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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein vielschichtiges Buch
"Die Prozedur" ist ein erstaunliches Werk. Erstaunlich vorallem deshalb, weil Mulisch es souverän schafft, eine Geschichte zu erzählen, die bei erster Betrachtung eigentlich langweilig klingt, dann aber eine Fülle an Hintergedanken und eigenständigen Geschichten in der Handlung beinhaltet.
So wird einem Leser mit einigen Vorkenntnissen auffallen,...
Veröffentlicht am 24. März 2005 von miriamafischer

versus
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hohe Erzählkunst, aber sperrig
Bevor uns Mulisch mit der amüsant-verstrickt-mysteriösen Geschichte des Biologen Viktor Werker unterhält, sind zwei Exkurse notwendig, einer zum Thema Schreiben und ein weiterer ins frühe Mittelalter, als ein Rabbi von seinem Herrscher genötigt wird, einen Golem zu schaffen, um als Gegenleistung bessere Lebensbedingungen im jüdischen Ghetto...
Veröffentlicht am 10. Mai 2004 von Thomas Liehr


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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein vielschichtiges Buch, 24. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur (Taschenbuch)
"Die Prozedur" ist ein erstaunliches Werk. Erstaunlich vorallem deshalb, weil Mulisch es souverän schafft, eine Geschichte zu erzählen, die bei erster Betrachtung eigentlich langweilig klingt, dann aber eine Fülle an Hintergedanken und eigenständigen Geschichten in der Handlung beinhaltet.
So wird einem Leser mit einigen Vorkenntnissen auffallen, dass Mulisch sich häufig Szenen oder Handlungsaspekten bekannter Bücher wie "Der Tod in Venedig" oder auch "Homo Faber" bedient und seine Hauptfigur Victor Werker in gewisser Weise zu einem modernen Gustav Aschenbach macht, dessen Leben in einer tiefen Krise steckt.
Einfach ist "Die Prozedur" sich nicht zu lesen- dafür sorgt Mulisch mit jüdischer Mystik, Genetik und viel Symbolik. Kann man sich selbst jedoch etwas dafür begeistern, so lässt einem das Schicksal Victor Werkers nicht mehr los.
Fazit: "Die Prozedur" ist ein wunderschönes Buch, das sich aber dem Leser erst mit einem gewissen "Vorwissen" völlig erschließt.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein intelligentes Meisterwerk, 14. Juni 2004
Von 
Andreas Wittenburg (Hamburg, Hamburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur (Taschenbuch)
Zu Beginn auf wenigen Seiten grundsätzliches über Literatur, Irrtümer in der Schöpfungsgeschichte und andere Einsichten. Dann beginnt eine geruhsame Einführung eines Mannes, aber nur sehr kurz. Dann, ebenfalls auf wenigen Seiten ein Szenario von atemberaubender Fantasie über einen Rabbi, dem befohlen wird, einen Golem zu erschaffen.
Ein atemloser Einstieg als würde der Leser an der Findung der Geschichte unmittelbar teilhaben.
Und dann beginnt sie, die Geschichte über einen Wissenschaftler, der eine große Entdeckung gemacht und damit als Nobelpreiskandidat gehandelt wird. Dieser hochinteressante Mensch schreibt Briefe an seine Tochter, berührende intelligente Briefe, in denen er sich- und ihr das Leben erklärt, das Scheitern seiner Ehe, seine Karriere. Als nüchterner Kontrast immer wieder Einsichten übr die Physik und scharfsichtige Beobachtungen der Welt im Allgemeinen. Trotz der wenigen Seiten läßt sich der Roman Zeit, so wie der Protagonist Zeit braucht, um zu Einsichten zu kommen und diese zu Papier zu bringen.
Während sich von Brief zu Brief mehr Puzzlesteine der tief berührenden Geschichte zusammenfügen, ändert sich die Atmosphäre. Immer surrealer und traumhafter werden die Geschehnisse, immer mehr drängen die Ereignisse auf das unvermeidliche Finale zu (das zu verraten wäre ein Frevel).
Für mich ist dieses eines der besten bücher der letzten Zeit, das mich vollends in seine Geschichte hineingezogen hat, und nach dessen Ende ich einen ganzen Tag wie benommen war. Uneingeschränkt empfehlenswert.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Anfang war das Wort, 1. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur (Taschenbuch)
Victor Werker ist ein erfolgreicher Chemiker und Biologe. Ihm ist Bahnbrechendes gelungen. Er konnte mit Hilfe neuester wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse aus unbelebter Materie Leben schaffen. Den Eobionten. Er sieht sich geradezu prädestiniert für den Nobelpreis, durch eine Schöpfung, die allein schon in ihrer philosophischer Deutung, Gott in Frage stellt.
Doch während es dem biblischen Gott gelang seinen Menschen aus Staub und Lehm zu erschaffen und selbst der Prager Rabbi Löw mit Hilfe kabbalistischer Inspiration einen menschenähnlichen Golem schuf, verlässt sich Werker lediglich auf Wissen und Technologie und es gelingt ihm nur die primitivste Form kristallinen Lebens.
Seinen beruflichen Erfolg geradezu widersprechend, stirbt Victors ungeborene Tochter kurz vor der Geburt im Mutterleib. Victor kann weder eingreifen, noch sieht er sich in der Lage, bei der Geburt des toten Kindes seiner Freundin Beistand zu leisten und steht somit inmitten einer Lebens- und Beziehungskrise. Mit Wissen und technischen Einzelheiten bestens vertraut, ist er ausser Stande die richtigen Worte zu finden, diese Krisen zu meistern. Vergleichbar seiner Schöpfung, besteht das Leben nicht nur aus der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern auch aus Geist und Inspiration.

Vielschichtig und literarisch uneinheitlich ist dieses Werk angelegt. Seine vier Teile unterscheiden sich in der Erzählform grundsätzlich. Beginnend mit einer lexikalen Abhandlung über die Schöpfungsgeschichte, der Thora, jüdischen Traditionen und in Spuren kabbalistischer Lehre, setzt sich die Geschichte mit der Erschaffung des Prager Golem im 16 Jh. fort. Erst danach beginnt die Geschichte von Victor Werker mit einem Porträt, Briefen an seine Tochter und endet schließlich in der Ich-Erzähl-Form. Ungeachtet der uneinheitlichen Erzählweise wird der Leser von Beginn an in den Bann der Lektüre gezogen. In zahlreichen Anspielgungen und Analogien werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit den traditionellen Weisungen und Geboten der jüdischen Thora verknüpft. So ähnelt die von Victor bewunderte Entdeckung der DNA-Sequenz verdächtig der kabbalistischen Beschwörungsformel, die Rabbi Löw zur Belebung seines Golems spricht. Geschickt verpackt Mulisch dieses Fachwissen in seinen Handlungsstrang, so dass es nicht störend sondern ergänzend wirkt und der Lesefluss erhalten bleibt.

Ein wunderbares geistreiches Werk, dass man so schnell nicht aus der Hand legt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hohe Erzählkunst, aber sperrig, 10. Mai 2004
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur (Taschenbuch)
Bevor uns Mulisch mit der amüsant-verstrickt-mysteriösen Geschichte des Biologen Viktor Werker unterhält, sind zwei Exkurse notwendig, einer zum Thema Schreiben und ein weiterer ins frühe Mittelalter, als ein Rabbi von seinem Herrscher genötigt wird, einen Golem zu schaffen, um als Gegenleistung bessere Lebensbedingungen im jüdischen Ghetto zu bekommen. Es geht, ahnen wir, um die Macht der Worte, der Schrift (auch Gene setzen sich aus Buchstabenfolgen zusammen, mehr oder weniger), den Schöpfungsprozeß. Wie etwas später in "Siegfried" macht sich Mulisch Gedanken darüber, inwieweit Erzählung und Erzähler voneinander trennbar sind, inwieweit eine Erzählung auch den Erzähler überrascht, denn das Ergebnis kann kein Schriftsteller wirklich vorahnen. Was ist das Rezept - und wann entsteht es?
Der Biologe Werker hat Leben geschaffen, aus Kristallen, und auch der Golem ist aus Lehm entstanden. In Briefen an seine nie geborene Tochter deutet Werker die metaphysischen Verstrickungen an, plaudert aus seinem Leben, ironisch-selbstreflektiert; eigentlicher Adressat ist die eigene Exfrau, die ihn verlassen hat, weil er im Moment des Konfliktes nicht an ihrer Seite war. Zum Schluß, nach drei sehr vergnüglichen imaginären Telefondialogen mit der Ehemaligen, der er geschworen hatte, sie niemals anzurufen, wird Werker unfreiwilliger Zeuge eines telefonischen Mordkomplottes, dem er selbst zum Opfer fallen wird. Das Buch schließt mit dem Moment der Erkenntnis; Werker, der selbst Leben geschaffen hat, erkennt im letzten Augenblick die wahre Größe des Seins, die Idee, das Rezept.
Mulisch erzählt, als würde er sich eigentlich keine Leser wünschen, als wäre er es selbst, mit dem er plaudert. Die sperrige Struktur des Buches, das sich konventionellen Erzählformen redlich verweigert, mutet an, als wären ein paar Ideen zum Thema - wie immer kenntnisreich, und erfrischenderweise nie belehrend - zu einem Manuskript verklappt worden. Die Geschichte Werkers, dicht an einer puren Personenskizze, fesselt alleine aufgrund der hohen Erzählkunst Mulischs; einem anderen Autor hätte man die Figur, den Hintergrund, die Geschehnisse nicht abgenommen - und übrigens auch nicht den Kontext. Der angedeutet bleibt und als Thema über allem schwebt, auch der Begegung mit den drei "Milchbrüdern", den Drillingen, die von der Milch von Werkers Mutter genährt worden sind. Auch diese Gelegenheit nutzt Mulisch für ganz eigene Gedanken. Ein erstaunliches, etwas unkomfortables Buch über Schöpfung, Abstammung und Glauben, das am Ende mehr Fragen offen läßt, als es beantwortet - fast schon tautologisch, ist ja schließlich von Mulisch.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Entdeckung eines Fehlkaufes, 15. Mai 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur: Roman (Gebundene Ausgabe)
In der Tat entwickelte sich dieses Buch nach einem hoffnungsvollen 1. Drittel zu einer hoffnungslosen Prozedur. Es sei zu hoffen, daß der Autor sich nach seinen bisherigen Werken hoffentlich wieder zu den "himmlischen Höhepunkten" eines "Attentäters" emporschwingen wird.
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8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eine schwierige Prozedur, 1. September 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur (Taschenbuch)
Die "Prozedur" kommt nicht mit H.M.s grandioser "Entdeckung des Himmels" mit, ist aber doch so viel besser als vieles, was auf dem Markt der Belletristik herumfliegt - insofern ist die Wertung relativ! H.M. selbst teilt auf den ersten Seiten die Schriftsteller in Wörte-, Sätze- und Bücherschreiber ein, je nach Texteinheiten, in denen die Autoren am meisten brillierten. Nach einem recht interessanten Ausflug in die hebräische Buchstabenmagie und einem packend geschriebenen historischen Exkurs, in dem ein Rabbi im mittelalterlichen Prag einen Golem erschafft, stürzt der Roman ab und schwankt zwischen zwei und vier Sternen. Noch in der "Entdeckung des Himmels", ja, da war H.M. Sätze- und Romanschreiber in Personalunion, da jeder einzelne Dialog wie aus der Wirklichkeit geschnitten war und packte, dahinter der große Gedanke -und beim kosmologischen H.M. ist das "groß" zu betonen- stets sichtbar, aber unaufdringlich, schimmerte. Im zweiten Teil der "Prozedur" (Akte B) aber, in der Geschichte eines Wissenschaftlers, der primitives Leben in toter Materie schaffen konnte und sich jetzt in Briefen an seine getrennte Frau über beider totgeborenem Kind ausschüttet, versinkt der Roman in einer Art Einheitsbrei. Offensichtlich weiß der Autor nicht so recht, wie er seine Idee der "Erschaffung" vorantreiben soll; so erscheint, deus ex machina, ein Auftragsmörder, der unseren Wissenschaftler Vicotr um die Ecke bringt. Waren es monotheistische Fundamentalisten, die dem "Schöpfer" an den Kragen rückten? Diese Frage bleibt so offen wie die, ob der große Gatsby sein Geld als Waffenschieber verdiente. Victor aber darf glücklich und im Bewußtsein, das Rätsel des Todes und des Lebens gelöst zu haben, sterben; den Leser hatte er schließlich auf gut lesbare und unterhaltende, aber nicht immer stringente Art in seine Gedankenwelt eingeweiht.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nach jedem Geschmack, aber nach meinem, 17. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein geniales Werk, stimmig durchkonstruiert, fast entsetzend das ich es an einem Tag ohne Unterbrechung gelesen habe. Im ersten Teil, erzählt Mulisch in einer mystisch-dichten, Stimmung die Geschichte von der Erschaffung eines Golems. Der Text ist auch als philosophische Parabel lesbar. Er fordert den Leser durchaus. Eine Fortführung der ersten Geschichte, gibt es dann im zweiten Teil. Der Hauptcharakter wird dem Leser in aller Tiefe nähergebracht, sein tragisches Schicksal und die daraus resultierenden Handlungen werden verständlich. Ein gutes Buch, bestimmt kein Krimi, wie ich finde, und bestimmt kein Fehlkauf. Ich werde "Die Prozedur" ein zweites Mal über mich ergehen lassen.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine Zumutung!, 7. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Prozedur (Taschenbuch)
Hier wurde mit dem Namen des Autors einfach nur Geld gemacht: "Das Attentat" ist ein Meisterwerk, "Die Entdeckung des Himmels" ein unterhaltsames Lesevergnügen. "Die Prozedur" ist dagegen schlichtweg ein Zumutung: hier wurden eher wenig geitsreiche Notizen und Textcollagen - die jeder Schriftsteller im Laufe seines Lebens bei sich sammelt - in zusammenhangloser Form zu einem Buch gemacht. Das Manuskript hätte man Mulisch um die Ohren hauen sollen!
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Die Prozedur
Die Prozedur von Harry Mulisch (Taschenbuch - 2. Oktober 2000)
EUR 8,95
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