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5.0 von 5 Sternen Ein großer Roman, leider ist die Übersetzung nicht perfekt
Wer den amerikanischen Südwesten und das benachbarte Mexiko mag, die Landschaften dort und die Menschen, der wird hier auf seine Kosten kommen. Ein großer Roman!!! Ein großes Abenteuer, eine romantische Liebesgeschichte und eine Parabel über das Leben und den Tod.
Dem Übersetzer ist gelungen, den Zauber zu spiegeln, der an McCarthys...
Veröffentlicht am 15. September 2011 von Siegfried Peisker

versus
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2.0 von 5 Sternen All die schönen Pferde
Der Film ist im Gegenzug zum Buch durchgängig und mitnehmend (das macht auch die Musikbegeleitung). Im Buch sehr viele Fragezeichen bezüglich der Entwicklung der Geschichte,
Vor 2 Monaten von WKHQ veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Roman, leider ist die Übersetzung nicht perfekt, 15. September 2011
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Wer den amerikanischen Südwesten und das benachbarte Mexiko mag, die Landschaften dort und die Menschen, der wird hier auf seine Kosten kommen. Ein großer Roman!!! Ein großes Abenteuer, eine romantische Liebesgeschichte und eine Parabel über das Leben und den Tod.
Dem Übersetzer ist gelungen, den Zauber zu spiegeln, der an McCarthys Erzählkunst fasziniert. Landschaften, Personenbeschreibungen, atemberaubende "action" überzeugen auch in der deutschen Übersetzung.

Wer sich mit Pferden, deren Ausbildung und Ausrüstung oder sogar mit den Waffen aus der U.S. amerikanisch - mexikanischen Welt auskennt, dem fällt auf, dass McCarthy weiß, wovon er spricht. Die Übersetzer dagegen "schwimmen". Sie mutmaßen bei den Fachbegriffen und schreiben IRGENDETWAS.
Vielleicht hätten sie jemanden fragen sollen, der etwas davon versteht?
In Deutschland gibt es diverse Kenner der Szene, die gerne geholfen hätten, diesen grandiosen Roman perfekt zu übersetzen..
Beispiele:
- Da wird das "mexican ringbit" (Seite 100 der englischen Ausgabe) zur "Kettentrense" (Seite 108 in der deutschen Ausgabe.) Das ist falsch. Was ein Ringbit ist, kann jeder gerne bei Wikepedia nachsehen.
-Da wird beim Colt SAA "with the gate flipped open") übersetzt "mit offenem Zahnkranz" (statt "mit offener Ladeklappe", Seite 68).
- Beim Sattel werden die Skirts (Rückenplatten) mit den Fendern (Seitenplatten) verwechselt (Seite 68).
- Die Comanchen haben "gezwirbelte" Haare (Seite 9), obwohl "plaited" (geflochten") eindeutig im Originaltext steht. Comanchen hatten niemals gezwirbelte Haare, das waren allenfalls die Assiniboin. Die wohnen aber ganz woanders, nämlich an der Grenze zu Kanada.
- Die von McCarthy gut beschriebene Ausbildung der Pferde z.B. "sidelined", Seite 100) wird mit "Fußfesseln" (Seite 108) übersetzt, was den Kern nicht trifft und deshalb falsch ist. Fussfesseln sind Hobbel.
- Das größte Durchatmen meinerseits passierte jedesmal bei "Sattelknauf" oder sogar "Sattelknopf", wenn das Sattelhorn gemeint war. 100 000 Wendymädels in Deutschland, die auf Westernsätteln reiten, wissen was ein Sattelhorn ist. Warum weiß das der Übersetzer nicht? Es steht eindeutig in englischen Text "HORN"!

Solche groben Patzer finden sich an mehreren Stellen. Schade drum!

Mac Carthy hat durch zeitweise spanische Dialoge, weiterhin durch den texanischen Slang der beiden jungen Abenteurer eine glaubhafte exotische Variante in seinen Erzählstil integriert. Für mich wurde diese fesselnde Stimmung immer wieder unterbrochen durch die oben beschrieben Merkwürdigkeiten.

