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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Radikal, aber treffend!, 4. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Dieses Buch vereint alle 5 Stücke von Sarah Kane die sich leider im Februar 1999 das Leben nahm. Man soll es im ersten Moment nicht für möglich halten, doch dreht es sich in diesen Dramen fast ausschließlich um das Thema überhaupt, nämlich Liebe. Allerdings immer im Zusammenhang mit Zerstörung. Überhaupt sind Kanes Stücke, das sagt ja schon die Überschrift dieser Rezension, alles andere als zimperlich. Die Sprache ist minimalistisch (oftmals sehr knappe, fast fragmentarische Dialoge), was nicht gerade den Zugang erleichtert, die Beschreibungen von Gewaltakten sind, ebenso wie die von Sexualakten, zahlreich und explizit und überhaupt ist die ganze Umgebung und die Stimmung eher "dunkel". Zeit spielt bei Kane keine Rolle, so beginnt z.B. eine Szene bei Frühlingsregen und endet bei Sommerregen.

Die Inhalte lassen sich in wenigen Sätzen wiedergeben: In ZERBOMBT geht es um die abgründige Beziehung zwischen Ian (Sadist) und Cate (Masochist), wobei Ian zuerst austeilt und dann selbst einstecken muss (Sarah Kane hat den "Beziehungskrieg" der beiden vor ein wahres Kriegsszenario gestellt). In PHAIDRAS LIEBE verarbeitete sie den klassischen Phaidra-Mythos (Liebe von Mutter zu egoistischem Stiefsohn). GESÄUBERT spielt "wahrscheinlich" (das wird offen gelassen) in einer Heilanstalt in der der Psychiater die einzelnen Insassen durch Folter auf die Probe stellen will. Er möchte wissen, wie weit sie für die Liebe bereit sind zu gehen. Das vierte Stück, GIER, hat sich mir nicht ganz erschlossen ehrlichgesagt. In GIER ist keine klare Form mehr zu erkennen, die Personen sind nur mit Buchstaben gekennzeichnet und reden scheinbar ohne Zusammenhang miteinander. Sehr interessant und auch durchaus logisch, aber eben nicht so ganz meine Welt. Das letzte Stück, 4.48 PSYCHOSE hat mich wohl am meisten berührt. Hier ist allerdings die Form noch unzugänglicher da noch nicht mal Personen auftauchen, sondern nur Monologe, Dialoge, Zahlenketten. Kennt man allerdings die Biographie von Sarah Kane (sie litt ein Leben lang an Depressionen), dann wird einem schon ein wenig mulmig zumute, wenn die Stimme in 4.48 PSYCHOSE von seinen Ängsten, von der Medikation, von Suizidgedanken uvm. spricht. Auch wenn im, übrigens sehr informativen, Vorwort darauf hingewiesen wird, dass man die Stücke nicht in Hinblick auf die Autorin, sondern vielmehr in Hinblick auf uns selbst zu lesen.

Volle Punktzahl also, weil die Stücke genial sind, auch wenn oder gerade WEIL sie auf den ersten Blick so brutal und sensationslüstern daherkommen. Viele Kritiker warfen Sarah Kane ja genau das vor, dennoch bekam sie unter anderem zweimal in Deutschland den Preis der besten ausländischen Theaterautorin. Ausserdem erfahren wir im Vorwort, neben vielen anderen wissenswerten Dingen, dass der Schritt von Kane zu Shakespeare gar nicht so weit ist (in mancherlei Hinsicht natürlich nur :-)). Lässt man sich darauf ein, dann merkt man doch schnell, dass es hier um so wichtige Fragestellungen geht wie: Ist Liebe in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich? oder Was kann ein Liebender einem anderen ehrlicherweise versprechen? Und auch für Regisseure sind Kanes Dramen interessant, denn Regieanweisungen wie "Ratten tragen Carls Füße fort" und "Eine Sonnenblume birst durch den Boden" werden sie schon an ihre Grenzen führen.

