Kundenrezensionen


52 Rezensionen
5 Sterne:
 (33)
4 Sterne:
 (7)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:
 (6)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich
"Lolita" ist für mich ein Werk, das in einen Literaturkanon aufgenommen gehört (wenn es denn einen gäbe). Erzählt wird die verzweifelte Liebe eines mittelalten Mannes zu einem kleinen Mädchen. Diese unmögliche und kriminelle Liebe war der Grund, warum das Buch lange Zeit verboten war und in manchen Ländern sogar immer noch...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2002 von Florian Burkhardt

versus
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwer einzuordnen
Auf der Suche nach den Glanzlichtern der Weltliteratur bin ich natürlich auch auf Lolita von Nabokov gestoßen.

Als ich das Buch durchgelesen hatte, fragte ich mich nachdenklich: "Ups, was war das denn?"

Ich hatte eine Ausgabe gewählt, die ein Nachwort zur russischen Ausgabe von Dieter E. Zimmer enthält. Und das war so spannend zu...
Veröffentlicht am 11. April 2010 von H. Schulz


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich, 4. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
"Lolita" ist für mich ein Werk, das in einen Literaturkanon aufgenommen gehört (wenn es denn einen gäbe). Erzählt wird die verzweifelte Liebe eines mittelalten Mannes zu einem kleinen Mädchen. Diese unmögliche und kriminelle Liebe war der Grund, warum das Buch lange Zeit verboten war und in manchen Ländern sogar immer noch ist.
Aber Nabokov schreibt keineswegs obszön oder sensationsgierig, sondern melancholisch, trüb, analytisch, doch oft auch einfach nur witzig. Die Selbstironie, das Selbstmitleid und das harte, aber oft auch vor Wahrheit strotzende Urteil des Erzählers "Humbert Humbert" sind kraftvoll und sympathisch.
Die Sprache Nabokovs ist meiner Ansicht nach unübertroffen. Und damit meine ich ernsthaft, daß sie die Virtuosität z.B. Goethes, Döblins oder Hesses in den Schatten stellt. Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die Übersetzer, die Großes vollbracht haben, so daß viele Wortspiele auch im Deutschen erhalten und v.a. auch nicht gekünstelt sind.
Nabokovs Sprache ist treffend, phantasievoll und immens kreativ. Oft fragt man sich, woher er diese wohlüberlegten Vergleiche und Assoziationen und Ausdrücke sowie Redewendungen hernimmt.
Zum Schluß sei noch erwähnt, daß es in "Lolita" vor Anspielungen auf die Literatur, insbesondere die französische, nur so wimmelt. So sind Kenntnisse auf diesem Gebiet und in der französischen Sprache zwar hilfreich und nett, jedoch kinesfalls für das Verständnis oder den Genuß des Buches notwendig.
Fazit: Ein Meisterwerk, das vor die Lesebrille eines jeden Literaturfans und dessen, der es werden will, gehört.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Liebe zwischen einem 40jaehrigen und einem "Nymphchen", 27. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
In Vladimir Nabokovs einst umstrittenen Roman "Lolita" geht es um den Schriftsteller Humbert Humbert, der, als Moerder angeklagt, sich sein Gestaendnis von der Seele schreibt. Was wir lesen, sind in der Ich - Perspektive erzaehlte Erinerungen; eine Geschichte, die zum Mord fuehrt, der doch nur Vorwand ist fuer einen psychologisch meisterhaft und eindringlich erzaehlten Text: Roadmovie und Liebesgeschichte in einem. Humbert Humbert, der sich begierig nach "Nymphchen" sehnt, entdeckt die 12jaehrige Lolita als seine grosse Liebe. Um ihr nah zu sein, heiratet er ihre Mutter, die jedoch bald stirbt. Getrieben von Verlangen und Verlustaengsten bereist er ein Jahr lang mit Lolita die Vereinigten Staaten; seinen Annaeherungen begegnet sie teils mit Amuesiertheit, teils mit Widerwillen; und das Auf und Ab ihrer Beziehung, deren heikle erotische Szenen stets elegant umschrieben werden, macht zu einem Grossteil die Faszination des Buches aus. In den 50er Jahren, als das Buch erschien, war es zunaechst wegen dieser Szenen heftig umstritten; heute wirkt es eher zurueckhaltend, nie aber pruede. Der eigenwillige Stil Nabokovs, der haeufig in alle Richtungen ausschweift (aber nie den Faden verliert), war fuer mich am Anfang nicht leicht zu lesen; im Laufe der Seiten zog er mich jedoch immer mehr in seinen Bann. Vielleicht kein Buch, das sich immer rasch und fluessig liest; dafuer wird man aber auch beim zweiten Lesen immer wieder mit Neuem belohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert!, 19. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Ich kaufte mir dieses Buch mit dem Vorsatz meine Allgemeinbildung etwas zu vergrößern und dachte daher, dass es mir schwer fallen würde mich darin vollkommen zu vertiefen. Der lebendige und flüssige Schreibstil von Vladimir Nabokov fesselte mich ein ganzes Wochenende an dieses Buch. Die schilderungen des Autors wie vor dem Auge des Protagonisten, der der kleinen Lolita ganz und gar verfallen ist, Wahrheit und Wahnsinn verschwimmen fordern die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Das Buch bringt einen FAST dazu die Begierden und kranken Gedanken eines Pädofilen nachvollziehen zu können.
Zu dem Buch gehören diese ausführlichen Beschreibungen der Gedankengänge des Protagonisten um dessen Wesensart besser verstehen zu können.
Leider bekommt das Buch gerade dadurch zwischenzeitlich einen Hauch von langatmigkeit, so dass man aufpassen muss das man nicht aus der Konzentration fällt.
Man kann dieses Buch also ohne zögern als Meisterwerk mit Schönheitsfehler bezeichnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Skandalroman und Meisterwerk des 20. Jahrhunderts, 22. Juli 2005
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Vladimir Nabokovs Erfolgs- und Skandalroman "Lolita" ist ein vielfach missverstandenes Buch. Man hat es als bloßen pornographischen Text verurteilt oder umgekehrt als moralische Schrift angesehen. Beide Sichtweisen werden dem Roman jedoch nicht gerecht. Es geht dem Autor nicht vorrangig um die Darstellung zweifelhafter sexueller Neigungen, aber ebenso wenig lässt sich die Aussage des Buches auf irgendeine Moral reduzieren. "Lolita" ist ein sehr vielschichtiger Text: die psychologisch ausgefeilte Innenansicht eines Pädophilen, der seine Neigungen lange nur in der Phantasie ausleben kann, bis er durch "glückliche" Umstände zur einzigen Bezugsperson eines zwölfjährigen Mädchens wird. Die daraus entstehende Beziehung ist für ihn die Erfüllung seiner Träume - und zerstört zugleich sein Leben und auch das Leben Lolitas. Zu Recht gilt der Roman als das Hauptwerk des Russen Nabokov, der seine großen Erfolge auf Englisch schrieb. Die psychologische Darstellung ist ebenso überzeugend wie der virtuose Umgang des Autors mit Sprache und Textkomposition. Der Roman ist Lebensbeichte, Liebesgeschichte, Kriminalroman und psychologische Studie zugleich - ein moderner Klassiker.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte die jeder zu kennen glaubt..., 13. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Lolita, das Wort ist bekannt, zwei mal wurde das Buch verfilmt. Wieso also das Buch lesen?

Kein Film, keine Kurzfassung oder Rezension kann den Inhalt dieses Buches korrekt wiedergeben. Man muss jeden Satz selber mindestens zweimal gelesen haben um das Buch in seinem vollen Umfang zu verstehen.

Denn man muss immer bedenken wer die Geschichte erzählt. Es ist Humbert, der Täter, der die Geschichte erzählt, soll man ihm glauben? Sind seine Erzählungen akkurat? Humbert schafft es durch unglaubliches sprachliches Geschick selbst eine Vergewaltigung in den schönsten Worten zu umschreiben. Er sagt er wurde von Lolita verführt? Stimmt es? Wer weiss. In jedem noch so unscheinbaren Satz stecken Informationen über das zwölfjährige Mädchen das von Humbert als verführerisches Dämonenkind dargestellt wird. Erpressungen seinerseits werden nebensächlich umschrieben, Lolitas Gefühle nur kurz erwähnt um sie gleich als lächerlich darzustellen.

Der Leser muss vorsichtig sein, um sich nicht vom Erzähler täuschen zu lassen. Triviale sexuelle Handlungen werden in endlosen Sätzen vom Erzähler verschleiert und verschönert. Und manchmal entdeckt man erst beim zweiten Lesen gewisse Andeutungen und Schilderungen die im ersten Moment trivial und unscheinbar erscheinen.

Humbert Humbert ist als Erzähler ein Genie, als Mensch ein Monster. Ein so redegewandtes und äusserst gutaussehendes Monster, das man ihm fast glauben mag, wenn er sich als Opfer darstellt.

Bei all der Schönheit die in den Worten steckt darf aber das Schicksal von Lolita nicht vergessen gehen. Als faktische Vollwaise folgt sie verzweifelt Humbert. "Sie kann nirgendwo anders hin" wie es der charmante Humbert kühl beschreibt. Sie ist gefangen in der Welt von Humbert Humbert. Verzweifelt versucht sie die Macht in dieser einseitigen Beziehung durch sexuelle Verweigerung an sich zu reissen. Ja sie hat eine gewisse Macht über Humbert, aber zu welchem Preis?

