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Brasilien. Roman
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Januar 2009
"Brasilien" mag vielleicht nicht John Updikes wichtigster Roman sein (?), vielleicht auch nicht sein bester (?), aber er ist mein absoluter Lieblingsroman von John Updike.
In poetischer, erotischer und sinnlicher Weise verlegt John Updike die Geschichte von Tristan und Isolde nach Brasilien.
Ausgangspunkt für diesen Roman, der sich auch mit der Rassenfragen in Brasilien beschäftigt ist die Geschichte von Tristao, ein armer schwarzer Junge aus den Slums, der Isabel, die wunderschöne weiße Tochter aus reichem Haus trifft. Die beiden verlieben sich, werden aber von Isabels Vater und in weiterer Folge von der Gesellschaft an einer harmonischen Entwicklung ihrer Liebe gehindert.
Sie fliehen und leben ihre Liebe, allen Hindernissen zum Trotz, bis zum bitteren Ende.
"Brasilien" ist im Schaffen John Updikes ein Ausnahmefall.
Es ist sein erster und (meines Wissens nach) auch einziger Roman, der einem Liebespaar eine hoffnungslos romantische und allen Hindernissen trotzende Liebe erlaubt.
Beeindruckend, wie sich John Updike hier sinnlich der Mythologie bedient, in Passagen, die an die großen Meister des "Magischen Realismus" erinnern, spielt er mit der Janushaftigkeit des Menschen, halb Mensch, halb Tier.
"Unser Körper ist ein Tier, das unsere Seele ein Stück weit trägt. aber wie weit die Reise geht, entscheidet ganz allein das Tier. Nicht wir beherrschen unseren Körper, er beherrscht uns und schert sich einen Dreck um unsere Launen - selbst wenn wir sterben wollen..."
Die Liebe von Isabel und Tristao wird immer stärker, bis die beiden sogar in symbolischer Manier die Hautfarben tauschen und daraufhin die Sexualität ganz anders erleben, als davor.
Ein weiser, ein hocherotischer, ein äusserst spannender, ein theologischer- und gleichzeitig antitheologischer Roman.
Vielleicht der vielschichtigste Roman von John Updike.
Absolute Leseempfehlung.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. April 1999
Sicher nicht das beste Buch von Updike, aber es zu lesen, bereitet trotzdem ungeheures Vergnügnen. Zwei sich liebende, bedingungslos voneinander abhängige Menschen und ihre erotische Odyssee durch Brasilien, märchenhafte und bizarre Elemente, am Ende schließt sich der Kreis wieder. Die Sprache poetisch, sinnlich und reizvoll. Der Roman weist Schwächen bei der Charakterzeichnung auf, insbesondere die Wesensänderung nach dem Tausch der Hautfarbe ist sowohl psychologisch als auch politisch fragwürdig. Updike bedient sich zu vieler Klischees (über Brasilien, die Liebe, die Wesensart von Angehörigen verschiedener Rassen usw.), bei den Details in seiner Story hapert es mitunter, sein erzählerischer Blick scheint etwas getrübt, aber letztendlich sollte man Brasilien eben nicht als realistischen Roman, sondern als Märchen lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juni 2011
Das Buch wühlt in jeder Hinsicht auf. Die Liebe zwei junger Leute im Vordergrund, umfasst es große und umfangreich Themen: Klassenunterschiede in Brasilien, die unterschiedliche Behandlung von Schwarz und Weiß, die Kraft der Liebe, den zerstörerischen und faszinierenden Dschungel...
Sprachbegabt und alle Dinge beim Namen nennend, zieht Updike den Leser in den Bann seiner Geschichte. Es ist wie ein Sog, aus dem man nicht mehr rauskommt. Das Ende ist überraschend und lässt einen überwältigt und außer Atem zurück.
Hervorragend und verstörend.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Mai 2008
Bisher habe ich jedes Buch von John Updike wirklich genossen, was mir bei seinem Buch Brasilien nicht gelungen ist.
Updike hat sich extra für dieses Buch Quellmaterialien beschaffen müssen u.a.auch von Lonely Planet, man merkt also schon, er war auf unbekanntem Gebiet.
Im Gegensatz zu seinen Büchern wie Couples oder Landleben hat das seinen gewohnt leichten und zugänglichen Schreibstil total verzerrt. Er hat über etwas geschrieben, von dem er nicht viel versteht. Erstens von Brasilien und zweitens von der Liebe junger Menschen. Immer wieder gleitet er in saftige Beschreibungen von zumeist kurzen Liebesszenen ab und überwürzt damit die Fadesse der Handlung, die er nicht glaubwürdig dem Leser nahebringen kann. Die Odysee des verliebten Paares, deren Verluste, deren "betörende" Liebe, nein, noch nie ist es mir sonst bei Updike passiert, dass ich Zeilen, ganze Absätze übersprungen habe, weil alles so vorhersehbar, so langweilig und zottig beschrieben ist.
Updike`s Stärke liegt in der Beschreibung des amerikanischen Mittelstandes, das kann er sehr gut, bestechend diese Bücher, aber "Brasilien" ist eine einzige Enttäuschung. Sein wahrlich schlechtestes Buch.
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am 18. November 2013
John Updike, einer der größten Schriftsteller der Gegenwart, ist mit diesem Buch auf Abwege geraten und im brasilianischen Sumpf versackt! Dieses Buch ist der typische Fall eines Pianisten, der hervorragend Klavier spielen kann, nun aber meint, auch mal Cello spielen zu müssen und dabei furchtbar versagt. Updike kann die amerikanische Mittelschicht in allen Details schildern wie kein zweiter und seine Romane und Erzählungen sind absolut empfehlenswert, aber der Roman Brasilien gehört nicht dazu. Man spürt regelrecht, auf welch unsicherem Terrain sich Updike hier bewegt, er hat keine Sprache für die Liebesgeschichte des jungen Paares und hat sich seine Brasilienkenntnisse aus irgendeiner Telenovela ausgeliehen. Das mit Abstand schwächste Buch von Updike!!!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Januar 2000
Der Spiegel nannte diesen Roman über die Liebe eines weißen Oberschicht-Mädchens zu einem farbigen Straßenjungen "Hardcore" - doch es ist mehr, womit uns der bedeutendste lebende US-amerikanische Schriftsteller in diesem Buch fasziniert.
Es sind die vielen Gegensätze, die hier aufeinander prallen und immer wieder miteinander verschmelzen: Arm und Reich, Stadt und Dschungel, Distanz und Nähe, Erotik und Enthaltsamkeit, Ehrlichkeit und Kriminalität, Realität und Traum.
Kaum habe ich einen Roman schneller und intensiver verschlungen als diesen.
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. April 2001
Nicht nur einer Reise durch die verschiedenen Welten Brasiliens: das Buch lädt auch dazu ein, über die Liebe, Treue, und die Bedeutung von Reichtum und Rasse für Beziehungen und Lebansmodelle nachzudenken. Dabei ist es spannend zu lesen und keineswegs moralisierend, - nur vielleicht etwas naiv. Ein Märchen eben.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Oktober 2008
...muss man Brasilien von Updike. Die Handlung ist - entgegen der oben stehenden Rezension - keinesfalls vorhersehbar, sondern sehr überraschend; die Liebesgeschichte wunderschön und in ihrer Konsequenz beachtlich. Warum Updike den Literaturnobelpreis (bisher!) nicht bekam, steht in den Sternen. Allein Brasilien würde ihn rechtfertigen.
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1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Februar 2005
Ein wundervolles Buch. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Er beschreibt Brasilien (tatsächlich) und die Liebe zweier Menschen, deren Herkunft nicht gegensätzlicher sein könnte. Selbst Macumba findet einen Platz. Farbenprächtig, gewaltig, zärtlich, erotisch ... einfach wunderschön und ohne happy-end.
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