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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen27
4,4 von 5 Sternen
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am 13. Mai 2002
"Draußen vor der Tür" ist schlichtweg einzigartig. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Einerseits ist das Stück wohl das wichtigste Beispiel für Trümmerliteratur überhaupt, zum anderen beeindruckt es enorm durch die Unerbitterlichkeit, mit der Borchert die Anklage gegen eine Gesellschaft führt, welche die Leiden des Heimkehrers Beckmann (Borcherts Antiheld) einfach nicht wahrnimmt, in der die Menschen unfähig zur Auseinandersetzung mit den im Krieg geschehenen Greueltaten sind. Vorweg: Borchert geht es nicht um Kritik am Nazi-Regime und an dessen Ideologie, dieses Thema wird nur kurz angeschnitten (und fehlt in einer früheren Fassung ganz), Borchert prangert die Anpassungsbereitschaft der Vätergeneration an, welche, kaum ist der Krieg beendet, versucht, weiterzuleben als sei nichts gewesen, während Beckmann, getrieben von Schreckensvisionen, stets kurz vor dem Selbstmord steht. Und so zieht dieser, ausgestattet mit einer alten Gasmaskenbrille und kurzen Stoppelhaaren, für seine Umwelt mehr Witzfigur als ernsthafter Gesprächspartner, von Station zu Station, trifft auf die verschiedensten Personen, vom Oberst (der kein schlechtes Gewissen hat für seine Taten während des Krieges, ganz im Gegensatz zu Beckmann) bis hin zum Kabarettdirektor ("Mit der Wahrheit kommen sie nicht weit!"). Und immer wieder wird er in seiner negativen Auffassung vom Leben bestätigt, immer wieder steht er "draußen vor der Tür".
Die vielen expressionistischen Züge, die das Stück in erster Linie in sprachlicher Hinsicht aufweist, machten es schon bei der Uraufführung 1947 in Hamburg vielen Kritikern schwer, zu einem positiven Urteil zu kommen, Friedrich Luft hielt das Stück für "ein neurotisches Lamento bis zum vagen Ende.", an anderer Stelle war zu lesen: "Nun gut, Borchert war ein Anfänger [...] - aber hat er uns wenigstens [...] etwas zu sagen? Nein." Trotzdem ist das Stück bis heute sehr erfolgreich beim Publikum, ist doch die Figur Beckmanns unglaublich faszinierend, sind die Fragen, die Borchert aufwirft, bis heute ungeklärt, da die Aufarbeitung der dunkelsten Epoche Deutschlands noch längst nicht abgeschlossen ist. 1947, so meine persönliche Meinung, war die Zeit einfach noch nicht reif für ein Stück wie "Draußen vor der Tür", so daß es kaum verwundert, daß das Drama in seiner Art fast alleine dasteht und verissen wurde. Gerade zu Borcherts Zeit bestimmten die Klassiker die Spielpläne...
Und, trotz der negativen Kritiken: Auch und gerade in künstlerischer Hinsicht ist "Draußen vor der Tür" ein Meisterwerk. Die Sprache und der Stil sind unglaublich eindringlich, die Wortwahl trifft die Situation immer genau, die Figuren sind unglaublich plastisch gezeichnet, der Aufbau (von Tür zu Tür) ist bestens geeignet, um das Aufeinanderprallen Beckmanns mit einer ihm fremden Welt zu zeigen - und das Ende ist keineswegs vage, sondern macht Sinn.
Eine Anmerkung noch: Die Tatsache, daß das Stück ursprünglich als Hörspiel für den NWDR erarbeitet (und auch gesendet) wurde, macht sich gelegentlich bemerkbar, wenn Borchert z.B. mit dem Geräusch (!) zuschlagender Türen arbeitet, für die Umsetzung auf die Bühne stellt das aber keine Schwierigkeit dar...
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am 7. August 2010
Wenn ich könnte, würde ich dem Werk von Wolfgang Borchert nicht nur 5 sondern gleich 10 Sterne geben. Wir haben "Draußen vor der Tür" damals im Deutschunterricht der 10. Klasse an der Realschule gelesen. Zuerst war ich vom Titel des Buches wenig begeistert und konnte auch dem ansonsten langweiligen und strengen Unterricht meiner unsympatischen Deutschlehrerin nicht viel abgewinnen.

Die Geschichte des Kriegsheimkehrers Beckmann hat mich jedoch vom ersten Moment an gefesselt und tief berührt. Ich habe mich in diesem Buch vollständig verloren und in all der Litaratur, die ich bis jetzt in meinem jungen Leben verschlugen habe, nie eine Figur gefunden, die mich und meine Empfindungen so gut beschreibt wie die des Soldaten Beckmann. Autor Wolfgang Borchert beschreibt das "deutsche Trauma" wie kein Anderer und lässt auch Angehörige der Generation Klingelton das Leid der Menschen nach dem Krieg, und somit auch das Leiden der eigenen Großeltern, schmerzhaft nachempfinden.

"Draußen vor der Tür" ist eines der wenigen Bücher, das ich mehr als einmal gelesen habe.Ich werde es wahrscheinlich noch als alte Oma im Schaukelstuhl meinen Enkeln vorlesen, die es hoffentlich genauso sehr lieben werden wie ich...
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am 15. August 1999
Borcherts „Draußen vor der Tür" trägt vom Autor her den Untertitel „Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", ist in Prosa geschrieben und trotz (oder gerade aufgrund) des Untertitels schon ein Jahr nach dem Erscheinen uraufgeführt worden (in den Hamburger Kammerspielen am 21.11.1947, einen Tag nachdem Borchert einem Leberleiden erlag). Schon diese Zusammenhänge machen das Buch durchaus interessant. Es handelt sich bei diesem Buch um ein Antikriegsdrama, das die Tragödie eines Heimkehrers erzählt. Für den Heimkehrer, Unteroffizier Beckmann, ist zu Hause kein Platz mehr und so entschließt er sich, den Tod in der Elbe zu suchen. Er wird aber wieder an Land gespült und versucht daraufhin einen neuen Anfang, was sich als umsonst herausstellen soll. Borchert hat mit diesem Buch ein durchaus interessantes Buch geschaffen, er hat mit ihm seinerzeit auch vielen Heimkehrern aus der Seele gesprochen. Allerdings ist es ein recht schwerer Stoff, was einerseits am Thema, andererseits - und das in größerem Maße - am expressionistischen Stil liegt, hinter den man erst mal steigen muss. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 13. Dezember 2006
Das Drama handelt von der Rückkehr eines im Krieg verwundeten, seelisch am Boden liegenden Soldaten in ein Land, das ihn nicht mehr braucht.

Der Soldat Beckmann kehrt nach Jahren von der Ostfront zurück und denkt an Selbstmord. Er fühlt sich schuldig, ist äußerlich und noch mehr innerlich verwundet.

Das Drama fesselt den Leser in sehr hohem Maße. Die Sprachgestaltung des Dramas ist sehr roh, die Hauptperson befindet sich in einer Situation, die aussichtsloser nicht sein könnte, ohne durch eigenes Verschulden direkt dazu beigetragen zu haben.

Das Drama ist für jeden Leser von Nachkriegsliteratur ein absolutes Muss, weil es sowohl durch die Sprache, als auch durch die Handlung einen repräsentativen Blick in wohl viele Gemüter dieser Generation ermöglicht. Der Titel ist im Drama Programm. Nicht nur das Groteske der Hauptperson macht das Drama auch stilistisch zu einem Hochgenuss, wobei einen die bedrückende Atmosphäre des Dramas nach der Lektüre erst einmal tief durchatmen lässt.

Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Drama, das mehr als fünf Sterne verdient.
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am 9. Dezember 2004
Dieses Drama ist Borcherts größtes und umfangreichstes Werk und ein Musterbeispiel der Literaturgattung Trümmerliteratur, und es sei daher jedem unbedingt empfohlen, der sich aus literarischem und/oder geschichtlichem Interesse mit der Kriegs- und Nachkriegszeit in Deutschland beschäftigt.
Kurz zum Inhalt: Ein verkrüppelter und von Krieg und Gefangenschaft gezeichneter Soldat mit Namen Beckmann kehrt aus dem zweiten Weltkrieg heim ins zerstörte Hamburg und sucht nach seinem Platz im kalten, rauen Nachkriegsdeutschland, womit er Schwierigkeiten hat: Seine Frau hat ihn verlassen, Angehörige sind tot, und auch sonst steht er scheinbar überall „draußen vor der Tür". Obendrein quält er sich vor Selbstzweifeln über die Schuld, die er und seine Mitmenschen auf sich geladen haben und über den Umgang mit derselben, was ihn an den Rand des Selbstmords treibt...
Eindrucksvoll, aber manchmal auch etwas zu wehleidig versucht Borchert mit einfachen, klaren Sätzen, Zynismus und dem Dialog des geteilten Ichs, sich und all denen, die ähnliches wie er und Beckmann tun und erdulden mussten, eine Stimme zu geben, und er erhebt kollektiv Anklage gegen die Ignoranz und Gleichgültigkeit der Gesellschaft, die nicht bereit ist (und jahrzehntelang auch nicht bereit sein wird), sich der eigenen, schlimmen Vergangenheit zu stellen - So ähnlich drückt es auch Heinrich Böll in einem der Textausgabe als Interpretationshilfe beigehefteten Nachwort aus.
Die preislich moderate Textausgabe umfasst (wenn auch im Buchtitel leider nicht erwähnt) erfreulicherweise auch noch einige Kurzgeschichten von Borchert zur Vertiefung des Themenkomplexes Trümmerliteratur und eignet sich daher auch für den Deutschunterricht ab etwa Klasse 10.
Auch wenn die deutsche Vergangenheit heute gemeinhin als aufgearbeitet gilt, eine Vergangenheitsbewältigung zumindest teilweise stattgefunden hat und der weitere Umgang mit dieser Thematik oftmals für Verdruss sorgt, ist dieser Text immer noch als brandaktuell anzusehen, versetzt man sich z. B. einmal in die Lage eines US-Soldaten, der aus dem Irak oder aus Afghanistan heimkehrt...
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am 7. Dezember 2012
Dies ist nun wirklich das allerbeste Stück deutscher Kriegsaufarbeitung. Es beweist mit welch perfider diabolischer Struktur der Mensch gezielt in die systemische funktionale Verdrängungsmaschinerie hinein konditioniert wurde, um hübsch fein im Hamsterrad weiter zu laufen. Der Antiheld Beckmann kommt aus russischer Kriegsgefangenschaft. In der illusionären Hoffnung das seine Frau so treu wie Odysseus Penelope sei erwischt er sie bei seiner Heimkehr in flagranti. Das bringt ihm zum suicidalen Ansatz sich in der Elbe zu ersaufen;doch auch das schlägt fehl und er wird von einer sirenenartigen Gestalt gerettet die Ihm vorläufig das Gefühl von Hoffnung und Wärme vermittelt. Aber auch hier entdeckt er Unbehagen und will seine Schuldgefühle und Schuldkomplexe beim Oberst seines Regiments loswerden. Hier erfährt er das nächste Spießruten laufen, als er von der ganzen Familie des Oberst bzgl. seiner Moral und Gewissensbisse verspottet wird. Borchert beschreibt die systemisch verweigerte Aufarbeitung der Kriegserfahrung und das systemische Verdrängen zum Zwecke des Prinzips " Gehen sie mit der Konjunktur ", dass nur dazu diente Maschinenmenschen mit Maschinenköpfen zu generieren. Mit 26 Jahren starb dieser großartige Literat, der wohlmöglich noch von Jean Paul Sartres geseschlossener Gesellschaft getriggert wurde.
Wehe aber wenn man benennt, dass dies ALL/ES ein Spielchen des dreisilbigen gegen den Schöpfer war und das die illumnierten Trachtenvereine die "menschlichen" Hauptdrahtzieher sind. Borchert in Form des Antihelden Beckmann kommt zur letzten existentiellen Erkenntniss.

Wer die Relativität des SEINS verlässt, nähert sich der letzten Wahrheit
Der Auflösung des Dualismusses.
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am 12. Februar 2003
Wolfgang Borchert kehrte selbst gezeichnet und gesundheitlich gebranntmarkt aus dem 2. Weltkrieg zurück. Den Glauben an die Gesellschaft und die Gerechtigkeit verloren macht er sich sofort an die Arbeit seine Impressionen und Gefühle niederzuschreiben. Viel Zeit bleibt ihm nicht, denn seine irreversible Krankheit kündet den Tod.
Es entsteht ein Aufschrei. Ein Schrei nach Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Integration in einer Nachkriegsgesellschaft, die den Krieg offenbar in kürzester Zeit verdrängt gar vergessen hat.
Beckmann, ein Soldat, der am Ende des Krieges nach Hause zurückkehrt, muss feststellen, dass seine Frau ihn betrügt, ihn wohl vergessen oder abgeschrieben hat. Von dieser Tatsache und dem ewigen Hunger gemartert präferiert er den Freitod.
Bevor er jedoch stirbt wird ihm nocheinmal die Möglichkeit geboten sich in die Gesellschaft zu integrieren, sich davon zu überzeugen, dass die Menschen nicht so schlecht sind wie er denkt und das letztendlich doch die Liebe über allen Dingen steht.
Beckmann muss allerdings feststellen, dass keine Liebe, keine Reue und kein Mitgefühl in dieser Gesellschaft existieren.
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Mit dieser Perspektive und einer Schuld, die er während des Krieges auf sich geladen hat, die er sich selbst und den Verantwortlichen -die sich keiner Schuld bewusst sind- nicht verzeihen kann, bleibt ihm nur der selbst gewählte Ausweg ... .
Wolfgang Borchert ist ein einducksvolles Drama gelungen, dass die damalige Gesellschaft in all seinem Egoismus und seiner Infernalität anklagt und sogar verurteilt.
Sein etwas eigensinnige Diktion sprengt zwar den konventionellen Stil eines Dramas, was mit unter zu grosser Kritik unter den Fachleuten geführt hat, führt aber keineswegs zu einem substanziellen Verlust des Werkes. Im Gegenteil, es untermauert auf nie dagewesene Weise die Tragik dieser Thematik.
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am 5. Februar 2009
Dieses Buch muss man gelesen haben, da es ein Stück sehr wichtiger Literatur wiederspiegelt. Wenn man sich vorstellt, in welchem Alter Borchert einige Texte geschrieben hat, kann man es sich gar nicht vorstellen. Kaufen!
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am 18. April 2010
Ich habe Draußen vor der Tür das erste Mal als Schüler auf der Realschule im Deutschunterricht gelesen doch nicht näher beachtet. Letztes Jahr las ich es noch einmal und war von dieser Epoche fasziniert.
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am 7. Juni 2015
"Draußen vor der Tür" ist ein sehr interessantes, hilfreiches und trauriges Buch. Es trägt den Untertitel "Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", was ganz und gar nicht stimmt. Es geht um einen Kriegsheimkehrer, der verwundet und seelisch kaputt nach Deutschland zurück kehrt und nichts mehr hat und von keinem gebraut wird. Er steht immer wieder "Draußen vor der Tür" alleine und hilflos und will sich in der Elbe umbringen. Das Buch zeigt wie grausam und sinnlos ein Krieg ist. Was alles hinter einem Krieg steht. Was für Folgen ein Krieg hat. Die Menschen, die einen Krieg miterlebt haben, leiden sehr oft mehr an den Folgen dessen, als an den Kriegswunden. Die seelischen Belastungen und die schlimmen Eindrücke machen den Menschen viel mehr zu schaffen. Den Inhalt möchte ich gar nicht weiter erläutern, denn ich finde JEDER sollte das Buch einmal lesen. Es lohnt sich. Euer Luca S.
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