Kundenrezensionen


86 Rezensionen
5 Sterne:
 (61)
4 Sterne:
 (17)
3 Sterne:
 (3)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein "schlichter" Roman
Man kann eigentlich nicht sagen,dass sich in diesem Roman die Ereignisse ueberschlagen.Die Handlung ist schnell erzaehlt:Der franzoesische Angestellte in Algier,Mersault,beginnt seine Erzaehlung zu dem Zeitpunkt,als er erfaehrt,dass seine Mutter gestorben ist.Er nimmt an ihrem Totenbett Abschied,und laesst sich gleich am naechsten Tag mit seiner Arbeitskollegin...
Am 23. Juli 1999 veröffentlicht

versus
46 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Buch zur Philosophie
Meursault, ein französischer Angestellter in Algerien, erfährt vom Tod seiner Mutter - und es ist ihm egal. Das einzige Gefühl in diesem Zusammenhang ist die Abneigung gegen den weiten Weg in der algerischen Hitze, den er zu ihrer Beerdigung zurücklegen muss. Auch die Totenwache und die Beisetzung bringt er unbeteiligt hinter sich und ist letztlich...
Veröffentlicht am 23. November 2007 von Mitternachtsleser


‹ Zurück | 1 2 39 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bemerkenswert, 12. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Wir lernen ihn kennen wie er ist - doch verstehen wir ihn? Können wir mit diesem Fremden etwas anfangen? Albert Camus verstört den Leser durch die Person "Mersault". Eine Person die sich den gesellschaftlichen und kirchlichen Regeln widerstrebt. Er ist Atheist, er ist gefühllos - er ist bloß. Er zeigt keinerlei Regung, er bringt einen Fremden um ohne Grund und ohne Ansporn - es war ihm einfach zu heiß!
Camus konfrontiert uns in diesem Buch mit verschiedenen Fremden, doch ist der Protagonist, den wir vom ersten Wort an kennenlernen, der wohl fremdeste. Dies wird durch seine Verfremdung vor Gericht auch deutlich gemacht.
Inhaltlich erzählt das Buch eine Geschichte aus unglücklichen Zufällen, die sich gegen den Fremden - Protagonisten - verschwören. Wobei am Ende die Frage offen bleibt: Wer ist wirklich fremd?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


46 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Buch zur Philosophie, 23. November 2007
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Meursault, ein französischer Angestellter in Algerien, erfährt vom Tod seiner Mutter - und es ist ihm egal. Das einzige Gefühl in diesem Zusammenhang ist die Abneigung gegen den weiten Weg in der algerischen Hitze, den er zu ihrer Beerdigung zurücklegen muss. Auch die Totenwache und die Beisetzung bringt er unbeteiligt hinter sich und ist letztlich froh, dass er nach absolvierter Pflicht wieder nach Hause zurückkehren kann.

Bereits am Tag darauf geht er zum Schwimmen ans Meer und beginnt eine Affäre mit einer früheren Kollegin. Deren Liebesbezeugungen bedeuten ihm allerdings genauso wenig ihr Heiratsantrag ("ist mir egal"). Von dieser umfassenden Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit geprägt sind alle seine Beziehungen zu anderen Menschen. So kann er mit Freundschaften ebenso wenig anfangen, wie mit Hass und stolpert antriebslos durch ein sinnleeres Leben, bei dem er schließlich "eher zufällig" einen Araber erschießt.

Für dieses Verbrechen wird er vor Gericht gestellt. Die allgegenwärtige Teilnahmslosigkeit Meursaults, die Abwesenheit jeglicher Empathie, sind es letztlich, die die Prozessbeteiligten - vom Richter über den Staatsanwalt und die Geschworenen, bis zum eigenen Anwalt - entsetzen, völlig verunsichern und jede Bereitwilligkeit, mildernde Umstände anzuerkennen, in ihren Augen unmöglich werden lassen. Meursault wird zum Tode verurteilt.

Auch dieses Urteil scheint in zunächst wenig zu berühren, bis der Versuch des Gefängnisgeistlichen, mit ihm ein tröstendes Gespräch zu führen, bei Meursault zu einem Wutausbruch führt, bei der er den Priester heftig beschimpft und tätlich angreift.

Am Ende nimmt er sein Urteil innerlich an und erwartet die Menschenmassen zu seiner Hinrichtung sogar "voller Ungeduld".

"Der Fremde" wird häufig als Camus' wichtigstes (literarisches) Werk betrachtet, jenes Albert Camus, der nicht nur den Literaturnobelpreis erhalten hat, sondern als Schöpfer der "Philosophie des Absurden" gilt.

Deren Kernaussagen sind: Der Mensch ist grundsätzlich versucht, den Sinn seines Lebens zu verstehen, doch angesichts des unausweichlichen Todes wird ihm die Sinnlosigkeit desselben bewusst. Aus dieser absurden Situation gibt es nur einen Ausweg: die Revolte des einzelnen gegen diese scheinbare Unvermeidlichkeit, d.h. ein "trotziges" Aufbegehren gegen die Sinnlosigkeit. Detailliert ausgeführt hat Camus dies im "Mythos des Sisyphos", das zeitlich eng mit "Der Fremde" verknüpft ist.

Von Camus stammt die Maxime: "Man denkt nur in Bildern. Wenn du Philosoph sein willst, schreib Romane" und so kann man "Der Fremde" als die unmittelbare literarische Umsetzung der Philosophie des Absurden lesen. Meursault ist gleichgültig und ohne jede Überzeugung angesichts eines sinnleeren, absurden Lebens. Erst die Verurteilung und die Sicherheit über seinen unmittelbar bevorstehenden Tod geben ihm die Kraft, sich gegen diese Absurdität in einem Akt der Revolte aufzulehnen um letztlich sein Leben und seinen Tod annehmen zu können.

Genau in dieser literarischen Form des philosophischen Modells besteht für mich das zentrale Problem, dass ich bei der Lektüre dieses Buches habe: Ich glaube es einfach nicht!

Die Figur des Meursault ist in meinen Augen allzu offensichtlich ein intellektuelles Konstrukt zur Veranschaulichung eines philosophischen Ansatzes, als dass sie mich wirklich berührt.

Natürlich gibt es Indolenz, Gleichgültigkeit und Antriebslosigkeit. Natürlich gibt es Menschen, die völlig unfähig sind, auf ihr Umfeld und ihre Mitmenschen einzugehen. Aber bei Meursault ist alles gleichzeitig möglich: alles ist ihm egal, aber er erkennt durchaus feine Gefühlsregungen bei anderen, sieht auch, wie er auf andere Menschen wirkt. Er treibt antriebslos durch sein Leben, entwickelt dann aber die Kraft zur (sinnlosen) Auflehnung und findet schließlich seinen Frieden mit dem Absurden und dem Tod. Die Theorie in Romanform.

Handwerklich ist dies durchaus gut gelungen, fraglos ist Camus ein talentierter Erzähler.

Aber, es tut mir Leid, mir ist das für ein Buch zu wenig.

Den wesentlichen Mangel der "Blutleere" und der fehlenden Glaubwürdigkeit kann dies für mich nicht aufwiegen. So bleibt "Der Fremde" für mich ein interessantes intellektuelles Experiment aber keine intensive und empfehlenswerte Leseerfahrung.

Zum Trost für die zu erwartenden negativen Wertungen dieser Rezension stelle ich mir wohl besser schon mal einen schönen Meursault kalt...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckende Lebenseinstellung eines Anti-Helden, 10. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Gebundene Ausgabe)
Der Inhalt ist schnell erzählt: ein junger Franzose, der ohne jede Absicht zum Mörder wird und folglich für seine Tat büssen muss. So einfach sich die Geschichte auch zusammenfassen lässt, so einfach sie sich auch anhört, es handelt sich um einen Roman mit enormen Tiefgang, dessen Interpretation nicht in ein paar Sätzen vorgenommen werden kann. Es ist nicht einfach ein gewöhnlicher junger Franzose, welcher in das Kreuzfeuer der Justiz gelangt. Das spezielle an Camus ‚Helden' ist, dass er so gar nicht einem Protagonisten ähnelt - er verkörpert weder einen, noch ist er in Wirklichkeit einer! Meursault ist Büroangestellter und verkörpert die Gleichgültigkeit, die Passivität, die Hoffnungslosigkeit in einer Person. Er scheint durch sein Leben zu kriechen, findet keine grosse Begeisterung an irgendetwas oder irgendwem, lässt sich treiben ohne dabei Gefühle zu entwickeln und nimmt alles so hin, wie es ihm gerade in den Schoss fällt - sei es der Tod seiner eigene Mutter, sei es die Liebschaft zu einer Frau und deren Heiratsantrag oder eben ein eigens verübter Mord.
Der Roman ist in zwei Teile gegliedert, wobei der erste die individuelle „Gefühls"-Welt und die Art und Weise der Hauptperson, das Leben durchzustehen, geschildert wird. Im zweiten Teil erfahren wir die Konsequenzen, mit welchen Meursault aufgrund seiner Lebenseinstellung plötzlich konfrontiert wird.
Camus vermittelt in seinem Meisterwerk eine düstere Stimmung und eine erschreckende Vision von einem Leben, welches erwartungs- und emotionslos zu verstreichen droht. Eindrücklich erscheint die Geschichte auch deswegen, weil der Autor es schafft, die Passivität, die Gleichgültigkeit der zentralen Gestalt sprachlich perfekt umzusetzen. So unverfälscht, so gradlinig die Sprache erscheint, so angemessen und adäquat wiederspiegelt sie den Charakter des jungen Meursault.
Mich begeistert ein Aspekt dieses Romans ganz speziell, nämlich der krasse Gegensatz zu unserer heutigen Gesellschaft, welche oftmals durch Begriffe wie Motivation, Zielstrebigkeit, Auffälligkeit, Strebsamkeit, Fleiss und Wille charakterisiert wird. Sucht man nach Antonymen für diese Ausrücke, so wird einem diese Aufgabe mit Sicherheit nach der Lektüre von „Der Fremde" einfacher fallen: MEURSAULT! Er stellt einen Menschen dar, der sich von den meisten Mitmenschen wohl um 180 Grad unterscheidet. Die Geschichte gewinnt sicherlich auch dadurch an Bedeutung, zumal sie von einem uns so anders erscheinenden Typ handelt - eben einem FREMDEN!
Eine wunderbar erschreckende Geschichte, über die es sich lohnt, Gedanken zu machen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben? Ein absurdes Nichts, 1. September 2005
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Allein die ersten beiden Sätze sind genial. Wohl niemals zuvor ist das Wesen eines Ich-Erzählers kürzer, treffender und prägnanter in nur elf Worten zusammengefasst worden: "Heute ist Mama gestorben. Vielleicht auch gestern, ich weiß es nicht."
Die hier zum Ausdruck gebrachte Gleichgültigkeit des Protagonisten Meursault seiner Umwelt gegenüber ist das Leitmotiv des ersten Teils dieser Erzählung. Fragt ihn seine Geliebte Maria ob er sie liebt, antwortet er: "Wohl eher nicht. Aber das ist ja auch nicht so wichtig." Und auf die Frage ob er sie heiraten will, äußert ja: "Ja, ja, wenn du willst, heirate ich dich auch."
Der zweite Abschnitt behandelt den Gerichtsprozess und die Verurteilung von Meursault, nachdem dieser einen Araber erschossen hat, da dieser zwischen ihm und der Sonne stand. Auch den Verlauf seines Prozesses sowie das finale Urteil verfolgt der Protagonist gleichgültig. Erst als er in seiner Zelle immer und immer wieder von einem Geistlichen aufgesucht wird, der versucht, ihn zum Chistentum zu bekehren, bricht es aus ihm heraus, die Abneigung gegen dieses ganze "absurde Leben". Der Tod seiner Mutter oder eines Hundes, wo sei da der Unterschied? Und sei nicht seine Verurteilung ein Vorteil, ein Geschenk des Lebens? Denn er habe nun schließlich Gewißheit über sein Schicksal, wohingegen die anderen garnicht bemerken würden, dass auch sie längst verurteilt sind. Verurteilt, ein Leben ohne Hoffnung und Sinn zu führen, ein Leben, welches einem willkürlichen Schicksal ausgeliefert ist.
Fazit: Geprägt durch den Existentialismus Sartres, verpackt Camus seine Philosophie in eine brilliante Erzählung, die seit mehr als 60 Jahren Stoff zur Diskussion gibt. Ein absoluter Klassiker der Weltliteratur!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert: Kurz, einfach, prägnant, GENIAL!, 23. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Camus präsentiert viel Buch auf wenigen Seiten: Sein (Anti-)Held Meursault ist ein einfacher Mensch, der mit den großen Themen der Menschheit (Vergänglichkeit, Liebe, Schuld und Sühne) umgeht wie mit Gebrauchsgegenständen. Er interessiert sich für sein momentanes Wohlbefinden, alles andere ist im Wesentlichen nebensächlich. Meursault tut dies jedoch nicht aus Überlegung, sondern aus reiner Faulheit/Dummheit/Einfachheit/... Er weiß es schlicht nicht besser.
Im ersten Teil der Geschichte, die in Algerien spielt, stirbt seine Mutter, er findet eine weibliche Bekanntschaft, 'freundet' sich mit einem Zuhälter 'an' und bringt den arabischen Bruder von dessen Ex-Freundin um - alles andere als ein Mord, eher ein Unfall: Schuld war die Sonne.
Im zweiten Teil der Erzählung berichtet Meursault in einer Rückschau von seinem Gefängnisjahr. Er ist dabei sehr passiv, lässt fast alles mit sich geschehen. Erst im Laufe der Gerichtsverhandlung begreift er, wie übel ihm mitgespielt wird. Man verurteilt ihn als kaltblütigen Mörder (und legt insbesondere seine Gefühlskälte nach dem Tod der eigenen Mutter als entscheidendes Indiz für seine Täterschft aus).
Schließlich versöhnt sich Meursault im Angesicht des Todes (Guillotine) mit sich und dem Leben: Er kann es wegwerfen, es ist ohnehin sinnentleert: Absurd.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzes Buch, aber soviel..., 30. Oktober 2012
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Es nimmt einen immer wieder mit dieses Buch zu lesen. Vielleicht weil es darin soviel warme Sonne und laue Nächte gibt - ja, vielleicht ist das der wirkliche, wahre, einzige Grund.

Ich habe lange gezögert über dieses Buch zu schreiben und in gewissem Sinne zögere ich immer noch. Nicht nur, weil ich es ablehne eine zu einfache Interpretation der Handlung hier auszubreiten, sondern vor allem weil über dieses Buch zu schreiben so sehr das Gegenteil davon ist, es zu lesen.
Wenn man beginnt mag man noch von allerlei Auffälligkeiten in Beschlag genommen werden, die man nebenbei nett auf einem Zettel notieren kann: "nüchterne Sprache", "sind wir denn nicht alle ein bisschen so, insgesamt betrachtet", "Existenzphilosophie, fiktiv inszeniert", "eigentlich ein Gerichtsroman", "eigentlich eine Anklage gegen die Kirche" etc., aber spätestens wenn man zur Szene vor dem zweiten Teil kommt, wird einem meist vermutlich das Gefühl des Romans als ein vollkommenes Werk eben dieser literarischen Gattung, ein bisschen überwältigen. Denn dann beginnt man zu lesen und es ist das lesen, die Sprache und der nächste Moment des Buches, was mich so sehr an Camus fesselt - nicht die Geschichte hinter den Schnitzereien ist hier das großartige, sondern die Schnitzereien selbst, jede einzelne und Camus zu lesen, heißt mit dem Finger an diesen Schnitzereien entlang zu gehen und irgendwann am Ende anzulange, zumindest bei diesem Buch (wie sonst ist das Ende des Buches zu erklären...?)

Viel ist schon über die einfache Sprache Camus geschrieben worden, seine Erzähltechnik, die, scheinbar unauffällig und reduziert, das was (widerum) passiert sehr deutlich und wahr erscheinen lässt.
Viel könnte man schreiben über all die kleinen Geschichten, die sein Roman miterzählt.
Viel könnte gesagt werden über ein paar einzigartig wahre Formulierungen, die sich doch hinter den Momenten der Schilderung verlieren.

Wie man bei Kafka viel deuten kann, kann man auch bei Camus viel deuten. Doch letztendlich ist L'Étragner, mag es auch ein Buch voller Wahrheit sein, vor allem ein Buch der Schönheit und des Verdrusses und noch mehr ein Buch, dass einem die Erfahrung dessen, was Romane in uns hinterlassen, auf den Höhepunkt treibt - ein Buch, das uns so treu und wahrhaftig in der Hand bleibt, wenn wir es zuschlagen, dass zu uns spricht, von Mensch zu Mensch. Eines der ehrlichsten Werke der Literaturgeschichte, dass einfach zu uns kommt und sagt: Hier bin ich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch regt in besonderer Weise zum Nachdenken an., 3. Juli 2000
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Absolut lesenswert. Eine einfache Geschichte - aber auch besonders deshalb sehr eindringlich und geeignet, über die heutige Gesellschaft mit ihrer m.E. weit verbreiteten "Das ist mir egal ..." und "Ich bin mir selbst der Nächste" - Einstellung nachzudenken. Ein Buch, das ich nicht vergessen werde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 'Das war mir gleichgültig ...', 17. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Gebundene Ausgabe)
Seltsam gleichgültig schildert der zurecht im Titel schlicht als 'Der Fremde' benannte Ich-Erzähler Meursault, der dem Leser nicht so recht näher kommt, zunächst die Tage vor dem motivlosen Mord und im zweiten Teil der Erzählung den Verlauf der darauf folgenden Gerichtsverhandlung. Nichts scheint ihm nahezugehen, weder der Tod seiner Mutter, noch die Liebe seiner Freudin, die ihn fragt, ob er sie heiraten will, worauf er nur erwidert, es sei ihm egal. Im zweiten Teil der Erzählung wird ihm diese Gleichgültigkeit zur Last gelegt und seine absurde Lebensweise bloßgestellt. Meursault erkennt diese Absurdität, der einsilbige monotone Stil zu Beginn der Erählung ändert sich im Verlauf des zweiten Teils, der schließlich in einem Wutanfall gegenüber dem Gefängnisgeistlichen gipfelt. Die vielen kleinen Details des ersten Teils, zum Beispiel die rästselhäfte 'Roboterfrau', die auch später in der Gerichtsverhandlung auftaucht, und der offene Schluß der Erzählung, lassen hier viel Raum zur Interpretation, aber schon allein die Schilderung der Geschehnisse aus der Sicht Meursaults sind lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ja, aber......., 16. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Taschenbuch)
Das Buch ist sicher ein Stück Weltliteratur.
Man kann soviel hineindeuten und bekommt doch bei jedem Lesen neue Gesichtspunkte aufgezeigt. Ich will hier nicht mehr weiter auf den Inhalt eingehen - sondern möchte mich mit der deutschen Ausgabe befassen.
Ich habe das Buch zum ersten Mal in der Schule gelesen. Vor kurzem hatte ich dann das Buch nochmal gelesen.
In der Schule ‚mußte' ich das Original lesen - jetzt habe ich die deutsche Übersetzung gelesen.
Grausam, einzelne Passagen sind vollkommen sinnentstellend übersetzt worden. Ich hatte zum Teil das Gefühl, daß das Buch von einem Computer übersetzt worden sei. Natürlich stimmen die einzelnen Wörter in der Übersetzung (meistens), doch hätte der Übersetzer vor dem Beginn seiner Arbeit sich näher mit Buch auseinandersetzen müssen.
Kurzum, das Buch ist empfehlenswert, nur wenn irgendwie möglich, die französische Ausgabe lesen. (nicht einfach!). Deshalb auch nur 4 Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als Existenzialismus, ein Buch der Superlativee, 26. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde (Gebundene Ausgabe)
Ein ausgezeichnetes Werk, keine Frage. Wer es gelesen hat, wird von Camus nicht mehr loskommen. Ein faszineriend intelligenter Mensch, der sicher nicht jeden, aber doch viele mit seinen Gedanken zum Leben anspricht. Mein Tip: Wenn möglich auf Französisch lesen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 39 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Fremde
Der Fremde von Albert Camus (Taschenbuch - 2. Juli 1997)
EUR 7,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen