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52 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben und Verhalten von Menschen in einer Ausnahmesituation
In Oran, einer Stadt an der algerischen Küste, die jeder anderen mitteleuropäischen Stadt entspricht, bricht die Pest aus und über die gesamte Stadt wird Quarantäne verhängt. Jedem Bewohner, der sich zu diesem Zeitpunkt innerhalb der Stadtmauern befindet, wird dadurch für die folgenden Monate die Möglichkeit genommen, diese zu verlassen...
Am 19. April 2001 veröffentlicht

versus
19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorsicht ist geboten!
Eine heikle Sache dieses Buch zu rezensieren, gerade weil es sich eine Armada von Deutschlehrern zur Aufgabe gemacht hat, ihren Schülern dieses Buch vorzusetzen und es sich bis zur Bewusstlosigkeit interpretieren zu lassen. Mir ensteht der Eindruck, das, wer etwas negatives über Albert Camus "Die Pest" sagt, automatisch einen schweren Stand hat.
Dieses Buch...
Veröffentlicht am 4. August 2008 von "Fiodor"


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen historisch-gesellschaftlich bedeutendes Werk, 23. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Pest (Gebundene Ausgabe)
"Die Pest" ist die detailgetreue und schreckliche Geschichte einer Epedimie, wie sie in Oran ausbricht. Obwohl "Die Pest" wie eine Chronik der damit verbundenen Ereignisse erscheint, geht sie doch weit darueber hinaus und beruehrt viele philosophische und soziologische Fragen unserer Zeit. Albert Camus stellt uns Charaktere vor, die in der einen oder anderen Weise in die Geschehnisse verwickelt sind. Er zeigt brilliant deren Gedanken, Gefuehle und Reaktionen auf die Tragoedie. Manchmal hat man den Eindruck, dass alle diese Charaktere die Person Camus'selbst wiederspiegeln, aufgespalten in mehrere Interpreten der Ereignisse. Der Niedergang Orans unter der Pest symbolisiert, wenn man weiter denkt, sehr gut das Paris waehrend der deutschen Besatzung. Das sich der Epedimie Gegenueberstellen ist daher gleichbedeutend mit dem Kampf gegen die Ungerechtigkeit. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ............die pest in algerien und - mit ulrich matthes mittendrin!, 12. April 2008
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pest. 3 CDs (Audio CD)
Mein Text bezieht sich primär auf das von Ulrich Matthes gelesene Hörbuch: Von diesen 3 Cds ist die erste die intensivste, wenn die Pest sich ausbreitet, im Algerien der späten 40er Jahre, der Zweifel an den Menschen nagt, die Unerträglichkeit der Wahrheit und die vielen toten, blutigen Ratten......... Ein Unheil kündigt sich an. Das zieht die Zuhörer immer stärker in den Bann. Matthes liest anfangs noch zurückhaltend und teilnahmslos (neutral), im weiteren Verlauf der Geschichte steigert er sich erkennbar in das (tragische) Fortschreiten der Geschichte hinein. In der zweiten Hälfte des Buches stehen die Einzelschicksale im Mittelpunkt (die jedoch an den stimmungsvollen Anfang, den Ausbruch der Pest, nicht heranreichen). Düster.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Engel der Pest, 26. Oktober 2014
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pest (Taschenbuch)
"Die seltsamen Ereignisse, die Gegenstand dieser Chronik sind, haben sich 194' in Oran zugetragen. Nach allgemeiner Ansicht passten sie nicht dorthin, da sie etwas aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fielen. Auf den ersten Blick ist Oran nämlich eine gewöhnliche Stadt und nichts weiter als eine französische Präfektur an der algerischen Küste." S 1

Der 1947 erstmals veröffentliche Roman "Die Pest" von Albert Camus ist ein unübertroffenes Meisterwerk der Analyse einer Krankheit als übergroß bedrohende Gewalt des Todes. Der Arzt Doktor Bernard Rieux begleitet uns Leser neben dem unbenannten, objektiven Erzähler auf die Straßen, die sich mehr und mehr mit toten Ratten füllen. Rasch folgt auf die toten Ratten der erste tote Mensch, ein alter Asthmatiker, der anonym bleiben wird.

