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5.0 von 5 Sternen Einblick in Verbreitung und Kontroversen rund um den Existentialismus, 11. Juli 2010
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Der Existentialismus ist ein Humanismus: Und andere philosophische Essays 1943-1948 (Taschenbuch)
Der Sammelband "Der Existentialismus ist ein Humanismus" enthält wichtige Aufsätze, Zeitungsartikel, Vorträge und Aufzeichnungen von Diskussionsrunden von oder unter der Beteiligung von Jean-Paul Sartre aus den Jahren zwischen 1943 und 1948. Die Beiträge geben nicht nur einen Einblick in das Denken des großen Philosophen sondern beleuchten vor allem die Kontroversen und Diskussionen, die sich um Sartre und den Existentialismus entzündet haben. Eine zentrale Position nimmt dabei der titelgebende Vortrag "Der Existentialismus ist ein Humanismus" ein, den Sartre im Oktober 1945 gehalten hat und der wie kaum ein andrer seiner Texte zur Verbreitung der Philosophie des Existentialismus beigetragen hat.

Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass dieser Vortrag sehr zugänglich die Grundprämissen des Existentialismus umschreibt und daher für weite Teile der interessierten Öffentlichkeit ansprechender war als zum Beispiel Sartres zwei Jahre zuvor erschienenes philosophisches Hauptwerk Das Sein und das Nichts. So erläutert Sartre hier genau, was mit dem existentialistischen Credo "Existenz kommt vor Essenz" gemeint sein soll: "Es bedeutet, daß der Mensch erst existiert, auf sich trifft, in die Welt eintritt, und sich erst dann definiert" (149). Ebenso geht er auf den mit Abstand berühmtesten Satz aus Das Sein und das Nichts "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt" ein: "Verurteilt, weil er sich nicht selbst erschaffen hat und dennoch frei, weil er einmal in die Welt geworfen für all das verantwortlich ist, was er tut" (155). Abschließend erläutert Sartre, aus welchem Grund er den Existentialismus als Humanismus bezeichnet: "Humanismus, weil wir den Menschen daran erinnern, daß es keinen anderen Gesetzgeber als ihn selbst gibt und daß er in der Verlassenheit über sich selbst entscheidet" (176).

Sartre selbst distanzierte sich später von diesem Vortrag, da er ihm im Nachhinein zu vereinfacht darstellend erschien. Fast noch wichtiger als der Inhalt ist bei den hier zusammengestellten Texten der geschichtliche Kontext, der viel über die Verbreitung sowie die heftigen Kontroversen im Zusammenhang mit dem Existentialismus offenbaren.
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5.0 von 5 Sternen Gute Einführung in den Existentialismus, 11. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Existentialismus ist ein Humanismus: Und andere philosophische Essays 1943-1948 (Taschenbuch)
Der vorliegende Sammelband enthält Ausätze Sartres zu verschiedenen Themen, die allerdings alle mehr oder weniger seiner philosophoischen Denkrichtung, dem Existentialismus, nahestehen. Enthalten ist auch der bekannte Vortrag: "Der Existentialismus ist ein Humanismus", der die Idee dieser Denkrichtung recht ausführlich erläutert. Sartre wurde von Gegnern des Existentialismus immer wieder attackiert. Meist mit der Begründung, der Existentialismus sei eine menschenfeindliche Ideologie, eine Art abstoßender Nihilismus, vor dem die Menschen bewahrt werden müssten. Da prinzipiell auch atheistisch angelegt, waren auch kirchentreue Gesellen nicht begeistert von diesem Gedankengebäude. Sartre versucht, diese Einwände zu entkräften und dem Existentialismus ein humanistisches Gesicht zu geben. Das gelingt ihm eindrucksvoll. Zwar sieht der Existentialismus gemäß seinem Credo: "Die Existenz kommt vor der Essenz" den Menschen als ohne Daseinsgrund nackt in die Welt geworfenes Geschöpf, das prinzipiell niemanden etwas schuldig ist und keine Aufgabe hat, die es sich nicht selbst stellt. Der Mensch als "Tier, das nicht passt" (Sloterdijek) hat nichts als seine blanke Existenz. Eine höhere Aufgabe gibt es nicht und kein Mensch ist a priori - im Gegensatz zu seinem Platz in einer bestehenden Gesellschaft - höher gestellt als ein anderer. Ausflüchte wie Konventionen, Neigungen und die Lebensgeschichte eines Menschen zählen nicht als Begründungen für Entscheidungen.

Jedes Individuum muss in jedem Aufgenblick seines Lebens allein - d.h. mit allen Konsequenzen, die sich aus einer Entscheidung ergeben können - entscheiden, kein anderer Mensch, auch nicht der engste Vertraute, kann ihm das abnehmen. D.h. wenn jemand wahrhaft humanistisch handeln möchte, trägt er bei jeder Entscheidung, da er weiß, dass die anderen ebenso alleine sind und entscheiden müssen, die volle Verantwortung auch für die anderen. Entscheiden muss man allein, aber die Verantwortung für die anderen, die im selben Boot sitzen, hat man trotzdem. Diese Bürde ist die Last des Existentialismus, die Sartre beschreibt. Gleichzeitig gibt sie dem Menschen aber auch seine Würde. Als ohne Sinn geschaffene Wesen hat prinzipiell jeder Mensch die Fähigkeit, sich dem "Richtigen" und "Guten", was immer es für einen einzelnen Menschen bedeutet, zuzuwenden. Sartre sagt: "der Mensch, der sich engagiert und sich bewußt wird, daß er nicht nur jener ist, der zu sein er wählt, sondern auch ein Gesetzgeber, der mit sich die gesamte Menschheit wählt, dieser Mensch kann dem Gefühl seiner totalen und tiefen Verantwortung nicht entrinnen".

Der Existentialismus sieht den Menschen als verantwortlich für sein Leben an. Biologische Erklärungsansätze für den Menschen werden abgelehnt, da deren Vertreter ebenso in die Existenz geworfene Individuuen sind, die für die anderen entscheiden müssen. Sartre sagt demensprechend, dass "jeder Mensch, der einen Determismus erfindet, unaufrichtig" sei. Jeder Mensch, der seine Leidenschaften vorschiebt und sein Verhalten damit begründet sei - in Sartres harten Worten - ein Feigling. Ein solches Menschenbild mag rau erscheinen, da es die Wahrheit über den Menschen bis zu einem gewissen Grad offen legt, wie Sartre meint: "...wenn der Existentialist jedoch einen Feigling beschreibt, sagt er, dieser Feigling ist für seine Feigheit verantwortlich". Der Mensch hat daher fast immer die Möglichkeit, zu scheitern, doch ist Scheitern etwas menschliches. So mag der Existentialismus nach Sartre anfangs zwar kühl und steinern wirken, doch im Angesicht dessen, dass der Mensch sich selbst wiederfinden und sich davon überzeugen muss, "daß nichts ihn vor sich selbst retten kann, und sei es auch ein gültiger Beweis der Existenz Gottes", zeigt er seine Würde, die er dem Menschen verleiht. Die weiteren Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit dem Existentialismus nahestehenden Themen, wie dem Cogito von Descartes, das ja quasi die Anfangsbedingung des Existentialismus beschreibt, "Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis" oder "Materialismus und Revolution". Als Einführung in den Existentialismus ist der Band gut geeignet, da in zwei Aufsätzen explizit auf die Frage eingegangen wird, was der Existentialismus denn nun sei und wie man ihn charakterisieren könne.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weiterzuempfehlen, 22. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Existentialismus ist ein Humanismus: Und andere philosophische Essays 1943-1948 (Taschenbuch)
Der Sammelband, der philosophische Essays Sartres enthält, ist sehr geeignet für Anfänger, die einen Einstieg in den Existenzialismus wagen wollen.
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16 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was ist Existentialismus?, 11. Mai 2001
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Existentialismus ist ein Humanismus: Und andere philosophische Essays 1943-1948 (Taschenbuch)
Darum dreht sich ein Teil des Inhalts dieses Buches. Es will Vorurteile gegenüber dem Existenzialismus beseitigen und dem Leser die wahren Ziele dieser interessanten Form der Philosophie näherbringen. Das ist Sartre überraschend gut gelungen und das Buch ist dabei nicht allzu trocken. Was mich allerdings davon abgehalten hat, dem Buch fünf Sterne zu geben, war: Sartre schreibt oft sehr lange und komplizierte Sätze, die den Lesespaß etwas trüben.
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Der Existentialismus ist ein Humanismus: Und andere philosophische Essays 1943-1948
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