Kundenrezensionen


5 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

82 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales vom alten Magier V. Nabokov, 9. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Ada oder Das Verlangen: Aus den Annalen einer Familie (Taschenbuch)
Inspiriert, sexy, abgedreht! Dieses komplexe, von gebildeten Anspielungen und versteckten Scherzen überreiche Alterswerk von Nabokov handelt von der unmöglichen Liebe zwischen den hochbegabten Halbgeschwistern Ada und Van. Angesiedelt ist die Handlung in dem vorgeblich imaginärem Land Antiterra, das man jedoch unschwer als eine Art Collage aus dem vorrevolutionären, großbürgerlichen Russland und den heutigen USA erkennen kann - also die beiden "Heimatländer" des Exilanten Nabokov. Die beiden Hauptfiguren, die in ihrer monströsen geistigen Überlegenheit faszinierend, aber auch vereinzelt, unnahbar und amoralisch wirken, lieben ausser einander nur ihre hochspezialisierten Hobbies (wie die französische Poesie des 19. Jahrhunderts, russische Literatur, Insektenkunde, auf-den-Händen-Laufen etc.) Auf ihren Lebenswegen, hinterlassen sie daher, unverschuldet schuldig geworden, eine Spur der emotionalen Verwüstung in ihrer Familie und bei ihren Nächsten.
Dieses Buch funkelt und provoziert auf (fast) jeder Seite. Es erzeugt eine eigentümliche Stimmung von ektstatischer Hellsichtigkeit, wie der Halbschlaf an einem luftigen Sommertag in der Hängematte. Unglaublich gut geschrieben, voller überraschender Beobachtungen und Gedanken, wilder und abgründiger Erotik, und trotz aller erzählerischen Präzision anarchisch in seiner konsequenten Weigerung, die Figuren zu erklären oder gar zu verurteilen.
Vorsicht: das Lesetempo ist stark verlangsamt! Ständig ist man gezwungen, in den Anmerkungen zu blättern, um etwaige witzige Anspielungen, Wortspiele nicht zu verpassen. Kein Buch für Eilige, aber eines, das man NIE vergisst.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Durchbeißen oder Literatur als harte Arbeit, 22. August 2012
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ada oder Das Verlangen: Aus den Annalen einer Familie (Taschenbuch)
Zu den größten und vor allem einflussreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts zählt Vladimir Nabokov nach einschlägiger literaturwissenschaftlicher Ansicht. Seine "Lolita" hat ihn bis auf den heutigen Tag berühmt gemacht. Man kennt dieses Werk, auch wenn man es nicht gelesen hat. So wie ich bis jetzt. Überhaupt hatte ich noch keine Zeile von Nabokov gelesen, als ich den fast 20 Jahre in meinem Bücherregal stehenden, verstaubenden und vergilbenden Roman "Ada oder Das Verlangen" in die Hand und zur Lektüre nahm. Und auf was ich da stieß auf den ersten Seiten, ließ mich stante pede beinahe das Buch dorthin zurückstellen, wo es so lange verharrte. Doch ich biss mich durch.

Aus irgendeinem Grund versteifte (sic!) sich der in Russland in Aristokratenkreisen geborene, später in England, Deutschland, Frankreich und den USA lebende und schließlich in der Schweiz gestorbene Autor auf junge Mädchen als Sujets seines literarischen Schaffens. Ist doch die 12jährige Lolita eng verbunden mit seinem Ruhm und steht hier die anfangs ebenfalls 12 jährige Ada im Mittelpunkt des nicht selten Schamesröte hervorrufenden Geschehens. Sie und ihr zwei Jahre älterer Cousin Ivan, beide van Veens mit Nachnamen und hochbegabt, der eigentlich ihr Bruder ist, lernen sich auf dem Landsitz "Ardis Hall" von Adas Eltern kennen und lieben. Und zwar Ende des 19. Jahrhunderts, wie es die häufigen Datumsangaben und eine Familientafel glauben machen sollen. Allerdings hält sich Nabokov nicht streng an den gegebenen Rahmen dieser Zeit, sondern mischt spätere Erfindungen und auch Sprachgebräuche verschiedener Epochen. So beschreibt er beispielsweise moderne Verkehrsmittel, flicht Autoren ein, die noch gar nicht geschrieben haben konnten oder lässt Ada vom "mentalen Stress" reden, eine Bezeichnung, die erst in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts Einzug in den medizinisch-psychologischen Sprachgebrauch Einzug gehalten hat.

