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Kundenrezensionen

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am 11. Januar 2004
Was macht ein gutes Buch aus? Ein gutes Buch ist für mich eines, das mich zum Nachdenken bringt, mich in eine andere Welt abtauchen und diese durch die Augen eines Anderen sehen lässt, die mir Menschliches und Allzumenschliches nahe bringt, ohne mich jedoch zu bevormunden. Dies alles und viel mehr bietet "Unterwegs" von Jack Kerouak. Sal Paradise nimmt uns mit auf seine Reise durch die Staaten der 50er Jahre, öffnet uns die Augen für den Zauber und die Schönheit der Welt, den er nicht zuletzt durch seine Bekanntschaft mit Dean Moriarty zu schätzen lernt. Zunächst scheint es als wäre Sals Sehnsucht nach dem Westen eine Flucht, ein Versuch der dunklen Eintönigkeit seines Lebens zu entkommen, aber schon bald ist es der Weg, das Bewusstsein in Bewegung, unterwegs zu sein, was Sal antreibt und damit das Lebensgefühl einer ganzen Generation ausdrückt. Es ist die Suche nach dem ultimativen "Kick", nach nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein, das keine Sorgen kennt, "weil alles, wirklich alles Bestens ist".
"Unterwegs" ist eines der wenigen guten Bücher, das nicht durch das unentschlossene Gejammer eines hypersensiblen Protagonisten lebt, sondern durch die jubelnde Begeisterung seiner Figuren für das Leben. Es ist ein Aufschrei gegen das sorgenvolle, geordnete Leben ihrer Zeitgenossen, ein Bekenntnis für echte Freundschaft und Freiheit, ein Leben, das seinen Sinn nicht im Erfolg findet, sondern in jenen surrealen Momenten zwischen Imagination und Realität, die ein begeistertes Herz auszufüllen vermögen.
Kurz: Ich liebe dieses Buch.
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am 21. Juni 2000
Kerouacs Roman ist sicherlich das sprachlich und thematisch spannendste Werk der sog. Beat Generation. Der Autor schafft es, dem Leser das Lebensgefühl des ständig Ruhelosen in ausdrucksstarken Bildern zu beschreiben. Als Leser ist man gefesselt von der Geschwindigkeit in der sich hier Episode an Episode reiht. Die Handlung scheint zunächst ohne Ziel zu sein, bis man erkennt, daß sich in Kerouacs Prosa der Grundsatz, daß der Weg das Ziel ist in seiner reinsten Form zeigt.Die Protagonisten, und hier vor allem Dean Moriarty, die allesamt Pseudonyme für die prägenden Figuren der Beat-Ära sind, lassen den Leser teilnehmen an einer Lebensweise, die sich von den Zwängen der Gesellschaft befreit hat. Für alle, die an den Urspüngen der Hippie- Kultur interessiert sind, ist dieses Werk Kerouacs der ideale Einstieg in eine faszinierende Zeit.
