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77 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch
In den "Korrekturen" geht es um innerfamiliäre Verhältnisse, Abhängigkeiten, Mißverständnisse, um die Schwierigkeit, ja fast Unmöglichkeit, Liebe zu zeigen und auch zu akzeptieren und die Unfähigkeit aller Beteiligten, aus ihren Rollen herauszuschlüpfen, obwohl sie sich in ihren Rollen unwohl oder falsch verstanden fühlen...
Veröffentlicht am 11. Oktober 2002 von Annette Krohn

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ordentlich - aber überschätzt
Ich würde niemandem sagen, er soll das Buch nicht lesen. Dazu ist es zu ordentlich geschrieben. Und es behandelt Themen, die zurzeit angesagt sind: Die Stellung von Familienmitgliedern in einer Familie und untereinander, Depressionen, Gleichgeschlechtlichkeit, das Älterwerden und das Aufgeben der eigenen Person zugunsten einer anderen. Trennungen, das Scheitern...
Vor 22 Monaten von HPeters veröffentlicht


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77 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch, 11. Oktober 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
In den "Korrekturen" geht es um innerfamiliäre Verhältnisse, Abhängigkeiten, Mißverständnisse, um die Schwierigkeit, ja fast Unmöglichkeit, Liebe zu zeigen und auch zu akzeptieren und die Unfähigkeit aller Beteiligten, aus ihren Rollen herauszuschlüpfen, obwohl sie sich in ihren Rollen unwohl oder falsch verstanden fühlen. Dabei, und das ist das Erschreckende und gleichzeitig Faszinierende, sind die Personen so detailliert und feinfühlig psychologisch beschrieben, daß jeder Leser in jeder Figur Charaktereigenschaften oder Züge ihm bekannter Personen erkennen wird. Besonders faszinierend, wenn auch gräßlich, ist die Beschreibung des mit seiner zunehmenden Demenz und seiner Parkinson Krankheit kämpfenden Al.
Gleichzeitig ist dieser Roman hochamüsant, streckenweise spannend und immer sehr unterhaltsam. Es gibt eine Fülle kleiner, genau beobachteter Szenen, skurriler Nebenfiguren und unglaublicher Situationen. Unserem Alltag wird ein großer Spiegel vorgehalten, in dem man vieles teils mit Schaudern, teils mit Lachen wiedererkennt.
Nur ganz am Ende, als es dann an die Korrekturen geht, scheint Franzen ein wenig die Lust an seinem Buch vergangen zu sein. Da kommt nichts mehr. Das hat mich an den Nachspann von Filmen erinnert, in denen noch zu lesen ist, wie es mit den Protagonisten nun weiter gegangen ist. Das hätte man getrost weglassen können.
Und ist das nun wirklich Weltliteratur? Das wird wohl erst im Nachhinein wirklich beurteilt werden können, aber wenn es ein Merkmal von Weltliteratur ist, daß die Figuren fast sprichwörtlich werden, wie das in unserer weitläufigeren Familie schon der Fall ist, und wenn es ein Merkmal von Weltliteratur ist, daß einem auch Monate nach der Lektüre viele Szenen lebhaft im Gedächtnis sind, dann ist dieses Buch Weltliteratur.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, es ist ein Genuß und ein Gewinn und beschäftigt mich auch jetzt noch, nachdem ich es (leider!) schon vor längerer Zeit ausgelesen habe.
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91 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der leisen Töne oder der Langeweile?, 11. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Taschenbuch)
Ich möchte hier nicht noch einmal den Inhalt des Buchs zusammenfassen, da dies in dem Forum bereits oft und ausführlich getan wurde, sondern meine Meinung zu der Frage festhalten, ob Die Korrekturen nun ein überaus Gutes oder ein langweiliges Buch ist.
Aus meiner Sicht haben die meisten Mit-Rezendenten Recht. Ja - das Buch ist (besonders im ersten Teil) sprachlich hervorragend. Ja - es ist zu lang, da einige Situationen redundant sind und nichts Neues zum Gesamtbild beitragen. Ja - der Roman zeichnet fein ziseliert das Bild einer amerikanischen - vermeintlich - Durchschnittsfamilie und deren Scheitern im Umgang miteinander und der Gesellschaft. Und, ja - das Buch ist vom Erbauungsroman so weit entfernt wie vom echten Mainstream, dazu ist das Buch zu "langweilig".
