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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Exil und das Reich... + Camus Meisterwerk - Der Fall, 25. Juli 2010
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit: Gesammelte Erzählungen (Taschenbuch)
Camus, mit "Der Fremde" und "Dem Mythos des Sysphos" bekannt geworden, veröffentlichte 1957 (3 Jahre vor seinem Tod) die Novellenssammlung "Das Exil und das Reich" in der 6 Erzählungen (von 7 geplanten, aber "Der Fall" wurde für den Band zu umfangreich), namentlich "Die Ehebrecherin", "Der abtrünnige oder ein verwirrter Geist", "Die Stummen", "Der Gast", "Jonas oder der Künstler bei der Arbeit" und "Der treibende Stein", versammelt waren.

Camus beschreibt in diesen 6 farbenprächtigen Erzählungen Menschen in sehr unterschiedlichen Teilen der Welt und der Zivilisation. Oft geht es um die Existenz, sei es die Existenz in einer Ehe, in einer Arbeitsgemeinschaft, als Gefangener, in einem Erimitendasein oder der Existenz als Künstler oder Fremder. Alle diese verschieden Existenzen versuchen ihr bestes, um mit Moral und Glück zu hantieren, ohne dabei ihre Integrität zu verlieren. Doch letzlich ist ihnen das Reich fern, das Exil ist bereits gewählt, weil es uns fest im Griff hat.
"Es wird eines Tages nichts mehr zur Bewunderung hinreißen, alles ist bekannt, alles Leben vergeht in Wiederholung. Es ist die Zeit des Exils, des dürren Lebens, der toten Seele." So schrieb Camus selbst über seine Novellensammlung.

"Der Fall" ist nocheinmal eine ganz andere Schiene. Camus ist hier eine umfassende, launige, witzige, fröhliche und trotzdem nahezu offenbarende Dokumention über Leben, Moral und das menschliche Ego gelungen. Komplett nur als Monolog geschrieben (Nicht Monolog im Inneren, sondern Monolog vor einem Zuhörer) entfaltet der Text bald eine geradezu unheimliche Wahrheit und Tiefe, die einen selbst nachdenklich werden lässt; nie habe ich auf so wenigen Seiten, so viel, so schön, etwas über das Leben erfahren.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Camus` Gesammelte Erzählungen, 26. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit: Gesammelte Erzählungen (Taschenbuch)
In dem Band "Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit" sind Albert Camus` Erzählungen zusammen- gefaßt. Namentlich wären dies: Der Fall, Die Ehebrecherin, Der Abtrünnige oder Ein verwirrter Geist, Die Stummen, Der Gast, Jonas oder Der Künster bei der Arbeit, Der treibende Stein.
In allen Erzählungen ist das Moment des Suchens nach Erfüllung des Daseins vorherrschend. Camus exemplifiert in ihnen anhand seiner Figuren mögliche Wege des Scheiterns. So erhebt sich Jean- Baptist Clamence in der umfangreichsten Erzählung-"Der Fall"-zum "Bußrichter", indem er sich aufgrund der Erfahrung des Absurden zum obersten Richter ernennt, sich jedoch eigenlich nur in ein inneres Exit flüchtet. Auch das Gegenteil hierzu verwirft Camus. So ist es gleichsam unmöglich zu versuchen, in der Gemeinschaft aufzugehen. Dies wird an den Schlußzeilen von "Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit" sichtbar: Auf einer vom Maler Jonas bearbeiteten Leinwand befindet sich nur ein Wort, von dem man nicht eindeutig sagen kann, ob es "solitaire" oder "solidaire" heißen soll.
Bemerkenswert scheint mir, wie es Camus einerseits gelingt, einen hundertseitigen Monolog fließend darzubieten("Der Fall"), andererseits die Welt Brasiliens lebendig werden zu lassen("Der treibende Stein"). Einzig die zahlreichen Druckfehler in dieser Taschenbuchausgabe trüben den Lesespaß! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich habe den Stern wiedergefunden", 25. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit: Gesammelte Erzählungen (Taschenbuch)
Die Ehebrecherin

In die Ehe des erfolgreichen Juristen Marcel und seiner Frau Janine ist der Alltag eingekehrt. "Im gewollten Dämmer ... waren die Jahre vergangen" und "das angenehme Gefühl der Langeweile" hatte sich eingeschlichen. Janine ist unglücklich. Sie hat Angst vor dem Alter und dem Alleinsein. Sie weiß, dass Marcel sie nicht liebt. Im Vergleich zu den sonnegebräunten, schlanken Körpern der Araber wirkt ihr Mann mit der breiten Nase und dem schweren Oberkörper wie "ein schmollender Faun". Auf einer Überlandfahrt durch Algerien lernt Janine die Wüste kennen, "die Stummheit der grenzenlosen Weite", in der "das Leben stillstand, wo niemand mehr alterte oder starb". Doch die Wüste ist kein Ort des Lebens und so kehrt Janine zu ihrem Mann zurück. Camus Heldin schwankt zwischen dem wohlbehüteten aber tristen Leben im Wohlstand und dem sinnlichen aber riskanten Leben in der Natur. Janine fehlen die Kraft und der Mut, ihre Angst zu überwinden.

Der Abtrünnige oder ein verwirrter Geist

Dem geschwätzigen Missionar haben einheimische Araber die Zunge abgeschnitten und in eine Hütte, das "Haus des Fetisch" gesperrt. Die "blutrünstige Sonne ... das überhitze Metall des Himmels", die "Hitze des Mittags" und die "Kälte der Nacht" treiben ihn in den Wahnsinn: "Ja, allein der Fetisch hat die Macht, er ist der einzige Gott auf dieser Welt, der Hass ist sein Gebot, die Quelle allen Lebens, das frische Wasser, frisch wie die Minze, die den Mund kühlt und den Magen verbrennt". Camus war stets fasziniert von den Gegensätzen der Welt: der lebensspendenden Sonne steht die alles vernichtenden Sonnenglut gegenüber, der Hitze die Kälte, der Liebe Gottes der Hass des Fetisch, dem kühlenden Mund der brennende Magen. Unbeantwortet bleibt seine Frage, wie der Mensch überleben kann, ohne an den Gegensätzen zu Grunde zu gehen.

Jonas oder der Künstler bei der Arbeit

Die Erzählung weist autobiographische Züge auf. Camus beschreibt den aufstrebenden Künstler, der vom Erfolg überrascht wird. Der Ruhm zieht falsche Freunde an. Der Kollegen neiden ihm den Erfolg. Die Schüler umringen den Meister, damit auch sie im Licht erstrahlen. Von Versagensängsten geplagt, beginnt der Stern des Künstlers zu sinken. In der selbst gewählten Isolation schöpft der Künstler neue Kraft und neue Ideen. Unerschütterlich ist sein Glaube an den Stern, der wieder leuchten wird. Das Ende lässt offen, ob Einsamkeit (solitaire) oder Gemeinsamkeit (solidaire) zum Ziel führen. In seinen Carnets notiert Camus: "Diese Angst, die ich in Paris mit mir herumschleppte und die Algerien betraf, ist von mir abgefallen ... Aber letzten Endes habe ich stets im Kampf meinen Frieden gefunden ... Ich habe den Stern wiedergefunden."
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4.0 von 5 Sternen Schöne Graphic-Novel zu "Jonas" von A. Camus, 24. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Die bisher hier versammelten Rezensionen beziehen sich auf ein anderes Produkt, nämlich einen Erzählband von A. Camus. Der zu rezensierende Artikel ist jedoch eine Graphic-Novel zu Camus' "Jonas" von Katia Fouquet (und nur zu Jonas, andere Erzählungen finden sich in diesem Band nicht).
Zur Entscheidungsfindung beim Kauf dieser Graphic-Novel ist es ratsam sich erst einmal die Auswahlbilder, die man oben anklicken kann, anzusehen, damit man einen Eindruck vom Stil der Künstlerin erhält (auch die Homepage der Künstlerin enthält Abbildungen aus dem Band). Das ist schon deshalb sinnvoll, weil es sich um einen sehr eigenwilligen Stil handelt, vor allem was die Figurengestaltung betrifft! Aber auch die Farbgebung ist besonders: Die Zeichnungen stechen durch die Dominanz der Farben Rot, Blau, Gelb hervor, die oft ganze Flächen und geometrische Anordnungen prägen; Grün tritt eher zurück.
Die Umsetzung von Camus Erzählung in Bilder ist gelungen, vor allem weil die Erzählung von Camus sehr eigenständig umgesetzt wird. Manche Szene empfinde ich als zu wenig vielschichtig, mit Gefahr, sich Plattheiten zu ergeben (z.B. Bildzeitung-Titel-Seite über Jonas Absturz)
Eine besonders gute Idee war es, im zweiten Teil des Bandes die Originalerzählung von Camus abzudrucken. So kann man stets die Umsetzung des Textes in Bildern kontrollieren, entdeckt jede Menge Eigeninitiative bei Fouquet und teils sehr originelle Einfälle. Aber das ist noch nicht alles. Dem Textabdruck der Jonas-Erzählung von Camus sind Fotos auf jeder Seite beigegeben, die ein biographisches Fotoalbum des Künstlers Jonas inszenieren. Kinderbilder, Jonas mit Eltern im Urlaub, mit Freunden in Italien usw. Dabei trägt Jonas auf den Fotos immer ein Comic-Gesicht. Toller Einfall! Insgesamt muss der Verlag für die Gestaltung des Bandes hoch gelobt werden.
Das eigentliche Problem ist Camus Erzählung "Jonas oder der Künstler bei der Arbeit". Sie gehört nicht zum Besten, was Camus geschrieben hat. Sie will Realität eines Künstlers in der Spannung zwischen Kunst, Familie, Kunstmarkt, Kommerz und Anspruch einfangen, wirkt aber hölzern, teils banal. Trotz allem kann sich dem auch Fouquet nicht immer entziehen.
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4.0 von 5 Sternen Camus im Mittelmass, aber ...., 20. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit: Gesammelte Erzählungen (Taschenbuch)
Für eingefleischte Existentialisten ein Vervollkommnung des Buchbestandes.
Inhaltlich eher mittelmässig. Trotzdem kein Buch, welches man ungelesen aus der Hand legt- Camus ist eben einzigartig.
Das Produkt selbst ist einwandfrei und seinen Preis jedenfalls wert.
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Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit: Gesammelte Erzählungen
Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit: Gesammelte Erzählungen von Albert Camus (Taschenbuch - 13. November 2013)
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