Zugegeben, den meisten Lesern werden diese Details nicht auffallen. Aber...
Nicht nur ein preisgekrönter Roman sollte mit Respekt behandelt und mit mehr Sorgfalt übersetzt werden!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser Roman, 27. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Cormac McCarthy ist einer der groessten Erzaehler der Gegenwart, und einer der ganz Grossen in der Weltliteratur ganz allgemein - diese Einschaetzung ist in praktisch allen meinen Rezensionen von McCarthy Romanen unermuedlich wiederholt. So auch dieses Mal. Alle Buecher von Cormack McCarthy die ich bisher gelesen habe sind aussergewoehnlich und von aussergewoehnlicher und herausragender Qualitaet. Und "All the Pretty Horses" ist da keine Ausnahme.

Wie so oft bei McCarthy ist der Protagonist ein junger Mensch, einer, der sein Leben noch vor sich hat und sich auf die Reise begibt. Er begibt sich auf seine spezielle Reise und diese Reise heisst: Leben!

Der Tod seines Grossvaters markiert eine ausschlaggebende Zaesur im Leben des 16-jaehrigen John Grady Cole. Seine Mutter plant nach dem Tod des Grossvaters die Ranch, auf der die Familie seit Jahrzehten lebt, aufzugeben und in die Stadt zu ziehen, da sie geschieden und getrennt von ihrem Ex-Mann lebend, keine Perspektive und keine Moeglichkeit fuer das Fortfuehren der Ranch sieht. Fuer John Grady bedeutet dies das Ende seines Lebens wie er es bisher gekannt und gelebt hatte. In seiner Verzweiflung beschliesst er, zusammen mit seinem Freund Lacey Rawlins, von zu Hause auszureissen, um woanders ihr Glueck zu suchen und ihr gewohntes Leben fortfuehren zu koennen. So reiten sie nun eines Nachts in aller Heimlichkeit los "(...) and they rode out (...) like young thieves (...) loosely jacketed against the cold and ten thousand worlds for the choosing."

Und schon hier begegnen wir wieder dem McCarthy Hauptomotiv: Das Leben als das Ergebnis von getroffenen Entscheidungen, die nicht revidiert und rueckgaengig gemacht werden koennen. Die beiden Jugendlichen begeben sich auf die Reise genannt "Leben" und haben dabei "ten thousand worlds for the choosing". Und aus diesen zehntausend Welten die vor ihnen liegen, muessen sie nun genau einen Weg auswaehlen und diese Entscheidung kann weder rueckgaengig gemacht werden, noch koennen sie dem Schicksal entfliehen, das dieser Weg fuer sie bereithaelt.

Dieser gewaehlte Weg wird sie dann ueber Umwege und Begegnungen schliesslich auf eine Ranch in Mexiko fuehren, wo sie beim Zureiten und Betreuen von Pferden erfolgreich ihr Auskommen finden. Die Umwege und Begegnungen auf ihrer Reise nach Mexiko holen sie jedoch voellig ueberraschend ein, und so beginnt der Leidensweg der beiden jungen Maenner, voller Not und Gewalt.

John Grady hat mit dem Verlassen der elterlichen Ranch eine Entscheidung in seinem Leben getroffen und dabei einen der zehntausend zur Auswahl stehenden Wege gewaehlt - und von dort gibt es kein Zurueck. Die Begegnungen und Bekanntschaften auf der Reise, scheinbar ohne groessere Bedeutung, kehren nun umso maechtiger zurueck und nehmen Einfluss auf sein Leben. Das Leben als Kette von Entscheidungen, die im Moment der Entscheidung den kuenftigen Weg bereits vorzeichnen. Die letzten Konsequenzen sind jedoch nicht sofort vorhersehbar, hoechstens zu bestimmten Momenten retrospektiv erfahrbar: "He saw very clearly how all his life led only to this moment and all after led nowhere at all." Und vor hier gilt es wieder Entscheidungen zu treffen, und auch sie werden wieder schicksalshaft und verbindlich sein.

