Fashion Sale Hier klicken calendarGirl Prime Photos Sony Learn More sommer2016 Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen35
4,0 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 21. April 2005
David Zimmer, der Protagonist dieses Romans, ist ein Professor für vergleichende Literaturwissenschaften an einer kleinen Hochschule in Vermont. Im Laufe des Buches erfahren wir noch über Ihn, dass er neben seiner Lehrtätigkeit einige Bücher in wissenschaftlichen Verlagen publizierte und ansonsten ein ruhiges und beschauliches Leben in intellektueller und emotionaler Harmonie mit seiner Frau und seinen beiden Kindern verlebte.
Diese Idylle wird jäh durch eine Katastrophe unterbrochen: Bei einem Flugzeugabsturz kommen seine Frau und seine beiden Kinder ums Leben. Und wie so oft in Büchern von Paul Auster, dem Meister des Paradoxen, wird David Zimmer, dessen finanzielle Situation bisher nicht gerade als rosig zu bezeichnen gewesen war, durch die Entschädigungsleistung der Fluggesellschaft und Auszahlung einer längst vergessenen Lebensversicherung Millionär und somit völlig unabhängig von seinem bisherigen Lehrauftrag.
Dies nutzt Zimmer aus, um sich vom Rektor der Hochschule beurlauben zu lassen. Deprimiert, völlig vereinsamt und zurückgezogen, dem Alkohol anheim gefallen, dämmert Zimmer in seinem kleinen Haus hinter zugezogenen Gardinen dahin. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis er auf die eine oder andere Art sein Leben beendet.
An einem unbestimmten Abend sitzt Zimmer vor dem TV, zappt sich durch die Kanäle, ohne richtig wahr zu nehmen, was er sich dort im TV ansieht. Plötzlich zieht eine Dokumentation über unbekannte oder vergessene Stummfilmstars der 20-iger und 30-iger Jahre seine Aufmerksamkeit auf sich. Und was wie ein Wunder wirkt, bei einem Ausschnitt eines Stummfilms des Ihm unbekannten Victor Mann muss er zum ersten Mal nach fast einem halben Jahr seit dem Tod seiner Familie lachen. Dies wirkt auf ihn wie eine Initialzündung. Er will, ja muss mehr über diesen Mann erfahren. Obsessiv beginnt er, Recherchen über Victor Mann anzustellen und stellt fest, dass dieser kurz vor seinem Durchbruch in Hollywood eines Nachts vor 60 Jahren spurlos verschwand.
Victor Manns Stummfilme, 12 an der Zahl, galten lange Jahre als verschollen bis plötzlich von einem Unbekannten hervorragende Kopien seiner Filme an Filmarchive auf der ganzen Welt verschickt wurden mit der Bitte, diese interessiertem Publikum zugänglich zu machen. David Zimmer beginnt eine Reise, deren Ende allerdings völlig von dem abweicht, was Zimmer und der Leser erwartet.
Wie so oft bei Auster könnte man seinen Plot auf den ersten Blick mit einem Krimi verwechseln: Ein Mann verschwindet unter mysteriösen Umständen und ein anderer versucht, diese Umstände aufzuklären und falls möglich den Mann zu finden. Es ist nicht nur ein Kunstgriff Austers, ausgerechnet einen Stummfilmstar auszuwählen. Zimmer ist nach der familiären Tragödie sprachlos, nicht mehr kommunikationsfähig. Er lebt nur noch in einer inneren Welt, zu der er niemand anderem Zugang gewährt. Durch die Betrachtung der Filme Manns findet er zu seiner Sprache zurück. Detailliert bespricht Zimmer in seinem Buch „Die stumme Welt des Victor Mann" die Filme. Dabei begnügt er sich nicht nur mit Inhaltsangaben oder Rezension sondern beschreibt ausführlich, ja eindringlich die Ausstattung, Requisiten, Kameraeinstellungen, Beleuchtung etc. also quasi rekonstruiert das Drehbuch der einzelnen Filme, angereichert mit Anekdoten, auf die er während seiner Recherchen gestoßen ist.
