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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poetisch, fesselnd und verstörend
Gerade mal zwei Romane sind es, die Jeffrey Eugenides (Jahrgang 1960) bislang veröffentlicht hat, gleichwohl zählt er bereits zu einer bedeutenden Größe der Gegenwartsliteratur. Durch seinen enorm erfolgreichen Roman "Middlesex" mit dem Pulitzer-Preis geehrt, darf der Amerikaner trotzdem voller Stolz auf seinen 1993 erschienen Erstlingsroman The...
Veröffentlicht am 7. Mai 2008 von A. Wolf

versus
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen surreal
Fünf 13 bis 17 Jahre alte Schwestern leben mit ihren bürgerlichen Eltern in einem kleinen Eigenheim in einer typischen amerikanischen Vorstadt. Die Mädchen üben eine besondere Faszination auf die Jungs in der Nachbarschaft aus, die natürlich die Mädchen genau beobachten und versuchen Verabredungen zu Stande zu bringen. Die Eltern der...
Veröffentlicht am 10. Juli 2010 von Ben


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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kann man Lachen über die Qualen der Pubertät?, 15. Juni 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Wenn es jemanden gäbe, der sagen könnte, worum es in diesem Buch „eigentlich" geht, wäre es kein besonders interessantes Buch. Ich will also nicht behaupten, ich wüsste es.
Mir geht es anders als vielen Rezensentinnen und Rezensenten: Ich finde das Buch zum großen Teil sehr komisch, ja: lustig! So manches Mal habe ich bei der Lektüre laut prusten müssen. Warum?
Aus meiner Sicht ist der Roman von Eugenides ein Text über die verlorene Zeit der Jugend und Pubertät aus der Sicht einer Gruppe von Jungen aus einer amerikanischen Stadt, die viele Züge der Autostadt Detroit trägt. Diese Stadt hat in den letzten Jahrzehnten durch die Umwälzungen bei der Autoproduktion mehr und mehr Arbeitsplätze/Einwohner verloren. Für dieses Sterben einer Stadt gibt es viele Bilder (die Eintagsfliegen und der Tod der Schwestern sind hier besonders augenfällig).
Die männlichen Wir-Erzähler erinnern sich rückblickend mit dem tastenden Staunen 15-, 16-Jähriger an die fünf Lisbon-Schwestern, die für sie der Inbegriff der unheimlich-unbekannten Welt der Weiblichkeit waren. Durch ihre unerklärlichen Selbstmorde haben sie schließlich etwas ewig Rätselhaftes bekommen, das die Zeit überdauert, und dazu führt, dass sie ein Ar-senal von „Beweisstücken" ihrer Existenz und ihres Lebens gesammelt haben: „Wir waren inzwischen so gewachsen, daß wir uns kaum [in unser Baumhaus ...] zwängen konnten. [... Dort] hingen, mit rostigen Reißzwecken befestigt, fünf fleckige Fotos der Lisbon-Mädchen. Wir erinnerten uns nicht, sie aufgehängt zu haben, aber da waren sie: von Zeit und Wetter getrübt, so daß wir nur noch die phosphoreszierenden Konturen der Mädchenkörper ausma-chen konnten, jeder ein anderer leuchtender Buchstabe eines unbekannten Alphabets."
Die Schwestern wachsen in einer freudlos-puritanischen Familie auf. Die Nachbarn sind sich einig, dass die Eltern den Mädchen mehr Freiheiten lassen sollten. Gleichwohl werden sie aus Sicht der Zeit (frühe 70er-Jahre) nicht übermäßig drangsaliert: Sie dürfen keine figurbetonten Kleider tragen, sich nicht schminken und schließlich keine Rockmusik mehr hören - eine Kindheit, die sicher viele über sich ergehen lassen mussten. Komisch, dass die Schwestern niemals wirklich auszubrechen versuchen; sie sind schließlich nicht eingesperrt. Kaum einmal suchen sie den Kontakt zu anderen Mädchen (soweit die Erzähler das mitbekommen haben) und nur höchst verquer zu anderen Jungen.
Das Komische steckt nun in der Sprache und der Perspektive der Jungs-Erzähler. Das Lachen ist vielleicht vergleichbar mit dem, dass einen überkommt, wenn man Fotos von Eltern, Geschwistern oder sich selbst aus dieser Zeit sieht; das Erstaunen und die Beklemmung, dass das einmal (das eigene oder verwandte) Leben war.
Aber es gibt auch eine direktere Komik, wie z.B. in Sätzen wie diesen: „Das Bild war schon einige Zeit da, [...] denn Feuchtigkeit hatte die Glanzfolie der Oberfläche durchdrungen, so daß das Gesicht der Heiligen Jungfrau eine Spur gangränös [= brandig] wirkte. [...] Auf dem Kopf trug sie eine Imperial-Margarine-Krone [...], und wie immer trug die Heilige Mutter diesen seligen Gesichtsausdruck von jemandem, der regelmäßig Lithium nimmt."
Erst am Schluss des Romans verließ mich das Schmunzeln - hier drängt sich die Verzweiflung über das nicht gelebte Leben und das Sterben der Hoffnung auf Zukunft Bahn.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, das sogar noch gewinnt, wenn man es in einem Rutsch lesen kann!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sweet and souer für Liebhaber, 26. November 2004
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Auf Jeffrey Eugenides stiess ich durch das Hörbuch „Middlesex", das ich ohnehin allen Fans dieser Kunstgattung empfehle, läuft doch Ulrich Matthes zu Höchstform auf. Aber nun zu diesem neu aufgelegten Roman der besonderen Art, der an mir völlig vorbei ging, obwohl er offenbar von Sofia Coppola (Lost in Translation) einfühlsam verfilmt wurde.
Der Einstieg brauchte Überwindung. Das Wissen, dass ich nun Zeuge von fünf Selbstmorden werde, stimmte mich nicht gerade heiter. Fünf Mädchen, junge Frauen, verlorene Wesen, griechische Tragödie pur. Und das 1993. Wieso?
Ist es der Kleinstadtmieff, dem die Mädchen nicht so Widerstand leisten konnten wie Marlon Brando oder James Dean? Die bigotten 70er Jahre? Sind es die gehemmten machoverseuchten Jungs, die vertrockneten Lehrer? Nicht aufgefangene Todessehnsucht pubertärer Wechseljahre? Oder stehen die Mädchen ganz einfach nur als lebendige Symbole für das Tödliche in uns? Oder sind es nur die Eltern, die man als Leser zur Hölle wünscht? Es sind alle und niemand.
Aber keine Angst, Eugenides macht keine dummen Ratespiele mit seinen Lesern oder badet sich in zynischer Melancholie. Wir wissen es bereits, der Mann hat Humor, der eine ganz merkwürdige Distanz schafft. So dass wir immer wieder in die Haltung kommen, die das Umfeld der Lisbon-Schwestern einnimmt: Interesse ja - Einmischen nein. Die Akteure im Buch sollen doch etwas tun. Und weil sie sich verweigern, für uns zu handeln, werden wir nervös. Ganz schön clever dieser Eugenides.
Und da gibt es einfach noch die Sprache. Der Mann kann einfach schreiben. Da hämmert er Seelenbilder aufs Papier, die das Buch in den Händern zittern lassen, verschnörkelte Klarsichtscheiben, Wortteppiche, die sich widerstandslos auf die eigenen langen Gänge meiner Erinnerungen legen lassen. Ich fühlte wie einer der Jungs, hatte ihre Ängste, Sehnsüchte, Feigheiten und Mutanfälle. Und die fünf Schwestern? Letztlich blieben mir ihre Seelen so verborgen, wie mir das Innere anderer Menschen, speziell der Frauen schon immer verborgen war. Knallharte Realismus zuckersüss und einlullend eingepackt. Werde mir auch die DVD noch besorgen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ..über Selbstmord und Vergänglichkeit..., 13. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
Im Mitelpunkt der Geschichte stehen 5 Schwestern, von denen sich eine das Leben nimmt. Aus der Ich-Perspektive werden die Schwestern umschrieben, auf eine so interessante Art und Weise, daß man das Buch nicht weglegen möchte. Die Geschichte ist sehr rätselhaft, weil einfach nicht klar erkennbar ist, warum die Schwestern sterben wolen.Zwischendurch fließen psychologische Worte in die Handlung ein, die sehr tiefsinnig wirken. Die Beschreibungen von Umgebung, Haus o.ä. vermitteln genau das Gefühl, daß der Betrachter haben muß - absolut glaubwürdig. Spannend ist auch, wie unterschiedlich die Figuren gearbeitet werden. Eine sehr kreative, direkte und fesselnde Sprache. Letztlich ist es ein Buch mit der Antwort, daß es auf die Farge nach dem Warum beim Selbstmord keine Antwort gibt. Genial.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verstörender Ausflug in eine amerikanische Kleinstadt, 29. November 2006
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
Mitten in die Diskussionen in Deutschland um Erziehung und Verantwortlichkeiten unterschiedlicher Beteiligter – Eltern, Jugendämter, Lehrer, Nachbarn – las ich den Debütroman von Jeffrey Eugenides, über dessen Meisterwerk „Middlesex“ ich mich an anderer Stelle auslasse. Die Geschichte von fünf Schwestern in einer amerikanischen Kleinstadt der 70er Jahre wirkt dadurch sehr aktuell, auch wenn Eugenides eine muffige Atmosphäre aufbaut, die in der Tat ein paar Jahrzehnte her zu sein scheint.

Die Frage, warum die Eltern der verbliebenen Schwestern nach dem Selbstmord der Jüngsten, Cecilia, tun was sie tun und ihre Töchter von der Außenwelt abriegeln und Haus und Hof verkommen lassen, wird nicht gestellt und damit auch nicht beantwortet. Die Frage, die sich – gerade nach den anfangs erwähnten aktuellen Diskussionen – auch hier stellt, ist, warum Nachbarn, Freunde, Lehrerkollegen des Vaters nicht energischer eingeschritten sind. Und mit dieser Frage bleiben die Leser alleine, Eugenides unternimmt nicht den Versuch, eine Antwort zu finden und unterstreicht das durch eine erstaunlich distanzierte Haltung des Erzählers zu seinen Figuren.

Mein Kompliment für dieses Erstlingswerk des Pulitzer-Preisträgers, das nicht ganz das Format von ‚Middlesex’. Aber lesenswert ist diese Milieustudie auf alle Fälle und enttäuschte Leser dürften, wie hier auch zu lesen, die absolute Ausnahme sein.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich, 28. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Es ist doch tatsächlich unglaublich wie leicht man sich in ein Buch verlieben kann. Nachdem ich den Film durch Zapping auf Arte entdeckt hatte und das Gesicht von Kirsten Dunste erblickt hatte blieb ich dabei und es war eine sehr gute Entscheidung. Der Film ist ausgezeichnet gut besetzt und überzeugte mich sofort und so kaufte ich mir das Buch. Zu Beginn hatte ich Angst ich könnte vom Buch enttäuscht werden doch diese Sorge war völlig unbegründet. Das Buch entführt einen von der ersten Sekunde an in eine Welt zumindest vor meiner Zeit, die mich jedoch immer schon faszinierte. Das Buch ist sehr gut geschrieben und man kann sich sehr gut in die Rolle der Mädchen, der Eltern und der 5 jungen Beobachter hinein versetzen, welche mittlerweile älter geworden sind. Das Buch erinnert mich immer ein bisschen an den Film Stand by me" doch das sei jedem selber überlassen. Eines meiner Lieblingsbücher und einer meiner Lieblingsautoren und das kann ich mit reinem Gewissen behaupten.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen packend und einsrucksvoll, 2. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes Buch, auch wenn es nicht um heitere Dinge geht. Nachdem Jeffrey Eugenides mit Middlesex bekannt wurde gibt es nun auch sein voheriges Werk auf deutsch. Die Geschichte der Lisbon-Mädchen wird eindrucksvoll geschildert. Aus der Perspektive der Nachbarjungs erlebt man den Alltag der Mädchen, die ihrem Elternhaus nicht entkommen können. Als die jüngste Schwester sich versucht umzubringen, folgt der Vater dem Rettungswagen und beachtet trotz allem noch die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Im Krankenhaus antwortet sie dem Arzt, der meint das Leben könnte doch nicht so schlimm sein: Sie waren ja auch nie ein 13-jähriges Mädchen.
Vor allem kein Mädchen, dass ein einer solch kalten Familie aufwachsen muss.
Auch der Ausstrahlung von Trip Fontaine, der eine der Schwestern erobern kann, muss man einfach erliegen.
Das gelesene ist durchaus auch etwas bedrückend aber ohne bitteren Beigeschmack.Eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe!
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5.0 von 5 Sternen Die Selbstmordschwestern..., 21. Juni 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
Ich habe das Buch gelesen, und das Thema dreht sich ganz sicher nicht um ein Date mit fünf Jungs.
Das ganze Buch ist aus der Sicht der 5 Jungen geschrieben, die fasziniert von den fünf Lisbon-Schwestern sind, die so sehr unter ihrer tyrannischen Mutter leiden und sich nicht gegen sie wehren können.
Das Buch beschreibt vielmehr die komplexe Geschichte von fünf pubertierenden Mädchen unterschiedlichen Altersstufen, deren gesamtes Leben sich, dank der Mutter, die sie konstant einsperrt, in einem einzigen Haus abspielt.
5 sehr unterschiedliche Mädchen, so verschieden und doch so gleich in ihrer Einstellung.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist äußerst ansprechend wenn auch manchmal ein wenig langatmig geschrieben.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch/Thema das nicht so schnell wieder loslässt!, 5. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Taschenbuch)
"Was tust du überhaupt hier, Kindchen? Du bist ja noch nicht einmal alt genug, um zu ahnen, wie hart das Leben mal wird." sagt Dr. Armason zu dem jungen Mädchen das mit aufgeschnittenen Pulsadern und kaum noch am Leben in sein Krankenhaus eingeliefert wird.

"Offensichtlich" antwortet Cecilia "waren Sie nie ein dreizehnjähriges Mädchen."

Cecilia Lisbon ist die jüngste von 5 Töchtern und 3 Wochen nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus beendet Sie mit einem Sprung aus dem Fenster was sie mit dem Rasiermesser ihres Vaters begonnen hat.

Ein Jahr später folgen ihre 4 Schwestern ihr - alle im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Die Tatsache, dass keines der Mädchen am Ende am Leben sein wird erfährt man schon im ersten Satz und das beklemmende Gefühl wann und wie es passieren wird begleitet einen von der ersten Seite an.

Doch das zentrale Thema ist nicht das WIE sondern das WARUM.

Sind die Probleme eines pubertierenden Teenagers wie z.B. strenge Eltern, ein ausreichender Grund für Selbstmord? Diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden.

Im Falle von Cecilia jedenfalls nicht. Vor ihrem Selbstmord sind ihre Eltern zwar streng, aber nicht über das normale Maß einer sehr katholischen Familie in den 70er Jahren hinaus.

Erst nach diesem Schicksalsschlag verändert sich die Familie dramatisch. Sie schottet sich von der Außenwelt ab, lässt das Haus verfallen, die Mädchen werden richtiggehend eingekerkert.

Kann die Verzweiflung die einen bei dem Gedanken ergreift, niemals frei sein zu können, so groß werden, dass man sich das Leben nimmt? Vermutlich ja.

Aber am Ende sind das alles doch nur Spekulationen. Denn über den Ich-Erzähler tastet man sich zwar langsam an die Mädchen heran und erfährt viele Details über ihr "Leben in Gefangenschaft", aber über die wahren Beweggründe erfährt man nichts. Und das ist meiner Meinung nach einer der großen Pluspunkte dieses Buches.

Ein vollständiges Durchleuchten der Gedanken und Gefühle der 5 Schwestern würde ihre Leiden nur herunterspielen. Und das Letzte was dieses Buch verdient hätte wäre das Gefühl von Banalität welches sich in diesem Fall nach der Lektüre einstellen würde.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Lesung eines großartigen Romans, 18. Oktober 2004
Das Faszinierendste an den Lisbon-Mädchen war vielleicht, wie normal sie wirkten, als ihre Mutter sie nach dem Selbstmord der jüngsten Schwester das erste und einzige Mal ausgehen ließ. Zwanzig Jahre nachdem sie sich schließlich alle umgebracht hatten, schildern die damaligen Nachbarsjungs die Faszination und Ohnmacht, die von den Mädchen ausging. Ein großartiger, poetischer Roman, sehr einfühlsam gelesen von Stefan Benson.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In diesem Buch ist einfach alles ...., 23. Oktober 2004
Von 
Bernhard Taschner "b_taschi" (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
...vereint, was man über das Leben wissen muss. Eugenides beschreibt in einer Sprache der Selbstverständlichkeit und der Einfachheit, wie unsere Gesellschaft in Ihren Inneren ist. Das Buch verzaubert, obwohl die Geschichte sowie der Titel eigentlich gar nicht verzaubern kann. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man unterstellen, dass dieses Buch die Vorlage für American Beauty gewesen ist. Es gibt hier soviele innere Zusammenhänge. Es ist aber nicht nur Amerika, die Handlung könnte in jeder Kleinstadt, ja in jedem Vorort der westliche Welt spielen. Wenn man darüber nachdenkt, schaudert es einem. Middlesex war dagegen nicht so durchdringend, obwohl Eugenides leider erst mit diesem Buch in Deutschland bekannt wurde. Mit den Selbstmord-Schwestern hatte er bereits ein kleines Meisterwerk der Literatur geschaffen...Lesen, lesen, lesen!
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Die Selbstmord-Schwestern
Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides (Taschenbuch - 1. Juli 2005)
EUR 8,99
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