Kundenrezensionen

59
3,7 von 5 Sternen
Auferstehung der Toten
Format: TaschenbuchÄndern
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Mai 2009
Eigenartig ist wohl das treffendste Wort, mit dem man Wolf Haas' Schreibstil charakterisieren kann, wobei dies nicht in seiner negativen Konnotation zu sehen. Denn: Bei seinen Krimis steht nicht die Handlung im Vordergrund, sondern vielmehr die Sprache. Der Autor selbst spricht von einem «Holterdipolter-Stil» und erklärt: «Ich schreib' wie eine Wildsau und schau nachher, was mir gefällt.» Aus dieser Aussage aber zu schließen, dass Haas' Bücher mehr oder weniger Zufallsprodukte wären, ist grundfalsch. Haas ist Werbetexter, die Sprache und ihre Wirkung sind sein Metier - aber um Wirkung zu entfalten, muss man sich nicht an Konventionen halten.

Die Frage, ob sich Haas selbst mit seinem Stil in den Vordergrund drängt oder ob er sich gerade deswegen komplett herausnimmt, ist schwer zu entscheiden. Der Ich-Erzähler, der nicht mit der Hauptfigur, dem Detektiv Simon Brenner, übereinstimmt und dennoch präzise über dessen Leben Bescheid weiß, hat keinen gepflegten Stil, das Buch wirkt wie das Transkript einer Tonbandaufzeichnung, die von einem Stammtischbruder besprochen wurde. Der Erzähler hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, er schweift gerne ab und erzählt ausführlich, aber nur selten in zusammenhängenden Sätzen oder in Kategorien, die sinnvoll eingeordnet werden können.
Dennoch - und genau das ist das Künststück des Buches - zieht sich ein roter Faden durch das Buch und ab einem gewissen Punkt, etwa ab der hundertsten Seite, kann man es nicht mehr beiseite legen, da dieser eigentümliche Stil einen förmlich mehr und mehr in die Handlung hineinzieht und nicht mehr loslässt. Die skurrilen Charaktere, die seltsame Erzählform - Haas' Buch verströmt einen Zauber, der sich mit Sicherheit nicht jedem Leser erschließt.

«Auferstehung der Toten» ist in seiner Gestaltung quasi die Anti-These zu dem, was gemeinhin als die gehobenere Literatur bezeichnet wird. Es ist so ziemlich das Gegenstück zu sprachlichen Präzisionsarbeiten wie Friedrich Dürrenmatts «Der Richter und sein Henker», ebenfalls ein Krimi. Wobei Sprache bei Wolf Haas alles andere als wahllos eingesetzt wird, aber nicht wie bei Dürrenmatt den Anspruch erhebt, so präzise wie nur möglich zu sein.
Es braucht seine Zeit, bis man als Leser seine Skepsis aufgibt und sich in die Geschichte fallen lässt, den Haas bedient mit seiner Schreibe nicht die traditionellen Muster eines Buches. Dass es ihm dennoch gelingt, das vermeintliche Chaos zu überblicken und es zielgenau zu steuern, ist ihm hoch anzurechnen - und dass die Auflösung des Falles für Simon Brenner nur über die Sprache möglich ist, scheint geradezu paradox.