Ich denke, dass entscheidend ist, um das Lesen des Buches als Gewinn zu betrachten, dass man, wenn man den Roman aufschlägt, Lust hat, sich völlig unabhängig von einer Handlung auf Charakterstudien einlassen zu können und zu wollen und - dies nebenbei bemerkt - bereit zu sein, hierbei die ein oder andere abartige Eigenart unserer amerikanischen Freunde zu ertragen.
Diese Charakterstudien sind aus meiner Sicht ganz hervorragend gelungen und vermitteln dem Leser einen sehr guten und intimen Eindruck in die Familie Lambert. Ich fand dies hochspannend. Im Vergleich etwa zu Mann's Buddenbrooks, der zugleich Gesellschaftsroman ist, bleibt bei den Korrekturen der Fokus aber stets und ausschließlich auf den fünf Mitgliedern der Familie Lambert. Diese Nähe kann ernüchtern, ermüden oder gar langweilen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich kann aber nicht ausschließen, dass, wenn ich es zu einem anderen Zeitpunkt gelesen hätte, mein Urteil vernichtend anders ausgefallen wäre. Insgesamt ist das Buch ein hervorragender Vertreter der leisen Töne und der grossen alltäglichen Katastrophen.
Völlig daneben ist meiner Ansicht nach nur der letzte Satz, der mich ziemlich verärgert hat. Ich hätte auch ohne diesen positiven Ausblick leben können. Aber stets ein "Happy End" gehört wohl untrennbar zum Selbstverständnis Amerikas. Echte Literatur, die Bestand haben wird - daher fünf Sterne.
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35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend, tiefsinning, überraschend witzig.Unbedingt lesen, 10. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
Es ist mittlerweile einige Wochen her, seit ich die Korrekturen von Jonathan Franzen gelesen habe. Noch immer hallt es in meinem Kopf nach, kommen mir spontan Erlebnisse der Familie in den Sinn, sehe ich einzelne Zeilen wie Wortechos vor meinem geistigen Auge aufblitzen. Lange habe ich keinen Roman mehr gelesen, der mich derart intensiv und ausdauernd beschäftigt hat. Dennoch oder gerade deswegen tue ich mich ungewöhnlich schwer mit meiner Kritik. Das mag auch damit zu tun haben, das bereits so viele etwas dazu geschrieben haben; zudem habe ich leichte Probleme mit dem Prädikat Meisterwerk.
Während der ersten Seiten war ich noch einigermaßen irritiert über die verwirrende Sprache und kam zu der vorschnellen Überzeugung, nicht mehr weiterlesen zu können, sollte sich der Stil auf den weiteren Seiten nicht ändern. Seiten später wußte ich, das der chaotische Stil ein passendes Äquivalent zum grandiosen Gefühlschaos der Lambertschen Familienwelt darstellte. Schon eigenwillig, einen Roman so zu beginnen, statt sich auf eine ruhige und stetige Einführung der Charaktere zu verlassen.
Der Roman findet jedoch schnell einen Weg, den Leser gefangen zu nehmen und zu begeistern. Erzählt wird die Geschichte der Familie Lambert. Da wäre zuerst Alfred, der früher bei der Eisenbahn gearbeitet hat, mittlerweile aber im Ruhestand ist. In seinem Keller hat er sich ein Labor aufgebaut und verbringt, oder vielmehr verbrachte dort, viel Zeit mit der Erforschung von Metallen. Früher der eisern herrschende Patriarch der über jeden Zweifel erhaben war aber im gleichem Maße unfähig seine Gefühle zu äußern, ist er heute das Sorgenkind der Familie. Um es mit Franzen's Worten zu sagen: Um sein neurologisches Rüstzeug ist es nicht mehr allzugut bestellt.
Enid, seine Frau, hat unter seiner stärker werdenden Parkinson Krankheit am meisten zu leiden. Gezwungenermaßen ganz Hausfrau, hadert sie oft mit dem eingeschlagenen Weg und der Zukunft. Ihr letzter großer Wunsch ist es, die Familie an Weihnachten noch einmal zu vereinen. Die Kinder Gary, Denise und Chip haben längst ihr eigenes Leben und ihre eigenen Probleme. Gary ist ein erfolgreicher Bänker, der jedoch gerade in einer Familienkrise steckt und kurz davor scheint, im Sumpf aus Depressionen und Alkohol stecken zu bleiben. Chip, schwarzes Schaf und der Lebenskünstler der Familie, verbringt gerade eine wilde und dubiose Zeit in Litauen und Denise, eine Spitzenköchin , steht nach zwei Affären mit ihrem Chef und später der Frau ihres Chefs mit leeren Händen da.