Dieses Motiv ist in allen Romanen von McCarthy zu finden: Das schicksalshafte Wesen des Menschen; alle Entscheidungen haben ihre Konsequenzen; nichts kann ungeschehen machen; alles wirkt sich in spezifischer Art und Weise aus - frueher oder spaeter und es gibt kein Entrinnen. Wir finden dieses Motiv in vielfaeltigen Variationen bei McCarthy und jedesmal wirkt es erneut - maechtig und nachhaltig.

"All the Pretty Horses" ist schlichtweg wieder ein grossartiger Roman von Cormac McCarthy. Wieder ein weiterer Mosaikstein, der die aussergewoehnliche Groesse dieses Schriftstellers ausmacht. "All the Pretty Horses" ist der erste Teil der sog. Border Trilogie, d.h. wir haben noch 2 weitere Meisterwerke auf die wir und freuen koennen. (Allerdings ist wohl die deutsche Uebersetzung - wie so oft bei Buechern von McCarthy - sehr schwerfaellig, aufgrund des sehr texanisch-umgangsprachlichen Englisch des Original.) Wie immer 5 Sterne fuer McCarthy und eine dringende Leseempfehlung fuer "All the Pretty Horses".
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts für Wendy-Abonnenten!, 24. September 2009
Von 
Heino Bosselmann "Heino Bosselmann" (Rützenfelde, Mecklenburg-Vorpommern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Eindrucksvoll und spannend. Echte Prosa breitet Welt aus, diese hier also das Grenzland zwischen den USA und Mexiko. So karg wie die Landschaft, so karg sind die Dialoge, aber genauso echt. Man spürt die Trockenheit der Sierra ebenso deutlich wie man die Charaktere erfassen kann. Diesem Erzählstil fehlt alles Artifizielle, jeder Schnickschnack, all die dümmlichen Befindlichkeiten und Reflexionen, mit denen man im Übermaß der Literatur ansonsten zugekleistert wird. Was hier empfunden, erlebt und geschildert wird, das ist puristisch erkanntes Leben. Man nimmt dem Autor alles ab. Vor allem dem Schmerz. Ich meine nirgendwo die existentiellen Erlebnisse von Sehnsucht, Gewalt, Erotik und Sexualität besser gespiegelt und geschickter miteinander verbunden gelesen zu haben. Und Pferde! Selbst wer nichts mit den Tieren zu tun hat, dürfte sie bewundern, kraftvoll, animalisch, mit dem Menschen ringend und alles andere als Mädchenromatik. Männerstoff, richtiger. Kreaturen, die miteiander kämpfen und leiden. Und dann wird es auch noch unerträglich spannend!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein epochales Werk, 23. April 2008
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Zu den Archetypen jugendlicher Sehnsucht gehört die frühe Reise, der Aufbruch in Fremde und Abenteuer im Morgenlicht der Jugend. Was immer den iuvenilen Wanderer auf dieser Reise auch erwarten mag, es wird begrüßt als Epiphanie von Wirklichkeit und Leben, umstrahlt von der unvergesslichen Tiefe des ersten großen Abenteuers. So weit das Genre. Auch Cormack McCarthys "All die schönen Pferde", der erste Teil seiner Border Trilogie", handelt von einer solchen Reise, aber es ist eine Reise voller Gewalt, Tod und Blut, die eine Welt offenbart, von deren Schrecken die Hauptfiguren der Handlung noch nichts ahnen konnten. John Grady Cole und sein Freund Rawlins sind gerade mal sechzehn, siebzehn Jahre alt, als sie auf ihrem Ritt nach Mexiko San Antonio passieren, Pässe und Ebenen überqueren, in ausgetrockneten Flussbetten schlafen und die mystische Kargheit der Landschaft erleben. "In der Ferne, verschleiert von schwarzen Gewitterwolken, schimmerten lautlose Blitze, wie die Flammen von Schweißbrennern im Qualm einer Schmelzhütte. Als werde im eisernen Dunkel der Welt eine schadhafte Stelle repariert."(S. 74). Beiläufig begegnen die beiden dem jungen Blevins, einen knapp vierzehnjährigen Heißsporn, der in einem Gewitter unter tragikomischen Umständen sein Pferd verliert, um es sich kurz darauf überfallartig und blutig von seinen neuen mexikanischen Besitzern zurückzuholen John Grady und Rawlins aber reisen weiter und verdingen sich schließlich als Arbeiter und Zureiter auf einer großen Hacienda. Der Schlaf auf der harten Strohmatte, der morgendliche Kaffee aus der Blechtasse, das Zureiten der wilden Pferde, die Gemeinschaft mit den älteren Männern, die die beiden Jungen bald zu achten beginnen, verbinden sich schnell zu einem wohltuenden Rhythmus, in dem die Monate vergehen. Der anstellige John Grady gewinnt nicht nur die Gunst des Haciendados sondern auch die seiner schönen Tochter Alejandra. Eine Liebe bahnt sich an, zuerst zaghaft, dann immer unbedingter, bis die junge Haciendaprinzessin allabendlich in die Schlafkammer