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106 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant, genial, furios, mit nichts zu toppen!!
"Wassermusik" reißt einfach nur vom Hocker - welch eine gewagte und unglaublich gelungene Tour de Force! Kaum eine Inhaltsangabe kann dem Buch gerecht werden, und doch ist die Komplexität von "Wassermusik" alles andere als verwirrend, sondern super fesselnd und unfassbar furios.

Im wesentlichen gibt es drei Schauplätze der Handlung: Westafrika,...
Veröffentlicht am 28. Juni 2006 von Miezekatze

versus
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viel Oberflaeche
Wenn man etwas ueber Afrika und die Afrikaner im 19.Jahrhundert erfahren will oder auch ueber die gefaehrlichen Expeditionen, die Europaer auf dem "Schwarzen Kontinent" unternahmen, sollte man lieber die Reisebeschreibungen von Mungo Park selbst lesen. Wozu ueberhaupt die romanhafte Nachdichtung und Umdichtung dieses Stoffes, aus dem doch Mungo Park selbst schon...
Veröffentlicht am 8. Mai 2010 von Tilo


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106 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant, genial, furios, mit nichts zu toppen!!, 28. Juni 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
"Wassermusik" reißt einfach nur vom Hocker - welch eine gewagte und unglaublich gelungene Tour de Force! Kaum eine Inhaltsangabe kann dem Buch gerecht werden, und doch ist die Komplexität von "Wassermusik" alles andere als verwirrend, sondern super fesselnd und unfassbar furios.

Im wesentlichen gibt es drei Schauplätze der Handlung: Westafrika, London und die schottischen Highlands Ende des 18. Jh. Ebenso gibt es drei wesentliche Protagonisten: den (historischen) Entdecker des Niger, Mungo Park, den Gauner aus der Londoner Gosse, Ned Rise, sowie Parks Verlobte, Ailie. Besonders die Handlungsstränge in Afrika und in London suchen ihresgleichen:

Afrika wird eindringlich als zutiefst fremder und feindseliger Kontinent geschildert, durch den Mungo Park mit viel Glück und kaum mit Verstand stolpert und dessen komplexe Regeln und überaus hohe Gefährlichkeit er als Europäer nicht begreift. Dass er nur aufgrund der überragenden Cleverness seines einheimischen Führers, des hochgebildeten Ex-Sklaven Johnson, seine erste Niger-Expedition überlebt, wird Mungo Park nie klar.

Boyles zweiter großer Handlungsstrang ist mindestens genauso gelungen: London ist Ende des 18. Jh. auf seine Weise fast genauso gefährlich wie das unerforschte Afrika, und der Leser begleitet Ned Rise auf der atemberaubenden Achterbahnfahrt seines Überlebenskampfes in der knallharten Unterwelt Londons. In schier unglaublichen Wendungen des Schicksals treffen Mungo Park und Ned Rise in Afrika aufeinander, und am Ende des Romans schließt sich verblüffend und virtuos der Kreis aller Schicksale.

Der beste Roman, den ich je gelesen hab, und ich hab wirklich schon viele gelesen. 10 Sterne.
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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und menschlich, 15. April 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
Boyle beschreibt die beiden Afrikareisen des Entdeckers Mungo Park Ende des 18. Jahrhunderts. Dabei schildert er das Afrika vor seiner vollständigen Kolonisierung so lebendig, bunt und abenteuerlich, daß es eine wahre Freude ist. Auch wenn die Härten der Reise, Krankheiten, Gefangenschaft, Kriege etc. sehr plastisch beschrieben sind, so bleibt die Geschichte doch immer getragen von einer schmunzelnden Heiterkeit, die sich unwillkürlich auf den Leser überträgt.

Eng verwoben ist die Geschichte von Mungo Park mit dem Schicksal des Londoner Trickbetrügers Ned Rise. Neben der Handlung um Ned Rise, die einem mit ihrer Geschwindigkeit und abenteuerlichen bis bizarren Einfallen zuweilen förmlich den Atem verschlägt, gibt uns Boyle dabei einen Einblick in das 'zivilisierte' Leben dieser Zeit. Ob einfache Menschen oder Adlige, Lebensumstände werden beschrieben, die oft so fremd anmuten wie das Leben auf einem anderen Planeten. Auch hier schreibt Boyle mit viel Verständnis für das menschliche. Gerade das Unvollkommene und nicht perfekte wird liebevoll und sympathisch beschrieben, man spürt förmlich, daß Boyle seine Figuren beim Schreiben geradezu geliebt haben muß. Und auch wenn die Schilderungen auch hier telweise recht hart sind, bleibt doch immer ein Augenzwinkern dabei.