Diese kurze Inhaltsangabe klingt wie einziges, deprimierendes Katastrophenszenario. Sicher gibt es in diesem Buch Momente tiefster Melancholie und Traurigkeit, aber tatsächlich ist dieser Roman grandiose und mitreißende Unterhaltung, oftmals mit staubtrockenem Humor erzählt. Stellenweise richtig witzig, immer realistisch und voll allem, nachvollziehbar. Mehr als einmal dachte ich, was für eine genialer Beobachter Franzen sein muß. Er beschrieb Personen, die ich meinte, in meinem Umfeld wiederzuerkennen. Das seine sprachlichen Fähigkeiten, sein Witz, die wunderbaren Metaphern und Analogien ohne Frage eindrucksvoll sind, ist fast zu vernachlässigen, wenn man sich die Leichtigkeit vor Augen hält, mit der Franzen dieses komplizierte und zeitlich verschachtelte Beziehungsgeflecht in Worte gefaßt hat. Zudem scheint er profunde neurologische Recherchen betrieben zu haben. Für mich zumindest klang das meiste im Zusammenhang mit dem fiktiven Medikament Korrektal Plausibel. Leichte Schwachpunkte sah ich in Chips dubiosen Geschäften in Litauen; das ganze schien mir doch etwas zu weit hergeholt.
Im Buch geht es um Entscheidungen. Dinge die wir tun oder nicht tun, und die Konsequenzen die das hat. Einmal eingeschlagende Wege lassen sich nicht ändern, aber manchmal führen sie zurück. Dieses Buch zu lesen und den meisten Kritiken zu vertrauen, war definitiv die beste Entscheidung in Sachen Bücher, die ich dieses Jahr getroffen habe. Mit Sicherheit gehört es zu den besten Büchern, die ich bislang gelesen habe. Mit dieser Kritik gebe ich vielleicht jemanden die Chance, die Möglichkeit einer Korrektur, dieses Leseerlebnis nachzuholen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Episches Familienporträt in humorvoller Melancholie - lesen!, 20. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch sollte man auf seine Leseliste setzen. Nicht die Sprache hat mich überzeugt, obwohl Franzen auch hier brilliert, sondern der erschreckende Wiedererkennungseffekt.
Franzen konfrontiert den Leser mit Verhaltensmustern und Charaktern, die wir alle schon einmal irgendwo selbst wahrgenommen haben, ohne uns dessen bewusst zu sein. Liebevoll beleuchtet er die Schwächen seiner Protagonisten, für die der Alltag ein Abenteur ist, eine Terra Incognita, gefährlicher als der Dschungel, den Indiana Jones durchstreift.
Die grosse Stärke Franzens besteht nicht nur in seiner schriftstellerischen Leistung, sondern insbesondere auch in seinem Einfühlungsvermögen, seiner Sensibilität und seiner psychologischen Durchdringung der Überlebenstechniken seiner Romanfiguren.
Diesen Roman sollte man lesen, wenn man auf der Suche nach sehr guter Unterhaltung auf hohem Niveau ist.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Lesen an sich - ein Genuss., 15. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
Nein, mich hat das Buch ganz und gar nicht gelangweilt, aber: Ich musste mir Zeit zum Lesen nehmen, denn verschlingen kann man diese Familiengeschichte nicht. Es gibt nur wenige Bücher, die das Lesen an sich zum Genuss machen. Die Mühe, die sich Jonathan Franzen mit jedem Satz, jedem Bild und jeder Figur gemacht hat, beeindruckt mich nachhaltig. Und das Ergebnis ist absolut lesenswert.
Ob die Geschichte einer amerikanischen Familie und ihres Scheiterns für jeden interessant ist (der Vergleich mit den Buddenbrocks drängt sich mir dabei ganz und gar nicht auf - anderer Kontinent, andere Zeit, junger Autor), sei dahin gestellt. Aber die kleinen und großen Geschichten innerhalb der Geschichte, die feinen und präzisen Beschreibungen alltäglicher Szenen, Vorfälle, Unfälle und Einfälle sind grandios und schmelzen auf den Hirnlappen wie Softeis auf der Zunge. "Die Korrekturen" wird ein Klassiker - da bin ich mir ganz sicher.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich DER große amerikanische Roman?, 16. September 2006
Um es vorweg zu nehmen: Meine Antwort lautet ja.