Immer wieder muss man an der Zerstörung dieses jungen Menschen teilhaben. Dies aus der Sicht von Humbert Humbert der erst späht selber die Zerstörung sieht die er an Lolita angerichtet hat. Viel zu späht für beide...

Dieses Meisterwerk bringt einem an vielen Stellen zum lachen, an anderen Stellen muss man sich auch bei wiederholtem lesen Tränen verdrücken. Und auch wenn man den Anfang und das Ende schon kennt, ist das Buch so lesenswert wie kein anderes. Diese teuflische und verführerische Schilderung eines abscheulichen Kapitalverbrechens braucht jede Seite und jeden Nebensatz um das Schicksal von Humbert Humbert und vor allem von Lolita authentisch zu beschreiben.

Am Ende des Buches wird man keine Jubelschreie von sich lassen, man wird sich wahrscheinlich bedrückt und hilflos fühlen. Dafür aber um viele Wertvolle Gedanken reicher. Mit einer Faszination die einem auch schnell zum erneuten Lesen anregt, um vielleicht doch noch ein paar weitere Fakten und Hinweise zu finden die einem helfen dieses traurige Drama besser zu verstehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen faszinierendes Buch, 17. Januar 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Nabokov beschreibt in Lolita die Liebesbeziehung eines Vierzigjährigen zu seiner 12jährigen Stieftochter. Dieses Verhältnis wird erst durch die Heirat des Erzählers mit Lolitas Mutter und deren Tod durch einen Autofunfall möglich. Danach ist ihm seine Stieftochter praktisch ausgeliefert.
Nabokov gelingt ein brillanter Spagat indem er einerseits die Liebe des Erzählers zu Lolita und gleichzeitig dessen Perversionen und Mißbrauch an Lolita beschreibt. Außerdem besticht das sprachliche Niveau. Das Buch hat mich außerordentlich fasziniert, obwohl man sich zwischendrin manchmal nicht sicher war ob man eher abgestoßen oder angezogen sein soll.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


46 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein pulsierender Roman über die Pädophilie, 14. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Humbert Humbert ist wahnsinnig. Und er ist wahnsinnig verliebt. Seine Liebe gilt Lolita. Lolita ist minderjährig, fast noch ein Kind. Doch gerade sie sind es, die kleinen „Nymphchen", die Humbert alles bedeuten. Und mehr: seine krankhafte Obsession für die kleinen Mädchen in ihren kleinen Röckchen fixiert sich auf die kleine Lolita. Humbert will Lolita haben, und um sie zu bekommen, heiratet er ihre alleinerziehende Mutter. Als diese stirbt, hat er freie Bahn: Aus dem Vater - Tochter - Verhältnis wird mehr. Als die Obsession auch zu einer sexuellen Besessenheit wird, ist nicht mehr zu unterscheiden, wer von beiden wen verführt hat, hätte man nicht im Hinterkopf: Lolita ist fast noch ein Kind. Sie hat nur gespielt, wo er Ernst gemacht hat. Auf ihren rastlosen Reisen durch Amerika wird das Liebes-Spiel der beiden gefährlicher, denn Lolita will einerseits noch ein Kind sein, mußte aber schon so erwachsen werden, daß ihr das Kindliche gar nicht mehr steht. Immer wenn ihre Verbindung so auffällig wird, daß Verdacht geschöpft werden könnte, flüchtet Humbert, und Lolita reißt er mit sich. Die Flucht durch Amerika ist auch die Flucht vor sich selbst, denn nach und nach leidet auch Humbert unter den Strapazen seiner Obsession. Auch weil er merkt, daß Lolita sich ihm entzieht, was ihn nur noch rasender macht. Am Ende wird er gefaßt und muß für seine Leidenschaft büßen. Seiner Krankheit bewußt gemacht, schreibt er auf, was passierte: Verführung und Untergang.
Nabokovs Roman macht so besessen, wie Humbert Humbert ist. Man verschlingt die Seiten mit Gier, lechzt danach, immer weiterzulesen, hangelt von Höhepunkt zu Höhepunkt mit der Geschichte mit. Und bleibt am Ende krank zurück - krank vor Leidenschaft für dieses Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hut ab, 25. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
vor Meister Nabokov! Was für eine brillante Sprache, die fesselt und in den Sog des Hauptdarstellers hineinzieht. Eines der größten Bücher des 20. Jahrhunderts. Sprache, die auf der Zunge zergeht.
Die Geschichte ist ja hinlänglich bekannt und wurde viel diskutiert. Letzendlich geht es hier aber nicht darum....sondern nur um die Art, diese Obsession zu beschreiben.....und besser geht es kaum!!
Danke Mr. Nabokov für diesen literarischen Genuss!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Do the Senses Make Sense?", 11. Oktober 2010
Im "Vorwort" zum Roman wird der Leser darüber aufgeklärt, dass der Text von einem Untersuchungshäftling verfasst worden wäre, der kurz vor seinem Prozessbeginn an Herzversagen verstorben ist. Das selbst gewählte Pseudonyme des Autors wäre Humbert Humbert. Er hätte die Veröffentlichung der Notizen testamentarisch verfügt gehabt, und sein Anwalt hätte sie an den vorgeblichen Redakteur - einen Psychowissenschaftler - weitergeleitet, von dem das "Vorwort" nun stammt. Ein rustikale Einführung mit langer literarischen Tradition, die ein gut gereiftes Hauptteil erwarten lässt.
Die darauf folgende Beichte ist eloquent, abgeklärt, selbstironisch und - obwohl vor inzwischen 55 Jahren geschrieben - absolut modern in ihrer Weltsicht. H.H. ist keineswegs ein Bösewicht, sondern vielmehr ein etwas weichlicher Intelligent und egoistischer Einzelgänger, der zwar unter seinem Andersseins leidet, jedoch nicht zu einen verbitterten Nörgler verkommt. Er ist ein scharfer, schonungsloser Beobachter sowohl seines Inneres, als auch der Außenwelt. H.H. (also eigentlich Nabokov) erweckt die von ihm beschriebenen Charaktere - z. B. seine beiden Frauen und natürlich auch Lolita - auf eine so plastische Weise zum Leben, dass Sie denken: "Den Typus Mensch hier kenne ich ja!". Er räumt die Perversität seiner Vorliebe für Kindsfrauen ein, ist jedoch souverän genug, zu dieser Leidenschaft zu stehen und sie konsequent auszuleben. Es kann absolut nicht davon die Rede sein, dass er sich selbst gegenüber heuchlerisch verhält. Ein sympathischer Zug, der einnehmend wirkt.
Das Werk ist eine abwechslungsreich und dynamisch erzählte Geschichte mit vielen originellen Episoden und einer Schar unterschiedlicher Charaktere, die in der zweiten Hälfte zunehmend zu einer "Roadstory" ausartet. Die Schießerei am Schluss ist fast schon "Pulp Fiction"-mäßig. Literaturprofessor Nabokov setzt hier sein professionelles Know-how gekonnt ein, was die Lektüre zu einer anspruchsvollen und kurzweiligen Unterhaltung macht. Die Reflektionen über die Relativität gesellschaftlicher Normen sind kein ausgeprägter Schwerpunkt des Romans, ein denkender Leser kommt jedoch nicht um sie herum. Diese Unaufdringlichkeit der Problemstellung ist einer der (vielen) meisterlichen Züge des Textes.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der wenigen echten Liebesromane unserer Zeit, 5. Januar 2003
Von 
Der Kritiker (Kassel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lolita (Taschenbuch)
Dieser skandalumwitterte tragische Roman schildert die Leidenschaft des Lehrers Humbert Humbert zu dem grazilen, kindhaften und frühreif verdorbenen 12jährigen „Nymphchen" Dolores Haze - Lolita. Um sie zu besitzen, heiratet er ihre Mutter, verursacht indirekt mit ihren Tod und beginnt aus Furcht vor Entdeckung seiner rasenden Liebe zu Lolita mit ihr ein unstetes Reiseleben. Diese Unbeständigkeit findet eine Parallele in der Launenhaftigkeit seiner zwischen Abscheu und berechnender Hingabe schwankenden, im Grunde total verzogenen Geliebten. Ich möchte dem Inhalt nicht vorgreifen, darum hier nur eine Andeutung der Konflikte, als das Paar versucht, wieder sesshaft zu werden, erneut auf Tour geht, einer Entführung und des furiosen grandiosen Finales.
Mit raffinierter stilistischer Virtuosität, einer wunderschönen berauschenden Sprache, ohne jedes obszöne Wort geschrieben und durchzogen von der köstlich distanzierenden Ironie heiterer Schicksalsergebenheit, ist „Lolita" trotz seines heiklen und vielfach schockierenden Themas einer der wenigen echten Liebesromane unserer Zeit. Ich könnte hier noch lange philosophieren, warum dies so ist, aber ich bin der Meinung, ein Hinweis auf die gewaltige poetische Kraft in diesem Buch tut es auch. Ein Buch, welches völlig zu Recht zur Weltliteratur gehört. Es ist einfach phantastisch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Lolita
Lolita von Vladimir Nabokov (Taschenbuch - 1. April 1999)
EUR 10,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen