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160 von 171 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neu übersetzt
"The Catcher in the Rye" aus dem Jahr 1951 ist ein absolutes Kultbuch. Das hat nicht nur mit dem Buch selbst zu tun, sondern auch mit J. D. Salinger, der um seine Person ein grosses Geheimnis macht und folglich ein grosser Unbekannter ist. Auch ist sein Werk äusserst schmal. Der Fänger im Roggen war lange in der Übersetzung von Muelon/Böll (1954/62)...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2004 von zueribueb

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen So what?
Ein Buch, das als Klassiker und Weltliteratur und sonstwas gilt, und das mir vor allem von älteren Herrschaften, Lehrern und anderen Wissensvermittlern empfohlen wurde – und mit dem ich dennoch nie warm wurde.

Holden ist ein durch und durch langweiliger und banaler Charakter, der mir nichts zu sagen hat, dessen Gedankengänge ich belanglos und...
Vor 6 Monaten von berenstein veröffentlicht


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn Dinge der Veränderung unterworfen sind, was kann der Mensch dann mit Gewissheit von ihnen erkennen?" (J. Duns Scotus), 24. Oktober 2010
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
"Der unreife Mensch kennzeichnet sich dadurch aus, dass er edel für eine Sache
sterben will, der reife dadurch, der er bescheiden für eine leben will."
(Jerome David Salinger)

In dieser Reihe von Goethe, Wedekind, Musil, Robert Walser, hier Salinger und neuerdings Teller liest man über die Dinge, die in der Adoleszens das Erwachen deutlich machen, um Brücken zu bauen, von der Kindheit in das Erwachsenenlager und seiner erhofften Klarheiten. Getrieben von all dem unerwartet Neuen, dem Unerklärten und den unbekannt motivierenden Hormonaktivitäten ist jeder der Protagonisten auf der Suche nach sich, nach seiner Bedeutung, nach seiner Identität. Aufkeimende Sexualität verlangt das Äußerste und gerade diese Zeit ist die, die den Zweifel nährt, der Angst Vorschub gibt und die Idee des Scheiterns gebiert. Ob wir über den Werther, Törleß oder Jakob sprechen, es sind in der Tendenz die gleichen Fragen und es ist die Suche nach den bestimmenden Antworten.

Der 16jährige Holden Caulfield ist die Hauptfigur in J.D. Salingers (1919-2010) Kultbuch, welches nun vorliegt in dieser Übersetzung. Wie der Ursprungstext es vormacht, ist auch diese Übersetzung in einer direkten jugendbetonten Umgangssprache verfasst, lässig und cool sollen die Zeilen daher kommen und sie unterstützen die Vorstellung von Holdens Coolness und zeigen seinen Idiolekt. Salinger geht nicht behutsam vor. Gleich zu Anfang wird deutlich gemacht, dass Holden berichtet, nachdem er aus dem vorherigen Leben hat aussteigen müssen, um sich ruhig zu stellen. Der Schluß, dass er aus einer Therapie berichtet, liegt nahe und wird am Ende bestätigt. Es sind drei Tage vor einem Weihnachtsfest, von denen Holden über sich und seinen Lebensabschnitt berichtet. Drei Tage, die mit dem Scheitern an einer Schule - einem wiederholten Scheitern - beginnen und enden mit den Wünschen nach Flucht aus einem Versteck, dass dieses New York in der Zeit des Vagabundierens nun mal war. Sich nicht den Eltern zu früh zeigen, wohl aber seiner Schwester, den Freunden und gar machen alten Lehrern ist sein Ansinnen. Denn in seiner Streunerzeit wird Holden deutlich, dass er Hilfe zu brauchen scheint. Zwischen dem Vorurteil: "ich bin der einzige Dumme in der Familie", den Vergleich zur klugen und bezauberten Schwester und seinem Bruder als Schriftsteller scheint er zu verlieren, insbesondere scheint seine Coolness zu schwinden, die doch alles Unsägliche verdecken soll. Ihm "war danach, aus dem Fenster zu springen", abzuhauen mit der guten Sally, die er dann aber nicht einmal nach Hause bringen konnte. Jeder ungeschickte Umgang mit den Mädchen war in ihm und seiner Unsicherheit. "Ich bin wahnsinnig", so sein Resümee über sich.

Mr. Antolini war ein alter Lehrer. Ihm jedoch vertraute er sich an und dessen Hilfe, eine Weisheit auf ein kleines Blatt (s.o.) geschrieben, steckte er ein. Holden konnte zu diesem Lehrer gehen, weil er schon intuitiv wusste, dass er ihn erwarten würde. Ihm war er nahe, weil er etwas erhoffte für sein Leben.

