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4.0 von 5 Sternen Tiefe Einblicke in das Innere der Psyche
Tiefe Einblicke in das Innere der Psyche

In diesem Buch begibt sich der renommierte Gesellschafts- und Psychoanalytiker in die intime Welt der Träume und Gefühle. Da das Träumen seit Urzeiten dem Menschen eigen ist, wird zunächst die Symbolik der Träume untersucht und dabei die Mythen und Sagen der jeweiligen Völker herangezogen...
Veröffentlicht am 28. April 2010 von Georg Grönegress

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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen eine allgemeinverständliche Einführung in die Traumdeutung
Dieses Buch ist eine -auch für Laien verständliche- Einführung in die ganzheitliche Trauminterpretation. Erich Fromm beschreibt sowohl die Geschichte der Traumdeutung als auch die Traumdeutung von Freud und Jung. Insgesamt ist das Buch sehr anschaulich geschrieben und enthält auch viele praktische Beispiele von Träumen und deren Auslegung. Jedoch...
Am 1. Juni 2001 veröffentlicht


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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen eine allgemeinverständliche Einführung in die Traumdeutung, 1. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine -auch für Laien verständliche- Einführung in die ganzheitliche Trauminterpretation. Erich Fromm beschreibt sowohl die Geschichte der Traumdeutung als auch die Traumdeutung von Freud und Jung. Insgesamt ist das Buch sehr anschaulich geschrieben und enthält auch viele praktische Beispiele von Träumen und deren Auslegung. Jedoch muß man an einigen wenigen Stellen zweimal hinsehen, da er Fachbegriffe benutzt, die er nicht erklärt. Auch hätte der Teil der Traumdeutung noch etwas ausführlicher sein dürfen. Das Buch erweckt auf jeden Fall Neugierde auf weitere Literatur.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tiefe Einblicke in das Innere der Psyche, 28. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Tiefe Einblicke in das Innere der Psyche

In diesem Buch begibt sich der renommierte Gesellschafts- und Psychoanalytiker in die intime Welt der Träume und Gefühle. Da das Träumen seit Urzeiten dem Menschen eigen ist, wird zunächst die Symbolik der Träume untersucht und dabei die Mythen und Sagen der jeweiligen Völker herangezogen. Diese geben bereits wichtige Anhaltspunkte für die jeweilige Traumdeutung (welche Bedeutung hat ein Vogel, ein Baum, eine Schlange in der jeweiligen Kultur).

Am wichtigsten jedoch ist der Zugang zum Unterbewusstsein: im Traum reflektiert der Mensch innere und äußere Einflüsse seines Lebens und stellt dabei seine eigenen Regeln auf. Im besten und schönsten Fall sind das Regeln jenseits von Zwängen und Schwerkraft.

Der Weg ins Unterbewusste beinhaltet jedoch auch den Zugang zu seelischen Abgründen. Vor allem wiederkehrende Angst- und Albträume sind Anzeichen von -häufig längst vergessenen- Zurücksetzungen und Verletzungen. Dabei bietet sich dem verletzen Menschen jedoch auch die Möglichkeit, seine Vergangenheit erneut aktiv zu durchleben und aufzuarbeiten. Seelische Wunden können dann verheilen oder zumindest vernarben.