Bis zur Begegnung Ned Rise' mit Mungo Park wechseln die Erzähstränge zwischen dem London des 18. Jhd und den Erlebnissen in Afrika. Die wechselnde Perspektive unterteilt die Geschichte in episodenhafte Kapitel, was Boyles Erzählstil sehr entgegenkommt und für Kurzweiligkeit sorgt.

Obwohl mit 700 Seiten ein recht dicker Schmöker, ist doch keine Seite langweilig oder überflüssig.

Für mich persönlich einer der besten Romane überhaupt.
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73 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atemberaubend!, 23. Januar 2004
Von 
basssopran - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
Dies ist zweifellos eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. In über 700 Seiten erzählt T.C. Boyle die Geschichte des Entdeckers und Afrikaforschers Mungo Park, der Ende des 18. Jahrhunderts den Niger bereiste. Gleichzeitig wird auch über das Leben eines an sich unbedeutenden Londoner Kleinkriminellen namens Ned Rise (der Name ist Programm) berichtet. Die Schicksale der beiden Personen sind miteinander verflochten, obwohl sie sich erst im letzten Lebensabschnitt begegnen sollen. Aber was für Leben! Der Autor nimmt sich die Zeit, auch die größeren Nebenrollen ausführlich zu erklären, und nach einer Weile kennt man die Personen wie nahe Verwandte. Die Protagonisten erleben Krankheit, Folter, Erniedrigung, Gefangenschaft und (beinahe, oder je nachdem) ihren Tod. In äußerst erbaulicher Weise. Der Erzählstil nötigt dem Leser Lachsalven ab, zum Beispiel das Rezept für gebackenes Kamel (reicht für 400 Personen). Die Sprache ist saftig und oft vulgär, immer sehr bildhaft und gespickt mit treffenden, haarsträubenden Vergleichen ("sie hatte eine Nase wie ein Gartengerät"). Ein großes Lob hier dem Übersetzer - der Mann versteht sein Handwerk!
Das blanke Entsetzen aber, das häufig durch die flotte Sprache lugt, lassen das Lachen gelegentlich im Hals steckenbleiben. Die zweite Niger-Expedition, die etwa im letzten Viertel des Buches beginnt, kennt dann nicht mehr viel Lustiges, sondern überwiegend existentiell Furchtbares. Ein immer kleiner werdender Trupp schlägt sich unter grausamsten Bedingungen durch, und die unbekümmerte Zuversicht der Sprache weicht einem beeindruckenden Naturalismus. Auch die seelischen Qualen der daheimgebliebenen, wartenden Ehefrau Parks werden sehr eindringlich geschildert.
Es ist sehr schwer, diesem opulenten Werk in wenigen Worten gerecht zu werden. Lest unbedingt selbst!
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergesslich!, 31. Mai 2004
Von 
Michael Mühlmann (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
Vorsicht: Dies ist ein Buch, das Sie so schnell nicht aus der Hand legen geschweige denn vergessen können! Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und sagen, dass dies eins der besten Bücher ist, das ich je gelesen habe!
TC Boyle ist hier ein Klassiker gelungen, der vor schillernden Figuren, liebevollen Details, haarsträubenden Wendungen und sowohl urkomischen als auch tragischen Geschehnissen nur so wimmelt.
