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am 17. Juni 2005
Der Neuropsychologe Oliver Sacks stieß Ende der sechziger Jahre in einem Krankenhaus bei New York auf die letzten, fast vergessenen Überlebenden einer Epidemie (die sogenannte Europäische Schlafkrankheit encephalitis lethargica) die zwischen 1916 und 1927 weltweit grassierte und fast fünf Millionen Tote und unzählige schwergeschädigte Menschen hinterließ. Sacks findet seine „schlafenden" Patienten überwiegend völlig apathisch, in einer mysteriöser Starre gefangen, vor sich hin vegetierend vor; bis die Behandlung mit einem zunächst wenig vielversprechenden Medikament, dem Neurotransmitter L-Dopa, eine kurze aber intensive „Zeit des Erwachens" einleitet.
Die Wirkung des Medikaments ist ebenso überwältigend wie unberechenbar- jahrzehntelang in ihrem regungslosen Körper gefangene Menschen erwachen plötzlich wieder zum Leben und können schließlich von ihren Erfahrungen und ihrem Sein berichten; doch bald müssen alle Beteiligten erkennen, dass L-Dopa nicht das perfekte Wunder- und Heilmittel ist und sie müssen sich verabschieden von der Illusion einer uneingeschränkten Heilung dieser Krankheit. Der Autor beschreibt in den Fallgeschichten seines Buches die ganz persönliche Geschichte seiner Patienten und die unglaublichen Folgen der Dopaminbehandlung.
Man kann sagen, dass dieses Buch biografische, erzählende ja fast literarische Elemente besitzt, die mit detailreichem Fachwissen verquickt sind. Selbst schwierigste Fachbegriffe werden (spätestens im Anhang) erklärt und werden mit der Zeit geläufig. Es handelt sich also nicht um eine bloße Aufzählung und Beschreibung von Symptomen, sondern viel mehr um die Geschichte der einzelnen Personen und ihre Beziehung zu sich selbst und ihrer Umwelt.
Das Buch beginnt im Einleitungsteil mit der Beschreibung des Parkinsonismus, einer der Schlafkrankheit sehr ähnlichen Krankheit und beleuchtet im Wesentlichen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Krankheiten, die Funktionsweise von L-Dopa und gibt auch Einblicke in das Treiben auf seiner Krankenstation. Oliver Sacks veröffentlicht im Anschluss daran seine Umfangreichen Fallstudien. Insgesamt stellt er uns 20 beeindruckende Fälle vor, von denen er glaubt, dass sie dem Leser einen breitgefächerten Eindruck vermitteln.
Beim Lesen dieser Geschichten sieht man sich mit unglaublichem Leiden und eingeschränktem Leben konfrontiert und zugleich spürt man einen schier unbeugsamen Überlebenswillen. Immer wieder muss man verwundert den Kopf schütteln und erlebt eine Faszination für menschlich Mögliches und Tragik, Dramatik und Komik liegen sehr nahe beieinander.
Oliver Sacks entführt uns in eine Welt von Menschen, die mit fast sechzig noch aussehen wie fünfundzwanzig, deren Bewegungen oft zu schnell für das menschliche Auge sind, deren Gehirne manchmal Bilder so schnell verarbeiten, dass sie praktisch in die Zukunft sehen. Menschen, die kompliziertesten Zwängen ausgeliefert sind, wie „ Häufigkeit des „e" in Klappentexten zählen" und „ganze Sätze rückwärts sprechen" , Menschen, die ein einzelnes Staubkorn auf einer Fläche manchmal so groß wahrnehmen, dass ihr Gesichtsfeld ausgefüllt ist; Menschen, die sechs Stunden benötigen, um ihre Nase zu putzen und behaupten nur wenige Sekunden beschäftigt gewesen zu sein; die 600 mal in der Minute zuerst an ihre Nase, ihr Ohr und dann an ihre Brille tippen und zum Schlafen, auf dem Stuhl neben dem Bett sitzend, dieses letztlich nur erreichen, indem sie komplizierte Bahnberechnungen aufstellen, „Jetzt" rufen und losrennen, durch offene Türen, an Wänden entlang und um Sessel herum rennen, um schließlich in ihr Bett zu fallen.
Die Beweggründe Sacks` für die Veröffentlichung dieses Buches sind einfach: „Bei der Erstveröffentlichung der „Stories" unserer Patienten und ihres Lebens habe ich stark gezögert. Doch sie haben mich selbst dazu ermutigt und mir von Anfang an gesagt <<Erzählen sie unsere Geschichte- sonst wird sie nie bekannt>>...Sie waren nicht nur Patienten, sondern Lehrer und Freunde, und die Jahre, die ich mit ihnen verbracht habe, waren die bedeutsamsten meines Lebens. Ich möchte etwas von ihrem Leben und ihrer Gegenwärtigkeit für andere lebendig erhalten; als Beispiel für menschliches Elend und Überleben. Dies ist das einzige Zeugnis eines einzigartigen Ereignisses..."
Besonders interessant sind außerdem Sacks Überlegungen zur Definition Gesundheit/ Krankheit in der heutigen Zeit und zu den derzeit durchgeführten Therapien bzw. die Gedankenanstöße zu einem grundlegend neuem Verständnis von Krankheit und Heilung .
Auch zu erwähnen sind die vielen Fußnoten (manchmal besteht eine Seite aus 2/3 Fußnote*?*), doch es lohnt sich wirklich, diese ebenfalls aufmerksam zu lesen, da sie mit sehr interessanten Zusatzinformationen und anschaulichen Beispielen gespickt sind.
Außerdem erfahren wir von den Dreharbeiten zum gleichnamigen Film, wobei der Autor dem Leser ganz nebenbei noch einen kleinen Einblick in die Genialität der beiden Hauptdarsteller Robert De Niro und Robin Williams (spielt Oliver Sacks) ermöglicht.
Alles in allem ein Buch, das man gelesen haben sollte wegen der zum Ausdruck kommenden Menschlichkeit, dem aufkommenden Gefühl des Staunens und wegen dem starken Bewusstwerden der eigenen, viel zu selbstverständlich hingenommenen Gesundheit....
Sehr zu empfehlen ist auch der Film zu diesem Buch!!!
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am 21. April 2006
In "Awakenings" beschreibt Sacks über Jahrzehnte hinweg das Schicksal von Patienten, die an Enzephalitis Lethargica (Schlafkrankheit) erkrankt sind. Dabei konzentriert sich das Buch auf eine Sammlung von 20 Fallgeschichten, aber es gibt auch eine Vielzahl von Kapiteln, die sich um diese Krankheit, die Patienten und die Rezeption des Buchs selbst entwickelt haben.

Die im Zentrum des Buchs stehenden Fallstudien sind ergreifend und dramatisch; Sacks ist ein Meister dieses Genres und knüpft literarisch an die großartigen Fallstudien von Sigmund Freud an. "Awakenings" wird jedoch noch interessanter und vielschichtiger, wenn man sich die Rolle des Autors selbst in diesem Buch und seinen darin geschriebenen Geschichten kritisch vergegenwärtigt.

In den 60ern übernimmt Sacks eine Gruppe von Patienten, die an einer ungewöhnlichen Form der Schlafkrankheit leiden. In der Aufbruchstimmung der End-60er mit ihrem Glauben an pharmazeutische Beherrschbarkeit von mentalen Erkrankungen setzt der junge Arzt L-Dopa ein, um seine Patienten aus ihrem Dämmerzustand zu erwecken. Erst gelingt dies auf spektakuläre Weise. Doch nach einiger Zeit ist die Wirkung der Droge nicht mehr kontrollierbar, und die Patienten überreagieren z.T. dramatisch. Doch selbst nach Absetzen der Droge finden die Patienten nicht mehr zu ihrem früheren, quasi katatonischen Zustand zurück. Die meisten der Patienten geraten in eine Jahre währende, nach unten gerichtete Spirale, die nur durch ihren Tod beendet wird. Sacks selbst wird von seinen Patienten erst als erlösende Heilsgestalt gesehen, doch als die Therapie mit L-Dopa unkontrollierbar wird und ins Negative umschlägt, gerät Sacks in die Rolle des Zauberlehrlings, der nicht mehr Herr der Lage ist.

Sacks' Kontrollverlust während der Therapie ist das heimlich pochende Herz dieser Fallstudiensammlung. Aus seinem Scheitern und seinen Schuldgefühlen heraus schreibt er über Jahre immer wieder an seinen Fällen weiter, um zumindest in der Autorschaft dieser Textsammlung die Kontrolle über seine Patienten zu erhalten - fiktionale Kontrolle ersetzt die real medizinische. Erst als sich Sacks in den 90er Jahren mit Chaosforschung und nicht-linearen, chaotisch-dynamischen Systemen beschäftigt, kann er die unkontrollierbaren Verhaltensweisen seiner Patienten erklären, die diese seit L-Dopa gezeigt haben. Der Arzt kann sich von den tragischen Konsequenzen seines einst naiv-linearen pharmazeutisch-medizinischen Denkens exkulpieren. Seine Arbeit zu Chaosforschung stellt einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dar - doch dieser Erkenntnisgewinn wurde mit dem Schicksal und dem Tod von Patienten bezahlt.

