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66 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Revolte stirbt erst mit dem letzten Menschen"
In dem Klappentext ist die Rede von einem "strengen und anspruchsvollen" Werk, das Albert Camus mit "L'Homme révolté" vollbracht hat. Ich kann mich dieser Meinung nur voll und ganz anschließen, da dieses Buch sehr viele Anspielungen auf die gesamte Kulturgeschichte Europas enthält und nicht ohne Fremdwörter- und Autorenlexikon zu...
Veröffentlicht am 12. April 2003 von iferner

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es wird einiges vorausgesetzt!
Wer diesen Text wirklich verstehen möchte, muss sich im europäischen, vor allem aber im französischen Geistesschaffen gut auskennen. Zu viele Anspielungen und Querverweise setzen philosophische und literarische Kenntnisse voraus, die bei den meisten Lesern nicht vorhanden sein dürften. Mit einigem gesunden Menschenverstand versteht man aber zumindest...
Vor 7 Monaten von Helmut Lissmann veröffentlicht


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66 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Revolte stirbt erst mit dem letzten Menschen", 12. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
In dem Klappentext ist die Rede von einem "strengen und anspruchsvollen" Werk, das Albert Camus mit "L'Homme révolté" vollbracht hat. Ich kann mich dieser Meinung nur voll und ganz anschließen, da dieses Buch sehr viele Anspielungen auf die gesamte Kulturgeschichte Europas enthält und nicht ohne Fremdwörter- und Autorenlexikon zu bewältigen ist. Der Schwerpunkt des Buches liegt aber in der kulturellen, politischen und philosophischen Entwicklung des Abendlandes seit der französischen Revolution.
In Camus' umstrittenem Werk, wegen dem sich sein langjähriger Freund Jean-Paul Sartre von ihm abwandte, vertritt er die Überzeugung, dass die gesamte Periode nach der französischen Revolution durch den Nihilismus geprägt wurde und ihn bis heute nicht überwunden hat.
Zur Unterstützung seiner Thesen führt Camus exemplarisch die zwei politischen Hauptströmungen des 20. Jahrhunderts und schließlich deren Scheitern im Nihilismus an. Zum einen den Nationalismus, der durch den "Nerobefehl" in den letzten Zügen des Dritten Reichs, den einzigen Wert, den der Rasse, verleugnete. Zum anderen den Kommunismus, der mit seiner angeblichen Liebe zum zukünftigen sozialistischen Menschen, die schlimmsten Verbrechen rechtfertigte. So unterschieden sich der sowjetische Gulag und die Konzentrationslager der Nazis nur durch theoretische Überlegungen, nicht aber in der Konsequenz.
Camus entzieht sich den Dogmen der Extreme und versucht, das in unserer Zeit verloren gegangene Maß wiederzufinden. Er relativiert, indem er eines nicht relativiert, und zwar den Wert des Lebens. Er versucht dem Leben wieder einen schöpferischen Wert zu geben, doch nicht durch Religion, sondern durch Rückbesinnung auf die menschliche Schöpferkraft, dem Menschen als Künstler. Aber auch als Politiker, der in der Revolte sein Ausdrucksmaß gegen die Ungerechtigkeit in der Welt findet, aber deshalb nicht zum Misanthrop und Massenmörder wird.
Camus ist dabei zu keiner Zeit naiv, denn er weiß, dass es zu allen Zeiten Leid und Elend auf der Welt geben wird, und dass Iwan Karamasovs Schrei nach dem "Warum?" ewiglich durch die Geschichte der Menschheit hallen wird. Vielmehr versucht er Wege zu zeigen, um dieser Welt, trotz allem Leid und Elend, wieder einen Wert und eine Schönheit zu geben, die sie in unserer Zeit verloren zu haben scheint.
Ich glaube nicht, dass ein Buch einen schöneren und edleren Anspruch haben kann. Sie sollten selbst herausfinden, ob Camus ihn erfüllt. Ich persönlich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben, und halte es für eines der besten Bücher die je geschrieben wurden. Es ist die intensive, teils schwierige Auseinandersetzung, die es erfordert, in jedem Fall wert.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine einzigartige Liebeserklärung an das Leben, 21. August 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
Camus' (1913-1960) Höhenflug aus Philosophie und Literatur unter dem Aspekt des Aufbegehrens, des Dämonischen, des Neins und des Nihilismus, der Freiheit und des Absurden begeistert. Das Leben der Revolte begleitet ihn gedanklich mit Beginn der Revolution, die nur eine gewalttätige und damit falsche Art der Revolte ist. Und mit den Größen der Welt fliegt er durch die Zeit und ihre Ereignisse. Kultur, Politik und Poesie sind seine Felder, in denen er die Ausgrabung der Menschen in der Revolte vollzieht. Wo man auch beginnt, Camus brilliert in Zusammenhängen.

Vom Surrealismus, nochmals unter anderem Aspekt in Folge von Rimbaud und der Bedeutung unter Breton, eine wunderbare Nietzsche Auflösung in der Interpretation des Missbrauchs und die Umwertung des Wertes vom Willen zur Macht und des Übermenschen. Vom Tod durch andere und vom Selbstmord im Angesichte des Lebens, das dem Individuum nur eine Chance im Absurden zur Gesellschaft gibt. Die ewige Wiederholung des Gleichen ist der ruhende und wiederholende Mittag bei Nietzsche und das Glück bei Sisyphos, dem Camus einen Mythos verlieh.

Von der Freiheit bei Dostojewski und dem Schrei der Karamasows zum Warum des Lebens, dieses Warum? sich ja eines Tages unweigerlich erhebt aus diesem Überdruss, in dem sich Erstaunen mischt, wie Camus im Mythos bereits feststellte. Über die Werte von Marx und Nietzsche und ihrer unschiedlichen und doch gleichen Zielsetzungen, in der Abgrenzung von Feuerbach, Schopenhauer und Kierkegaard oder in der Perspektive der phänomenologischen Dialektik im kurzen Schaffen eines Hegels, von der Religion und der Negation Gottes in der Dichtung von Miltons verlorenem Paradies, Blakes Hochzeit zwischen Himmel und Hölle in einer neuen Genesis, de Sades Tage von Sodom bis hin zu Rimbauds Saison in der Hölle, der in den jungen Jahren sein Genie entwickelte, verbarg in der Folgezeit und in der Bekehrung auf dem Sterbebett sein Genie zurückfand, erst im Verlassen der Gesellschaft sich zum Ja zu ihr aufraffen konnte. Alles Leben ist ein revoltieren gegen das Bestehende, um es doch wieder zu erhalten. Das Absurde in der Ausprägung einer Philosophie und doch wie ein Schrei in die Welt, in der Camus seinen Platz sucht. Keine Existenz im Sinne Sartres, sondern wirklich in Übereinstimmung mit der Welt wie sie ist, wo das Absurde aufhört zu sein, wenn der Mensch eintritt in diese seine Welt, um ihr Glück, Liebe und Schönheit zu verleihen. Ein Ja zu allen Gesetzen gibt den höchstmöglichen Freiraum innerhalb der Grenzen. Auto Nomos, so Kant bereits, bei Nietzsche in höchster Ausprägung und nun bei Camus gefeiert. Ein höchst interessantes Werk, ein Begleiter und Interpretationshelfer vieler literarischer Größen.

Camus gelingt es, mit den Menschen, Dichtern und Schriftstellern, den Philosophen und Denkern aus der ihnen innewohnenden revoltierenden, aufsässigen, verurteilenden, der Gesellschaft entgegenstehenden Art, das Trennende, Entzweiende, das Absurde zu erkennen, zu demaskieren und in eine einzigartige Liebeserklärung an das Leben zu verwandeln. Denn er weiß, dass Dimitri Karamasows "Warum" nie aufhört zu schallen und dass gerade in diesem gesunden Skeptizismus eine dem Leben zuträgliche Revolte gegeben ist. Cioran ist so ein Beispiel des Denkens auf Mittagshöhe, welches zeigt, "Kunst und Revolte werden erst mit dem letzten Menschen sterben."

Dieses Werk verdient unbedingte Beachtung.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verteidigung der Freiheit, 14. Dezember 2005
Von 
Bernd Kotz (Essen, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
Albert Camus setzt seine Überlegungen über die Absurdität und dem Mord mit dem Menschen in der Revolte fort. Die Revolte ist die Unvernunft und das Unverständnis über das menschliche Leben. Er versucht den Mord aus philosophischen Überlegungen zu Rechtfertigen und diesen zu überprüfen. Zuerst beschreibt er die metaphysische Revolte. Der Revoltierende ist jemand, der nein sagt zu den bestehenden Verhältnissen. Er kämpft für seine Unversehrtheit. Die metaphysische Revolte ist der Tausch zwischen dem Regime der Gnade und dem der Gerechtigkeit. Camus beschreibt die Negation Gottes an den Beispielen von Marquis de Sade, John Milton, Iwan Karamasow und Nietzsche. Der Revoltierende setzt sich mit Gott gleich. Daraus folgt, dass er eine neue Weltordnung entdecken muss. Als logische Folge beschreibt er nach der metaphysischen Revolte die historische Revolte.
Zu Beginn war die Revolte eine Loslösung aus der Knechtschaft. Der Sklave wollte die Gleichheit mit seinem Herrn und damit dieselben Rechte haben. Erst die französische Revolution wollte den Bürger als Souverän des Staates haben. Danach war Hegel für die Sozialisten das Maß der Dinge. Seine Dialekt von Herr und Knecht wurde von ihnen bereitwillig aufgenommen. Der individuelle Terrorismus der russischen Nihilisten sorgt in Russland für Chaos und Revolte. Für sie war der Tod der höchste Protest. Camus Zeigt, dass jeder politische Umsturz durch ein neues Gewaltsystem ersetzt wurde. Dieser Terror fand mit dem dritten Reich und den sowjetischen Konzentrationslager seinen Höhepunkt.
Camus beantwortet seine anfängliche Frage damit, dass das Töten mit der Revolte nicht vereinbar ist. Die Freiheit des Revoltierenden endet bei der Freiheit des anderen Menschen. Die Revolte negiert die Revolution, da sie die Gewalt annimmt. Die Revolte macht der vollständigen Freiheit den Prozess. Sein Fazit lautet, dass der Mord keiner Rechtfertigung bedarf.
J.P. Sartre nahm den Mensch in der Revolte zum Anlass zur Kritik. Ich denk, dass er die unterschiedliche Auffassung in Bezug auf Hegel und Marx kritisierte. Camus endet mit der Überlegung, dass man in einer hellenistischen Gesellschaft leben sollte. Für J.P. Sartre hat das menschliche Sein immer mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu tun. Er fordert Engagement in der Situation, dieses bedeutet, sich auf die Zukunft hin zu entwerfen. Das vermisst er bei Camus.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Philosophie des Augenblicks: Die Revolte für eine wertorientierte Gegenwart und gegen die Knechtschaft durch absolute Ideen, 27. Dezember 2010
Von 
Hartmut Zimmer (Alzenau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
In seinem 1951 erschienenen, (neben "Sisyphos") zweiten philosophischen Hauptwerk bewegt sich Camus wiederum im Grenzland zwischen Literatur, Geschichte und Philosophie.
Was für Descartes der Gedanke (cogito), ist für Camus die Revolte als die Auflehnung gegen äußere Umstände, insbesondere auch gegen Herrschaftsverhältnisse.

Zunächst untersucht Camus die metaphysische Revolte und den Nihilsmus, um dann im Hauptteil seines Werkes auf die Geschichte der Revolte und der Revolutionen einzugehen und diese voneinander abzugrenzen.

Der Nihilismus, so Camus, glaube an nichts anderes als an die Vernunft und das persönliche Interesse. Sein Ausdruck finde sich wieder in der Heuchelei einer mittelmäßigen und habgierigen Gesellschaft. Europa sei zu einer rein technischen Kultur verkommen (und zwar sowohl im Kapitalismus wie im Sozialismus). In einer Welt des rationalen Terrors komme es nur noch auf das Wachstum der Produktion und der materiellen Macht an.

Camus wendet sich gegen die Vorstellung einer vermeintlich zwingenden, gesetzmäßig verlaufenden Geschichte. Mit absoluten Ideen seien häufig Heilslehren verbunden, die mit dem Versprechen eines in ferner Zukunft liegenden paradiesischen Glücks vom Elend der Gegenwart ablenkten und die sich auf diesem Weg den Gehorsam und das Leid ihrer Sklaven erkauften.

Dialog werde dabei ersetzt durch Propaganda oder Polemik (als Abarten des Monologs). Später, so verkündeten die Herrscher den Beherrschten, werde alles besser werden, ja in einen Idealzustand münden. Patriot sei, wer die Republik oder die Organisation im Ganzen unterstütze; wer sie in Einzelteilen bekämpfe, werde zum Verräter gestempelt. Eine stumme Feindschaft trenne die Unterdrücker von den Unterdrückten.

Diejenigen Ziele, welche ungerechte Mittel brauchten, seien keine gerechten Ziele. Ohne ethische Rechtfertigung des Handelns werde schließlich das Verbrechen zur Pflicht.
Doch gebe es keine absoluten Wahrheiten, nicht einmal eine absolute Moral; es gebe nur den Augenblick und das Schicksal.

Die Revolte dagegen bedeute nicht nur Ablehnung vorgefundener Umstände, sondern sei auch immer Ausdruck für etwas, nämlich für bestimmte Werte. Die Prinzipien der Revolte verneinten die Knechtschaft, die Lüge und den Terror und äußerten sich nicht zuletzt in der Kunst.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schön, 10. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
"l'homme revolté" von Albert Camus bietet einen idealen Einblick in die Denkvorgänge des Philosophen und ist obendrein noch eine wirklich hilfreiche Ergänzung zu "der Mythos des Sisyphos", da hier einige Schwerpunkte besser oder genauer, vielleicht auch unter anderen oder erweiterten Gesichtspunkten beleuchtet werden. Sein Sprache ist klar und sehr literarisch. Es macht Spaß, zu lesen, wie Camus hier die treffendsten Metonymien, Metaphern und Oxymorone findet, die es dem literarisch interessierten Leser leicht machen, sein Werk mit Vergnügen zu lesen, ohne dabei den Ernst der Thematik und ihre heutige Brisanz außer Acht zu lassen. Das Werk, das Camus von Sartre schied, brachte mich (als großen Sartreianer(?)) näher an ihn heran. Ich denke, "L'homme revolté" sollte den gleichen kosmopolitischen Stellenwert erhalten wie Platons "Politeia" oder Kants "Metaphysik der Sitten"
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Andere Sicht auf moralische Rechtfertigung des Aufstandes, 5. Februar 2014
Von 
K., Harald (Chorin, Brandenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
Ein wichtiges Buch. Wer es als jemand gelesen hat, der noch immer die Revolution erhofft, die in einem Aufstand des Volkes oder wenigstens der Avantgarde die als bedrückend empfundenen Verhältnisse hinwegfegt, wird danach eine andere Sicht auf Gewalt zur Änderung gesellschaftlicher Verhältnisse bekommen, wenn er sich dem Gedanken Camus' öffnet, was bei solchen Leuten aber meiner Erfahrung nach nicht oft zu erwarten ist. Zur Zeit seiner Entstehung wird das Buch aber sicherlich zur Selbstfindung vieler links denkender Menschen beigetragen haben. Auch heute noch wäre es manchem zu empfehlen, auch wenn heute die Bereitschaft, sich länger in die zunächst fremden und zumal philosophischen Gedanken anders denkender zu vertiefen, stark nachgelassen hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sonderklasse, 21. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
Dies ist ein Buch der Sonderklasse. Wer wie ich vor Jahren den Fremden, die Pest und den Mythos des Sysiphus gelesen hatte, ist dies ein Muss.
Wie anarchistische, linke Gruppen dieses Buch für sich reklamieren können, ein Rätsel....
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es wird einiges vorausgesetzt!, 6. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Kindle Edition)
Wer diesen Text wirklich verstehen möchte, muss sich im europäischen, vor allem aber im französischen Geistesschaffen gut auskennen. Zu viele Anspielungen und Querverweise setzen philosophische und literarische Kenntnisse voraus, die bei den meisten Lesern nicht vorhanden sein dürften. Mit einigem gesunden Menschenverstand versteht man aber zumindest tendenziell, was gemeint ist.
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4.0 von 5 Sternen Ein intellektuelles Abenteuer, 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
In der 1951 erschienenen Essay-Sammlung «Der Mensch in der Revolte» befasst sich Albert Camus mit dem Kampf des Menschen gegen die Unterdrückung. Als Autor setzt er sich mit seiner Thematik aber nicht nur in Essayform auseinander, die Revolte wurde von ihm als Stoff auch in seinem berühmten Roman «Die Pest» und im Bühnenwerk «Die Gerechten» bearbeitet, ein Triptychon literarischer Formen. Bei seinem Thema, das man vereinfacht als klassische Herr/Knecht-Problematik bezeichnen könnte, distanziert sich Camus strikt vom autoritären Sozialismus, insbesondere dem Kommunismus stalinscher Prägung, was denn auch prompt zum Bruch mit seinem Freund Jean Paul Sartre führte. Das Nobelkomitee zeichnete Camus 1957 aus für ein «wichtiges literarisches Werk, das mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Bewusstseins unserer Zeit erhellt». Das vorliegende Buch leistete dafür einen nicht unerheblichen Beitrag.

«Zwei Jahrhunderte metaphysischer und historischer Revolte laden … zum Nachdenken ein» heißt es in der Einleitung. Der folgende Abschnitt beginnt mit der Frage «Was ist ein Mensch in der Revolte?» und der lapidaren Antwort: «Ein Mensch, der nein sagt». In den zwei großen Essays der Sammlung widmet sich Camus kenntnisreich zunächst der metaphysischen und dann der historischen Revolte, wobei er sich intensiv mit der Gedankenwelt vieler bedeutender Philosophen und den Werken berühmter Dichter auseinandersetzt, deren Figuren er zuweilen zur Verdeutlichung heranzieht, als Beispiel sei Iwan Karamasow aus Dostojewskis großem Roman genannt. Als Moralist ist Camus an der Frage interessiert, wie man in einer Welt ohne Gott überhaupt weiterleben kann und was den Menschen erwartet, wenn seine Revolte einen spannungslosen Endzustand erreicht hat. Aber weder die außerweltliche noch die innerweltliche Erlösung als Ergebnis der Revolte sind erreichbar, lautet sein deprimierendes Fazit.

Den Gedankengängen des Autors zu folgen setzt beim Leser volle Aufmerksamkeit voraus, macht bei nicht einschlägig vorinformierten Lesern umfangreiche Recherchen erforderlich und fordert darüber hinaus sehr viel Zeit und Muße. Alle diese Essays sind inhaltsschwere und hoch komprimierte Texte, so dass man als Leser, von philosophischen Insidern mal abgesehen, sich von Satz zu Satz vorantastet und zu verstehen sucht, welche Aussage, welche Anspielung, welcher Bezug darin enthalten ist. Wer sich dieser Mühe unterzieht, findet ein Füllhorn elegant und treffend formulierter Gedanken, an denen er sich abarbeiten kann bei einem wahnwitzigen Parforceritt durch zweihundert Jahre Geistesgeschichte. Vor allem aber wird er sich am Ende bereichert fühlen durch originelle Ideen und kluge Einsichten, denen man in diesem Buch so überaus reichhaltig begegnet.

Bleibt die Frage zu klären, ob dieser Essayband mehr als sechzig Jahre nach seinem Erscheinen nicht überholtes Gedankengut enthält. Was die metaphysische Revolte anbelangt kann man dies absolut verneinen, historisch allerdings ist der Erkenntnisstand inzwischen natürlich ein anderer, vor allem in Hinblick auf den Sozialismus, dem Camus nahe stand und dessen Niedergang er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nicht hat voraussehen können. Hinzu kommen die Entwicklungen der neueren Geschichte, vor allem die des Terrors als aggressivster Form der Revolte, gleichwohl sind in seinen Ausführungen bereits dessen Keime zu entdecken. In diesem Buch wartet also ein intellektuelles Abenteuer auf wissbegierige Leser.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr gut, 3. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mensch in der Revolte (Taschenbuch)
ein klassischer camus. die essay sammlung ist nicht immer leicht zu lesen, bietet dabei allerdings viel stoff zum nachdenken und diskutieren. nichts für nebenbei
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Der Mensch in der Revolte
Der Mensch in der Revolte von Albert Camus (Taschenbuch - 2. Juli 1997)
EUR 9,99
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