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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schlechte Zähne, guter Geist...
„Pnin" ist Lesevergnügen, und zwar nicht nur für Russisch-Studenten... Erzählt wird die Geschichte eines Charaktermenschen. Pnin, ein älterer russischer Gelehrter, aufrichtig und konsequent bis zum Umfallen, klug und einfühlsam und dennoch ziemlich lebensunfähig. Dozent an einer amerikanischen Universität und dennoch...
Am 14. September 1999 veröffentlicht

versus
5 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen So gelehrsam!
Bei Büchern von Nabokov kann ich mich nie dem Eindruck erwehren, einem Intelligenztest unterzogen zu werden. Das Beherrschen von amerikanisch, russisch, französisch und deutsch ist natürlich Voraussetzung; und wenn man dann mal ein Sprachspielchen verstanden hat, schlägt man sich gleich auf Nabokow's Seite - die Seite der Professoren. Versteht man...
Am 15. Dezember 1999 veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schlechte Zähne, guter Geist..., 14. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Pnin (Taschenbuch)
„Pnin" ist Lesevergnügen, und zwar nicht nur für Russisch-Studenten... Erzählt wird die Geschichte eines Charaktermenschen. Pnin, ein älterer russischer Gelehrter, aufrichtig und konsequent bis zum Umfallen, klug und einfühlsam und dennoch ziemlich lebensunfähig. Dozent an einer amerikanischen Universität und dennoch völlig ungeübt in der englischen Sprache (Nabokov, der sehr schnell Englisch lernte und Romane in dieser Sprache schrieb, läßt seine Erfahrungen mit einfließen) - ein Kauz, will man meinen. Und doch ist Pnin ein Ritter, ein „Guter" - und seine Erfahrungen mit seiner weggelaufenen Frau rufen Mitleid hervor - wenn auch mit einem leisen Lächeln. Wie „Nabokov" sich Pnin vorstellte: „Ein sehr netter Mensch ist er nicht, aber lustig. [...] Ein Mensch von großem moralischen Mut, ein reiner Mensch, ein Gelehrter und ein unbeirrbarer Freund. [...] Der Entwurf [eines Schutzumschlages für das Buch] sieht aus wie ein unterbezahlter Lektor der Anglistik, während er tatsächlich wie ein kahlgeschorener russischer Mushik aussehen sollte..."
Großartig geschrieben, reicht „Pnin" durchaus an Nabokovs diverse minderjährige weibliche Romanfiguren heran... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliant, herrlich komisch und tragisch, 21. Juni 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Pnin (Taschenbuch)
Professor Pnin geht einem nicht mehr aus dem Kopf, hat man diesen schrulligen Kerl erst einmal liebgewonnen. Pnin, der auch Züge seines Autors (wie den russischen Akzent, den Beruf und die Herkunft)in sich trägt, entstammt einer fernen Welt, einem längst vergangenen Jahrhundert.
Doch so komisch er dem Leser erscheint, so tragisch ist diese Figur: Er führt das Dasein eines völlig vereinsamten Emigranten, der von seinen Mitmenschen nicht erstgenommem wird. Es bleibt ihm einzig das Leid (und die Literatur natürlich). Am Ende will Pnin, der sein Leben als Untermieter, Bewohner von Studentenheimen und exzessiver Bibliotheksbenutzer verbracht hat, doch noch einmal seßhaft werden, was mißlingt; Pnin flüchtet, da er nicht mit dem geheimnisvollen Ich-Erzähler zusammenarbeiten will.
Der Roman schildert sein Leben in Episoden. Vieles scheint willkürlich, doch die 7 Kapitel sind bewußt miteinander verwoben. Die Erzählhaltung verwirrt außerdem. Sind wir dem großen Nabokov am Ende in die Falle der Fiktion gegangen? Was bedeuten die immer wieder auftauchenden Grauhörnchen?
Man möge diesen Roman, der fast zeitgleich mit "Lolita" entstanden ist, unbedingt lesen. Es lohnt sich, versprochen!
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pnin - ein tragikomischer Held, 16. Januar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Pnin: Roman (Taschenbuch)
Nabokov gelingt in diesem Roman, der sieben Szenen aus dem Leben von Professor Pnin, einem russischen Emigranten an einer amerikanischen Universität, schildert, das Kunststück, seinen Helden mitsamt seinen Macken und Unzulänglichkeiten zu schildern, ohne ihn der Lächerlichkeit preiszugeben. Nur ungern trennen sich Leser und Erzähler am Ende des Romans von seinem Helden, um ihn seinem ungewissen Schicksal zu überlassen.
Hervorzuheben an dieser Ausgabe sind die sehr sorgfältig recherchierten und ausführlichen Kommentare, die wichtige Hinweise zum Aufbau des Romans und auf die zahlreichen Anspielungen von Nabokov auf eigene und fremde Werke enthalten.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nabokovs Roman als brilliantes �Kopfkino�!, 26. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Pnin, 6 Audio-CDs (Audio CD)
Der russische Exilant Timofej Pnin lehrt als Professor für Literatur an einem kleinen College in der amerikanischen Provinz. Mit kindlicher Neugier erkundet er seine neue amerikanische Heimat und stolpert dabei von einem Missgeschick ins nächste. Geschätzt wird er nur von seinen Kollegen, die ihn für seine ausgezeichneten Fachkenntnisse bewundern. Seinen Studenten hingegen verspotten ihn wegen seiner naiven Art und seinen ungewöhnlichen Eigenarten.
Wie Pnins Stichwortkasten, in dem er seine Beobachtungen und Geistesblitze für sein noch unfertiges Buch aufbewahrt, sind auch die sieben Kapitel (aufgeteilt auf 6 CDs) miteinander verbunden. In lose zusammenhängenden Anekdoten und Beobachtungen erschafft Nabokov durch seine gewohnt brilliante, fast fotografische Sprache beim Zuhören einen inneren Film, dessen Bildfolgen einen sofort in ihren Bann ziehen.
Vorgelesen von dem Schauspieler Ulrich Matthes und verpackt in einem wunderschön gestalteten Booklet, gehört für mich dieses Hör-Buch zu einem der Gelungensten seiner Art. Absolut Empfehlenswert!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Mann!, 15. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Pnin (Taschenbuch)
Mit Pnin möchte ich meinen Abend verbringen, mit ihm essen, trinken, von ihm lernen, ihn noch besser kennen lernen, diesen außerordentlichen Professor mit gebrochenem Herzen! Eine verlorene Seele, unsschuldig, überlegen, verloren, geschunden, autonom. Ein trauriges, ein lustiges Buch, wunderbar! Man fragt sich, warum kennt, schätzt jeder bloß Lolita!?!! Warum war selbst mir dieser stille Held bisher nicht bekannt. Weltliteratur ist ein Kanon, der so manches unterschlägt. Allein Pnin zeichnet Nabokov aus!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesenswert!!, 1. Juni 2001
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist zu unrecht eines der weniger bekannten Werke Nabokovs. Es eröffnet einen unterhaltsamen Zugang zur Welt Nabokovs und bringt dem Leser den unvergleichlichen Humor des Autors nahe. Es ist weniger verschlüsselt als die anderen Werke, daher auch für Leser empfehlenswert, die sich weniger mit den Werken und der Biographie des Autors auskennen. Die sympathische Figur des Professors Pnin, die Nabokov geschaffen hat, wird einem lange im Gedächtnis bleiben.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kongenial übersetzt, kongenial gelesen, 30. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Pnin, 6 Audio-CDs (Audio CD)
Ich höre "Pnin" jetzt schon zum dritten Mal, und ich bin immer von neuem entzückt. Nabokov, einer der brillantesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, hat mit Timofej Pnin eine Gestalt erschaffen, mit der man tiefes Mitgefühl hat, trotz, nein, vielleicht wegen all seiner Mängel. Ein Kauz, ein Gelehrter, ein Tollpatsch, ein Liebender, ein Weiser. Dieses gütige Herz, das sich in einer rauhen, ungeschmeidigen , da fremden, Sprache artikulieren muss, nimmt gefangen. Und wenn man lacht - und man lacht oft beim Zuhören -, dann mischt sich in die Komik des Beschriebenen das Vergnügen am Esprit des Autors. Pnin steht würdig neben all den anderen Gestalten unserer inneren Welt, die uns die großen Dichter erschaffen haben. - Ulrich Matthes läuft beim Vorlesen zu ganz großer Form auf. Woher kann er so gut Russisch?
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tragisch-komisch wie es besser kaum geht!, 20. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Pnin (Taschenbuch)
Vladimir Nabokov zählt zweifellos zu den großartigsten Erzählern des 20sten Jahrhunderts, wenn auch hauptsächlich begründet durch den Skandalerolg "Lolita", denn es gibt in seinem Werk wohl kein Werk, das nicht lesenswert wäre oder ansatzweise als schwach bezeichnet werden könnte, geschweige denn "Pnin". Selten ist es einem Autoren gelungen, Melodramatik und Komödie zu einem skurilen Meisterwerk vergleichbarer Art zu verflechten! In meinen Augen erscheint sogar Cervantes' Klassiker "Don Quichote" schwächer; den Nabokov übrigens mit diesem Roman nachzueifern und verbessern zu beabsichtigte, da ihm Cervantes zu niederträchtig mit seinem Protagonisten verfahren sei und alles in allem nichts als Spott für diesen erregt hätte. Nabokov wollte einen menschlichen Charakter entwerfen, dem man trotz aller Belächelungen auch Sympathie und etwas Mitleid entgegen bringen könnte; was ihm zweifellos gelungen ist, denn wer kann sich der mitgefühlheischenden Art des Professors Timofey Pnin lange entziehen?
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4.0 von 5 Sternen Im falschen Zug, 28. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Pnin (Taschenbuch)
Wer bisher von Vladimir Nabokov nur die allseits bekannte Geschichte jener minderjährigen Femme fatale gelesen hat, dem sei auch die Lektüre von «Pnin» empfohlen, seinem etwa zur gleichen Zeit entstandenen Roman über einen schrulligen Professor. Wie so oft in der Literatur sind die Parallelen zwischen Autor und Held unübersehbar, beide sind russischer Herkunft, leben als Exilanten in den USA und üben den selben Beruf aus. Timofey Pnin lehrt Russisch an einem College, er ist als Romanfigur eher der Antiheld, ein Inbegriff dessen, was man als liebenswerten Kauz bezeichnen würde, aus einer anderen, längst vergangenen Welt stammend. Der «Don Quichotte» von Cervantes diente erklärtermaßen als Vorlage für diesen Roman, aber anders als der «Ritter von der traurigen Gestalt» wird Pnin nicht lächerlich gemacht und höhnisch dem Spott preisgegeben, so niederträchtig, hat Nabokov angemerkt, wollte er mit seinem Protagonisten nicht umgehen. Pnin erscheint am Ende eher als der Überlegene, ein in sich selbst ruhender, feinsinniger und blitzgescheiter Mensch, unbeirrbar optimistisch und gutmütig.

Der gelegentlich vorgebrachte Einwand, die in sieben Kapiteln erzählten, zusammenhanglos scheinenden Szenen aus dem Leben dieses Sonderlings könne man eigentlich nicht als klassischen Roman bezeichnen, ist wahrlich unbegründet. Das wird spätestens dann klar, wenn man den 60-seitigen Anhang der kommentierten Ausgabe mit seinen zahlreichen Hinweise zur Entstehung des Romans und die detaillierten Anmerkungen zu einzelnen Buchseiten gelesen hat. Anders als in Fachbüchern gibt es hier ja keine Fußnoten zum Text, man tut also gut daran, so man das fein verästelte Handlungsgeflecht komplett durchschauen und sämtliche assoziativen Feinheiten verstehen will, von Anfang an parallel auch jeweils diese vielen Hinweise und Erläuterungen mitzulesen.

Gleich zu Beginn erleben wir Professor Pnin in der Eisenbahn, auf dem Weg zu einem Vortrag. In seiner wundervoll treffsicheren Sprache lässt Nabokov diesen «älteren Reisenden» in seinem Zugabteil mit wenigen Sätzen geradezu greifbar vor uns entstehen. Um dann lapidar einen neuen Absatz mit den Worten zu beginnen: «Hier muss nun ein Geheimnis verraten werden. Professor Pnin befand sich im falschen Zug. Er wusste es nicht, und ahnungslos war auch der Schaffner …». Wir erleben Pnin als ein im hoffnungslosen Kampf mit seinem schlechten Englisch radebrechenden Dozenten für Russisch, als seine neue Bleibe «pninisierenden», kauzigen Untermieter, als trotteligen Exmann von Lisa, als liebevollen Vater, als belächeltes Mitglied in der Gemeinschaft der Exilrussen, als stolzen Hausbesitzer und freundlichen Gastgeber. Am Ende schließt sich der Kreis dieser sieben Episoden, denn wir erfahren im letzten Satz des Romans, dass Pnin nicht nur im falschen Zug saß, sondern sich, nach einer Odyssee glücklich doch noch am Reiseziel angekommen, für seinen Vortrag erhebt «und entdeckt, dass er das falsche Manuskript bei sich hat».

Tragik und Komik liegen nahe beieinander in dieser äußerst kunstvoll erzählten Geschichte mit ihren verschiedenartigen Motiven, einer reichhaltigen Symbolik und den subtilen Beziehungen ihrer Figuren, immer des Lesers Aufmerksamkeit beanspruchend durch viele Andeutungen und dezente Hinweise. Der von einem Missgeschick ins nächste stolpernde Pnin bringt den Leser oft zum Lachen, beobachtet wird er dabei von einem selbst in die Handlung eingreifenden Ich-Erzähler namens N. – hinter dem sich eindeutig aber nicht Nabokov selbst verbirgt, der sich vielmehr eher als Unheilsbringer erweist im Verlauf der Handlung. Humor mit Tiefgang erwartet den Leser dieses «Jahrhundertromans», wie ihn Marcel Reich-Ranicki überschwänglich bezeichnet hat, eine erfreuliche Lektüre mithin.
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4.0 von 5 Sternen Kein Jahrhundertroman, 9. September 2013
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Pnin (Taschenbuch)
Auf der Rückseite meiner Ausgabe heißt es, Pnin sei ein einsamer Individualist, "den der American Way of life tief verstört." Nicht er, sondern die Umwelt erscheine lächerlich, "sie versagt an ihm." Schon diese wenigen Formulierungen stellen die Gestalt in die lange Reihe moderner Helden, die an einer kalten und unmenschlichen Welt zu Grunde gehen.

Daran dürfte wenig wahr sein. Der American Way of life verstört Pnin durchaus nicht, sondern er nimmt es unerschrocken mit ihm auf. Er ist beispielsweise ein begeisterter "Automobilist", er sucht die Geselligkeit, er wird überall mit großer Freundlichkeit willkommen geheißen (wenn man sich auch über seine Eigenheiten amüsiert), er gibt selbst eine große Party, zu der höfliche, wohlmeinende Menschen kommen. Die Umwelt erscheint auch durchaus nicht lächerlich im Vergleich zu Pnin und sie versagt nicht an ihm, sondern sie hat viel Verständnis für ihn und räumt ihm eine Existenznische ein. Pnin leidet zwar an seiner Zeit und einzelnen Menschen, aber er begegnet auch viel Toleranz und Generosität und kann sich in seiner ganzen Verschrobenheit entfalten.

Es ist Nabokov in Amerika selbst offensichtlich nicht schlecht gegangen. Auf Grund seines literarischen Ruhms wurden ihm verschiedene Professuren angetragen, und er dürfte sich wohl gefühlt haben und eine Menge guter Freunde gehabt haben, was seinem Selbstgefühl, seinem geistigen Format und seiner Herkunft entsprach. Von diesem behaglichen Lebensgefühl findet sich nicht nur in diesem Buch viel wieder, sondern auch in einigen seiner anderen Romane.

Es gibt immer wieder einen feinen, liebevollen Humor in einer geistreichen, originellen Sprache in diesem Buch - ich denke nur an die Schilderung von Pnins Haus-Einweihungsparty in Kapitel 6. Aber es gibt auch lange Passagen mit undeutlicher Funktion für das Ganze. Warum müssen wir so viel über Pnins Frau und ihren Sohn erfahren, die dann überhaupt keine Rolle mehr spielen? Warum wird ein Treffen russischer Emigranten so ausführlich geschildert (Kapitel 5)? Breitet hier nicht ein bedeutender Mann, Nabokov, seine eigenen Erlebnisse, Begegnungen, Erfahrungen aus, nur weil er sie persönlich für mitteilungswert hält und nicht, weil sie überzeugend in die Struktur des Romans passen?

Ich denke, dieser Roman ist ein wenig zu harmlos, zu idyllisch, um ein "Jahrhundertroman" zu sein, wie Marcel Reich-Ranicki es überschwänglich formuliert. Pnin ist ein Original, das nicht recht in seine Zeit passt, aber kein leidender Held der Moderne.
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Pnin
Pnin von Vladimir Nabokov (Taschenbuch - 1. April 1999)
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