Die Geschichte spielt Ende des 18. Jahrhunderts. Geschildert werden mehrere parallel laufende Handlungsstränge.
Im Mittelpunkt steht zum einen der junge, dynamische und furchtlose (wenn auch etwas naive) Engländer Mungo Park, dem der damals aufkommende Wissensdurst und Forscherdrang aus jeder Pore quillt und dessen Traum die Erforschung Afrikas, vor allem des Nils bis zu seiner südlichen Mündung ist.
Die zweite Hauptfigur besteht in Ned Rise, einem wahren (Über)Lebenskünstler, dessen Leben ein derartiges Auf und Ab ist, dass er selbst vom „Ned Rise Effekt" spricht: Wenn's gut läuft, wird bald irgend etwas furchtbar schief laufen! Und das tut es dann auch...
Die Lebenswege der beiden kreuzen sich schließlich bei einer Afrikaexpedition.
Dazu kommen unzählige faszinierende Nebencharaktere. So etwa Mungos Frau, die sowohl mit seiner ständigen Abwesenheit als auch einem obskuren Verehrer fertig werden muss, desweiteren Mungos treuer Diener, Freund und Lebensretter Johnson, ein „Wilder", der sich häufig als der zivilisierteste der gesamten Geschichte entpuppt, natürlich sein scheinbar unüberwindlicher Todfeind Dassoud, außerdem Neds große Liebe, das Mädchen Fanny, und viele weitere. Auch die Nebenfiguren werden oft durch kurze (oder auch längere) Einwürfe genauer vorgestellt und eingeführt, so dass die Geschichte unfassbar vielschichtig wird.
Die sprachliche Gestaltung sucht ihresgleichen. Die Schilderungen sowohl der Metropole London mit ihren stinkenden und schmutzigen Gassen und unglaublich ärmlichen Lebensbe-dingungen als auch der afrikanischen Landschaft ist derartig blumig, lebenstrotzend und anschaulich, dass man sich wirklich in die Szenerie hineinversetzt fühlt. Afrika erscheint hier alles andere als idyllisch, sondern gefährlich, wie eine lauernde, ungezähmte Bestie, die nur darauf wartet, den unbedarften Europäer, der sich der „Wildnis" überlegen glaubt, zu verschlingen.
Dazu kommt die Sprache der unterschiedlichen Akteure. TC Boyle lässt z.B. die primitive Sprache der armen Londoner Bevölkerung voll zum Tragen kommen („Das is'n Kleid aus Wollsateng!") Im englischen Original dürften diese Feinheiten natürlich noch deutlicher werden.
Ein übriges tut TC Boyles unfassbar trockener Humor, mit dem er lakonisch seine irrwitzigen Situationen würzt („Die Beduinen nahmen ihn gefangen und pflockten ihn auf einer Düne fest. Wo er dann starb.")
Die vielen Figuren und ihre Schicksale werden so eindringlich ausgebreitet, dass das Buch noch lange nachwirkt.
Ein unglaublich fesselndes Werk, das in keiner Sammlung fehlen sollte!
Unbedingte Kaufempfehlung!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein absolutes Lieblingshörbuch, 9. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik: Das Hörspiel (Audio CD)
Zum Inhalt des Romans wurden ja schon alles gesagt: Es geht um eine sehr farbige und unterhaltsame Vermischung des Lebens eines Strolches und Taugenichts mit dem eines Afrikareisenden, der von Boyle meist liebevoll-höhnisch als "Der Entdeckungsreisende" bezeichnet wird.

