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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Spur des Bösen
Für den 13-jährigen Charlie ändert sich das ganze Leben, als er eines nachts vom in der ganzen Stadt gefürchteten Jungen Jasper Jones aus dem Bett geholt wird. Er wird in den Wald geführt bis zu einer Stelle, an der das Mädchen Laura tot an einem Baum hängt. Jasper weiß, dass man ihn sofort des Mordes verdächtigen wird, wenn...
Vor 18 Monaten von Villette veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig
Inhalt:
Corrigan, Australien, 1965: Eine Zeit in der Rassismus sowie soziale Ausgrenzung hoch im Kurs stehen ...

Der 13-jährige Charles Buktin ist Schulstreber und führt ein halbwegs normales Leben, bis Jasper Jones (ein gefürchteter "Mischlingsjunge") in sein Leben tritt. Jasper möchte Charlie etwas zeigen und bittet ihn um...
Vor 7 Monaten von Cora Lein veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Spur des Bösen, 3. Oktober 2013
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Für den 13-jährigen Charlie ändert sich das ganze Leben, als er eines nachts vom in der ganzen Stadt gefürchteten Jungen Jasper Jones aus dem Bett geholt wird. Er wird in den Wald geführt bis zu einer Stelle, an der das Mädchen Laura tot an einem Baum hängt. Jasper weiß, dass man ihn sofort des Mordes verdächtigen wird, wenn man Laura findet. Daher ertränken die beiden Jungen das Mädchen in einem See und machen sich auf die Suche nach dem Mörder. Einen ganzen Sommer kann man nun beobachten, wie Charlie die Welt neu zu sehen lernt. Er entwächst der Kindheit und stellt sich Fragen über den Ursprung des Bösen. Was muss in einem Leben passieren, dass ein Mensch zum Mörder wird? Gleichzeitig sieht er zum ersten Mal bewusst das konkret Böse in seinem Umfeld: den Rassismus gegen vietnamesische Flüchtlinge in seiner Straße, die zerüttete Ehe der Eltern und die Boshaftigkeit der Mutter, die Vorurteile der Gesellschaft, die einen Menschen zerstören. Aber statt sich davon klein kriegen zu lassen, wächst er daran, wenn es auch schwer ist.

"Wer hat Angst vor Jasper Jones?" ist eine Geschichte mit komplexen Strängen und Aspekten. Jeder für sich könnte schon einen Roman füllen. Alle zusammen scheinen das Buch etwas zu überfrachten, werden sie doch manchmal nur angerissen. So regen sie zwar zum Nachdenken an, aber kommen nicht zu einer Lösung. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen. Es ist teilweise fesselnd, besonders in den dunklen Passagen im Wald. Die langen Ausführungen über Cricket hätte man besser beiseite gelassen. Auch die vielen Nonsense-Gespräche zwischen Charlie und seinem besten Freund arten etwas aus, wenn sie auch geistreich und durchaus witzig sind. Sie bilden den Gegenpol zu den ernsthaften Teilen der Geschichte. Dort sucht man den Sinn hinter dem Ganzen, zwischen Charlie und seinem Freund lässt man sich in den Unsinn fallen und ist weiter Kind. Leider kommt Jasper Jones im Ganzen viel zu kurz. Der Titel deutet gerade auch im Original darauf hin, dass er im Zentrum steht. Aber eigentlich steht Charlie im Zentrum, dessen Leben angestoßen durch Jasper ein Neues wird. Sprachlich ist das Buch ok. Es ist hier ziemlich jung-jugendlich. Inhaltlich gibt es aber einige grausame Szenen, die eher für ältere Jugendliche bestimmt sind. Das beißt sich etwas. Daher kann ich keine Altersempfehlung geben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 29. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Corrigan, Australien, 1965: Eine Zeit in der Rassismus sowie soziale Ausgrenzung hoch im Kurs stehen ...

Der 13-jährige Charles Buktin ist Schulstreber und führt ein halbwegs normales Leben, bis Jasper Jones (ein gefürchteter "Mischlingsjunge") in sein Leben tritt. Jasper möchte Charlie etwas zeigen und bittet ihn um Hilfe. Natürlich stimmt Charlie zu, ohne zu ahnen wie diese Hilfe aussehen soll und wie stark dieser Freundschaftsakt sein Leben für immer verändert ...

Schreibstil:
Der Schreibstil von Silvey ist flüssig und lässt sich schnell und gut lesen, allerdings frage ich mich immer noch für wen dieses Buch geschrieben wurde. Charlie ist ich-Erzähler und für sein Alter viel zu reif, die Weltanschauung, die er wiedergibt passt einfach nicht. Dann wurde mir zu oft das Wort "Idiot" verwendet und ein zu großes Augenmerk aufs Cricket spielen - ca 70 Seiten wird ein Spiel beschrieben wobei es total egal ist wie es ausgeht und auch das Glossar am Ende des Buches interessiert wenig. In diesem Buch wurden zwar auch kritische Themen behandelt, aber diese dann zu extrem (Gewalt) für ein Jugendbuch oder zu oberflächlich (rassistische Ausbrüche, Mißhandlungen, bösartige Gerüchte alles blieb ohne folgen).

Charaktere:
Charlie ist viel zu reif für sein Alter. Er ist auf eine Art typisch Tenn (Verhalten gegenüber Mädchen), andererseits sind seine Ansichten viel zu Erwachsen, zu verkopft, das wirkte überhaupt nicht und so konnte ich ihn das ganze Buch über nicht greifen.

Jasper, der mir das ganze Buch über fremd blieb ist ein Charakter, den ich mir anhand des Buchtitels und des Klappentextes ganz anders vorgestellt habe. Warum sollte man Angst vor ihm haben, wenn ihn alle Mädels heimlich vergöttern? Ich erfahre zu wenig über ihn - dafür mehr über Cricket - als das ich ihn beschreiben oder etwas aufbauen könnte.

Jeffrey ist der Freund und Nachbar von Charlie. Ich habe die ganze Zeit überlegt ob es in Australien üblich ist, seinen Kumpel als Idiot zu betiteln. Anscheinend ist dies so: Denn Charlie und Jeffrey machen fast nichts anderes wenn sie zusammen sind ... Du bist ein Idiot ... Nein du bist ein Idiot ... Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde :?

Eliza und Laura Wishart waren die unstimmigsten Personen. Laura ist tot - dies wird so oft im Buch erwähnt, dass ich kurz davor war es in die Nachbarschaft herauszubrüllen: "Ja weiß ich, habe ich bereits auf mehreren Seiten gelesen und auch wo sie gefunden wurde und wie und ... " nervig! Eliza, die den Tod ihrer Schwester gut zu verkraften scheint, würde ich eher in eine Psychotherapie stecken als sie ganz normal bei ihren Eltern wohnen zu lassen, aber vielleicht ist das so in den 1960er Jahren in einer Kleinstadt ...

Cover:
Das Cover finde ich interessant, es zeigt einen Jungen im Schatten, wovor versteckt er sich?! Leider finde ich den Titel wenig passend.

Fazit:
Ein Jugendbuch, welches keines ist! Zeitweise ist es zu detailiert (Schilderungen von Misshandlungen), zu oberflächlich (Gewalttaten ohne Strafe) und zu langweilig (Banalitäten ohne Sinn für die Geschichte). Wer einen Lückenfüller sucht, der sich gut lesen lässt sowie an Cricket interessiert ist, der ist mit "Wer hat Angst vor Jasper Jones" gut bedient. Wer auf eine spannende Geschichte wartet wird bitter enttäuscht. Ich vergebe 3 Sterne für Jasper Jones, da mir der flüssige Schreibstil eine schöne Lesezeit beschert hat und Teile der Geschichte zum Nachdenken anregen.
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4.0 von 5 Sternen Es verbirgt sich immer mehr hinter einer Geschichte, 2. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Die Minenarbeiter-Stadt Corrigan im australischen Hochsommer Mitte der 60er Jahre: An das Fenster unseres Ich-Erzählers Charlie Bucktin klopft eines Nachts Jasper Jones und bittet Charlie um Hilfe. Jeder ist auf seine Weise ein Außenseiter in der Stadt: Charlie als überdurchschnittlich intelligenter Junge und Jasper als notorischer Schulschwänzer und Taugenichts. Jasper führt Charlie auf eine Lichtung, die quasi sein Zuhause ist und zu der angeblich nur Jasper den Weg kennt. Dort hängt ein Mädchen - offenbar misshandelt - an einem Eukalyptusbaum aufgeknüpft. Es handelt sich um Laura Wishart, die Tochter des Bezirkspräsidenten, die mit Jasper befreundet war. Da sie auch noch mit Jaspers Seil gelyncht wurde, würde der Verdacht sofort auf ihn fallen, also will Jasper nicht zur Polizei gehen, sondern – zusammen mit Charlie – selbst die Wahrheit herausfinden. Aber zunächst muss die Leiche verschwinden…

Das Buch wird als „literarischer Jugendroman“ angepriesen; und obwohl ich offensichtlich nicht direkt zur Zielgruppe gehöre, hat mich die Geschichte sofort in ihren Bann gezogen. Durch die Gegenwartsform, in der dieses Buch geschrieben ist, wirkt alles sehr lebendig, und man kann Charlies innere Zerrissenheit förmlich spüren. Und während man bei der Leseprobe noch dachte, das Buch handele von der Mördersuche zweier Jugendlicher, so wird der Handlungsrahmen nach und nach erweitert, bis sich ein klares Bild einer Stadt und ihrer Bewohner zeigt, die vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges, drohender Arbeitslosigkeit, verstecktem und offenem Hass und Rassismus nach Halt und Identität suchen. „Es verbirgt sich immer mehr hinter einer Geschichte“ wird an einer Stelle des Buches gesagt, und das trifft eindeutig auch auf dieses Buch zu. Charlie und Jasper werden mit diversen Überraschungen konfrontiert, die ihr vorgefertigtes Weltbild ein ums andere Mal ins Wanken bringen.