5 Sterne für ein Buch, das vielleicht vielschichtiger ist, als sein Autor es beabsichtigte.

PS: Wer sich für eine gute Interpretation von "Awakenings" interessiert, dem sei "Science, Gender, Text" von Steffi Habermeier empfohlen.
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am 4. Juli 2013
Das Buch zum Film "Zeit des Erwachens" ist nicht nur für Nicht-Mediziner eine sehr schöne Ergänzung. Es erzählt die Geschichte der Enzephalitis lethargica, einer Krankheit, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts unzählige Vergessene zählte. Die Geschichte von Oliver Sacks, wie er mit Geduld und Liebe sich diesen Vergessenen widmet, sie als MENSCHEN sieht und versucht ihnen zu helfen - was ihm ja auch ein Stück weit gelingt. Es ist aber insbesonders die Geschichte seiner Patienten - jenen Vergessenen, die plötzlich wahrhaftig zu neuem Leben erwachen. Und jedes einzelne Schicksal, auch wenn allen die selbe Erkrankung zugrunde liegt, ist ein ganz besonderes und ergreifendes Stück Lebensgeschichte.
Gut finde ich auch, dass Oliver Sacks den Leser erst in die Erkrankung und die Hintergründe der Geschichte der E.lethargica einweiht. So wird vieles deutlich verständlicher und vorstellbarer, was die einzelnen Patienten erlebt haben und erleben.
Ein bewegendes Buch - eine sehr schöne Ergänzung (!) zum Film für den, der in die Materie dieser Vergessenen tiefer einsteigen möchte.
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am 28. Oktober 2013
In "Awakenings" beschreibt Sacks über Jahrzehnte hinweg das Schicksal von Patienten, die an Enzephalitis Lethargica (Schlafkrankheit) erkrankt sind. Dabei konzentriert sich das Buch auf eine Sammlung von 20 Fallgeschichten, aber es gibt auch eine Vielzahl von Kapiteln, die sich um diese Krankheit, die Patienten und die Rezeption des Buchs selbst entwickelt haben.
Die im Zentrum des Buchs stehenden Fallstudien sind ergreifend und dramatisch; Sacks ist ein Meister dieses Genres und knüpft literarisch an die großartigen Fallstudien von Sigmund Freud an. "Awakenings" wird jedoch noch interessanter und vielschichtiger, wenn man sich die Rolle des Autors selbst in diesem Buch und seinen darin geschriebenen Geschichten kritisch vergegenwärtigt.

5 Sterne für ein Buch, das vielleicht vielschichtiger ist, als sein Autor es beabsichtigte.
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am 5. Februar 2014
Ein spannendes Buch, man sollte aber den Film vorab gesehen haben, dann ist das Buch einfacher zu lesen. Interessante Lektüre, vor allem für Parkinson- Patienten.
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am 19. Januar 2014
ich hatte zuerst das Buch gelesen, war sehr angetan, der Film ist sehr gut gemacht, keine Frage, aber ich ziehe das Buch dem Film vor!
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am 3. September 2014
Mittlerweile dürfte ich einen Großteil von Oliver Sacks' Bücher zusammen haben. Zur Zeit lese ich Awakenings, nachdem mich der Film (mit Robin Williams) so fasziniert hatte. Dieses wie alle anderen Bücher von ihm sind so geschrieben, dass sie die unterschiedlichen, meist nervlichen Defizite für uns Laien plausibel erklären und auf höchst 'unterhaltsame' Weise dokumentieren. Hier sei aber auch hingewiesen, dass ein großes Lob dem Übersetzer gilt, der den Autor1:1 rüberbringt.
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am 22. Februar 2013
Es hat mir gut gefallen, dass der Autor ( Facharzt) sich in dieser Form mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Ich hatte den Eindruck, dass er sämtliche Patienten in ihrer Würde als Menschen respektiert hat und dabei gleichzeitig in der Lage war, fachlich eine derartige Dokumentation zu schaffen.
Wer sich für diese Themen interessiert, dem kann ich dieses Buch durchaus zum Lesen empfehlen.
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am 14. März 2016
Ein Buch das sehr viel Unterhaltung bietet,auch für diejenigen,die sonst an einer ganz normalen Literatur gewöhnt sind.Es gibt Aufschlüße darüber,wie wir uns auf die Zeit des Erwachens vorbereiten können.Ich hätte mir allerdings vorgestellt,das man die Tetails noch etwas mehr eingegangen wäre--z.B....Woher kommt die Zeit des Erwachens.
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am 6. Februar 2016
Ich bin an Parkinson erkrankt und von diesem Buch sehr begeistert. Sehr hilfreich um die Zusammenhänge dieser Krankheit besaser verstehen zu können.
Kann ich meinen >Leidensgenossen nur empfehlen
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