Die durch die Bank humorvoll und anschaulich beschriebenen Protagonisten irren munter von Abenteuer zu Abenteuer - der eine auf der Flucht vor Justiz und Spießgesellen, der andere auf der Flucht vor dem grauen Alltag. Beide weisen schlitzohrige Züge auf, kommen aber im Großen und Ganzen trotz ihrer Fehler sympathisch rüber. Insgesamt witzig, exotisch und spannend, eine schöne Mischung, die viel Spaß macht.

Speziell zum Hörbuch muß ich sagen, daß ich noch nie ein derart munteres, fast übermütiges Stück auf CD gehört habe: Es ist weniger ein reines Vorlesen des Textes wie bei so vielen anderen Hörbüchern, mehr ein temperamentvolles Hörspiel, in dem die Dialoge spritzig und das Geschehen lebendig rüberkommen. Die Vielzahl der verschiedenen Sprecher, die äußerst gelungenen Geräusche sowie die vereinzelt eingespielte Hintergrundmusik tragen zur enormen Vitalität des Werks bei, das in keiner Sekunde langweilig wird.

Innsgesamt also eine tolle Version eines ohnehin schon gelungenen Buches - sehr zu empfehlen!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1800 auf der Suche nach dem Niger - eine teuflische Reise, 17. Mai 2006
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik: Das Hörspiel (Audio CD)
Ein ungewöhnliches Hörbuch, rasant, mitreißend und davon spülend. Der Autor T. C. Boyle gibt mit seinem Hörbuch Wassermusik einen Stoff dem Hörer zu verdauen, welches fast unmöglich erscheint. Dieser sehr krasse Stoff, welcher um die Jahre 1800 herum in England und Afrika spielt, zeigt zwei Schicksale, verwoben und doch getrennt.

Die beiden Hauptakteure Ned Rise und Mungo Park durchleben auf diesen 4 CDs Abenteuer und Schrecken, wie sie nur die Zeit schreiben kann. Der eine (Mungo Park) macht sich auf die Suche nach dem Flusslauf des Niger - eine aufreibende und zuweilen tödliche Angelegenheit, wie der Verlauf zeigt. Insbesondere dann, da Mungo Park nicht gerade zu den hellsten seiner Spezies gehört.

Ned Rise ist ein ganz anderes Kaliber, verschlagen, hinterhältig und doch zum Überleben geboren, schlittert er von einer Katastrophe in die Nächste. Diebstahl, Betrügereien, Leichenfledderei und Mord sind die Beimischungen seines Lebens. Ihm zu folgen bedeutet eine ständige Achterbahnfahrt.

Beide Handlungsstränge berühren sich leicht und es macht zuweilen richtig Spaß wie als Voyeur den beiden zu folgen und zu erleben was diese erleben. Diese originelle Geschichte zieht ihre Spannung insbesondere aus dem Umstand, das Afrika schon immer faszinierend auf die Europäer gewirkt hat und das eine kriminelle Lebensgeschichte genauso faszinierend bis fröstelnd auf den jeweiligen Betrachter wirkt. Das Leben um das 1800 in London war gewiss kein Zuckerschlecken.

Die CDs haben mich sehr überzeugt, ein außergewöhnliches Hörvergnügen in Händen zu halten. So ungewöhnlich der Stoff ist, in seiner Mischung aus Reisebericht und Zustandsbereicht (London um 1800) erreicht er eine dauerhafte Spannung, welche sich bis in dramatische Spitzen steigert. Der Umsetzung über die Sprecher Thomas Fritsch, Udo Schenk, Anna Thalbach, u.v.a. sei hiermit ebenfalls gedankt.