Viele der vergangenen "literarischen Sensationen" aus den USA hatten für mich doch zu deutliche Schwächen: In 'Unterwelt' etwa verlor De Lillo vor lauter sprachverliebten Endlosschleifen teils völlig den Faden, Eugenides' 'Middlesex' begann frisch und originell, fiel aber ab dem Mittelteil stark ab, Philipp Roth ist m.E. zu sehr mit der Verarbeitung seiner sexuellen Problemen beschäftigt etc. Fans mögen mir verzeihen.

Was Franzen hier vorlegt ist aber eine für mich fast geniale Mixtur von Sprachwitz, Unterhaltung, Charakterstudien und Gesellschaftsgemälde. Wenn er etwa in slapstickähnlichen Passagen von Garys Versuch, die Hecke zu schneiden oder von Chips Hochschulfauxpas erzählt, so tut er dies mit viel Witz, aber auch mit viel Liebe zu seinen Figuren, die durch ihre Ungeschicke nicht weniger würdevoll erscheinen.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, dass Franzen trotz der immensen Menge an Nebenhandlungen und raffiniertester Zeit- bzw. Perspektivenwechseln die Story (von wenigen Ausnahmen abgesehen) geradelinig und zielstrebig vorantreibt und entwickelt. Nie wird der rote Faden komplett verloren; die Entwicklung oder auch der Zahn der Zeit schreiten voran bis zur finalen Auflösung der aufgestauten Probleme an - und nach - Weihnachten. Ich habe mich zu keiner Minute gelangweilt.

Im Gegensatz zu der hier geäußerten Meinung, das Ende sei (zu) positiv muß ich sagen, daß es für mich eher ein ironisches Augenzwinkern gegenüber dem Leser darstellt, im Sinne von Korrekturen, die unseren Mühen oft trotzen und sich - wenn überhaupt - dann ohne unser Zutun ergeben.

Franzen rückt hier die ewige Geschichte von Mühen und Scheitern in ein warmes Licht, so dass auch den absurdesten Situationen noch etwas Tröstliches anhaftet.

Insgesamt handelt es sich hier aus meiner Sicht um einen sehr unterhaltsamen, teils witzigen Roman, der unser Mühen und Streben samt unserer allzu menschlichen Fehler milde und teils fast weise reflektiert, dabei aber auch ein Licht auf die amerikanische Gesellschaft unserer Zeit mit ihren Normen und Vorurteilen wirft. Aus meiner Sicht ist hier alles vorhanden, was wirklich große Literatur ausmacht.
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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht zu viel versprochen, 28. Juni 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
Ich war wirklich skeptisch: Seit einigen Monaten liest man ausschließlich euphorische Kritiken und Rezensionen aus den USA und Großbritannien über dieses "fabelhafte" Buch und dessen sympathischen geistreichen Autor. Aber im angeslsächsischen Sprachraum geht man ja sowieso viel verschwenderischer mit Lob um als bei uns.
Doch dieses Mal waren Lob und Begeisterung mehr als berechtigt: Selten - und in den letzten Jahren überhaupt nicht - wurde die amerikanische Gesellschaft so vielschichtig und entlarvend seziert. Ohne Voyeurismus aber mit aller Offenheit werden Generationenkonflikte thematisiert. Und trotz dieser nicht gerade trivialen Thematik ist dieses Buch gleichsam unterhaltend und spürt vor Humor.
Bisher die ersten fünf Sterne, die ich vergeben habe, für diesen wirklich großen Roman mit seinen vielen unterhaltenden Geschichten und Gedanken der verscheidenen Generationen einer Familie.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich eines der 3 besten Bücher der letzten Dekade, 30. November 2010
Von 
Fabian Osbahr (Bad Segeberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Taschenbuch)
"Die Korrekturen" gehört für mich in Hinblick auf die Auseinandersetzung mit dem Konstrukt "Familie" und den dazugehörigen Problemfeldern zu den brillantesten Büchern, die bisher geschrieben worden sind.

Das ewig wiederkehrende Konfliktfeld von Eltern und Kindern, die im scheinbar lebenslang andauernden Prozess der Autonomiegewinnung und -akzeptanz immer wieder aneinandergeraten, wird in diesem Meisterwerk bis in die kleinsten Winkel beleuchtet und seziert. "Die Korrekturen" widmet sich mit Inbrunst in einer sachlichen, ruhigen Sprache diesem Kernstück menschlichen Lebens.

Das in vielen Familien zu beobachtende Problem von Eltern, ihre eigene "Brut" mitsamt deren Weltansichten und erworbenen Fähigkeiten als völlig selbstständige Individuen, die keiner gutgemeinten "Dauerbelehrung" bedürfen, zu akzeptieren, kommt hier literarisch hochverdichtet zur Sprache.

Das Gefühl der Kinder, nie zu 100 %, sondern höchstens zu 80 % von den eigenen Eltern als "er-" und letztlich "entwachsen" ernstgenommen zu werden, weil sie ja vor langen Zeiten von ebendiesen gezeugt und erzogen wurden, wird von Franzen in messerscharfen und genial realitätsnahen Dialogen vertieft.

