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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Hymnus auf das Leben - Unterwegs,
Von anne (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Was macht ein gutes Buch aus? Ein gutes Buch ist für mich eines, das mich zum Nachdenken bringt, mich in eine andere Welt abtauchen und diese durch die Augen eines Anderen sehen lässt, die mir Menschliches und Allzumenschliches nahe bringt, ohne mich jedoch zu bevormunden. Dies alles und viel mehr bietet "Unterwegs" von Jack Kerouak. Sal Paradise nimmt uns mit auf seine Reise durch die Staaten der 50er Jahre, öffnet uns die Augen für den Zauber und die Schönheit der Welt, den er nicht zuletzt durch seine Bekanntschaft mit Dean Moriarty zu schätzen lernt. Zunächst scheint es als wäre Sals Sehnsucht nach dem Westen eine Flucht, ein Versuch der dunklen Eintönigkeit seines Lebens zu entkommen, aber schon bald ist es der Weg, das Bewusstsein in Bewegung, unterwegs zu sein, was Sal antreibt und damit das Lebensgefühl einer ganzen Generation ausdrückt. Es ist die Suche nach dem ultimativen "Kick", nach nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein, das keine Sorgen kennt, "weil alles, wirklich alles Bestens ist"."Unterwegs" ist eines der wenigen guten Bücher, das nicht durch das unentschlossene Gejammer eines hypersensiblen Protagonisten lebt, sondern durch die jubelnde Begeisterung seiner Figuren für das Leben. Es ist ein Aufschrei gegen das sorgenvolle, geordnete Leben ihrer Zeitgenossen, ein Bekenntnis für echte Freundschaft und Freiheit, ein Leben, das seinen Sinn nicht im Erfolg findet, sondern in jenen surrealen Momenten zwischen Imagination und Realität, die ein begeistertes Herz auszufüllen vermögen. Kurz: Ich liebe dieses Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Die Lust zu Leben,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Es gibt Bücher, die man immer lesen kann, und solche, die man bevorzugt in bestimmten Lebensphasen lesen sollte. Unterwegs gehört zur letzen Kategorie. Es ist ein Buch für Aufbrecher, für Entdecker ... also für Menschen in der Lebensphase zwischen 15 und, sagen wir mal, 22. Es ist die Zeit, wo man wie der Held Sal Paradise einfach einen kleinen Seesack packen, sich an die Straße stellen und dann lostrampen möchte. Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg - nicht zufällig tauchen in Kerouacs Büchern immer wieder Bezüge zum Zen-Buddhismus auf. Doch eigentlich geht es nicht einmal um den Weg, sondern um die Menschen, die man treffen kann, wenn man einfach losgeht: Arme und Reiche, Gammler und Verrückte, Dichter und Hochstapler, Begehrenswerte und Unangenehme. Es ist eine ganz bestimmte Lust, die Lust zu leben und alles zu sehen, die in Unterwegs unglaublich nah und ehrlich beschrieben wird. Dies ist kein Zufall, sondern Programm: die Autoren der Beat-Generation hatten sich geschworen, nur daß zu berichten, was sie wirklich erlebten (allerdings hielten sie das nicht immer ganz ein). Kerouac hat es gerade in diesem Buch geschafft, diese Lust auch in der Sprache, in den Sätzen auszudrücken: sie sind ebenso rastlos und rhythmisch wie das Reisen selbst. Gleicheitig ist Unterwegs auch immer noch ein hervorragendes Zeitportrait der Nachkriegs-USA, kurz bevor die Hippies aufkamen. Es beschreibt eine Subkultur, die sich gegen eine zufriedene und satte Mehrheitsbevölkerung auflehnte, die Gesellschaft der an den Rand gedrängten suchte. Und es ist damit hoffnungslos und überzeugend romantisch, eine Romantik, die die Menschen und nicht deren Konsumgegenstände und Statussymbole in den Mittelpunkt rücken will. Eine Kritik also, die heute immer noch trifft. Und dieses Buch hat eine Wirkung, die nur wenige Bücher haben: es verändert ein bischen das eigene Leben. Denn auch wenn ich oben ein 'Lesealter' empfohlen habe, so ist dies eher ein 'inneres' Alter. Jeder, der Lust am Aufbrechen und Entdecken hat, muß Unterwegs gelesen haben, und wahrscheinlich wird er es nicht nur einmal lesen. Und er wird immer wieder selbst einmal aufbrechen wollen, mit wenig Gepäck und ohne echtes Ziel. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
die originalversion lesen!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Ich habe das Buch zum ersten Mal vor ca. 20 Jahren (so mit 17) gelesen, nicht bis zum Ende, denn auch ich fand es wie die meissten anderen Rezensenten dann doch zu langweilig. Da es aber ein anerkannter Klassiker der amerikanischen Subkultur ist, versuchte ich es noch einige Male es bis zum Ende zu schaffen: vergebens! Jetzt habe ich die Originalversion gelesen und ich bin begeistert: es ist nicht zu vergleichen mit der deutschen Übersetzung. Vielleicht entschliesst sich ja mal ein Verlag dazu das Buch neu und dem Original ähnlicher übersetzen zu lassen. Bis dahin empfehle ich die Ausgabe von Pinguin Books welche man hier bei amazon erwerben kann.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Mutter aller Roadmovies,
Von
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Ende der 40 Jahre reiste Jack Kerouac mit seinem manischen Kommilitonen aus Uni-Tagen, Neal Cassady, durch die USA. Cassady war ein rasender Autofahrer und rastloser Geselle, Kerouac der Beobachter auf dem Beifahrersitz. 1951 entstand, basierend auf den Erlebnissen und Eindrücken dieser Reise, der Roman "On the Road" (Unterwegs), der dann 1957 veröffentlicht wurde. Die Rastlosigkeit und Lebensgier der beiden und Ihrer Freunde, und aller jungen Leute dieser Generation nach dem 2. Weltkrieg, kommt in einem enthemmten, sich überschlagenden Schreibstil, der einen richtigen "Beat" fühlen läßt, zum Ausdruck. Das Buch pulsiert, ist fahrig und genial. Als junger Mensch habe ich es zum ersten Mal auf einer griechischen Insel am Strand gelesen - damals selbst "on the Road" -vor einiger Zeit wieder gekauft. Eines der Werke, das man im Leben öfter liest. Es ist anstrengend, mitreisend und hinterläßt nachhaltige Wirkung. Klassische "Literatur" ist es definitiv nicht, genausowenig, wie ein Song der Doors klassische Musik ist. Es ist zwischen Buchdeckel gepresster Zeitgeist, der vor allem auch Zeitzeugen oder deren Wiedergänger anzieht. Gelesen haben sollte man es allemal.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Das ultimative,unbedingt lesenswerte Manifest der Beats,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Kerouacs Roman ist sicherlich das sprachlich und thematisch spannendste Werk der sog. Beat Generation. Der Autor schafft es, dem Leser das Lebensgefühl des ständig Ruhelosen in ausdrucksstarken Bildern zu beschreiben. Als Leser ist man gefesselt von der Geschwindigkeit in der sich hier Episode an Episode reiht. Die Handlung scheint zunächst ohne Ziel zu sein, bis man erkennt, daß sich in Kerouacs Prosa der Grundsatz, daß der Weg das Ziel ist in seiner reinsten Form zeigt.Die Protagonisten, und hier vor allem Dean Moriarty, die allesamt Pseudonyme für die prägenden Figuren der Beat-Ära sind, lassen den Leser teilnehmen an einer Lebensweise, die sich von den Zwängen der Gesellschaft befreit hat. Für alle, die an den Urspüngen der Hippie- Kultur interessiert sind, ist dieses Werk Kerouacs der ideale Einstieg in eine faszinierende Zeit.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Lieblingsbuch,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Kerouacs Roman "On the road" habe ich 1980 mit 23 Jahren zum ersten Mal gelesen. Damals war ich auch durch Amerika unterwegs. Nicht on the road, sondern in the air und ich war gar nicht so begeistert von dem Buch. Inzwischen habe ich es sieben mal gelesen und es hat sich zu einem meiner Lieblingsbücher entwickelt. Bei jedem Mal lesen entdecke ich wieder neue Dinge. Inzwischen wird das Buch auch von honorigen Literaturkritikern anerkannt und zählt zu den wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Zu Recht. Hinter all der Hektik, des Herumziehens, des Kiffens etc. verbirgt sich doch eine Suche nach dem Sinn des Lebens, eine Poesie der Straße. Kerouacs Bücher romantisieren allerdings das Außenseitertum und das schnelle "volle" Leben abseits der Gesellschaft. Die Realität sah etwas anders aus. Kerouac war zum Schluß seines Lebens ein desillusionierter, verbitterter Mann, der an schwerer Trunksucht litt und daran mit 47 Jahren zu Grunde ging. Auch der zweite Held des Buches, Neil Cassady (Dean Moriarty) versoff sich total, nahm Drogen, litt unter schizophrenen Schüben und starb im Vollrausch an einer Eisenbahnschiene in Mexiko. Irgendwann läßt sich so ein ekstatisches Leben eben nicht mehr durchziehen, es fordert seinen Tribut. Jim Morrison, der vielleicht noch extremer gelebt hat, starb mit 27. Mir wäre es lieber, sie hätten rechtzeitig die Kurve gekriegt und würden heute noch leben. Doch es ist schon so, wie William Blake schrieb: "Der Weg des Exzesses führt in den Palast der Weisheit". Und der Palast der Weisheit ist der Tod.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Die Geschichte eines amerikanischen Helden,
Von
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs. Sonderausgabe. (Taschenbuch)
Senator Mc Carthy trieb gerade sein Unwesen und jagt vermeintliche "Kommunisten" im bürgerlich, konservativen Nordamerika.Hollywood produzierte brave Filme und saubere Bilder. Aber in New York, in Denver und in San Franciso tobten die Beatniks und Dean Moriarty, der Protagonist von Jack Kerouacs "Unterwegs" fegt durch den "schneereichen Westen" und der Pionierstadt Denver. Es ist die Geschichte einer Jugend mit Drive, mit Speed. Moriarty, der in den 60er Jahren auch auf Charles Bukowsky treffen sollte, ist der ewige Rebell. Er bleibt es, auch Jahre später, als seine Freunde längst zum Establishment zählen und es ist seine Geschichte, sein Buch: Jugend auf immer und ewig, bis diese in New Mexiko neben Eisenbahnschienen ihr Ende findet. Jack Kerouac hat hier die wilden Jahre eines "american hero" kopiert und detailgetreu für die Nachwelt erhalten. Neal Cassady ist Dean Moriarty. Verwiesen sei auch auf Cassadys Buch "Der Flügel des Engels", in dem Neal seine Sicht der Dinge schildert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
engl. Titel: "On the road" (1957) - Romantisierung einer Lebensform,
Von Adam "AVTR" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Ende der 1940er Jahre reist Jack Kerouacs Alter Ego Sal Paradise zusammen mit Dean Moriarty (das Alter Ego Neal Cassadys) zwei Mal quer durch die USA von New York nach Kalifornien und wieder zurück, sowie am Ende noch einmal von New York nach Mexiko, wo Sal erkrankt und von Dean im Stich gelassen wird. Unterwegs begegnen sie in New Orleans auch Old Bull Lee, dem Alter Ego William S. Burroughs.Im Gegensatz zu Dean hat Sal dabei die finanzielle Unterstützung seiner Tante und eine Veteranenrente im Rücken. Warum sie diese Reisen unternehmen wird nicht ganz klar, man wird dieser Frage wohl nicht ganz gerecht, wenn man sagt, dass sie um des Spaßes willen reisen. Werden sie danach gefragt (S.178), so finden sie keine Antwort, sie sind sich offenbar selbst nicht luzide. Zumindest bei Dean kann man vermuten, dass das Reisen seine Art ist, seine prekäre Lebenslage zur bewältigen. So interpretiert, gewinnt Deans fortgesetzte Reisetätigkeit einen Hauch von Verzweifelung. Unterwegs gehen Dean und Sal in Bars, Feiern, hören Jazz und machen Frauen an. Sie tun, was ihnen in den Sinn kommt. Treibend scheint dabei Dean Moriarty zu sein, Sal scheint ihm nur zu folgen und von ihm mitgerissen zu werden. Deans Persönlichkeit wird als energetisch, manisch, begeistert, übergeschnappt und unbeständig gezeichnet. Die Einschätzung und Beurteilung der beteiligten Figuren durch Kerouacs Alter Ego scheint nach dem Principle of Charity zu erfolgen. Nur selten verliert Sal ein schlechtes Wort über Andere. Streitigkeiten und Mißstimmungen werden zwar erwähnt. Grundsätzlich wird den Figuren vom Erzähler Sal jedoch Billigkeit und Vertrauen entgegengebracht. Ihre Psychologie ist nicht sonderlich komplex. Kerouac erzählt mehr was sie tun und was sich ereignet, als dass er ihre Gedanken, Gefühle und Träume schildert. Die Lebensform, die Kerouac hier beschreibt, kann als ein Leben der Exstase, des Rausches und der Euphorie, gedeutet werden. Er romantisiert und mythologisiert das unstete nomadische Leben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Aufbruchstimmung,
