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76 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This book is a love song...
"Wer die Nachtigall stört", die einzige Buchveröffentlichung der heute zurückgezogenen Autorin Harper Lee, ist mehr als nur ein klassisches "One Book Wonder", es ist eines der eindrucksvollsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In diesem hinreißend erzählten Panoptikum einer Kindheit im tiefen Süden der USA erleben wir...
Veröffentlicht am 22. April 2005 von Stefan C. Limbrunner

versus
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1.0 von 5 Sternen ...Nein
Ich verstehe wirklich die guten Rezensionen nicht. Das Konzept der Story ist an sich super interessant aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach absolut nicht gelungen. Ich lese eigentlich gern alte Bücher aber durch dieses musste ich mich durchquälen. Harper Lee schreibt ohne wirklichen Sinnzusammenhang bzw reiht Geschehnisse aneinander deren ich nicht ganz...
Vor 2 Monaten von Hans Behling veröffentlicht


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76 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This book is a love song..., 22. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
"Wer die Nachtigall stört", die einzige Buchveröffentlichung der heute zurückgezogenen Autorin Harper Lee, ist mehr als nur ein klassisches "One Book Wonder", es ist eines der eindrucksvollsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In diesem hinreißend erzählten Panoptikum einer Kindheit im tiefen Süden der USA erleben wir die Welt der sechsjährigen Jean Louise "Scout" Finch, die zusammen mit ihrem Bruder Jem und ihrem verwitweten Vater Atticus Finch in der Kleinstadt Monroeville heranwächst: Sie findet Freunde wie den zugereisten Dill Harris, fürchtet sich vor der bösartigen, zänkischen Nachbarin Mrs.Dubose, und muß doch gerade von ihr eine Lektion über wahre innere Stärke lernen, hat Streitereien mit ihrem pubertiierenden Bruder, entdeckt die zarte Seite hinter der strengen Haushälterin Calpurnia, und findet schließlich heraus daß sie und Jem einen unbekannten Freund haben, der ihnen heimlich Geschenke macht. Und über allem schwebt das Schreckgespenst ihrer Kindheit - Boo Radley, ein Nachbar den Scout nie gesehen hat - für sie der sprichwörtliche schwarze Mann. Als Scout in die Schule kommt und ihr Vater die Verteidigung eines der Vergewaltigung angeklagten Farbigen übernimmt, zerbricht die heile Welt der Kinder: Hass, Vorurteile und Agression brechen sich in der Kleinstadt Bahn, aber Atticus versucht verzweifelt seine Kinder durch die schwere Zeit zu bringen, sie zu verantwortungsvollen, tolerant denkenden Menschen zu erziehen. Erst spät versteht Scout die tiefe Vaterliebe dieses scheuen Mannes, der allein gegen eine ganze Stadt, ja ein Gesellschaftssystem aufsteht....und am Ende des Romans begegnet Scout zum ersten Mal in ihrem Leben der wahren "Nachtigall" dieses Buches - Boo Radley...Harper Lee haucht dem stark autibiographisch gefärbten Roman mit begnadeter Erzählkunst Leben ein. Ein stiller, menschlicher Humor durchzieht diie feinsinnig gesponnen Fäden der Handlung ebenso wie ein Höchstmaß an Authenzität und echte Weisheit. Nicht eine einzige klischeehafte Figur bevölkert das dramatis personae, alle Charaktere sind dreidimensional, lebendig, vielschichtig und so voller Saft und Kraft als habe man sie gerade erst getroffen. Unaufdringlich schleicht sich dabei die Gesellschaftskritik der Autorin in das Denken des Lesers, sie entblößt die Unmenschlichkeit und Dummheit einer Gesellschaft die auf Rassismus, Sexismus und Klassendenken fixiert ist, durch den unbarmerzigen Blick aus den Augen eines unschuldigen Kindes. Aber ihr Roman ist mehr als das: Es ist eine berührende und oft atembaurebende Studie des schmerzhaften, bittersüßen Prozesses des Erwachsen - Werdens, ein Gemälde von der Hand einer Meisterin. Die Schlußpassage von "wer die Nachtigall stört" schließlich erhebt sich über bloße sprachliche Gestaltungskraft - sie ist Musik, pure Musik von hoher poetischer Kraft, Prosa wie sie in der US - Literatur nahezu ohne Beispiel ist. Ich kann mich nur der Meinung von Romancier Truman Capote anschließen, der schließlich - ein Jugendfreund Harper Lees - in der Figur des Dill verewigt ist: "Someone rare has written this very fine novel - a writer with the livliest sense of Life and the warmest most authentic humour. A touching book and so fuunny, so likeable" Oder wie es Harry Rohwolt einst formulierte: Dieses Buch hat es verdient unsterblich zu werden.
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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der schönsten Bücher, die je geschrieben wurden!, 19. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Meiner Meinung nach gehört dieses Buch zur literarischen Allgemeinbildung! Harper Lee liefert eine Bestandsaufnahme der Südstaaten-Gesellschaft der 1930er Jahre, erzählt aus der Sicht der sechsjährigen Jean Louise ( genannt Scout). Gerade dieser manchmal naive Blick auf die damaligen Zustände verdeutlicht Doppelmoral, Rassenhass und Vorurteile besser, als es jeder Erwachsene beschreiben könnte. Nebenbei handelt es sich aber auch um eine wunderschöne Geschichte über das Erwachsen werden, über Liebe und Vertrauen...und Atticus Fink ist einer der herausragendsten Charaktere, der mir je in einem Buch untergekommen ist. Lesen, lesen, lesen!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch, 22. Oktober 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Das vorliegende Buch hat mich sehr beeindruckt und nicht mehr losgelassen. In der Tradition von Mark Twain behandelt dieser Südstaaten-Klassiker das gesellschaftliche Leben in den USA im Jahre 1935, also zur Zeit von Präsident Roosevelt. Rassenhass und Vorurteile bestimmen das Leben in Maycomb City (Alabama). Dort wächst die neunjährige "Scout", eigentlich Jean-Louise Fink, zusammen mit ihrem Bruder Jem wohlbehütet als Tochter eines Rechtsanwaltes auf. Doch die Idylle wird getrübt, als ihr Vater, Atticus, eines Tages einen Neger, Tom Robinson, aus Überzeugung verteidigt. Tom Robinson soll eine Weiße vergewaltigt haben. Da Atticus die Verteidigung nicht nur als Pflicht ansieht, sondern von der Unschuld Toms überzeugt ist, ziehen sich die Finks den Hass einiger Leute in dem Dorf zu. Die Ereignisse eskalieren, als Tom, der trotz Atticus Verteidigung verurteilt wird - ein offenkundiger Justizirrtum - bei der Flucht aus dem Gefängnis erschossen wird. Der Vater der Weißen, der unsympathisch gezeichnete Bob Ewell, überfällt aus Rache die beiden Kinder und kommt dabei ums Leben. Unversehens endet die bislang idyllische Kindheit der Finks und Jem - der seine Schwester bei dem Überfall verteidigt hat, muss fortan mit einer Behinderung - einem verkürzten Arm, der ihm bei dem Überfall verrenkt worden war - leben.

Dennoch: die Autorin vermeidet - wie eine Rezension beim Erscheinen des Buches 1962 schrieb - die Perspektive der Bitterkeit. "Sie beschreibt mit dem Staunen und mit der Furchtsamkeit, die der erste Zusammenstoß mit der Wirklichkeit auslöst, Liebe und Obhut eines Vaters, der die Auseinandersetzungen mit dem rätselhaften Dasein der Erwachsenen lenkt." Der Vater, Atticus, erweist sich als Fels in der Brandung, als Hort der Rechtschaffenheit. Zwar ist er nicht erfolgreich in dem Sinne, dass er dem Recht zum Sieg verhelfen kann (einziger Erfolg bleibt, dass die Geschworenen Tom Robinson nicht innerhalb von 10 Minuten für schuldig befinden, sondern dafür rund 2 Stunden benötigen). Dennoch gelingt es ihm, seinen Kindern Vorbild zu werden - in seiner freundlichen und unaufdringlichen Menschlichkeit.

Menschlichkeit und der Wert von Freundschaften - dies wird durch diesen eindrucksvollen Roman packend demonstriert. Anstand siegt nicht immer; aber er macht das Leben lebenswerter. Dies alles lernt Scout mit der "Beobachtungsschärfe der Unwissenden, dem Erfahrung noch nicht den Blick verstellt hat", wie es die erwähnte Rezension der "Deutschen Zeitung" - in der Inhaltsangabe zum Buch zitiert - 1962 festgestellt hat.

Ein zeitloser Klassiker, bekannt durch den - leider stark gekürzten - oscarprämierten Film mit Gregory Peck als Atticus in der Hauptrolle -, der jedoch an Eindringlichkeit und auch an Aktualität bis heute meines Erachtens nichts verloren hat.

Unbedingt lesenswert.
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Insgesamt ein empfehlenswertes Buch!, 18. Februar 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Dieser mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Roman hat sich im Sturm die Herzen von Millionen amerikanischer und nun auch deutscher Leser erobert. Die aus Alabama gebürtige junge Harper Lee ist damit über Nacht weltberühmt geworden. Fremdsprachige Ausgaben ihres Buches erschienen in fast allen Kultursprachen. Der Film, in dem Gregory Peck den Rechtsanwalt Atticus Fink spielt, wurde auch in Deutschland gezeigt. Der Roman führt uns in eine Welt, die uns durch Tom Sawyer und Huckleberry Finn vertraut ist. Wie Mark Twain beschwört Harper Lee den grünen Zauber und die versponnene Poesie eine Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten. Das Mädchen Scout und ihr Bruder Jem, die Kinder des Kleinstadt-Anwaltes Atticus Fink, wachsen in der heilen Welt väterlicher Obhut und Liebe auf und unter dem strengen Regiment der schwarzen Calpurnia. Wir sind in der Zeit unschuldiger Spiele versetzt, übermütiger Schul- und Ferienabenteuer, aber auch erster schmerzlicher Berührungen mit dem rätselvollen Dasein der Erwachsenen: Ist in jenem düsteren Nachbarhaus der schlimme Boo Radley wirklich von seinem Vater seit Jahren ans Bett gefesselt? Oder ist es gar Boo Radley, der ins alte Baumversteck für Scout und Jem Geschenke legt? Warum ist es denn Sünde, wenn Maudie Atkinson den „Engelsatem“ ihrer Blumen liebt? Und wieso verdammen die Fußwaschenden Baptisten „alles, was Freude macht“? Weshalb ist Vater Atticus der Schandfleck der Familie, weil er einen Neger verteidigt? Sind denn nicht alle Menschen gleich? Langsam dringt ahnungsvolle Furcht in dieses Reich der Kindheit, und Vater Atticus hat alle Mühe, Scout und Jem durch Spannungen und Zwiespälte, in die sie eine puritanisch engstirnige Umwelt stürzt, hindurchzuführen und ihren Glauben an den Menschen zu retten. Aber auch er selbst, der sie den Respekt vor fremdem Leben gelehrt hat, muss seine Prüfung bestehen: Obwohl Recht und Menschlichkeit auf seiner Seite sind, kann er den Justizmord an dem Neger Tom, der sich an einer Weißen vergangen haben soll, nicht verhindern, und in dieser Niederlage muss er noch um die Achtung seiner Kinder bangen. Die Geschwister wachsen an diesen tragischen Konflikten zu tolerant denkenden und nur ihrem Gewissen verpflichteten Menschen heran.
Harper Lee hat hier nicht nur einen durch menschliche Güte und stillen Humor gewinnenden Roman geschrieben, sondern ein gültiges Werk der Literatur von hohem erzieherischem Wert geschaffen!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein besonderes Buch: es wirkt glaubhaft., 12. Oktober 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Scout, die Ich- Erzählerin, Jem, ihr Bruder und Dill, der Junge, der immer seine Ferien in Maycomb County verleben muss, wollen Boo Radley zu Gesicht bekommen. Das ist der Sohn des Radley-Ehepaares, der seit Jahren das Haus nicht verlässt. Dieses gespentische Anwesen erweckt die Furcht und die Neugier der Kinder. Wie kann man ihn herauslocken? Dabei soll doch das Grundstück vergiftet sein. In einem Astloch finden sie Kaugummi und seltsame Figürchen, wer versteckt sie dort? Gleichzeitig ist der Vater von Scout und Jem in einen Prozess verwickelt. Es geht genau genommen um Inzest, der inzestuöse Vater jedoch beschuldigt einen Schwarzen, sich an seiner Tochter vergangen zu haben. Dieser Schwarze hat jedoch einen kaputten und gelähmten Arm, er kann es nicht gewesen sein. Atticus verteidigt beherzt den Schwarzen und zieht sich den Zorn von Bob Ewell, dem Asozialen des Dorfes und Ankläger zu. Aber können die Geschworenen tatsächlich einen Schwarzen für unschuldig erklären?
Bob Ewell wird vor Gericht lächerlich gemacht und schwört Rache....
Jeder dieser Handlunsstränge wird fortgeführt wie ein Arm des nahegelegenen Mississippi und fliesst doch wieder in den grossen Strom zurück. Die Gefühlswelt des 9 jährigen Mädchen ist darüber hinaus so zauberhaft und glaubhaft geschildert, eine echte Rose im Knopfloch eines Buches, für das ich dankbar bin. Ohne aufdringlich zu sein belehrt es den Leser sanft darüber, was Zivilcourage bedeutet, was Toleranz ist, was es heißt, mutig zu sein. Ich bin froh, dieses Werk entdeckt und gelesen zu haben, einen Pfeiler der Literatur des amerikanischen Südens. Immerhin ein Lichtblick bei den Top 50 von "DAS GROSSE LESEN"...
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine rührende Geschichte über die Kindheit, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Wer die Nachtigall stört ist eine Geschichte über Vorurteile und Rassenhaß und provinzielles Amerika und darüber, daß die Guten es schwer haben in dieser Welt. Eine Moralpredigt sozusagen, aber das ist eben nur eine Ebene der Geschichte. Auf einer zweiten Ebene wird von Scout und Jem erzählt, die ihre Kindheit in dieser Kleinstadt verbringen mit all den Abenteuern und Gefahren und Freuden und Leiden, die so eine Kindheit so mit sich bringt. Auf der Jagd nach dem mysteriösen, sagenumwobenen Boo Radley werden die beiden langsam ein Stück erwachsen, während der Leser langsam ein Stück Kind wird. Sicher, die Geschichte ist sentimental und moralisierend und präsentiert uns eine romantische Kindheitsidylle. Aber am Ende bleibt ein leicht melancholische Stimmung und mit einem Lächeln denkt man an die eigene Kindheit. Also ein rundherum schönes buch für's Herz, übrigens auch hervorragend mit gregory Peck verfilmt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine lesenswerte Geschichte, 21. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Meine Mei­nung

Ich bin eine lange Zeit um das Buch her­um­ge­schli­chen, bis ich end­lich den Mut gefun­den und mich an die Geschichte heran gewagt habe. Vor Klas­si­kern besteht bei mir immer eine gewis­sen Hemm­schwelle. Wieso das so ist, kann ich selbst nicht genau sagen. Schluss­end­lich sind es auch nur Geschich­ten. Bei die­sem Buch bin ich sehr froh, einen Blick ris­kiert zu haben, denn es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Har­per Lee hat durch ihren ganz beson­de­ren Schreib­stil das Südstaaten-Feeling in mein Wohn­zim­mer gebracht. Ich konnte die Hitze auf der Haut spü­ren, das Lachen der Kin­der hören und die Bewoh­ner von May­comb County aus nächs­ter Nähe betrach­ten. Die Auto­rin benö­tigt keine aus­ufern­den Beschrei­bun­gen und ver­liert sich auch nicht in Details. Einer­seits hat mir die­ser Erzähl­stil sehr gut gefal­len, auf der ande­ren Seite fehlte mir lei­der der emo­tio­nale Bezug. Die Gescheh­nisse wer­den nicht dra­ma­ti­siert und den­noch hätte ich mir an der einen oder ande­ren Stelle ein wenig mehr Lei­den­schaft für die Ereig­nisse gewünscht.

Die Geschichte besticht defi­ni­tiv durch ihre wun­der­vol­len Cha­rak­tere. Beson­ders Atti­cus ist mir mit sei­ner ruhi­gen und ver­ständ­nis­vol­len Art sehr ans Herz gewach­sen. Aber auch die Kin­der Jem und Scout haben der Geschichte das gewisse Herz gegeben.

Lei­der waren mir die Ereig­nisse ein wenig zu flach dar­ge­stellt und viele Dinge pas­sier­ten eher neben­her. Der Kon­flikt zwi­schen schwarz und weiß wird sehr gut the­ma­ti­siert und zieht sich durch die kom­plette Hand­lung hin­durch. Ich hätte mir gewünscht, dass ich von der Geschichte auch auf einer emo­tio­na­len Ebene ange­spro­chen werde. Lei­der war das nicht der Fall aber auch nach Been­den des Buches schwir­ren mir die Hand­lung und die Cha­rak­tere noch immer im Kopf herum.

Fazit

Manch­mal sind es die stil­len und ruhi­gen Bücher, die den größ­ten Nach­klang haben. Eine ernste Geschichte mit wun­der­vol­len Cha­rak­te­ren, die den Leser auch nach Been­den des Buches noch eine ganze Weile beglei­ten werden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Highlight, 27. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Wir lernen das Leben in den Südstaaten der USA in der 30er Jahren durch die Augen der kleinen Jean Louise Fink (genannt "Scout") kennen. Sie und ihr Bruder Jem, der einge Jahre älter ist, erleben vor allem in den Sommerferien jede Menge Abenteuer. Ihr Vater Atticus ist Anwalt und erzieht seine Kinder weitgehend allein, da die Mutter früh verstarb. Die schwarze, gebildete Calpurnia ist nicht nur Haushaltshilfe und Köchin, sondern immer auch mahnendes Gewissen für die Kinder, die nur zu gerne über die Stränge schlagen. Die Kinder wachsen heran und wundern sich mehr und mehr über das seltsame Verhalten der Erwachsenen. Dies findet seinen Gipfel im Prozess um den Schwarzen Tom, der angeklagt wird, ein weißes Mädchen vergewaltigt zu haben. Atticus wird als Pflichtverteidiger berufen, doch er ist felsenfest von Toms Unschuld überzeugt, da er, im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen in Maycomb, frei von Ressentiments ist und den Menschen in Tom sieht, der für Atticus genauso viel wert ist wie ein Weißer. Mit sehr viel Mut, Toleranz, Weitsicht und Humor bewahrt er seine Kinder davor, genauso engstirnig, kleinkariert und dünkelhaft zu werden wie die meisten ihrer Mitmenschen.

Ein wunderbar warmherziges, kluges und stimmungsvolles Buch, das noch lange nachklingt. Oft musste ich schmunzeln über die vielen Fragen von Scout und Jem, die so wunderbar logisch und direkt sind - so können nur Kinder fragen! Es ist oft nicht einfach für die beiden, das Geschehen um sie herum zu verstehen, doch sie haben einen wirklich tollen Vater, der die beiden für voll nimmt und sie als ebenbürtig ansieht. Die beiden werden langsam erwachsen, und der Leser wird mit der Zeit immer mehr zum Kind. Mit einem Augenzwinkern beschreibt Harper Lee die spießbürgerlichen, bigotten, rassistischen Einwohner von Maycomb, und das durch die Augen einer Sechs- bis Achtjährigen ist eine wahre Freude!

An nur zwei Abenden habe ich "Wer die Nachtigall stört" ausgelesen und bin immernoch im Bann. Ein sehr bemerkenswertes Buch und für mich eines der Highlights des Jahres. Volle 5 Sterne!

Einer meiner Lieblingssätze aus diesem Buch ist übrigens:
"Nein, Jem, ich glaube, es gibt nur eine Art von Menschen. Einfach Menschen."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überwältigend!, 6. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Mit Harper Lees Roman "Wer die Nachtigall stört" habe ich mein Buch des Jahres gelesen und ärgere mich im Nachhinein darüber, es nicht früher für mich entdeckt zu haben.
Der Klassiker ist das einzige Werk der 1926 geborenen Autorin Harper Lee, die heute zurückgezogen in New York lebt.

Die Geschichte um Jean Luise, genannt Scout Fink, ihren Bruder Jem und den Vater Atticus spielt in den 1930er Jahren in Alabama. Die Mutter starb, als Scout zwei Jahre alt war, und so wird der Vater durch die strenge aber warmherzige Calpurnia, eine Farbige, bei der Erziehung der Kinder unterstützt, die den Geschwistern ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt, ihnen aber auch mit harter Hand gutes Benehmen und Respekt beibringt.
Neben der Familie Fink lernt der Leser die Nachbarschaft kennen, die eine große Rolle spielt und immer gegenwärtig ist. Sei es die scheinbar geisteskranke Mrs. Dubose, die den Kindern durch unflätige Bemerkungen Angst einjagt, sobald sie in die Nähe ihres Hauses kommen. Oder Boo Radley, den die Kinder noch nie zu Gesicht bekommen haben, über den man sich schreckliche Geschichten erzählt, und den die Kinder mit allen Tricks aus dem Haus locken wollen.
Dill ist ein Junge, der die Tante in der Nachbarschaft der Finks jeden Sommer besucht und für Jem und Scout bald ein dicker Freund ist.
Bis Scout sechs Jahre alt ist, wachsen die Kinder wohlbehütet und idyllisch auf. Sie sind sorglos, verspielt, wissbegierig.
Als Scout in die Schule kommt, ändert sich ihr Leben ein Stück weit. Nicht nur die Vorfreude auf den Unterricht und darauf, endlich ein Schulkind zu sein, hat sich in Luft aufgelöst. Sie wird nun auch mit dem Leben konfrontiert, wie es außerhalb ihrer geschützten Zone läuft.
Atticus, der Vater, ist Anwalt und hat die Pflichtverteidigung eines Farbigen übernommen, der der Vergewaltigung angeklagt ist.
Zwar hat Atticus versucht, die Kinder darauf vorzubereiten, dass man ihnen anders gegenübertreten könnte, als sie es gewöhnt sind, dennoch kommt vor allem Scout mit dem Rassismus und den Beleidigungen, die die Kinder nun über sich ergehen lassen müssen, nicht zurecht.
Atticus lehrt Jem und Scout Toleranz und erzieht die beiden zu verantwortungsbewussten Menschen, und dennoch schämt sich Scout oft ihres Vaters.
Erst mit der Zeit sieht Scout was für ein großartiger Mensch ihr Vater ist, der in Zeiten des Rassismus mit Weisheit, Toleranz und Aufrichtigkeit seinen Weg geht und das Richtige tut. Und der für seine Kinder in jeder Situation einsteht.
Für Jem ist der Vater ein Vorbild, aber auch Scout erfährt durch Atticus Taten und seine Aussagen, was im Leben zählt und wichtig ist.

"Wer die Nachtigall stört" ist ein Buch über das Erwachsen werden, über Rassismus, über Weisheit und Toleranz.
Der feinsinnige Humor macht das gesellschaftskritische Buch mit allen Protagonisten erstaunlich menschlich, die einen Herz erwärmend, klug, tolerant und weise, andere dumm und abgrundtief böse.

Ich weiß nicht wie ich dieses Buch bezeichnen soll, um ihm überhaupt annähernd gerecht zu werden. Es ist jedenfalls zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Ich habe jede einzelne Seite, jeden Satz, jedes Wort zu lesen genossen und empfehle allen nur eins: lest es! Unbedingt!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lässt einen nicht mehr los, 30. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Wer die Nachtigall stört ... (Taschenbuch)
Was ist ein gutes Buch? Eine Antwort ist sicherlich das Maß, in dem der Leser sich mit Handlung und Charakteren identifizieren und die dargestellten Emotionen mitfühlen kann. Bei "Wer die Nachtigall stört" ist diese vor allem die Wut über erlittenes Unrecht sowie die maßlose Ignoranz und Dummheit mancher Menschen, die den Leser packen und ihn auch lange nach Ende des Romans nicht loslassen.
Alabama 1935: Aus der Sicht der achtjährigen Scout erleben wir auf den ersten Seiten einen idyllischen Sommer im Süden der USA. Scout genießt mit ihrem vier Jahren älteren Bruder Jem und ihrem Freund Dill die Ferien. Mit ihrem Vater Atticus, ein erfolgreicher Anwalt, sowie der Haushälterin Cal, verleben sie eine sorglose Kindheit.
Das ändert sich schlagartig, als Atticus die Verteidigung des schwarzen Tom Robinson übernimmt, dem vorgeworfen wird, eine neunzehnjährige Weiße vergewaltigt zu haben. Nahezu jeder in der Bevölkerung des Dorfes reagiert mit Unverständnis und Hass, wie ein Weißer einen "Nigger" verteidigen kann. Im Verlauf des Prozesses beweist Atticus klipp und klar, dass Tom Robinson unschuldig ist. Doch welche Chance hat ein Schwarzer, der vor eine weiße Jury gestellt wird?
"Wer die Nachtigall stört" ist ein mitreißender Roman über Menschlichkeit und Gerechtigkeit in einem Sumpf aus Dummheit und Ignoranz. Aus dem Blickwinkel seiner Tochter erleben wir, wie Atticus einen aussichtslosen Kampf um das Leben des Angeklagten führt und dabei seinen Kindern eine Lehrstunde in Sachen Toleranz erteilt.
Eine unvergängliche Gestalt in der Literaturgeschichte ist der geheimnisvolle Arthur "Boo" Radley, der seit 25 Jahren sein Haus nicht verlassen hat. Doch wehe dem, der die Nachtigall stört...
Fazit: 30 Millionen Mal verkauft, Pulitzer Price gewonnen, mehrfach verfilmt. Ein absoluter Klassiker der Weltliteratur. "Wer die Nachtigall stört" gehört zu der handvoll von Romanen, die jeder gelesen haben sollte!
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Wer die Nachtigall stört
Wer die Nachtigall stört von Harper Lee (Gebundene Ausgabe - Oktober 1991)
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