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74 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholie des Unerreichbaren
In Ausweitung der Kampfzone erzählt Michel Houellebecq von einer Welt, in der jegliches menschliches Verhalten den Marktgesetzen unterworfen ist, und von denjenigen, die nicht über genügend Tauschmittel (gutes Aussehen, Erfolg, Geld) verfügen, um an diesem Leben teilzunehmen.
Die äußere Handlung des Romans ist schnell erzählt. Ein...
Am 23. Juli 2005 veröffentlicht

versus
17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die ewigen pubertären Nöte der Informatiker
Über Houllebeqcs „Ausweitung der Kampfzone" lässt sich hervorragend streiten. So hervorragend, dass man das Buch dazu gar nicht gelesen haben muss. Die Thesen sind ja auch schnell erklärt: Wir leben in einer 2-Klassen Gesellschaft, in der der Sex so ungerecht verteilt ist, wie das Geld. Die einen sind schön, und haben viel Sex, die anderen sind...
Am 29. Januar 2001 veröffentlicht


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74 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholie des Unerreichbaren, 23. Juli 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Gebundene Ausgabe)
In Ausweitung der Kampfzone erzählt Michel Houellebecq von einer Welt, in der jegliches menschliches Verhalten den Marktgesetzen unterworfen ist, und von denjenigen, die nicht über genügend Tauschmittel (gutes Aussehen, Erfolg, Geld) verfügen, um an diesem Leben teilzunehmen.
Die äußere Handlung des Romans ist schnell erzählt. Ein kleiner Angestellter eines Software-Unternehmens wird im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums - zusammen mit einem Kollegen namens Tisserand - auf eine Dienstreise geschickt, um Software-Schulungen durchzuführen. In einer Reihe episodenhafter Geschehnisse wird die Hoffnungslosigkeit und Verlorenheit des Protagonisten in der Welt deutlich.
Wie Camus' Held Meursault in „Der Fremde" ist auch die Hauptperson in Houellebecqs Roman ein Franzose, der bar aller Bindung und ohne Liebe gleichgültig dahinlebt. Auch der Ton der beiden Werke gleicht sich. Dem „Heute ist Mama gestorben. Vielleicht auch gestern, ich weiß nicht." setzt Houellebecq ein: "Von Zeit zur Zeit bleibe ich am Straßenrand stehen, rauche eine Zigarette, weine ein bißchen und fahre weiter." entgegen. Es gibt weitere Parallelen zum Werk Camus', und auch eine gewisse Nähe zu Sartres „Der Ekel" lässt sich nicht leugnen, aber dennoch setzt „Ausweitung der Kampfzone" nicht die Reihe französischer existenzialistischer Nachkriegsromane fort, denn anders als Antoine Roquentin in Sartres „Der Ekel" versucht Houellebecqs Protagonist nicht, seinem Ekel in und vor der Welt auf den Grund zu gehen, sondern nimmt ihn mit fatalistischer Gelassenheit als unabänderlich hin. Houellebecqs Helden erleben nie die von Ernst Bloch beschriebenen „Melancholie des Erreichten", weil sie sich in einem Stadium fortwährender Melancholie des Unerreichbaren befinden.
Das Traurige an Houellebecqs Geschichten ist deshalb nicht, dass es einer Minderheit, die sich durch Beruf, Konsum und sexuelle Erfolge definiert, gelingt, die Mehrheit als Lebensverlierer abzustempeln, sondern dass Houellebecqs Helden auch noch mit Neid auf eben jenes wohlhabende Erlebnisproletariat schauen, das meint alles zu haben, nur weil es sich jederzeit überflüssige Konsumgüter leisten und Sex haben kann.
In Houellebecqs Helden stürmt und drängt nichts, ihnen fehlt jeglicher Idealismus, die Welt nach ihren Vorstellungen zu formen. Wenn Rüdiger Safranski recht damit hat, dass Idealismus ist, wenn man mit der Kraft der Begeisterung länger lebt, als es der Körper erlaubt, dann sind Houellebeqcs Helden bereits tot, ohne es zu wissen. Mit Houellebecq ist also kein Weltverbesserer am Werk, sondern ein pessimistischer Realist, der sich fragt, warum wir bloß nie, nie geliebt werden. "Pourquoi ne pouvons-nous jamais, jamais, être aimés?" (aus Houellebecq, Suche nach Glück, S. 62, 63).
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsamkeit, Leere, Hoffnungslosigkeit!, 28. November 2006
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Taschenbuch)
Houellebecqs erster Roman "Ausweitung der Kampfzone" ist mit nur knapp 150 Seiten recht kurz. Doch deutlicher als in seinen bekannteren Spätwerken konfrontiert der Autor den Leser hier mit seiner Philosophie. Und das schmerzt und ist verletzend, da man spürt, dass Houellebecq genau die einfachen Wahrheiten ausspricht, denen man sonst pikiert ausweicht.

"Ich liebe diese Welt nicht. Ich liebe sie ganz entschieden nicht. Die Gesellschaft, in der ich lebe, widert mich an" (82). Der dreißigjährige Erzähler ist ein verbitterter und zynischer Misanthrop, der seinen Job als Informatiker hasst und sich keine große Mühe gibt, seine Verachtung gegenüber seinen Mitmenschen zu verbergen. Eines Tages wird er mit seinem Kollegen Raphael Tisserand auf Geschäftsreise geschickt. Tisserand wird vom Erzähler als ein Mensch von abrundtiefer Hässlichkeit beschrieben: "Er ist so hässlich, daß er die Frauen abstößt und es ihm nicht gelingt, mit ihnen zu schlafen. [...] Er hat exakt das Aussehen einer Büffelkröte – fleischige, grobe, breite, deformierte Züge, genau das Gegenteil von Schönheit. Seine glänzende Aknehaut scheint unaufhörlich ein fettiges Sekret auszuschwitzen. Er trägt eine Bifokalbrille, denn zu allem Überdruß ist er stark kurzsichtig – aber ich fürchte, wenn er Kontaktlinsen trüge, würde das auch nicht viel ändern" (55f.)

Während der Reise versucht Tisserand ständig Frauen aufzureißen, was auf Grund seiner Hässlichkeit immer mit einer Demütigung endet. Irgendwann platzt dem Erzähler der Kragen und er konfrontiert Tisserand mit der nackten Wahrheit: "Der sexuelle Mißerfolg, Raphael, den du seit der Pubertät erfahren hast, die Frustration, die dich verfolgt, seit du dreizehn bist, werden in dir eine unauslöschliche Spur hinterlassen. [...] Die Wunde in dir schmerzt, sie wird immer schmerzhafter werden. Eine schreckliche, unbarmherzige Bitterkeit wird am Ende dein Herz erfüllen. Für dich gibt es weder Erlösung noch Linderung" (116).

Houellebecqs Erstlingswerk wird oftmals als Gegenbuch der Moderne bezeichnet. "Ausweitung der Kampfzone" ist eine brutale Abrechnung mit der liberalen Sexualethik der 68er Generation. Der Autor vergleicht den Kampf um Sexualpartner mit dem Wirtschaftsliberalismus: "Wie der Wirtschaftsliberalismus [...] erzeugt der sexuelle Liberalismus Phänomene absoluter Pauperisierung" (99). Sprich, es gibt ein paar Gewinner, aber die meisten, die Hässlichen, bleiben auf der Strecke und sind dazu bestimmt, ein Leben voller (sexueller) Demütigungen zu führen.

Fazit: Mit brutal minimalistischer Sprache zeichnet Houellebecq den Menschen als reines Triebwesen, der dazu bestimmt ist, ein Leben voller Frust und Einsamkeit zu führen. Einen Ausweg gibt es nicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Frühwerk, 3. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Taschenbuch)
"Kampfzone" enthält alle Elemente eines typischen Houellebecqs: Detaillierte Schilderungen der sexuellen Phantasien des Autors, Abgründe unserer Gesellschaft und die erfolglose Suche nach Liebe und Glück, geschrieben im typischen beiläufig-ironischen Stil. Nebenbei rechnet H. mit schwerfälliger Behördenbürokratie und egoistischen Karrieristen ab. Wie üblich teilweise erschreckend und mitunter humorvoll, jedoch noch nicht so ausgereift wie Plattform, trotzdem ein Muß für alle Fans - und für aufstrebende Angestellte der Softwarebranche.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Spiegelbild der Emotionslosigkeit, 26. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Gebundene Ausgabe)
Wenn wir ehrlich sind, steckt in jedem von uns ein Teil des Romanhelden. Das im Buch beschriebene Stadium der Depression und Ausweglosigkeit nimmt hier allerdings teilweise animalische Züge an. Letztendlich beweist uns das Buch, daß die Frustration der Romanfigur und dessen Verhalten auf dem Mangel an Anerkennung und Liebe basiert. Trotz allem schafft es das Buch den Leser teilweise in eine Art Endzeitstimmung zu versetzen.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Haut ist die Grenze meiner Welt, 27. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Taschenbuch)
Michel Houllebecq: Ausweitung der Kampfzone. rororo-taschenbuch1999
"Der Roman der 90er und heute schon ein Klassiker." - steht am Buchrücken. Das klingt sehr vielversprechend und der Inhalt des Buches hält, was dieser Satz verspricht. Die Hauptperson des in der Ich-Form geschriebenen Romans, ein gut verdienender Informatiker, der schon seit zwei Jahren, seitdem er sich von seiner Freundin getrennt hat, ohne sexuelle Beziehung lebt und darunter leidet, und sein Kollege Tisserand, der aufgrund seiner Hässlichkeit, wie sie im Roman beschrieben ist, noch nie zu einer sexuellen Beziehung gefunden hat. Die beiden ziehen berufsbedingt durch ein winterliches Frankreich, gehen in Diskotheken, versuchen ihr "Glück in der Liebe" und finden es nicht. Die Sexualität ist das einzige, was die Menschen noch zusammenhält, die sexuelle Gier, die Menschen zu Wölfen macht. Es ist wie in der Wirtschaft, es gibt die erfolgreichen, die gut aussehen und dann auch Erfolg haben und die, die dabei auf der Strecke bleiben, weil sie nicht der gefragte Typ sind. "Die Sexualität ist ein System sozialer Hierarchie" steht da einmal geschrieben. Das ist eigentlich sehr erschütternd, und man wäre fast versucht zu sagen, der Autor will uns da vom Ende der Liebe erzählen. Dass es nach sexueller Befreiung und Gleichberechtigung immer noch Verlierer gibt, und zwar auf einem Gebiet, wo die Niederlage für alle am schmerzvollsten ist, ist eine bittere Erkenntnis. Auf was soll man dabei noch hoffen? Die Hauptfigur fällt schließlich in eine tiefe Depression: "Ich bin mitten im Abgrund, ich spüre meine Haut wie eine Grenze, die Außenwelt ist das, was mich zermalmt.", heißt es da etwa am Ende. Bei Wittgenstein hieß es etwa noch: "Die Sprache ist die Grenze meiner Welt. Selbst an einer Hauterkrankung leidend, weiß ich aber, was damit gemeint ist, und so hat mich das Buch auch sehr tief berührt. Dass Frauen schlecht wegkommen - Psychologiestudentinnen sind alles Schlampen, heißt es etwa einmal -, und dass auch die Psychoanalyse nicht viel wert ist, sind doch alle Frauen, die sich ihr einmal unterzogen haben, gefühllose lieblose Egomaninnen, schwächt für mich allerdings die Grundaussagen des Buches ein wenig, zu sehr riecht mir das nach Machogehabe. Haben es Frauen, die nicht dem Model-Ideal unserer Hochglanzillustrierten gleichen, hier nicht noch viel schwerer, müsste man hier fragen. Es ist schon ein ziemlich hartes Buch, eine gnadenlose Abrechnung mit dem Lifestyle unserer Zeit, fünfundfünfzig Jahre nach Henry Millers "Sexus" etwa, diesem Hohelied auf die Schönheit der Sexualität. Helmut Schiestl, Innsbruck
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausweitung der Kampfzone, 20. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Taschenbuch)
Gnadenlos und ohne ein Tabu auszulassen zieht Michel Houellebecq über die Welt her. Und wenn ein Thema, dass er behandeln will, gerade nicht in den Kontext passt, fügt er Ausschnitte aus Tiergeschichten ein, die sein Ich-Erzähler hobbymäßig schreibt.
Dieser ist ein Außenseiter in Perfektion: Informatiker, allein lebend, keine Freunde, verzweifelt.
Auf jeden Fall absolut lesenswert, allerdings nichts für schwache Nerven, denn dieses Buch nimmt unsere Welt richtiggehend auseinander.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deprimierend aber GUT!, 26. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Taschenbuch)
Kurzgesagt: Mit seiner beklemmenden und schwermütigen Stimmung ist das Buch nicht gerade aufbauend- aber das muss es ja auch nicht sein! Ansonsten interessante Ansichten und ein cooler Schreibstil!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, daß am Stück verschlungen werden will, 28. September 2001
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbar offener und schonungsloser Roman, mit einem großem literarischen wie philosophischen Potential. Ein intellektuelles Schmankerl sozusagen, daß sich kein Leser entgehen lassen sollte, der einen ironischen Blick auf sein eigenes vermeintlich verpfuschtes Sexualleben werfen möchte.
Zitat "In meine Wohnung kehrte ich ohne rechte Begeisterung zurück. Die Post beschränkte sich auf eine Zahlungserinnerung für ein erotisches Telefongespräch (Natascha stöhnt live) und einen Brief der Firma Trois Suisses über einen neuen Telefonservice namens Chouchoutel, der die Essenbestellung vereinfacht."
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeder Tag ist ein neuer Tag., 21. Juli 2000
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Taschenbuch)
Warum es für einen Single schier unmöglich ist, sich ein Einzelbett zu kaufen (ohne dabei sein Gesicht zu verlieren).
Houellebecq filetiert die konsum- und karriereorientierte Gesellschaft der rund 30er mit all ihrer Oberflächlichkeit und ihren fehlenden Visionen. Er seziert sie schonungslos, vielleicht manchmal unappetitlich, aber immer wohlgezielt und voll bitterem Witz. Wir begleiten Houellebecqs Helden einen kurzen zusammenhängenden Zeitraum durch sein beruflich nur scheinbar erfolgreiches Leben, das genauso leer ist wie sein privates Leben, was sich aber fraglos nicht sonderlich unterscheidet von tausend Leben in Frankreich, Deutschland etc., von eben Menschen dieser Altersgruppe. Wir begleiten ihn das kurze Stück mit seinen lakonisch berichteten Alltagserlebnissen, geführt durch seine inneren Monologe, die bei näherer Betrachtung dann nicht mehr alltäglich sind, sondern ihn zwangsläufig in den totalen psychischen Zusammenbruch führen. Dem Autoren gelingt es mit seiner kompromisslosen Erzählung, den schönen Schein unserer (Wohlfühl-)Gesellschaft zu zerreißen. Ein reizvoller und provokanter Schreibstil machen dieses Werk zu mehr als nur zu einer kurzweiligen Literatur, es ist ein Lichtblick in dem gleichmütigen Allerlei.
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düster, schwierig, aber interessant, 16. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ausweitung der Kampfzone (Taschenbuch)
Ein Buch über die Einsamkeit und über die Leere in der Informationsgesellschaft
Die Held des Romans arbeitet in einer EDV-Firma. Beruflich gehört er als Softwareexperte zu den Gewinnern in der freien Marktwirtschaft. Langsam wird im aber bewußt, dass er in der Welt der großen sexuellen Freiheit zu den Verlierern gehört. Er hatte früher zwar einmal eine Freundin gehabt, doch selbst bei ihr hatte er immer einen leichten Widerwillen beim Geschlechtsverkehr bemerkt. Eine neue Freundin findet er nicht. Er bemüht sich verzweifelt aus seiner Isolation herauszukommen, jedoch ohne Erfolg. Mit einem Kollegen, der genauso häßlich ist, wie er selbst, versucht er an junge Frauen in einer Disco heranzukommen. Diese interessieren sich jedoch nur für andere Männer. Um seine eigene Wut auszuleben, stiftet er seinen Kollegen zum Mord an. Dieser begeht jedoch in seiner Verzweiflung durch einen beabsichtigten Verkehrsunfall Selbstmord. Nachdem er in immer tiefere Depressionen stürzt, merkt er dass er keinen wirklichen Halt in seinen Mitmenschen hat. In der Firma fällt er mit seinen Auffälligkeiten sofort durch das soziale Netz, denn für zwischenmenschliche Probleme ist in einer Softwarefirma kein Platz.
Mit Ausweitung der Kampfzone will der Autor ausdrücken, dass es in einer Gesellschaft der totalen sexuellen Freiheit ebenso wie in der Marktwirtschaft Gewinner und Verlierer gibt. Menschen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen, haben keine Chance Wärme oder Geborgenheit zu erfahren bzw. ein erfülltes Sexualleben zu haben. Ín unserer Gesellschaft ist zwar alles vorhanden, was man nicht braucht, jedoch nicht das was für das menschliche Glück notwendig ist. Seine Theorien bewegen sich aber letztlich auf derselben abstrakten Ebene, wie diejenigen der Computerexperten, ohne die Schwierigkeiten auf konkreter Ebene anzugehen. Aber genau dies ist eben die Problematik der Hauptperson, die in bisher für männliche Autoren ungewohnt offener Form beschrieben wird. Es ist kein aufheiterndes Buch, jedoch lesenswert, weil es sicher viele andere Menschen gibt, die diesselben Schwierigkeiten mit dem Leben haben.
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Ausweitung der Kampfzone
Ausweitung der Kampfzone von Michel Houellebecq (Taschenbuch - Mai 2000)
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