des jungen Grady kommt. Man sieht, schon legt die Liebe die Lunte an die majestätisch dahinfließende Geschichte, doch ehe sie hochgehen kann, erscheint die mexikanische Polizei und verhaftet auf der Suche nach dem jungen Blevins und seinen Kumpanen John Grady und Rawlins. Beide werden nach Norden verschleppt und in ein abartiges Gefängnis gesteckt, in dem ihnen jeden Tag der Tod durch Messerstecher und Psychopathen droht. Längst hat die Geschichte jede Romantik verloren, grün und blau geschlagen kämpfen sich die beiden Jungen verzweifelt durch ihre Tage, bis sie durch die Intervention der Schwester des Hacienderos gerettet werden. Mit ausgeschlagenen Zähnen, gebrochenen Knochen und Stichverletzungen aller Art werden sie aus dem Gefängnis entlassen. Während Rawlins im Bus nach Texas zurückkehrt, gelingt es John Grady noch einmal Alejandra zu sehen, die als Preis für den Freikauf der beiden jungen Männer ihrer Tante und ihrem Vater versprechen musste, ihrer Liebe zu entsagen. Als Alejandra nach der letzten Liebesnacht ihr Versprechen hält und in den Zug nach Mexiko-City steigt, wurde John Grady klar, "dass sein ganzes Leben auf diesen Augenblick zugestrebt war und fortan nirgendwo hin mehr streben würde. Er spürte etwas Kaltes, Seelenloses in sich eindringen wie ein fremdes Wesen, er stellte sich vor, dass es böse lächelte und nichts wies daraufhin, dass es ihn je wieder verlassen würde." (S. 268). Fast wie ein billigend in Kauf genommener Suizidversuch wirkt die anschließende Heimkehr John Gradys, bei der er in einem Akt tollkühner Wildheit sein eigenes Pferd und das seines Freundes Rawlins von seinen Polizeipeinigern zurückholt und mit zurück nach Texas bringt. "Die Sonne verkupferte sein Gesicht", heißt es in der letzten Szene wieder daheim am Grab der Grady-Ahnen. "Von Westen her blies der Wind übers abendliche Land, die kleinen Wüstenvögel flatterten zwitschernd durch dorr Farnkraut, Pferd und Reiter, Reiter und Pferd zogen weiter, ihre langen Schatten glitten dahin wie der Schatten eines einzigen Wesens. Glitten verblassend dahin, ins dunkle Land, in eine künftige Welt." (S. 327f.)
Was macht den außerordentlichen Rang dieses Buches aus? Neben der Geschichte ist es die Sprache, die sich fast nie in das Seelenleben ihrer Protagonisten verirrt, sondern immer nur beschreibt, beschreibt, beschreibt. McCarthy praktisiert eine Art poetischen Behaviorismus, der der Einfühlung und der Phantasie des Lesers den größten nur denkbaren Freiraum gewährt. Um so schockierender wirken dabei die dramatischen Veränderungen, die nach langen scheinbar ereignislosen Passagen wie Blitze in das Geschehen einschlagen. Wer zum Beispiel die übergangslose und schockierende Schilderung der Erschießung des kleinen Blevins durch die mexikanische Polizei hat lesen müssen, wird in Zukunft hinter jeder Beiläufigkeit der Handlung den Abgrund des Grauens vermuten. So rückt der Autor mit seiner Sprache und seiner Dramaturgie diese scheinbare Jugendgeschichte so eng an die Existenzialen des Lebens heran, das es ein Grausen ist. Ein Meisterwerk, das seinessgleichen sucht.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Literatur, 31. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Diesem Buch nur einen Stern zu geben ist bösartig und einfach nicht vertretbar und verzerrt die Gesamtwertung. Selbst wenn die Übersetzung wie immer bei Dialogen im Dialekt schwierig ist und in diesem Fall katastrophale Fehler enthält, weil der Übersetzer Geist und Poesie von McCarthys Spache schlicht nicht erfasst (z.B. die Übersetzung des respektvollen "son" mit "Söhnchen"; "come in son" - "tritt näher Söhnchen" (!) - man fragt sich, was in den Verlag gefahren ist, diese Übersetzung zu dulden), ist es ganz ganz große Litaratur, das beste was Amerika derzeit zu bieten hat. McCarthy ist für mich wie eine Erleuchtung gewesen, ein Mann der alle Genres beherrscht, der einen Western wie einen Thriller bis zum Rand mit Poesie, Spannung und Antworten auf die großen und schwierigen Fragen füllen kann, wegen der man solche Bücher liest. Seine Figuren haben mich Tage und Wochen begleitet, bei manchen Dialogen möchte man auf der Stelle in Tränen ausbrechen. Das ist ein wahrer Meister.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großes Erzählkino, 20. August 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Das war mein 3. Buch von Cormac McCarthy (DIE STRASSE = hat mir nur lala gefallen/ KEIN LAND FÜR ALTE MÄNNER = hervorragend) und es hat mir gefallen.

Besonders da sich nur selten Autoren mit dem Thema WESTERN befassen. Obwohl es eigentlich ja kein klassischer Western ist, da er um 1949 spielt. Aber die Schilderung des einfachen Lebens im ländlichen Texas & Mexiko ist wirklich großartig gelungen.

Werde mir deshalb auch die anderen Teile der Border-Trilogie noch beschaffen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohne Fehl und Tadel, 13. Januar 2012
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Meinem Faible für zeitgenössische amerikanische Literatur habe ich nun auch die Lektüre dieses hervorragenden Romans zu verdanken. Vor zwanzig Jahren schrieb und veröffentlichte Cormac McCarthy, ausgezeichnet mit dem Faulkner und dem National Book Award (letzteren für den vorliegenden Roman), den ersten Teil seiner "Grenzgänger"-Trilogie: "All die schönen Pferde". Danach folgten in dieser Serie, deren Romane unabhängig voneinander sind und damit auch unabhängig gelesen werden können, "Grenzgänger" und "Land der Freien". Für Furore am Literaturmarkt sorgten vor wenigen Jahren das auch erfolgreich verfilmte "Kein Land für alte Männer" ("No country for old men") und "Die Straße", für das McCarthy den Pulitzer-Preis bekam.

In "All die schönen Pferde" reißen zwei sehr junge Männer, 16 und 17 Jahre alt, aus dem Südwesten der USA aus, beide ausgestattet mit ein paar Dollar und je einem Pferd und überqueren die Grenze nach Mexiko, wo sie sich dem harten Leben des Westens stellen und stellen müssen. Sie erfahren Verstärkung durch einen höchstens 14jährigen, der sie in erhebliche Schwierigkeiten bringt. Die beiden ziehen gezwungenermaßen ohne diesen weiter und heuern auf einer Hacienda an, wo sie ihr Wissen über Pferde einbringen und fortan Wildpferde zureiten. Die Hauptfigur des Romans, John Grady Cole, verliebt sich in die Tochter des Großgrundbesitzers und diese Liebe wird erwidert. Das stößt auf wenig Verständnis beim Vater und sorgt schließlich dafür, dass die beiden, John Grady und sein Freund Rawlins, im Gefängnis landen. Dort gehen sie durch die Hölle, verlieren Zähne und jede Menge Blut, aber nie ihre Würde.