Darüber hinaus wird nicht nur die Eltern-Kinder-Ebene formidabel betrachtet: Genauso meisterhaft widmet Franzen sich dem Konfliktfeld der älter gewordenen Eheleute, die miteinander mehr aus piefig-gemütlicher Gewohnheit als aus tiefer innerer Zuneigung und gegenseitiger Achtung (= Liebe) zusammenbleiben oder vielmehr "aushalten".

Ein Buch, das wirklich jeder gelesen haben sollte! So klug und analytisch hat schon lange niemand mehr über so relevante Menschheitsthemen geschrieben...
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Romane der letzten Jahre!, 28. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
Was für ein faszinierender Roman. So vieles scheint auf den ersten Blick abschreckend - das Volumen (gut und gern 800 Seiten), dann das allgemeine Thema, dann die ganzen guten Kritiken von selbsternannten Literaturschaffenden, die einen Roman gutheißen, solange er nur richtig schön langweilig ist.
Aber Jonathan Franzens Roman ist anders. Mit einer ungeheuren Wucht zieht er den Leser von der ersten Seite in den Strudel. Unglaublich klug, unglaublich sprachgewandt, unglaublich witzig, tragikkomisch, traurig, spannend, abgründig, grotesk, ehrlich und ungeschminkt ist es, was man hier zu lesen bekommt.
Natürlich geht es in diesem Buch um die agierenden Personen und deren Scheitern, um ihre Interaktion mit der Umwelt - und letztendlich ihre Hoffnungen und Wünsche, die sie einerseits zu Getriebenen, andererseits zu Gefangenen macht.
Gekonnt seziert Franzen dies alles mit dem Blick eines absoluten Profis, mit einer gewaltigen, treffenden, zielsicheren Sprache, vor der man als Leser aber keine Angst zu haben braucht, mit einer Fülle an Anekdoten, die sie herzerfrischend daherkommen, dass man die erschreckenden 800 Seiten nach Vollendung der Lektüre am liebsten noch einmal von vorne lesen möchte.
Bewegend! Eines der besten Bücher der letzten Jahre!
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman über uns, 24. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
„Die Korrekturen" gehört zu den Büchern, die im besten Wortsinn unterhalten - auf einem derart hohen Niveau, dass einem schnell klar wird, dass man es mit nicht weniger als einem Meisterwerk zu tun.
Der Ton ist ironisch, ohne zynisch oder kaltherzig zu werden. Die Struktur scheint von den Charakteren bestimmt zu werden und nicht umgekehrt.
Und es geht um vieles: um Familie, den Umgang mit den Schrecknissen des Alters, den Narzissmus unserer Zivilisation. Es geht um ungehemmt kindischen Konsum, um eine Welt, in der die Kinder des mittelwestlichen Ehepaars Alfred und Enid vielleicht ihren Sehnsüchten nachgeben mögen und nach schnellen Lösungen suchen, immer im Bemühen, die Schwächen ihrer Eltern zu kompensieren, letztlich aber scheitern, ohne dabei unterzugehen, sondern ihre Grenzen, vielleicht sogar ihr Schicksal erkennen. Am Ende ist, ganz unerwartet, Hoffnung.
Franzen schreibt mit oft großer Sprachgewalt Szenen, die wahnsinnig komisch und oft tieftraurig zugleich sind. Wenn Franzen jedoch über den an Alzheimer erkrankten Alfred schreibt, wird es beklemmend. Hier übertrifft dieser Autor alles, was je literarisch über Demenz gesagt wurde.
Die Charaktere gehen einem auf eine Art und Weise zu Herzen, wie man es in der zeitgenössischen Literatur nicht mehr für möglich gehalten hätte. Wer sich für die Charaktere dieses Romans nicht interessiert, dem sind Menschen egal. Wen der Blick über den amerikanischen Tellerrand nach Litauen oder die Schilderung von abgefeimten Glücksverheißungen der Biotechnologie langweilt, will keinen blassen Schimmer haben, wie es in unserer hoch technisierten und globalisierten Welt zugeht.
Alle anderen werden mit diesem Roman reich beschenkt. Sie werden getröstet, ohne belogen zu werden. Sie werden, ein großes Wort: erkennen.
Nach über 700 Seiten ist Schluss. Und man fängt gleich wieder von vorne an.
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Die Korrekturen
Die Korrekturen von Jonathan Franzen (Taschenbuch - 1. Oktober 2003)
EUR 12,99
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