Erich Fromm gibt in seinem Buch tiefe Einblicke in die Traumdeutung. Er bezieht sich dabei auch auf andere Autoren wie C.G. Jung und Sigmund Freud und erläutert zahlreiche Fallbeispiele. Aufgrund der Komplexität des Themas ist "Märchen, Mythen, Träume" kein einfaches Buch, aber dennoch sehr informativ und auf alle Fälle lesenswert.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache, 4. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Der Psychoanalytiker Erich Fromm befasst sich damit, inwieweit
man in Träumen Zugang zu den vergessenen Symbolen, zu einer
unbewußten Sprache der Seele, der Instinkte, des Wissens unserer
Altvorderen durch die Träume vorzudringen vermag und sich ihnen wiederfindet. Fromm versteht die Traumsprache als eine Kunst, die es zu erlernen gilt, dazu braucht man Kenntnisse, Erfahrung, Talent und Geduld und ich glaube es kann auch ganz schön sein, mit anderen Menschen, auch mit seinem Psychiater über seine Träume zu sprechen, denn ich glaube dem Fachmann kann so ein Traum viel über den Seelenzustand des Träumenden verraten. Ein Psychoanalytiker hilft, die Symbole zu verstehen
der Träumer trennt das Tagesgeschehen von den Märchen und Mythen
und gemeinsam schauen sie was die Mythen und Märchen im Alltagsleben zu bedeuten haben. Sinnvoll ist es ein Traumtagebuch zu führen
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich habe letzte Nacht geträumt, ich sei ein Schmetterling, und jetzt weiß ich nicht, ob ich ein Mensch bin, der träumt, er sei, 27. März 2014
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
ein Schmetterling, oder ob ich vielleicht ein Schmetterling bin, der jetzt träumt, er sei ein Mensch." Tschuangtse (S.12)

Fromm zeigt in dem Buch drei Ansätze zur Traumdeutung: erstens Freuds Auffassung, dass alle Träume Ausdruck der irrationalen und schlechten Natur des Menschen seien; zweitens Jungs Ansicht, dass die Träume Offenbarungen einer unbewussten Wahrheit seien; drittens dass die Träume jede Art von Seelentätigkeit ausdrücken. Fromm definiert Träumen als Seelentätigkeit unter Schlafbedingungen. Für ihn sind Träume und Mythen wichtige Mitteilungen von uns selbst an uns selbst. (S.17)

Er geht bei seinen Betrachtungen auf Sokrates in Platons Phaidon ein, ferner auf das Traumbuch von Artemidor von Daldis, auf Kants und Voltaires Traumtheorie; auf Goethe; auf Thomas von Aquin der vier Arten von Träumen unterscheidet; auf Gedanken von R.W. Emerson und Nietzsche und Fromm führt den Leser in die Geschichte der Traumdeutung ein.
In dem Kapitel "Die Kunst der Traumdeutung" bespricht er einige konkrete Fälle sehr ausführlich. Am Ende des Buches geht er auf die symbolische Sprache im Mythos, Märchen, Ritual und Roman ein. Dazu bespricht er den Ödipusmythos; den Schöpfungsmythos; Rotkäppchen; das Sabbatritual und Kafkas Roman "Der Prozeß".

Das Buch ist recht lesenswert und macht dem Leser bewusst ein Traum kann als Stimme unseren niedrigeren oder unseres höheren Selbst zu verstehen. Die Symbolsprache ist nach dem Autor eine Fremdsprache die jeder von uns lernen sollte. Leider fehlten mir in dem Buch Erklärung zu den üblichen oder typischen Traumsymbolen, die Informationen gibt es in diesem Buch Das Handbuch der Traum-Symbole: Die Bildsprache der Träume verstehen und nutzen
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5.0 von 5 Sternen Eine andere Art der Wahrnehmung, 28. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Ablauf hat problemlos geklappt. Preis stimmt bei gebrauchtem Buch. Der Inhalt entspricht auch meinen Erwartungen: Verdichtete, symbolische Wahrnehmung/Erfassung der Welt über Traum und Phantasie wie sie auch Gegenstand der Mythen ist.
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5.0 von 5 Sternen Erich Fromm - neu entdeckt, 26. Januar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Zu Erich Fromm, Märchen, Mythen, Träume – Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache

Der Titel dieses Buches kann zu der Annahme verleiten, dass es im Wesentlichen um die Deutung von Träumen geht. Der Untertitel scheint dies zu bestätigen. Aber das hieße, das Werk von Erich Fromm nur halb oder oberflächlich lesen. – Dieses rororo-Bändchen sollte man nicht zur schnellen Orientierung mit Bezug auf die Traumdeutung und deren Symbolik heranziehen. Denn Fromm gewährt auch der Analyse von Mythen und ihrer symbolischen Sprache breiten Raum. Die Heranziehung von Schriften der Philosophen Sokrates/Platon und von Dramentexten des Tragödiendichters Sophokles aus der vorchristlichen Zeit bietet ihm reiches Material. Dazu später mehr.
In den Kapiteln zur Traumdeutung ist zunächst eine Unterscheidung von Bedeutung. Es gibt erstens die frühe, nicht-psychologische, zweitens die psychologische Traumdeutung. Zu eins: anfangs glaubten die Menschen, dass die Seelen Verstorbener im Traum erscheinen und Botschaften von Menschen oder Geistern außerhalb des Menschen zu überbringen hätten. In zwei dagegen ist der Traum als Ausdruck der eigenen Seele des Träumers zu deuten. In dieser psychologischen Traumdeutung wird der Traum mit der Persönlichkeit des Träumers in Beziehung gebracht. Einleitend setzt E. Fromm sich aber auch deutlich von Freud und
dessen These ab, nach welcher Träume „Ausdruck der irrationalen und asozialen Natur des Menschen“ sei. Aber auch der Sichtweise von Jung kann er nicht beipflichten. Demnach wären Träume „Offenbarungen einer den einzelnen transzendierenden unbewussten Weisheit.“ Beide also sieht er durch die neuere (und seine, Fromms) psychologische Traumdeutung überholt.
Einen großen Teil seiner Arbeit widmet Fromm dann der Beschreibung und Deutung von Träumen in exemplarischer Hinsicht. Ein Leser, der selber (seine)Träume nicht zu verstehen glaubt, kann hier womöglich zu Einsichten kommen. Wenn auch nicht alles einem jeden plausibel erscheinen mag, so ist eine solche Studie doch höchst lesenswert.
Über „die höhere Vernunft unserer seelischen Prozesse im Schlaf“ haben sich auch andere von Fromm hervorgehobenen Traumdeuter Gedanken gemacht. Es sind dies die Forscher R. W. Emerson und Henri Bergson. Beide würdigt er durch die Hineinnahme ihrer Ansichten in sein Werk. Emerson sagt: „Träume besitzen eine dichterische Integrität und Wahrheit. In dieser Rumpelkammer und Abfallgrube des Denkens herrscht auch eine gewisse Vernunft. (…) Sie irritieren uns durch ihre Unabhängigkeit von uns, und trotzdem erkennen wir uns in diesem verrückten Durcheinander wieder und verdanken unseren Träumen eine Art Hellsicht und Weisheit.“ Emerson spricht von einer „unbekannten Intelligenz“, aus der, wenn deutlich betrachtet, dem Menschen auch Entscheidungshilfen gegeben werden. Denn der Mensch, so sagt nicht nur Fromm, träumt hauptsächlich dann, wenn er sich in einer Krise befindet, wenn er vor Entscheidungen steht, die ihn seit langem beschäftigen. – In die Geschichte der Traumdeutung nimmt er nun auch Bergson auf. Von ihm sagt Fromm, dass er die originellsten und interessantesten Theorien entworfen hat. Er betont, wie übrigens auch Freud, dass „wir nichts vergessen und dass das, woran wir uns erinnern, nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Gesamtgedächtnis ist. „Unsere Erinnerungen bilden in einem gegebenen Augenblick ein einheitliches Ganze, eine Pyramide, …, deren unaufhörlich bewegter Gipfel mit unserer Gegenwart zusammenfällt und mit dieser in die Zukunft taucht.“ Fromm legt weiterhin dar, inwiefern er mit der Traumtheorie Bergsons übereinstimmt und worin sich die beiden unterscheiden. Sein Fazit: Träume haben sowohl an unserer irrationalen Natur teil als auch an unserer rationalen Natur.

Nun zu den Mythen: Erich Fromm wirft, wie oben angedeutet, ein kritisches Auge auf die Deutungen bzw. Analysen heutiger Literaten im Hinblick auf die vorchristlichen Kunstwerke. Er widerlegt besonders die Interpretationsergebnisse zu den Tragödien des Sophokles. Hier kommt er zu interessanten und überzeugenden Sichtweisen.
Fast ein Viertel des Volumens seines Werkes widmet er der Betrachtung des Faktums, dass Sophokles zu einer Zeit schrieb, da die Menschen sich noch in der Auseinandersetzung befanden hinsichtlich der Ablösung des Matriarchats durch das Patriarchat. Der Ödipusmythos (das erste der Dramen-Trilogie) von Sophokles, wird nun aus der geschichtlichen Situation der damaligen Zeit erklärt . (Er sieht übrigens diese drei Dramen als Einheit, will sie als zusammenhängendes Werk verstanden wissen.)
Er zeigt, dass der Mythos, in dem es bekanntlich um Ödipus geht, dem geweissagt worden ist, dass er seinen Vater erschlagen und seine Mutter heiraten wird, "nicht als Symbol der inzestuösen Liebe zwischen Mutter und Sohn, sondern als Rebellion des Sohnes gegen die Autorität des Vaters in der patriarchalischen Familie zu verstehen ist".
Der Vater-Sohn-Konflikt ist folglich eines der Hauptthemen der 3-teiligen Tragödie. Wie der Leser Fromms erkennen muss, spielen also ganz andere Intentionen eine Rolle als jene, die in neuzeitlichen Interpretationen (für die Schüler) nachlesbar sind. Er zeigt, dass auch Freud noch an dieser Deutung festhielt: "Der Ödipusmythos ist das hervorragende Beispiel für Freuds Methode der Mytheninterpretation und bietet (ihm, Fromm) gleichzeitig die Möglichkeit, eine abweichende Auffassung darzulegen, welche nicht in sexuellen Wünschen, sondern in der Einstellung zur Autorität - einem der wichtigsten Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen - das Hauptthema des Mythos sieht."

Auch seine Analyse des Werkes "Der Prozess" von Kafka " eröffnet dem literarisch geschulten Leser neue Erkenntnisse. Ich verzichte hier auf genauere Aussagen.
Schließlich liefert auch der „Schöpfungsmythos“ Fromm eine große Angriffsfläche.