Schwelgen Medien und Behörden ob der stetig wachsenden Zahl an Toten noch zwischen Unklarheit und Verdrängung, ist dem Arzt bald klar, dass diese schwere Beulenkrankheit, die ausnahmslos zum Tode führt, nichts anderes als die Pest sein kann. Schließlich bekennt man sich die Krankheit beim Namen zu nennen ("Die Zeitung und die Behörden versuchen die Pest übers Ohr zu hauen." S95) und schließt die Tore Orans, schließt ihre Häfen und trennt Familien, Ehepartner und Eltern von ihren Kindern und verbleibt in Separation, in Quarantäne.

Der Roman teilt sich in fünf Kapitel, wovon das erste das plötzliche Auftreten der Pest und das letzte Kapitel das anspruchslose Verschwinden beschreiben. Dazwischen lebt man in Quarantäne, beginnt der Schwarzmarkt zu blühen, versuchen einige heimlich aus der Stadt zu verschwinden und gehen andere ihrer Pflicht ordnungsgemäß nach und versuchen ihren Beitrag zum Kampf gegen die übergroße Bedrohung zu leisten. Zuerst erleben wir noch Tage, dann Wochen und Monate und schließlich begnügen wir uns mit Jahreszeiten bis zu jenem Zeitpunkt, an dem die Pest wieder verschwindet. Die Pest sucht sie alle heim, ohne Rücksicht auf Rang oder Alter.

"Aber dann hatten die Angehörigen ihre Tür verschlossen, weil sie das Zusammensein mit der Pest einer Trennung vorzogen, deren Ausgang sie jetzt kannten. Unter Schreien, Aufforderungen, Eingriffen der Polizei und später der Streitkräfte wurde der Kranke im Sturm genommen." S75

Der Held des Romans ist Doktor Rieux, getrennt von seiner Frau kämpft er atemlos gegen die Pest, er ist Atheist und glaubt an keinen Gott, der Menschen so qualvoll krepieren lässt: "Ich habe zu lange in Krankenhäusern gelebt, um die Vorstellung einer Kollektivstrafe zu mögen." S105; ihm gegenüber finden wir den gelehrten aber streitbaren Jesuitenpater Paneloux, der in seiner großen Predigt die Bevölkerung von der kollektiven Strafe zu überzeugen versucht. "Wenn ein Priester einen Arzt zu Rate zieht, ist das ein Widerspruch." S193; Rieux' Bekannter Joseph Grand ist ein gewissenhafter Beamter, der unaufhaltsam die Toten der Stadt registriert und statistisch erfasst, ihm gegenüber sein Nachbar Cottard, der zu Beginn des Romans von Grand und Rieux vor einem Selbstmord bewahrt wird und sich mehr und mehr als "Pestgewinnler", als Kollaborateur entpuppt. Tarrou, Rieux' Freund und Helfer im Kampf gegen die Pest, der Richter und viele andere, sie alle sind herausragend gut charakterisiert und ergänzen sich wie die Räder eines Uhrwerks. Sie alle verkörpern das Kollektiv. Unser objektiver Erzähler generalisiert in ihrem Namen Zustände und Empfindungen, ohne sich selbst davon zu distanzieren.

"Frühmorgens weht ein leichter Wind durch die noch ausgestorbene Stadt. Um diese Stunde zwischen den Toten der Nacht und den Sterbenden des Tages scheint die Pest ihr Wüten zu unterbrechen und wieder Atem zu schöpfen." S99

Der wohl menschlichste Roman Albert Camus ist die Chronik des kollektiven Sterbens, eine Abrechnung mit der Hilflosigkeit gegenüber einer größeren Macht. Er wird immer wieder mit der Belagerung Frankreichs und Camus Kriegserleben in Verbindung gebracht. Ganz allgemein weilt der Roman jedoch ambivalent zwischen unbeschreiblich sprachlicher Schönheit, größtem literarischen Talent und dem grausamen, unbarmherzigsten Schmerz in der Szene des sterbenden Kindes.

