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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben auf Abruf.
Wer sich guter Gesundheit erfreut, kann sich schwer vorstellen, wie es einem Menschen geht, der mit einer tödlichen Krankheit leben muss. David Wagner hat einen Roman geschrieben, der in weiten Teilen der eigenen Biographie entspricht.
Autoimmunkrankheit: das ist ein Schreckenswort, denn es bezeichnet eine Krankheit, in der kurz gesagt der Körper das...
Vor 18 Monaten von cl.borries veröffentlicht

versus
20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Cool, und sonst?
Das Buch lässt sich leicht lesen, die schön kurzen Stücke entwickeln dabei auch einen Sog.
Allerdings: was mich persönlich stört ist die Distanz, mit der der Autor alles sehr rationell beschreibt.
Manche - insbesondere Kritiker - mögen das bewundern, ich empfinde das jedoch als kopflastig, neutral und gewollt cool.
Aber so so...
Vor 17 Monaten von olafso veröffentlicht


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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben auf Abruf., 23. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
Wer sich guter Gesundheit erfreut, kann sich schwer vorstellen, wie es einem Menschen geht, der mit einer tödlichen Krankheit leben muss. David Wagner hat einen Roman geschrieben, der in weiten Teilen der eigenen Biographie entspricht.
Autoimmunkrankheit: das ist ein Schreckenswort, denn es bezeichnet eine Krankheit, in der kurz gesagt der Körper das körpereigene Gewebe als fremd ansieht und dagegen ankämpft und es zerstört.

Bei David Wagner ist es die Leber, die diesen Angriffen seitens der eigenen Immunabwehr zum Opfer fällt.

In der Jugend diagnostiziert muss er täglich viele Mengen an Medikamenten schlucken, die ihrerseits zu Befindlichkeitsstörungen erheblichen Ausmaßes führen.

David Wagner schreibt in einem Stil, mit dem oszillierend Tag und Nacht, Wachen und Schlafen als unwirkliches Geschehen erlebt wird. Er ist mit Ende dreißig so krank, dass er im Krankenhaus auf eine Fremdleber warten muss. Die Transplantation wird seine einzige Rettung sein.
Mit wechselnden Bettnachbarn erlebt er eine ganze Welt von "Leben", einmal gut, dann wieder schlecht, Glück, Freude, Verzweiflung und Erwartung halten sich die Waage. Er durchlebt sein eigenes kurzes Leben noch einmal mit den vielen Fragen nach Sein und Wirklichkeit und nach dem Wert des Lebens. Für wen und ab wann lohnt es sich, weiterzuleben?

Fragen, Beobachtungen, Reflexionen, Zweifel und Hoffnung bestimmen den Tag. David Wagner bleibt dabei selbst ein distanzierter Beobachter, der sich dem Klinikalltag überlässt. Er verzagt nicht und insgeheim hält er nach der Transplantation Zwiesprache mit dem Spender seiner Leber. Ein Mensch musste zuerst sterben, um ihm zum Leben zu verhelfen. Wie fühlt man sich mit einem fremden Organ und den Gedanken an einen Verstorbenen, den man zumeist nicht kennt?

In diesem Roman wird den zahlreichen Fragen nachgegangen, die Überlebende mit einem Fremdorgan zu bewältigen haben. Unaufdringlich, feinfühlig und umfassend bietet David Wagner seine Erfahrungen an, Wege aus der Krise zu versuchen. Nicht nur der Körper sondern auch die Seele ist verletzt durch das lange Leben in Todesnähe.

David Wagner lebt in Berlin. Er wurde für seine Romane bereits mehrfach ausgezeichnet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Leben" lässt mich ratlos zurück, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich mich bei der ähnlich gelagerten Biografie "Der brave Patient schweigt" von Alina Aidenberger zwischen blankem Entsetzen ob der Klinikverhältnisse, Respekt vor so viel Haltung, Mitgefühl, aber auch Tränen des Schmunzelns über ihre herrliche Selbstironie bewegte, muss ich sagen, die von der Schwere der Erkrankung her vergleichbaren Geschehnisse in David Wagners "Leben" sind doch sehr viel nüchterner geschildert und hinterlassen bei mir auch eine solche Wirkung. Klar, bewundere ich sehr, dass David Wagner die Kraft zu diesem Buch aufgebracht hat. (Seine anderen Bücher kenne ich nicht.) Ich kann auch nachvollziehen, dass er in seiner Situation bewusst nüchtern formulieren will. Trotz dieser Nüchternheit berührt David Wagners Schicksal mich und sicher jeden Menschen und geht durch Mark und Bein. Schließlich kann man gar nicht dankbar genug sein, wenn man das Glück hat, kein Schicksal wie David Wagner durchleben zu müssen. Auch beeindrucken seine Haltung und die ebenfalls aufblitzende feine Ironie und doch sind seine Art, über die Dinge zu reflektieren, und die viel zu vielen, teilweise befremdlich einfach gehaltenen Kurzkapitel etwas, was mich ein wenig ratlos zurücklässt und keine Lesefreude oder gar Nähe zum Autor zulässt. Vielleicht bin ich aber auch nur nicht in der Lage, in Wagners knappe Kapitel ausreichend Gewichtiges hineinzuinterpretieren. Das meine ich nicht als Ironie, sondern als echte Selbstkritik. (Wegen dieser Unsicherheit gebe ich auch vier Sterne anstatt zwei.)
Abschließend möchte ich noch allen, die gegen schwere Erkrankungen kämpfen müssen, aus ganzem Herzen alles Gute wünschen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefsinnige Gedanken, 6. Juli 2014
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
"Leben" ist ein sehr persönlicher Roman von David Wagner, da er die eigene Geschichte rund um seine Lebertransplantation als Mittelpunkt hat. Letztlich hatte ich daher in jedem Augenblick das Gefühl, eher ein Tagebuch zu lesen als einen Roman.
Wagners Reflexionen haben mich immer wieder sehr überrascht und daher habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen. Man nimmt gewöhnlich an, dass Menschen, die ein neues Organ brauchen, dieses mit offenen Armen empfangen, weil sie leben wollen. Wagner aber zeigt den Zwiespalt, in den diese Situation ihn geworfen hat. Erst einmal muss ein anderer Mensch sterben. Warum nicht er selbst? Dann muss man diesen Menschen in sich aufnehmen. Bleibt man dann noch man selbst? Lohnt es überhaupt, die Strapazen einer Transplantation durchzumachen? Immerhin kann diese auch scheitern, in jedem Moment. Warum sich Hoffnung machen, wenn diese platzen kann? Ist man überhaupt würdig, so etwas Wertvolles zu erhalten? Und muss man dann nicht sehr verantwortlich damit umgehen?
Diese Fragen beschäftigen Wagner vor, während und nach der Transplantationsphase. Er hat ja viel viel Zeit. Jede Veränderung tut da gut und sei es nur, dass das Essen kommt. Wagner erzählt nebenbei von all den Bettnachbarn, die er hatte, er schaut in seine Vergangenheit zurück, denkt über Eltern und Freundinnen nach, holt sie zu sich zurück, um seiner Gegenwart etwas Sinn zu geben. Wann immer er im Begriff ist aufzugeben, hilft nur noch der Gedanke an sein Kind, das fröhlich und unbeschwert lebt und ihn in dieses Leben hinüberziehen will.
Lohnt es sich also zu leben?
Ich habe "Leben" wirklich gern gelesen, weil es voller tiefsinniger Gedanken ist, sehr ehrlich und frei die Situation beschreibt, weil es humorvoll ist und außerdem sehr außergewöhnlich.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Cool, und sonst?, 19. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
Das Buch lässt sich leicht lesen, die schön kurzen Stücke entwickeln dabei auch einen Sog.
Allerdings: was mich persönlich stört ist die Distanz, mit der der Autor alles sehr rationell beschreibt.
Manche - insbesondere Kritiker - mögen das bewundern, ich empfinde das jedoch als kopflastig, neutral und gewollt cool.
Aber so so eine distanzierte Schreibe macht sich beim heutigen Zeitgeist wohl ganz gut.
Auch der "Pointenzwang" an einigen Stellen ist unnötig.

Ich hab mich beim Lesen gefragt, was macht der Autor denn mit seiner Gefühlswelt.
Welche Gefühle erlebt er und macht er durch?
Die Gefühlswelten werden äußerst selten geschildert, und wenn - z.B. seine Verwirrung - dann kommt das unglaublich sachlich und kühl daher.
Irgendwie nimmt man ihm das nicht ab.

Besonders schlimm finde ich diese Masche "dem Kinde zuliebe".
Nirgends, wirklich an keiner Stelle schildert er die Beziehung zum Kind.
Mit keinem Wort erwähnt er die Verzweiflung oder Liebe zum Kind.
Es wird zwar so dahin geschrieben, z.B. über die Morgenfreude des Kindes, aber dabei bleibt es dann auch.
Aber was für Ängste und Verzweiflung da aufkommen? Fehlanzeige!

Der Autor stellt zwar Fragen, er geht aber den Fragen nicht nach und macht sich nicht auf die Suche nach Antworten.
Er lässt die Fragen einfach so als Fragen stehen. O.k., kann man machen. Besonders erhellend ist das nicht.

An einigen Stellen amüsant und originell, aber insgesamt total überbewertet.

Mich haben Bücher wie Arno Geiger's "Der alte König in seinem Exil" und Schlingensief's "So schön wie hier.." wesentlich mehr beeindruckt, bewegt und mitgenommen.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dieser merkwürdige Ton..., 15. März 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
Zunächst fällt der merkwürdige Ton dieses autobiographischen Buches auf. Der Versuch, unbeteiligt zu tun. Diese forciert unpathetische Art, über das Leiden zu schreiben.

Das beginnt schon in der Eröffnungsszene, als der Erzähler, allein in seiner Wohnung, plötzlich schwallweise Blut herauswürgt. Die Krampfadern in seiner Speiseröhre sind geplatzt. Das ist lebensgefährlich, und man kann davon ausgehen, dass ein Mensch dabei in Panik gerät. Wagner aber inszeniert sich so unbeteiligt, als hätte er bloß eine Magenverstimmung. Im Notarztwagen kommt explosionsartig der zweite Schwall Blut: „Eine Szene wie aus einem Splatterfilm, über die ich lachen könnte, nur dass hier leider kein Kunstblut spritzt. Der Notarzt, mein Blut läuft ihm über beide Brillengläser, wirkt erschrocken.“ Aha, selbst der abgebrühte Notarzt ist erschrocken, aber der Erzähler bleibt die Ruhe selbst? „… ich weiß, wird diese Blutung nicht schnell gestoppt, bin ich bald tot.“ Wieso, habe ich mich gefragt, an dieser Stelle, wo man die Beschreibung von Todesangst erwarten würde, diese unpassend und manieriert wirkende „Ich weiß“-Haltung?

Beim Weiterlesen ist es mir aufgegangen: Der Erzähler ist längst ein Routinier des Krankseins, die „Autoimmunhepatitis“ zwingt ihn dazu. Seit seinem zwölften Lebensjahr hat er mit seiner selbstzerstörerischen Leber zu leben, und mit entsprechend vielen pathologischen Begleiterscheinungen. Leben mit starken Medikamenten, chronischer Müdigkeit, organischer Selbstvergiftung, Suizidgedanken, Todeswünschen. Das, was er an diesem Abend erlebt, hat er so lange erwartet, dass er, als es passiert, tatsächlich wie eine Art Katastrophentourist neben sich steht...

Ich habe das Gefühl, erst jetzt, vor dem Hintergrund dieses Krankheitsberichts, den Ton des Schriftstellers David Wagner zu verstehen, den ich immer als schön, aber merkwürdig gläsern und aseptisch empfunden habe. Seine Meditationen über scheinbar belanglose Details erscheinen mir nun als Form der Ataraxie, Einübungen in den kontemplativen Gleichmut (in seinem Buch „Vier Äpfel“ hat Wagner eine einzige lange Einkaufswagenfahrt durch einen Supermarkt unternommen und über Tiefkühlerbsen und Fischstäbchen nachgesonnen wie ein Proust der Warenwelt).

„Leben“ besteht aus 277 meist kurzen Prosastücken. Es ist ein Buch der Beobachtungen und Reflexionen, der Erinnerungen an Freunde und Angehörige, der Begegnungen mit Bettnachbarn im Krankenhaus (wo rücken einem Fremde sonst so nah?). Es ist ein Lebens- und Leberbuch, ein Kompendium über das Kranksein, bei dem immer wieder ein abgründiger Humor aufblitzt. Nichts liegt David Wagner dabei ferner als das extreme Krankheits- und Todespathos eines Thomas Bernhard und dessen Selbstinszenierung als heroischer Überlebenskünstler (Bernhard hat seine schwere, an den Rand des Todes führende Lungenkrankheit in der „Der Atem“ und „Die Kälte“ beschrieben, großartige Bücher).

Nummer 164: „Alle, die hier liegen, sind ganz wild darauf, ihre Geschichte zu erzählen, quatschen mich zu mit ihrem sogenannten Schicksal.“ Auch hier wird deutlich, warum Wagner schreibt, wie er schreibt. Er hat gut daran getan.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literaturgenuss zum Niederknien, 19. Mai 2013
Von 
Tobias Nazemi - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
Wer viel liest und sich für Literatur interessiert, hat bestimmt schon mal davon geträumt, selber ein Buch zu schreiben. Keinen belanglosen Unterhaltungsschinken, sondern ein richtiges literarisches Meisterwerk. Ein Buch, das nicht nach einem Jahr auf dem Grabbeltisch landet und nach zwei Jahren schon ausgemustert ist. Etwas für kommende Generationen, was noch da ist, wenn man selbst schon nicht mehr ist. So ein Buch wie David Wagners „Leben“.

Ja, genau so muss es sein. Ein wahrer Literaturgenuss. Bei dem jedes Wort, jeder Satz perfekt sitzt. Mit einem wunderbaren Spannungsbogen, der von der ersten bis zur letzten Seite nicht abreißt. Obwohl eigentlich gar nicht viel passiert. Krankenhausalltag: „Morgens, mittags, abends, nachts. Tagschwester, Nachschwester. Visite, Bereitschaftsarzt. Frühstück, Mittagessen, Abendessen, sonnabends Eintopf, sonntags keine Visite.“

Dazwischen tausend Gedanken. Das, was Menschen durch den Kopf geht, wenn ihnen langweilig ist. Wenn sie an einem trostlosen Ort gefesselt sind. Wenn sie stundenlang auf eine bestimmte Stelle Krankenhaus-Linoleum starren. Wenn der Körper Probleme macht, das eigene Leben seine Selbstverständlichkeit verliert. Ich kenne nur wenige Autoren, die den berühmten „stream of consciousness“ so gekonnt, spannend und zugleich so poetisch zu einem Handlungsstrang formen können. Und dabei auch noch uneitel und authentisch rüberkommen. Und trotz der Thematik nicht mitleidsheischend ins dramatisch Kitschige abdriften. Und alle Fakten gut recherchiert haben. Und sich bei allem eine gewisse Coolness bewahren. Und überhaupt...

Ich bin einfach begeistert. Fünf Sterne für dieses Meisterwerk.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gute Idee, 8. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben (Kindle Edition)
ich finde es wirkliche eine gute Idee, über den Alltag auch im Krankenhaus zu schreiben , wann liest man sowas schon aus der Perspektive eines Patienten. Auch das medizinische finde ich als Laie interessant.
Schade, aber wirklich schade ist, dass die Hauptperson so unsympathisch ist. Vielleicht hängt es aber auch mit der Krankheit des Patienten zusammen, dass er sich gar nicht wirklich für seine Bettnachbarn interessiert. Er hat auch nur Verhältnisse wohl mit liierten Damen gehabt, irgendwie abstoßend. Und dann wie er immer nur sagt : das Kind. Hallo?? Hat das keinen Namen? Dann lehnt er eine Leber ab aus irgendeinem Grund..........also wirklich. Versteh das einer. Ich nicht.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Völlig überbewertet, 16. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
Das ist also nun das ausgezeichnete Buch - der Liebling der Feuilletons, das so gelobte und gut besprochene Werk.

Als ich dann mit den knapp 300 Seiten durch war, habe ich mich gefragt, ob ich das falsche Buch gekauft habe.

Den Inhalt darf ich als bekannt voraussetzen. Mann setzt sich mit seiner lebensbedrohlichen Krankheit, seiner Vergangenheit und seiner Zukunft auseinander.
Ich finde es ja schon großartig, dass sich Literaturkritiker anscheinend dadurch begeistern lassen können, dass ein Kapitel ausschließlich aus den Worten "Ich warte" bestehen kann und ein weiteres Kapitel aus über 30 skurrilen Todesmeldungen aus Zeitungen besteht, die keinen Zusammenhang zu der eigenen Geschichte haben, aber anscheinend suggerieren sollen, dass man auch anders sterben könnte...

Nimmt man den Überbau mit der Krankheitsgeschichte weg, treffen wir hier auf einen Menschen, mit dem ich persönlich nichts zu tun haben wollen würde, so unsympathisch bleibt der Eindruck nach Beendigung des Buches.
Der Plot der Geschichte ist unter anderem auch, dass er leben will, um für das Kind da zu sein. Jedoch kann man überhaupt nicht entnehmen, was dieses Kind für ihn bedeutet und was er denkt, dass er dem Kind geben kann, wenn er überlebt. Und was ist mit der Mutter des Kindes? Weiterhin scheint er aber auch nicht besonders dankbar zu sein, dass er überlebt hat, außer dass er nun darüber schreiben kann.

Was man hier als großartige Literatur feiert, ist mehr Schein als Sein und scheitert an einem ekelhaften Ego des Protagonisten.
Ich fand die Lektüre durch und durch ärgerlich.
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17 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ...aber zwiespältig!, 18. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
Es ist immer wieder schwierig mit der Bewertung von Filmen oder Büchern, die Tabuthemen bearbeiten und denen ja so schon -per se- Anerkennung gebührt...

Und außerdem: Der Roman ist bereits ausgezeichnet!
Dies aber schafft auch eine große Erwartungshaltung beim Leser...

Vorweg: Guter Roman, stilistisch "sauber", nichts wirklich gänzlich "daneben".

Die Geschichte bereits bekannt: Aufzeichnungen eines Leberkranken, der auf eine Spenderleber wartet...sie dann bekommt etc.pp.
Eindeutig authentisch und darum umso eindrucksvoller.
Angereichert mit vielfältigen Bespiegelungen der umgebenden Realität, Überlegungen zum Spender und all dem, was einem Menschen, in derartiger Lage, durch den Kopf gehen mag...

Mich störten Details...wie z.B. dass der Autor sein Kind immer nur als "d a s Kind" bezeichnet (was den Eindruck von Distanziertheit entstehen läßt, ungeachtet immer wiederkehrender Bekenntnisse zum Leben, des Kindes willen..)
Auch unangenehm, weil sämliche Frauen (die es zuhauf gibt) beim Namen genannt werden.
Und damit ist auch der zweite Punkt benannt...Frauen, Frauen, Frauen...
Denkt "Mann" , angesichts des Todes, wirklich bei jeder Krankenschwester, jeder Pflegerin, jeder Physiotherapeutin nur darüber nach, wie schön es mit ihr wäre...Vermutlich ja. Mich hat es genervt...

Insgesamt empfinde ich das "Experiment", eine detaillierte Krankengeschichte mit Lebensdetails zu vermischen, in diesem Fall (!!!) als nicht wirklich gelungen.
Ich denke durchaus, man sollte es so machen, nur sind es ,glaube ich, die Details, die mich langweilen..Nicht die der Krankheit, sondern die drumrum, außerhalb des Krankenhauses, wenn es dann eben wieder nur um Frauen geht..
Gibt es denn, angesichts des Todes, wirklich nicht noch viel, viel mehr?

Die permanenten Vorstellungen darüber, von wem die transplantierte Leber stammen mag, sind allerdings bewegend.

Als humorvoll wurde der Roman auch gerühmt..Da fand ich nur die, vom Kranken gesammelten, Kurzbeschreibungen "brisanter" Todesfälle, wie sie uns in Zeitungen laufend begegnen..
Für mich witzigste:
Eine Frau löst den Hausstand ihrer Mutter auf und findet dabei (im Schrank? im Keller?...vergessen) eine tote, unbekannte Frau!!!! Immerhin: Wirklich passiert!

Also abschließend: Dies ist schon ein guter Roman...Er ist auch lesenswert..
Aber er hat Längen und ich hätte ihn nicht prämiert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie viel Persönlichkeit steckt in einer transplantierten Leber?, 25. September 2013
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Leben (Gebundene Ausgabe)
David Wagner, Anfang 40, verarbeitet in diesem Buch seine eigene Krankengeschichte. Er selbst leidet (oder leidet auch nicht) unter einer Autoimmunhepatitis, die ihn auf eine Lebertransplantation angewiesen sein ließ. In vielen kurzen Absätzen, Miniaturen, beschreibt er Krankheit und Krankenhaus, Gedanken und Erinnerungen, Mitpatienten und Pflegepersonal, Traum und Wirklichkeit.

Der Überlebenstrieb, der zwischenzeitlich immer wieder gedämpft geschildert wird, resultiert aus dem Wunsch, weiterhin für das eigene Kind da zu sein. Was ihm nicht verloren geht ist der Humor, der ständig aufblitzt und der manche Absurdität, meistens aber nur Alltägliches aufs Korn und nicht selten auf die Schippe nimmt. Ein langer Aufenthalt im Krankenhaus, begleitet von der Ungewissheit des Ausgangs von Operation und Rekonvaleszenz, macht empfänglich für Kleinigkeiten, verändert den Blick auf Dinge, die man normalerweise nicht einmal bemerkt, geschweige denn über die man nachdenkt.

Ein weiterer Aspekt des Buches und der Krankengeschichte ist der Aspekt der Organverpflanzung und des Verhältnisses zwischen Spender und Angehörigen und dem Organempfänger. Wie viel Persönlichkeit steckt in einer ausgetauschten Leber? könnte man die Gedanken auf den Punkt bringen. Und verändern transplantierte Organe oder Extremitäten das Wese des Empfängers nachhaltig?

Ein sehr ruhiges, unaufgeregtes Buch, das allemal lesenswert und aus meiner Sicht zu recht ausgezeichnet ist.
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Leben
Leben von David Wagner (Gebundene Ausgabe - 22. Februar 2013)
EUR 19,95
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