Kundenrezensionen


12 Rezensionen
5 Sterne:
 (9)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslos, 2. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
2012, darf man der Recherche im Internet glauben, wird der Haupttäter der Entführung freikommen."Eine Verkürzung der Haft auf zwei Drittel der Zeit war im Sommer abgelehnt worden. Drach wird nun voraussichtlich erst 2012 entlassen."

Die Recherche ergibt weiter, dass dieser erbittert über die lange Haft sei."Aus Ermittlerkreisen verlautete, dass Drach Helfern oder Mithäftlingen offenbar aus der Haft heraus signalisiert hat, dass er Zugriff auf das Lösegeld habe. Von den 15,3 Millionen Euro Beute sind nach der Entführung lediglich 700 000 Euro wieder aufgetaucht."

Was wird bei dem Entführungsopfer Reemtsma solche Nachrichten auslösen?

Ungeschminkt hatte R. seine Zeit im Keller reflektiert, nicht nur geschildert, sondern mit seinen Erkenntnisse als Nach-denker abgeglichen. In diesem Buch wird kein Image bewahrt oder ein neues aufgebaut.

Vielmehr wird die eigene Gefühlslage, die eigene Ohnmacht, der eigene Hass ohne Schonung analysiert, teilweise durch stilistische Distanzierung, eine Verlagerung in die dritte Person,aber deswegen nicht weniger scharf hinschauend.

Wann je wurde eine Angst, eine Regression, die mehr oder weniger gelingenden Strategien der Bewältigung so präzise beschrieben ?

Über Trauma nachdenken und dies dann selbst erleben, ist eine neue Dimension.

Die Lektüre ist anspruchsvoll und zugleich packend.

Hilft der Intellekt ? In jedem Fall erlaubt er eine Einordnung,und, soweit hier fast im Sinne eines Ockhamschen Rasiermessers alle Stilisierungen und damit Verfälschungen weggelassen werdeen, ist dies ein hilfreicher Einblick in ein Leben in der Ausnahmesituation des Ausgeliefertseins.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückend realistisch, 10. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Die Geschichte der Entführung Reemtsmas dürfte den meisten noch aus den Medien in Erinnerung sein. Doch sind solche Meldungen, wenn erst mal eine Weile verstrichen ist, schnell wieder vergessen. Niemand macht sich noch lange Gedanken, wie sich ein Entführungsopfer wohl fühlen mag, was in den Bekannten und Verwandten vorgeht und wie das Opfer in seinem weiteren Leben mit der Last der Erinnerung umgehen kann.
Diese Gedanken werden in einem erst bei der Lektüre dieses Buches wach gerufen, denn Reemtsma versteht es hervorragend, die Masse an Eindrücken, Überlegungen, Ängsten und Plänen des Opfers dem Leser nahe zu bringen. Zunehmend stellt sich der Leser vor, er würde selbst in einem Keller gefesselt sitzen, und überlegt, wie er wohl mit dieser Situation umgehen würde. Reemtsma gelingt es dabei, durch seine exakten Beschreibungen, die auch lange Zeit nach der Entführung noch erstaunlich ins Detail gehen, ein so weit möglich authentisches Bild zu vermitteln. Das macht dieses Buch nicht nur spannend, sondern auch bedrückend, denn man wird sich bei dessen Lektüre erst richtig des Ernstes einer Entführungssituatuion bewusst.
Letztenendes ist es ein großes Glück für die Leser, dass Reemtsma zur Verarbeitung seiner eigenen Erinnerungen dieses Buch schrieb, weil es ein Mann tat, der hervorragend mit der Sprache umzugehen weiß. Das erleichtert das Lesen und verdeutlicht den Umstand, dass hier nicht eine fiktive Story erzählt wird, sondern jegliches Element leider bitterste Realität ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychoduell auf mehreren Ebenen, 9. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Reemtsma wird, von langer Hand vorbereitet, entführt. Abends vor dem eigenen Haus, alles geht ganz schnell. Ein Lösegeld in bis dahin für die Bundesrepublik einmaliger Höhe wird gefordert. Eine Nummer zu groß für die Ehefrau, welche sich Hilfe bei der Polizei holt, ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Erpresser beginnt. Handys waren noch die Ausnahme, ein nervenaufreibender Informationsaustausch per Brief und verschlüsselten Anzeigen in der Hamburger Morgenpost folgt.

Der Erpresser, intelligent aber hochnervös, sorgt dafür, dass sich die Polizei aus den Geldübergabeversuchen heraushält, ein Rechtsanwalt begleitet sie, zwei Geldübergaben scheitern, die Übergabe soll nun mit zwei Vertrauten Reemtsmas erfolgen. Nach 33 Tagen geht der Krimi gottseidank glimpflich aus, die Geldübergabe funktioniert, Reemtsma kommt frei.

Die parallel zu dieser Außenwelt verlaufende Erlebniswelt "Im Keller" steht der Rahmenhandlung spannungsmäßig in nichts nach. Wie genau der Betroffene in der Lage ist, seine Umgebung objektiv zu erfassen ist außerordentlich. Er sondiert die räumliche Lage, wertet Zeichen aus, zieht Schlüsse des mit ihm kommunizierenden Hilfspersonals. Welche Details können einen Vorteil, welche einen Nachteil bedeuten, offenbar hat er es mit einigermaßen intelligenten, selbstbewussten Entführern zu tun, was die Überlebenschancen für ihn erhöhen könnte.

Das Packenste: seine Kommunikation. Die Briefe nach draußen, er lässt Erlebtes anklingen (Wittgenstein, Rocky-Film), tröstet seine Familie. Er bringt richtige und falsche Zitate, welche Informationen über die Entführer und seine Lage geben sollen. Er lässt das Hilfspersonal Bücher bestellen, dessen Kombination so besonders ist, dass ein Buchhändler auf den Besteller aufmerksam wird.

Niemand wünscht sich, dass Menschen gleich welchen gesellschaftlichen Standes entführt werden. Dennoch ist es aufschlussreich, wie ein intelligenter Geist sich Brücken bauen kann, sich unter diesen schwierigen Bedingungen innerlich aufrecht erhält (ein Stockholm-Syndrom taucht, wie oft bei Entführten, auf). Ein hochintelligentes Psychoduell auf mehreren Ebenen.

Das Suchen und Finden des Haupt- und der drei Nebentäter ist dann wieder ein ganz eigener Krimi.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessanter Erfahrungsbericht, 21. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Gebundene Ausgabe)
Ich bin ein wenig zu jung, um mich detailiert an die Reemtsma-Entführung zu erinnern, aber trotzdem habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen und finde, dass es dem Autor gelungen ist, seine Erfahrungen für den Leser interessant zu beschreiben.
Bleibt nur, Jan Philipp Reemtsma zu wünschen, dass es ihm gelungen ist, sein Trauma so gut wie möglich aufzuarbeiten und mit den Erinnerungen so gut es möglich ist zu leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen aus der Welt, 3. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Dieses Buch ist in vieler Hinsicht spannend und interessant: als Dokumentation einer Entführung, als psychologische Studie, als Portrait.

Bewundernswert sind Reemtsmas Disziplin und Intellekt, die ihn mit Sicherheit davor bewahrt haben, in Gefangenschaft verrückt zu werden oder schwereren psychischen Schaden zu nehmen. Darüber hinaus ist er auch noch schonungslos ehrlich.

Von den Medien als Entführung "de luxe" dargestellt - und natürlich: Es gibt immer schlimmere Fälle als den eigenen - hat sie doch auch nicht wieder Gutzumachendes angerichtet: Sie hat einen Menschen seiner Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit beraubt, ihm jegliche Macht über sich selbst genommen, ihn von allem sozialen Geschehen abgeschnitten. Vollkommen auf sich selbst zurückgeworfen, stellt Reemtsma fest, dass da nichts ist; ICH existiert nicht ohne den Spiegel der Anderen. Dieses Gefühl sei heute, nach der Entführung , nicht mitteilbar. Das Schlimmste, was man ihm angetan habe, so Reemtsma, sei die Tatsache, dass er sich manchmal zurück in den Keller wünsche, einfach, weil diese Gefühle nur dort einen Platz haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles um mich herum vergessen..., 1. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Nur selten habe ich ein Buch über eine wahre Begebenheit gelesen, das so spannend und mitreißend war!
Der Autor "jammert" nicht, trotzdem kann man in jedem Satz merken, wie sehr er gelitten, obwohl vermutlich Niemand das wirklich nachvollziehen kann.
Ich habe beim Lesen alles um mich herum vergessen, und war mit Reemstma in seinem Keller!
So traurig die Zeit für ihn auch war: ein besseres Buch kann man darüber nicht schreiben!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Ganz tief unten, 18. August 2014
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Ein Mann wird entführt und nach Zahlung von unglaublichen 30 Millionen DM nach 33 Tagen wieder freigelassen. Das hört sich nach einem Thema für eine spannende und actionreiche Räuberpistole an, doch 'Im Keller' ist eher ein psychologisches Kammerspiel als ein packender Kriminalroman. Jan Philipp Reemtsma, der im Jahre 1996 entführt wurde, berichtet des Geschehene aus drei Perspektiven: Zum einen die Außenseite (wie er es mit eigenen Worten bezeichnet) wie sie seine Frau und sein Sohn durchlebten. Dann folgen seine eigenen Erlebnisse soweit er sich daran erinnern kann, während er im dritten und letzten Teil zusammenzufassen versucht, was das ihm Widerfahrene in ihm auslöste.
Schon die gerade mal ersten 40 Seiten lösen beim Lesen eine anhaltende Erschrockenheit aus, obwohl es sich im Grunde genommen um nichts anderes als eine sachliche, chronologische Darstellung dieser 33 Tage und der Zeit danach handelt. Doch insbesondere das Verhalten der Presse war selbst damals (fast 20 Jahre liegt das Ganze zurück) so rücksichts- und respektlos, dass man nur ungläubig den Kopf schütteln kann ('Wenn man nicht will, dass einem ins Fenster hineinphotographiert wird (und man will nicht), muss man die Vorhänge vorziehen. ...man bleibt im Haus - das dann eben kein Zuhause mehr ist, sondern ein Versteck, das man abdichten muss gegen unbefugten Einblick.').
Die nächsten 100 Seiten beschreiben die Entführung selbst aus der Sicht des Opfers in der dritten Person Singular. Es ist der Versuch des Autors, das Ganze mit Abstand zu berichten um so auch zu zeigen, '...dass es keine Ich-Kontinuität von meinem Schreibtisch zu dem Keller gibt...'. Mir fiel es hier teilweise schwer, dem Ganzen zu folgen, da immer wieder ein Wechsel von der ersten zur dritten Person Singular eintritt, sobald der Autor aus seiner Perspektive den Geschehnissen etwas hinzuzufügen hat. Dennoch wird überdeutlich, welcher Druck in dieser Zeit herrschte: Würde er lebend den Keller verlassen, seine Familie wiedersehen? Wie würde er sterben? Würden sie ihn zuvor verstümmeln? Dennoch versucht er seine Würde zu bewahren so weit dies, gefesselt an eine Fußkette, möglich ist. Selbst sein Humor verlässt ihn nicht ganz.
Im letzten Teil mit knapp 70 Seiten analysiert Jan Philipp Reemtsma, was in diesem Keller mit ihm geschehen ist. Dies ist wohl der erschreckenste Teil des Buches, denn es wird überdeutlich klar, dass von dem Mensch der in solch eine Situation gerät, nicht mehr viel bleibt. Die Ohnmacht ist absolut und diese entsetzliche Erfahrung wird man wohl nie wieder los.
Ein bedrückendes aber auch lehrreiches Buch, das nicht immer ganz einfach zu lesen ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 9. Juli 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Ich habe das Buch während meiner Studienzeit zu einer Arbeit über das Stockholm-Syndrom verwendet. Es ist absolut lesenswert. Das Werk zeigt deutlich welche psychischen und physischen Qualen eine Geiselhaft mit sich bringt und welche Veränderungen die menschliche Seele während der Haft durchlebt.

Wer sich für das Thema interessiert sollte jedoch auch das Buch "Ihm in die Augen sehen - Meine verlorene Kindheit" lesen, welches von einem Opfer Marc Dutrouxs nämlich Sabine Dardenne gefertigt wurde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Äußerst interessantes Buch, 21. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Äußerst interessantes Buch, mir hat es sehr gut gefallen.
Ich habe damals diese Entführung über die Medien "miterlebt", wodurch mein Interesse an diesem Buch geweckt wurde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sozialpsycologische Auseinandersetzung mit einem Märtyrium, 17. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Im Keller (Taschenbuch)
Reemtsma ist in seinen 33 Tagen Haft in vielen Dingen er selbst gebliebn, hat versuch, sich ein Stück Menschenwürde zu bewahren, ein Individuum zu bleiben. Große Hochachtung vor diesem großartigen Buch und dem großartigen Autor. Das Buch schildert realistisch die Ereignisse und Gefühle, die Jan Philip Reemtsma in den 33 Tagen seiner Geiselhaft hatte. Er bewahrt sich zum Geschehenen durch die Erzählweise in der 3. Pers. eine Distanz, die zeigt, wie nah diese Geiselhaft dem Autor gegangens sein muß.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Im Keller
Im Keller von Jan Philipp Reemtsma (Taschenbuch - 1. Oktober 1998)
EUR 8,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen