. Davon handelt auch der Essay des Bandes, der mir am besten gefallen hat, er behandelt das seit langem brisante Thema inwieweit tötet das Fernsehen die Klientel der Romanciers? Können Kinder in diesem Umfeld noch zu Buücherliebenden werden? Gibt uns der Fernseher auch die Fragen und/oder Antworten die wir in der Literatur finden? Franzen verteidigt die kleiner werdende Welt der Bibliophilen vor der technikkalten Umgebung dort draußen. Seine Plädoyers für den Rückzug zum Buch sprechen mir aus tiefstem Herzen. Wer die Berichte der Feuilletons zu diesem Thema stets analysiert findet in diesem Band dazu eine gute Ergänzung.
Somit in einem Satz zusammen gefasst:
13 Essays aus 7 Jahren, man lernt den Autor genauer kennen, seine kritische Sicht auf das heutige Amerika, illustriert durch interessante Beispiele, und weiß letztendlich was den Einsamen glücklich macht: der Roman.
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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literatur als Zufluchtsort, 28. Oktober 2002
Die "Anleitung zum Einsamsein" vereint dreizehn Essays von Jonathan Frenzen, die überwiegend vor seinem Roman "Die Korrekturen" entstanden sind. In ihnen spannt er den Bogen von Gedanken über Amerikanische Städte und Literatur, zu reportagehaften Erzählungen vom Chicagoer Postskandal und einer neuen Bundesstrafanstalt in Florence, zu der Alzheimer-Erkrankung seines Vaters und seinem eigenen Leben als der bekannte Autor der "Korrekturen" - alle miteinander verbunden durch das Thema der Bewahrung von Individualität und Komplexität in einer lärmenden und aufreibenden Massenkultur. Wobei die Literatur für Franzen ein Zufluchtsort und Lesen die Kunst des Einsamseins ist.
In seinen Essays zeigt sich Jonathan Franzen als genauer und ironischer Beobachter, der seine Gedanken in eine klare und geschliffene Sprache bringen kann. Mit diesem Buch ist man gerne ein paar Stunden allein.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ehrlich und deswegen außergewöhnlich subtil und verständlich, 19. September 2011
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Anleitung zum Alleinsein (Taschenbuch)
"Das Buch muss dem Leser etwas geben, nicht der Leser dem Buch."

Egal ob ich diese Einschätzung Franzens teile oder nicht - wenn ein Schriftsteller glaubwürdig und einzigartig seine Werke präsentiert, dann muss man sich nicht zwischen Annahme und Ablehnung entscheiden, sondern man kann auch die Zwischenstufe der Anerkennung betreten, eigentlich die angenehmste von allen dreien.

In diesen Essays, entstanden in den 5 Jahren vor der Wahl George W. Bushs zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, hat Franzen viele unterschiedliche Aspekte Amerikas, seiner Kultur, seines Werdegangs und seiner (möglichen) Zukunft offen gelegt und behandelt. Einige von ihnen kann man als philosophisch-globale lesen, andere verraten gerade dem Nichtamerikaner einiges über die Systemprobleme und -eigenheiten der amerikanischen Gesellschaft; auf jeden Fall bekommt man einen kleinen Ausblick darauf, was es heißt, Amerikaner in den Gefilden nahe New York und Chicago zu sein - ohne das explizit darüber geredet wird.

Franzen ist ein eindrucksvoller und trotzdem angenehmer Essayist. Er ist ehrlich und menschlich und doch erblickt man deutlich den Schriftsteller, den subtilen Former und gekonnten Erzähler. Egal ob er über so persönliche Themen wie seinen Vater schreibt oder eine Haftanstalt in Colorado: er schafft es fast immer die richtige Distanz oder Nähe perspektivisch anzunehmen, mal ist er uns als Person gegenwärtig, dann erleben wir seinen Text als Reportage, hinter der er immer wieder durchscheint, wenn er es für angemessen hält. Und ich glaube, dass ist die große Stärke all dieser Schriften, dass sie weder persönlich, noch rein sachlich sind, sondern stets eine menschliche Schwebe halten, zwischen Schreiben und Berichten, Leben und Reportage.

Kleine Übersicht (für den, der will):
Das Gehirn meines Vaters (Über die Alzheimererkrankung von Franzens Vater)
Riesenschlafzimmer (großartiger Essay über die problematische Beziehung zwischen Öffentlichkeit und Privatem)
Wozu der Aufwand? (Der berühmte "Harper's Essay. Halb biographische, halb cognitative Analyse über Romane und Romanautoren)
Auf dem Postweg verloren (Essay über die desaströsen Zustände bei der New-Yorker Post - interessanter als man denkt)
Erika Imports (kleine autobiographische Skizze)
Aschelese (Über die Zigarette und das Rauchen)
Der Leser im Exil (über Cyberspace und moderne Unterhaltungskultur)
Die erste Stadt (interessanter, kleiner Essay über die historische Entwicklung von Amerikas Städten)
Verwertet (halb persönliches Bekenntnis, halb Betrachtung der modernen Konsumgesellschaft)
Kontrolleinheiten (über das ADX Florence, ein Hochsicherheitsgefängnis für die "schlimmsten der Schlimmsten")
Mr. Schwierig (sehr interessanter Text über die schwierige Beziehung zwischen Kunst und Betrachter am Beispiel von William Gaddis und seinen Romanen, insbesondere dem Roman The Recognitions)
Im Bett mit Büchern (über Sex-Ratgeber und deren zweifelhafte Transparenzvorstellungen)
Bis dann in St.Louis (sehr persönlicher Text; es geht um Filmaufnahmen für eine Sendung, gemacht in der Stadt, wo Franzen seine Kindheit verlebte)
Tag der Amtseinführung 2001 (Kleine Anekdoten über einen Protestausflug, anlässlich der Wahl von George W. Bush)
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Meisterwerk - aber dennoch: ein großer Autor, 10. Juni 2003
Von 
Bernhard Taschner "b_taschi" (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Die Essays von Franzen dürften sich bestimmt nicht in allen Einzelheiten beim Leser im Gedächtnis einbrennen; dennoch sind einzelne Geschichten inhaltlich sehr durchdringend. Zum Beispiel die Geschichte über seinen Vater und auch die private Seite während der Vorbereitungen zu der Homestory nach seinem Korrekturen-Erfolg. Und da -denke ich- liegt seine Stärke. Dennoch sind auch die anderen Geschichten recht informativ, wenn einen die Zustände des amerikanischen Postystems und/oder die der Justizvollzugsanstalten interessieren. Auf jeden Fall gibt es immer wieder sehr schöne Querverweise auf die amerikanische, zeitgenösische Literatur.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Äußerst unterhaltsame Essays..., 21. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anleitung zum Alleinsein (Kindle Edition)
des genialen Jonathan Franzen. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen - witzig, berührend und wie immer in höchster sprachlicher Qualität - UNBEDINGT LESEN!
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5.0 von 5 Sternen Ein paar Stücke zum Lesen, 3. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anleitung zum Alleinsein (Kindle Edition)
Man muss nicht gleich einen Roman von Franzen lesen. Sein Stil kommt auch in diesen Essays rüber, in denen er sich auf eine für ihn typische Weise mit unterschiedlichen Themen befasst: von Post bis Alzheimer ist alles Mögliche vertreten. Interessant. Man erfährt so ganz nebenbei viel über US-Amerika.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelegenheitsarbeiten, 30. Januar 2003
Von Ein Kunde
Den Roman "Die Korrekturen" habe ich noch nicht gelesen, ich wollte mir einen Zugang zu Franzen mittels seiner Essays verschaffen. Ich bin ein bißchen enttäuscht. Das liest sich alles ganz nett, aber überwiegend scheint es sich um Gelegenheitsarbeiten zu handeln, deren Versammlung in einem Band nur bedingt Sinn macht. Von Brillanz im übrigen keine Spur. Die Gedanken, die Franzen entfaltet, sind konventionell und zum großen Teil altbekannt, man braucht nur bei Neil Postman nachzuschlagen. Die ewige Litanei über den Untergang der Buchkultur nervt inzwischen ein bißchen. Die Buchkultur geht bereits seit der Erfindung von Radio und Kino unter, das Wasser dürfte allmählich verdampft sein. Wer differenziert argumentierende, profund geschriebene, erkenntnisgesättigte Essays lesen will, ist mit Dieter Wellershoff besser bedient. Dass mir das Buch trotz allem drei Punkte wert ist, hat damit zu tun, dass es einen Begriff in den texten gibt, der tatsächlich weiterführt: der des "depressiven Realismus".
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10 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nur Gejammer ueber den Untergang der Buchkultur, 3. März 2003
Das Jammern ist auch das Einzige, was zu dem Titel eine Verbindung herstellt. Wer viel Jammert, laeuft wohl Gefahr, zu vereinsamen. Ansonsten handeln die Essays meist von eher langweiligen Themen, am interessantesten ist noch eine Beschreibung eines amerikanischen Postskandals (Verfall des Postsystems). Allen gemein sind die Klagen ueber die Beliebtheit von elektronischen Medien. Franzen kann gute Saetze Formulieren, doch leider scheint er sich auch etwas darauf einzubilden.
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Anleitung zum Alleinsein
Anleitung zum Alleinsein von Jonathan Franzen (Taschenbuch - 2. April 2007)
EUR 9,99
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