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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufruf zu Widerworten!, 20. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Ausgerechnet dem Sklaven Äsop verleiht die Göttin Isis die Gabe der Rede, gerade ihm schenken die Musen die Kunst, Fabeln zu ersinnen. Sein Herr hat es infolge dessen auch schwer mit ihm. Der großspurige Philosoph Xanthos wird von Äsop fast zum Wahnsinn getrieben, denn er nimmt seinen Herrn einfach beim Wort: er beleidigt wichtige Gäste, stößt ungerührt Xanthos'Frau, seiner Herrin vor den Kopf! Schauplatz der Geschichte ist Samos. Eines Tages bedroht der persiche König Kroisos mit seinen Expansionsbestrebungen die Stadt. Äsop bewegt die Bürger der Stadt zum Widerstand, indem er ihnen eine Geschichte vom bequemen Weg in die Sklaverei und dem mühevollen Weg in die Freiheit erzählt. Hans Joachim Schädlich erzählt mit ungeheurem Sprachwitz in den knappen Szenen das Leben eines Mannes, der den Mund nie halten konnte, trotzdem aber zum gefeierten Berater aufstieg! Dieser Mann wollte nicht die Stimme des Volkes werden, sondern die der Wahrheit und Vernunft! Widerworte sind so wichtig im Leben, das hat uns Äsop gezeigt! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literarisches Amüsement...viel Buch für wenig Geld..., 9. Juni 2010
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Gib ihm Sprache: Leben und Tod des Dichters Äsop Eine Nacherzählung (Taschenbuch)
In der Literatur-Sendung des SF1 vom April 2010 (Literaturclub), hat Peter von Matt, dieses Buch voller Begeisterung angesprochen, und es als ein Wunder der deutschen Sprache bezeichnet. Eine kleine literarische Kostbarkeit zum Schmunzeln und geniessen, nur 80 Seiten und Grossdruckbuchstaben, selten eigentlich habe ich soviel Buch für sowenig Geld erhalten, wofür man Autor und Verlag eigentlich nur ein Kompliment machen kann.

Die Biographie des Dichters Äsop, wohl einer der ältesten Erzähler von Kurzgeschichten und Erfinder der Fabel. Es gab wohl um Christi Geburt eine Biographie, wenn auch nicht historisch, so hat sie Schädlich doch ausgegraben und in neuer, moderner Schädlich-Manier herausgebracht, wir schmunzeln, fühlen uns unterhalten, erfahren etwas über die damalige Zeit und dem was die Menschen beschäftigt hat, was sie bewegt oder zum Grinsen gebracht hat, auch die Sprache hat Schädlich versucht an die damalige Zeit anzulehnen, was ihm gut gelungen ist.

Die Geschichte über einen Menschen, der Sklave ist, der grundhässlich ist, der vom Philosophen Xanthos für wenig Geld aufgekauft wird, beide werden sich im Laufe der Erzählung so manches Wortgefecht und Herausforderung liefern. Das Einzige was Äsop aber auszeichnet, ist sowohl seine Intelligenz, seine Fähigkeit Menschen zu überzeugen, aber vor allem natürlich zu erzählen. Eine Nacherzählung einer Biographie, aus der Antike. Ein Buch über die Macht des Erzählens, vor allem jener, der Äsop mächtig war und in oft schwierigsten Lebenssituationen für sich nutzen und entscheiden konnte.

Eine kleine aber bemerkenswerte literarische Nacherzählung des Dichters Äsop zum Geniessen, Humor, Weisheit, die Kunst etwas erzählt zu bekommen und sich ein wenig in damalige Zeit hinein zu versetzen, machen diese schmale Taschenbuch zu etwas Besonderem, man freut sich wenn man es liest, man staunt wenn man es liest und wenn man am Ende ist, findet man es schade, dass es schon zu Ende ist..

Kleines Buch, grosse Literatur...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Schlagfertig und geistreich.", 8. Juni 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gib ihm Sprache: Leben und Tod des Dichters Äsop Eine Nacherzählung (Taschenbuch)
Äsop lebte um 600 v. Chr, er war ein berühmter griechischer Dichter von Fabeln und Gleichnissen (Fabeln). Dieses Buch schildert in groben Zügen das Leben von Äsop, es ist dabei sehr locker und witzig geschrieben: Xanthos kaufte Äsop als Sklaven für einen Spottpreis. Das tägliche Zusammenleben zwischen dem "Sklaven(Äsop)" und dem Philosophen Xanthos wird dann wunderbar lebendig entwickelt. Äsop reibt sich an dem Philosophen in vielen Dingen, angefangen von einfachen Arbeitsaufträgen, bis hin zur größten Weisheit. Ob Xanthos den Kauf von Äsop später wohl bereut hat?

Gelungen ist dem Autor der geistreiche Kampf der ungleichen Paare. So liest man gerne weiter und schmunzelt darüber wer von den beiden Denkern nun wieder verärgert oder auch überrascht wurde. Sehr geschickt werden dem Leser so auch einige Lebensweisheiten vermittelt.
Lesetipp!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Subversive der Fabel, 27. Februar 2012
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Gib ihm Sprache: Leben und Tod des Dichters Äsop Eine Nacherzählung (Taschenbuch)
Durch die Literatur wird vieles veredelt. Äsop, der antike Held der Literatur, machte sich einen Namen durch Fabeln, die nicht nur die Welt erklärten, sondern auch doppelte Botschaften in die Hirne derer entsandten, die von ihnen hörten. Äsop verstand es nämlich, neben der direkten Aussage noch eine verborgene, meist sogar mächtigere zu transportieren, ohne dass die schlichteren Gemüter etwas bemerkt hätten. Das, was in den Schulen bis in die Moderne als tradierbar eingestuft und in die Curricula mit übernommen wurde, ist die äsopische Sprache. Damit gemeint ist das Verschlüsseln subversiver Botschaften innerhalb einer profanen Erzählung.

Hans Joachim Schädlich hat in seinem Buch, das er beschwichtigend eine Nacherzählung nennt, das Leben des Dichters Äsop zusammengefasst. Strukturalistisch reduziert ist es die Summe der großen Anekdoten eines beeindruckend gewöhnlichen Lebens seiner Zeit. Entmystifiziert wird die Figur des bis heute berühmten Literaten, der als schielend, zahnlos, dickbäuchig und nuschelnd in seinem Status als Sklave beschrieben wird. Schädlich vollbringt es, die äußere Form dieses Underdogs in ein Spannungsfeld zu seiner unwiderstehlichen Weisheit zu setzen. Letztere bestach umso mehr, da sie nicht in ihrer abgeklärten, sondern extrem schlagfertigen Form daherkam.

Auf insgesamt 90 Seiten werden die über Äsop vorliegenden Episoden und Schriftstücke aneinandergereiht, ohne ausschweifende Übergänge, wie ein hitziges kurzes Leben, das mit der Hauptfigur auf der letzten Seite auch endet. Die Leserschaft erlebt ein Extrakt aus plebejischer Weltsicht, gewürzt mit dem Instinkt des Untertanen und dem Witz des revoltierenden Subjekts. Äsop stellt sich nach Schädlichs Darstellung heraus als der Urahn der ganzen subversiven Gesellschaft der Weltliteratur, vom Simplizissimus bis Lafontaine, von Eulenspiegel bis Schwejk. Allen Geschichten haftet der grandiose Humor der Besitzlosen an, die nicht mehr erpressbar sind, weil sie nichts mehr verlieren können. Die Unabhängigkeit von Besitz und schnödem Mammon versetzt sie in die Lage, die kleinkarierte, erbärmliche und so furchtbar zeit- und ortsgebundene Abhängigkeit von Wohlstand zu durchschauen und die Welt zu begreifen als eine Transitstation, deren Regel die Begrenztheit ist.

Äsop und seine Sprache sind Marksteine einer semantischen Befreiung. Die äsopischen Fabeln sind wohltuend vieldeutig und sinngewaltig. In vielerlei Hinsicht sind sie durch ihre Mehrdimensionalität als eine Frühgeburt der systemischen Weltbetrachtung zu sehen, Äsop, der Kleine, der Dicke und der Stinkende, ist ein Virtuose des Perspektiven- und Rollenwechsels, immer chargierend mit den Positionen der Betrachtung und nicht selten verblüfft er seine Zuhörerschaft, indem er das Spiel, und als solches sieht er alles, vom Ende her denkt.

Hans Joachim Schädlich ist nicht nur ein Buch gelungen, das dem Mythos eines Antiken ein Ende bereitet, sondern er hat es vollbracht, die historische Figur des Äsop so ernst zu nehmen, dass er auch in der Form aus ihm eine Fabel machen konnte, wie das historische Vorbild es zu tun beliebte. Besser geht es nicht, denn nur wer imstande ist, subversiv zu denken, gelingt es, das Subversive zu entschlüsseln.
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5.0 von 5 Sternen Eindeutige und doppelte Botschaften, 21. August 2014
Eine "Double bind"-Rede kann besonders Ich-schwache Mitmenschen in den Wahnsinn treiben. Der Autor dieses literarischen Wunderwerks versteht es jedoch, in der nur ihm eigenen knappen poetischen Diktion, die notwendigerweise doppeldeutigen Fabeln des Äsop klipp und klar, also zwar bedeutungsvoll, aber eben eindeutig und kongenial darzustellen. Das gilt ebenso für die Lebensgeschichte des berühmten Sklaven, der in der antiken Demokratie, was häufig ignoriert wird, erst dadurch als Demokrat - ohne Stimme - eingreifen konnte, dass er den bessergestellten Herren und Damen, also den offiziellen Demokraten, fabelhaft widersprach. Er nahm sich diese Stimme heraus. "Gib ihm Sprache!" Humor in der postmodernen Literatur ist so selten, hier ist er auf jeder Seite zu finden. Dann aber wird der Autor, eingedenk seiner eigenen Lebensgeschichte, sehr ernst: "Wirf einen gehässigen Menschen, auch wenn er dein Bruder ist, nach dem Essen aus dem Haus! Er kommt nur, um anderen zu erzählen, was du tust und sagst." Hierzu hat seine Tochter ein bewegendes Buch geschrieben.Immer wieder Dezember: Der Westen, die Stasi, der Onkel und ich
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5.0 von 5 Sternen Antike unverfälscht, 26. September 2012
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Gib ihm Sprache: Leben und Tod des Dichters Äsop Eine Nacherzählung (Taschenbuch)
Hans Joachim Schädlich der vor allem durch seinen Prosaband Versuchte Nähe bekannt wurde, ist einer der gnadenlosesten Stilisten der deutschen Literatur.

"Gib ihm Sprache" ist ein gewaltiges und mit seinen 96 in großen Lettern bedruckten Seiten zugleich winziges Buch. Es ist die unkommentierte Biografie des Dichters Äsop, des ältesten Erzählers von Kurzgeschichten und Fabeln in prosaischer Form der im Goldenen Zeitalter der Antike im 6. Jahrhundert vor Chrisus lebte. Um die Zeit von Christi Geburt gab es in Rom eine Biografie von Äsop. Im Mittelalter wurde dieser in der römischen Kaiserzeit unter Augustus entstandene Äsop-Roman, eine legendäre Erzählung von Äsops Leben, verbreitet. Diese alte Biografie aus der Antike hat Schädlich jetzt in seiner Sprache, einem faszinierenden Deutsch nacherzählt. Er durchleuchtet das Leben des Dichters, ohne die Gegebenheiten in irgendeiner Weise auszuschmücken.

Äsop war der Überlieferung nach ein griechischer Sklave der gleichzeitig mehreren Herren gedient haben soll - das ist bekannt ansonsten wird von ihm nur sagenumwoben und mystisch berichtet, dass er schielte, ausgesprochen hässlich, dickleibig und zahnlos war. Der spanische Maler Velasquez hat ihn einmal so gemalt, wie er sich ihn vorstellte. Das einzige was Äsop konnte war erzählen, dabei war es sehr anstrengend, ihn wegen seiner Zahnlosigkeit zu verstehen. Wegen seiner Eulenspiegelhaftigkeit und Gotteslästerung wurde er angeblich in Delphi von Priestern ermordet.

Diese Nacherzählung des nicht namentlich genannten Äsop-Romans" ist ein verwegenes Buch, ein Buch über die Macht des Erzählens, die Macht des Erzählers gegenüber der Politik und es ist ein Buch das zeigt, das wir möglicherweise das, worüber die Menschen zur Zeit von Christi Geburt gelacht haben, heute nicht unbedingt lustig finden. Nicht alles ist lustig, vieles aber gewaltig spaßig.

Schädlich ist kein Autor der den Leser an die Hand nimmt und kommentierend nur in eine Richtung läuft, er schafft Freiräume die es dem Leser erlauben sich auf den unterschiedlichsten Reflexionsebenen eine eigene Meinung zu bilden.

Ein Lesegenuss, ein wunderbares Buch, deshalb eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.
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Gib ihm Sprache: Leben und Tod des Dichters Äsop Eine Nacherzählung
Gib ihm Sprache: Leben und Tod des Dichters Äsop Eine Nacherzählung von Hans Joachim Schädlich (Taschenbuch - 1. August 2001)
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