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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buch über Versager
Elfriede Jelinek beherrscht die deutsche Sprache zwar wie kaum eine zweite, aber ihre Bücher sind meist unlesbar, da sie neben der Sprachgewalt keine klare oder oder gar keine Geschichte erzählt, mit Ausnahme von "Die Ausgesperrten" (1980) und "Die Klavierspielerin" (1983). Das Buch ist in einer bissigen, zuweilen ätzenden Sprache geschrieben, welche den...
Veröffentlicht am 13. November 2002 von zueribueb

versus
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anders!!
Ich habe dieses Buch schulisch lesen müssen und eigentlich alle in meiner Klasse (17 j) waren empört und entsetzt über dieses Buch. Natürlich, sie ist eine außergewöhnliche Autorin aber genau die Art wie sie schreibt finde ich faszinierend. Wo findet man schon so eine Autorin, welche sich einfach nicht um irgendwelche Kritiken schert sondern...
Veröffentlicht am 16. Mai 2003 von A.S.


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buch über Versager, 13. November 2002
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
Elfriede Jelinek beherrscht die deutsche Sprache zwar wie kaum eine zweite, aber ihre Bücher sind meist unlesbar, da sie neben der Sprachgewalt keine klare oder oder gar keine Geschichte erzählt, mit Ausnahme von "Die Ausgesperrten" (1980) und "Die Klavierspielerin" (1983). Das Buch ist in einer bissigen, zuweilen ätzenden Sprache geschrieben, welche den destruktiven Inhalt des Buches bestens illustriert.
Bei den Ausgesperrten geht es um die Zwillinge Anna und Rainer (unterer Mittelstand), Sophie (Oberschicht), alles Gymnasiasten, und Rainer (Arbeiter, mit dem sinnigen Nachnamen Sepp). Sie bilden eine Gruppe von Jugendlichen, die sich im Wien der Fünfziger Jahre die Zeit vertreibt. Man sitzt zusammen, redet viel, raubt in brutalster Weise wehrlose Menschen aus oder man ertränkt im Wienerwald unschuldige Katzen. Eigentlich will Hans mit Sophie, aber die macht es nicht, darum macht er es mit der Anna, wenn diese nicht gerade ihre Berg-Sonate üben will. Rainer will auch mit Sophie, aber da die es nicht macht, dichtet er und redet darüber, wie es mal ist, wenn er es mit ihr macht. Alle streben nach etwas, was sie nicht erreichen werden. Der einfältige Hans will sich Bildung aneignen. Die schöngeistige Sophie will Gewalt an Menschen ausüben. Die Anna weiss nicht, was sie will. Und Rainer, der grösste Versager von allen, fühlt sich als geistiger Anführer, dabei philosophiert er nur ständig über den Fremden von Camus. Am Schluss manifestiert sich sein Versagen in krasser Weise.
Elfriede Jelinek ist nicht gerade leichte Kost, da sie mit ihrer Demaskierung der kleinbürgerlichen Gesellschaft ständig sprachlich und inhaltlich an die Grenzen des guten Geschmacks geht. Für Zartbesaitete ist dieses Buch somit nicht zu empfehlen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutale Sprachgewalt, 22. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
Mit spitzer Feder nimmt Jelinek, am Beispiel einer Wiener Familie der späten fünfziger Jahre, die verlogene Spießbürgerlichkeit unserer Gesellschaft aufs Korn. Vielfach wurde Die Ausgesperrten", als eines ihrer lesbarsten Bücher bezeichnet, die Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit.
Rainer Maria und seine Zwillingsschwester Anna stammen aus einer einfachen Familie. Ihr Vater ist ein Macho und Kriegsinvalide, im großen Krieg hat er ein Bein verloren, aber nicht seine faschistische Denkweise. Er trauert um den verlorenen Krieg, lauthals, das können alle hören, wie er sagt. Damals war er halt noch etwas, fesch, stramm und in Uniform, heute ist er gar nichts mehr. Nur ein Krückengeher, ein Sozialfall, über den die Gassenbuben lachen.
Ständig tyrannisiert er seine Ehefrau, nötigt sie zu unappetitlichen Pornofotos, die er auch gerne im Freundeskreis herumzeigt, um sie zu demütigen. In einer Lade liegt sein Revolver, immer öfter bedroht er die Gattin mit dem Umbringen. Er schlägt sie wegen kleinster Verfehlungen, der brutale Krüppel lebt in beständiger Angst, von ihr nicht als vollwertiger Mann akzeptiert zu werden. Die Kinder wissen davon, häufig erwachen sie nachts vom Schreien der Mutter.
Die Ehefrau erträgt ihren Tyrannen tapfer, lebt nur für ihre Kinder, sie schickt sie (unter eigenen Entbehrungen) auf das Gymnasium, sie sollen einmal etwas Besseres werden. Dennoch strafen sie die Kinder mit Verachtung, beschämen sie mit Schimpfworten und emotionaler Zurückweisung.
Rainer Maria, der erstgeborene Zwilling, liest Sartre und Camus. Er diskutiert sie in seiner Clique, die aus der Zwillingsschwester Anna und zwei weiteren Freunden besteht. Zunehmend verfällt Rainer dem Größenwahn, er versteigt sich immer mehr in intellektuelles Pseudogeschwafel. Bald lebt er in einer fiktiven Parallelwelt, die Realität erträgt er immer schwerer. Er stilisiert Kriminalität und Gewalt zum Ideal, gemeinsam mit seinen Bewunderern überfällt er nachts ahnungslose Passanten und raubt sie aus.
Einer der anderen heißt Hans Sepp, er ist einfacher Schlosser, ein paar Jahre älter als die anderen, aber ohne jede Reife. Gnadenhalber darf er dabei sein. Hans ist stolz darauf. Er strebt insgeheim nach Bildung, möchte später einmal die Matura nachmachen. Für sein Idol ist er nur ein dummer Prolet.
Anna, die Schwester Rainers, ist eigentlich gar nichts. Nur jung und unreif. Vom Überbruder fasziniert, liebt sie es, Gewalt gegen Menschen auszuüben, häufig spielt sie den Lockvogel für die ahnungslosen Opfer. Das macht sie geil.
Dann gibt es noch Sophie. Sie wohnt, vom Leben gelangweilt, in einer noblen Villa in Hietzing, über Geld wird zu Hause nicht gesprochen. Eigentlich heißt sie Sophie von Pachhofen, wird später studieren und einmal etwas Besonderes werden. Für sie ist das ganz selbstverständlich, für ihre Eltern auch.
Alle vier sind geprägt von einem tiefen Lebensekel und dem Gefühl, in einer verlogenen, reaktionären Gesellschaftsordnung gefangen zu sein. Gemeinsam diskutieren sie Sartre und Der Fremde" von Camus, versuchen, ihre Frustration durch Literatur zu bewältigen, was misslingt. Ihre Verzweiflung mündet in Gleichgültigkeit gegenüber ihren Mitmenschen und brutale Kriminalität.
Nach außen hin gibt sich Rainer als Führer, in Wahrheit ist er der größte Versager der Gruppe. Dies zeigt sich sowohl bei der Durchführung der Überfälle, wo er feige im Hintergrund agiert, als auch in Liebesdingen. Unfähig, sich emotional zu öffnen, versagt er bei seinem ersten Geschlechtsverkehr (einer Pflichtübung, wie er meint) wegen Potenzproblemen.
Von den anderen unbemerkt, gerät er zusehends in einen Strudel aus Selbstzweifeln und Depression, aus dem es für ihn kein Entrinnen mehr gibt. Alles erscheint ihm zunehmend sinnlos. Rainer reagiert mit der einzigen Emotion, die er noch äußern kann: brutale Gewalt, die sich in einem finalen Blutbad an seiner Familie manifestiert.
Die Ausgesperrten" ist ein komplexer Roman von bedrückender Stimmung. Meisterhaft erzählt Jelinek darin von Gewalt, Unterdrückung und jugendlicher Wut. In ihrer unverkennbaren, klaren, präzisen Sprache, geprägt von mitleidloser, emotionaler Kälte gegenüber ihren Protagonisten, formt sie dieses sozialkritische Lehrstück zu einem großartigen, lesenswerten Roman.
Ein Muss für jeden, der Jelineks Prosa mag.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anders!!, 16. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch schulisch lesen müssen und eigentlich alle in meiner Klasse (17 j) waren empört und entsetzt über dieses Buch. Natürlich, sie ist eine außergewöhnliche Autorin aber genau die Art wie sie schreibt finde ich faszinierend. Wo findet man schon so eine Autorin, welche sich einfach nicht um irgendwelche Kritiken schert sondern einfach frei von der Leber das schreibt was ihr einfällt. Dieses Buch ist teils sehr pervers und abstrakt. Und genau das finde ich so toll. Endlich mal ein Buch welches aus der Reihe tanzt!
Nachteile: hin und wieder wird es dann langweilig und an die Satzkonstruktionen muss man sich erst gewöhnen.
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4.0 von 5 Sternen Felix Austria, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
Das «glückliche Österreich», für mich unauslöschbar mit dem lateinischen Spruch «Bella gerant alii, tu, felix Austria, nube» verbunden, hat es als Ergebnis geschickter Machtpolitik während der habsburgischen Zeiten gegeben, heute hingegen, vor allem wenn es um Kunst geht und besonders um Literatur, ist davon nichts mehr zu spüren, es ist eher unfrohe Zwietracht angesagt. Zu den von ihren Landsleuten heftig angefeindeten «Nestbeschmutzern» der Alpenrepublik gehört neben Thomas Bernhard insbesondere auch Elfriede Jelinek. Deren Kritikern ist mit dem Literatur-Nobelpreis von 2004 allerdings ein wenig der Wind aus den Segeln genommen worden. Ihre Werke, so das Nobelkomitee, würden nämlich «mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen». Wer den Roman «Die Ausgesperrten» liest, wird das vollinhaltlich bestätigt finden, die Autorin schreibt darin scharfzüngig gegen Missstände in der österreichischen Gesellschaft der Nachkriegszeit an, in der das Wirtschaftswunder wie ein blickdichter Schleier die böse Vergangenheit zu verstecken suchte. Ein Blick in ihre Biografie verdeutlicht und erklärt ihre kritische Perspektive, insbesondere auch ihren Hass auf das so hartnäckig verdrängte Nazi-Erbe ihres Vaterlandes.

Wohliges Behangen stellt sich jedenfalls nicht ein, wenn man diesen Roman liest, in dem Jelinek dem Leser auf Basis einer wahren Begebenheit von einer Gruppe Jugendlicher erzählt, die auf ihre sehr spezielle Art gegen die verhasste Gesellschaft opponieren. Dabei schrecken sie nämlich auch vor brutalster Gewalt nicht zurück, wobei sich aber sowohl ihre Motive als auch ihre ganz persönlichen Lebenssituationen als recht unterschiedlich erweisen.

Da sind die vor der Matura stehenden Zwillinge Rainer und Anna, die aus einer einfachen Familie stammen mit einem beinamputierten Vater, der bei der SS war und nun als Nachtportier seine Invalidenrente aufbessern muss. Er tyrannisiert seine Frau, zwingt sie sogar zu obszönen Fotos, demütigt sie auf jede erdenkliche Weise. Die Jugendlichen wissen davon, bleiben aber seltsam unbeteiligt, verhalten sich sogar krass abweisend, flüchten sich in ihre eigene Gedankenwelt. Rainer beschäftigt sich mit Camus und Sartre, fantasiert sich eine eigene Pseudo-Philosophie zurecht, die in nackter Gewalt gipfelt als Fanal gegen die verhasste Gesellschaft mit ihren verlogenen Konventionen. Seine eher unscheinbare, musikalisch begabte Schwester Anna bewundert ihn und folgt ihm blindlings, fungiert bei den gemeinsam verübten Raubüberfällen zur Aufbesserung des Taschengeldes als erotischer Lockvogel. Ihre Klassenkameradin Sophie kommt aus der Upperclass, ihr erfolgreicher Lebensweg ist deutlich vorgezeichnet, was sie aber eher langweilt, sie ist vielmehr fasziniert von Macht verleihender, krimineller Energie, vom Nervenkitzel verbrecherischer Aktionen. Vierter im Bunde ist der deutlich ältere Schlosser Hans, ein eher einfältiger Prolet, der von einer besseren Zukunft träumt und die ihm intellektuell weit überlegenen Gymnasiasten bewundert, ganz nebenbei aber auch lebhaft an beiden Mädchen interessiert ist.

Die Autorin benutzt einen provokanten, sarkastischen Stil, der stellenweise auch vulgär und obszön erscheint, so wenn sie zum Beispiel fast höhnisch über die eher unbeholfenen ersten sexuellen Kontakte der Gruppe schreibt. Der mit ihrer Thematik verfolgten Intention verleiht sie jedoch in glasklarer Sprache wirkmächtig eine Stimme, was der gequälte Aufschrei ihrer vielen konservativen Kritiker eindrucksvoll belegt. Der davon unbeirrte Leser sollte darauf gefasst sein, urplötzlich mit brutalsten Details konfrontiert zu werden, unversehens in grausige Szenarien hineinzugeraten wie dem Überfall gleich am Anfang des Romans und erst recht dem alles die Krone aufsetzenden Showdown an seinem Ende.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Portraet ueber Moechtegern-Emporkoemmlinge, 5. Februar 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
Ziemlich eklig, pervers, teilweise abstossend. Elfriede Jelinek schreibt das, was sich viele nicht einmal zu sagen trauen. Rainer moechte gern Chef einer Diebsbande sein- viel lieber aber eigentlich Intellektueller. Anna weiss nicht, was sie moechte. Sophie ist reich und wird von Rainer begehrt, begehrt selber aber Hans. Hans ist der "Holzfaellertyp": Direkt, aber natuerlich. Es werden die Irrungen und Wirrungen dieser ungleichen Freundesgruppe geschildert, die schliesslich Passanten ueberfaellt. Sehr ernuechternd, aber spannend bis zur letzten Zeile- fuer alle, die "Spiesser" hassen, ist dieses Buch Wasser auf die Muehlen!
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jemand der schreibt, wie es ist., 1. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
"Die Ausgesperrten" von elfirede jelinek ist eines der faszinierendsten büchern die ich je gelesen habe. über einen wortschatz wie elfired jelinek zu verfügen ist ein traum von jedem. nicht nur die wörter zu verwenden sonder perfekt einsetzen zu wissen ist unglaublich. jelinek nimmt kein blatt vor den mund und schreibt wie es ist. was daran eine schande sein soll kann ich mir nicht erklären. leute die nicht wahrhaben wollen wie die realität ist sollten dieses buch nicht lesen. ich finde es bewunderswert die realität in so einem sprachreichtum zu verpacken und hervorzubringen wie sich das leben abspielen kann. endlich mal jemand der schreibt wie es ist bzw. sein kann.
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4 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schreiben ist Silber, Schweigen ist Gold liebe Frau Jelinek!, 20. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
Besonders gute Erfahrungen scheint Elfriede Jelinek ja nicht mit dem Kleinbürgertum gemacht zu haben, denn in ihrem Roman „Die Ausgesperrten" rechnet sie schonungslos mit diesem Milieu ab.
„Die Ausgesperrten" erzählt von vier Wiener Jugendlichen, dem Angeber Rainer, der Pseudo-Anarchistin Anna, dem Arbeiter Hans und der wohlstandsverwahrlosten Sophie. Ab und zu trifft sich diese Gruppe um wahllos wehrlose Opfer zu verprügeln, denn das Taschengeld ist dürftig und muss irgendwie aufgestockt werden oder um, wie in Falle von Sophie, sagen zu können, „man habe das mal ausprobiert".
Aber aufgrund ihrer sozialen Herkunft und Geschichte der Eltern, die grundverschieden sind, zerfällt diese Gruppe jedoch recht rasch und sie distanzieren sich voneinander, was sich bei Rainer brutal äußert.
Jelinek hat sehr viel über die Geschichte Österreichs recherchiert und umfangreiche Verhaltensforschung am Kleinbürgertum, das phantasievoll geschildert wird, angestellt.
Allerdings übertreibt Jelinek teilweise maßlos und der Leser, falls er nicht die Zeit hat das Buch 4 Wochen zu behandeln, nimmt einfach hin, dass das Kleinbürgertum dumm, verwahrlost und faul ist, anstatt über die Ursachen nachzudenken.
Kinder werden immer zum Lesen angespornt, indem Lehrer und Eltern ihnen weismachen, man könne mit Büchern sein Deutsch verbessern. Menschen die so etwas sagen kennen Jelinek nicht. Die Sprache ist zwar passend, aber ziemlich vulgär, eben Alltagssprache des Kleinbürgertums und außerdem wird in der direkten Rede, die nicht einmal als solche gekennzeichnet ist, zwischen den Personen hin und her gesprungen, ohne dass man weiß, wer eigentlich spricht, weshalb das Lesen an manchen Stellen ziemlich zähflüssig wird.
Und wo ist die Handlung ? Normalerweise liest man Romane zur Unterhaltung, aber Jelineks Roman dümpelt bis auf das Ende vor sich hin.
Außer Überfällen und Sex, meistens in dieser Reihenfolge, gibt es nichts.
Deshalb wird schon das erstemal Lesen zur Qual, das zweitemal ist einschläfernd und das drittemal ist, ach ich will ja niemandem Angst einjagen.
Jelinek sollte nicht die Zeit mit dem Schreiben von Romanen verschwenden, sondern lieber an Lexika arbeiten und die Artikel über das Kleinbürgertum verfassen - oder um es drastischer auszudrücken:
Schreiben ist Silber, Schweigen ist Gold liebe Frau Jelinek!
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2 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Muss das sein?..., 23. Mai 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Ausgesperrten (Taschenbuch)
-1 Stern sollte die Wertung sein. Ein krankes Buch über Menschen, die es in diesem Sadismus nicht geben kann. Die Zwillinge Rainer und Anna, das reiche Mädchen Sophie und der Arbeiter Hans verprügeln Leute auf der Strasse, verletzen einander und sich selbst, ohne menschliche Regung. Klar, dass Sex auch eine Rolle spielt, ebenso wie die Mütter der Kinder: wie sollte es anders sein, ein weiteres Buch, mit dem Jelinek versucht, ihre eigenen Frustrationen abzuarbeiten.
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Die Ausgesperrten
Die Ausgesperrten von Elfriede Jelinek (Taschenbuch - 3. April 1985)
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