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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Teil 2 der "Rabbit Tetralogie" mit viel Flower Power..., 9. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Astronautenmond (Taschenbuch)
Im zweiten Roman in John Updikes groß angelegter Rabbit Tetralogie erlebt der Leser Harry "Rabbit" Angstrom zehn Jahre nach der Friedhofszene am Ende von Hasenherz. Harry und Janice haben doch zusammengefunden, nutzen aber jede Gelegenheit, um dem Partner weh zu tun.

Dieser Roman spielt um die Zeit 1969/1970 und steht unter dem Einfluss von Vietnam, Flower-Power, Hippie-Kult und Afrolook. Er ist auch ein anklagendes Portrait seiner Zeit, dass sich indirekt gegen Rassismus und den Vietnamkrieg stellt, in dem John Updike seinen Harry "Rabbit" Angstrom um keinen Deut sympathischer agieren lässt als in "Hasenherz", ihn beziehungsgestört, politisch inkorrekt, mehr als leicht rassistisch angehaucht und sexuell irrational agieren lässt. Wie viel davon jetzt auf die Zeit zurückzuführen ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Literarisch funktioniert "Unter dem Astronautenmond" jedoch ziemlich gut.

Während das sowjetische Soius (Sojus) um die Erde kreist und die Amerikaner im All auf zielsicherer Entdeckungsreise sind, während Nixons Zeit im abklingen ist und Gerald Ford in den Startlöchern scharrt; ist Rabbits Sohn Nelson nun dreizehn Jahre alt und kleiner als seine Klassenkameraden, was ihm nicht gerade gut tut. Die Partnerschaft von Janice und Harry hat scheinbar jeglichen Reiz für beide verloren und als Harry spürt, dass Janice einen Liebhaber hat, gibt er kampflos auf und ermutigt sie, zu ihrem Liebhaber zu ziehen. Da in Janices neuer Umgebung nicht genug Platz für einen dreizehnjährigen Jungen ist, bleibt dieser bei Harry. Der gesundheitliche Verfall von Harrys Mutter begleitet das Geschehen.

Von einem schwarzen Kollegen in einen Nachtklub eingeladen, lernt er dort die junge (weiße) Jill kennen, ein aus reichem Elternhaus geflohenes Hippiemädchen. Nicht wirklich fasziniert von ihr, sondern vom schwarzen Mädchen Babe, nimmt er Jill mit nach Hause und bietet ihr ein an eine Kommune erinnernde Wohngemeinschaft an. Während Jill die beiden Angstrom Männer auf unterschiedliche Weise fasziniert, taucht eines Tages der Skeeter auf und mischt sich in das mittlerweile eingespielte Leben der drei ein. Skeeter ist schwarz, mit einem riesigen Afro versehen, handelt mit Drogen und wird von der Polizei gesucht.

Skeeter hat eine fast zentrale Funktion in "Unter dem Astronautenmond" (engl Original "Rabbit Redux"). Er ist einerseits quasi das Gewissen der beteiligten Weißen, sowie aller weißen Amerikaner per se. Andererseits verkörpert er so ziemlich alle zu der Zeit (und teilweise heute noch immer) üblichen Klischees über Afroamerikaner. Dadurch schafft sich Updike eine besondere Freiheit des Erzählens, die aufregend zu verfolgen ist.

Aber Zentrum des Geschehens in Rabbit Angstroms Haus ist Jill, die zu jedem der drei Männer eine ganz individuelle, immens wichtige Beziehung entwickelt. Während Harry wieder durch Entscheidungsunlust glänz und sich der getrennt lebenden Mutter von Nelsons Freund Billy Fosnacht zuwendet, passiert das Unglück. Eine Tragödie, die, mit zusätzlicher Hilfe von Rabbits Schwester, das Ehepaar Angstrom doch wieder zusammenbringt.

Der Roman "Unter dem Astronautenmond" ist ein bestechend präzises Portrait der amerikanischen Gesellschaft um 1969/1970 und ein literarisch großartiges Werk. "Rabbit" Angstrom ist nach nun schon zwei Büchern ein fast naher Bekannter und trotz nicht spärlich gesäter Momente des Entsetzens über sein Verhalten, seine Vulgarität und seine latent vorhandene Schlappschwanz-Attitüde eine großartige literarische Figur.

In der korrekten Reihenfolge gelesen, eine absolute Empfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Teil 2: Rabbit in Unruhe, 29. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Astronautenmond (Taschenbuch)
Wie kaum ein Zweiter versteht es John Updike, Personen und Zeitgeschehen miteinander zu verzahnen. In "Rabbit Redux", dem zweiten Band der "Rabbit"-Tetralogie, sind es die Hippiebewegung, der Vietnamkrieg und die Rassenunruhen zu Beginn der siebziger Jahre, die Harry "Rabbit" Angström bewegen.

Das Drama beginnt, als Rabbits Frau Janice fremdgeht. In seiner Kränkung ist Rabbit, ganz Mann, ganz Mensch, auf Verdrängung und Ausgleich aus. In einer zwielichtigen Bar lernt er ein junges Mädchen kennen, mit dem er ein Verhältnis beginnt. Als Jill ihn bittet, dem polizeilich gesuchten schwarzen Dealer Skeeter Unterschlupf zu bieten, willigt Rabbit ein - und das Unheil nimmt seinen Lauf. Gemeinsam nimmt man Drogen, kommt es zu sexuellen Exzessen, wird auch Rabbits Sohn Nelson in die Gelegenheits-WG hineingezogen. Am Ende verliert Rabbit nicht nur seine Frau, sondern auch seinen Job und sein Haus, das Nachbarn in Brand stecken.

Updike ist ein Meister darin, seine Charaktere plastisch und transparent zu zeichnen, ihre Gefühle und das komplizierte, teils auch widersprüchliche Geflecht zwischen ihnen darzustellen. Wut, Ärger, Eifersucht, Verunsicherung, Demütigung - all dem unterzieht er Rabbit und lässt den Leser daran teilhaben. Dabei wird es nie psychologisierend oder belehrend, sondern ist stets präsize und realistisch. Das macht Updike so gehaltvoll und zeitlos.

Die nächsten beiden Bände ("Rabbit is Rich" und "Rabbit at Rest") sind zwar noch besser, aber "Rabbit Redux" ist ein absolut lesenswerter Roman. Ich hätte viereinhalb Sterne gegeben, wenn es ginge.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rabbit im Vollrausch, 4. Januar 2005
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Astronautenmond (Taschenbuch)
John Updike, der große Mann der amerikanischen Gegenwartsliteratur, hat mit seiner Rabbit-Reihe einen der bemerkenswertesten „Fortsetzungsromane" in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen. Die Besonderheit dieser Reihe liegt unter anderem darin, dass jeder Roman in der Zeit entstanden ist, in der er spielt. Alle zehn Jahre wird eine Episode aus dem Leben der Hauptfigur Rabbit, Harry Angstrom, geschildert.
„Unter dem Astronautenmond" beschreibt eine Phase in der amerikanischen Geschichte, die einerseits geprägt ist durch Kennedys Vision, die Landung auf dem Mond (daher der Titel), andererseits durch eine der düstersten Kapitel US-amerikanischer Geschichte, dem Vietnam-Krieg.
Rabbit, ein konservativer Mittdreißiger, der beruflich und privat in Krisen steckt, flüchtet aus seiner stumpfen Welt in ein Abenteuer, das gekennzeichnet ist durch Drogen, Sex mit einer 18jährigen Abhängigen, Auseinandersetzungen mit einem Schwarzen, der sich selbst als die Wiedergeburt Christi sieht und das endet mit einer Katastrophe und Verlust. Im Kleinen setzt sich Rabbit mit den Dingen auseinander, mit denen sich die „Unvereinigten Staaten von Amerika" (so Skeeter, der selbsternannte Messias) und insbesondere der konservative Teil konfrontiert sieht: Rassenunruhen, Pazifismus, Säkularisierung.
Updike ließ sich 1970/71, als der Roman entstand, aus meiner Sicht ein bisschen zu viel von der Hippiewelle mitnehmen und übertreibt es im Mittelteil des Romans mit den geschilderten Eskapaden. Seine Schwester Mim, die gefallene Tochter seiner Eltern, trägt mit ihrem Auftritt ein Übriges bei. Mit ihr fallen die letzten konventionellen Schranken, die sich Rabbit in den ersten dreieinhalb Jahrzehnten seines Lebens aufgebaut hat.
Nichtsdestotrotz ist Updike ein Meister seines Fachs. Er versteht es eine Atmosphäre aufzubauen, die ihresgleichen sucht. „Unter dem Astronautenmond" kann nicht ganz mit den ersten Teil der Rabbit-Romane („Hasenherz") mithalten und erreicht den letzten Teil „Rabbit in Ruhe" bei weitem nicht. Dennoch: Als Teil der Reihe unverzichtbar. Ich kann jedem, der an amerikanischer Gegenwartsliteratur nur ein bisschen interessiert ist, nur empfehlen, sich an diese Reihe zu wagen. Große Literatur, die irgendwann doch noch mit dem Nobelpreis gewürdigt werden wird.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Harry und seine Clique, 6. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Astronautenmond (Taschenbuch)
Hatte man nach Hasenherz geglaubt, die Ehe zwischen Janice und Harry Angström sei endgültig gescheitert, erlebt man im zweiten Band der Rabbit-Saga, wie eine Ehe weiter existiert, in der die Abgestumpftheit und gegenseitige Abneigung dazu führt, daß man sich kleine und große Wunden zufügt. Gleichzeitig ist der Roman ein Sittengemälde der späten Sechziger, frühen Siebziger Jahre, suhlt Harry sich im privaten Drogenmißbrauch, wie in großspurigen politischen Ansichten über Vietnam und Rassenfragen, die er mit Jill und Skeeter ausdiskutiert. Ein Leben aus zweiter Hand, das knapp unter der Oberfläche nach Luft schnappt, das alles dem Fernseher entnimmt und selbst zur Konserve geworden ist.

Reden kann Harry Angström gut, mit Worten deckt er seine Schwächen zu. Dabei zieht die Frau aus, verliert er seinen Sohn, brennt sein Haus und doch bleiben die Angströms in der Mitte Amerikas haften. Eine nicht ganz so faszinierende Geschichte wie Hasenherz, aber in seiner stoischen Poesie beeindruckend.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Katastrophen-WG, 9. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Astronautenmond (Taschenbuch)
Der zweite Teil der Rabbit-Tetralogie spielt in den 60er bis 70er Jahren. Harry Angström ist zehn Jahre älter geworden und hat sich doch gar nicht verändert. Sein Wesen lässt sich mit den Vokabeln beziehungsgestört, entscheidungsunfähig und verantwortungslos beschreiben. Dabei ist er weiterhin hoch sensibel und das nicht nur für Gefühlssignale aus ihm selbst, sondern auch für solche, die von anderen kommen. Diese Gefühlswahrnehmungen steuern Harry. Er torkelt ohne Plan und ohne Ziel durch das Leben und stürzt dabei sich selber und andere Menschen von einer menschlichen Tragödie in die nächste ohne es eigentlich zu wollen.
Die bürgerlichen Gesellschaftskonventionen und Weltanschauungen (einschl. Rassismus, Kapitalismus, puritanische Religiosität, puritanischer Familiensinn) der frühen 60er Jahre Amerikas stoßen Harry ab und er findet sich auf einmal wieder in einer schicksalhaften WG mit einem kriminellen Farbigen, einem Drogen konsumierenden Flower-Power-Mädchen und seinem verzweifelten, einsamen 13jährigen Sohn. Seine alkoholabhängige Frau Janice hat sich bei ihrem Liebhaber vorübergehend abgesetzt. Harrys WG ist kein geplanter Angriff gegen die Gesellschaft, sondern mehr ein Zufallsprodukt, das auch als Verkettung unglücklicher Umstände verstanden werden kann und deswegen in einer Katastrophe und schrecklichen Tragödie enden muss.
Wie der erste Band der Rabbit-Tetralogie ist auch der zweite ein Zeitgemälde: diesmal die frühen 70er im Süden der USA. Seine literarische Größe besteht aber vor allem darin wie Updike das Psychogramm dieses Unsympathen zeichnet. Ich kann jeden verstehen, der das Buch nach wenigen Seiten aus Zorn über Harry in die Ecke wirft, weil das Buch eben Gefühle wachruft. Ich habe es dennoch gerne durchgelesen und fand es trotz der relativen Handlungsarmut spannend.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Katastrophen sprengen die Fesseln der Konvention, 8. September 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Astronautenmond (Taschenbuch)
John Updike's Antiheld Rabbit sei jede Katastrophe recht, um seine Fesseln zu sprengen, meint Stavros, der Geliebte von Rabbit's Frau Janice. John Updike und mit ihm Rabbit, der nur scheinbar durchschnittliche facettenreich Vielschichtige, ist wie schon in 'Hasenherz', dem ersten Teil der vier Rabbitromane, förmlich verliebt in Katastrophenszenarien. Er wirft seine Charaktere damit zurück auf ihren existentiellen Grund und beraubt sie nicht nur ihrer schützenden Kleider, sondern läßt sie sich auch ihrer engen, vorurteilsbeladenen, stereotypen Haltungen entledigen.
Rabbit von seiner Schwester Mim sehr passend als 'Lahmarsch' bezeichnet, verhält sich passiv. In seinem sich Treibenlassen, einer Mischung aus Aggression und Rache an seiner Frau, die ihn verließ, schlägt er alle Warnungen vor allem seitens seines sensiblen, aufmerksamen Sohnes Nelson in den Wind und steuert ohne Gegenwehr in einen infernalischen Abgrund.
Was dem Autor in 'Hasenherz' mit Brillianz gelungen ist, klingt in 'Unter dem Astronautenmond' zeitweise etwas zu laut und zu vordergründig schrill. Er mißbraucht seine atemberaubende Geschichte heftiger Liebesbeziehungen, indem er ihr Botschaften bezüglich Rassismus und Vietnam unterlegt. Das sprengt nicht nur den Rahmen, sondern wirkt auch aufdringlich und nimmt dem sonst so dichten Beziehungsgewebe seine Kraft.
Die Stärke dieses Buches liegt in seiner nachempfindbaren Körperlichkeit. Bei dieser Fülle an Sinnlichkeit gerät man ins Staunen. Es ist pures Leben in seiner ganzen menschlichen Ausdünstung, das uns da entgegensprudelt. Angesichts der Verheerungen, den blanken Wahnsinn vor Augen, wagt man als Leser nicht mehr an Versöhnung und Rettung zu denken. Aber John Updike läßt einen nicht in schwelenden Trümmern stehen. Im letzten Kapitel gibt er einem die Zeit all das Schreckliche zu verarbeiten und entläßt uns mit der Hoffnung auf ein besseres Danach.
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5.0 von 5 Sternen Buch, 12. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Astronautenmond (Taschenbuch)
Entspricht in vollem Umfang meiner Erwartung. werde diese Möglichkeit gute, interessante Bücher anzuschauen und zu kaufen allen meinen Freunden, Nachbarn und Verwandten empfehlen
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Unter dem Astronautenmond
Unter dem Astronautenmond von John Updike (Taschenbuch - 6. Januar 1978)
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