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Kundenrezensionen

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am 24. Juni 1999
Toni Morrisons Roman erzählt die Geschichte des jungen schwarzen Mädchens Pecola, das sich blaue Augen wünscht, um dem amerikanischen Schönheitsideal zu entsprechen und von allen gemocht zu werden. Sie will schöner und "weißer" aussehen und sich von ihrer eigenen Schwäche befreien, weil die "Black Community", in der Pecola lebt, sie als Sündenbock für alles sieht, was dort falsch läuft. Statt sich gegen äußere Wertsysteme aufzulehnen, lassen die Mitglieder der Gemeinde ihre Aggressionen an dem "schwächsten" Mitglied aus. Pecolas Geschichte spiegelt die Internalisierung äußerer Werte wider und warnt vor den Konsequenzen: Selbsthaß und Geschlechterhaß. Beide werden in dem Roman thematisiert. Generell spielt die Mutter-Tochter-Beziehung in Toni Morissons Werken eine bedeutende Rolle. Auch hier begegnen wir verschiedenen Mutter-Tochter-Verhältnissen und Mutterrollen, die sich unterschiedlich auf die Kinder auswirken. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive Pecolas Freundin Claudia mit einigen Einschüben eines allwissenden Erzählers, der uns über die Vorgeschichte der Familienverhältnisse aufklärt. So wird Stück für Stück zusammengewebt und wir werden langsam an Pecola und ihre schwierigen Lebensumstände herangeführt. An Toni Morrison ist so einzigartig, daß sie zwar für schwarze Frauen schreibt und ihnen bei der Selbstfindung helfen will, aber gleichzeitig läßt sie sich in keine Schublade einordnen: weder Feminismus noch Afrozentrismus - es ist eher ein Humanismus im allgemeinen, den sie vertritt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 3. Januar 2007
Toni Morrison beschreibt sehr tiefgehend und mit vielen Bildern die Lebenssituation einer Gesellschaftsschicht, die in der Öffentlichkeit ausgeklammert und ignoriert wird. In diesem Roman wird zwar das Leben der Schwarzen knapp vor dem Zweiten Weltkrieg beschrieben, doch er steht als Beispiel für jeden Kulturkreis zu jeder Zeit, in der die untersten sozialen Schichten mit der Bewältigung ihres Ausgestossenseins kämpfen. Morrison zeigt die verschiedensten Strategien mit denen die Verzweifelten mit der hoffnungslosen Realität sich zu arrangieren versuchen. Das System ist erfolgreich: der Hass richtet sich nicht gegen die Verursacher, sondern gegen die eigenen Leidensgenossen und selbstzerstörerisch gegen die eigene Person. Ein empfehlenswerter Roman, der zum Nachdenken anregt
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am 16. Mai 2008
Dies ist wirklich ein großartiger Roman. Auf wenigen Seiten erzählt Toni Morrison so viel - das allein ist hohe Kunst.

Auch ich habe länger für die Lektüre gebraucht, weil sie intensiv ist, weil man jedes Wort dieser Sprache genießen möchte, aber auch, weil es eine harte Geschichte ist. Dabei fühlt sich Morrison in jeden Charakter so ein, dass es weh tut: Man spürt nicht nur die Schmerzen und das Unverständnis der gehassten, sich selbst hassenden und missbrauchten Pecola. Am Beispiel der anderen Protagonisten kann man nachvollziehen, wie es ein wenig Erleichterung verschafft, den erfahrenen Hass weiterzugeben oder aber auf zerstörerische Art nach Liebe und Anerkennung zu suchen. Man versteht, warum ein kleiner Junge (Junior) Pecola misshandelt, warum Mrs. Breedlove sich an ihrem trinkenden Mann vergeblich abarbeitet (eine bessere Beschreibung von Co-Abhängigkeit habe ich nie gelesen!), und selbst die Handlungen des Vergewaltigers kann man irgendwie nachvollziehen - das macht es so hart.

Sprachlich reine Poesie, wirklich große Literatur - und dabei politisch: Es geht um ein System von Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Klasse und Geschlecht, was das mit dem Einzelnen macht und wie sich dieses System auf fatale Weise selbst reproduziert. Ich bin mir sicher, der Leser soll eine Art Schock erleiden - um dann dieses System aufzubrechen, daraus auszubrechen. Aber dann ist es eben doch "nur" Literatur; sie kann zu nichts zwingen, kann beiseite gelegt und im Bereich der Fiktion verortet werden.

Ich habe Bücher bisher nie zwei Mal gelesen, aber mit "Sehr blaue Augen" feiere ich sicher Premiere.
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am 2. Mai 2001
Ich habe dieses Buch gerne gelesen. Die Erzählkunst der Autorin zieht den Leser von Anfang an in einen Bann. Dennoch ist das kein Buch, dass man schnell lesen kann. Mit einer offenen, teilweise sehr harten Sprache beschreibt die Autorin (die 1993 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde) das Leben der Menschen in einer kleinen Stadt. Sowohl kleinere, alltäglich wiederkehrende Probleme, als auch Gewalttätigkeiten werden glaubwürdig und ehrlich beschrieben.
Dadurch, dass alle Aspekte der Hauptgeschichte erzählt werden und die Motive und Geschichten jeder Person, die eine Rolle dabei spielen, dargestellt und erklärt werden, gelingt es besonders gut, sich in jede der Personen einzufühlen und nachzuvollziehen, warum die entsprechenden Personen so handeln, auch wenn es schwer fällt, sich mit den Handlungen direkt zu identifizieren. Man befindet sich also in einem ständigen Rollenwechsel.
Während man sich am Anfang in der Position der unmündigen Kinder befindet, wird man im Verlauf des Buches noch mal mit aller Härte auf die Tat direkt gestoßen. Die Offenheit der Darstellung ist dabei teilweise schockierend.
Die Intention der Autorin ist es, die Auswirkungen und Ursachen rassistischen Selbsthasses darzustellen. Es gibt ein Nachwort der Autorin zur neuen amerikanischen Ausgabe von 1993.
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am 10. Februar 2002
"Wenn auch niemand darüber spricht: es gab im Herbst 1941 keine Ringelblumen. Wir glaubten damals, die Ringelblumen gingen nicht auf, weil Pecola von ihrem Vater ein Baby bekam." - So lauten die ersten Zeilen des Romans. Jedem Kapitel ist ein Zitat aus einem amerikanischen Schulbuch vorangestellt, das eine heile Welt vortäuscht. Der Kontrast zu der expressiven Sprache der Autorin und den drastischen Szenen könnte nicht größer sein. Ein schockierendes Buch, über dessen Wirkung die Nobelpreisträgerin allerdings klagt: "Viele Leser wurden nur gerührt, nicht aber bewegt."
Dieter Wunderlich, Autor
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am 12. Januar 2014
MORRISON, Toni: „Sehr blaue Augen“, Hamburg 2008
Toni Morrison bekam nicht unbegründet den Nobelpreis. Ein wunderbarer Stil. Ein Vergnügen ihre Texte zu lesen. Mit dem Buch der „Sehr blauen Augen“ verführt sie vor allem uns Europäer in eine andere Welt; in die Welt der Schwarzen, die in der Welt der Weißen leben müssen.
Sie spricht heikle Themen an:
ein Mann, dessen Frau ihn verließ verliebt sich in kleine Mädchen. Er rechtfertigt das mit der Bibel: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht.“ (Seite 202)
Ein Vater schwängert seine eigene Tochter. Die Menschen wünschen sich, dass das Baby nicht überlebt.
„Wenige Menschen können den Namen ihrer Heimatstadt mit so listiger Zärtlichkeit aussprechen. Vielleicht weil sie keine Heimatstadt haben, nur einen Ort, wo sie geboren sind.“ (Seite 92)
„Gewisse Männer beobachten sie unauffällig und wissen, dass man, wenn man ein solches Mädchen im Hause hat, auf weichgekochtes .. und mit einem schweren Eisen glattgebügelten Lacken schlafen wird.“ (Seite 94) In der Folge wird die ideale Ehefrau beschrieben.
„Und die Jahre falteten sich zusammen wie Taschentücher.“ (Seite 224)
„Liebe ist um nichts besser als der Liebende. … Es gibt kein Geschenk für den Geliebten. Allein der Liebende besitzt sein Liebesgeschenk.“ (Seite 225)
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am 14. April 2015
Toni Morrison, Grande Dame der amerikanischen Literatur, thematisiert in ihrem 1970 erschienenen ersten Roman «Sehr blaue Augen» die Wirkung einer Schönheitsnorm, die sich am weißhäutigen Bevölkerungsteil der Vereinigten Staaten orientiert, wo blaue Augen als besonders attraktiv gelten. Dreiundzwanzig Jahre und viele Romane später befand das Nobelkomitee, die farbige Autorin verdiene den Preis «für ihre durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz gekennzeichnete literarische Darstellung einer wichtigen Seite der US-Gesellschaft». Denn die Schriftstellerin sieht sich als selbstbewusste Hüterin einer afroamerikanischen Identität, deren Wurzeln von der afrikanischen Herkunft über die Sklavenzeit bis hin zum unermüdlichen Kampf gegen Rassendiskriminierung reichen.

Es beginnt gleich drastisch: «Wenn auch niemand darüber spricht: es gab im Herbst 1941 keine Ringelblumen. Wir glaubten damals, die Ringelblumen gingen nicht auf, weil Pecola von ihrem Vater ein Baby bekam». Mit «wir» sind die neunjährige Ich-Erzählerin Claudia und ihre ein Jahr ältere Schwester Frieda gemeint. Als die elfjährige Pecola daraufhin vom Bezirksamt vorübergehend in ihr armseliges Haus eingewiesen wird, müssen sie sich nun zu dritt das Bett teilen. Anschaulich schildert Morrison den Alltag der zwei Mädchen zwischen Schule und ärmlichem Elternhaus, ihre Händeln mit den Gassenjungen, berichtet vom Bordell in der Nachbarschaft, vom Untermieter, der Frieda unsittlich berührt. «Der Vorspruch und die Kapitelüberschriften in diesem Buch stammen aus den Leseheften Dick and Jane», wird im Nachwort erläutert, und mit eben diesen kitschig süßlichen Sätzen aus dem Alltag einer gutbürgerlichen weißen Familie verdeutlicht Morrison äußerst ironisch den Kontrast zum bedrückenden Geschehen in ihrem Roman.

In Rückblicken und häufig zwischen auktorialer und personaler Erzählweise wechselnd wird über die leidvolle Geschichte der Breedloves berichtet, Pecolas Eltern. Aus der ehemals großen Liebe zwischen Pauline und Cholly entwickelt sich mit zunehmender Trunksucht des Mannes eine Ehehölle. Bis in die frühe Kindheit zurückreichend wird die Vorgeschichte dieser tragischen Ehe erzählt, Cholly wurde als Kleinstkind von seiner Mutter brutal auf dem Müllplatz ausgesetzt. Im Wechsel erzählt Pauline aus der Ich-Perspektive über den Beginn ihrer Beziehung, über das frühe Liebesglück, über den lustvollen Sex des Paares. Ein Koitus der Beiden wird derart stimmig und realistisch beschrieben, detailliert und doch nie obszön werdend, wie ich es bisher noch nirgendwo gelesen habe.

«Es war einmal ein alter Mann» beginnt die Geschichte des ehemaligen Pastors Elihue, den seine Frau verließ, einem Inder, der Seifkopfpastor genannt wird und seine Dienste als Traumdeuter anbietet. «Lass mich Dir nun von den Brüsten kleiner Mädchen erzählen» schreibt er in einem Brief an Gott. «Ich konnte, wie Du wohl noch weißt, meine Hände, meinen Mund nicht von ihnen lassen», eine Neigung, die ihm allerdings keinerlei Schuldgefühle abnötigt. Eines Tages sucht die ungewöhnlich hässliche Pecola ihn auf, regelrecht besessen vom lebenslangen Trauma ihrer mangelnden Attraktivität. Er schreibt: «Weißt Du, weswegen sie kam? Blaue Augen. Neue blaue Augen, sagte sie. Als ob sie sich Schuhe kaufte». Es gelingt ihm durch eine suggestive List, den flehentlichen Wunsch der Wahnsinnigen zu erfüllen. Fortan erblickt Pecola strahlend blaue Augen, wenn sie in den Spiegel schaut, und Claudia lässt sie, in einem längeren Dialog am Ende des Romans, bereitwillig und mildtätig in ihrem Glauben, der sie so glücklich macht.

Dieser Erstling stellt durch seine hoch verdichtete und komplexe Erzählstruktur besondere Ansprüche an die Aufmerksamkeit des Lesers, man kann ihn wie alle folgenden Romane als eine Hommage an die starken schwarzen Frauen ansehen. Kämpferisch kritisiert Toni Morrison einen Rassenhass, der hier in Selbsthass umgeschlagen ist. Ein gelungenes Debüt einer großen Autorin.
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am 15. April 2005
Der Roman kommt daher, als könne ein allwissender Erzähler in fast beliebige Personen schlüpfen, die in der Vergangenheit mit dem Schicksal der armen Pecola verwoben sind, dem hässlichsten schwarzen Mädchen weit und breit, an dem sich der besoffene Vater eines Tages vergeht. Dieser allwissende, zeitreisende Erzähler sieht die Welt in ihrer unverhohlenen Brutalität, ihrer Falschheit und Ungerechtigkeit durch eine Art poetisierende Brille, auch Szenen brachialer Gewalt und menschlicher Vergehen sind noch in poetischste Sprachgewänder gehüllt. Der Leser ist dennoch angerührt, fast verzaubert von diesem Kontrast, der ungeheuren Erzählkunst Toni Morrisons. Jeder Charakter des Buches wird wie bei Faulkner aus der Tiefe der Zeit entwickelt, detailliert und mit scharfer Pointe. Liebesakte und Gewaltakte werden mit wohlentwickelten, kraftvollen Worten beschrieben und entstehen mit ungeheurer Intensität vor dem Auge des Lesers, so deutlich, daß sich manch einer abwenden wird. Dieses Buch der US-Autorin kann es mit den grossen Werken Faulkners betreffs Stil und Erzählkunst aufnehmen. Kompliment, Toni Morrison!
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am 22. Juli 2010
ich würde dem buch gerne mehr sterne geben, denn das thema ist wichtig, die umsetzung sprachlich sehr gut und die komposition aus verschiedenen erzählperspektiven interessant. auch büßt das vor 40 jahren geschriebene werk nichts an brisanz und aktualität ein.
dennoch hab ich mich mühsam durch das buch gelesen. mir fehlte die lust an der fortsetzung und ich mußte mich zwingen, es zuende zu bringen. irgenetwas fehlt der geschichte, ich denke die figuren sind nicht so glaubwürdig und es fehlt vielleicht auch an eindringlichkeit und spannung. schade!
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am 20. März 2014
Ein gutes Buch. Erschreckend, ehrlich und Einblick bringend. Es wurde mir von einer Frau empfohlen, die im Bereich "critical whiteness" aktiv ist.
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