Sehr empfehlenswert, als Hörspiel ein echtes Geschenk an die Ohren.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Afrika, ick' hör dir trapsen, 7. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
Es passte. Ich kam gerade aus Tansania nach guten zwei Jahren zurück. Alles war noch geprägt vom Leben mitten unter eimem Mix von Schiiten, Pakistani, Masai, Indern. Ein befreundeter Arzt aus Sri Lanka hatte mir den Tip gegeben. "Du mußt..." sagte er, "sonst fehlt Dir ein wunderbares Buch." Was war ich berauscht. Wassermusik ist großes Orchester, ist ein fünf Gänge Menue, ein tagelanger Sonnenaufgang. Wer phantasievoll Geschriebenes im Kopf umsetzen kann, braucht ab und zu ein Pause. "Was der Man wohl vorher geraucht haben muss?" fragte mich grinsend die Buchhändlerin. Daher sei Boyle auch verziehen, hie und da mal etwas flach zu wirken. Es tut dem Gesamtbild keinen Abbruch.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super!, 31. Mai 2004
Von 
Michael Mühlmann (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik (Taschenbuch)
Vorsicht: Dies ist ein Buch, das Sie so schnell nicht aus der Hand legen geschweige denn vergessen können! Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und sagen, dass dies eins der besten Bücher ist, das ich je gelesen habe!
TC Boyle ist hier ein Klassiker gelungen, der vor schillernden Figuren, liebevollen Details, haarsträubenden Wendungen und sowohl urkomischen als auch tragischen Geschehnissen nur so wimmelt.
Die Geschichte spielt Ende des 18. Jahrhunderts. Geschildert werden mehrere parallel laufende Handlungsstränge.
Im Mittelpunkt steht zum einen der junge, dynamische und furchtlose (wenn auch etwas naive) Engländer Mungo Park, dem der damals aufkommende Wissensdurst und Forscherdrang aus jeder Pore quillt und dessen Traum die Erforschung Afrikas, vor allem des Nils bis zu seiner südlichen Mündung ist.
Die zweite Hauptfigur besteht in Ned Rise, einem wahren (Über)Lebenskünstler, dessen Leben ein derartiges Auf und Ab ist, dass er selbst vom „Ned Rise Effekt" spricht: Wenn's gut läuft, wird bald irgend etwas furchtbar schief laufen! Und das tut es dann auch...
Die Lebenswege der beiden kreuzen sich schließlich bei einer Afrikaexpedition.
Dazu kommen unzählige faszinierende Nebencharaktere. So etwa Mungos Frau, die sowohl mit seiner ständigen Abwesenheit als auch einem obskuren Verehrer fertig werden muss, desweiteren Mungos treuer Diener, Freund und Lebensretter Johnson, ein „Wilder", der sich häufig als der zivilisierteste der gesamten Geschichte entpuppt, natürlich sein scheinbar unüberwindlicher Todfeind Dassoud, außerdem Neds große Liebe, das Mädchen Fanny, und viele weitere. Auch die Nebenfiguren werden oft durch kurze (oder auch längere) Einwürfe genauer vorgestellt und eingeführt, so dass die Geschichte unfassbar vielschichtig wird.
Die sprachliche Gestaltung sucht ihresgleichen. Die Schilderungen sowohl der Metropole London mit ihren stinkenden und schmutzigen Gassen und unglaublich ärmlichen Lebensbe-dingungen als auch der afrikanischen Landschaft ist derartig blumig, lebenstrotzend und anschaulich, dass man sich wirklich in die Szenerie hineinversetzt fühlt. Afrika erscheint hier alles andere als idyllisch, sondern gefährlich, wie eine lauernde, ungezähmte Bestie, die nur darauf wartet, den unbedarften Europäer, der sich der „Wildnis" überlegen glaubt, zu verschlingen.
Dazu kommt die Sprache der unterschiedlichen Akteure. TC Boyle lässt z.B. die primitive Sprache der armen Londoner Bevölkerung voll zum Tragen kommen („Das is'n Kleid aus Wollsateng!") Im englischen Original dürften diese Feinheiten natürlich noch deutlicher werden.
Ein übriges tut TC Boyles unfassbar trockener Humor, mit dem er lakonisch seine irrwitzigen Situationen würzt („Die Beduinen nahmen ihn gefangen und pflockten ihn auf einer Düne fest. Wo er dann starb.")
Die vielen Figuren und ihre Schicksale werden so eindringlich ausgebreitet, dass das Buch noch lange nachwirkt.
Ein unglaublich fesselndes Werk, das in keiner Sammlung fehlen sollte!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieviel Leid erträgt ein Mensch?, 13. Januar 2006
Von 
H. Vogel (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
Wer eine Antwort auf diese Frage sucht, wird sie in T.C. Boyles Roman Wassermusik finden. Geschickt verwebt Boyles in seinem frühen Werk zwei Erzählstränge. Zum einen die Abenteuer des schottischen Arztes und Entdeckungsreisenden Mungo Park in Westafrika bei der Erkundung des Niger und zum anderen den wahnwitzigen Überlebenskampf des unterpriviligierten Ned Rise im brodelnden London des ausgehenden 18. Jahrhunderts.
Während Mungo Park, gebildet und aus geordneten schottischen Verhältnissen die Grenzen des Daseins freiwillig und aus purer Abenteurlust in den unbekannten Tiefen des afrikanischen Nigerbeckens auslotet und dadurch zum gefeierten Helden der Londoner Society wird, muss Ned Rise seit frühester Kindheit schlimmste Qualen, Demütigungen, Verstümmelungen und den ganzen Katalog an menschlichen Grausamkeiten erdulden, den das Georgianische England für seine Unterschicht bereithält. Kraftvoll, eindringlich und mit bestechender Präzision und Wortwahl beschreibt T.C. Boyle das Leben der beiden Protagonisten und nimmt den Leser gefangen in einer exotischen Welt voller Widrigkeiten, Sehnsüchte, Räusche, Krankheiten, Agonien und aberwitzigen Wendungen und Überraschungen.
Natürlich ist Wassermusik in erster Linie ein echter Schmöker, eine "unendliche Schnurre", wie Fritz J. Raddatz in der "Zeit" schrieb. Ein Buch, das einen schnell in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt, bis man die letzte Seite umgeschlagen hat. Ich denke aber es ist mehr als nur guter Lesestoff für kurzweilige Leseabende. Boyle hat erstklassig recherchiert, versteht es auf glänzende Art Stimmungen, menschliche Qualen, soziale Mißstände und exotische Welten zu beschreiben. Afrikanischer Dschungel und Londoner Unterwelt unterscheiden sich kaum noch und fordern dem Entdecker Mungo Park, wie dem Ganoven und Überlebenskünstler Ned Rise gleichermaßen das Äußerste ab. Eine irrwitzige Geschichte, die dem Leser viel über das Leben, die Einsamkeit, die Liebe, den Erfolg, Krankheiten und Verderben - kurzum über all die Irrungen und Wirrungen des menschlichen Daseins vor zweihundert Jahren erzählt und dabei über die ganzen 560 Seiten hinweg einen nervenaufreibenden Spannungsbogen aufrecht erhält. Ein Buch nicht unbedingt für zartbesaitete Seelen und Freunde von Romantik und Kuschelliteratur. Dennoch, ich empfehle das Buch unbedingt, nicht zuletzt auch wegen der hervorragenden Übersetzung durch Werner Richter. Es gehört zu den besten Romanen, die ich bislang gelesen habe und macht mich neugiereig auf weitere Werke des amerikanischen Kultautors.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen +++ V O R S I C H T ! ! ! +++, 27. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. (Broschiert)
T. Coraghessan Boyles Worte haben hypnotische wie suggestive Kräfte.
Die äußeren und inneren Welten der Charaktäre in Boyles Roman werden fühlbar, riechbar, schmeckbar, als würde Einen das Buch einsaugen. Die einzelnen Protagonisten wurden für mich so plastisch (manche von ihnen auch ge/wichtig), als würde ich jeden Einzelnen persönlich kennen, ihn lieben, hassen oder fürchten. Diese intensive Beziehung ist äußerst anregend, kann hie und da aber schon mal zu Beklemmungen führen. Doch genau dann, wenn ein harter Bissen droht, im Halse steckenzubleiben, gibt es was Klares zum runterspülen, trocken wie ein guter Wiskey: Boyles unverschämt schwarzer Humor!
Selbst, wenn ich wollte, hätte ich das Werk nicht für mehrere Tage in die Ecke schmeißen können, denn sonst wäre ich wahnsinnig geworden!
ES IST EINFACH UNGLAUBLICH SPANNEND!
Den geschichtlichen Hintergrund, der Entdeckung einer uns Nichtbewohnern bis Ende des 18. Jhdt. unbekannten Welt- das "Reisen ins Innerste Afrika" durch Mungo Park- benutzt Boyle als Hintergrund für ein Netz weithin fiktiver Ereignisse, nach und nach zu einem Ganzen gewoben, und zur Entdeckung (Entlarvung?) ganz anderer Welten- zu finden in den Tiefen der menschlichen Seele.
Ein äußest unverschämtes Buch zum Totlachen, heimlich Weinen, Hoffen, Verzweifeln, Hassen, Jubeln... und -ähäm- dunkle Seiten in einem selbst entdecken...
Lest es! Ihr werdet nicht anders können. >:-))
Und horcht auch den leisen Melodien zwischen den Paukenschlägen. Sie sind voller Zärtlichkeit.
P.s.: Hurrah!!! T. C. Boyle kommt am 17.05.05 nach Hamburg und liest zusammen mit J. J. Liefers, seiner deutsche Stimme ;-) aus seinem aktuellen Buch "Dr. Sex)
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Wassermusik. Roman
Wassermusik. Roman von T. Coraghessan Boyle (Taschenbuch - 2. Juli 1990)
Gebraucht & neu ab: EUR 3,26
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