Die Besonderheiten dieses Romans liegen vor allem in der lakonischen Sprache, die keinen großen Unterschied macht zwischen der Schilderung, wenn die beiden einen Hasen erlegen und grillen, ein junges Pferd zureiten oder ihren Kämpfen um Leben und Tod. Die Dialoge sind sehr eindringlich und in einer Umgangssprache geschildert, sehr gut übersetzt, wie ich finde. Ich habe ein wenig Zeit gebraucht, bis ich im Roman angekommen war, aber dann hat er mich wirklich gefesselt. Es sei angemerkt, dass viele kurze Dialoge, die auf Spanisch stattfinden, nicht übersetzt sind. Die Kenntnis einiger weniger Worte Spanisch haben mir geholfen, meistens den Überblick zu behalten, der Rest ergab sich aus dem Kontext. Aber es ist einerseits gewöhnungsbedürftig, andererseits verstärkt dieser Umstand die atmosphärische Dichte des Romans. Desweiteren tauchen viele Fachbegriffe aus der Reiter- und Pferdezüchtersprache auf, was ich aber auch als keineswegs störend empfunden habe.

Cormac McCarthy ist ein Muss auf der Leseliste jedes und jeder an zeitgenössischer, gehobener Literatur interessierten Lesers und Leserin. "All die schönen Pferde" reiht sich bei mir direkt ein hinter "Die Straße" in der Rangliste der von mir gelesenen McCarthy-Romane.
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5.0 von 5 Sternen All die schönen Pferde - Buch im Vergleich zum Film, 28. Dezember 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Gebundene Ausgabe)
Ich habe inzwischen das Buch gelesen und den dazugehörigen Film gesehen. Das Buch ist noch ein wenig besser, weil es die eigene Phantasie beflügelt und insgesamt mehr Details liefert. Empfehlen kann ich aber beides!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch von archaischer Kraft und Schönheit, 8. April 2008
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Taschenbuch)
Es sind die ganz großen Themen, die Cormac McCarthy in seinen Romanen behandelt: Es sind Liebe, Leben, Tod, Recht, Gesetz, Ehre, Gewalt und Verbrechen. In seiner großartigen Border-Trilogie, die mit "All die schönen Pferde" beginnt, entfaltet McCarthy diese Themen wie auf einem Tableau: hierzu bedarf es zweier jugendlicher Ausreißer, einer grandiosen, archaisch anmutenden Landschaft und einer einzigartigen Sprache.
John Grady Cole und Lacey Rawlins verlassen ihre Heimat Texas zu Pferde und reiten über die Grenze nach Mexiko. Wir schreiben das Jahr 1949. Der Westen und insbesondere das nördliche Mexiko sind noch immer nicht gezähmt. Es ist eine coming-off age Geschichte. Cole und Rawlins sind 16 und 17 Jahre alt, als sie Reißaus nehmen. Als John Gradys Großvater stirbt wird die Familienranch verkauft. Nicht wissend, was seine Aufgabe im Leben ist, beschließt der junge John Grady das Land zu verlassen. Der Grenzübertritt nach Mexiko kommt wie jeder Grenzüberschreitung einer Initiation gleich. Nichts wird, nichts kann wieder sein, wie es einmal war. Ebenso wie die jungen Männer der indianischen Kulturen in die Wildnis ziehen, um zum Mann zu werden, reiten John Cole und Lacey Rawlins nach Mexiko. Mexiko ist eine harte und karge Welt, in der sie sich beweisen müssen. Und hierzu haben sie reichlich Gelegenheit. So treffen die beiden auf den schwierigen Außenseiter Blevins, eine Begegnung die später schicksalsentscheidend sein soll. Auf einer großen Hacienda reiten sie wilde Mustangs zu. "They break horses", wie es im englischen Originaltext heißt. Hier verliebt sich John Cole in die Tochter des Hacienda-Besitzers Alejandra. Es handelt sich natürlich um eine verbotene Verbindung, in die die Großmutter des Mädchens eingreift. Sie ist eine der außergewöhnlichsten Figuren. Sie repräsentiert das alte und immerwährende Mexiko. In einer Unterredung mit John Cole spricht sie ihm ins Gewissen: "There is no forgiveness. For women. A man may lose his honor and regain it again. But a woman cannot. She cannot." Cole und Rawlins werden von ihr verraten und die beiden landen in einem schrecklichen Gefängnis, in dem es nur ums Überleben geht. Einer der großartigsten Teile des Romans handelt davon, wie John Cole sich den Weg zurück in seine Heimat erkämpft. Mehr soll hier von der Handlung nicht verraten werden.
McCarthys Bücher sind Weltliteratur. McCartys Sprache ist äußerst rhythmisch und poetisch. Erst wenn man sich dem Tempo der Sprache anpasst, kann man den Roman in vollen Zügen genießen. Bei McCarthy muss man mit der Sprache atmen und es wimmelt nur so von unvergleichlichen Sätzen wie beispielsweise: "But there were two things they agreed upon wholly and that were never spoken and that was that God had put horses on earth to work cattle and that other than cattle there was no wealth proper to a man".
In der Border-Trilogie ist es vor allem das Thema der Grenze, das in verschiedener Hinsicht erarbeitet wird: die Grenze von den USA nach Mexiko, die Grenze zwischen Jugend und Erwachsen sein, zwischen Zivilisation und Wildnis, zwischen Liebe und Tod. McCarthy ist ein Autor der Grenzerfahrung. Seine Bücher arbeiten sich ab am Kernpunkt der amerikanischen Kultur: der "frontier". Kann es eine amerikanischere Literatur geben als Cormac McCarthys "Border-Trilogie". Zugleich handelt es sich bei McCarthys Büchern, speziell bei der Border-Trilogie um ein echtes Stück Männerliteratur. Es sind Bücher, in denen in einer weiten Landschaft die großen Entscheidungen getroffen werden. Wenn es ein Pendant zum Begriff der Frauenliteratur geben soll, dann finden wir ihn hier. Aber von so etwas will unser zivilisiertes nivillierendes Bewusstsein vermutlich nichts wissen.

Thomas Reuter
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22 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einer der größten Erzähler der Gegenwart, 9. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: All die schönen Pferde (Broschiert)
Cormac McCarthy wurde 1933 in den USA geboren. Sein Werk, das erst in den letzten Jahren in Deutschland veröffentlicht wurde, umfasst inzwischen sechs Romane. ALL DIE SCHÖNEN PFERDE ist der erste in sich abgeschlossene Teil der sogenannten Border-Trilogie. Das Buch wurde 1992 mit den beiden höchsten amerikanischen Literaturpreisen ausgezeichnet und auch in Deutschland war die Kritik begeistert.
Die Handlung spielt im Jahr 1949. Zwei Teenager, John Grady und Lacey Rawlins, träumen vom großen Abenteuer und reißen von zuhause aus. Sie überqueren den Rio Grande und entdecken in Mexiko eine fremde, aufregende Welt, in der ihre Hoffnungen vom freien Leben sich scheinbar erfüllen. Grady und Rawlins finden auf der Hacienda des reichen Pferdezüchters Don Hector Arbeit und Grady verliebt sich in Alejandra, Don Hectors Tochter. Alejandra erwidert seine Gefühle und die beiden erleben ihre erste große Liebe. Aber dieses Idyll ist nicht von Dauer. Plötzlich werden Grady und Lacey ins Gefängnis geworfen. Dort herrschen bloße Gewalt und das Recht des Stärkeren. Alle Abenteuerromantik ist mit einemmal dahin und die beiden müssen um ihr nacktes Überleben kämpfen.
ALL DIE SCHÖNEN PFERDE ist ein spannender Abenteuer- und wundervoller Liebesroman, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und den Verlust von Illusionen. McCarthys Prosa ist mal poetisch, mal nüchtern-lakonisch, immer mitreißend. Es gibt in der Literatur dieser Zeit nicht viele, die es mit ihm aufnehmen können. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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All die schönen Pferde
All die schönen Pferde von Cormac McCarthy (Taschenbuch - 1. September 2000)
EUR 9,99
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