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am 19. November 1999
Es gibt Bücher, die man immer lesen kann, und solche, die man bevorzugt in bestimmten Lebensphasen lesen sollte. Unterwegs gehört zur letzen Kategorie. Es ist ein Buch für Aufbrecher, für Entdecker ... also für Menschen in der Lebensphase zwischen 15 und, sagen wir mal, 22. Es ist die Zeit, wo man wie der Held Sal Paradise einfach einen kleinen Seesack packen, sich an die Straße stellen und dann lostrampen möchte. Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg - nicht zufällig tauchen in Kerouacs Büchern immer wieder Bezüge zum Zen-Buddhismus auf. Doch eigentlich geht es nicht einmal um den Weg, sondern um die Menschen, die man treffen kann, wenn man einfach losgeht: Arme und Reiche, Gammler und Verrückte, Dichter und Hochstapler, Begehrenswerte und Unangenehme. Es ist eine ganz bestimmte Lust, die Lust zu leben und alles zu sehen, die in Unterwegs unglaublich nah und ehrlich beschrieben wird. Dies ist kein Zufall, sondern Programm: die Autoren der Beat-Generation hatten sich geschworen, nur daß zu berichten, was sie wirklich erlebten (allerdings hielten sie das nicht immer ganz ein). Kerouac hat es gerade in diesem Buch geschafft, diese Lust auch in der Sprache, in den Sätzen auszudrücken: sie sind ebenso rastlos und rhythmisch wie das Reisen selbst. Gleicheitig ist Unterwegs auch immer noch ein hervorragendes Zeitportrait der Nachkriegs-USA, kurz bevor die Hippies aufkamen. Es beschreibt eine Subkultur, die sich gegen eine zufriedene und satte Mehrheitsbevölkerung auflehnte, die Gesellschaft der an den Rand gedrängten suchte. Und es ist damit hoffnungslos und überzeugend romantisch, eine Romantik, die die Menschen und nicht deren Konsumgegenstände und Statussymbole in den Mittelpunkt rücken will. Eine Kritik also, die heute immer noch trifft. Und dieses Buch hat eine Wirkung, die nur wenige Bücher haben: es verändert ein bischen das eigene Leben. Denn auch wenn ich oben ein 'Lesealter' empfohlen habe, so ist dies eher ein 'inneres' Alter. Jeder, der Lust am Aufbrechen und Entdecken hat, muß Unterwegs gelesen haben, und wahrscheinlich wird er es nicht nur einmal lesen. Und er wird immer wieder selbst einmal aufbrechen wollen, mit wenig Gepäck und ohne echtes Ziel. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 25. Juni 2009
Ende der 1940er Jahre reist Jack Kerouacs Alter Ego Sal Paradise zusammen mit Dean Moriarty (das Alter Ego Neal Cassadys) zwei Mal quer durch die USA von New York nach Kalifornien und wieder zurück, sowie am Ende noch einmal von New York nach Mexiko, wo Sal erkrankt und von Dean im Stich gelassen wird. Unterwegs begegnen sie in New Orleans auch Old Bull Lee, dem Alter Ego William S. Burroughs.
Im Gegensatz zu Dean hat Sal dabei die finanzielle Unterstützung seiner Tante und eine Veteranenrente im Rücken.

Warum sie diese Reisen unternehmen wird nicht ganz klar, man wird dieser Frage wohl nicht ganz gerecht, wenn man sagt, dass sie um des Spaßes willen reisen. Werden sie danach gefragt (S.178), so finden sie keine Antwort, sie sind sich offenbar selbst nicht luzide. Zumindest bei Dean kann man vermuten, dass das Reisen seine Art ist, seine prekäre Lebenslage zur bewältigen. So interpretiert, gewinnt Deans fortgesetzte Reisetätigkeit einen Hauch von Verzweifelung.

Unterwegs gehen Dean und Sal in Bars, Feiern, hören Jazz und machen Frauen an. Sie tun, was ihnen in den Sinn kommt. Treibend scheint dabei Dean Moriarty zu sein, Sal scheint ihm nur zu folgen und von ihm mitgerissen zu werden. Deans Persönlichkeit wird als energetisch, manisch, begeistert, übergeschnappt und unbeständig gezeichnet.

Die Einschätzung und Beurteilung der beteiligten Figuren durch Kerouacs Alter Ego scheint nach dem Principle of Charity zu erfolgen. Nur selten verliert Sal ein schlechtes Wort über Andere. Streitigkeiten und Mißstimmungen werden zwar erwähnt. Grundsätzlich wird den Figuren vom Erzähler Sal jedoch Billigkeit und Vertrauen entgegengebracht. Ihre Psychologie ist nicht sonderlich komplex. Kerouac erzählt mehr was sie tun und was sich ereignet, als dass er ihre Gedanken, Gefühle und Träume schildert.

Die Lebensform, die Kerouac hier beschreibt, kann als ein Leben der Exstase, des Rausches und der Euphorie, gedeutet werden. Er romantisiert und mythologisiert das unstete nomadische Leben.
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am 23. Juli 2003
Es ist schon ein bißchen schwer, sich das Amerika der fünfziger Jahre vorzustellen. Eine Autofahrt, und sei es per Anhalter und sei es quer durch Amerika, bedeutet heute natürlich nicht mehr das Gleiche, wie zu jener Zeit.