Der Autor begleitet die verbotene Liebe über einen Zeitraum von fast achtzig Jahren, lässt Van (von Ivan) die Geschichte erzählen, wenn auch über große Strecken nicht als Ich-Erzähler. Der Text ist durchzogen mit angeblichen Kommentaren sowohl von Van als auch von Ada, wie in einem Manuskript. Das allerdings ist die kleinere Schwierigkeit, die man als Leser überwinden muss, um überhaupt voranzukommen. Viel herausfordernder sind einerseits die Vermischung von Sprachen, vorrangig russisch und französisch und die Verwendung von unzähligen Kunstworten, die Nabokov aus den vielen Sprachen bildet, die er im Laufe seines Lebens gelernt und gesprochen hat. Außerdem verlegt er die Handlung in einen fiktiven Raum, eine erfundene Welt, der die USA mit Russland verschmilzt, erfindet Orte und Zeitgeschehen, schafft eine eigene Welt. Zudem sind in dem Roman hunderte, wenn nicht tausende von Anspielungen auf Personen und Handlungen von literarischen Werken enthalten, die sich mir mit den am Ende zu findenden Anmerkungen nur teilweise erschlossen und aufgeklärt haben. Und nicht zuletzt bindet Nabokov eine weitere seiner Tätigkeiten sehr stark ein, der er viel Raum gibt. Er war ein angesehener und publizierender Schmetterlingsforscher und überträgt sein Wissen hier vor allem auf die junge Ada, die sich ebenfalls mit dem Erforschen der Insektenwelt die Zeit vertreibt.

Mut zur Lücke musste ich vor allem auf den ersten hundert Seiten beweisen, im weiteren Verlauf gesteht Nabokov dem Leser auch einmal intellektuelle, wenn auch kurze Pausen zu. Alles in allem ein Roman, dessen Lesen in die Kategorie "harte Arbeit" fällt. Vergleichbar mit James Joyce oder auch Thomas Pynchon, mit dessen Werken ich mir ähnlich schwer tue und bislang nahezu erfolglos blieb. "Ada" ist gleichzeitig ein Experiment eines zum Abschluss des Romans immerhin schon siebzigjährigen Autors und dessen Lebenswerk. So besteht der vierte Teil (von fünfen) ausschließlich aus einer Art philosophischem Essay, der sich mit der Existenz beziehungsweise Nicht-Existenz von Raum und Zeit befasst, verpackt in eine Lesung Vans, der als Professor an einer Hochschule unterrichtet. Ein Scheitern erscheint mir bei diesem Buch wahrscheinlich, so dass eine Lektüre wohlüberlegt sein sollte. Andererseits spricht auch nichts gegen einen Versuch, steht am erfolgreichen Ende doch das gute Gefühl, Nabokov gelesen zu haben. Die Frage bleibt offen, ob heutzutage literarische Schilderungen wie hier zu finden, möglich wären, ohne dass sich ein Autor Vorwürfen und öffentlichen Diskussionen ausgesetzt sähe, vorausgesetzt die Hüter von Moral und Ehre läsen überhaupt einen solchen Roman.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


40 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wirklich wundervolles Buch., 1. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ada oder Das Verlangen: Aus den Annalen einer Familie (Taschenbuch)
Dieser Roman von Vladimir Vladimirovic Nabokov breitet vor einem eine der wundervollsten und beeindruckensten Liebesgeschichten der neueren Literatur aus. Keine schnelle, einfache Lektüre. Eine unglaublich tiefe, verzaubernde und facettenreiche Welt tut sich auf - ich liebe Nabokov. Dieses Buch hat das Zeug, einen in ungeahnten Maßen zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen - für immer.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nabokov: Ada, 23. Januar 2013
Von 
H. Tschaepe (Bad Harzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
im Vergleich zu den früheren Werken Nabokovs ein doch ins Abstruse gehendes Roman, vor allem seine Zeit-Raum-Spekulationen, die wohl eher als Ironie gelten sollen ( Heigegger ?, Einstein ?), auch die erotischen Neuauflagen aus dem sehr lesenwerten Ersten Buch in den folgenden sind eigentlich überflüssig.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nice, 19. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ada oder Das Verlangen: Aus den Annalen einer Familie (Taschenbuch)
Alles super! Lalala lala la la la =) *words left so bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla*
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Ada oder Das Verlangen: Aus den Annalen einer Familie
Ada oder Das Verlangen: Aus den Annalen einer Familie von Vladimir Nabokov (Taschenbuch - 7. Januar 1977)
EUR 11,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen