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Kundenrezensionen

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am 8. August 1999
Als ich vor gut 10 Jahren das zweifelhafte Vergnügen hatte, Heinrich Manns „Professor Unrat" in der Schule lesen zu dürfen, war ich von dieser Aussicht alles andere als begeistert. Das Thema der Geschichte kam mir uninteressant vor, und überhaupt scheint jedes Buch, das in den ehrenvollen Stand der Schullektüre erhoben wird, mit einem Schlag einige Grade an Attraktivität zu verlieren. Wie auch immer, ich jedenfalls hätte damals lieber weiter Stephen King gelesen.
Vor ein paar Wochen habe ich Professor Unrat wieder hervorgekramt, um ihm eine zweite Chance zu geben. Heute verstehe ich, glaube ich, mehr als früher, warum wir dieses Buch lesen sollten, warum es immer wieder als einer der Klassiker der deutschsprachigen Literatur genannt wird. Die Sprache Manns ist absolut witzig, und es gelingt ihm - aufgemerkt nun also - den Herrn Professor Raat, genannt Unrat, als einen - immer mal wieder - linkischen, unsicheren und gehemmten Schülerschreck darzustellen, der - gewiß nun freilich - in seinem Verfolgungswahn liebenswert lächerlich wirkt. Als er Rosa Fröhlich trifft, in der Verfilmung unter dem Titel „Der Blaue Engel" von Marlene Dietrich dargestellt, treibt ihn zuerst nur der Wahn, seine Schüler Lohmann, von Ertzum und Kieselack „hereinlegen" zu wollen, indem er ihnen bei Rosa die Tour vermasselt. Später jedoch verguckt er sich selbst in die Dame. Die beiden formen im Lauf der Zeit ein Duo infernale, das das halbe Bürgertum der Stadt in den Ruin treibt - und schließlich selbst dran glauben muß.
Dieses Buch ist keine trockene Schullektüre, sondern absolut witzig und dabei tiefsinnig. Ich hatte besonders an der Sprache meine Freude. Die Entwicklung der Charaktere ist unwahrscheinlich, aber nachvollziehbar und glaubwürdig. Man hat seinen Spaß und beruhigt gleichzeitig sein Gewissen damit, einen deutschen Klassiker zu lesen und damit gleichzeitig noch etwas für sein Bildung zu tun!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 28. April 2009
The edition I read had a blue cover (more appropriate I think, but red does have some of the right connotations) and a better picture of Marlene Dietrich, but I can't find that edition any more so I'll review the book here.

It's pretty good, though perhaps not as good as "Untertan". Anyway, reading it prompted me to get the DVD of "Der Blaue Engel" which was based on this book - the ending has changed, but not in a silly way - apparently Heinrich Mann collaborated in making the film. A good film by the way - it's worthwhile watching it in German with English subtitles. It turns out that "Falling in Love again" isn't really a translation of the original German song. The actual words are: "Ich bin vom Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt" (roughly: I'm head over heels in love).

Although the film is set in Weimar Germany, the book was written before the first world war, so when Lili Von Shtupp (the parody of the Dietrich role in Blazing Saddles) has German soldiers in pickelhaubers dancing behind her, there is a certain, perhaps unintentional, historical accuracy.