Für mich sind die Stücke von Sarah Kane jedenfalls eine Entdeckung und ich freue mich jetzt schon auf jede Inszenierung der ich beiwohnen darf.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sämtliche Stücke von Sarah Kane, 7. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Endlich sind sämtliche Stücke von Sarah Kane (1971-1999) in deutscher Übersetzung als rowohlt paperback erschienen. ZERBOMBT, 1995 uraufgeführt, ist ein intensives Stück, konzentriert auf einen Ort, ein Hotelzimmer in Leeds, auf 3 Personen (Mann, Frau, Soldat) und auf die Themen Gewalt, Leiden und Tod. PHAIDRAS LIEBE aus 1996 variiert sarkastisch das altbekannte Thema von Phaidra und Hippolytos. GESÄUBERT, 1998 uraufgeführt, wirkt wie eine Mischung aus Filmschocker, Peep-Show und einem Theater der Grausamkeit, teils auch wie ein blutrünstiges Märchen, wo das Personal seelisch und körperlich zunehmend deformiert wird. In GIER, ebenfalls 1998 uraufgeführt, sind die Personen nur mehr mit Buchstaben anstelle von Namen gekennzeichnet. Es erklingen die vier Stimmen in einer zarten Komposition von Erinnerungen, Eindrücken, Sehnsüchten und Ängsten. 4.48 PSYCHOSE, im Jahr 2000 posthum uraufgeführt, enthält nur mehr eine Stimme, eine Stimme aus dem Inneren einer Psychose. Sarah Kane, die unter Depressionen litt, nahm sich am 20.2.1999 28-jährig das Leben. Ihre Stücke, die unter anderem Bezüge zu Büchner und Beckett aufweisen, lassen das Leiden eines jungen empfindsamen Menschen "an der Welt" durchscheinen. Mit Sarah Kane ist eine starke Stimme des britischen Gegenwartstheaters verstummt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sarah Kane - eine große Romantikerin, 10. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Sarah Kane hat die Theaterlandschaft nachhaltig verändert.
"Zerbombt", das erste ihrer fünf Stücke, sorgte 1995 durch seine Schonungslosigkeit und die Brutalität der Darstellung für heftige Diskussionen. Ihr letztes Stück "4.48 Psychose" schrieb die englische Dramatikerin in den Jahren 1998 und 1999. Es wurde erst nach ihrem Tod uraufgeführt. Sarah Kane litt unter starken Depressionen. Sie brachte sich im Februar 1999 um.

In "4.48 Psychose" bearbeitet und verarbeitet Sarah Kane eigene Erfahrungen, die sie in ambulanter oder stationärer Therapie mit medikamentöser Behandlung gemacht hat. Es ist eine sehr radikale Form der Bearbeitung. Kane schildert das Innenleben einer depressiven Persönlichkeit, die einer imaginären Therapeutin oder einem Therapeutin gegenüber sitzt. 4.48 ist die Uhrzeit, zu der Sarah Kane während ihrer depressiven Schübe stets aufwachte. Es ist der Augenblick der größten Klarheit, aber auch der Moment in dem die "psychotische Symptomatik" am stärksten auftritt. Ich habe 4.48 Psychose kürzlich im Theater gesehen. Es ist jenes der fünf Stücke, das mich am meisten berührt. Es geht um das menschliche Bewusstsein, um Krankheit, um Leben, um Tod, um Fragen, um Warten, und... ich meine, ganz klar, auch wenn das auf den ersten Blick nicht in die Aufzählung zu passen scheint, um die Liebe.

Die Depression. Die war am Ende Sarah Kane`s großes Thema (und wer so wie sie darüber schreibt bleibt nicht beim bloßen Gegenstand, deshalb ist bei 4.48 Psychose Depression mit Leben gleichzusetzen): Zuerst versuchst du deine negativen Gedanken los zu werden und schüttest dich aus. Anschließend fühlst du dich besser. Dann tut es dir leid, dass du deinen inneren Bürgerkrieg einer Öffentlichkeit theatralisch-dramatisch dargeboten hast. Du bekommst Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen. Die Lawine, die du über deine Zuhörer ausgeschüttet hast, rollt nun auf dich zu. Sie wird zu einem Tsunami und begräbt dich darunter...

Ich frage mich gelegentlich: Wie war Sarah Kane als Mensch? Was hat sie zu dieser Radikalität veranlasst? Sehr schade, dass sie sich in so jungen Jahren umgebracht hat, sie hätte noch so viel zu sagen gehabt. Sarah Kane ist mir zu einer Geistesfreundin geworden. Ich bewundere sie für ihre Empfindlichkeit, für ihre radikale Offenheit mit der sie ihre Krankheit und ihre sensible Verwundbarkeit dargestellt hat. Die menschlichen Dinge, von denen sie spricht, sind unglaublich kompliziert, und sie hat sich sicherlich auch (nicht nur!) bewusst hinein begeben in die Abgründe der Existenz. Ihr Werk kann helfen mehr vom Leben zu verstehen. Sarah Kane lebt durch ihre Stücke weiter. "Lieber Gott, lieber Gott, was soll ich tun? Alles was ich weiß ist Schnee und schwarze Verzweiflung." (aus 4.48 Psychose)
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchste Zeit, 26. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Höchste Zeit, daß diese Stücke endlich frei im Buchhandel zugänglich sind. Die Beschäftigung damit würde ich als Pflichtlektüre einführen, z.B. in Schulen, Hotelschubladen, im Konfirmandenunterricht usw. - Motto: siehe da, eine Ruferin in der Wüste. Du, Leser, bist nicht allein mit Deiner Angst, Deiner Verlorenheit, Deiner Sehnsucht. Du bist nicht der einzige Mensch in einer Welt voll konstruktiver Optimisten und einfacher Jasager. Unter all dem Beton blühte eine Blume.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt!, 23. Oktober 2009
Von 
R. Klees (Bexbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Es ist nicht viel zu sagen: Das ist das Theater von heute. Perfekt geschrieben. Die Frage ist nur, was man sucht. Ein Theaterstück zu LESEN. Dann ist man hier genau richtig. Ein Theaterstück für eine Laiengruppe oder Ähnliches. Nur Mut, man sollte es wagen. Im Bereich des Schülertheaters sind die Stücke weniger empfehlenswert, aber nur deshalb, weil sie vielleicht auch nicht ganz für ein minderjähriges Publikum geeignet sind. Aber trotzdem ist Sarah Kane - neben Mark Ravenhill - DIE Autorin Nr. 1 der Moderne!! Unbedingt kaufen und lesen!!
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5.0 von 5 Sternen Die Dramatikerin der 90er Jahre, 2. Mai 2014
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Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Sarah Kane kann sicherlich als DIE Dramatikerin der 90er Jahre beschrieben werden, die der zeitgenössischen Englischen Dramatik wichtige Impulse gegeben hat. Leider ist sie viel zu früh verschieden, was vor allem ihr letztes Stück in den Fokus gerückt hat.

Dabei stehen ihre ersten beiden Stücke dem in nichts nach. Sie haben eine gewaltige, geradezu archaische Kraft.

Trotz der gelungenen Übersetzung lohnt hier vor allem die Lektüre des Originals (bei Methuen erschienen).
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5.0 von 5 Sternen T O P, 28. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Eine wirklich sehr begabte Autorin und Regisseurin ist Sarah Kane definitiv. Ich habe viel über sie und ihre Stücke gelesen, davon einiges in diesem Buch!
Die Stücke sind auch wunderbar für Anspruchvolleres Schultheater geeignet!
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5.0 von 5 Sternen Wirklich beeindruckende Stücke, 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Die Überschrift sagt eh schon alles.
Außerdem finde ich die Einleitung extrem interessant, da die Entstehungsgeschichte zu den einzelnen Stücken und somit
die Leidensgeschichte von Sarah Kane beschrieben wird.
Vor allem das eher abstraktere "4.48 Psychose" hat es mir besonders angetan.
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5.0 von 5 Sternen Ein Wort:, 5. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Außergewöhnlich!

Ich bin mir sicher, dass ich die Tiefen nicht durchschaut habe. Trotzdem empfehlenswertes Buch. Vorwarnung: Nichts für sensible Gemüter!
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5.0 von 5 Sternen Kane - at her Best!, 14. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Stücke: Zerbombt. Phaidras Liebe. Gesäubert. Gier. 4.48 Psychose (Taschenbuch)
Diese Sammlung bietet alles was Sarah Kane schrieb. Die Stücke sind genial. Nagut, das ist wohl Geschmacksache.
Das Buch ist einfach ein Muss wenn man sich mit Ihr, Ihren Stücken oder dem Englischen Theater der Neunziger auseinandersetzen will... Reinlesen!
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