Dass er nachts "träumte", er sei verantwortlich für die Kleinen, die am Abgrund im Roggen spielten, er als Fänger im Roggen (Burns: Should a body meet [catch] a body) habe dafür zu sorgen, dass nichts passiert. Er sah seine Verantwortung für sich, dass Erkennen, Erwachsen sein, heißt Verantwortung zu übernehmen, keimt in ihm. So ist es auch mit der Sexualität. Der Lied zum Titel, eine Anverwandlung aus einem Gedicht von Robert Burns, macht es deutlich: O, Jenney's a'weet poor body, / Jenny's seldom dry; / She draigl't a' her petticoattie / Comin thro' the rye. Holden steht an der Klippe, am Abgrund, will aber noch nicht seine Unschuld verlieren. Der Schritt in die Welt der Erwachsenen steht aber unmittelbar an.

Salingers Buch kann man als Gesellschaftskritik lesen. Doch vielmehr ist es ein Entwicklungsroman. Hier erkennt man deutlich, dass der junge Holden trotz aller gespürten Jungenhaftigkeit eine Entwicklung durchmacht, die ihn von der Gesinnungshaltung der Jugend hin zur Verantwortungshaltung des Erwachsenen führt. Dass seine kleine Schwester ihm dabei hilft, zeigt auch, dass Familie bindend ist, hilfreich ist und man nicht vor ihr weglaufen muss.

Wegen der oft übertrieben vulgären Sprache wurde das Buch, erschienen im Jahre 1951, häufig verbannt. Diese Gründe gibt es heute nicht mehr. Es bleibt ein Kultbuch und der Rezensent meint, es ist auch ein Buch, was im fortgeschrittenen Alter lesenswert bleibt. Holdens letzte Worte beginnen mit: "So. Mehr erzähle ich euch nicht."
~~
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wunderbares Buch, 8. Januar 2014
Von 
Pitje Puck (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Was soll ich sagen, dies ist einfach ein tolles Buch über einen jungen Menschen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Holden Caulfield hat immer eine Meinung parat und ein schnelles Urteil gefällt. Das macht ihn auf den ersten Eindruck nicht gerade sympatisch, aber dennoch schliesst man ihn ins Herz weil er einfach gnadenlos ehrlich und direkt ist. Kein Held, sondern jemand wie du und ich, der der Welt nicht ausgereift und abgeklärt begegnet (auch wenn er das selber glaubt),sondern mit jugendlichem Trotz, einer gewissen Naivität und einer Antipathie gegenüber Erwachsenen, die er grundsätzlich der Oberflächlichkeit verdächtigt. Das Schöne ist daran, dass er dennoch oft reflektiert, mit coolen Vergleichen und Anekdoten daherkommt und sich selbst auch kritisch sieht und nicht selten seine sensible Seite aufblitzen lässt. Geschrieben in einer wunderbaren Sprache,die mich viele Male zum Schmunzeln gebracht hat und auch einige Male fast zum Weinen. Die Schlusszenen mit Phoebe sind einfach nur schön. Sicherlich kein Buch für Leute, die nur geradeaus denken können, eine Heldengeschichte suchen, oder sich mit der Hauptfigur identifizieren müssen damit das Buch gefällt, sondern für Leute, die einen Sinn dafür haben, dass manche unter uns nicht immer den geraden, "korrekten" Weg im Leben gehen können oder wollen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch aktuell, die Orientierungslosigkeit des Erwachsenwerdens und des Seins, 30. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Ich weiß nicht, ob ich Holden Caulfield auf Anhieb mochte, ich glaube ich habe das Buch einmal angefangen, als ich noch zu jung dafür war, vielleicht mit 12, später, mit 18 fand ich es großartig. Holden fängt einfach mit allen coolen und abgeklärten Sprüchen die Verlorenheit seines Alters ein,das nicht weiß, wo es hingehört. In manchen Hinsicht ist er eine Satre-artige Figur, die sich treiben lässt und ohne Orientierung ins Leben stolpert, auf der Suche nach Gefühl und Emotion. Ein Teil des Grundes ist vielleicht auch das Geheimnis, das um sein Leben rangt. Schließlich ist dies sein einziger Roman, danach zog er sich völlig zurück und eigentlich verloren sich danach die Rezensenten im Erstellen von Psychogrammen des Autors, der genau das hasste und sich daraufhin noch mehr zurückzog.

Ein absolut lesenswertes Buch, wobei ich die anderen Bücher und Kurzgeschichten des Autors teilweise noch besser finde.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unentschlossen, 4. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Die Geschichte eines jungen Mannes in der schwierigsten Zeit seines Lebens, der Pubertät. Zweifellos ein Thema für seitenweise spannenden, erschreckenden, amüsanten Lesestoff. Aber so richtig sicher bin ich mir nicht, was ich von dem Buch halten soll. Also vom Alter her bin ich nicht allzu weit von der Pubertät entfernt aber irgendwie konnte ich mich nicht richtig in die Hauptperson hineinversetzen. Mit der verwendeten Sprache hatte ich anfangs meine Probleme und irgendwie hat das Buch für mich auch keinen richtigen Höhepunkt. Mir hat es nicht gefallen und alles in allem würde ich es eigentlich auch nicht weiterempfehlen, außer vielleicht an junge Männer in der Pubertät. Die könnten damit vielleicht was anfangen.

Mein Interesse an diesem Roman wurde eigentlich nur geweckt, weil soviel "berühmte" Attentäter dieses Buch bei ihren Taten bei sich trugen (z.B. bei J.Lennon, R. Reagan,etc.) und es auch in dem Film "Fletchers Visionen" auftaucht. Ich wollte wissen ob sich beim Lesen irgendwie ein Zusammenhang entwickelt. Das war für mich das einzige Interessante an dem Buch. Deshalb 2 Sterne.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kritischer Blick hinter die Kulissen, 21. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Holden Caulfield, der Protagonist und Erzähler in J. D. Salingers "Der Fänger im Roggen", von etlichen Schulen geflogen und auch sonst kein Musterknabe - doch nicht, weil er nichts versteht, sondern eben weil er versteht.

Konsequent reflektiert er sich selbst und die Gesellschaft, durchbricht die verlogene Oberflächlichkeit und enttarnt sie als Heuchelei. Angewidert von eben dieser, findet er sich nicht zurecht in der Gesellschaft, findet seinen Platz nicht, oder besser: ist nicht bereit irgend eine konventionelle Position einzunehmen und fürchtet sich davor, es früher oder später doch tun zu müssen, fürchtet sich davor, früher oder später selbst zu einem dieser Heuchler zu werden. Flucht scheint ihm der einzige Ausweg; weit weg, fort von dieser Affektiertheit. Und einen Beruf für sich hat er auch schon im Auge: Ein "Fänger im Roggen" will er werden, die Kinder zu schützen vor ihrem potentiellen Heuchlertum...

Eine wirklich schöne, vielleicht auch lehrreiche Erzählung, die im Plauderton daherkommt und sich flüssig und mit Freude lesen lässt. Empfehlenswert!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hoher Anspruch, 10. Juni 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Gut ist nur, wer selbstlos hilft. Schlecht ist die grosse Mehrheit, die egozentrisch und verlogen ein fehlerhaftes, verachtenswertes Ideal verfolgt. So einen entschiedenen, existentiellen, separierenden und hohen Anspruch hält nur ein Jugendlicher in seiner Revolte durch. Erst ganz am Schluss entdeckt der Protagonist, dass es befriedigend ist, nachzugeben, sich um eine Beziehung zu bemühen.

Kann es interessant sein, einem Halbwüchsigen drei Tage und Nächte zu folgen? Nicht a priori, aber bei Salinger schon. Natürlich erleichtert die Lektüre, dass wir alle, zumindest alle, die das Geschlecht des Protagonisten teilen, diese Lebensphase mit diesen Aspekten kennen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Die Hölle, das sind die andern", 17. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Salinger erzählt. Aber es scheint, als erzähle jemand Anderer. Ein nordamerikanischer Jugendlicher namens Holden Caulfield scheint zu erzählen. Dieser sechzehnjährige Schüler richtet sich mit seiner von übelen Worten durchsetzten rücksichtslosen Sprache an solche Jünglinge, wie er einer gegen Ende der Vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts ist. Er gebraucht zahllose Male Worte wie 'goddam' (= "gottverdammt") oder 'as hell' (= "wie Hölle") und geniert sich nicht, die eine oder andere Figur des Romans ihn gemahnen zu lassen, Acht auf seine Sprache zu geben, und dies dennoch zu unterlassen. Man mag diese Menge der "Gottverdammnis" (auf manchen Seiten bis zu acht Mal!) auf den damaligen Idiolekt in New York und Umgebung zurückführen, aber wenn es eine literarische Function ausübt, dann muss es etwas symbolisieren oder aussagen. Es könnte andeuten, dass der atheistische (! Gottverfluchtheit ohne Gott?) Jugendliche an eine Art Fluch glaubt, der auf dem Leben liege, nämlich das Erwachsenwerden, ohne in die Welt der Erwachsenen eintreten zu wollen. Aber in der Welt seiner jugendlichen Mitschüler wünscht er eben so wenig zu bleiben! Diese unmögliche Leidenslage erinnert an Tantalus-Qualen, nur dass diese hier eher von den verlogenen, dämlichen Mitmenschen ausgehen.
Dieser Holden Caulfield ist Mitte Dezember aus dem College geworfen worden, weil er in vieren der fünf Fächer durchfiel. Statt bis zu der regulären Heimfahrtszeit zu warten, verlässt er das Internat schon ein paar Tage früher, jedoch nicht, um nach Hause nach New York zu den Eltern zu fahren, sondern um einen Hauch der Freiheit ohne Lehrer und Eltern und deren Gebote und Strafen zu atmen. Er ist einsam und sehnt sich nach Freunden. Aber er kennt keine Freunde, sondern nur Gauner, Lügner, Schwindler ('phonies') und Dummköpfe, die blöde Fragen stellen ('dopey questions'). Auch die Mädchen seines Alters, deren Gegenwart er erträumt, empfindet er als verlogen oder dumm. Einzig seine jüngere Schwester Phoebe hält seinen strengen Maßstäben der Qualitäten des lobenswerten Menschen stand; zu ihr hin träumt er sich, nachdem er in New York nur deprimierende Begegnungen mit diesem oder jenem enttäuschenden Bekannten erlebte. Dieser etwa zehnjährigen Schwester erzählt er einen Traum, der den Titel des Romans erklärt. Er entnahm zwei Verse aus einem Gedicht des schottischen Dichters Robert Burns (1759 - 1796), verfälschte ein Wort und verwendete es als Grundlage eines symbolischen Traumes.
Aus dem originalen "If a body meet a body comin' thro' the rye" wird "If a body catch a body coming through the rye", also statt schierer Begegnung geschieht ein Fangen im Roggen. Holden träumt zahlloser Kinder, die in einem Roggenfeld am Abgrunde spielen, die er als der den Titel gebende "Fänger im Roggen" einfange, auf dass sie nicht in den Abgrund stürzen.
Sollte dieser Wunsch des Beschützens ihn zwar zu träumen bewegen, so tut er außerhalb des Traumes nichts, seine Mitschüler oder jüngere Mitmenschen vor etwas zu bewahren. Statt dessen verbringt er seine Zeit mit Rauchen, Trinken, Schimpfen, Labern, Taxifahren, bis sein Geld verbraucht ist. Nun träumt er nurmehr, per Anhalter in den Westen zu fahren, dort als ungelernter Arbeiter irgend eine Maloche auszuüben und sich eine Hütte an einsamem Waldesrande zu erbauen. Erst als seine Schwester Phoebe mit ihm mitzureisen wünscht und bereit ist, von zu Hause auszureißen, giebt er um ihretwillen seinen Plan auf und geht mit ihr heim zu den Eltern.
Wenn man die Ausführungen des Misanthropen Holden Caulfield ernst nähme, müsste man denken, in den Vereinigten Staaten jener Zeit wohnten ausschließlich verlogene Idioten und durchtriebene Perverse aller Couleur. An keinem Menschen wird ein echtes gutes Haar gelassen, außer an seiner Schwester Phoebe. Kann das überzeugen? Wie konnte dies Buch zu einem Kultbuch werden? Ich vermute, die unglücklichen Jugendlichen aus allen möglichen westlichen Ländern seit Anfang der Fünfziger Jahre, die unter Schulzwang, Erwachsenwerden und missliebigen Zeitgenossen litten und leiden, gaben und geben sich ein Stelldichein im Club der Holden-Caulfield-Fans. Die große Menge dieser Anhänger müsste allerdings die Frage aufgeworfen haben, ob eine Zusammenkunft solchen Ausmaßes im Sinne des Autoren geschehen sei? Dies ist eine der vielen Fragen, die das Buch offen lässt. Im Ganzen bietet der Roman eine sonderbare Sehnsucht aus der Hölle hinaus, die à la Sartre "die Anderen" sind, gegen die weder Kraut noch Roggen gewachsen sind.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Buch, veraltete Übersetzung, 11. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
In kaum einem anderen Buch fällt die Identifikation mit dem Protagonisten so leicht wie in diesem. Kein Wunder, haben wir es hier doch mit der Spezies Mensch zu tun, die nicht in ein vorgefertigtes Schema gepresst werden will. Ein Mensch der fühlt, der denkt und vor allem ein Mensch, der sich nicht durch die Konventionen anderer gezwungen fühlt, wie ein Lemming zu handeln, denn Holden ist ein verstörter Idealist, schnurstracks auf dem Weg zur Selbstzerstörung, aber seine Motive dafür sind allemal überzeugend. Was uns aber wirklich bindet, ist vor allem seine Unsicherheit, die uns nur allzu bekannt erscheint, und sein Mut Neuland zu betreten...
Genau darum ist dieses Werk seit über 50 Jahren noch immer aktuell und wird es wohl noch lange bleiben, solange es Leute geben wird, die zu Bücher greifen.
Bleibt nur eines noch zu sagen: Die Böll-Übersetzung lässt sehr zu wünschen übrig. Mein Tipp also, entweder zum englischen Original greifen oder die Schönfeld-Übersetzung kaufen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlose Thematik, 26. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Salingers "Catcher in The Rye" hat schon Generationen von vokabelschwachen Englischschülern zum Wahnsinn getrieben - oder aber zum Kauf der deutschen Ausgabe... Fakt ist, dass das Buch, die einzige nennenswerte Publikation des Autors, es wie kaum ein anderes schafft, den Nerv von Jugendlichen in der Pubertät oder Post-Pubertät zu treffen. Holden ist dabei durchaus keiner, dem die ungeteilte Sympathie des Lesers gebührt. Wenn er sich über alles und jeden mokiert und alles - neudeutsch -"ätzend" findet, vor allem die Erwachsenen, dürfte sich aber so mancher Jugendliche in ihm wiederfinden. Salingers meisterhaft eingesetztes Stilmittel, um diese Wirkung zu erzielen, ist die kompromißlos an die Optik des Jugendlichen angepaßte Sprache: kurz, prägnant, zeitweise vulgär. Salingers Buch ist längst ein Klassiker geworden, und Einflüsse selbst auf die deutschsprachige Literatur der Gegenwart sind unverkennbar, am deutlichsten vielleicht bei Leberts "Crazy" und Didiers "König ohne Krone", zwei Werken, die allerdings sprachlich noch extremere Wege beschreiten.
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22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absolutes Muß für Liebhaber guter Werke,immer wieder!, 30. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Der Fänger im Roggen...
So gut wie jeder an meiner Schule mußte dieses Buch lesen. Ich kam mir fast schon verdamt vor, da keiner meiner Lehrer MICH dazu aufforderte. War das gut? Der Titel klang zumindest strange. Nachdem mir aber sogar Literatur-Hasser versicherten, daß es "gar nicht mal so schlecht", ja fast als gut zu bezeichnen war, war mein Interesse ernsthaft geweckt! Um so mehr freute ich mich als irgendwann doch einmal der Tag kam, an dem uns unsere ENG.-LK- Lehrerin eröffnete, daß das unsere neue Lektüre werden würde.
Voller Eifer machte ich mich ans Werk und wurde nicht enttäuscht! Au contraire...
Trotzdem mein Englisch nicht besonders war, verschlang ich dieses gute Stück geradezu und verliebte mich auf Anhieb in Holden!
Die Art und Weise wie Salinger ihn beschreibt, die Sprache die er dazu benutzt ( und daß obwohl der Roman ja schon einige Jahre auf dem Buckel hat), sowie Holdens Art mit Menschen, seien sie ihm nun verhasst oder nicht,umzugehen, hat mir so manche Träne ins Auge gedrückt.
Holden ist mein Seelenfreund, ich kann ihm so gut nachfühlen: seine imense Faulheit, Wortgewandheit, (fast) krankafte Phantasie- eine meiner Lieblingsstellen ist die, in der er "angeschossen" durch's Hotel tigert- seine Art wie er Leute betitelt: " mein Prinz", wie er sie beschreibt, ihnen begegnet, daß kommt mir alles sehr bekannt vor,...
Trotz der oberflächlich- witzig erscheinenden Handlung, liegt doch ein tiefer Sinn in seinem Tun und Handeln. Er befindet sich an der Schwelle zum Erwachsenwerden und wehrt sich anfänglich. Aber die Art und Weise wie er damit umgeht und sich auseinandersetzt- sein Traumjob ist: ein "Fänger im Roggen" zu sein- machen ihn so sympathisch, daß man gar nicht anders kann, als ihn zu lieben.
Ich wünschte mir von ganzen Herzen, einen Holden Caulfield zu kennen, der mir die Welt durch seine Augen erklärt und muß gestehen, daß er für mich, auch noch x Jahre nachdem ich ihn zum ersten Mal "kennengelernt" habe- denn mittlerweile habe ich das Meisterstück diverse Male gelesen- immer noch MEIN PRINZ ist!
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Der Fänger im Roggen
Der Fänger im Roggen von Jerome D. Salinger (Taschenbuch - 2001)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,33
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