Bei der Beschreibung der technischen Seite des Film kommen Auster seine eigenen Erfahrungen als Drehbuchautor z. B. der Filme „Smoke" und „Blue in the Face" zugute. Er spielt geschickt mit Requisiten des Films, die dann auch in der Lebensgeschichte Manns oder Zimmers auftauchen und dort eine entscheidende Rolle spielen. Auster erzählt hier nicht nur eine fiktive Biographie, sondern erschafft zwei so detaillierte Leben, dass es dem Leser schwer fällt, nicht der Illusion zu verfallen, es handele sich hier um real existierende Persönlichkeiten. Alle im Buch auftauchenden tragenden Charaktere erleben schwere persönliche Rückschläge. Alle haben etwas zu verbergen in Ihrem Leben. Alle ziehen sich auf die eine oder andere Weise aus der Welt zurück und führen fast das Leben von Eremiten oder Mitglieder einer geheimen Sekte. Was auf den ersten Blick als Zufall erscheint, ergibt im Lauf des Plots ein Muster, dass sich dem flüchtigen Beobachter nicht offenbart. Erst wenn man lernt, die Zeichen zu lesen, bekommt selbst die banalste Beschreibung einen tieferen Sinn. Der Buchtitel „Das Buch der Illusionen" bekommt so im Laufe der Lektüre eine völlig neue Bedeutung. War ich zuerst der Meinung, der Buchtitel beziehe sich auf die Relation von „Film" und „Wirklichkeit", wandelte sich im Laufe der Lektüre der Eindruck. Am Ende des Romans bleibt vielmehr die Frage offen: „Existiert etwas nur, wenn ich es sehe" und „Was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit".
Das Hörbuch wird hervorragend von Hans Peter Hallwachs gelesen. Durch seine Stimme wird die Atmosphäre des auf der einen Seite sachlich beschreibenden Schreibstils der Filme und der doch emotional berührenden persönlichen Schicksale der Protagonisten immens verstärkt. Er versteht es, jedem Charakter seinen persönlichen, individuellen Klang zu geben und schafft dadurch eine konsequente Identifikationsmöglichkeit für den Hörer.
Fazit: Für mich der bisher beste Roman von Auster. Unbedingt lesen oder hören!
11 Kommentar|36 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Dezember 2003
Mir hat an diesem Buch am besten gefallen wie Auster die verschiedenen Zeiten und Realitätsebenen miteinander vermischt. Eben noch im Hollywood der 20er und jetzt die Erzählung der Geschehnisse in der Beinahe-Gegenwart, gefolgt von einem Intermezzo in der Wüste von New-Mexico. Auster gelingt es spielend Filmzusammenfassungengen so mit der Rahmenhandlung und der eigenen Geschichte zu verschmelzen, dass man zwischendurch nicht mehr so recht weis, ob man nicht vielleicht doch im Kino sitzt. Wem "Mond über Manhattan" gefiel, der kommt hier sicher auf seine Kosten.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der Literaturprofessor David Zimmer vergräbt sich nach einer Periode der Trauer um seine Frau und seine beiden Söhne in die Arbeit für eine Biographie über den Stummfilm-Darsteller Hector Mann. Mann ist Ende der 20er Jahre spurlos verschwunden und dieses Untertauchen beschäftigt Menschen wie Zimmer sehr. Überraschenderweise erhält er ominöse Briefe einer Frieda Spelling, die behauptet Manns Ehefrau zu sein und die Zimmer nach New Mexico herbestellt, da es dem alten, mit Zügen der Agonie versehenen Hector schlecht gehen soll und nicht mehr viel Zeit bleibt. Zimmer begibt sich auf eine Reise aufschlussreicher Eindrücke und erhält langersehnte Antworten auf seine Fragen bis all dies zerplatzt und wieder so ist, als ob es nie da gewesen wäre...

Auster ist ein leicht zu verschlingender, genüsslich zu lesender Autor, der nicht damit geizt den Leser satzweise hinters Licht zu führen oder aus dem Nichts eine völlig geladene Szene zu schaffen. Sein Stil animiert zum Weiterlesen und die Handlung, insbesondere beim Buch der Illusionen, zieht einen immer tiefer in den Abgrund des Wissens und der Erkenntnisse. Man glaubt Situationen stoppen, beschleunigen oder ändern zu können, doch der Roman ist bereits fest geschrieben und so bleibt diese Ansicht für den Leser letztendlich auch nur eine Illusion wie für den aggressiven, zu Selbstmitleid neigenden Protagonisten dieses Romans.

~Bücher-Liebhaberin~
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Februar 2007
Paul Auster wurde 1947 in Newark, New Jersey als Nachkomme österreichischer Juden geboren. Er lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Siri Huvstedt, in Brooklyn, New York. Bekannt geworden ist Paul Auster durch seine New York Trilogie (1987/1989) und den Roman Die Musik des Zufalls (1990).

Der zehnte Roman Paul Austers: Das Buch der Illusionen, erschienen 2002, handelt über den Schmerz des Verlusts und die lindernde Kraft der Komik.

Dieser Roman der sich den Anschein dorkumentarischer Wahrheit gibt, ist eine Wundertüte bizarrer, wild bewegter, ineinander verschachtelter Geschichten. Sie arbeiten mit den melodramatischen Effekten des Kinos. Sie setzen nicht auf psychologische Glaubwürdigkeit, sondern auf die elementare Kraft des nicht vorhersehbaren Schicksals.

David Zimmer, Literaturprofessor mit perfekter Welt, verliert bei einem Flugzeugabsturz seine Frau, die beiden Söhne und den Lebensmut.

Zimmer merkt, dass in ihm noch etwas leben will, als er bei einem Stummfilm des Komikers Hector Mann lachen muss. Die Filme werden für ihn zu einer Brücke zurück ins Leben und vorwärts zu einer neuen Liebe. Gleichzeitig entfaltet Auster die Geschickte dieses Hector Mann, den er zum Auftakt 1929 unter mysteriösen Umständen verschwinden lässt.

Auster schafft eine derart plastische Zeichnung des Komikers und seiner Filme, dass im Kopf des Lesers plötzlich Filmszenen entstehen, die so lebendig wirken wie von Charlie Chaplin ' und die er natürlich nicht gesehen hat, gar nicht gesehen haben kann.

Auster verwebt die Geschichte dieser fiktiven Filme, die Geschichte ihres Machers Mann und die ihres Widerentdeckers Zimmer zu einem Kaleidoskop von echten und vermeintlichen Wahrheiten, bewussten und unbewussten Illusionen. Dabei knüpft er an die Fragen an, die ihn schon in seinen ganz frühen Büchern umgetrieben haben: Wer sind wir?

Was machen wir?

Warum leben wir?

Das große Thema dieses Romans ist das gewonnene und verlorene Leben, die gefundene, erfundene und verscherzte Biografie.

Das ist kein Spaß.

Denn Hector, Sohn galizischer Juden, geboren als Chain Mandelbaum auf einem Flüchtlingsschiff, erfindet sich in Hollywood als Latin Lover neu und bringt es zu frühem Ruhm, bis das Schicksal ihn von neuem dazu zwingt, ein anderer zu sein. So sind die Menschen dieses Romans rastlos bemüht, sich ihr eigenes Leben zu entwerfen und anzueignen.

Sie erreichen ihr Ziel immer nur im Augenblick, im Ganzen aber nie. So banal diese Erkenntnis auch sein mag, sie erwischt uns, wenn wir dieses Buch lesen, wie eine neue Erfahrung.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juli 2008
Paul Auster verarbeitet in diesem Roman eine interessante Grundidee. Die Handlung spielt gleichsam auf drei Ebenen. Die Frage, wer eigentlich die Hauptperson in dieser Geschichte ist, bleibt offen.

Zum einem ist da Professor David Zimmer. Er ist ein gebrochener und dem Leben überdrüssiger Mann, seit er bei einem Flugzeugabsturz seine Frau und seine beiden kleinen Söhne verloren hat. Seine Lebensängste sind ein großes Hindernis für ihn, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Die Zukunft scheint ihm verstellt, sein Blick nur noch rückwärts gerichtet.

Dann ist da Hector Mann, den alle Welt für längst verstorben hält. Er war seinerzeit ein aufstrebender Stummfilmschauspieler, bis seine Karriere plötzlich auf mysteriöse Weise durch sein Verschwinden beendet wurde. Obwohl von ihm persönlich nur einige wenige Sätze zu lesen sind, wird er doch zum Wendepunkt für Zimmers Leben und zum Dreh- und Angelpunkt für die Handlung des Buches.

Die dritte Ebene sind die Filme, die Auster Zimmer mit akribischer Genauigkeit, Szene für Szene, mit Kamerafahrten, Auf- und Abblendungen, beschreiben lässt. Das gelingt so detailliert, dass die Filme vor dem inneren Auge des Lesers wie im Kino ablaufen. Auster schafft es perfekt, das Medium Film in das Medium Sprache zu übertragen.

Durch einen Zufall sieht Zimmer Kurzfilme von Hector Mann, die als längst verschollen galten und beschließt, ein Buch über sie zu schreiben. Durch dieses Buch geraten die Ereignisse ins Rollen.

Die einzelnen Ebenen verbinden sich. Oft ist nicht genau sichtbar, wer gerade oder durch wen erzählt wird. Vieles bleibt Hörensagen oder Beschreiben. Auster bleibt sich auch in diesem Roman treu. Ein existentieller Hintergrund mit teilweise surrealen Wendungen, nicht so straff und minimalistisch wie in der 'New York Trilogie', sprachlich weitaus farbiger, aber dennoch ein durch und durch konstruierter Fall. Typisch Auster eben.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der amerikanische Literaturprofessor David Zimmer verliert seine Familie bei einem tragischen Flugzeugabsturz. Um nicht aus Verzweiflung verrückt zu werden, stürzt er sich in die Arbeit über die Recherche zu einem Stummfilmkomiker, der 1929 plötzlich von der Erdoberfläche verschwunden scheint. Unvermittelt tauchen jedoch verschollen geglaubte Filme von ihm überall auf der Welt auf. Nachdem er seine Biografie über diesen Hector Mann Anfang der 80iger Jahre veröffentlicht hat, erhält er Post von einer Frau, die behauptet, dass er noch lebe, versteckt auf einer Farm in New Mexico und dass er mit ihm in Kontakt treten möchte. Zunächst hält er dies für einen schlechten Scherz. Doch als eine junge Frau vor seiner Tür auftaucht und diese Fakten bestätigt, schiebt er alle Zweifel und auch seine Flugangst von sich und macht sich von Neugier getrieben auf die Reise.
Die junge Frau erzählt ihm auf dem Weg die Geschichte, was dieser Hector Mann die vergangenen über 50 Jahre so getrieben hat. Es hört sich an wie eine fantastische Raserei eines durchgeknallten Autors. David Zimmer möchte sich selbst ein Bild davon machen und aus dem eigenen Mund des Hector Mann hören, was sich zugetragen hat. Doch die Zeit drängt, denn Hector Mann liegt im Sterben.....

Mein erstes Buch von Paul Auster. Sicherlich nicht mein letztes. Eine ganz schön verrückte Geschichte, die er uns da auftischt. Aber mit Genuss zu lesen. Eine Mischung zwischen Psycho-Krimi und historischem Roman mit philosophischen Anklängen. Auster scheint gut recherchiert zu haben und lässt die Stummfilmzeit nochmals kurz aufleben.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der Literaturprofessor David Zimmer vergräbt sich nach einer Periode der Trauer um seine Frau und seine beiden Söhne in die Arbeit für eine Biographie über den Stummfilm-Darsteller Hector Mann. Mann ist Ende der 20er Jahre spurlos verschwunden und dieses Untertauchen beschäftigt Menschen wie Zimmer sehr. Überraschenderweise erhält er ominöse Briefe einer Frieda Spelling, die behauptet Manns Ehefrau zu sein und die Zimmer nach New Mexico herbestellt, da es dem alten, mit Zügen der Agonie versehenen Hector schlecht gehen soll und nicht mehr viel Zeit bleibt. Zimmer begibt sich auf eine Reise aufschlussreicher Eindrücke und erhält langersehnte Antworten auf seine Fragen bis all dies zerplatzt und wieder so ist, als ob es nie da gewesen wäre...

Auster ist ein leicht zu verschlingender, genüsslich zu lesender Autor, der nicht damit geizt den Leser satzweise hinters Licht zu führen oder aus dem Nichts eine völlig geladene Szene zu schaffen. Sein Stil animiert zum Weiterlesen und die Handlung, insbesondere beim Buch der Illusionen, zieht einen immer tiefer in den Abgrund des Wissens und der Erkenntnisse. Man glaubt Situationen stoppen, beschleunigen oder ändern zu können, doch der Roman ist bereits fest geschrieben und so bleibt diese Ansicht für den Leser letztendlich auch nur eine Illusion wie für den aggressiven, zu Selbstmitleid neigenden Protagonisten dieses Romans.

~Bücher-Liebhaberin~
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Januar 2006
Als ich das Buch der Illusionen geschenkt bekam und den Klappentext las, hatte ich gemischte Gefühle. Wieder einmal geht es um einen Autor, der Frau und Kinder bei einem Unglück verlor, wieder geht es um einen Tot-Geglaubten, der am Ende doch noch nicht tot ist. Die gleiche Zusammenfassung hat man schon für „Hinter verschlossenen Türen“ verwenden können. Da ich aber wusste, dass Auster mir eigentlich immer Spass gemacht hat, las ich das Buch dann doch relativ bald und wurde nicht enttäuscht. Klar – die Fabel des Buches war die gleiche, aber die Geschichte darin eine völlig andere. Und im Grunde muss ich sagen, es war das beste Buch von Paul Auster, das ich bisher gelesen habe.
David Zimmer, der Professor, der seine Familie bei einem Flugzeugabsturz verlor, recherchiert das Werk und das Leben des für tot gehaltenen Stummfilm-Komikers Hector Mann. Als er eines Tages Kontakt zu ihm aufnimmt verwickelt sich sein Leben mit dem Lebenswerk des todkranken Komikers, und es entspinnt sich ein spannendes Ende.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Februar 2012
Welches Schicksal? Der Universitätsprofessor David Zimmer verliert durch einen Flugzeugabsturz mit einem Schlag seine Familie und damit seinen Halt und Sinn im Leben. Um darüber hinwegzukommen, fängt er an zu trinken... bis er eines Tages bei einer Slapstickszene des Stummfilmkomikers Hector Mann laut auflachen muss und sich in den Kopf setzt, sich in die Geschichte und die Filme dieses Mannes zu vertiefen. Schließlich schreibt er ein Buch, und nachdem es erschienen ist, bekommt er Besuch von einer Dame, die ihm erzählt, dass Hector Mann tatsächlich noch am Leben sei und ihn sehen will, bevor er stirbt. NAch anfänglichem Zaudern machen sich die beiden auf, Hector Mann auf seiner Ranch zu besuchen.

Welches Genie? Hector Mann ist nicht irgendein Mann. Er hat es geschafft, im Jahr 1929 spurlos zu verschwinden. Wir erfahren im Laufe der Zeit immer mehr über die Hintergründe seiner Filme, seines Wirkens, seiner Reisen und seines angeblichen Ablebens. Senor Mann erinnerte mich dabei irgendwie an Homer Simpson, der auch unzählige Jobs übernimmt, weil sie sich ihm bieten. Hector Mann stellte sich mir als Charakter dar, der spontan ist und seiner Intuition folgt - man könnte allerdings auch sagen: einer, der tut, was er tut, weil er einfach keine Wahl hat.

Welcher Wahnsinn? Die Zerstörungswut, die Verzweiflung und der Fanatismus, dem wir als Lesende besonders gegen Ende des Buches der Illusionen (aber auch schon inmitten der Erzählungen über das Treiben des Hector Mann) begegnen, ließ mich mit den Protagonisten mitfühlen und stimmte mich nachdenklich, wie viele großartige Werke niemals an die Öffentlichkeit gelangen, weil Intrigen, Komplotte, Boykotts, Lobbying, Seilschaften, Allianzen, Feindschaften oder familiäre Bündnisse, kurz: die weitreichenden Einflüsse von Beziehungen dies verhindern.

Alles in allem kein schlechtes Buch. Ich vergebe diesmal nur durchschnittliche drei Sterne aufgrund des teilweise langatmigen und durchaus vorhersehbaren Plots. Mir persönlich hat vom gleichen Autor sein 1994 erschienener Roman "Mr. Vertigo" und auch "Timbuktu" (1999) besser gefallen...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Mai 2007
(Weiter)Leben zu dürfen kann ein Fluch sein: Für den Wissenschaftler David Zimmer, der seine Frau und seine Kinder bei einem Flugzeugabsturz verloren hat, ist jeder Tag eine unendliche Qual! Wie soll das Leben überhaupt nur wieder einen Sinn bekommen?

Zimmer stürzt sich in die Arbeit und die nimmt ihn bald mit Haut und Haar gefangen. Er schreibt über den Stummfilmstar Hector Mann, der eines Tages, auf dem Höhepunkt seines Erfolgs, verschwand.

Doch irgendwann ist diese Arbeit abgeschlossen und Zimmer droht, in ein noch tieferes Loch zu fallen. Da holt ihn seine Arbeit ein und er wird von einer undurchsichtigen Frau mit Waffengewalt gebeten, Mann, der noch leben soll, zu besuchen.

Diese Begegnung wird für Zimmer zu einer ganz besonderen Herausforderung: Denn was sich ihm offenbart, an Möglichkeiten und Weisheit, stellt das doch sehr fragile Lebensgerüst, in dem er sich gerade zurecht zu finden sucht, erneut in Frage...

Paul Auster, bekannt geworden mit seiner "New York Trilogie" hat einen Roman geschrieben, der sehr lange nachklingt. Ihm gelingt eine schier unglaubliche Geschichte mit Tiefgang, die originell ist, nachdenklich stimmt und sprachlich auf hohem Niveau unterhält. Ein kleines Meisterwerk mit philosophischen Bezügen, dass nie rührselig, oft komisch und zugleich tief melancholisch ist.

Ein tolles Buch!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €
9,99 €