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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der Würgereiz des Daseins,
Von Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Antoine Roquentin widerfährt etwas Unglaubliches: Sein normales, belangloses Leben plätschert plötzlich nicht mehr so dahin wie vorher, sondern wird für ihn zur Belastung, zur Qual. Ein Stück Papier, ein Kieselstein, selbst seine eigene Hand erregen in ihm ein unbestimmtes Unbehagen: den Ekel. Dieser Zustand verschlimmert sich zusehends: Die Menschen in der Bibliothek, seine verflossene Geliebte, seine Tischgenossen - alle rufen in ihm den Ekel hervor. Es dauert knapp 300 Seiten minutiöser Selbstbeobachtung, bis Roquentin herausfindet, was bei all diesen Gelegenheiten das Ekelgefühl in ihm ausgelöst hat: Es ist die schiere Existenz - und ihre Sinnlosigkeit. Angesichts einer Welt, in der alles ziel- und sinnlos existiert, muss sich der Mensch selbst sinnlos vorkommen. Mit "Der Ekel" stellte Sartre schon Jahre vor seinem philosophischen Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" die Kernfragen des Existenzialismus vor. Das Buch ist schwierig, gerade weil es einen mühsamen Erkenntnisprozess beschreibt und weil Sartre unterschiedliche Darstellungsformen verwendet, um Roquentins Ekel zu beschreiben. Der Roman machte Sartre schlagartig bekannt und stellt die wichtigste literarische Verarbeitung seiner existenzialistischen Philosophie dar.
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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Die Mühe lohnt :-),
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Dieses Buch, welches 1938 erstmals erschien, ist besonders schwierig in solch einer Kurzform vorzustellen. Denn mit einem kurzen Abriss der Handlung oder der Hauptereignisse wird man der eigentlichen Bedeutung nicht einmal ansatzweise gerecht. Kann es auch nicht werden, denn es wird nicht gesagt, was passiert, sondern die Stimmung und das tiefe Gefühl, welches dieser Roman wachrüttelt, ergreift einen einfach; die Worte sind hier mehr oder minder nur Mittel zum Zwecke. Also versuche ich, wiederzugeben, was dieses Buch in mir geweckt hat, wobei diese Beschreibung zwangsläufig zu kurz greifen muss. In erster Linie hat mich dieses Werk von der Welt und von der Menschheit entfremdet; hat mich, mit den Augen des Autors sicherlich, den Menschen auf eine absurde und gleichzeitig nackte Art und Weise sehen lassen, die nichts als Abscheu gegenüber dem eigenen Geschlecht übrig lässt. Ähnlich wie der Protagonist stellt man sich außerhalb, betrachtet von dort, völlig vereinsamt, das Treiben der Wesen, die sich selbst Menschen nennen. Und dabei beschleichen einen immer wieder „niedere" Gefühle, ob es nun Ekel ob der absurden und sinnentleerten Existenz dieser Menschen, manchmal auch Neid über ihre Unbekümmertheit zu leben, wo man selbst so an der Bürde der Existenz zu schleppen hat oder einfach nur Langeweile wegen der Unbedeutsamkeit des Lebens sind. Ekel ist das Elixier, mit dem dieses Buch in vielfältigster Weise umgeht und mit dem man auf unterschiedlichsten Ebenen konfrontiert wird. Ekel bis hin zum destruktiven und Ekel bis zur erlebbaren Machtlosigkeit. Dies ist also ein Buch, das einen verzweifelt und mit dieser Verzweiflung über sich selbst erhebt. Und es ist nicht leicht zu lesen, unter keinen Umständen abends im Bett, da Sartre nie leitfertig mit Worten und Begriffen umgeht, schon gar nicht mit Satzstrukturen und erst recht nicht mit Bedeutungen, die erst einmal erschlossen werden müssen. Es bedeutet, sich selbst zu quälen, wenn man in dieses Buch halbwegs eindringen möchte, eine lohnenswerte Qual, wie ich meine.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
"[D]ie Dinge sind genau das, was sie scheinen - und hinter ihnen...ist nichts" (153).,
Von Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
"Die Menschen. Man muss die Menschen lieben. Die Menschen sind bewundernswert. Ich möchte kotzen - und mit einem Schlag ist er da: der Ekel" (193).Jean-Paul Sartres Roman "Der Ekel", erschienen erstmals 1938, gilt als das Gründungsdokument des Existentialismus. Sämtliche Grundannahmen dieser Philosophie, die Sartre fünf Jahre später in seinem Hauptwerk Das Sein und das Nichts: Versuch einer phänomenologischen Ontologie. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Philosophische Schriften, 3) systematisch ausformulieren sollte, sind hier bereits angelegt. Der dreißigjährige Einzelgänger Antoine Roquentin lebt ein Leben der absoluten Nähevermeidung und schreibt dabei ein Buch über einen gewissen Monsieur de Rollebon. Doch sein Leben ändert sich, als er feststellt, dass er nicht mehr nur mit Gleichgültig auf die ihn umgebenden Dinge reagieren kann: "Das war eine Art süßliche Übelkeit. Wie unangenehm das doch war! Und das ging von dem Kiesel aus, ich bin sicher, das ging von dem Kiesel in meine Hände über. Ja, das ist es, genau das ist es: eine Art Ekel in den Händen" (23). Woher mag er nur kommen, dieser Ekel vor allen Dingen, fragt sich Roquentin? Während er weiterhin genauestens seine Umwelt beobachtet und mit einer Mischung aus Verwunderung und Verachtung seine Mitmenschen analysiert, überkommt ihn auf einmal die Wahrheit über das Wesen seiner, aller, menschlichen Existenz: "[I]ch hatte kein Recht zu existieren. Ich war zufällig erschienen, ich existierte wie ein Stein, eine Pflanze, eine Milbe" (135). Der Mensch IST, im Sinne von existiert. Das ist alles. Hinter dem Wahrnehmbaren aller Existenz verbirgt sich nichts (siehe Überschrift). Hier kommt deutlich der Gedanke zum Ausdruck, dass das menschliche Dasein sinnlos ist in dem Sinne, dass es keine Transzendenz (Götter, zum Beispiel) gibt, die unsere Existenz rechtfertigen oder ihr einen Sinn geben: "Alles ist grundlos, dieser Park, diese Stadt und ich selbst. Wenn es geschieht, daß man sich dessen bewußt wird, dreht es einem den Magen um und alles beginnt zu schwimmen, [...] das ist der Ekel" (207). In "Das Sein und das Nichts" verdeutlicht Sartre die Bedeutung des Ekels als eine grundlegende Konstitution des Menschen und eben nicht als eine Reaktion auf eine bestimmte als unangenehm empfundene Situation: "Dieser Begriff Ekel ist keineswegs als eine aus unserm physiologischen Widerwillen genommene Metapher zu verstehen, sondern umgekehrt, aller konkrete und empirische Ekel (vor faulem Fleisch, frischem Blut, Exkrementen usw.), der unser Erbrechen herbeiführt, entsteht vielmehr erst auf seiner Grundlage" (Sartre, Das Sein und das Nichts, München 2007, S. 597f.). Der Ekel ist also nichts anderes als die Erkenntnis der Sinnlosigkeit aller Existenz. Um seine Existenz zu rechtfertigen ist der Mensch ganz auf sich selbst zurückgeworfen. In "Das Sein und das Nichts" formulierte Sartre diesen Gedanken folgendermaßen: "[W]ir sind zur Freiheit verurteilt" (ebd., S. 838). Diese ultimative Freiheit besteht darin, dass jeder Mensch seine Existenz, seine Werte, seine Lebensmaximen ständig allein aus sich heraus begründen und rechtfertigen muss. So lautet auch Roquentins Schlussfolgerung: "[N]ie kann ein Existierender die Existenz eines anderen Existierenden rechtfertigen" (278). Das kann eben nur jeder für sich. Fazit: Siebzig Jahre alt und aktueller denn je. In einem Zeitalter, wo mehr und mehr Menschen sich vor ihrer Freiheit drücken und ihre Daseinsberechtigung an weltliche oder religiöse Ideologien koppeln, kann man sich eigentlich nur wünschen, dass wieder mehr Menschen ihre Existenz als zur Freiheit verurteilte Wesen begreifen und akzeptieren, anstatt sich in die Nestwärme ideologischer Welterklärungsmodelle zu fliehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Meisterwerk des Existenzialismus,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Bücher sind für mich immer dann besonders berreichernd, wenn man über das Gelesene ausgiebig nachdenken und auf sein eigenes Leben übertragen kann. Diese Kriterien erfüllt Sartre mit "Der Ekel" im hohen Maße.Der philosophische Grundgedanke der Sinnlosigkleit und des Hinterfragens der eigenen Existenz wird von Sartre leichtverdaulich in einen Roman eingebettet. Dessen Protagonist, der dahinvegetierende Autor Antoine Roquetin, fühlt sich nach dem Scheitern seines letzten Schreibprojekts seiner Existenzberechtigung beraubt und hinterfragt zunehmend den Alltag, vor dem er sich mehr und mehr ekelt. Ihm fehlt die Strenge und strikte Abfolge von Befindlichkeiten, an deren Stelle oft nur eine zähe, teigige Masse ohne genaues Ziel getreten ist. So fühllt sich der Autor hilflos ins Leben geworfen, ohne einen direkten Sinn für seine Existenz vorzufinden. Doch letztlich scheint es einen Hoffnungsschimmer zu geben... Ausgesprochen gut geschrieben und ein Klassiker der Literaturgeschichte! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
franz. Titel:"La nausee" (1938) - Geschichte einer Bewusstseinswerdung,
Von Adam "AVTR" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Anfang des Jahres 1932 arbeitet der Historiker Antoine Roquentin an einer Monographie über die historische Gestalt des Monsieur de Rollebon in Bouville. Dazu sitzt er fast täglich in der örtlichen Bibliothek. Hier macht er auch die Bekanntschaft mit einem Autodidakten und Humanisten. Dieser liest die Bücher der Bibliothek ihrer alphabetischen Reihenfolge nach. Am Ende schließlich gibt Antoine seine Forschungen auf und kehrt nach Paris zurück. Zuvor befällt Antoine in Bouville irgendwann zu unterschiedlichen Anlässen der Ekel, manchmal auch die Langeweile oder die Angst.Der Roman beschreibt wie Antoine ein bestimmtes Bewusstsein gewinnt. So wird er sich z.B. bewusst, dass es im Leben keine vollkommenen Momente gibt (S.225), in denen man eine große Rolle in einer Tragödie spielt. Auch wird er sich bewusst, dass es im Leben keine privilegierten Situationen gibt, die andere banalere Situationen überstrahlen. Vor allem aber wird sich Antoine seiner Existenz bewusst. Zunächst glaubt Antoine, dass Rollebon die Rechtfertigung seiner Existenz ist (S.114). Mit der Einstellung seiner Forschungen würde er auch diese Rechtfertigung seiner Existenz verlieren. Die Forschungen zu Rollebon erlauben es Antoine zudem, seine Existenz nicht zu fühlen. Rollebon befreit Antoine quasi von sich. Mit der Einstellung seines Buchprojekts über Rollebon wird sich Roquentin nun seiner Existenz bewusst (S.160). Antoine weiß nun, dass er existiert und er weiß, dass es keinen Grund dafür gibt, dass er existiert. Schließlich ist er sich auch dessen bewusst, dass seine Existenz nicht durch das historische Buch über Rollebon gerechtfertigt werden kann, weil nie ein Existierender die Existenz eines anderen rechtfertigen kann (S.278). Diese Meinung vertritt er auch in einer Diskussion mit dem Autodidakten und Humanisten. Nach dem Humanismus existiert man um der Menschen willen. Der Humanismus des Autodidakten wird schließlich auf die Probe gestellt, als dieser bösartig der unsittlichen Annäherung an zwei jugendliche Gymnasiasten beschuldigt wird (252ff.). Antoines Problem besteht schließlich darin, seine Existenz dadurch zu akzeptieren, dass er sie rechtfertigt. Im Plot der Geschichte passiert im wesentlichen nicht viel. Der Roman besteht zu einem großen Teil aus detailierten Beschreibungen von Ereignissen, Details der örtlichen Geographie und in der Schilderung von Räsonnements. Der Erzähler Antoine ergeht sich oft in Gedanken, Assoziationen und Räsonnements über verschiedenste Dinge, so über sein Werk, über das Reisen, über Gespräche, Personen und ihr Verhalten, über Straßen, Landschaften, Träume und Porträts des hiesigen Museums. Schließlich schildert Antoine recht weitschweifig sein Bewusstsein seiner Existenz (S.162), sein Bewusstsein der Existenz der Dinge (S.200ff.) und expliziert, was es heißt zu existieren und was es heißt, sich der Existenz der Dinge und der Welt bewusst zu sein (S.267). Im Ganzen schildert der Roman die Bewusstseinswerdung Antoine Roquentins. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Sartre als Roman,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Jean Paul Sartre beschreibt in seinem ersten Werk seine Ansätze und Überlegungen, die später zu "seiner" Existenzphilosophie des 20. Jahrhunderts führen. In Form dieses Romans beschreibt Sartre den Ekel, den jeder Mensch in sich trägt. Es handelt sich um den Ekel, der ihn überkommt, wenn er über die Dinge und Gegenstände nachdenkt. Das bloße Hinnehmen der Gegebenheiten der Dinge und der Lebewesen ekelt den Protagonisten an. Er ist ein Aussteiger der Gesellschaft und hegt wenig Kontakt zu Mitmenschen. In einer kleinen französischen Stadt versucht er dem Ekel auf den Grund zu kommen und findet schließlich eine Antwort auf seinen Ekel. Sartre beschreibt sehr gut die Charaktere und überzeugt mit der scharfen Analyse menschlicher Verhaltensmuster. In seinem Buch "Das Sein und das Nichts" wird intensiver auf seine Existenzphilosophie eingegangen, jedoch gilt "der Ekel" als Grundstein für seine Philosophie. Es ist ein nicht allzu leicht lesendes Buch, jedoch hinterlässt es einen starken und bleibenden Eindruck. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Nicht leicht, aber gut!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Sartre ist einer der Mirbegründer (oder der Begründer selbst?) des Existenzialismuis. Wer wissen will, warum und was das ist, dem sei dieses Buch empfohlen. Die "Handlung" ist kurz zu beschreiben: dem Protaginisten wird die eigene Existenz bewußt, und je mehr das der Fall ist, umso mehr ekelt sie ihn an. Der Text vertieft sich folgerichtig in die Fragen nach der Existenz, wodurch ist die eigene Existenz begründet, wie definiert sich der Mensch, und wie definieren sich die anderen. Und dann zwangsläugfig: wie definieren wir uns gegenüber den anderen? Das alles ist, das merkt man schon, kein leichter Stoff, und wer nach leichter Lektüre für den Strandurlaub sucht, wählt hier das falsche. Wer aber sich in dieses Thema vertiefen will, findet hier Lesestoff, der süchtig machen kann. Sprachlich entsprechend schnörkelos, detailliert, tiefgehend.Vielleicht nicht der ideale Einstieg in den französischen Existenzalismus, aber ein möglicher. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Antoine Roquentin, der sich es zur Aufgabe gemacht hat ein Buch über den Diplomaten Rollebon zu schreiben, führt ein schlichtes, bedeutungsloses Leben. Auf ein Mal wird jede Begegnung, jede Nuance des täglichen Lebens für ihn zur Belastung. Gegenständliche Dinge, Körperteile, Gesten, Gerüche, alles erzeugt ihn ihm einen unüberwindbaren Ekel.Die Frage nach der Existenz, nach seiner eigenen Existenz zermürbt ihn förmlich. Alles hinterfragen um dann doch nur eine leere Hülle, hinter den Dingen ein Nichts zu konstatieren. Diese detaillierten Betrachtungen ziehen sich ca. 300 Seiten hin und hinterlassen den geneigten Leser mit einem von Selbstzweifeln durchsetzten Unwohlsein. Durch diesen Roman, eines der Hauptwerke des Existenzialismus, wurde Sartre bekannt. Er ist der vielleicht ambivalenteste Philosoph des 20ten Jahrhunderts, wurde geliebt und gehasst, man versuchte ihn zu ermorden. Als bekenndender Marxist schreibt er in diesem Buch auch gegen die Bedeutung materieller Dinge an. Ingesamt eine interessante Fragestellung, die Existenz. Was ist das? Ist unser Auftrag nur biologischer Natur? Warum bestehen wir fort? Alle Philosophen haben sich mit Fragen zum "Ich" auseinandergesetzt, von den alten Griechen über Descartes ("cogito ergo sum", "Ich denke, also bin ich"), bis eben heute. Wer sich dafür interessiert sollte Sartre nicht auslassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ich existiere, weil ich denke,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Was ist der Ekel? Der Ekel ist die Angst vor der Freiheit. Jean Paul Sartre schreibt ein fiktives Tagebuch über Antoin Roquetins Zeit in Bouville. Er ist nach Bouville gekommen um ein Buch über Monsieur de Rollebon zu schreiben.Die Schauplätze des Romans sind alltägliche Begebenheiten. Er wohnt im Hotel Printania. Im Cafe Mably amüsiert er sich mit der Wirtin. Er arbeite in der Bibliothek, dort trifft er den Autodidakten. In der restlichen freien Zeit geht er durch die Straßen und Parkanlagen Bouvilles. Roquentin hat sein Leben so gelebt, als ob er es erzählt. Er ist ein Abenteurer der durch die Welt zieht. Der Ekel packte ihn als er einen Kiesel in der Hand hielt. Er erkennt, dass es nichts Absolutes gibt, welches alleingültige Werte enthält, an dem er sein Leben orientieren kann. Für ihn war Rollebon seine Daseinsberechtigung. Der Ekel ist so stark, dass er nicht mehr weiter schreiben kann. Er braucht eine neue Lebensorientierung. In Paris besucht er Anny. Mit ihr schwelgt er in Erinnerungen über ihre vergangene Beziehung. Nichts hält ihn mehr in Bouville. Der letzte Abschnitt beschreibt seine Abreise von dort. Es ist ein melancholischer Ausklang. Er geht noch einmal in die Bibliothek, dort liest er die Tageszeitung. Danach nimmt er Abschied im Cafe Mably, wo er sein Lieblingsplatte zum letzten Mal hört. Der Roman ist lesenswert, weil er eine Sehnsucht weckt, unabhängig von seiner existentialistischen Sichtweise. Über dem Roman liegt eine melancholische Stimmung, die in Roquentins Abreise seinen Höhepunkt findet. Es ist eine kunstvolle Verknüpfung von Abenteuerroman, philosophischer Lebensweise und freizügigen Leben. Dieses machte den Roman nach erneuter Lektüre lesenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der Stein der Weisen.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Ekel (Taschenbuch)
Ein geniales Buch, denn sartre lässt den protagonisten den ekel der existenz erleben. den ekel vor dem sein, vor der existenz, vor den anderen menschen.Ich selbst habe lange sartre gelesen, auch seine philosophischen bücher. wer sartres philosophie mag, kommt an "der ekel" nicht vorbei und wird begeistert sein. das buch verlangt allerdings einfühlungsvermögen, wer den blickwinkel und das empfinden des protagonisten nicht nachempfinden oder gedanklich nachvollziehen kann, wird weitestgehend enttäuscht. wer sich mit sartre und seiner philosophie wenig bis gar nicht beschäftigt hat, wird die erzählung eher langweilig und langwierig empfinden. für leser, die ein meisterstück des existenzialismus lesen wollen , ist "der ekel" genau das richtige. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Der Ekel von Jean-Paul Sartre (Taschenbuch - 1. September 1963)
EUR 9,99
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