In keiner Zeile des gesamten Werkes von Fromm finde ich (trotz dieser heiklen Thematik) Tendenzen zur Abwertung des Weiblichen. Sehr aufschlussreich aber komplex: die Gründe für den Niedergang des Matriarchats, sowie die Gründe für den Sieg der patriarchalen Weltanschauung. Aber „Gerade die nachdrückliche Betonung der Wichtigkeit des Menschen gehört zum Prinzip der matriarchalischen Welt, so wie Bachofen sie beschrieben hat“ (S. 141). Beide Gesellschaftsformen und Grundhaltungen müssen in eine Gesamtsicht eingehen. – Was das genauer heißt, lässt sich auch aus der Lektüre eines Werkes von Hanna Wolff ersehen, die in ihrem Werk „Jesus der Mann, Die Gestalt Jesu in tiefenpsychologischer Sicht“, sagt: „Menschsein an sich gibt es nicht, Menschsein gibt es vielmehr immer nur in zwei Möglichkeiten, entweder im ‚Modus der Männlichkeit’ oder im ‚Modus der Weiblichkeit’. (…) Zur Vollentwicklung der Person gehört es, dass sowohl die männliche wie die weibliche Seinsform in jedem Menschen verwirklicht wird“. – Lesen kann zu bedeutenden, befreienden Erkenntnissen führen.
Helena Zern
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5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, 18. Januar 2013
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Super zu lesen für Leute, die ihren eigenen Träume auf die Spur kommen wollen. Sehr zu empfehlen alle die sich dafür interessieren.
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4.0 von 5 Sternen Eine interessante Spekulation, 21. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Fromm nimmt an, Träume seien in symbolische Form verkleidete Weiterverarbeitung unserer - in wachem Zustand zum Teil verdrängten - Gedanken und Gefühle. Im Schlaf sind wir von externen Einflüssen weitgehend frei, so dass neben dem Bewussten auch unser im Wachen Unbewusstes beim Träumen in die Bewertung unseres Lebens miteingreift. Dabei bedient sich der Traum einer symbolischen Sprache, die unsere bewusste und unbewusste Erfahrung syntesierend widerspiegelt. Träume sind bar der räumlich-zeitlichen Kategorie: einer kann im Traum zu eigenem Vater werden, eine Person kann von mehreren Traumakteuren vertreten sein, Elemente der unterschiedlichen Zeitperioden und Orte werden durcheinander gemischt. Da nach Fromm die symbolische Darstellung von latenten Botschaften auch ein wesentliches konstituierendes Element der Mythen und Märchen ist, sind diese den Träumen ähnlich und lassen sich in ähnlicher Weise analysieren.
Der einführenden Erklärung seines Ansatzes folgt ein kurzweiliger Abriss über die Traumtheorien seit der Antike. Geschickte Zitatenauswahl aus u. a. altindischen Texten, der Bibel, Thomas von Aquin, Hobbes, Kant, Bergson wird durch begleitende Reflektionen des Autors ergänzt. In einem separaten Kapitel setzt sich Fromm eingehend und kritisch mit den Ansichten von Freud und Jung auseinander. Ernüchterndes Fazit des Überblicks: die moderne Wissenschaft weißt über Träume nicht wesentlich mehr als frühere Epochen.
Im Kapitel "Die Kunst der Traumdeutung" vermittelt Fromm anhand konkreter Beispiele aus seiner psychotherapeutischen Praxis dem Leser ein Gefühl für seinen Ansatz und seine Abgrenzung zu Freud und Jung.
Das letzte Kapitel des Buchs ist, wiederum anhand konkreter Fälle, der Deutung der Mythen und Märchen gewidmet. Besprochen werden die Ödipys-Trilogie, der biblische Schöpfungsmythos, das Sabbatritual, Kafkas "Der Prozess", sowie das Rotkäppchen.
Die Schrift ist eine unterhaltsame und lehrreiche Lektüre, die eine bewusste Auseinandersetzung des Lesers mit seinen Träumen fördert. Es handelt sich indes um eine Einführung, die ihn nicht in der Lage versetzen wird seine Träume nach Fromms Methode selbständig zu deuten. Die dargestellten Ansichten sind nicht unplausibel, jedoch haftet ihnen ein Hauch von Beliebigkeit oder zumindest Voreingenommenheit an. Jedenfalls geht der Autor nicht auf grundsätzliche alternative sich bietende Erklärungsoptionen an (z. B. die nur scheinbar naive Frage, wieso die "Realität" Träume bestimmt und nicht umgekehrt) und setzt so manches als selbstverständlich voraus, was so selbstverständlich gar nicht ist. Mit anderen Worten vermisste ich im Buch eine explizite Diskussion darüber, was nun die Annahmen Fromms Theoriebildung sind, mit denen er seinen Ansatz zwangsläufig in dieser und nicht in einer anderen Form entwickelt. Die Klärung solcher Metaprobleme gehört aber aus meiner Sicht zu einer seriösen wissenschaftlichen Einführung dazu. Die Determinanten des Traumgeschehens nach Fromm sind oft autoritäre Eltern, krass unterdrückte Persönlichkeit oder sexuelle Unzulänglichkeiten. Die Symbolsprache in Traum und Mythos ist kryptisch, religiös gefärbt und monumental. Das Rotkäppchen wäre z. B. danach ein Symbol der Menstruation. So etwas mutet mich schon etwas befremdlich an (aber es heißt ja anderseits im Text, dass der Widerstand sich mit einem Thema auseinander zu setzen ein Zeichen für den Analysebedarf auf dem entsprechenden Gebiet ist...).
Im großen und ganzen ist das Buch durchaus lesenswert. Zum einen gibt es dem selbständigen Verständnis des Traumgeschehens eine brauchbare Struktur. Zum anderen lernt der Leser die vielfältigen historischen Ansätze der Traumdeutung kennen und wird sich der Grenzen des psychoanalytischen Ansatzes bewusst.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Einsteiger genau richtig, 12. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache (Taschenbuch)
Ein kleines Taschenbuch mit viel Inhalt gibt eine gute Grundlage für alle weiterführende Traumdeutungs-Literatur. Mehr noch, dies ist eigentlich eine Einführung in das menschliche Unterbewusstsein. Fromm schreibt anschaulich und führt zahlreiche, leicht verständliche Beispiele an.

Man liest das Buch gern, zügig und mit steigendem Interesse.
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Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache
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