Fazit: Ein Buch, das aufgrund des Schreibstils zwar eindeutig als Jugendroman durchgeht, das ich aber nicht nur (älteren) Jugendlichen ans Herz legen würde, sondern auch allen anderen, die eine vielschichtige und bemerkenswerte Geschichte lesen möchten.
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4.0 von 5 Sternen Craig Silvey: Wer hat Angst vor Jasper Jones?, Gebundene Ausgabe: 416 Seiten, Verlag: rororo (1. September 2012), 6. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
In einer Kleinstadt in Australien: In den Sommerferien im Jahr 1965 wird Charlie nachts von Jasper Jones, dem Außenseiter der Stadt, der notorisch an allem schuld ist, aus dem Bett geholt und um Hilfe gebeten. Jasper schleppt ihn zu einer einsamen, unbekannten Lichtung im Busch. Hier stößt Charlie auf einen grausigen Fund: Ihre Schulkameradin Laura wurde misshandelt und erhängt. Jasper hat nun berechtigte Angst, für das Verbrechen verantwortlich gemacht zu werden und bittet Charlie, die Leiche verschwinden zu lassen und auf eigene Faust zu ermitteln, wer der Mörder ist und ihn so reinzuwaschen. Charlie hilft Jasper und wird so zu seinem einzigen Vertrauten. Für Charlie vergeht der Sommer in einer Spirale aus Angst, Gewissensbissen und Mutproben, und er gewinnt Erkenntnisse, die er nie für möglich gehalten hätte und auf die er gut hätte verzichten können.

In einem sehr heißen Sommer, in einem Geflecht aus Lügen, Vorurteilen, Verleumdungen, Hass und Gewalt kommen nach und nach einige sehr unangenehme Wahrheiten an sich Licht, die sich jedoch nicht allen erschließen, sondern nur denjenigen, die sie wahrhaben wollen. Eindringlich, detailliert, teilweise schaurig, aber auch einfühlsam beschreibt der Autor die Angst und den Zwiespalt, in dem Charlie sich befindet. In der Ich-Form und weitgehend im Präsens geschrieben, zieht Charlies Erzählung den Leser sofort mitten in die Geschichte hinein. Durch den Erzählstil hat man das Gefühl, selbst ein Teil der Geschehnisse zu sein und tief mit ihm mit zu empfingen. Dies wird noch verstärkt, als Charlie bei der Beschreibung der schaurigen Hintergründe am Schluss den Leser direkt anspricht. Es scheint, als bricht nach dem langen Schweigen endlich alles aus ihm heraus und erleichtert seine Seele.

Der Roman ist eine sehr fesselnde Geschichte über Freundschaft und Loyalität, über das Erwachsenwerden und die erste Liebe, aber auch über Mut und das Überwinden der eigenen Angst. Für einen Jugendroman sprechen der Stil des Erzählers und die vielen Verweise auf klassische Jugendliteratur wie Mark Twain oder Harper Lee. Die Erzählweise ist ganz von Charlies Charakter geprägt. Charlie schwankt zwischen Kindsein und Erwachsenwerden, er lehnt sich auf gegen seine Eltern und gegen die Erwachsenen im Allgemeinen, albert aber gleichzeitig mit seinem besten Freund Jeffrey herum und philosophiert mit ihm über Superhelden und über Dschieses Kreist". Es ist aber auch ein Roman für Erwachsene, deren Feigheit und Rassismus mehr als einmal deutlich zum Vorschein treten und die so den Spiegel vorgehalten bekommen. Man ist erschüttert über das Verhalten der Erwachsenen und lernt, dass Hinsehen und für jemanden einstehen mehr Mut erfordert als alles andere.

Dies ist auch eine Geschichte über Außenseiter, und interessanterweise stehen genau diese am Schluss als Helden und als einzig integre Menschen da. Charlie, Jeffrey und Jasper sind Außenseiter in ihrer kleinen, von Vorurteilen geprägten Gesellschaft. Charlie, weil er völlig unsportlich, aber dafür sehr klug ist, Jeffrey, weil er und seine Eltern Vietnamesen sind (und das sind bekanntlich alles Kommunisten - der Kalte Krieg ist in vollem Gange!), und Jasper, weil er ein Halbblut ist und zudem aus problematischen Familienverhältnissen kommt. Ihm ist klar, dass er dran ist, wenn er selbst den Leichenfund meldet, einfach weil die Leute einen Sündenbock brauchen. Eine der interessantesten Wendungen im Buch ist die Tatsache, dass ausgerechnet er aufs Engste mit dem anderen, diesmal erwachsenen, Außenseiter, Jack Lionel, verbandelt ist. Auch dieser wurde aufgrund von Gerüchten an den Rand der Gesellschaft gedrängt, und keiner hat sich je die Mühe gemacht, die Wahrheit herauszufinden.

Allerdings ist das mit der Wahrheit auch so eine Sache. Charlie wünscht sich, er wüsste nicht soviel, denn er hat in diesem Sommer seine Unbeschwertheit verloren. Auf der anderen Seite nutzt er sein Wissen über Lionel, um vor seinen Schulkameraden als Held dazustehen. Wahrheit kann also durchaus nutzbringend eingesetzt werden.

Fazit: Die Geschichte ist fesselnd, mitreißend und regt zum Nachdenken an. Meines Erachtens nichts für den alltäglichen Jugendliteratur- oder Krimileser. Jugendliche, die das Buch gelesen haben, sollten die Möglichkeit haben, bei Bedarf über die Geschehnisse diskutieren zu können. Die Auflösung erfolgt lückenlos und ist trotz Vorahnungen erschütternd. Wer aber mal etwas anderes lesen will und sich drauf einlässt, für den ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert.
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5.0 von 5 Sternen Die Macht der Gerüchte, 5. September 2012
Von 
S. Hennig "Bücherfan" (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
"Wer hat Angst vor Jasper Jones?" von Craig Silvey ist ein Buch, was sehr genau hinter die Kulissen einer Kleinstadt in Australien um 1965 schaut. Oft sind die angeblichen Bösewichte die Opfer, und der scheinbar anständige Mitbürger ist gewalttätig und gemein. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Treue und Freundschaft. Jasper Jones ist ein Teenager, der sozial ausgegrenzt wird. Weil seine Mutter tot ist und sein Vater trinkt, ist Jasper auf sich allein gestellt. Er ist schmuddelig und vernachlässigt, daher werden ihm alle möglichen Dinge angehängt. Die anderen Eltern sind nur zu gern bereit, ihn als Sündenbock für die Taten ihrer eigenen Kinder oder anderer Leute zu nehmen. Wenn man irgendetwas nicht Jasper anhängen kann, ist da noch die vietnamesiche Familie, die im Ort wohnt. Zwar wird der exotische Garten sehr bewundert, aber die Rassisten haben trotzdem etwas gegen diese Familie. Und dann gibt es noch den alten einsamen Mann, der angeblich eine Frau getötet hat. Die Schuldzuweisungen sind immer ziemlich schnell, wenn etwas passiert. Ansonsten wirkt die Gemeinde harmonisch und friedlich.

Charlie ist dreizehn Jahre und der beste Freund des Vietnamesenjungen Jeffrey. Vielleicht bittet Jasper deswegen gerade ihn um Hilfe, als er seine Freundin Laura erhängt auf der Lichtung findet, wo er sich meistens aufhält. Jasper hat Angst, dass ihm bei seinem Ruf ein Mord angehängt wird. Also lassen die beiden die Leiche im See verschwinden. Dieses Geheimnis lastet schwer auf Charlies Seele, zumal er in die kleine Schwester der Toten verliebt ist. Er würde Eliza zu gern die Wahrheit sagen. Wegen Lauras Verschwinden breitet sich Panik in dem kleinen Ort aus. Charlies Mutter benimmt sich immer unerträglicher, und die Ausläufer des Vietnamkrieges bringen Unruhe. Jeffrey und seine Eltern werden gemobbt. Alles spitzt sich zu...

Dem Autor gelingt es gut, sensibel und feinfühlig aus der Perspektive von Charlie zu schreiben. Der junge Teenager verliert in diesem Sommer seinen naiven Blick auf die Welt und die kindliche Unschuld. Charlie sieht, wie ungerecht Menschen sein können und lernt, hinter die Fassade zu schauen. Aber auch die Rangkämpfe unter den Jungen und die erste Liebe seines Lebens beschäftigen ihn. Das Buch ist gut nachvollziehbar und authentisch geschrieben. Ich denke, es sensibilisiert den Leser, manchmal etwas genauer hinzuschauen. Zu oft werden Menschen nach Äußerlichkeiten abgeurteilt. Jeder, der aus irgendwelchen Gründen "anders" ist, ist verdächtig und ein leichtes Ziel für Anschuldigungen oder sogar Übergriffe. Daher finde ich das Buch sehr empfehlenswert und kann jedem nur ans Herz legen, es zu lesen.
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4.0 von 5 Sternen Jasper Jones, ein schwarzes Schaf, 5. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Der Jugendroman "Wer hat Angst vor Jaspar Jones", geschrieben von Craig Silvey, erzählt die Geschichte des 13jährigen Charlie und des um ein Jahr älteren Jaspar Jones.

Das Buch spielt in den 1960er Jahren in einer Zeit , in der Rassismus, der Vietnamkrieg und die damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche vorherrschend sind. In einer australischen Kleinstadt. muss Jaspar Jones als Sündenbock für alles, was passiert, herhalten. Charlie ist der Einzige, zu dem Jaspar Vertrauen gefasst hat. Bestärkt durch seinen Glauben an Charlie, entführt Jasper diesen sozusagen mitten in der Nacht zu seiner geheimen Lichtung. Charlie weiß gar nicht, wie ihm geschieht. An einem Baum auf der Lichtung hängt ein Mädchen, aufgeknüpft an einem Seil, das Jaspar gehört.

Dem Autor ist es hervorragend gelungen, die Charaktere der Protagonisten zu beschreiben. Da ist auf der einen Seite Charlie, anfangs ein etwas ängstlicher Junge, der im Laufe der weiteren Handlung mutiger, ja fast schon aufmüpfig wird. Sehr gut wurde der Gewissenskonflikt, in dem Charlie sich befindet, herausgearbeitet, denn er weiß ja um die Leiche - aber eigentlich darf er dieses Wissen gar nicht haben. Auf der anderen Seite ist da Jasper, der aufgrund seiner sozialen Biographie keine unbeschwerte Kindheit hatte. Jasper ist daher gezwungen, wie ein Erwachsener zu denken und zu handeln. Er ist von keinem gut gelitten und muss u.a. auch Misshandlungen erdulden. Das Anderssein, ein Leben jenseits der Normen, wurde exzellent geschildert. Menschliche Abgründe und die daraus resultierenden Entwicklungen werden dem Leser vermittelt. Hier wird philosophiert, geraucht und Whiskey getrunken; Charlie lernt aber auch, das Whiskey auf dem "Rückweg" nicht besser schmeckt. Der sportliche Aspekt kommt bei diesem Buch gleichermaßen nicht zu kurz; Regeln und Spielzüge von Cricket
werden daneben für den Laien anschaulich skizziert.
Ein Buch, dass auf besondere Art und Weise die Wertigkeiten der Menschen vermittelt, ein interessantes - wenn auch nicht durchgehend spannend geschriebenes Buch - erwartet den geneigten Leser.
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5.0 von 5 Sternen Jasper Jones oder der Sommer als Charlie erwachsen wurde, 5. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Das Cover des Buches ist schon ein absoluter Hammer. Es zieht einen einfach magisch an. Dieses Buch muß man einfach in die Hand nehmen.

Zum Inhalt: Der Sommer 1965 wird Charlies Leben komplett verändern. Nichts wird mehr so sein, wie es einmal war. Eines Nachts bittet Jasper Jones ihn um Hilfe. Charlie schleicht sich aus dem Elternhaus um zu sehen wobei Jasper seine Hilfe benötigt. Doch als Charlie sieht um was es geht, möchte er lieber weglaufen. Laura Wishart hängt an einem Baum, an einer Stelle, die nur Jasper kennt. Aus diesem Grund muß die Tote verschwinden, denn alle werden Jasper Jones für den Mörder halten. Doch er ist nach eigener Aussage unschuldig. Die beiden lassen Laura verschwinden. Im weiteren Verlauf lernt Charlie Jack Lionel kennen, ebenfalls ein Aussenseiter. Durch ihn und als dann auch noch die Familie seines besten Freundes Jeffrey Opfer von Rassismus wird, beginnt Charlie die Zusammenhänge zu verstehen und erfährt die grausame Wahrheit über Lauras Tod.

Meine Meinung: Besonders gut hat mir die Schreibweise in der Ich Perspektive gefallen. Man kann sich so viel besser in Charlie reinversetzen. In seine Gefühle, seine Beweggründe, sein Handeln usw.
Auch hat mir der immer wiederkehrende Bezug zu Mark Twain sehr gut gefallen. Anfangs hatte ich etwas Angst, das es sich um einen billigen Nachahmer von Tom Saywer handeln würde, doch ich wurde eines besseren belehrt. Im Gegenteil Craig Silver gelingt es in seinem Buch die Probleme über Hass, Intrigen, Rassismus und Lügen wunderbar darzustellen. Ebenso gelingt es ihm sehr einfühlsam, die Leiden des pubertierenden Charlie darzustellen. Von der ersten heimlichen Liebe zu Eliza Wishart bis hin zum vielzu schnellen Erwachsen werdens und der Konfrontation mit vielen Vorurteilen.

Mein Fazit: Ein Buch für "junge" wie auch "alte" Leser. Ich kann jedem nur empfehlen sich dieses Werk zu Gemüte zu führen, denn dieses Buch ist es einfach wert und es hat jeden einzelnen Preis, den es erhalten hat verdient. Ich hoffe der Autor bleibt seiner Linie treu und vielleicht gibt es ja sogar noch eine Fortsetzung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer hat Angst vor Jasper Jones?, 4. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Laura Wishart ist fort. Ein für alle Mal. Sie wurde auf einer seltsamen Lichtung getötet, die nur Jasper Jones bekannt ist. Und ich habe sie dort hängen sehen. Sie war bereits tot. Ich habe geholfen, sie zu einem Tümpel zu tragen, habe sie hineingeworfen, und sie ist mit einem Stein untergegangen. Das ist unbestreitbar. Es ist die Wahrheit. Es ist das, was wir wissen.

Inhalt
Australien 1965 - Charlie wird in einer schlaflosen Sommernacht von Jasper Jones gerufen und darum gebeten ihm zu helfen. Charlie ist 13 Jahre alt. Jasper ein Jahr älter und wesentlich reifer. Nach anfänglichem Zögern folgt Charlie Jasper in den australischen Busch. Am Ast eines Silbereukalyptus hängt die Leiche von Laura Wishart. Das Seil gehört Jasper Jones und auch sonst spricht alles dafür, dass er sie ermordet haben könnte, wo dies doch sein geheimes zu Hause ist. Als Charlie sich von dem ersten Schock erholt hat, drängt er Jasper zur Polizei zu gehen. Doch Jasper hat Angst davor, dass er sofort ins Gefängnis kommt und es keinerlei Ermittlungen geben wird, wo er doch in ganz Corrigan einen grauenhaften Ruf hat. Er kann Charlie davon überzeugen, dass er Laura nicht ermordet hat. Doch wer ist es dann gewesen?

Meine Meinung
"Wer hat Angst vor Jasper Jones" ist ein Roman, der über Freundschaft, Rassismus und soziale Ausgrenzung erzählt. Unglaublich dicht schreibt der Autor eine Geschichte, die direkt nach der Fund der Leiche eher ruhig weiter geht. Es wird aus der Sicht von Charlie berichtet, den sein Schweigen vor eine Zerreißprobe der Loyalität stellt. Er erlebt nicht nur eine Zeit voller Angst und falschen Verdächtigungen, sondern lernt die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden.

Die Protagonisten sind alle Außenseiter. Allen voran Jasper Jones, der als Dieb, Lügner, Schläger und Schulschwänzer in ganz Corrigan bekannt ist. Wann immer es Ärger gibt, machen alle ihn dafür verantwortlich. Charlie ist ein besserer Schüler als die meisten anderen, ein lausiger Sportler und wird mehr oder weniger ignoriert. Er hat nur einen einzigen Freund, Jefferey Lu, der vietnamesischer Herkunft ist und in der Schule rücksichtslos schickaniert wird. Alle drei waren mir sympathisch, wenngleich ich die größte Sympathie für Jasper hege.

Die Auflösung der Geschichte ist nicht wirklich neu. Ich habe schon häufiger Bücher gelesen, die diese Thematik behandeln (möchte jetzt nicht ins Detail gehen, weil ich natürlich nichts verraten möchte ;-)), aber wie der Autor es verpackt, ist wirklich ungewöhnlich und neu. Ich konnte mich nicht von den Sätzen lösen und habe das Buch daher auch in Rekordzeit an nur einem Wochenende gelesen.

Fazit
Das Buch ist ein literarischer Schatz, den es gilt zu erforschen. Vielleicht erschließt sich die Größe des Romans erst nach und nach, aber es lohnt sich dran zu bleiben und bis zu Ende zu lesen. Auf dem Klappentext kann man lesen, dass das Buch einige Preise gewonnen hat und ich kann absolut verstehen, wieso das so ist und spreche daher eine ganz klare Leseempfehlung aus.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umwerfend gut!, 2. September 2012
Von 
Catmaniac (Kreis Heidelberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Ich mag es sehr, wenn ein Buch ein ausgefallenes Cover hat. Das ist hier nicht der Fall, aber das Cover passt zum Buch und ist schön gemacht. Dafür hat dieses Buch etwas anderes, das ich absolut schätze: ein Lesebändchen! Schade, dass es die kaum noch gibt!

Dazu die Ich-Form, meine bevorzugte Erzählform. Einfach genial, wie Craig Silvey den 13-jährigen Charly erzählen lässt, wie ein einziger Sommer seine Kindheit abrupt beendete und alles veränderte. Kindheit und Jugend ist immer schwer und mit Veränderungen verbunden, aber Charly erzählt im Jahre 1965 – einer Zeit, in der vieles noch anders war. Es war die Hochburg von Rassismus und sozialer Ausgrenzung, die Zeit des Vietnamkrieges und der Umbrüche. Charlys Freund Jasper Jones bittet ihn um Hilfe. Charly ist wie immer hilfsbereit - und möchte dann doch nur noch weg, als er sieht, worum es geht: Laura Wishart wurde erhängt. Aber von wem? Und warum? Beiden ist klar: alle werden Jasper für den Täter halten, ist er doch der Sohn des stadtbekannten Säufers und immer schmutzig, stiehlt auch bestimmt alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Charlys bester Freund ist Jeffrey – ebenfalls ausgegrenzt, weil er Vietnamesische Eltern hat. Charly kämpft: mit sich selbst, seiner Pubertät, dem Schock über den Tod von Laura, der ersten zarten Liebe und gegen viele, viele Vorurteile.

Immer wieder spielt Craig Silvey auf Mark Twain an, auch "Wer die Nachtigall stört" wird immer wieder erwähnt. Trotzdem ist es kein Abklatsch. Mich wundert keineswegs, dass dieses Buch so viele internationale Preise gewonnen hat. Es ist einfach perfekt geschrieben! So viele einzelne Komponenten, die perfekt ineinander über gehen! Obwohl Charly in diesem australischen Sommer 1965 mehr ertragen muss, als andere in einem ganzen Leben, wirkt alles sehr authentisch; nichts wirkt gewaltsam konstruiert. Das liest sich absolut flüssig und macht süchtig - Seite um Seite liest man weg, ohne aufhören zu können. Craig Silvey beschreibt die Gedanken und Gefühle der Pubertierenden,besonders von Charly, so treffend und gefühlvoll, dass man fast vergisst, dass er nicht von sich selbst erzählt, gar nicht von sich selbst erzählen kann (damals gab es ihn noch gar nicht!).

Die Themen Bücher, Schriftsteller und schreiben sind ebenfalls immer präsent. Silvey spielt auf diverse Autoren und ihre Protagonisten an, lässt Charly selbst schreiben und ihn hoffen und glauben, dass sein Vater ebenfalls heimlich schreibt. Schreiben als Medizin - gegen eine kalte Welt, eine kalte Mutter/Ehefrau, eine kalte Gesellschaft, ein kaltes Grab.

Ob ich es als Jugendbuch sehe? Vielleicht. Aber es ist auf alle Fälle ein Buch, das Erwachsenen zu denken geben sollte und sie die Probleme und Sorgen ihrer pubertiertenden Kinder besser verstehen lassen kann. Ein Buch, das von Gegensätzen handelt: Gut und Böse, Liebe und Hass, Wahrheit und Lüge, Leben und Tod, Gemeinschaft und Trennung, Sehen und Blindheit, Richtig und Falsch, Kindheit und Erwachsensein.

Ich habe schon viele Bücher gelesen, die diverse tolle Preise bekommen hatten - und fand sie dennoch mies. Hier ist das völlig anders: dieses Buch hat jeden einzelnen der gewonnenen Preise auch wirklich verdient und noch viel mehr! Es würde mich doch sehr wundern, wenn von diesem Autor nicht noch mehr wunderbare Bücher kommen würden! Für mich ist dieses Buch ein wahres Kleinod, das immer einen besonderen Platz in meiner kleinen Bibliothek haben wird. Ein Buch, das ich immer wieder lesen werde und in dem ich immer wieder besondere, mir wichtige Stellen finden werde. Es ist mit Anlauf auf meiner persönlichen Lieblingsbuchliste den ersten Platz eingenommen!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen regt zum nachdenken an..., 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer hat Angst vor Jasper Jones? (Gebundene Ausgabe)
Craig Silveys Roman wurde 2009 und 2010 mit zahlreichen Preisen, Nominierungen und Awards ausgezeichnet. Jetzt wird dieser Roman um Jasper Jones mit seinen Gesellschaftskritischen Elementen auch in Deutschland veröffentlicht.

Charlie liegt abends in seinem Bett als Jasper Jones an seinem Fenster klopft und ihn bittet mit ihm zu kommen, da er seine Hilfe braucht. Charlie überlegt nicht lange, denn es ist Jasper Jones ! Und er ist zu ihm gekommen ! Der unter den Kindern angesehenste und unter der Erwachsenen meist verachtete Junge in der kleinen Stadt Corrigan. Denn Jasper Jones ist ein Dieb, Taugenichts und so vieles mehr, dessen Umgang man nicht pflegen sollte... Und so folgt ihm Charlie in dieser Nacht zu einem Teich und macht eine grausige Entdeckung, die sein Leben verändern wird... An einem Baum hängt tot die Tochter des Bezirksdirektors. Übersät mit tausenden von Kratzer und blauen Flecken. Sie war bereits tot als Jasper sie fand, sie war oft mit ihm hier und kein anderer kennt diesen Ort. Jasper bittet Charlie ihm zu helfen ihre Leiche verschwinden zu lassen, denn er wird es sein, den der ganze Ort verdächtigen wird. Und Charlie soll ihm helfen die Wahrheit herauszufinden und den Mörder zu stellen... denn eigentlich kann es nur der seltsame Mad" Jack Lionel sein, der im ganzen Ort gefürchtet wird und bereits früher einen Mord begangen haben soll... War er es wirklich ? Wird Charlie es herausfinden und kann er Jasper wirklich so blind trauen ?
Irgendwie ist zur Zeit alles seltsam in dem kleinen Ort Corrigan...

Die Geschichte um Jasper Jones und Charlie ist nicht das einzige, was sich hinter den Buchdeckeln verbirgt. Geschickt lässt der Autor viele gesellschaftskritische Gedanken und Elemente einfließen. Allem voran das Verhalten der Menschen einander gegenüber. Sei es das Täter - Opfer - und die Leute sehen weg Prinzip, die wilden Spekulationen und aufgeputschten Beschuldigungen des gesamten Ortes oder das Prinzip der Vereinheitlichung und Blindheit in Zeiten des Krieges.
Das Buch spielt sich in Australien im Jahre 1965 ab. Hin und wieder befinden sich hier einige Elemente des Vietnamkrieges wieder, die einerseits aufgezeigt und andererseits geschickt nur angedeutet werden.
Das gleiche passiert mit so einigen Gewalthandlungen die geschickt umschrieben, aber dennoch obwohl sie nur angedeutet werden, dem Leser durchaus bewusst sind.
Allerdings frage ich mich hier, ob das für alle Altersklassen bereits zutrifft. Das Buch ist wohl schon für die Altersklasse 14-17 ausgelegt. Ich würde die Grenze höher setzen. Das Verstehen des Hintergrundes ist doch recht komplex und auch die Beschreibung einiger Gewaltszenen ist doch auch stellenweise doch recht explizit und deutlich.
Die Schreibstil des Autors ist somit sehr gut und geschickt. Die Sprache ist teilweise derb, passend zu einem kleinen Arbeitsstädtchen mit Menschen der unteren Klassen. Charlie handelt panisch und übertrieben, genau wie ein Junge in seinem Alter wohl Ansichts der Situation reagieren würde.
Negativ hingegen ist mir aufgefallen, dass Jasper Jones recht selten vorkommt. Am Anfang, dann nach 200 Seiten und dann im letzten Teil noch einmal vereinzelt häufiger. Dazwischen rückt vielmehr die Freundschaft zwischen Charlie und Jeffrey in den Mittelpunkt, sowie das Cricketspiel, für das es seltsamerweise auch noch hinten einen extra Glossar gibt. Für mich nicht ganz nachvollziehbar gewesen in der Großhandlung, für einzelne kleine Elemente, was die Stellung Jeffreys angeht vielleicht sinnvoll gewesen. Zudem noch einige andere gesellschaftliche Handlungen drumherum. Vielleicht alles ein wenig zu viel.
Die immer wieder betonte panische Angst Charlies vor Insekten lässt mich auch nicht so ganz den Zusammenhang sehen.
Daneben kommt beinahe der Fall um die tote Laura in Vergessenheit, wenn Charlie nicht immer wieder durch ihre Schwester, die er sehr mag, und durch andere Handlungen immer wieder daran erinnert wird.
Es handelt sich halt um einen sehr vielschichtigen Roman, der durchaus zum nachdenken anregt. Vielleicht nicht direkt für die Altersklasse aber für ältere junge Leser und darüber hinaus sehr gut geeignet. Man brauch nicht viel über die geschichtlichen Hintergründe zu wissen, jedoch ist eine Grundkenntnis durchaus hilfreich. Es macht nachdenklich und betroffen. In der Hinsicht durchaus nachvollziehbar, wieso der Roman soviele Preise bekommen hat. Es liegt nicht an der Geschichte an sich, sondern wohl um die Botschaften im Hintergrund. Lesenswert, auch wenn ich anfangs was anderes erwartet habe.
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Wer hat Angst vor Jasper Jones?
Wer hat Angst vor Jasper Jones? von Craig Silvey (Gebundene Ausgabe - 1. September 2012)
EUR 16,95
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