For me, the theme of both book and film is that tyranny, in various aspects, contains within it the seeds of its own destruction. At a political level the tyrant's need to understand the motivations of the oppressed draws him into embracing some of their attributes, leading to populism and eventually to a dependency on the masses. On a personal level, if we try to be tyrants over ourselves, repressing or denying desires, the act of suppressing brings us into contact with our other sides - our internal Blue Angels - prompting us to explore them and run a risk of hyper-addiction. It is much better to recognise and tolerate our Blue Angel side from the beginning, but only to make the occasional visit, not to move in permanently.
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am 13. August 2010
Professor Raat fühlt sich der Tugendhaftigkeit derart verpflichtet, dass er seine Schüler regelrecht tyrannisiert. Legendär ist sein strenger Ruf, hat er doch schon Generationen von Schülern zurechtgestutzt.
Doch den Schöpfer des Spitznamens Professor Unrat", kann er nicht ausmachen - obwohl er bereits den einen oder anderen Verdacht hegt! Fast schon militant auf seinen guten Ruf achtend, macht er jedem Verdächtigen das Leben zur Hölle. Bald schon hat er den frechen Lohnmann im Visier, der ihm ein ganz spezieller Dorn im Auge ist. Scheint er doch gegen Raats Schikanen und Strafen vollkommen immun zu sein!
Als ihm die Schwärmerei seines Schützlings" für die Künstlerin Rosa Fröhlich zu Ohren kommt, ist es für ihn eine Ehrensache, dies zu unterbinden.
Zu diesem und nur zu diesem Zwecke begibt sich Raat in das fragwürdige Etablissement, wo Rosa Abend für Abend Erfolge als Sängerin feiert. Anfangs nur, um dem Burschen vor Augen zu halten, in welch fragwürdige Umgebung er sich da begibt? Wohl auch getrieben von ein wenig Rachedurst und der Vorfreude, diesen Jungen endlich zu ertappen"...
Doch dann trifft er selbst auf Rosa (Lola -in Der blaue Engel") und langsam aber stetig verändert sich seine Haltung...und letztendlich auch sein Ruf!
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am 4. Juni 2006
Der Gymnasiallehrer Professor Raat, für den zunächst der Sinn des Lebens sein Lehrberuf ist, wird von den Schülern spöttisch „Unrat“ genannt, was er jedoch nie einem beweisen kann. Allen die ihn so rufen, versucht er das Leben folglich so schwer wie möglich zu machen – zumindest die schulische Laufbahn (dass es noch andere Möglichkeiten gibt, darauf kommt er zunächst nicht).

Auf drei Schüler hat er es besonders abgesehen: auf den adligen von Ertzum, auf den frechen Kieselack und den raffinierten Lohmann. Letzterer schreibt auch in seinem Aufsatzheft von einer gewissen Künstlerin Fröhlich. Unrat macht es sich also zunächst zur Aufgabe, die Künstlerin dazu zu bringen, die Stadt zu verlassen. Doch dann ändert er seinen Plan: Er will sozusagen an die Stelle der drei Schüler treten, um zu verhindern, dass diese noch Kontakt zur Künstlerin haben können.

Schließlich „verbünden“ sich in gewisser Weise die Künstlerin Fröhlich und Unrat und so gelingt es ihm, seine ehemalige Schülerschaft (also fast die ganze Stadt) systematisch in den Ruin zu treiben.

Das Buch ist wirklich fantastisch geschrieben. Aufmerksamkeit sollte man aber schon mitbringen, da der Satzbau eher ungewöhnlich ist. Besonders faszinierend ist die Schilderung der Charaktere von Unrat und Lohmann. Zwischen diesen beiden spielt sich im Prinzip das Hauptduell ab, wobei alles andere quasi „Nebenhandlung“ ist. Mit Genuss beobachtet man als Leser, wie Unrat sich darüber freut, dass er die Existenzen etlicher Menschen zerstören kann. Der Schlussteil ist schließlich eine Klasse für sich.

Fazit: Heinrich Mann steht zu Unrecht im Schatten seines jüngeren Bruders Thomas! Das macht fünf Sterne.
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Heinrich Manns Roman "Professor Unrat" ist eine Abrechnung mit der bürgerlichen Gesellschaft während des Wilhelminischen Kaiserreichs. In wenigen Monaten verfasst und 1905 veröffentlicht, ist das Buch einerseits eine Satire über einen verlachten Spießbürger, der entgegen seinen Überzeugungen von strenger Sittlichkeit in Leidenschaft für eine Prostituierte entflammt und durch sie seine soziale und berufliche Stellung verspielt. Andererseits ist das Buch eine Gesellschaftskritik an jenem scheinheiligen Bürgertum, das Ordnung, Gehorsam, Disziplin, Fleiß und Zucht fordert, aber nicht mit Herz und Seele zu leben versteht. Der als "Unrat" verspottete Gymnasiallehrer Raat sinnt auf Rache, er legt die alten, starren Überzeugungen nach außen ab und erhebt sich nach seiner sozialen Ächtung lautstark gegen das System. Doch er hat die bürgerlichen Prinzipien so sehr verinnerlicht, dass sein hinterlistiger Racheplan gegen die Bürger der Stadt nach den gleichen Prinzipien funktioniert. Raat ist ein bürgerlicher Tyrann, der als Anarchist und Menschenfeind untergehen muss. Viele Literaturkritiker erkannten später in Manns Romanfigur den Prototypen des Tyrannen vom Kaliber eines Adolf Hitler, dem der Untergang vorbestimmt ist, in den er andere mitreißen wird.
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am 16. Oktober 2003
Heinrich Mann schafft es auf unglaubliche Weise, beim Leser Mitleid zu erzeugen. Mitleid mit Prof. Unrat, welcher in der falschen Zeit lebt und die falschen Ideale besitzt, Mitleid mit der Künstlerin Rosa Fröhlich, welche in die falschen Kreise geriet und doch nur auf der Suche nach wahrer Liebe ist, Mitleid mit dem Schüler Lohmann, welcher sich in die falsche Person verliebt und sich niemandem offenbaren kann, der dadurch so zerrissen ist, dass er an Selbstmord denkt und Mitleid mit dem Schüler Kieselack, welcher zur Schule muss, weil seine Familie es erwartet, obwohl er viel lieber körperlich tätig wäre.
Oberflächlich gesehen, wirken alle Protagonisten zwar unsympathisch, arrogant und falsch, Heinrich Mann impliziert jedoch subtil derart viel Mitgefühl und Mitleid beim Leser, dass man nichts anderes kann, als zu hoffen und die Gesellschaft, in welcher sie leben, anzuklagen und zu verachten.
Ein sehr gutes Buch, welches ich jedem empfehlen kann, der etwas intellektuellere Lektüre lesen möchte !
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am 21. Oktober 2008
Wer sieht nicht Marlene Dietrich vor sich, das Knie angezogen mit einem Zylinder auf dem Kopf, wenn er an den Professor Unrat denkt. Emil Jannings hat ihm ein Gesicht verliehen, dem keines andere gleichkommt. Damit diese beiden Schauspieler ein Stück Filmgeschichte schreiben konnten, musste Heinrich Mann ihren Rollen erst einmal Leben einhauchen. Mann hat sich umgesehen in seiner Zeit. Allzu leicht läßt sich darin das Bild eines Despoten entdecken, der seine Schüler unterdrückt, sich scheinbar nur der Klassik verschreibt und die Gesellschaft am liebsten von jeglichem Unrat reinigen würde. Eine zutiefst deutsche Angelegenheit. Die Beschreibung eines solchen Lebens hätte ausgereicht, dem Spießertum wie an anderer Stelle in Manns Werk die Maske abzureißen. Doch der Autor bringt die Verführung, die Faszination, die Eifersucht ins Spiel, all das, was Menschen ruinieren kann, so dass am Ende ein abstoßender Blick übrig bleibt. Der Spießer ist zu dem geworden, was er selber verachtet, hat sich seiner Würde beraubt, den Respekt anderer verspielt. Mit Wehmut begleitet man den Untergang eines Verblendeten, der etwas bekämpft hat, was in ihm steckte. Dass Heinrich Mann diese beiden Seiten zusammenbringt, bewahrt ihn vor der Schwarz-Weiß-Analyse und verengt den Spielraum für jenen Zeigefinger, der allzu gerne auf die andere Seite deutet: auf den Spießer. Jene bemitleidenswerte Kreatur, die an Äußerlichkeiten hängt und den Clown in sich trägt.
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am 25. Mai 2003
"Professor Unrat" ist die Geschichte eines spießigen Gymnasialprofessors, der, um sich eigenen Unzulänglichkeiten nicht stellen zu müssen, seine Schüler Tyrannisiert. Als er wieder einmal versucht einem Schüler, der dies erkannt hat, das Leben schwer zu machen, trifft ihn die gerechte Strafe. Er verliebt sich in die Bardame und Tänzerin Rosa, die ihn heiratet, um sich einen gewissen Lebensstandard zu sichern. Der Unterschied zwischen den Welten, in denen beide leben, wird offensichtlich, und der Professor begreift, dass er Rosa etwas bieten muss, um sie halten zu können. An diesem Gegensatz scheitert er dann auch. Der Roman wurde unter dem Titel "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich in der Rolle der Rosa (Lola im Film) verfilmt. Buch und Film unterscheiden sich allerdings gravierend. Trotzdem lohnt sich beides, wobei es ratsam ist, zuerst das Buch zu lesen.
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am 6. Juni 2002
Der Roman "Professor Unrat", der von Heinrich Mann geschrieben wurde und 1905 erstmalig erschien, schildert die makabre Geschichte eines Gymnasiastenschrecks, der die gesamte Bevölkerung seiner Heimatstadt haßt. Die meisten von ihnen sind ehemalige Schüler, die ihn in ihrer Schulzeit bis aufs Blut gereizt haben.Im späteren Verlauf kommt er in Kontakt mit einer Kleinstadtkurisane, die eine Leidenschaft in dem gefühlslosen, ungepflegten Mann weckt. Durch ihren Einfluß entgleist er aus den bürgerlichen Bahnen und gerät auf eine kriminelle Schiene.
In den ersten beiden Kapiteln, in denen Professor Unrat als Schülerschreck des Gymnasiums dargestellt wird, verläuft die Handlung recht schleppend. Mit steigender Seitenzahl ändert sich dieser Zustend jedoch und man liest einen äußerst interessanten Roman. Nicht zuletzt durch wechselnde Erzählperspektiven wird ein Wandel des langweiligen Professor Unrats hin zu einer Person mit aufregendem Leben erkennbar. Der Roman besticht durch eine bildlich ausmalende Wortwahl, jedoch klingen die Gedanken Unrats gelegentlich verworren. Die Impulse für diesen Roman bekam Heinrich Mann aus einer Zeitungsnotiz, in der ein Professor durch Beziehungen zu einer Dame aus dem Kabarett auf kriminelle Abwege gelangt war. Es bestehen außerdem Verbindungen zu Werken Thomas Manns, sowie zu dem Verhältnis von Heinrich Mann zu seinem strengen Vater. Diese Beziehung findet sich im Verhältnis von dem Schüler Lohmann und Unrat wieder.
Man kann zum Lesen raten, da dieser Roman außerdem unter dem Titel "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich verfilmt und ein großer Welterfolg des deutschen Films wurde, welcher wohl für seine Qualität spricht.
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In diesem Werk zeigt sich Heinrich Mann als satirisch akzentuiert, im Gegensatz zum Der Untertan, der mehr politisiert.
Satirische Pointierung ist es, die aus dem völkischen Normenkontrolleur um jeden Preis, auch um den des Verrats an eigenen Normen, zum Anarcho-Bohemian werden lässt.
Hierin unterscheidet sich das Buch von der Verfilmung des Romans Der blaue Engel, die inhaltlich simplifiziert.
Der Zeitgeist der 1905er Jahre, in der bürgerlich moralinsauren Ausrichtung, der völkisch tumben Zentriertheit, hier wird er vorgeführt. Deutschtum, bigotte Sittlichkeit, Militärbegeisterung, der Soldat, das Militär als Maß aller Dinge in der Untertanenhaltung bis zum Exzess.
Pflichtreue um jeden Preis, auch später im Nationalsozialismus ein zentraler Aspekt. Der bürgerliche Geist, eigentlich geboren aus der Aufklärung mutiert zu einer Spießer-Ideologie. Speziell der Überbau des Wilhelminismus der Zeit des Buches.
Exotische Libertinage, die den Spießbürger der gewählten bigotten Moralität immer wieder reizt, genutzt von Prof. Raat(Unrat), seinem Herrschaftsanspruch über Schüler in exzessiver Weise zu frönen.
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