"Es war, als wenn sogar die Krankheit nicht mehr das Grausen des Alltags empfänden. In der Art, wie sie die Krankheit aufnahmen, lag jetzt so etwas wie Einwilligung. Nur das Kind wehrte sich aus Leibeskräften." S181

„Die anderen sagen: „Das ist die Pest, wir hatten die Pest.“ Es fehlt nicht viel, und sie würden einen Orden verlangen. Aber was heißt das schon, die Pest? Es ist das Leben, sonst nichts.“ S259

Ein unbeschreibliches, zeitloses Geschenk des Nobelpreisträgers Camus.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gerade vorHintergrund der Vichy-Aufarbeitung interessant, 28. Juli 1999
Von Ein Kunde
Um sich Camus' Roman „Die Pest" zu vergegenwärtigen, muß man das Eingangszitat von Daniel Defoe betrachten: „Es ist ebenso vernünftig, eine Art Gefangenschaft durch eine andere darzustellen, wie irgend etwas wirklich Vorhandenes durch etwas, das es nicht gibt.". Camus schafft mit dem Roman, den er 1947 geschrieben hat, Parallelen zur Resistance und Kollaboration in Frankreich während des zweiten Weltkrieges, wenngleich die Handlung von „Die Pest" frei erfunden ist.
Camus schildert den Verlauf einer Seuche, in diesem Fall der Pest, und zieht damit die Allegorie zu der Zeit, die für „die deutsche Okkupation und die Welt der Konzentrationslager, die Atombombe und die Aussicht auf den dritten Weltkrieg", aber auch für „das Zeitalter der Unmenschlichkeit, des Gottesstaates, der Maschinenherrschaft, der verantwortungslosen Bürokratie" steht (P. de Boisdeffre). Er zeigt die Auswirkungen auf das moralische Klima und er führt die exemplarischen Reaktionen einer Reihe von Einzelpersonen vor, die sich mit der Tragödie der Seuche nicht abfinden wollen.
Camus' Roman ist gerade vor dem Hintergrund der einsetzenden und andauernden Vichy-Aufarbeitung von hohem Interesse. Man muß ihn einfach gelesen haben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschen am Abgrund, 3. Dezember 2006
Von 
Hendrik Vadersen "hendrikvadersen" (Fehmarn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pest. 3 CDs (Audio CD)
Wenn die Menschen am Abgrund stehen, dann sieht es wohl so aus, wie Camus es in 'Die Pest' beschrieben hat.

Anfangs ist es noch sehr spannend, was als nächstes passiert, aber dann wird immer mehr klar, dass es die Pest ist und dass ihr so gut wie keiner entkommen kann.

Es wird hier keine Pandemie beschrieben, sondern eine eingegrenzte lokale Epidemie. Nicht die Menschheit steht am Abgrund, sondern einzelnen Schicksale.

Was in den großen Filmen in denen ein 'Outbreak' bevorsteht untergeht und alles daran gesetzt wird dies zu verhindern und alle eigentlich auch von den Hauptcharakteren, beschreibt Camus die Wirklichkeit.

Die Pest fordert Menschenopfer. Aber dabei gelingt es Camus viele kleine Einzelschicksale miteinander zu verweben. Der Erzähler, der gleichzeitig auch der Arzt und damit der Hauptcharakter, aber kein Ich-Erzähler ist, sieht sich der anmutenden Allmacht der Pest gegenüber und die Willkür mit der sie zuschlägt. Denn er ist einer, der von ihr verschont bleibt, obwohl er die erste Ratte entdeckt.

Dieses Hörbuch/Buch ist auf jeden Fall fünf Sterne wert und es lohnt sich 'Die Pest' zu kennen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man wird des Mitleids müde, wenn das Mitleid nutzlos ist., 22. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Pest. 3 CDs (Audio CD)
Das ist der Satz aus dem Buch der sich mir am festesten ins Gedächtnis eingebrannt hat.
Ich will mich hier nicht mit dem Buch als solchem auseinandersetzen. Sehr viel, ich glaube beinahe schon zuviel, ist hier schon geschrieben, reingedeutet und abgeleitet worden. Man soll den Roman, denn das ist er - vielleicht eine sehr anspruchsvolle Belletristik -, einfach nur für sich lesen, die Gedanken, Lesarten usw. kommen von alleine.
Auch bracht man, meiner Meinung nach, den Text nicht im geschichtlichen Kontext zu sehen - er ist gewissermaßen zeitlos.
Der Roman hat auch einige Schwächen, logische und solche die den Spannungsbogen betreffen und ist trotzdem besser als 98% aller auf dem Markt verfügbaren Romane.
Die Lesung von Ulrich Matthes ist handwerklich nicht zu beanstanden und für mich der beste Weg sich diesem Werk zu nähern. Man ist der „Mühe" des Lesens enthoben und kann sich voll und ganz auf die Handlung konzentrieren.
Fazit: ein nicht ganz einfaches Werk der Weltliteratur, dem man sich doch bitte ohne Vorurteile auf sich wirken lassen soll. Es wird von sich aus dafür sorgen, daß es lange im Erinnerung bleibt!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hörvergnügen, 22. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Pest (genehmigte Lesefassung) (Audio CD)
Ein unglaublicher Stoff undglaublich vorgetragen eine exzellente Aufnahme, Beindruckend. Ich konnte nciht aufhören. Ein Genuss, ich habe nicht mehr Superlative
Ein Hörbuch der besonderen Art - das passt das "auserlesen", das der Verlag als Werbebotschaft nutzt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Pest" ist ein außerordentliches Buch. Seine Bedeutung liegt nicht in der Beschreibung der Ereignisse, die die Stadt erfass, 3. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pest (Taschenbuch)
"Die Pest" ist ein außerordentliches Buch. Seine Bedeutung liegt nicht in der Beschreibung der Symptome der Krankheit, von der man glaubt, dass sie nur im Mittelalter aufgetreten ist. Die Pest ist in diesem Buch eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der Europa verpestete und nur zu besiegen war durch einen energischen Widerstandskampf, durch Solidarität.
Albert Camus gelang es sehr beeindruckend, die unterschiedlichen Charaktere tiefgründig darzustellen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe ist alles, 31. Juli 2009
Von 
Ibrahim Evsan (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es gibt zahlreiche Interpretationen zum Werk des Philosophen Albert Camus. Auch Auslegungen auf den zweiten Weltkrieg, die durchaus gut zutreffend. Sollte Camus aber in erster Linie beabsichtigt haben, den Lesern einen Spiegel vorzuhalten, dann ist ihm dieses Vorhaben erfüllt.

Camus stellt grundlegendste Emotionen des Menschen wie Verzweiflung, Angst, Sehnsucht, Zuversicht, Hoffnung ins konzentrierte Licht. Die Hauptpersonen befinden sich allesamt in einer absoluten Ausnahemsituation, abgeschottet von der Außenwelt. Sie haben nicht die Möglichkeit, ihre Emotionen in der Hektik und Anonymität des Alltags zu leben. Die Charaktere müssen sich, viele von ihnen zum ersten mal, mit ihren Gefühlen, ihren Gedanken, ihrem Gewissen, ihrem Handeln auseinandersetzen und lernen jemanden kennen: sich selbst.

Die ständige emotionale Randlage und die sprachliche Intelligenz eines Albert Camus lassen dieses Buch an den Händen kleben, bis man die letzte Seite ausgelesen ist.

Was habe ich gelernt?
Menschen sind fähig mit Liebe für andere Menschen zu handeln und dafür Liebe zu erhalten. Wenn alle Menschen nach dieser Vorstellung leben würden gäbe es kein Leid auf unserer Welt.
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5.0 von 5 Sternen Psychologisch wertvoll!, 5. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Pest (Taschenbuch)
Die Handlung spielt im Jahre 194... in dem algerischen Küstenstädtchen Oran. Es beginnt mit ein paar toten Ratten und seltsamen Todesfällen in der Bevölkerung bis schließlich offiziell der Ausbruch der Pest bestätigt wird. Die Stadt und deren Bewohner werden ohne Vorwarnung von der Außenwelt abgeschottet, es gibt keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme zur Außenwelt, denn auch Telegramme sind verboten. Dieser Zustand der strikten Quarantäne dauert kanpp ein Jahr und Camus führt den Leser mittels ambivalent angelegter Charaktere durch diese Zeit.

Die Entwicklung der Situation wird sehr eindringlich und durchdacht dargestellt und steht letztendlich doch für das Gesamtbild der Menschheit an sich.
Vom anfänglichen Verkennen der ernsten Lage, dem anschließenden Ausbruch der kopflosen Panik bis hin zur Phlegmatie und Selbstaufgabe zeigt Camus an Einzelschicksalen lebhaft dargestellt die vollkommene "Funktionsweise" des Menschen.

Manche sind einem sympathischer und andere weniger, wie es wohl mehr oder weniger in jedem Roman der Fall ist, aber je tiefer man in die Charaktere, deren Biografie und Motivation vordringt, versteht man, dass es hierbei nicht um Sympathie geht.
Camus bringt einen dazu, zu verstehen.
Man entwickelt nach und nach Verständnis für jeden einzeln angelegten Charakter in diesem Stück, weil man sich selbst, eigene Hoffnungen, Ängste, Verzweiflungen und jede Menge mehr in ihnen und ihren Handlungsweisen erkennt.

Es gibt etliche Interpretationen zu diesem Werk des Philosophen Camus, u.a. auch Auslegungen auf den zweiten Weltkrieg, die durchaus gut zutreffen können. Sollte der Autor aber und in erster Linie beabsichtigt haben, den Lesern einen Spiegel vorzuhalten, dann ist ihm dieses Vorhaben m. M. nach sehr gut geglückt.
Umso bedrückender wirkt das Scheitern einzelner Personen an ihrem Schicksal, das Scheiter unserer eigenen Hoffnung.

Die Tatsache, dass Camus die grundlegendsten Emotionen des Menschen wie Verzweiflung, Angst, Sehnsucht, Zuversicht, Hoffnung, etc. in solch konzentrierter Reinform hinstellen konnte, verdankt er dem Rahmen, den er seinen Personen gegeben hat.
Sie befinden sich allesamt in einer absoluten Ausnahemsituation, abgeschottet von der Außenwelt haben sie nicht die Möglichkeit, ihre Emotionen in der Hektik und Anonymität des Alltags zu verlieren. Die Charaktere müssen sich, viele von ihnen zum ersten mal überhaupt, mit ihren Gefühlen, ihren Gedanken, ihrem Gewissen, ihrem Handeln auseinandersetzen und lernen jemanden kennen, mit dem sie bisher ihr ganzes Leben verbracht haben: sich selbst.

Die ständige emotionale Randlage und die sprachliche Intelligenz eines Albert Camus lassen dieses Buch an den Händen kleben, bis man die letzte Seite ausgelesen hat.

Zur Motivation und allgemeinen Erheiterung dient dieses Werk allerdings nicht, sondern hinterlässt gemäß der allgemeinen Philosophie Camus` die deprimierende Erkenntnis, dass der Mensch zwar vieles vermag, aber sich letztendlich permanent in einer solch absurden Situation befindet, dass selbst alles Handeln keinen Ausweg bringen kann. Das einzig Positive, das der Autor dem Leser zu erkennen gibt, ist die Fähigkeit des Menschen zur Liebe, in Liebe für andere Menschen handeln zu können und Liebe zu erhalten.
Dementsprechend wirken auch die Charaktere in dem Buch als Marionetten ihrer Umwelt, ihrer Gefühle und jeweiligen momentanen Situation, sprich des Absurdums, wie Camus es in seiner Philosophie beschreibt.

Fazit:
Ich bin kein Freund seiner Philosophie, aber dieses Buch ist auf eine Art und Weise geschrieben, die einen unmittelbar berührt, betrübt und vor den Gedanken stellt, dass der Mensch in seiner Unvollkommenheit doch stets um einen Ausweg aus seiner Situation bemüht ist.

Empfehlen kann ich dieses Buch v.a. denjenigen, die für den Bereich der philosophischen sowie sozialen Anthropologie Interesse hegen und nichts gegen ein bißchen deprimierende Kost einzuwenden haben.
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Die Pest
Die Pest von Albert Camus (Taschenbuch - Dezember 1998)
EUR 9,99
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