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5.0 von 5 Sternen This book is a love song...
"Wer die Nachtigall stört", die einzige Buchveröffentlichung der heute zurückgezogenen Autorin Harper Lee, ist mehr als nur ein klassisches "One Book Wonder", es ist eines der eindrucksvollsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In diesem hinreißend erzählten Panoptikum einer Kindheit im tiefen Süden der USA erleben wir...
Veröffentlicht am 22. April 2005 von Stefan C. Limbrunner

versus
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3.0 von 5 Sternen Ganz nett
Richtig gefesselt hat die Geschichte mich nicht. Bei den vielen positiven Rezensionen hatte ich vielleicht auch zuviel erwartet, da gibt es bessere Bücher mit dem Thema.
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61 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This book is a love song..., 22. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört... (Taschenbuch)
"Wer die Nachtigall stört", die einzige Buchveröffentlichung der heute zurückgezogenen Autorin Harper Lee, ist mehr als nur ein klassisches "One Book Wonder", es ist eines der eindrucksvollsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In diesem hinreißend erzählten Panoptikum einer Kindheit im tiefen Süden der USA erleben wir die Welt der sechsjährigen Jean Louise "Scout" Finch, die zusammen mit ihrem Bruder Jem und ihrem verwitweten Vater Atticus Finch in der Kleinstadt Monroeville heranwächst: Sie findet Freunde wie den zugereisten Dill Harris, fürchtet sich vor der bösartigen, zänkischen Nachbarin Mrs.Dubose, und muß doch gerade von ihr eine Lektion über wahre innere Stärke lernen, hat Streitereien mit ihrem pubertiierenden Bruder, entdeckt die zarte Seite hinter der strengen Haushälterin Calpurnia, und findet schließlich heraus daß sie und Jem einen unbekannten Freund haben, der ihnen heimlich Geschenke macht. Und über allem schwebt das Schreckgespenst ihrer Kindheit - Boo Radley, ein Nachbar den Scout nie gesehen hat - für sie der sprichwörtliche schwarze Mann. Als Scout in die Schule kommt und ihr Vater die Verteidigung eines der Vergewaltigung angeklagten Farbigen übernimmt, zerbricht die heile Welt der Kinder: Hass, Vorurteile und Agression brechen sich in der Kleinstadt Bahn, aber Atticus versucht verzweifelt seine Kinder durch die schwere Zeit zu bringen, sie zu verantwortungsvollen, tolerant denkenden Menschen zu erziehen. Erst spät versteht Scout die tiefe Vaterliebe dieses scheuen Mannes, der allein gegen eine ganze Stadt, ja ein Gesellschaftssystem aufsteht....und am Ende des Romans begegnet Scout zum ersten Mal in ihrem Leben der wahren "Nachtigall" dieses Buches - Boo Radley...Harper Lee haucht dem stark autibiographisch gefärbten Roman mit begnadeter Erzählkunst Leben ein. Ein stiller, menschlicher Humor durchzieht diie feinsinnig gesponnen Fäden der Handlung ebenso wie ein Höchstmaß an Authenzität und echte Weisheit. Nicht eine einzige klischeehafte Figur bevölkert das dramatis personae, alle Charaktere sind dreidimensional, lebendig, vielschichtig und so voller Saft und Kraft als habe man sie gerade erst getroffen. Unaufdringlich schleicht sich dabei die Gesellschaftskritik der Autorin in das Denken des Lesers, sie entblößt die Unmenschlichkeit und Dummheit einer Gesellschaft die auf Rassismus, Sexismus und Klassendenken fixiert ist, durch den unbarmerzigen Blick aus den Augen eines unschuldigen Kindes. Aber ihr Roman ist mehr als das: Es ist eine berührende und oft atembaurebende Studie des schmerzhaften, bittersüßen Prozesses des Erwachsen - Werdens, ein Gemälde von der Hand einer Meisterin. Die Schlußpassage von "wer die Nachtigall stört" schließlich erhebt sich über bloße sprachliche Gestaltungskraft - sie ist Musik, pure Musik von hoher poetischer Kraft, Prosa wie sie in der US - Literatur nahezu ohne Beispiel ist. Ich kann mich nur der Meinung von Romancier Truman Capote anschließen, der schließlich - ein Jugendfreund Harper Lees - in der Figur des Dill verewigt ist: "Someone rare has written this very fine novel - a writer with the livliest sense of Life and the warmest most authentic humour. A touching book and so fuunny, so likeable" Oder wie es Harry Rohwolt einst formulierte: Dieses Buch hat es verdient unsterblich zu werden.
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der schönsten Bücher, die je geschrieben wurden!, 19. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört... (Taschenbuch)
Meiner Meinung nach gehört dieses Buch zur literarischen Allgemeinbildung! Harper Lee liefert eine Bestandsaufnahme der Südstaaten-Gesellschaft der 1930er Jahre, erzählt aus der Sicht der sechsjährigen Jean Louise ( genannt Scout). Gerade dieser manchmal naive Blick auf die damaligen Zustände verdeutlicht Doppelmoral, Rassenhass und Vorurteile besser, als es jeder Erwachsene beschreiben könnte. Nebenbei handelt es sich aber auch um eine wunderschöne Geschichte über das Erwachsen werden, über Liebe und Vertrauen...und Atticus Fink ist einer der herausragendsten Charaktere, der mir je in einem Buch untergekommen ist. Lesen, lesen, lesen!
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Insgesamt ein empfehlenswertes Buch!, 18. Februar 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Dieser mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Roman hat sich im Sturm die Herzen von Millionen amerikanischer und nun auch deutscher Leser erobert. Die aus Alabama gebürtige junge Harper Lee ist damit über Nacht weltberühmt geworden. Fremdsprachige Ausgaben ihres Buches erschienen in fast allen Kultursprachen. Der Film, in dem Gregory Peck den Rechtsanwalt Atticus Fink spielt, wurde auch in Deutschland gezeigt. Der Roman führt uns in eine Welt, die uns durch Tom Sawyer und Huckleberry Finn vertraut ist. Wie Mark Twain beschwört Harper Lee den grünen Zauber und die versponnene Poesie eine Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten. Das Mädchen Scout und ihr Bruder Jem, die Kinder des Kleinstadt-Anwaltes Atticus Fink, wachsen in der heilen Welt väterlicher Obhut und Liebe auf und unter dem strengen Regiment der schwarzen Calpurnia. Wir sind in der Zeit unschuldiger Spiele versetzt, übermütiger Schul- und Ferienabenteuer, aber auch erster schmerzlicher Berührungen mit dem rätselvollen Dasein der Erwachsenen: Ist in jenem düsteren Nachbarhaus der schlimme Boo Radley wirklich von seinem Vater seit Jahren ans Bett gefesselt? Oder ist es gar Boo Radley, der ins alte Baumversteck für Scout und Jem Geschenke legt? Warum ist es denn Sünde, wenn Maudie Atkinson den „Engelsatem“ ihrer Blumen liebt? Und wieso verdammen die Fußwaschenden Baptisten „alles, was Freude macht“? Weshalb ist Vater Atticus der Schandfleck der Familie, weil er einen Neger verteidigt? Sind denn nicht alle Menschen gleich? Langsam dringt ahnungsvolle Furcht in dieses Reich der Kindheit, und Vater Atticus hat alle Mühe, Scout und Jem durch Spannungen und Zwiespälte, in die sie eine puritanisch engstirnige Umwelt stürzt, hindurchzuführen und ihren Glauben an den Menschen zu retten. Aber auch er selbst, der sie den Respekt vor fremdem Leben gelehrt hat, muss seine Prüfung bestehen: Obwohl Recht und Menschlichkeit auf seiner Seite sind, kann er den Justizmord an dem Neger Tom, der sich an einer Weißen vergangen haben soll, nicht verhindern, und in dieser Niederlage muss er noch um die Achtung seiner Kinder bangen. Die Geschwister wachsen an diesen tragischen Konflikten zu tolerant denkenden und nur ihrem Gewissen verpflichteten Menschen heran.
Harper Lee hat hier nicht nur einen durch menschliche Güte und stillen Humor gewinnenden Roman geschrieben, sondern ein gültiges Werk der Literatur von hohem erzieherischem Wert geschaffen!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch, 22. Oktober 2006
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört... (Taschenbuch)
Das vorliegende Buch hat mich sehr beeindruckt und nicht mehr losgelassen. In der Tradition von Mark Twain behandelt dieser Südstaaten-Klassiker das gesellschaftliche Leben in den USA im Jahre 1935, also zur Zeit von Präsident Roosevelt. Rassenhass und Vorurteile bestimmen das Leben in Maycomb City (Alabama). Dort wächst die neunjährige "Scout", eigentlich Jean-Louise Fink, zusammen mit ihrem Bruder Jem wohlbehütet als Tochter eines Rechtsanwaltes auf. Doch die Idylle wird getrübt, als ihr Vater, Atticus, eines Tages einen Neger, Tom Robinson, aus Überzeugung verteidigt. Tom Robinson soll eine Weiße vergewaltigt haben. Da Atticus die Verteidigung nicht nur als Pflicht ansieht, sondern von der Unschuld Toms überzeugt ist, ziehen sich die Finks den Hass einiger Leute in dem Dorf zu. Die Ereignisse eskalieren, als Tom, der trotz Atticus Verteidigung verurteilt wird - ein offenkundiger Justizirrtum - bei der Flucht aus dem Gefängnis erschossen wird. Der Vater der Weißen, der unsympathisch gezeichnete Bob Ewell, überfällt aus Rache die beiden Kinder und kommt dabei ums Leben. Unversehens endet die bislang idyllische Kindheit der Finks und Jem - der seine Schwester bei dem Überfall verteidigt hat, muss fortan mit einer Behinderung - einem verkürzten Arm, der ihm bei dem Überfall verrenkt worden war - leben.

Dennoch: die Autorin vermeidet - wie eine Rezension beim Erscheinen des Buches 1962 schrieb - die Perspektive der Bitterkeit. "Sie beschreibt mit dem Staunen und mit der Furchtsamkeit, die der erste Zusammenstoß mit der Wirklichkeit auslöst, Liebe und Obhut eines Vaters, der die Auseinandersetzungen mit dem rätselhaften Dasein der Erwachsenen lenkt." Der Vater, Atticus, erweist sich als Fels in der Brandung, als Hort der Rechtschaffenheit. Zwar ist er nicht erfolgreich in dem Sinne, dass er dem Recht zum Sieg verhelfen kann (einziger Erfolg bleibt, dass die Geschworenen Tom Robinson nicht innerhalb von 10 Minuten für schuldig befinden, sondern dafür rund 2 Stunden benötigen). Dennoch gelingt es ihm, seinen Kindern Vorbild zu werden - in seiner freundlichen und unaufdringlichen Menschlichkeit.

Menschlichkeit und der Wert von Freundschaften - dies wird durch diesen eindrucksvollen Roman packend demonstriert. Anstand siegt nicht immer; aber er macht das Leben lebenswerter. Dies alles lernt Scout mit der "Beobachtungsschärfe der Unwissenden, dem Erfahrung noch nicht den Blick verstellt hat", wie es die erwähnte Rezension der "Deutschen Zeitung" - in der Inhaltsangabe zum Buch zitiert - 1962 festgestellt hat.

Ein zeitloser Klassiker, bekannt durch den - leider stark gekürzten - oscarprämierten Film mit Gregory Peck als Atticus in der Hauptrolle -, der jedoch an Eindringlichkeit und auch an Aktualität bis heute meines Erachtens nichts verloren hat.

Unbedingt lesenswert.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine rührende Geschichte über die Kindheit, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört... (Taschenbuch)
Wer die Nachtigall stört ist eine Geschichte über Vorurteile und Rassenhaß und provinzielles Amerika und darüber, daß die Guten es schwer haben in dieser Welt. Eine Moralpredigt sozusagen, aber das ist eben nur eine Ebene der Geschichte. Auf einer zweiten Ebene wird von Scout und Jem erzählt, die ihre Kindheit in dieser Kleinstadt verbringen mit all den Abenteuern und Gefahren und Freuden und Leiden, die so eine Kindheit so mit sich bringt. Auf der Jagd nach dem mysteriösen, sagenumwobenen Boo Radley werden die beiden langsam ein Stück erwachsen, während der Leser langsam ein Stück Kind wird. Sicher, die Geschichte ist sentimental und moralisierend und präsentiert uns eine romantische Kindheitsidylle. Aber am Ende bleibt ein leicht melancholische Stimmung und mit einem Lächeln denkt man an die eigene Kindheit. Also ein rundherum schönes buch für's Herz, übrigens auch hervorragend mit gregory Peck verfilmt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rassismus in Amerika - Harper Lee nimmt sich dem immerwährenden Thema in Romanform an, 4. Mai 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört (Gebundene Ausgabe)
Genauso wie in Harriet Beecher Stowes Roman "Onkel Toms Hütte", wird hier das Thema des Rassenhasses auf schwarze Mitbürger aufgegriffen, jedoch ist die Handlung im Alabama der 30er Jahre versetzt: Die Kinder Scout und Jem sind Tochter und Sohn des Rechtsanwalts Atticus, der allerlei Fälle übernimmt und eines Tages mit der Verteidigung des Schwarzen Tom Robinson konfrontiert wird, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. Vor Gericht zeigt Atticus, dass man einen Schwarzen nicht nur aufgrund von Indizien verurteilen darf und wegen seiner Hautfarbe. Nichtsdestotrotz wird Tom zum Tode verurteilt und bei einem Fluchtversuch aus dem Gefängnis mit 17 Schüssen von den Wachen erschossen...

Der Roman ist in Ich-Form aus Sicht der jungen Scout geschrieben, die für ihr Grundschulalter wie eine Erwachsene spricht und analysiert. Dies ist also eine Besonderheit an diesem Roman, denn man hat es nicht mit dummen Kindern zu tun, sondern mit Kindern, die ihre Umwelt klar durchschauen und zu deuten versuchen. Des weiteren werden die Erlebnisse niedergeschrieben, die nur Scout mitbekommt und somit sieht man als Leser die Umgebung von Alabama allein durch ihre Augen. Ihre Anwesenheit im Gerichtssaal ist von äußerster Bedeutung, um ihre Eindrücke nachvollziehen und mit des Richters Urteil mitfiebern zu können. Das Thema des Buchs ist natürlich ganz klar das Ansprechen auf Rassismus in den USA, ein Thema, das immer aktuell sein wird, mal stärker, mal schwächer, jedoch immer vorhanden. Das Werk ist ganz wichtig, denn es möchte veranschaulichen, dass man einen Menschen nicht aufgrund seiner Hautfarbe gerichtlich als auch gesellschaftlich verurteilen oder verstoßen soll und ihn als schmutzig, verlogen und verderbt empfinden. Es ist also ein Appell an die Menschenwürde, dem Frieden unter den Völkern und der Freundschaft zwischenmenschlicher Beziehungen verschiedener Rassen, die nicht brach liegen dürfen für Klischees und Vorurteile, zu denen zu greifen manchmal einfacher ist. Für dieses Buch hat Harper Lee den Pulitzer-Preis bekommen und von ihren 5 Werken ist dies ihr Wichtigstes. Das Buch kommt stilistisch sehr realistisch rüber, da vor allem einige Figuren biografische Züge tragen aus Lees Kindheit in Alabama, desweiteren ist die Sprache im Buch ziemlich erstaunlich aufgrund der Tatsache, dass sich eine neunjährige wie die Figur Scout so äußern kann, wie sie es tut. Das Buch ist allemal empfehlenswert, um einen besseren Blickwinkel bezüglich Rassismus in Amerika zu bekommen.

~Bücher-Liebhaberin~
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein besonderes Buch: es wirkt glaubhaft., 12. Oktober 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört... (Taschenbuch)
Scout, die Ich- Erzählerin, Jem, ihr Bruder und Dill, der Junge, der immer seine Ferien in Maycomb County verleben muss, wollen Boo Radley zu Gesicht bekommen. Das ist der Sohn des Radley-Ehepaares, der seit Jahren das Haus nicht verlässt. Dieses gespentische Anwesen erweckt die Furcht und die Neugier der Kinder. Wie kann man ihn herauslocken? Dabei soll doch das Grundstück vergiftet sein. In einem Astloch finden sie Kaugummi und seltsame Figürchen, wer versteckt sie dort? Gleichzeitig ist der Vater von Scout und Jem in einen Prozess verwickelt. Es geht genau genommen um Inzest, der inzestuöse Vater jedoch beschuldigt einen Schwarzen, sich an seiner Tochter vergangen zu haben. Dieser Schwarze hat jedoch einen kaputten und gelähmten Arm, er kann es nicht gewesen sein. Atticus verteidigt beherzt den Schwarzen und zieht sich den Zorn von Bob Ewell, dem Asozialen des Dorfes und Ankläger zu. Aber können die Geschworenen tatsächlich einen Schwarzen für unschuldig erklären?
Bob Ewell wird vor Gericht lächerlich gemacht und schwört Rache....
Jeder dieser Handlunsstränge wird fortgeführt wie ein Arm des nahegelegenen Mississippi und fliesst doch wieder in den grossen Strom zurück. Die Gefühlswelt des 9 jährigen Mädchen ist darüber hinaus so zauberhaft und glaubhaft geschildert, eine echte Rose im Knopfloch eines Buches, für das ich dankbar bin. Ohne aufdringlich zu sein belehrt es den Leser sanft darüber, was Zivilcourage bedeutet, was Toleranz ist, was es heißt, mutig zu sein. Ich bin froh, dieses Werk entdeckt und gelesen zu haben, einen Pfeiler der Literatur des amerikanischen Südens. Immerhin ein Lichtblick bei den Top 50 von "DAS GROSSE LESEN"...
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lässt einen nicht mehr los, 30. März 2006
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört... (Taschenbuch)
Was ist ein gutes Buch? Eine Antwort ist sicherlich das Maß, in dem der Leser sich mit Handlung und Charakteren identifizieren und die dargestellten Emotionen mitfühlen kann. Bei "Wer die Nachtigall stört" ist diese vor allem die Wut über erlittenes Unrecht sowie die maßlose Ignoranz und Dummheit mancher Menschen, die den Leser packen und ihn auch lange nach Ende des Romans nicht loslassen.
Alabama 1935: Aus der Sicht der achtjährigen Scout erleben wir auf den ersten Seiten einen idyllischen Sommer im Süden der USA. Scout genießt mit ihrem vier Jahren älteren Bruder Jem und ihrem Freund Dill die Ferien. Mit ihrem Vater Atticus, ein erfolgreicher Anwalt, sowie der Haushälterin Cal, verleben sie eine sorglose Kindheit.
Das ändert sich schlagartig, als Atticus die Verteidigung des schwarzen Tom Robinson übernimmt, dem vorgeworfen wird, eine neunzehnjährige Weiße vergewaltigt zu haben. Nahezu jeder in der Bevölkerung des Dorfes reagiert mit Unverständnis und Hass, wie ein Weißer einen "Nigger" verteidigen kann. Im Verlauf des Prozesses beweist Atticus klipp und klar, dass Tom Robinson unschuldig ist. Doch welche Chance hat ein Schwarzer, der vor eine weiße Jury gestellt wird?
"Wer die Nachtigall stört" ist ein mitreißender Roman über Menschlichkeit und Gerechtigkeit in einem Sumpf aus Dummheit und Ignoranz. Aus dem Blickwinkel seiner Tochter erleben wir, wie Atticus einen aussichtslosen Kampf um das Leben des Angeklagten führt und dabei seinen Kindern eine Lehrstunde in Sachen Toleranz erteilt.
Eine unvergängliche Gestalt in der Literaturgeschichte ist der geheimnisvolle Arthur "Boo" Radley, der seit 25 Jahren sein Haus nicht verlassen hat. Doch wehe dem, der die Nachtigall stört...
Fazit: 30 Millionen Mal verkauft, Pulitzer Price gewonnen, mehrfach verfilmt. Ein absoluter Klassiker der Weltliteratur. "Wer die Nachtigall stört" gehört zu der handvoll von Romanen, die jeder gelesen haben sollte!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man verzeiht alles...., 17. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört... (Taschenbuch)
Habe dieses Buch aufgrund der sehr guten Rezensionen gelesen, und war am Anfang verwundert, wieso dieses Buch so gute Bewertungen bekommen hat, da sich für mich am Anfang der Inhalt immer wieder wiederholt hat. Aber ab Seite 100 hat das Buch einen Handlungsstrang aufgebaut, dass man mit der Handlung verschmolzen ist.
Bis zum Ende hat das Buch so wunderschöne Charaktere offenbart, das man am Ende des Buches fast weinen musste, als es zu Ende war, und man endlich die vollständigen Charakterzüge kennengelernt hat.
Man liest selten solche wunderschönen Gedankengänge, wie es Harper Lee geschafft hat, niederzuschreiben..Wenn man den Vater während des Prozesses kennenlernt, lernt man eine Person kennen, die so voller Liebe und Menschenvertrauen ist, dass man diese Person automatisch selbst mit seinem eigenen Vater vergleicht, und einem sofort irgendwie klar wird, wieso Eltern, ob Mutter oder Vater,im Kindesalter so reagiert haben,wenn man was angestellt hat und nach diesem Buch weiß man es......man verzeiht ihnen auch vieles, was im Gedächtnis von damals geblieben ist..!!
Für mich war dieses Buch ebenfalls eine große Bereicherung in Bezug auf Ehrlichkeit und Offenheit Kindern gegenüber.
Es ist ein Meisterwerk der Literatur...alleine deshalb, da man nach diesem Buch den Menschen ganz anders entgegentritt und sie betrachtet.....und am wichtigsten seine Mitmenschen respektiert!!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Highlight, 27. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Wir lernen das Leben in den Südstaaten der USA in der 30er Jahren durch die Augen der kleinen Jean Louise Fink (genannt "Scout") kennen. Sie und ihr Bruder Jem, der einge Jahre älter ist, erleben vor allem in den Sommerferien jede Menge Abenteuer. Ihr Vater Atticus ist Anwalt und erzieht seine Kinder weitgehend allein, da die Mutter früh verstarb. Die schwarze, gebildete Calpurnia ist nicht nur Haushaltshilfe und Köchin, sondern immer auch mahnendes Gewissen für die Kinder, die nur zu gerne über die Stränge schlagen. Die Kinder wachsen heran und wundern sich mehr und mehr über das seltsame Verhalten der Erwachsenen. Dies findet seinen Gipfel im Prozess um den Schwarzen Tom, der angeklagt wird, ein weißes Mädchen vergewaltigt zu haben. Atticus wird als Pflichtverteidiger berufen, doch er ist felsenfest von Toms Unschuld überzeugt, da er, im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen in Maycomb, frei von Ressentiments ist und den Menschen in Tom sieht, der für Atticus genauso viel wert ist wie ein Weißer. Mit sehr viel Mut, Toleranz, Weitsicht und Humor bewahrt er seine Kinder davor, genauso engstirnig, kleinkariert und dünkelhaft zu werden wie die meisten ihrer Mitmenschen.

Ein wunderbar warmherziges, kluges und stimmungsvolles Buch, das noch lange nachklingt. Oft musste ich schmunzeln über die vielen Fragen von Scout und Jem, die so wunderbar logisch und direkt sind - so können nur Kinder fragen! Es ist oft nicht einfach für die beiden, das Geschehen um sie herum zu verstehen, doch sie haben einen wirklich tollen Vater, der die beiden für voll nimmt und sie als ebenbürtig ansieht. Die beiden werden langsam erwachsen, und der Leser wird mit der Zeit immer mehr zum Kind. Mit einem Augenzwinkern beschreibt Harper Lee die spießbürgerlichen, bigotten, rassistischen Einwohner von Maycomb, und das durch die Augen einer Sechs- bis Achtjährigen ist eine wahre Freude!

An nur zwei Abenden habe ich "Wer die Nachtigall stört" ausgelesen und bin immernoch im Bann. Ein sehr bemerkenswertes Buch und für mich eines der Highlights des Jahres. Volle 5 Sterne!

Einer meiner Lieblingssätze aus diesem Buch ist übrigens:
"Nein, Jem, ich glaube, es gibt nur eine Art von Menschen. Einfach Menschen."
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Wer die Nachtigall stört...
Wer die Nachtigall stört... von Harper Lee (Taschenbuch - 3. November 1978)
EUR 9,99
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