Aber darum geht es nunmal hauptsächlich in diesem Roman, um das Reisen. Das Reisen als Lebenssinn, vielleicht als einzigen Lebensinhalt. Erzähler Sal und sein bester Freund Dean halten es nach jeder Reise nur kurze Zeit zu Hause aus. Allerdings halten sie sich auch an anderen Orten nie lange auf. Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" fühlen sie sich nur auf der Straße, wenn sie in Bewegung sind, richtig wohl. Dean, der im Laufe seiner Touren mehrere Ehen einging und etliche Kinder hat, ist wie ein kleiner Faust in Sals Ohr. Er ist der Verrücktere und Unruhigere von beiden, aber wenn er Sal erstmal infiziert hat, dann sind beide wie entflammt, dann stehlen, trinken und lieben sie. Ihre Reisen bringen sie von einem Morphium süchtigen Freund bis in ein mexikanisches Freudenhaus. Ihre Handlungen sind so voll von Spontanität, dass es gelegentlich fast schon unglaubwürdig klingt. Was geschehen ist, ist geschehen. Es ist vorbei und uninteressant. Die Vergangenheit zählt nicht, die Reise ist der Versuch, absolut im Hier und Jetzt zu leben, nur für den Augenblick, und deshalb verwundert es auch nicht, dass Sal und seine Freunde (besonders Dean) nie lange an einem Ort bleiben. Sie können den 'richtigen' Ort nicht finden, weil es den gar nicht gibt, aber 'unterwegs' können sie daran glauben, dass es anders ist. So gesehen ist das Reisen Flucht vor der Hoffnungslosigkeit, eine Weigerung, sich in ein Schicksal zu ergeben. Natürlich romantisiert Kerouac das wilde und schnelllebige Reisen mit etlichen Exzessen und verrückten Begebenheiten, aber gerade dieses Bißchen an Naivität, die Weigerung ohne Hoffnung zu leben, macht den Charme dieses Romans aus. Man lässt sich leicht davon anstecken. "Etwas würde immer noch dabei herauskommen. Es gibt immer noch ein Mehr, es geht immer noch ein bißchen weiter - niemals ein Ende." So falsch ist das doch nicht, oder?
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am 10. Mai 2013
Jack Kerouacs „Unterwegs“ gilt als Kultbuch – „Das literarische Manifest einer Jugend, die inmitten der ‚schlechtesten aller Welten‘ ein dröhnendes Bekenntnis zum ‚glückseligen Leben‘ ablegt, läßt den ehrbaren Bürger erschauern. Tempo, Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit sind die Zauberwörter der beat generation, die ständig auf der Suche nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein ist.“ (Klappentext)
Soweit, so gut. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, aber das Buch hat mich eher enttäuscht. Es hat tatsächlich was und man kann es lesen, aber der Funke ist nicht richtig übergesprungen. Im Grunde geht es um ein paar Bekloppte, die ständig auf der Suche nach dem Kick im Amerika der 1950er unterwegs sind. Dabei treffen sie andere Bekloppte, versuchen, an Geld zu kommen, finden ein paar Mal den Kick, und das war’s. Die Charaktere waren mir unsympathisch und die Handlung fand ich irgendwann repetitiv. Die Sprache, die Kerouac selbst als „spontaneous prose“ bezeichnete, war auch nicht so meins; schnell, roh, sprunghaft. (Fun fact: Kerouac tippte die ursprüngliche Version auf eine 40-Meter-Papierrolle.)
Ich hab in dem Buch Tiefe und Seele vermisst, es ist irgendwie beschränkt und geht die ganze Zeit nur darum, dem Kick hinterherzujagen. Leben ist mehr als das. Ich kann den Hype also nicht recht nachvollziehen. Hat vielleicht auch was mit der Zeit und dem kulturellen Hintergrund zu tun.
Wenn man Freiheitsfeeling beim Lesen haben will, kann ich Betty Blue empfehlen, das ist klasse. The Rum Diary geht auch in diese Richtung (und wenn man’s deutlich abgefahrener und drogengetränkter mag, natürlich auch Angst und Schrecken in Las Vegas).
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am 24. Januar 2001
Kerouacs Roman "On the road" habe ich 1980 mit 23 Jahren zum ersten Mal gelesen. Damals war ich auch durch Amerika unterwegs. Nicht on the road, sondern in the air und ich war gar nicht so begeistert von dem Buch. Inzwischen habe ich es sieben mal gelesen und es hat sich zu einem meiner Lieblingsbücher entwickelt. Bei jedem Mal lesen entdecke ich wieder neue Dinge. Inzwischen wird das Buch auch von honorigen Literaturkritikern anerkannt und zählt zu den wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Zu Recht. Hinter all der Hektik, des Herumziehens, des Kiffens etc. verbirgt sich doch eine Suche nach dem Sinn des Lebens, eine Poesie der Straße. Kerouacs Bücher romantisieren allerdings das Außenseitertum und das schnelle "volle" Leben abseits der Gesellschaft. Die Realität sah etwas anders aus. Kerouac war zum Schluß seines Lebens ein desillusionierter, verbitterter Mann, der an schwerer Trunksucht litt und daran mit 47 Jahren zu Grunde ging. Auch der zweite Held des Buches, Neil Cassady (Dean Moriarty) versoff sich total, nahm Drogen, litt unter schizophrenen Schüben und starb im Vollrausch an einer Eisenbahnschiene in Mexiko. Irgendwann läßt sich so ein ekstatisches Leben eben nicht mehr durchziehen, es fordert seinen Tribut. Jim Morrison, der vielleicht noch extremer gelebt hat, starb mit 27. Mir wäre es lieber, sie hätten rechtzeitig die Kurve gekriegt und würden heute noch leben. Doch es ist schon so, wie William Blake schrieb: "Der Weg des Exzesses führt in den Palast der Weisheit". Und der Palast der Weisheit ist der Tod.
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am 18. Juli 2007
Ende der 40 Jahre reiste Jack Kerouac mit seinem manischen Kommilitonen aus Uni-Tagen, Neal Cassady, durch die USA. Cassady war ein rasender Autofahrer und rastloser Geselle, Kerouac der Beobachter auf dem Beifahrersitz. 1951 entstand, basierend auf den Erlebnissen und Eindrücken dieser Reise, der Roman "On the Road" (Unterwegs), der dann 1957 veröffentlicht wurde. Die Rastlosigkeit und Lebensgier der beiden und Ihrer Freunde, und aller jungen Leute dieser Generation nach dem 2. Weltkrieg, kommt in einem enthemmten, sich überschlagenden Schreibstil, der einen richtigen "Beat" fühlen läßt, zum Ausdruck. Das Buch pulsiert, ist fahrig und genial. Als junger Mensch habe ich es zum ersten Mal auf einer griechischen Insel am Strand gelesen - damals selbst "on the Road" -vor einiger Zeit wieder gekauft. Eines der Werke, das man im Leben öfter liest. Es ist anstrengend, mitreisend und hinterläßt nachhaltige Wirkung. Klassische "Literatur" ist es definitiv nicht, genausowenig, wie ein Song der Doors klassische Musik ist. Es ist zwischen Buchdeckel gepresster Zeitgeist, der vor allem auch Zeitzeugen oder deren Wiedergänger anzieht. Gelesen haben sollte man es allemal.
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am 26. September 2005
Senator Mc Carthy trieb gerade sein Unwesen und jagt vermeintliche "Kommunisten" im bürgerlich, konservativen Nordamerika.
Hollywood produzierte brave Filme und saubere Bilder.
Aber in New York, in Denver und in San Franciso tobten die Beatniks und Dean Moriarty, der Protagonist von Jack Kerouacs "Unterwegs" fegt durch den "schneereichen Westen" und der Pionierstadt Denver.
Es ist die Geschichte einer Jugend mit Drive, mit Speed. Moriarty, der in den 60er Jahren auch auf Charles Bukowsky treffen sollte, ist der ewige Rebell. Er bleibt es, auch Jahre später, als seine Freunde längst zum Establishment zählen und es ist seine Geschichte, sein Buch: Jugend auf immer und ewig, bis diese in New Mexiko neben Eisenbahnschienen ihr Ende findet.
Jack Kerouac hat hier die wilden Jahre eines "american hero" kopiert und detailgetreu für die Nachwelt erhalten. Neal Cassady ist Dean Moriarty.
Verwiesen sei auch auf Cassadys Buch "Der Flügel des Engels", in dem Neal seine Sicht der Dinge schildert.
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am 17. Juli 2012
Im Roman "'Unterwegs"' beschreibt Jack Kerouac seine rast- und ruhelosen Reisen durch die USA, welche er in einem irren Tempo, immer auf der Suche nach Ekstase und einem intensiven Leben, Ende der 1940er Jahre begann. Das 1957 veröffentlichte Werk, welches Kerouac in angeblich drei schlaflosen Wochen an einem Stück schrieb, wird der Literatur der Beat Generation zugerechnet, bzw. ist vielmehr selbst das Manifest dieser Generation.
Die Beatniks waren junge Amerikaner, die nach dem 2. Weltkrieg als erste literarische Subkultur bekannt wurden. Sie waren vor allem junge intellektuelle Männer der weißen amerikanischen Mittelschicht. Tempo, Spontanität, Ungebundenheit und ihre Kreativität, zeichnete sie aus.

Jack Kerouac, 1922 geboren, bricht 1946 nach Denver auf, um zu Dean Moriarty zu gelangen. Der 20-jährige Moriarty, der zuvor die Hälfte seines Lebens in Besserungsanstalten verbracht hat, zieht ihn an, mit seinem brennenden Feuer und seiner Gier nach Leben. So sehr, dass Kerouac (im Roman: Sal Paradise) mit wenig, später ohne Geld durch die halbe USA trampt, erst nach Denver, dann nach San Francisco gelangt und in Moriarty, den 'perfekte[n] Kumpel für unterwegs' findet.
Die Reisen führen von New York, Denver, San Francisco, Los Angeles, zurück nach New York, wieder nach Denver und San Francisco, zurück nach New York, Abstecher nach North Carolina, New Orleans, Chicago, immer wieder New York bis hin zu der langen Reise nach Mexico City. Die unglaublichen Distanzen legen sie zumeist mit verschiedensten Autos zurück, die der geschwindigkeitsbesessene Moriarty immer und immer wieder, scheinbar ohne Sinn quer durch die USA jagt.
Die Handlung ist bestimmt von Exzessen in allen vorstellbaren Kneipen der USA, spontane Besuche bei alten Freunden und vor allem von Frauen und der Musik. Von dem intensiven Ausleben des Jazz und des Sex. Reisen, ständige Rückkehr, Umkehr, neue Pläne und der ewige Durst nach dem rauscherfüllten Leben.

Die Erwartungen, die man beim Lesen des Klappentextes bekommt, werden von Kerouac bei Weitem übertroffen. Keine Rezension, keine Kurzbeschreibung kann wirklich erklären, was das Besondere an Kerouacs Werk ist. Die spontane Schreibweise wirkt einerseits durch ihre Umgangssprache so lebendig, andererseits durch ein maßloses Übertreiben im Nutzen von sprachlichen Bildern, von Metaphern. Seine Schreibweise entspricht dem geschilderten hektischen und atemlosen (Er)leben, sie veranschaulicht es in Perfektion.
Für mich ist 'Unterwegs' zweifellos ein Meisterwerk der Literaturgeschichte. Es schildert die Bedürfnisse und Suche der Menschen nach Freundschaft, Liebe, Freiheit und den unmöglichen Versuch, sie alle zu befriedigen, vielleicht doch irgendwann zur Ruhe zu kommen und die eigene Rastlosigkeit zu beenden.
Aber vor allem regt es an, über das Leben nachzudenken und vielleicht selbst irgendwann aufzubrechen. Es regt Menschen an, dessen unendliche Sehnsucht ebenfalls unaufhörlich brennt, die den gleichen Drang zur Freiheit, die Liebe zur Nacht, zur ekstatischen Selbstbefreiung in der Nacht, zum Leben bis an die äußersten Grenzen und zum "unterwegs" sein haben. Menschen, die von ihren rast- und ruhelosen, ihren lodernden jungen Herzen nur eines hören "Ja! Ja! Weiter, weiter, immer nur weiter! Ja! Weiter!"
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