«Auferstehung der Toten» ist in jeder Beziehung ungewöhnlich. Ob man als Leser mit einem Text, der wie die Verschriftlichung des Monologs eines gewöhnlichen Mannes aus dem Volk zu lesen ist (unvollständiger Satzbau, permanente Wiederholungen, zuweilen wenig Struktur, ...), kann nicht allgemein beantwortet werden. Das Buch ist als sprachliches Experiment enorm interessant, die absurden Charaktere und die zuweilen enorm bissigen Bemerkungen tragen ihr Übriges zur Unterhaltung des Leseres bei.
Würden alle schreiben wie Haas, wäre es grausam. Würde keiner schreiben wie Haas, würde etwas fehlen.
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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. September 2004
Mit Auferstehung der Toten legt der in Salzburg geborene und in Wien lebende Autor seinen ersten Roman vor. Wolf Haas ist ein Autor der extrem polarisiert. Sein Schreibstil ist einzigartig; er schreibt sehr nahe am Dialekt. Diese Wirkung erzielt er vor allem dadurch, dass er die Vergangenheit statt der Mitvergangenheit wählt, grammatischen Nonsens des Österreichischen verwendet (z.B. "wegen dem Geld") und den Leser permanent mit "Du" anredet. Häufig hat man den Eindruck man sitzt in einer Kleinkunstbühne und erlebt einen Kabarettisten der Extraklasse der ein Kriminalstück spielt. Genau dieser Stil ist es aber der die Meinungen spaltet.
Die einen lieben die kabarettartige Erzählweise, die anderen können Haas nicht ausstehen, weil Geschichte und Erzählstruktur zu Gunsten der Erzählweise schwer vernachlässigt werden. Ebenso ergeht es der Personencharakterisierung und Entwicklung. Beides ist praktisch nicht vorhanden. Die Figuren jedenfalls bleiben klischeehaft und unterentwickelt, und dies ist nicht bloß durch die Sprache ausgelöst.
Natürlich gibt es eine Geschichte, und diese wäre auch ganz gut geeignet um einen guten Krimi abzugeben, diese allerdings verkommt fast zur Nebensächlichkeit. Es geht in diesem Werk um den Mord an zwei amerikanischen Touristen im Wintersportort Zell am See, die eines Morgens erfroren am Sessellift gefunden werden. Simon Brenner, ein ehemaliger Polizeibeamter, der sich jetzt als Detektiv versuchen möchte hat die Aufgabe diesen Fall zu lösen. Dabei allerdings beißt er lange Zeit auf Granit, bis er schließlich den entsprechenden Hinweis findet und richtig deutet.
Eine Empfehlung abzugeben ist gerade bei Wolf Haas sehr schwierig. Wie gesagt manche lieben ihn - manche können ihn nicht ausstehen. Wenn Sie sich mit dem Außergewöhnlichen anfreunden können, sollten Sie es ruhig ausprobieren. Wenn Sie jedoch auf große Spannung oder hohe Erzählkunst aus sind, werden Sie wahrscheinlich nicht viel Freude mit den Werken von Wolf Haas haben.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juni 2008
Bereits mit diesem Debüt von Wolf Haas wird klar, wieso seine Bücher (allen voran die Serie über den Detektiv Simon Brenner) das Publikum derart polarisieren. Grundsätzlich gebührt dem Autor ein großes Lob für die Einführung einer neuen Sprachform in die deutschsprachige Literatur. Es handelt sich dabei nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, um Dialekt oder Mundart (wie man sie beispielsweise bei Peter Rossegger, Ludwig Anzengruber oder auch Peter Turrini findet), sondern um Umgangssprache und Formulierungen, die direkt aus dem Denken übernommen sein könnten. Das mit einer solchen Ausdrucksweise viele Leser, vor allem aus dem norddeutschen Raum, Probleme haben, liegt auf der Hand. Die Formulierung der Umgangssprache ist eben nicht hochdeutsch sondern österreichisch, das merkt man auf jeder Seite des Buches. Aus diesem Grund dürfte es wahrscheinlich dem österreichischen und süddeutschen Publikum um einiges leichter fallen, sich mit der Geschichte und ihren Figuren zu identifizieren. All das sollte grundsätzlich bedacht werden, wenn man sich mit Wolf Haas beschäftigt. Einlesen über mehrere Seiten ist hier Pflicht, um sich an den eigenwilligen Stil zu gewöhnen.

Wer das schafft, bekommt mit der "Auferstehung der Toten" ein recht ansprechendes Debüt zu lesen. Sowohl der Stil als auch die Geschichte selbst leiden allerdings noch unter Schwächen, die man von späteren Brenner-Büchern so nicht kennt. Die Handlung lebt natürlich von der Hauptfigur und deren sprichwörtlicher Langsamkeit. Wenn man das und den außergewöhnlichen Stil wegrechnet bleibt ein mittelmäßig spannender, relativ kurzer Krimi, der zwar interessante Wendungen enthält, aber insgesamt etwas flach wirkt. Für ein Erstwerk sehr passabel, aber dass Haas es noch viel besser kann beweisen die Teile 2 - 6 der Serie.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. März 2004
Da ich ein großer Krimi-Fan bin, wollte ich natürlich auch mal ein Buch von Wolf Haas (meinem Landsmann) haben. Der "Krimi" ist wirklich ausergewöhnlich. Es werden die typischen österreichischen "Probleme" genau erörtert. Für mich als Kärntner war es aber anfangs sehr schwer, mich an die Schreibweise von Haas zu gewöhnen. Doch ich mußte immer wieder über die bei uns üblichen Redewendungen und Ausdrücke lachen.
Das Buch handelt von einem Millionärs-Ehepaar aus USA, die im Skilift sterben, bis der Mörder gefunden ist, erwachen Tote wieder zum Leben, explodieren Tankstellen,... und das alles in dem kleinen Ort.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der gute Krimis lesen möchte.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Mai 2012
Spät, aber doch, bin ich auf Haas' Brenner gestoßen. Und kriege nicht genug davon.
Sprachstilistisch einmalig, unheimlich geistreich und dicht gestrickt, immer noch eine Ecke weiter gedacht.
Besser geht's nicht.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2009
Ich habe vor 8 Jahren das erste Buch von Wolf Haas gelesen und habe ihn lieben gelernt.
Sein Schreibstil spaltet die Lesegemeinschaft, aber genau dieser Stil macht ihn einzigartig.
"Es ist schon wieder was passiert"... so fängt jedes Buch um den Detektiv Simon Brenner an. Es macht Spaß die Bücher zu lesen, auch wenn es eher österreichisch mundartlich ist. Und das ist scheinbar nicht für jeden etwas.

Ich war bei einer Wolf Haas Buchvorstellung dabei und ich war begeistert und natürlich war es meine Pflicht mir ein Buch von meinem Lieblingsautor signieren zu lassen.

Ich kann die Bücher von Wolf Haas nur empfehlen, denn sie sind makaber, witzig und manchmal überraschend.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Vielleicht muss man Österreicher sein, um dieses Buch zu mögen, oder wenigstens ein paar süddeutsche Gene haben. Ich, als Nordlicht, habe mich echt schwer getan.
Hier bekommt man es mit einem Erzähler zu tun, der gnadenlos schwadroniert.

„Wenn du dir zum Beispiel die Liftsteher anschaust. Die müssen den ganzen Tag nur aufpassen, daß keiner aus dem Lift herausfällt. Tagtäglich rutschen an ihnen tausende Schifahrer vorbei. Normalerweise fällt von denen natürlich nie einer aus dem Lift, aber wenn es einmal vorkommt, auch kein Malheur. Muß der Liftsteher nur zum Not-Off-Schalter gehen und den Lift abstellen. Und doch keine leichte Arbeit. Schaut leicht aus, ist aber nicht so leicht, wie es ausschaut. Weil die Kälte, da kann dir das Christkind noch so einen guten Thermoanzug bringen. Nützt auf Dauer gar nichts..."

Dieses Zitat ist eine der Randbemerkungen, die illustrieren sollen, dass zwei Tote im Lift gefunden wurden. Es geht noch vier Seiten so weiter. Der Leser staunt und sucht den Sinn, der irgendwo zwischen den detaillierten Betrachtungen versteckt ist. Um den zu finden, muss man aber sehr gut aufpassen, was nicht so einfach ist, weil man früher oder später auf Durchzug schaltet, anfängt das Gefasel querzulesen und dann die paar verstreuten wirklichen Informationen übersieht.
Natürlich ist das komisch und liest sich amüsant, es ist aber auch unendlich anstrengend. Wenn dieser Erzähler in Fahrt ist, lässt er auch gerne mal Worte aus, erfindet welche, schweift wieder ab, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und da wird es dann wirklich nervtötend.
Wenn man sich vorstellt, Luis Trenker erzählt diese Geschichte, hilft das ein wenig zum Verständnis, steigert aber nicht das Lesevergnügen.

Die Handlung an sich ist eher sparsam. Zwei Tote saßen im Lift. Detektiv Brenner will herausfinden wer es war und tappt dabei ewig im Dunklen durch Zell am See. Die Auflösung ist dann unerwartet skandalös und kommt sehr plötzlich aus dem Nichts. Ich kann nicht ganz ausschließen, dass sich das ein oder andere vorher angedeutet hat. Ich habe es übersehen und hatte am Ende keine Lust mehr, danach zu suchen.
Ich war froh, das Drama durchgestanden zu haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juli 2008
Der eigene Stil und die auf den ersten Blick einfach scheinende Sprache machen die Erzählungen von Wolf Haas so außergewöhnlich. So manche Satzkonstruktion muss man sich echt auf der Zunge zergehen lassen und ist natürlich besonders für uns Österreicher interessant. Für unsere deutschen Nachbarn ist diese eigene Art zu Schreiben eine wahre Herausforderung! Am besten ist aber das, was zwischen den Zeilen steht, einfach genial. Der Autor ist ein scharfer Beobachter und fordert seine Leser intellektuell heraus. Nicht jeder findet den Zugang, das ist klar.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juli 2003
Gut, gut das erste Haas Buch und so. Da kann man sagen was man will. Einfach gut und lustig. Wenn man aber alle nachfolgen Dings - äh Bücher betrachtet, dann ist "Auferstehung der Toten" wohl das schwächste Buch. Aber nichts desto Trotz ein erstklassiker Krimi. Hervorzuheben sind vor allem die Charaktere. Da tritt zum Beispiel ein alte Dame ohne Hände auf, ein Tankstellenwart als wichtiger Zeuge und ein vernachlässigter Neffe der sich selbst mit Alkohol umbringt usw. Ausserdem lernt man viel über die Bevölkerung von Zell am See ;-)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Januar 2004
Mit satyrischem, aber gekonnten Humor führt uns der Autor vor, wie er trotz allem spannend, bis zur letzten Seite den Fall des auf mysteriöse Weise auf einem Schisessellift erforenen Millionärehepaares aus Amerika beschreibt.
Ein Kriminalroman der besonderen Art wird uns hier vorgestellt, der den österreichischen Beamtenschimmel einmal aufs Korn nimmt.
regina.nuding@aon.at
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