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Es ist schon ein bißchen schwer, sich das Amerika der fünfziger Jahre vorzustellen. Eine Autofahrt, und sei es per Anhalter und sei es quer durch Amerika, bedeutet heute natürlich nicht mehr das Gleiche, wie zu jener Zeit.Aber darum geht es nunmal hauptsächlich in diesem Roman, um das Reisen. Das Reisen als Lebenssinn, vielleicht als einzigen Lebensinhalt. Erzähler Sal und sein bester Freund Dean halten es nach jeder Reise nur kurze Zeit zu Hause aus. Allerdings halten sie sich auch an anderen Orten nie lange auf. Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" fühlen sie sich nur auf der Straße, wenn sie in Bewegung sind, richtig wohl. Dean, der im Laufe seiner Touren mehrere Ehen einging und etliche Kinder hat, ist wie ein kleiner Faust in Sals Ohr. Er ist der Verrücktere und Unruhigere von beiden, aber wenn er Sal erstmal infiziert hat, dann sind beide wie entflammt, dann stehlen, trinken und lieben sie. Ihre Reisen bringen sie von einem Morphium süchtigen Freund bis in ein mexikanisches Freudenhaus. Ihre Handlungen sind so voll von Spontanität, dass es gelegentlich fast schon unglaubwürdig klingt. Was geschehen ist, ist geschehen. Es ist vorbei und uninteressant. Die Vergangenheit zählt nicht, die Reise ist der Versuch, absolut im Hier und Jetzt zu leben, nur für den Augenblick, und deshalb verwundert es auch nicht, dass Sal und seine Freunde (besonders Dean) nie lange an einem Ort bleiben. Sie können den 'richtigen' Ort nicht finden, weil es den gar nicht gibt, aber 'unterwegs' können sie daran glauben, dass es anders ist. So gesehen ist das Reisen Flucht vor der Hoffnungslosigkeit, eine Weigerung, sich in ein Schicksal zu ergeben. Natürlich romantisiert Kerouac das wilde und schnelllebige Reisen mit etlichen Exzessen und verrückten Begebenheiten, aber gerade dieses Bißchen an Naivität, die Weigerung ohne Hoffnung zu leben, macht den Charme dieses Romans aus. Man lässt sich leicht davon anstecken. "Etwas würde immer noch dabei herauskommen. Es gibt immer noch ein Mehr, es geht immer noch ein bißchen weiter - niemals ein Ende." So falsch ist das doch nicht, oder? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
On the road,
Von
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs (Taschenbuch)
Ich habe Kerouacs Buch das erste Mal im Alter von 23 Jahren gelesen, ein Jahr, bevor ich zum zweiten Mal für längere Zeit in die Vereinigten Staaten ging, um das Land kennen zu lernen. Es hat mich nachhaltig beeinflusst. Truman Capote, der Autor von Kaltblütig, nannte das Buch Tippen, im Gegensatz zu Schreiben oder Literatur - also seinen eigenen Büchern - aber genau das ist Unterwegs trotz aller Kritik geworden, sonst würde man es heute nicht mehr lesen. Es vermittelt das Lebensgefühl der Beat-Generation Ende der 40er Jahre, noch vor der Geburtstunde des Rock 'n Roll, am Ende der Big Band Ära und erinnert ein bisschen an Jack Londons Abenteuer des Schienenstrangs (The Road). Eine unruhige und heute fast vergessene Generation auf der Suche nach sich selbst, nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und lange vor den verschiedenen Bewegungen der 60er Jahre, wo die Beat-Generation übrigens nie angekommen ist oder zu Hause war. Die Bewegung ist das Ziel, niemand will ankommen und wenn man trotzdem irgendwo angekommen ist, wo es nicht mehr weitergeht, also an den Küsten, dreht man um und bewegt sich wieder zurück. Ständig zwischen der Ost- und Westküste hin und her, aber dazwischen liegt ein ganzer Kontinent, 3.000 Meilen, die es zu durchqueren gilt. Vielleicht gehört Unterwegs zu den Büchern, die man als junger Mensch lesen sollte, es liest sich jedenfalls so, wie es geschrieben wurde: auf einer einzigen endlosen Rolle Papier, ohne (Gedanken-) Unterbrechungen. Stefan Zweig beschreibt bereits in den zwanziger Jahren in seinem Essay Reisen oder gereist werden den Beginn des Massentourismus, er hätte an Unterwegs bestimmt seine Freude gehabt. Es bleibt nicht aus, dass die Protagonisten dieses Buches an beiden Seiten brennen, aber das liegt in der Natur der Sache: Auch Jack Kerouac starb früh Ende der 60er Jahren in Florida. Aber sein Buch lebt weiter.
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Unterwegs von Jack Kerouac (Taschenbuch - 2. März 1998)
EUR 9,99
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